Wenn der Sinn des Regenbogens verkannt wird

Von Christa Meves

Zwei Regenbogen in vollkommener Form verzeichnet die Heilige Schrift: den ersten im Alten Testament bei Moses 1,9 nach Noahs Überleben der Sintflut – unterstrichen von den Worten Gottes:

ER verheißt, in Zukunft bei seinen Menschengeschöpfen Gnade walten zu lassen und sie nicht noch einmal auslöschen zu wollen, wie er das mit dem Ausbruch der Sintflut zuvor angedroht hatte.

Warum steht in der Heiligen Schrift als Untermauerung dieser Aussage der Regenbogen? Auch das wird von Gott direkt gesagt: „Meinen (Regen-) Bogen setze ich in die Wolken. Er soll das Bundeszeichen sein zwischen mir und der Erde.“

Es folgt noch eine lange, aufschlussreiche Rede an Noah und seine drei Söhne. Und besonders ist sie wohl an die drei jungen Männer gerichtet, wiederholt Gott hier doch noch einmal die Aussage am Anfang der Genesis: „Seid fruchtbar und mehret euch!“

Damit ist der Regenbogen ein Kennzeichen für Gottes Zuwendung, wenn der Mensch – wie Noah mit seiner Familie – in der Gottesnähe und in der Schöpfungsordnung bleibt.

Zum zweiten Mal kommt sinnvollerweise dieses biblisch singuläre Motiv im Neuen Testament vor, und zwar bei den Visionen des Johannes über die Zukunft der Menschheit. Hier wölbt sich im Kapitel 4,3 der Regenbogen über Gottes Thron.

Damit sind diese beiden Regenbogen voll ausgewiesen als die zentralen Kennzeichen, gewissermaßen als die Insignien unseres Gottes und damit als ein entscheidendes Kennzeichen seines Schöpfungswerkes.
 
Zur Zeit stehen Regenbogenembleme im Fokus unserer Öffentlichkeit – offensichtlich dadurch, dass die Gruppierung LGBTIQ
(lesbisch, schwul, bi-, trans-, intersex, queer) den Regenbogen zu ihrem Banner ernannt hat.

Sogar die Kommissionspräsidentin der EU hat zweimal dazu Stellung genommen. Sie betont apodiktisch, dass jedermann innerhalb der EU seine Partner frei wählen könne. Aber das ist in der öffentlichen Meinung längst unstrittig und wird in unserer Demokratie – gelegen oder ungelegen – bereits wie selbstverständlich toleriert.

Nun wurde daraus ein politisches Intermezzo: In der EU plane man Sanktionen gegen Ungarn. Man müsse in dieser Hinsicht die internationale Verantwortung gegen die aufmüpfige Regierung dort in Anspruch nehmen, indem man ihr Sanktionen androht, wenn sie was tue bzw. nicht tue? Das bleibt unklar.

Allgemein bekannt geworden ist aber, dass das ungarische Parlament für die Schulen ein Verbot aussprechen wollte, dass Vertreter der Gruppe LGBTIQ in den ungarischen Schulen auftreten, um ihre Lebensweise den Jugendlichen vertraut zu machen (das geschieht in manchen deutschen Bundesländern schon seit vielen Jahren).

Fürchtet man in Ungarn, dass dadurch in Zukunft eine Minderung der Geburtenrate entstehen könnte? Das ist denkbar – die Verfassung betont besonders den Wert der Familie.

Gegen allen Trend in der EU betreibt man in Ungarn nämlich eine konträre Familienpolitik. Die Regierung verteilt seit Jahren an Jungmütter Kredite, die es ihnen ermöglichen, in der ersten Lebenszeit ihrer Kinder zu Hause zu bleiben. Diese Zuwendungen brauchen umso weniger zurückgezahlt werden, je mehr Kinder nachgeboren werden.

Der Anstoß für diese internationale Beachtung der aufmüpfigen ungarischen Regierung war aber bereits vor dem Fußballspiel von Deutschland gegen Ungarn hochgebrandet. Kesse Leute regten damals an, in München anlässlich des Fußballspiels das Stadion in Regenbogenfarben auszuleuchten, was aber die UEFA verhinderte, weil sie solche Aktionen als störend einschätzte und verbot. Dennoch schwenkten viele der Zuschauer Regenbogenwimpel beim Betreten des Fußballstadions.

Aber unabhängig von allem medialen Großgetöse bleibt die bange Frage: Sollten diese Regenbogenfahnen nun eigentlich das aussagen, was sie in einer Kultur mit christlicher Grundlage sind und bleiben müssen: ein Kennzeichen der Präsenz dieses unseres Gottes?

Oder was meint diese so medial beachtete Regenbogenpräsenz denn sonst? Wurde das Insignium Regenbogen doch von der LGBTIQ-Gruppierung gewählt, um sich von dem tradierten Gebrauch als Gotteszeichen abzuheben?

Dafür spricht, dass bei dem modischen Regenbogen die Farbe hellblau gestrichen wurde. Dadurch geriet dieses Naturphänomen in den Bereich der Künstlichkeit. Denn bei keinem vollständigen Regenbogen in der Natur fehlt diese Farbe und kündigt an, dass nach Regen das helle Sonnenlicht als ein Zeichen der Hoffnung neu hervortritt.

Wie dem auch sei: Regenbogen tauchen nun in der Öffentlichkeit in Vielzahl auf, allemal beim Christopher Street Day, gelegentlich sogar als Fahnen auf Kirchendächern oder in manchen überregionalen Werbeblättern von wem auch immer.

Im Raum bleibt also weiterhin die Frage: Warum diese Wahl als Banner einer vorpreschenden, Beachtung heischenden Vereinigung? Versteht diese Gruppierung den Regenbogen (durch die Künstlichkeit verstärkt) außer als Forderung nach Unabhängigkeit und schrankenloser Freiheit vor allem als einen Affront gegen den tradierten Sinn dieses Naturphänomens?

Ist hier letztlich prometheischer Trotz gegen einen allmächtigen Schöpfer im Spiel? Soll deshalb mit diesem modischen Regenbogen die moderne Welt in weiträumiger Solidarität mit einer sich großmütig fühlenden Bevölkerung genesen?

Aber damit wiederholt sich in der Geschichte eine immer wieder aufflammende Revolte. Umrahmt von höhnenden Mitläufern ist dann jeweils den verworfenen Gottgetreuen der Weg zu Kreuz oder Schafott vorgezeichnet. Lärmend dominant ist dieses zwar eine Zeitlang, aber regelmäßig vergänglich; denn  das ist lediglich der immer wieder vergebliche Versuch, Gott für tot zu erklären.

Aber nach wie vor sitzt unser allmächtiger Schöpfer weiter im Regimente.

Gemälde: Evita Gründler


Bistum Trier kritisiert Pfarrer wegen seiner Solidarität mit Ungarns Jugendschutzgesetz

Von Felizitas Küble

Wenn katholische Zeitgeistliche gegen die Anordnung aus dem Vatikan rebellieren und Partnerschaften von gleichgeschlechtlichen Paaren öffentlich segnen, was in den letzten Monaten hierzulande hundertfach vorgekommen ist, dann führt das zu keinerlei Konsequenzen für die – gelinde gesagt – „eigenwilligen“ Priester.

Dasselbe gilt ähnlich für jene Pfarrer, die ihre Kirche mit der Homosexuellen-Fahne „schmücken“, obwohl sie damit einen Teil der Gemeinde – manchmal sogar die schweigende Mehrheit – vor den Kopf stoßen. (Siehe dieses Foto von der Heilig-Geist-Kirche in Münster.)

Nicht einmal der Vorwurf, mit solchen Aktionen ihre Gemeinde zu „spalten“, trifft diese Geistlichen, obwohl dies zutreffend wäre, geschweige wird ihnen Ungehorsam gegenüber dem kirchlichen Lehramt vorgehalten.

Ganz anders läuft es freilich, wenn ein Pfarrer sich „erdreistet“, die katholische Sexualethik zu verteidigen und dabei auch das lehramtlich verkündete Elternrecht auf Erziehung (sog. „Elternrecht“) in Schutz zu nehmen, das übrigens auch in unserem Grundgesetz verankert ist.

„Katholisch.de“, das amtliche Portal der Bischofskonferenz, berichtet am 12. Juli dazu Folgendes:

„Ein Pfarrer aus dem Bistum Trier zeigte mit einem Facebook-Post seine Zustimmung zum ungarischen Gesetz zur Verbreitung von LGBT-Inhalten. Dadurch hat er sich Ärger mit der Bistumsleitung eingehandelt: Solche „undifferenzierten Äußerungen“ spalteten.“

Personalverantwortliche des Ordinariats hätten den Priester, so heißt es weiter, darauf „hingewiesen“, „dass solche plakativen, undifferenzierten und abwertenden Äußerungen spalten und Unfrieden bringen“.

Das Posting des Geistlichen entspreche „in keiner Weise“ der Haltung der Diözese. „Dem Bistum geht es um geschlechtersensibles pastorales Handeln.“

Es geht also um die neue heilige Gender-Kuh, nicht um den Schutz von Ehe und Familie, von Jugend und elterlichem Erziehungsrecht. Darauf darf sich also der Klerus aus der Diözese Trier neuerdings einstellen?!

Nun wird es noch drolliger, wenn davon die Rede ist, das Bistum „respektiere zwar die freie Meinung des Geistlichen“, doch die Kirche ziehe dort – hört! – dort eine „Grenze, wo sich ein Priester entgegen der kirchlichen Lehre“ äußere.

Gehört zur „kirchlichen Lehre“ neuerdings die Unterwürfigkeit unter den neuen Götzen Genderismus?

So direkt wird dies natürlich nicht eingeräumt, vielmehr wird eine Nebelwand errichtet und sich scheinheilig auf das Kirchenrecht berufen, denn das verpflichte, „den Frieden und die Einheit so weit als möglich zu wahren und zu fördern“.

Wie schön – daß das Kirchenrecht aber damit gewiß nicht die „Einheit“ mit einer „geschlechtersensiblen“ Ideologie meint und unter „Frieden“ nicht die Anpassung an den Zeitgeist versteht, unterschlägt die dort zitierte Bistumssprecherin.

Der von seiner Kirchenleitung öffentlich kritisierte Pfarrer hat inzwischen beschwichtigt, er habe keineswegs „eine Gruppe von Menschen beleidigen“ wollen (das hat er ohnehin nicht getan).

Allerdings – der Geistliche blieb in der Sache trotzdem standhaft – finde seiner Ansicht nach eine „Ideologisierung der Diskussion“ statt, die Gefahren für Kinder und Jugendliche mit sich bringe.

„Die Schöpfungsordnung und die Gebote Gottes sind dafür entscheidend, dass wir uns nicht nach Befindlichkeiten richten können, sondern unseren Gott, dem wir verpflichtet sind, ernst nehmen“, erklärte der wackere Gottesmann unverdrossen.

Wir leben also in Zeiten, in denen sich katholische Priester gegenüber ihrem Bischof dafür rechtfertigen müssen, daß sie dem Heiligen Geist mehr gehorchen als dem Zeitgeist und den wahren Gott nicht durch einen Gender-Götzen ersetzen wollen.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Kirchliches Präventionspapier vermittelt eine übergriffige Sexualpädagogik

Von Hubert Hecker

Die Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten hat im Januar 2021 ein „Positionspapier zur Gestaltung der Schnittstelle von Prävention sexualisierter Gewalt und sexueller Bildung“ erstellt.1 Das Papier ist auf der Seite der Deutschen Bischofskonferenz Prävention-Kirche‘ publiziert.

Es geht mit Hinweis auf die MHG-Studie von der These aus, dass die „Stagnation der katholischen Sexuallehre“ sowie ihre „lustfeindliche Sichtweise“ Risikofaktor und „mittelbare Ursache“ für Missbrauchstaten im kirchlichen Bereich seien. Daher müsse vor jeder Prävention die Sexualmoral der katholischen Kirche neu überdacht werden.

Doch diese Behauptungen haben in der 366-seitigen MHG-Studie nur Fußnotencharakter.2 Jedenfalls ist die These vom Risikofaktor katholische Sexuallehre in keiner Weise Forschungsergebnis der Studie. Die „Zusammenfassung“ der Forschungsarbeit enthält auch keine Empfehlung, die kirchliche Sexualmoral auf den Prüfstand zu stellen.

Die Eingangsthese des Positionspapiers, die katholische Sexualmoral sei missbrauchsfördernd, ist eine Fiktion. Daher sind auch die Folgerungen daraus wie der Ruf nach einer neuen Sexualethik oder sexueller Bildung aus der Luft gegriffen.

Zwielichtige Bezugsautoren

Die Präventionsbeauftragten – und auch der Synodale Weg der DBK (Deutschen Bischofskonferenz) – haben also durch die MHG-Studie vom Herbst 2018 kein wissenschaftliches Mandat bekommen, die Sexuallehre der Kirche zu ändern. Mit der Abwandlung oder Abwendung von der biblisch-kirchlichen Lehre, nach der Sex(ualität) stets in das grundlegende Gebot der Liebe zu integrieren ist, verliert man den Orientierungskompass für die christliche Sexualethik.

Das zeigt sich in der unkritischen Übernahme von sektoralen „Erkenntnissen der Humanwissenschaften“. Die Präventionsbeauftragten stützen sich selektiv auf eine bestimmte Fraktion sexualwissenschaftlicher Autoren und Positionen. Im ersten Kapitel ihrer Schrift unter dem Abschnittstitel ‚Fachlicher Hintergrund‘ ist das Friedrich Nietzsche. Der hatte das Christentum angeklagt, mit seinen normativen Vorgaben „dem Eros Gift zu trinken“ gegeben zu haben.

Erwarten die Autoren mit diesem polemischen Eingangsfanal wirklich „fachliche Rückmeldungen“ zu ihren Ausführungen? Ist der Verfasser von „Der Antichrist“ und der „Umwertung aller Werte“ die angemessene Referenz für ein katholisches Präventionspapier?

Als zweiten Bezugsautor zitiert man ausführlich den französischen Sozialwissenschaftler Michel Foucault mit seinen Thesen, dass Sexualität vielfach mit Machtbeziehungen verschränkt sei und damit durch Macht gebraucht und missbraucht werden könne.

Die Aussagen des 1984 an AIDS Verstorbenen erscheinen aufgrund der kürzlich erhobenen Beschuldigungen eines Journalisten als zwielichtig. Nach denen hat Foucault Ende der 60er Jahre in Tunesien minderjährige Jungen sexuell missbraucht. Die Vorwürfe wurden von zwei weiteren Zeitzeugen bestätigt. Der Missbrauchsverdacht gegen Foucault wird zusätzlich erhärtet durch die Tatsache, dass er einige Jahre später lautstark die Abschaffung des strafbewehrten Verbots von Sexualität mit Kindern unter 15 Jahren forderte.

Er beschimpfte gar den gesetzlichen Schutz der Kinder vor sexuellen Übergriffen als „inakzeptablen Missbrauch“, denn Kinder seien fähig, eigenverantwortlich dem Sex mit Erwachsenen zuzustimmen. (Diese Auffassung von Foucault wird heute fatalerweise unter ‚(Kinder-)Recht auf sexuelle Selbstbestimmung‘ gefasst und als ‚präventiv‘ ausgegeben.) Mit anderen französischen Philosophen wie Sartre und Derrida unterstützte Foucault eine gleichlautende Petition.

Ist ein Autor, der das unaufhebbare Machtgefälle zwischen Erwachsenen und Kindern nicht erkennen kann oder will, als Wissenschaftler noch ernst zu nehmen? Hat er sich und seine Thesen zum Thema Sexualität und Macht damit nicht disqualifiziert – insbesondere für ein Präventionspapier? Wenn die Deutsche Bischofskonferenz solchen Positionen und Autoren zustimmt – beschädigt sie nicht ihre eigene Glaubwürdigkeit bezüglich der gegebenen Präventionsversprechen?

Irrwege deutscher Sexualwissenschaftler

Auch in Deutschland propagierten in den drei Jahrzehnten nach der 68er sexuellen Revolution renommierte Sexualwissenschaftler wie Wolff, Lautmann, Bernard, Sandfort und Helmut Kentler einhellig die Auffassung, dass einvernehmliche Sexualbeziehungen zwischen Erwachsenen und Kindern letzteren nicht schaden würden. Dieses humanwissenschaftliche Fehlurteil zur Rechtfertigung von Kindersex hatte maßgeblichen Einfluss auf die Partei der Grünen, die in den 80er Jahren die Abschaffung des gesetzlichen Kinderschutzes verlangten.

Volker Beck forderte als sexualpolitischer Sprecher der Grünen 1988 die „Entkriminalisierung von Pädosexualität“. Später erklärte er seine Haltung mit den damaligen humanwissenschaftlichen Erkenntnissen. Noch bis 2010 förderte die Humanistische Union die pädophile Szene.

BILD: Aufklärungsschrift von Peter Helmes über pädosexuelle Tendenzen bei den Grünen der 80er und 90er Jahre

Erst im letzten Jahrzehnt haben Uni-Studien die schändliche Rolle Helmut Kentlers als Pädophilenaktivist und Drahtzieher pädokrimineller Netzwerke aufgedeckt. Die destruktiven Folgen seiner emanzipatorisch-antifaschistischen Sexuallehre sind inzwischen bekannt.

Gleichwohl führen heutige Sexualwissenschaftler wie Sielert, Valtl, Schmidt, Henningsen, Tuider u. a. als Schülergeneration Kentlers dessen hedonistische Sexualitätsansätze weiter. Alle genannten Autoren werden in dem Präventionspapier in Text und Literaturverzeichnis aufgeführt.

Der Kieler Uni-Professor Uwe Sielert hat das links-liberale Sexualkonzept von Kentler zur „neo-emanzipatorischen Sexualpädagogik“ ausgebaut. Die Individuen sollen ihre sexuellen Triebenergien grenzenlos ausschöpfen zur größtmöglichen Luststeigerung. Sielert propagiert die Instrumentalisierung des Körpers zur Lustmaximierung einschließlich von Masturbation bei Kindern und frühestmöglichem Geschlechtsverkehr.

Sielert schließt sich der Grundthese Kentlers an, dass Kinder vom Kleinkindalter an bis zum Ende der Latenzzeit sexuelle Bedürfnisse und Triebkräfte hätten. Daraus wird ein kindliches „Recht auf Sexualität“ abgeleitet, das Sielert mit seinem Ansatz zur Frühsexualisierung bedienen will. Tatsächlich wird damit die sexuelle Bedürfnis- und Erfahrungswelt von Erwachsenen auf Kinder projizieren.

Bei Sielert kommt das in einem Zitat zum Ausdruck, in dem er Kindern Bedürfnisse nach sexuellen „Lusterfahrungen und zärtlichen Gefühlen“ zuschreibt. Die These von den sexuellen Bedürfnissen schon von Kindern ist zugleich das Einfallstor für Pädophile.

Sein sexualpädagogisches Programm erweiterte Sielert später zu dem Konzept der „sexuellen Bildung“, das auch die Präventionsbeauftragten in ihrem Positionspapier als Masterplan für Sexualpädagogik bewerben. Danach sollen alle „repressiven“ Grundnormen im Geschlechterbereich verwischt und verwirrt werden.

Insbesondere sollen Ehe und Familie als Kernfamilie „denaturalisiert“ und die Geschlechterdualität von Mann und Frau in eine Gendervielfalt aufgelöst werden. Schließlich sollen die „intergenerativen Sexualitätsnormen zwischen Kindern und Erwachsenen“ aufgeweicht werden. So klingt Rechtfertigung von Pädophilie im Wissenschaftsjargon.

In der Praxisanleitung empfiehlt Sielert den Eltern, ihre „Kinder lustvoll zu streicheln“, damit schon Kleinkinder „die Lust an sich selbst entdecken“.3 

In Kitas und Schulen soll die pädagogische Frühsexualisierung der Kinder mit luststimulierenden Gesprächsimpulsen, Bildern und Handlungen fortgeführt werden. Ist es nicht absurd, in einem kirchlichen Papier zur Missbrauchsprävention das sexualpädagogische Konzept eines Autors zu übernehmen, der pädophile Übergriffe durch Eltern und Erzieher empfiehlt?

Präventiver Ansatz mit missbrauchsfördernden Ergebnissen

Kein Geringerer als der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung, Johannes-Wilhelm Rörig, moniert an den Beiträgen der Autoren der Sielert-Schule, dass die proaktive Hinführung der Kinder zu sexuellen Themen und Praktiken die Handlungsstrategien von Missbrauchstätern begünstige: Bei Mädchen und Jungen, die schon früh an sexuelle Themen und grenzüberschreitende Sexualpraktiken gewöhnt seien, „haben Täter ein leichtes Spiel“.4

In einer luziden Analyse hat kürzlich Prof. em. Dr. Karla Etschenberg in zwei Beiträgen die Widersprüche der Sielert’schen Sexualpädagogik zwischen emanzipatorisch-präventivem Anspruch und missbrauchsförderndem Ergebnis aufgezeigt.

Sie erläutert in dem Aufsatz: „Helmut Kentlers Erbe und das besondere sexualpädagogische Konzept gegen den sexuellen Missbrauch“ in acht Schritten, wie mit dem emanzipatorischen Ansatz der sexuellen Bildung durch frühsexualisierende Handlungsanleitung, Netzwerkverbreitung und Diffamierung der Kritiker in der Öffentlichkeit der Boden für Missbrauchsförderung bereitet wird.5

 In der Ausarbeitung des Themas zu einem Videovortrag reichert sie die Textvariante mit weiteren Zitaten sowie anschaulichen Bildern und Vergleichen an.6

Schon im Jahr 2000 hatte eine Dozentin für Sexualpädagogik Sielerts Konzept der sexuellen Bildung in einen „Ratgeber für Eltern zur kindlichen Sexualentwicklung“ umgesetzt. Die Autorin gehört neben Sielert zum wissenschaftlichen Beirat des Dortmunder Instituts für Sexualpädagogik.

In der von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verteilten Broschüre sind mehrere Stellen zu finden, die als „Einladung zur Pädophilie angesehen werden können“. Das gibt die Autorin einem Spiegel-Interview auch selbst zu, versucht aber die Zuarbeit ihrer Methode zu pädophilen Strategien zu verharmlosen.7 

Nach Protesten nahm die damalige Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen die Broschüre als „missverständlich und zweideutig“ aus dem Programm der BZgA.

Übergriffige Sexualpädagogik verdrängt katholische Werte von Liebe, Ehe und Familie

Trotz der pädophilen Kompromittierung beherrscht die Sielert-Schule den Hauptstrom der sexualpädagogischen Literatur und legte deren Standards im deutschsprachigen Raum fest. Besonders einflussreich ist Sielert als Mitbegründer und Vorstand der „Gesellschaft für Sexualpädagogik“ (GSP).

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung verbreitet in ihren Medien die libertäre und übergriffige Sexualpädagogik der GSP. Auch in Teilen der deutschen Kirche konnte sie einsickern, was sich etwa 2016 bei der Fachtagung im Erzbistum Berlin über „Sexualpädagogik unter dem Dach der Kirche“ zeigte.

Dort hatte die GSP-zertifizierte Sexualpädagogin Ann-Kathrin Kahle einen Grundlagentext von Sielert vorgestellt. Seit 2015 ist sie Präventionsbeauftragte des Bistums Münster.

In einem Sammelband von 2016 zu „Sexualpädagogik kontrovers“, im Literaturverzeichnis des Positionspapiers angegeben, hat sie mit dem engeren Kreis der Sielertschule wie Tuider, Timmermanns, Henningsen u. a. publiziert. Kahle ist die (Presse-)Sprecherin des ‚Arbeitskreises sexueller Bildung der Bundeskonferenz der diözesanen Präventionsbeauftragten‘. Vermutlich gehört sie zum Autorenkreis des vorgestellten Textes.

Der Elternverein Nordrhein-Westfalen hat kürzlich in einem Offenen Brief an die Deutsche Bischofskonferenz mit deutlichen Worten gegen das Positionspapier protestiert. Die Elternvertreter verweisen darauf, dass sich unter dem notwendigen Auftrag zur Missbrauchsprävention mit der Übernahme des Sielert-Konzeptes von neo-emanzipatorischer Sexualbildung pädophilnahe Sexualpädagogen im Raum der Kirche breitgemacht haben. Außerdem beklagen sie, dass in dem Papier die katholischen Werte von Ehe und Familie aus Vater, Mutter und Kind(ern) sowie lebenslange Bindung und Treue als Klischees und überholte Normen abgewertet werden.

Die besorgten Eltern fordern, dass die Deutsche Bischofskonferenz den eingeleiteten Paradigmenwechsel in der Sexualpädagogik stoppen und das befremdliche Positionspapier verwerfen sollte. Weiterhin erwarten sie, dass sich die Bischöfe wieder auf die katholischen Werte besinnen mit der Orientierung auf Ehe und Familie als Ziel der Sexualpädagogik, die einen „ganzheitlichen, entwicklungssensiblen und die Schamgrenzen der Kinder“ achtenden Ansatz verfolgen müsse.

Die Präventionsbeauftragten machen sich die Genderideologie zu eigen, wenn sie die Sexualität als eine beliebig gestaltbare gesellschaftliche „Konstruktion“ ansehen. Für die Eltern dagegen ist die Sexualität von Mann und Frau die „identitätsstiftende Grundlage der Person, Körpersprache der Liebe, Zeichen und Kraft der Bindung, Quelle des Lebens und natürlich auch der Lust und des Glücks“.8 

Nach christlicher Auffassung ist die von der biologischen Natur bzw. der Schöpfungsordnung gegebene Sexualität in den Dienst der Liebe und Treue, der Weitergabe des Lebens und der familiären Bindung zu stellen.

Gutgemeinte Zielsetzungen – mit fatalen Folgen

Auf die Kritik des Elternvereins haben der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz wie auch die Autoren des Positionspapiers gereizt reagiert. Der Arbeitskreis der Präventionsbeauftragten ließ verlauten, dass er den Vorwurf zurückweise, „sexuelle Bildung auf einen pädophilen Ansatz stützen zu wollen“.

Die Elternvertreter haben jedoch mit keinem Wort den Autoren einen entsprechenden Willen oder gar die Intention zu einem pädophilen Ansatz unterstellt. Man kann den Präventionsbeauftragten durchaus gute subjektive Absichten zugestehen bei ihrem Ziel, durch sexuelle Bildung „die Stärkung der Sprachfähigkeit und Kompetenzerweiterung aller Kinder und Jugendlichen“ erreichen zu wollen.

Aber indem sie sich auf die „Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft“ der Sielert-Schule stützen, stellen sie ihr gutgemeintes Vorhaben in einen Bezugsrahmen, der objektiv zu kontraproduktiven Ergebnissen führt.

Genau das haben der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung und andere Kritiker der neo-emanzipatorischen Sexualpädagogik aufgedeckt:

  • Die Heranführung schon kleiner Kinder an sexuelle Themen und Sexualpraktiken arbeitet den Handlungsstrategien der Täter in die Hände (Joh.-Wilhelm Rörig).
  • Die renommierte Pädagogikexpertin Prof. Karla Etschenberg hat die objektiven Widersprüche der Sielert’schen Sexualbildung zwischen emanzipatorisch-präventivem Anspruch und missbrauchsförderndem Ergebnis systematisch dargestellt (siehe oben).
  • Mit der unzulässigen Übertragung der Begriffe wie „Recht auf Sexualität“ und „sexuelle Selbstbestimmtheit“ (auf S. 12 des Papiers) aus dem Kontext ausgereifter Sexualität von Erwachsenen auf vorpubertäre Kinder und sogar Kleinkinder werden den notorischen Missbrauchstätern Stichworte gegeben und Wege bereitet.
  • Auch die Anleitung und Gewöhnung der Kinder an infantilsexuelle Handlungen bedeuten Zuarbeit zu den Tätern, die nach Vertrauensanbahnung selbstverständlich nur dem Kind ‚angenehme‘ Körperkontakte anstreben.
  • Damit wird sowohl die juristische Definition von Missbrauchshandlungen „gegen den Willen“ der Opfer unterlaufen als auch die viel zu enge präventive Zielorientierung als „Schutz vor sexualisierter Gewalt“. Schon aus der MHG-Studie hätten die Präventionsbeauftragten die Forschungserkenntnisse entnehmen können, dass die meisten Täter auf die sanfte Tour der Einvernehmlichkeit hinarbeiten.
  • Im Übrigen zeigen die säkulare Odenwaldschule wie auch das Bonner Aloisiuskolleg der Jesuiten das prekäre Ergebnis, dass sexualliberale Emanzipationspädagogik nicht nur keine Präventionseffekte erbrachte, sondern als systemische Bedingung massenhaften Missbrauch beförderte.

Mit der wissenschaftlichen Kritik an dem Konzept der sexuellen Bildung haben sich Sielert und seine Schüler nie ernsthaft auseinandergesetzt – offensichtlich auch nicht die Präventionsbeauftragten. Es gehört aber grundlegend zum wissenschaftlichen Ethos, sich der Kritik von anderen Wissenschaftlern zu stellen – audiatur et altera pars: Man höre auch die andere Seite!

Die verantwortlichen Bischöfe sollten sich und die von ihnen beauftragten Präventionsexperten in die Pflicht nehmen, den wissenschaftlichen Text oder das Aufklärungsvideo von Prof. Etschenberg zu studieren.9

Solange die schwerwiegenden Bedenken zu dem sexualpädagogischen Ansatz der Sielertschule mit seinen möglicherweise missbrauchsfördernden Ergebnissen nicht ausgeräumt sind, sollte das umstrittene Positionspapier auf Eis gelegt werden.


1 https://www.praevention-kirche.de/fileadmin/redaktion/praevention/portalseite/Downloads/2021–04-06_Positionspapier-Schnittstelle-Praevention-sex-Gewalt-und-Bildung_final.pdf

2 Ein einziger Hinweis auf externe Autoren auf Seite 235 der MHG-Studie

3 Frank Herrath / Uwe Sielert: Elterninformation S. 21, Beilage zu: Lisa und Jan. Ein Aufklärungsbuch und ihre Eltern, Beltz-Verlag 1991

4 Kommentar von Johannes-Wilhelm Rörig, taz vom 16. 2. 2015

5 Quelle: http://www.k‑etschenberg.de/resources/KENTLERS+Erbe.pdf, 2/2021

6 Vortrag von Prof. Dr. Karla Etschenberg auf dem Online-Symposium der ‚Demo für alle‘ mit dem Titel »Heikle Beziehungen: Sexualpädagogik und Kindesmissbrauch« am 17. April 2021.

7 Interview mit Ina-Maria Philipps auf Spiegel online, 6. August 2007

8 http://www.elternverein-nrw.de/wp-content/uploads/2021/05/Offener-Brief-an-die-Deutsche-Bischofskonferenz-12.05.21.pdf

9 https://symposium2021.de/videos/


Keine verfrühte Sexualaufklärung der Kinder

Von Christa Meves

Die ideologische Vorstellung, Kinder vom frühen Alter ab in Sex einzuüben, hat in den deutschsprachigen Ländern manche Schulen, ja z. T. sogar manche Kindergärten erfasst.

Schulpläne enthalten dann für den Sexualkundeunterricht ideologisierte Akzente. Die liberalistische Vorstellung, dass der Mensch sobald wie möglich zu sexuellen Tätigkeiten angeregt werden müsste, steht im Hintergrund solcher Bemühungen.

Die Programme dazu waren besonders in Deutschland längst geschrieben, z. B. von dem Protagonisten Helmut Kentler mit seiner Schrift „Sexualerziehung“ 1970. Und die neuen Vorstellungen wurden vor allem von den 68er-Revoluzzern begierig aufgenommen.

Aber erst in den letzten 20 Jahren waren diese Ideen so vielfältig verbreitet worden, dass man sie z. T. sogar für rechtlich zulässig hielt. Aufklärung und Einführung in die Sexualität gehören dabei zum Programm.

Bereits gewecktes Sexverhalten gegenüber Gleichaltrigen wird gelegentlich sogar in Kindergärten dieser Art toleriert. Grundschülern werden durch mehrere Jahrgänge hindurch Modelle zur Verhütung von Schwangerschaften angeboten und mithilfe von Modellen, Plastiken oder Zeichnungen der Zeugungsvorgang simuliert und drastisch demonstriert – und das meist mit einer merkwürdigen Selbstverständlichkeit, bei der das Schamgefühl offenbar geradezu ausgeschaltet zu sein scheint.

Dies alles steigert sich im Jugendalter zu Unterrichts-Besuchen von Personen aus der Gruppe LGBTQ, um den Schülern eine Lebensart dieser Façon schmackhaft zu machen – zum großen Teil mit seltsam irrealen Hintergrundangaben aus der Genderideologie.

Hier soll der Versuch gemacht werden, diese Verfrühungen und Übertreibungen in der Sexualaufklärung mit einer neuen wissenschaftlichen Erkenntnis zu widerlegen; denn unabhängig davon hat sich bereits längst gezeigt, dass damit keine gesunde Einführung ins Erwachsenenleben bewirkt wird, sondern dass stattdessen eher Lebensbehinderungen die Folgen sein können – angefangen von Sexualsüchten bis zu einer so erworbenen Wunschwelt zur Sexualtäterschaft.

Es gibt nämlich seit einigen Jahren einen zugkräftigen wissenschaftlichen Beweis gegen die Theorie, dass Kinder-Sex – welcher Art auch immer – das Tor zu lebenslänglicher Lebensqualität sei. Vor allem ist hierin die hormonelle Forschung in den USA führend gewesen.

Die Neurologin Lise Eliot z. B. bringt in ihrem Buch: „Wie verschieden sind sie? Die Gehirnentwicklung bei Mädchen und Jungen“ (Berlin Verlag 2010) auf S. 141 eine in dieser Hinsicht aufschlussreiche Tabelle:

Hier lässt sich in der deutschen Übersetzung für jeden Laien sehen und im anschließenden Kommentar nachlesen, dass Kinder zwar während der mütterlichen Schwangerschaft hormonell auf den Status männlich oder weiblich durch hohe Dosen von Sexualhormonen physisch vorbereitet werden, dass aber nach der Geburt innerhalb des ersten Lebensjahres der Hormonstatus in Bezug auf das Östrogen bei den Mädchen und das Testosteron bei den Jungen so niedrig ist, dass er bis fast auf die Nullgrenze gesenkt erscheint.

Und dieser Status pflegt bei gesunden Kindern durchgehalten zu werden, bis dann um die Zehn- bis Zwölfjährigkeit herum Vorbereitungen auf den Reifestatus der Pubertät einsetzen.

Aus diesem Forschungsergebnis wird etwas deutlich, was alle unangefochtenen Eltern durch die gesamten ersten 14 Lebensjahre ihrer Kinder auch heute noch in ihrer Pädagogik wie selbstverständlich praktizieren: Sie verschonen ihre Kinder mit einer Einbeziehung in die Erwachsenensexualität. Sie wollen sie damit nicht behelligen, weil sie als Eltern spüren und erfahren, dass ihre Kinder diesem Feld noch fern sind. Und das ist richtig.

Die Kinder befinden sich in der Tat noch im Status der Unberührtheit. Man könnte interpretieren: Es gehört offenbar zur Schöpfungsordnung unseres Gottes, dass die Kinder von diesem mächtigen Bereich in der Erwachsenenwelt noch nicht beeinträchtigt werden sollen; denn die Kindheit ist vorrangig eine Zeit neugierigen Vertrautwerdens mit den Bereichen des Umfelds.

Hier haben die Kleinen ihnen Wichtigstes anzupacken und zu bewältigen. Sie wollen das neue Leben erkunden und begreifen, um sich darin sicher zu fühlen – als Vorbereitung zu erfolgreichem Handeln in und mit dieser Welt! Natürliche, seelisch gesunde Kinder interessiert die Erwachsenensexualität deshalb nicht spontan. Sie haben in umgrenzten Zeitfenstern das für ihre Ausreifung Notwendige zu vollziehen.

Wenn sie also als Kleinkinder ein vordringliches Interesse für Sexuelles an den Tag legen, sind sie meist von Außenstehenden direkt dafür geweckt worden.

Es ist dringend an der Zeit, dass diese wissenschaftlichen Erkenntnisse in unserer verwirrten Welt greifen und vermittelt werden; denn sie gehören in den Bereich von Gottes Schöpfungsordnung. Ohne deren Beachtung geraten wir Menschen meist rasch in gefährliche Überheblichkeiten.

Wir können unser Leben als Menschen eben nicht unbedenklich nach eigener Maßgabe bestimmen. Wir müssen unsere Festgelegtheiten beachten, wenn wir erzieherischen Erfolg haben und gute Früchte ernten wollen. Wir sind nun einmal Geschöpfe – erstellt von einem SchöpferUND ER SITZT NACH WIE VOR IM REGIMENTE.

Christa Meves ist Bestsellerautorin und Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche; zudem leitet sie den Verein „Verantwortung für die Familie“


Warum die Ehe ein genialer Einfall Gottes ist

Zur Debatte um die Segnung homosexueller Partnerschaften

Cordula Mohr und Dominik Terhorst erinnern in ihren Leserbriefen in der MV (Münsterländischen Volkszeitung) mit Recht an die Glaubenslehre der katholischen Kirche über Ehe und Familie, aber auch an die allgemeine Schöpfungsordnung Gottes.

Die Ehe zwischen Adam und Eva wurde bereits im Paradies gestiftet und mit dem ersten Auftrag Gottes an die Menschen verbunden: „Wachset und mehret euch, erfüllet die Erde und macht sie euch untertan.“ – Die Ehe mit ihrer Ergänzung von Mann und Frau ist ein genialer Einfall des Schöpfers, um die Liebe und Treue der beiden Partner zu stärken und den Kindern in einer Familie Geborgenheit und „Nestwärme“ zu schenken.

Jesus hat die christliche Ehe sogar zu einem Sakrament erhoben und damit ihre Würde und Unauflöslichkeit bekräftigt. Deshalb ruht auf der Ehe ein besonderer Segen und eine Verheißung Gottes. Dies ist aber keineswegs der Fall bei einer homosexuellen Verbindung, zumal sie weder der schöpfungsgemässen Ergänzung noch der Weitergabe des Lebens dient.

Was von Gott nicht befürwortet wird, das kann auch die Kirche nicht segnen. Das gilt freilich nicht allein für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, sondern auch für alle anderen  – somit auch heterosexuellen – Intimbeziehungen außerhalb der Ehe.

Wenn Dechant Thomas Hüwe aus Rheine im MV-Bericht „Vielfalt der Lebensentwürfe feiern“ vom 21. Mai mit den Worten zitiert wird, es könne doch nicht sein, „dass Priester Gebäude oder Fahrzeuge segnen, aber nicht die vielfältigen Formen menschlicher Liebe“, dann sollte er auch erwähnen, dass der einzelne homosexuelle Gäubige sehr wohl gesegnet werden kann wie alle anderen Menschen auch.

Lediglich der konkrete Segen zugunsten einer gleichgeschlechtlichen Intimverbindung ist nicht möglich, weil die Kirche dazu von Gott keine Vollmacht erhalten hat.

Es kommt einer Willkürherrschaft gleich, wenn Zeitgeistliche sich nicht mehr an der biblischen Lehre orientieren, sondern am Beifall der Medien oder eigenen subjektiven Einfällen.

DIESER LESERBRIEF von Felizitas Küble wurde heute vollständig in der MV veröffentlicht


Respektieren wir Gottes Schöpfungsordnung!

Von Cordula Mohr

Eine Segnung homosexueller Partnerschaften wurde vom Vatikan ausdrücklich verboten. Somit ist es  gar nicht möglich, dass ein wirklicher Segen auf diese Paarverbindungen kommt, weil diese Aktion im bewußten Ungehorsam erfolgt ist.

Es ruht kein Segen darauf, wenn kirchliche Rituale für fremde Zwecke vereinnahmt werden. Gültige Segensfeiern kann es nur in Übereinstimmung mit Rom geben.

Das rebellische Vorgehen ist auch unfair gegenüber den Betroffenen: Meines Erachtens wird den homosexuellen Paaren seitens der Gemeindepfarrer, die studierte Theologen sind, bewußt Sand in die Augen gestreut; sie werden letztlich missbraucht, um ein Zeichen gegen das katholische Lehramt zu setzen und vor allem die kirchliche Sexualethik zu bekämpfen.

Natürlich können alle Menschen als Einzelpersonen einen Segen von der Kirche empfangen, dabei spielt die sexuelle Ausrichtung keine Rolle. Nach jeder hl. Messe kann jeder Gläubige den priesterlichen Segen erhalten.

Natur Mensch Umwelt

Die Kirche hat aber keine Vollmacht von Christus bekommen, homosexuelle Partnerschaften zu segnen, denn was Gott nicht billigt, das kann und darf auch die Kirche nicht segnen.

Das ist keine Willkür oder Schikane, sondern die Kirche ist verpflichtet, die Schöpfungsordnung Gottes zu respektieren, wonach die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau ist, die unter Gottes Segen und Verheißung steht.
Es geht also um Gottes gute Ordnung und um die Einheit unserer katholischen Weltkirche.

Auch die Forderung der Aktion Maria 2.0 nach dem Priestertum für Frauen ist biblisch und kirchlich nicht erfüllbar.
Solche „Reformwünsche“ sind in den protestantischen Kirchen alle bereits verwirklicht. Trotzdem  – oder deswegen? – ist dort der Niedergang noch verheerender als in unserer Kirche, die Austrittszahlen seit langem deutlich höher.

Wir vertreiben aber noch die letzten Gläubigen aus der Kirche, wenn wir solche Randthemen wie diese Segnungs-Aktionen in den Mittelpunkt rücken. Die meisten Menschen haben zur Zeit wirklich andere Sorgen und Nöte.  

Unsere Autorin Cordula Mohr aus Rheine ist katholische Familienmutter und aktiv in der Lebensrechtsbewegung (Vorstand der CDL von NRW, Vorsitzende von ALFA Münsterland).


Finnland: Christliche Politikerin angeklagt, weil sie sich kritisch zu Homothemen äußerte

Päivi Räsänen droht eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Jahren. Finnlands Generalstaatsanwaltschaft hat die christliche Abgeordnete formell angeklagt, nachdem sie ihre Ansicht über Ehe und Sexualität geäussert hatte.

Die Physikerin und ehem. Innenministerin Päivi Räsänen wird wegen «Hassrede» angeklagt; ihr wird eine Streitschrift von 2004, eine Äusserung von 2018 und ein kürzlicher Tweet zur Last gelegt.

Die 61-Jährige wurde erstmals 2019 von der Polizei befragt, nachdem sie die lutherische Kirche – deren Mitglied sie ist – wegen ihrer offiziellen Unterstützung für eine homosexuelle LGBT-Pride-Veranstaltung kritisiert hatte (Livenet berichtete).

Räsänen bleibt bei ihrem Standpunkt und beruft sich auf Meinungs- und Religions-Freiheit: „Ich kann nicht akzeptieren, dass die Äusserung religiöser Überzeugungen eine Inhaftierung bedeuten könnte“, zumal sie niemanden bedroht, verleumdet oder beleidigt habe, sondern lediglich das biblische Zeugnis zu Ehe, Sexualität und Gottes Schöpfungsordnung vertreten habe.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.jesus.ch/magazin/gesellschaft/christen_in_der_gesellschaft/390238-christliche_politikerin_wegen_eheansichten_angeklagt.html


Voller Wortlaut: Das „Responsum“ der Glaubenskongregation zur Segnungsfrage

Responsum ad dubium
der Kongregation für die Glaubenslehre
über die Segnung von Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts
 

Auf das vorgelegte DUBIUM:
Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?

WIRD GEANTWORTET:
Nein.

Erläuternde Note

In einigen kirchlichen Bereichen verbreiten sich Projekte und Vorschläge von Segnungen für Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts.

Nicht selten sind solche Projekte durch den aufrichtigen Willen motiviert, homosexuelle Personen anzunehmen, sie zu begleiten und ihnen Wege des Glaubenswachstums anzubieten, „damit diejenigen, welche die homosexuelle Tendenz zeigen, die notwendigen Hilfen bekommen können, um den Willen Gottes in ihrem Leben zu begreifen und ganz zu erfüllen“[1].

Auf diesen Wegen können das Hören des Wortes Gottes, das Gebet, die Teilnahme an liturgischen Handlungen der Kirche und praktizierte Nächstenliebe eine wichtige Rolle bei der Förderung von Bemühungen spielen, die eigene Lebensgeschichte zu deuten sowie frei und verantwortungsbewusst die eigene Taufberufung anzunehmen, weil „Gott jeden Menschen liebt. Und Gleiches tut auch die Kirche“[2], indem sie jede ungerechte Diskriminierung ablehnt.

Unter den liturgischen Handlungen der Kirche sind Sakramentalien von besonderer Bedeutung: als „heilige Zeichen, durch die in einer gewissen Nachahmung der Sakramente Wirkungen, besonders geistlicher Art, bezeichnet und kraft der Fürbitte der Kirche erlangt werden. Durch diese Zeichen werden die Menschen bereitet, die eigentliche Wirkung der Sakramente aufzunehmen; zugleich wird durch solche Zeichen das Leben in seinen verschiedenen Gegebenheiten geheiligt“[3].

Der Katechismus der katholischen Kirche erläutert weiter: „Die Sakramentalien verleihen die Gnade des Heiligen Geistes nicht nach Art der Sakramente, sondern bereiten durch das Gebet der Kirche vor, die Gnade zu empfangen und mit ihr mitzuwirken“ (Nr. 1670).

Zur den Sakramentalien gehören Segnungen, mit denen die Kirche „die Menschen aufruft, Gott zu preisen, sie auffordert, seinen Schutz zu erbitten und sie ermahnt, sich seiner Barmherzigkeit mit der Heiligkeit des Lebens würdig zu erweisen“[4].

Darüber hinaus sind „sie in einer gewissen Nachahmung der Sakramente eingesetzt und beziehen sich immer und hauptsächlich auf geistliche Wirkungen, die sie kraft der Fürbitte der Kirche erlangen“[5].

Um der Natur der Sakramentalien zu entsprechen, ist es deshalb erforderlich, dass, wenn über einige menschliche Beziehungen ein Segen herabgerufen wird, abgesehen von der rechten Absicht derjenigen, die daran teilnehmen, die zu segnende Wirklichkeit objektiv und positiv darauf hingeordnet ist, die Gnade zu empfangen und auszudrücken, und zwar im Dienst der Pläne Gottes, die in die Schöpfung eingeschrieben und von Christus dem Herrn vollständig offenbart sind.

Mit dem Wesen der von der Kirche erteilten Segnung ist daher nur vereinbar, was an sich darauf hingeordnet ist, diesen Plänen zu dienen. Aus diesem Grund ist es nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist.[6] 

Das Vorhandensein positiver Elemente – die in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind – in solchen Beziehungen ist trotzdem nicht in der Lage, diesezu rechtfertigen und sie daher rechtmäßig zum Gegenstand einer kirchlichen Segnung zu machen, weil diese Elemente im Dienst einer Verbindung stehen, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet ist.

Da die Segnungen für Personen in Beziehung zu den Sakramenten stehen, kann darüber hinaus die Segnung gleichgeschlechtlicher Verbindungen nicht als zulässig angesehen werden, weil sie in gewisser Weise eine Nachahmung oder einen analogen Hinweis auf den Brautsegen darstellen würde,[7] der auf den Mann und die Frau herabgerufen wird, die sich im Sakrament der Ehe vereinigen, da „es keinerlei Fundament dafür [gibt], zwischen den homosexuellen Lebensgemeinschaften und dem Plan Gottes über Ehe und Familie Analogien herzustellen, auch nicht in einem weiteren Sinn“[8].

Die Erklärung der Unzulässigkeit von Segnungen der Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts ist daher weder eine ungerechte Diskriminierung noch enthält sie die Absicht, eine solche zu sein, sondern ruft die Wahrheit des liturgischen Ritus in Erinnerung und das, was dem Wesen der Sakramentalien zutiefst entspricht, so wie die Kirche sie versteht.

Die christliche Gemeinschaft und die geistlichen Hirten sind aufgerufen, Menschen mit homosexuellen Neigungen mit Respekt und Takt aufzunehmen; sie werden im Einklang mit der kirchlichen Lehre die am besten geeigneten Wege zu finden wissen, um ihnen das Evangelium in seiner Fülle zu verkünden. Diese Personen mögen gleichzeitig die aufrichtige Nähe der Kirche anerkennen – die für sie betet, sie begleitet, mit ihnen den Weg des christlichen Glaubens teilt[9]  – und ihre Lehren mit aufrichtiger Bereitwilligkeit annehmen.

Die Antwort auf das vorgelegte Dubium schließt nicht aus, dass Segnungen einzelnen Personen mit homosexueller Neigung gespendet werden,[10] die den Willen bekunden, in Treue zu den geoffenbarten Plänen Gottes zu leben, wie sie in der kirchlichen Lehre vorgelegt werden; sie erklärt jedoch jede Segnungsform für unzulässig, die dazu neigt, ihre Verbindungen anzuerkennen.

In diesem Fall würde die Segnung nämlich die Absicht zum Ausdruck bringen, nicht bestimmte Einzelpersonen dem Schutz und der Hilfe Gottes im oben genannten Sinne anzuvertrauen, sondern einen Entschluss und eine Lebenspraxis zu billigen und zu fördern, die nicht als objektiv auf die geoffenbarten Pläne Gottes hingeordnet anerkannt werden können.[11]

Gleichzeitig erinnert die Kirche daran, dass Gott selbst nicht aufhört, jedes seiner Kinder zu segnen, die in dieser Welt pilgern, denn für ihn „sind wir […] wichtiger als alle Sünden, die wir begehen können“[12].

Aber er segnet nicht die Sünde und er kann sie nicht segnen: Er segnet den sündigen Menschen, damit er erkennt, dass er Teil seines Liebesplans ist, und sich von ihm verändern lässt. Denn er „nimmt uns so, wie wir sind, aber lässt uns nie so, wie wir sind“[13].

Aus diesen Gründen verfügt die Kirche weder über die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts im oben gemeinten Sinne zu segnen, noch kann sie über diese Vollmacht verfügen.

Papst Franziskus wurde in der dem unterzeichnenden Sekretär dieser Kongregation gewährten Audienz über das vorliegende Responsum ad dubium samt der Erläuternden Note informiert und hat ihre Veröffentlichung gutgeheißen.

Rom, am Sitz der Kongregation für die Glaubenslehre, am 22. Februar 2021, dem Fest der Kathedra Petri.  
Luís F. Kard. Ladaria SJ, Präfekt ✠ G
iacomo Morandi, Titularerzbischof von Cerveteri, Sekretär  

[1] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 250. [2] Bischofssynode, Abschlussdokument der 15. Ordentlichen Generalversammlung, Nr. 150. [3] II. Ökumenisches Vatikanisches Konzil, Konst. Sacrosanctum Concilium, Nr. 60. [4] Rituale Romanum ex Decreto Sacrosancti Oecumenici Concilii Vaticani II instauratum auctoritate Ioannis Pauli PP. II promulgatum, De benedictionibus, Praenotanda Generalia, Nr. 9. [5] Ebd., Nr. 10. [6] Vgl. Katechismus der katholischen Kirche, Nr. 2357. [7] Der Brautsegen verweist nämlich auf den Schöpfungsbericht, in dem Gottes Segen über Mann und Frau im Zusammenhang mit ihrer fruchtbaren Verbindung (vgl. Gen 1,28) und mit der Komplementarität von Mann und Frau steht (vgl. Gen 2,18-24). [8] Franziskus, Ap. Schreiben Amoris laetitia, Nr. 251. [9] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 15. [10] De benedictionibus enthält nämlich eine ausführliche Liste der Situationen, für die der Segen des Herrn herabgerufen werden kann. [11] Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Homosexualitatis problema über die Seelsorge für homosexuelle Personen, Nr. 7. [12] Franziskus, Generalaudienz am 2. Dezember 2020, Katechese über das Gebet: der Segen. [13] Ebd.

Quelle: http://www.vatican.va/roman_curia/congregations/cfaith/documents/rc_con_cfaith_doc_20210222_responsum-dubium-unioni_ge.html


Judenchrist begrüßt Vatikan-Entscheidung gegen Segnung von Homo-Partnerschaften

Von Klaus Moshe Pülz

Viele Medien beklagen die Entscheidung des Vatikan, homosexuelle Partnerschaften nicht zu segnen und sie befragen hierzu gerne inkompetente „Experten“ für Kirchenfragen.

Ich habe mich als Leiter von israelischen Judenchristen (Messianische Bekenntnisgemeinschaft) mehrfach zu diesen Themen geäußert, u.a. in „Bote Neues Israel“ und dem „Katholischen Sonntagsblatt“.

Im Jüdischen heißt es wörtlich „Baruch ata Adonai melech ha-olam (…)“ , das heißt: Gesegnet seist du, oh HERR, König der Welt“.

Wie also erdreisten sich sogar einige deutsche Bischöfe, gleichgeschlechtliche Paare segnen zu wollen und damit den Eindruck zu erwecken, praktizierte Homosexualität sei eine zu segnende Handlung. Katholische Geistliche, die  hierbei eine falsche Toleranz walten lassen, verstärken den Eindruck, vielleicht selbst homosexuelle Neigungen aufzuweisen.

Offenbar ist vielen Christen heutzutage nicht mehr klar, daß auch unsere Lebensführung darüber entscheidet, ob wir dereinst das ewige Leben bei Gott erhalten werden oder nicht.

Dies ist keine Schikane von Gott, sondern dient einer gesunden und vernünftigen Lebensweise. Es ist einfach erschütternd, wie sodomitische Zustände von falschen Propheten propagiert und demzufolge salonfähig gemacht werden.

Ich denke dabei an die Vorhersagen Jesu Christi in Lukas 17,26ff., wo er die Tage vor seiner Wiederkunft vergleicht mit den Tagen Noahs und Lots.

Es ist das Elend der heutigen theologischen Ausbildung, daß man grundlegende Aussagen der Bibel hinsichtlich einer gottwohlgefälligen Lebensführung aus dem Auge verloren hat, was schließlich zu jener Eigendynamik führte, wonach man nicht mehr zwischen Gut und Böse zu unterscheiden vermag.

Viele Theologen unserer Tage haben die Wahrheit und Ordnung Gottes gegen die Lüge und den Dienst am Zeitgeist eingetauscht, anstatt sich der Schöpfungsordnung zu unterwerfen – mit dem Ergebnis, daß sie das Ungebührliche lehren und tun.

Als Folge dieser Fehlhaltung zählt der Apostel Paulus einen ganzen Lasterkatalog auf, wie er auch aus 1. Kor. 6,9-10; Gal. 5,19-21; 2.Tim. 3,2-5; Offb. 21,8 und 22,15 ablesbar ist.

Da ist von Mord, Neid, Ehrabschneiden, Verleumden, Ungehorsam gegenüber Eltern, von Lieblosigkeit, fehlendem Respekt und Erbarmungslosigkeit die Rede; sozusagen als Folgeerscheinungen von Sitten- und Werteverfall. Denn der Mensch ohne Gott ist ein Egoist und Egozentriker, was man vor allem bei machtgierigen Politikern beobachten kann.

All jene, die dem hedonistischen Ungeist die Bahn brechen, gleichen jenen Hebräern, die  –   gerade aus ägyptischer Gefangenschaft befreit  – am Fuße des Berges Horeb/Sinai einem Goldenen Kalb huldigten und orgiastische Tänze vollführten; diese führte zur Bestrafung durch den gleichen Gott, der sie zuvor in die Freiheit geführt hatte.

So ist dieser Irrweg auch heute nur eine Konsequenz aus dem Ungehorsam des Menschen gegenüber der Ordnung Gottes. Daß dabei Theologen führend mit dabei sind, verstärkt noch diese Verführung. 

Unser Autor Klaus Moshe Pülz ist deutsch-israelischer Judenchrist (messianischer Jude; er leitet das „Institut für israels universale Berufung“ und die Zeitschrift „Bote Neues Israel“. Weitere Infos dazu auf http://www.zelem.de


Ideologische Wurzeln der Pädokriminalität

Von Christa Meves

Wenn die Aufdeckung der Kinderschänderringe in NRW auch Erschreckendes zutage fördert, so muss die daraus entstandene Aufregung doch als Silberstreifen am Horizont unserer Sexszene gewertet werden.

Allerdings bleiben die Schlussfolgerungen in den zahlreichen TV-Sendungen meist oberflächlich: Berechtigterweise wird vielstimmig eine schärfere Strafverfolgung bei sexuellem Kindesmissbrauch gefordert und die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Entdeckung motiviert.

Doch nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ wird in den Medien vor allem die Sensationslust des Menschen bedient. Hingegen treten die eigentlichen Ursachen der barbarischen Auswüchse selbst bei den öffentlichen Diskussionen meist überhaupt nicht ins Blickfeld. Sie werden weiterhin möglichst ausgespart.

Und so werden die Vorschläge zur Behebung der makabren Verbrechen – z. B. die Aufstockung von Erziehungsberatungsstellen – nur Tropfen auf kochend heiße Steine bleiben, solange man nicht sehr generell den Mut zur Einsicht und damit zur Umkehr in der Einstellung zur Sexualität entwickelt.

Die leider viel zu späte Erkenntnis müsste nämlich heißen: Die Vorstellung, dass der Mensch friedlich und glücklich werde, wenn er von der Wiege bis zur Bahre nur fleißig Sexualität, welcher Art auch immer, praktiziere – dieses seit 45 Jahren hierzulande durchgepaukte Programm hat sich als überheblich, ja, als gefährlich falsch erwiesen.

Die Sexualität – Fachleute konnten das aufgrund der Ergebnisse ihrer Wissenschaft längst bereits wissen – macht keine Ausnahme von der allgemeinen Regel, dass die Verabsolutierung, die Übertreibung eines einzelnen für die Spezies existenziell notwendigen Naturbereiches den Menschen auf primitive Stadien seiner Entwicklung zurückwirft und darin festbannt.

Der lebenslänglich zu maßloser Gewohnheit missbrauchte Geschlechtstrieb – in welcher Form auch immer – macht dann nämlich allmählich davon abhängig, und das heißt: süchtig.

Kaum ein anderer Grundbereich ist deshalb durch den schließlich nicht mehr steuerbaren Drang – in einer so die Lebenserfüllung beeinträchtigenden Weise – von seinem eigentlichen Ziel, hier der Fortpflanzung, so weitgehend und so vielfältig ablösbar und damit verstörbar wie die Sexualität:

Wenn man sie z. B. aus ihrem natürlichen Zusammenhang reißt und bereits bei den Kindern vom Kleinkindalter ab zu einer gewiss weckbaren Sache an sich macht, kann in dem Kind ein Drang nach Sex-Erregung entstehen, wie sie bei normaler Hormonlage in den Entwicklungsphasen des Kindes bis zur Vorpubertät nicht gegeben ist (1).

Diese heute zur Wissenschaft erhobene allgemeine Einsicht hatte in der alten Zeit sowohl in der Rechtsprechung wie in den Verlautbarungen der Kirchen ihren Niederschlag gefunden. Eingrenzende Sitten gehörten deshalb zur Gepflogenheit. Deshalb gibt es eben auch in kultivierten Staaten kaum eine Religion, die in ihrer Wegweisung zur Weisheit das Maßhalten nicht als unumgängliche Voraussetzung empfiehlt – ein Rat auf dem Boden gefilterter Erfahrung durch Generationen hindurch.

Aber mit dem großen Enttabuierungsfeldzug der Sexualität – sie wurde hierzulande von der Mitte der 60er Jahre ab ebenso zu einem Programmpunkt der Gesellschaftsveränderer erhoben, wie die Medien die Sexwelle als Möglichkeit zu reicher Pfründe entdeckten – wurde der Blick der jungen Generation auf die alten Leuchttürme vernebelt.

BILD: „Mütter heute“ – eine der zahlreichen Publikationen von Christa Meves

Deshalb schrieb ich bereits 1972 in meinem Buch „Wunschtraum und Wirklichkeit“: „Jedenfalls sind die modernen Empfehlungen unserer Emanzipierer, die Kindlein fleißig in Sexualität einzuüben, damit sie später genug ‚Spaß‘ daran hätten, so bar allen Gefühls für die Führung des Menschen zu einem glücklichen, sinnerfüllten Leben, dass man vor dieser Methode gar nicht genug warnen kann …“ (2).

So wird man zum Beispiel pädophil – und das heißt: Wenn sexuelles Erleben dann mit Sexerlebnissen in der Kindheit assoziiert wird, muss schließlich im Erwachsenenleben suchtartig Ähnliches dieser Art gesucht werden, weil man selbst durch viel zu frühe zielferne Aktivitäten der Verführung in Bezug auf die Sexualität im kindlichen Status verhaftet geblieben ist.

Die negative Entwicklung durch die allgemeine Entfesselung und Vergötzung der Sexualität nahm im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts infolgedessen immer mehr zu.

Meine Prognosen in Bezug auf die Sexualdelikte trafen von den 80er Jahren ab zunehmend ein. Und dennoch erwiesen sich vor allem die verantwortlichen Institutionen als taub für fachkompetente Warnung.

Die einschlägigen Paragraphen wurden ab der 4. Strafrechtsreform von 1975 immer mehr geschleift und praktisch unwirksam. Das hatte zur Folge, dass jede Menge verderbliche Ware für Kinderaugen und -ohren den Medienmarkt überschwemmte.

Mit dem Auftauchen von AIDS wurde darüber hinaus mithilfe einer neuen liberalisierenden Aufklärungsflut die Jugend geradezu angehalten, dadurch – um Himmels willen! – nicht wieder von den sexuellen Praktiken zu lassen, in denen man sie von Kindesbeinen an weiterhin eingeübt sehen wollte und will.

Trotz der immer häufiger ungeahndet in Erscheinung tretenden Pädophilie wurden nicht etwa entschiedene Gegenmaßnahmen gegen die Gepflogenheiten der Kindesverführung anberaumt, sondern sie eskalierten in den einschlägigen Medien.

Als sexuelle Kindermorde sich zu häufen begannen, veranlasste allerdings Bundeskanzler Helmut Kohl eine Verschärfung bei der Bestrafung der Sexualdelikte, um die Auswüchse einzudämmen; aber das blieb durch seine kurz darauf erfolgende Abwahl im neuen Jahrhundert immer seltener wirksam.

Unsere Öffentlichkeit fordert heute den Kopf der Pornohändler mit ihren verbrecherischen Filmen sexuell gequälter Kinder; aber damit allein ist es nicht getan.

BILD: „Das Recht schützt die Jugend“

Die neuen Recherchen der Polizei in NRW beweisen außerdem, wie groß die Zahl der Menschen ist, an die ihre Fotos verkaufbar sind, und das heißt: wie groß die Zahl der Männer ist, die alle selbst in süchtiger Weise pädophil angefochten sind! Hier erweist sich nun in Osnabrück und Münster, dass es nicht einmal wenige Täter sind, die die Möglichkeit entdeckt haben, mit Kinderpornographie lukrative Geschäfte zu machen.

Und das lässt einen schier unfassbaren Schluss zu: dass es hierzulande unter betuchten Bürgern unbescholten ein grausig hohes Potenzial an pädophilen, sexualsüchtigen Porno-Konsumenten gibt.

Müsste eine Durchseuchung dieser Art nicht endlich zu Einsicht und Umkehr zwingen?

Aber deshalb müssten nicht allein den Großverbrechern und ihren kriminellen Aktivitäten der Prozess gemacht werden, sondern ebenso müsste die endlose Schar der Schreibtischtäter zur Verantwortung gezogen werden, die oft nur um eines höheren materiellen Gewinns wegen dieser kriminellen Entwicklung Vorschub leisteten und täglich weiter leisten.

Und es darf nicht vergessen werden zu erwähnen, dass von Anfang an angesichts dieser unverantwortlichen Aktivitäten keinerlei Einspruch von der evangelischen Kirche erfolgte, sondern dass sie sich – trotz der Proteste Einzelner – einbinden ließ in unangemessene Aufklärungsmethoden für Kinder.

Als ein einsamer Fels in der Brandung erwies sich Papst Johannes Paul II. mit seinen unerschütterlichen Verlautbarungen und Enzykliken; aber gerade deshalb wurde und wird er zunehmend mehr in den Medien geschmäht.

Doch schließlich ist das Krebsgeschwür z. B. durch das Kirchenvolksbegehren, durch die Sexspiele und durch Sex-Broschüren wie ein Selbstzerstörer sogar in die lange standhaltenden Bastionen der katholischen Kirche eingedrungen.

Es ist in später Stunde wirklich an der Zeit, dass das „Schweigen der Lämmer“ – aber diesmal der aufgebrachten, familientreuen Gemeindemitglieder und Staatsbürger – ein Ende hat, damit die Enthemmung und Vergötzung der Sexualität und so der Boom der Sexualsüchte und Perversitäten endlich durchbrochen wird.

Aber die Aktivitäten können nur von den mündigen Bürgern ausgehen. Von hier aus muss Einfluss auf die Einschaltquoten genommen werden; denn vorher werden wir es von der Regierung nicht erwarten können, dass sie sich mit einspannen lässt in den im Grundgesetz garantierten Schutz der Kinder und sie sich mit dafür einsetzt, dass diese Garantie endlich wieder zur Realität wird.

Die Sexualität des Menschen lässt sich zwar zur Liebe erhöhen und vergeistigen, aber nur wenn man zuvor den Geschlechtstrieb in allgemein eingrenzende Verhaltensformen eingebunden und ihn so im Rahmen der Schöpfungsordnung kultiviert hat.

(1) Eliot, L.: Wie verschieden sind sie? Die Gehirnentwicklung von Mädchen und Jungen, S. 141. Berlin 2009, für die deutsche Ausgabe B.V., Berlin Verlag GmbH, Berlin 2010.
(2) Meves, Ch.: Der kalte Krieg der alten Schlange, in: Wunschtraum und Wirklichkeit, S.148. Herder, Freiburg 1972.

Die Verfasserin Christa Meves ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche und Bestseller-Autorin seit Jahrzehnten

Dieser Beitrag wurde auszugsweise auch in IDEA veröffentlicht: https://www.idea.de/spektrum/christa-meves-worin-die-ursachen-der-kinderpornografie-liegen