Stendal: Lesung mit Chaim Noll über die Wüste

Am Sonntag, dem 4. Juli 2021, liest der israelische Schriftsteller Chaim Noll um 16 Uhr im Winckelmann-Museum in Stendal (Sachsen-Anhalt) aus seinem Buch „Die Wüste“ – Literaturgeschichte einer Urlandschaft des Menschen.

Wüsten, Trockengebiete und Steppen der Erde breiten sich aus – jedes Jahr um eine Fläche, die ungefähr der Größe Deutschlands entspricht.

Die fortschreitende Wüstenbildung führt zur Flucht der ansässigen Bevölkerung, zum Teil mit spürbaren Auswirkungen auf das Leben in Europa. Auch sonst erzwingt Wüste als Landschaft und Schauplatz historischer Entwicklungen immer stärker unsere Teilnahme.

Das Buch des deutsch-jüdischen Schriftstellers Chaim Noll hält anhand literarischer Texte von der Entstehung der Schrift bis zur Gegenwart Themen und Leitmotive einer Urlandschaft des Menschen überblicksartig fest.

Viele der alten Hochkulturen entstanden, wo Wüste auf besiedelbares Land trifft. Als zentrales Motiv erweist sich die Widersprüchlichkeit der Wüste:

Sie steht zugleich für Dürre und Aufblühen, für Mangel an Wasser und Überfülle an Sonne, für Niedergang und Erneuerung, für deprimierende Einförmigkeit und spirituellen Höhenflug, für Tod und Leben, Gut und Böse, Realität und Mythos.

Quelle: Kultur-Newsletter der israelischen Botschaft in Berlin

Weitere Infos dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2020/07/03/israelischer-schriftsteller-noll-ueber-die-wueste-aus-literaturgeschichtlicher-sicht/


Kurt Tucholsky 1919 über Satire, politische Witze und unser ständiges Gekränktsein…

Es würde im öffentlichen Leben ein reinerer Wind wehen, wenn nicht alle übel nähmen

Wenn einer bei uns einen guten politischen Witz macht, dann sitzt halb Deutschland auf dem Sofa und nimmt übel.

Satire scheint eine durchaus negative Sache. Sie sagt: Nein!…Die Satire beißt, lacht, pfeift und trommelt die große, bunte Landsknechtstrommel gegen alles, was stockt und träge ist...

Der Satiriker ist ein gekränkter Idealist: er will die Welt gut haben, sie ist schlecht, und nun rennt er gegen das Schlechte an.

Die Satire eines charaktervollen Künstlers, der um des Guten willen kämpft, verdient also nicht diese bürgerliche Nichtachtung und das empörte Fauchen, mit dem hierzulande diese Kunst abgetan wird.

Vor allem macht der Deutsche einen Fehler: er verwechselt das Dargestellte mit dem Darstellenden. Wenn ich die Folgen der Trunksucht aufzeigen will, also dieses Laster bekämpfe, so kann ich das nicht mit frommen Bibelsprüchen, sondern ich werde es am wirksamsten durch die packende Darstellung eines Mannes tun, der hoffnungslos betrunken ist. Ich hebe den Vorhang auf, der schonend über die Fäulnis gebreitet war, und sage: »Seht!« – In Deutschland nennt man dergleichen ›Kraßheit‹.

Aber Trunksucht ist ein böses Ding, sie schädigt das Volk, und nur schonungslose Wahrheit kann da helfen. Und so ist das damals mit dem Weberelend gewesen, und mit der Prostitution ist es noch heute so.

Übertreibt die Satire? Die Satire muß übertreiben und ist ihrem tiefsten Wesen nach ungerecht. Sie bläst die Wahrheit auf, damit sie deutlicher wird, und sie kann gar nicht anders arbeiten als nach dem Bibelwort: Es leiden die Gerechten mit den Ungerechten.

Aber nun sitzt zutiefst im Deutschen die leidige Angewohnheit, nicht in Individuen, sondern in Ständen, in Korporationen zu denken und aufzutreten, und wehe, wenn du einer dieser zu nahe trittst…

Wir sollten nicht so kleinlich sein. Wir alle – Volksschullehrer und Kaufleute und Professoren und Redakteure und Musiker und Ärzte und Beamte und Frauen und Volksbeauftragte – wir alle haben Fehler und komische Seiten und kleine und große Schwächen. Und wir müssen nicht immer gleich aufbegehren, wenn einer wirklich einmal einen guten Witz über uns reißt…

Das ist kein rechter Mann und kein rechter Stand, der nicht einen ordentlichen Puff vertragen kann. Er mag sich mit denselben Mitteln dagegen wehren, er mag widerschlagen – aber er wende nicht verletzt, empört, gekränkt das Haupt. Es wehte bei uns im öffentlichen Leben ein reinerer Wind, wenn nicht alle übel nähmen…

Dieser Artikel des sozialistischen Schriftstellers Kurt Tucholsky erschien im Berliner Tageblatt vom 27.1.1919 unter dem Pseudonym Ignaz Wrobel


Ausgrenzen und Anprangern: Israelischer Autor Noll über Bohleys frühe Vorausschau

Von Chaim Noll

Bärbel Bohley ist 2010 gestorben, zu jung, kaum 65 Jahre alt. Vor über dreißig Jahren, als die DDR unterging, kannte sie jeder….Sie galt als Ikone der Bürgerrechtsbewegung. Doch zu einer Stellung im Nach-Wende-Deutschland kam es nicht, da stiegen andere auf, Mädchen, die bis zuletzt brav mitgemacht hatten. 

Bärbels Name stand für eine lange Vorgeschichte von Ungehorsam und Rebellion. Es lag in der Natur des westdeutschen Parteiensystems, dass im vereinigten Deutschland nicht Leute wie sie, sondern die Mitläufer hochkamen, die Angepassten. Als „Kohls Mädchen“ wäre Bärbel Bohley nicht geeignet gewesen. Da fanden sich Andere, Geschicktere…

Ich beschäftigte mich damals, im Rahmen eines Forschungsprojekts an der Freien Universität Berlin, mit den Akten des DDR-Schriftstellerverbands und war entsetzt über die lückenlose Überwachung und Bespitzelung, die schon im Keim erstickte Meinungsfreiheit, die „innere Zensur“, der sich die Schreibenden unterworfen hatten und die – der heutigen political correctness vergleichbar – bereits die Wege ihres Denkens auf ungesunde Weise lenkte und behinderte.

Ich konnte nachverfolgen, wie Regulierung von Sprache, Themen, Meinungen ihre Rückwirkung nimmt auf die Psyche. Wie Menschen daran krank werden. Ich nannte es „Stacheldraht im Gehirn“…

Sofort war eine Übereinstimmung mit Bohley hergestellt. Und nun sagte sie etwas, was ich nie vergaß. „Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen – um sie dann zu übernehmen.“

BILD: Buch von Bärbel Bohley über mutige Frauen in der „DDR“

Als wir verblüfft schwiegen, fuhr sie fort: „Man wird sie ein wenig adaptieren, damit sie zu einer freien westlichen Gesellschaft passen. Man wird die Störer auch nicht unbedingt verhaften. Es gibt feinere Möglichkeiten, jemanden unschädlich zu machen.

Aber die geheimen Verbote, das Beobachten, der Argwohn, die Angst, das Isolieren und Ausgrenzen, das Brandmarken und Mundtotmachen derer, die sich nicht anpassen – das wird wiederkommen, glaubt mir. Man wird Einrichtungen schaffen, die viel effektiver arbeiten, viel feiner als die Stasi. Auch das ständige Lügen wird wiederkommen, die Desinformation, der Nebel, in dem alles seine Kontur verliert.“

An diese Sätze denke ich oft. Wir haben bald nach diesem Abend Berlin verlassen und sind nach Israel gegangen.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://www.achgut.com/artikel/baerbel_bohley_die_frau_die_es_voraussah

Wir danken dem Autor für seine freundliche Abdrucksgenehmigung. Chaim Noll war einst ein politischer Verfolgter in der „DDR“; er publiziert als deutsch-israelischer Schriftsteller und lebt mit seiner Familie in der Negev-Wüste in Israel


Autor wegen Einsatz für Tibets Kultur verhaftet

Während der Fokus der Weltöffentlichkeit aktuell immer noch auf der Bekämpfung der Coronapandemie liegt, gehen die Menschenrechtsverletzungen im kommunistischen China weiter.

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, wurde der tibetische Schriftsteller Gendun Lhundup aus dem Kreis Rebkong in Nordost-Tibet am 2. Dezember 2020 von der chinesischen Polizei festgenommen. Der 46-jährige hatte sich für Meinungsfreiheit und für den Erhalt der tibetischen Sprache und Kultur eingesetzt.

Nach Angaben der in Frankfurt ansässigen IGFM sind sein Aufenthaltsort, sein Gesundheitszustand sowie das Strafmaß bisher unbekannt. „Der Fall von Gedun Lhundup zeigt wieder einmal, dass das kommunistische Regime Chinas die Menschenrechte von Tibetern, anderer Minderheiten und von Bürgerrechtlern mit Füßen tritt.

Es wird weiterhin alles dafür getan, die Kultur der Tibeter auszulöschen. Wer sich der

Kulturzerstörung widersetzt, wird schikaniert, bedroht und verhaftet.

Die IGFM fordert die chinesische Diktatur auf, die Autonomie Tibets zu respektieren und kritisiert die anhaltenden Menschenrechtsverletzungen in der Region aufs Schärfste“, so die IGFM.

Sprache wichtig für Wahrung der nationalen Identität
Der ehemalige Mönch des Klosters Rongwo in Rebkong, Gendun Lhundup, ist als Verteidiger der tibetischen Kultur und Sprache bekannt. Aus diesem Grund stand er bereits lange unter chinesischer Überwachung und saß deshalb auch in der Vergangenheit schon in Haft. Erst im Oktober 2020 forderte Lhundup im Internet, dass Autoren und Künstler die Freiheit haben sollten, ihre Gedanken und Gefühle ohne Furcht vor Repression auszudrücken.

Gendun Lhundup ist unter dem Künstlernamen „Lhamko“ bekannt und verfasst seit 1994 Essays. Einige seiner bekanntesten Werke sind „Schwarze Perlen“, „Lebenslieder“ oder „Das weiße Skriptbuch“. Seine Verhaftung wurde in den sozialen Medien vielfach diskutiert, wobei auch Kritik am Vorgehen der chinesischen Regierung laut wurde.

Wie die IGFM erläutert, hat der Spracherhalt im Hinblick auf die Wahrung der nationalen Identität der Tibeter im Laufe der letzten Jahre an Bedeutung gewonnen. Informell organisierte Sprachkurse werden jedoch von den Behörden häufig als „illegale Versammlungen“ betrachtet und die Lehrer deshalb verhaftet.

Weitere Infos zur Menschenrechtslage in China: www.igfm.de/china/


Ideologischer „Antirassismus“ in Zeiten der Bilderstürmer und Denkmalschänder

Von Peter Kiefer

Im Gefolge der ‚Black Lives Matter‘-Bewegung wird Tabula rasa gemacht mit allem, was im entferntesten mit Rassismus zu tun hat, Straßen werden umbenannt, Denkmäler geschleift, selbst die Sprache wird ‚gereinigt‘.

Aber was machen die Anti-Rassisten, wenn der Begriff ‚Rasse‘ nicht nur im Duden, sondern auch in allen Gesetzen, Verordnungen, selbst aus dem Sprachgebrauch eliminiert ist? (Ich nehme an, denen fällt etwas ‚Sinnvolles‘ ein!).

Im Rahmen dieser Bewegung möchte natürlich auch die katholische Kirche aktiv werden – zu viele negative Schlagzeilen hat sie in der Vergangenheit schon geliefert.

Also möchte die Erzdiözese Freiburg die Büste, die an den Theologen und Schriftsteller Alban Stolz (1808-1883) erinnert, entfernen. Ebenso soll ’seine‘ Straße in FR-Zähringen und die dortige Kita umbenannt werden.

Die untere Denkmalbehörde hat das kirchliche Ansinnen allerdings abgelehnt, weil der gesamte Platz einschließlich Kirche und Büste als eingetragenes Kulturdenkmal Umgebungsschutz genießt. Dagegen hat das Erzbischöfliche Ordinariat Widerspruch eingelegt und wird darin sogar von der Rathaus-Spitze unterstützt.

Nun soll das Landesamt für Denkmalpflege damit befasst werden, und im Falle des Scheiterns dann die Höhere Denkmalschutzbehörde eingeschaltet werden. Sollte dem Ansinnen dann immer noch nicht stattgegeben werden, muss sich die Führungsriege im Stuttgarter Regierungspräsidium damit befassen.

Überhaupt Freiburg, die Stadt mit dem schönsten Kirchturm der Christenheit (Eigenwerbung!) und den ‚Bächle‘ (früher die ‚Aufputz-Kanalisation‘ der Stadt) als Alleinstellungsmerkmal, ist als grüne Hochburg bekannt, hatte immerhin den ersten grünen Oberbürgermeister einer Großstadt in Deutschland (2002) – lange bevor Fritz Kuhn die Landeshauptstadt Baden-Württembergs in ein schiefes Licht regierte.

Mittlerweile ist der grüne OB Geschichte und Freiburg eher in den negativen Schlagzeilen: 2015 der Mord an einer 21-jährigen Frau durch ihren Stiefvater, dann 2016 der Mord an einer Medizinstudentin, verübt von einem illegal eingereisten ‚Schutzsuchenden‘, der bundesweit hohe Wellen schlug, ebenso der Mord an einer Joggerin – auch in 2016 – begangen von einem rumänischen Lkw-Fahrer, die Aufklärung eines Mordes in 2019, der allerdings schon 2003 geschehen war; im selben Jahr der Auftragsmord an einem Drogendealer, angestiftet von einem Anwalt(!), dazu kam die Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen und der ziemlich offene Drogenhandel, ähnlich dem im Berliner Görlitzer Park, der von ‚Schutzsuchenden‘ aus Gambia kontrolliert wird.

Für Denkmal-Schänder ist die über 550 Jahre alte Universität ein fast unerschöpfliches Betätigungsfeld; viele in ihren Augen suspekte Wissenschaftler haben hier gearbeitet; ein besonders prominentes ‚Opfer‘ könnte der Philosoph Martin Heidegger werden, der in der Nazi-Zeit (1933 – 34) Rektor der Universität war.

Es könnte aber durchaus sein, dass es gar keiner Bilderstürmer von außen bedarf – die Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg gehört zu den über 250 Lehranstalten mit Gender-Lehrstuhl (2017) und ist damit am Puls der Zeit – denn an der Universität der Bundeswehr in München hat die Professorin für Neue und Neueste Geschichte, eine Frau Hedwig Richter, allen Ernstes vorgeschlagen, „eine der unzähligen Straßen, die nach längst vergessenen Männern benannt sind, (…) nach George Floyd zu benennen.“ 

2. Foto: Dr. Bernd F. Pelz, Foto 1 und 3 von F. Küble


Israelischer Schriftsteller Noll über die Wüste aus literaturgeschichtlicher Sicht

Kürzlich ist ein neues Buch des deutsch-israelischen Schriftstellers und ehem. „DDR“-Bürgerrechtlers Chaim Noll (siehe Foto) erschienen: „Die Wüste – Literaturgeschichte einer Urlandschaft des Menschen“.

Wüsten, Trockengebiete und Steppen der Erde breiten sich aus, jedes Jahr um eine Fläche, die ungefähr der Größe Deutschlands entspricht. Die fortschreitende Wüstenbildung führt zur Flucht der ansässigen Bevölkerung, zum Teil mit spürbaren Auswirkungen auf das Leben in Europa.

Auch sonst erzwingt Wüste als Landschaft und Schauplatz historischer Entwicklungen immer stärker unsere Teilnahme.

Das Buch des bekannten Schriftstellers Chaim Noll hält anhand literarischer Texte von der Entstehung der Schrift bis zur Gegenwart Themen und Leitmotive einer Urlandschaft des Menschen überblicksartig fest.

Viele der alten Hochkulturen entstanden, wo Wüste auf besiedelbares Land trifft. Als zentrales Motiv erweist sich die Widersprüchlichkeit der Wüste:

Sie steht zugleich für Dürre und Aufblühen, für Mangel an Wasser und Überfülle an Sonne, für Niedergang und Erneuerung, für deprimierende Einförmigkeit und spirituellen Höhenflug, für Tod und Leben, Gut und Böse, Realität und Mythos.

Buch-Daten: Chaim Noll. Die Wüste – Literaturgeschichte einer Urlandschaft des Menschen. Evangelische Verlagsanstalt Leipzig, 2020, 688 Seiten, mit zahlr. farb. Abb., Hardcover, WGS 1926, ISBN 978-3-374-06357-4

Chaim Noll lebt seit 1997 in der Wüste Negev. Bis 2019 war er Dozent am Center for German Studies an der Ben-Gurion-University, Beer Sheva, Israel, und hatte Gastdozenturen an verschiedenen ausländischen Universitäten inne. Noll hat zahlreiche Buch- und Medienveröffentlichungen aufzuweisen und ist freier Mitarbeiter vieler deutscher Zeitungen, Zeitschriften und Rundfunksender .

Quelle: Kulturnewsletter der israelischen Botschaft in Berlin


Ernst Jünger: Dichter, Zeitkritiker, Konvertit

Von Felizitas Küble

Heute vor 125 Jahren   –  am 29. März 1895 – hat einer der größten deutschen Schriftsteller das Licht der Welt erblickt: Der Dichter Ernst Jünger.
Er war mit einem kühlen Verstand begabt, aber zugleich mit einem „abenteuerlichen Herzen“.
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Sein Hauptwerk waren vor allem seine Tagebücher, die sich bei ihm zu einer gehaltvollen Literatur verdichteten. Bekannte wurde er durch sein Erstlingswerk „In Stahlgewittern“ über seine und seiner Kameraden Erfahrungen und Beobachtungen im 1. Weltkrieg.
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BILD: Eines der zahlreichen Bücher über Ernst Jünger
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Der kollektivistischen NS-Diktatur steht dieser einsame „Grenzgänger“ distanziert gegenüber. Mit Jüngers Roman „Auf den Marmorklippen“ aus dem Jahre 1939 wird dies klar deutlich; danach noch mehr in seiner Schrift „Der Friede“, die in der Endphase des Dritten Reiches heimlich verbreitet wurde. (Näheres dazu hier: https://renovatio.org/2017/06/ernst-juenger-das-christentum-als-wurzel-der-erneuerung-europas/)
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Am 26. September 1996 ist der evangelisch getaufte Schriftsteller im hohen Alter von 101 Jahren katholisch geworden.
Am 17. Februar 1998 starb er im Alter von fast 103 Jahren. Begraben wurde er auf dem Nepomuk-Friedhof in seinem Heimatort Wilflingen im kirchlichen Ritus. Es wurden dabei zwei Marienlieder gesungen: „Ave Maria“ und „Ach neige, die Schmerzensreiche“.
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Über seine Konversion hat er sich nicht öffentlich geäußert. Entsprechend groß war die Überraschung bei den Jünger-Anhängern über die katholische Beisetzung.
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Er verstand sich stets als „Pilger“ auf Erden, als kritischer Beobachter, der sich vom Zeitgeist nicht einfangen ließ. Vor allem der Gedanken an das ewige Leben wurde für ihn immer wichtiger.
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Israelischer Autor kritisiert „parteiische“ Reaktionen auf Verbrechen in Deutschland

Von Chaim Noll

Der Täter von Hanau war offensichtlich geisteskrank, wie sein vorher aufgezeichnetes Bekenner-Video belegt, ein konfuser, bösartiger, sinnloser Rundumschlag gegen Afrikaner, Juden, Frauen und andere dem 43-jährigen Bankkaufmann verhasste Gruppen.

Er bezichtigte die USA, ihre Bevölkerung durch Geheimdienste zu kontrollieren („mind control“), um ein „modernes System der Sklaverei“ zu errichten, was ihn eigentlich in die Nähe linker Ideologien rückt. Sein pathologischer Menschenhass ging so weit, dass er zum Schluss auch noch seine eigene Mutter erschoss.

Das hindert die Grabenkämpfer „gegen rechts“ nicht daran, seine komplexe Geistesstörung auf ein simples Muster von „Rechtsextremismus“ und „Rassismus“ zu reduzieren. Die Medien sind sich darin einig, er hätte (um pars pro toto die Frankfurter Allgemeine vom 21.2. zu zitieren), aus „rechtsradikalen und rassistischen Motiven neun Menschen mit ausländischen Wurzeln erschossen.“

Dagegen war am 29. Juli 2019, als auf dem Frankfurter Hauptbahnhof ein achtjähriger Junge vor den einfahrenden Zug gestoßen und getötet wurde, die „psychische Krankheit“ des aus Nordafrika stammenden Mörders sofort entschuldigend in aller Munde. Sie bestimmte schon am nächsten Tag die Berichterstattung der deutschen Medien.

Niemand hätte gewagt, dem Täter „Rassismus“ vorzuwerfen, obwohl er als Afrikaner gezielt ein weißes Kind tötete. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt weigerte sich (in ihrem öffentlichen Statement vom 28. November 2019), die Untat als „Mord“ einzustufen.

„Die Staatsanwaltschaft hat gegen den 40 Jahre alten Beschuldigten keine Anklage erhoben“, berichtete die Zeitschrift Focus. „Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann an einer paranoiden Schizophrenie, die als krankhafte seelische Störung zu werten ist. Der Gutachter geht davon aus, dass der mutmaßliche Täter zur Tatzeit schuldunfähig war.“

Die parteiische Art, wie mit solchen Verbrechen umgegangen wird, offenbart nicht nur Deutschlands tiefe Spaltung in unversöhnliche, einander hassende politische Lager, die in Tagen heraufziehender Krisen lebensgefährlich für das ganze Land werden kann, sie zeigt auch einen unzivilen Mangel an Fairness und Anstand, der die heutige politisch-mediale Landschaft in Deutschland charakterisiert.

Während im einen Fall ängstlich vor einem „Generalverdacht“ gewarnt wird, ist er im anderen Fall nur allzu schnell bei der Hand. Während der eine Mord rasch mit einer psychischen Störung entschuldigt, der Mörder nicht einmal angeklagt wird, stuft man im anderen Fall einen Psychopathen als voll verantwortlich ein, als typischen Vertreter einer unliebsamen politischen Gesinnung.

Das wird gedreht, wie es gerade passt. Skrupellos, wie im Reflex, ohne Erbarmen.

FORTSETZUNG des Beitrags hier: https://www.achgut.com/artikel/variationen_des_wahnsinns

Wir danken dem deutschjüdischen Schriftsteller Chaim Noll aus Israel freundlich für seine Abdruckserlaubnis hier im CHRISTLICHEN FORUM


Jüdischer Schriftsteller Noll kritisiert die „Selbstherrlichkeit“ von Kanzlerin Merkel

Der deutsch-israelische Schriftsteller Chaim Noll (siehe Fotos) setzt sich nicht erst seit heute skeptisch mit der Politik von Kanzlerin Merkel auseinander. Im Dezember 2019 haben wir dazu einen Artikel des jüdischen Autors veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2019/12/22/merkel-und-der-niedergang-deutschlands/

Unter dem Titel „Sie schlägt den Takt mit dem Hammer“ erschien am 8. Februar ebenfalls ein kritischer Beitrag des jüdischen Autors und einstigen „DDR“-Bürgerrechtlers im liberal-konservativen Webportal „Die Achse des Guten“.

Demnächst publiziert die Evangelische Verlagsanstalt ein neues, diesmal literaturgeschichtliches Buch von Chaim Noll über „Die Wüste“. (Er selber lebt mit seiner Familie in der israelischen Negev-Wüste.)

Hier folgen wesentliche Auszüge aus dem erwähnten Artikel Nolls, die wir mit seiner freundlichen Erlaubnis vorstellen:

„Nun hat sie wieder ein neues Wort gefunden, tödlich wie der Biss einer Giftschlange: „unverzeihlich“. So nannte sie die ihr nicht genehme Wahl eines Thüringer Ministerpräsidenten. Es erinnert an „nicht hilfreich“, womit sie damals Thilo Sarrazin um sein Amt brachte.

Sie setzt solche simplen Signale gezielt ein, um zu zerstören, zu ruinieren, Zeichen zu setzen für die von ihr apostrophierte Alternativlosigkeit… Sie genügen im deutschen Politik-Betrieb, der sich zunehmend in ein Biotop serviler Schleicher verwandelt, damit ihr zuliebe jeder eliminiert wird, der ihr nicht passt.

Eigentlich ist es nicht ihre Aufgabe, über die Personalpolitik im Freistaat Thüringen zu entscheiden. Oder über Bücher zu befinden, die sie nicht einmal gelesen hat. Sie tut es trotzdem. Mit der Selbstherrlichkeit einer absolutistischen Herrscherin.

Irgendwo habe ich gelesen, ihr Vorbild sei die Zarin Katharina, genannt „die Große“. Deren Weg zur Macht Leichen säumten. Auch sie, die frühere FDJ-Funktionärin, hat die hypnotisierende Kraft einer Anaconda. Ich fange an, mich vor dieser Frau zu fürchten.

Offenbar teilen auch andere mein Gefühl, es ginge in Deutschland nicht mehr mit rechten Dingen zu.

Was ist kürzlich in Erfurt geschehen? „Allen, die sich jetzt um die Demokratie sorgen, möchte man sagen: Das ist Demokratie!“, schrieb die Neue Zürcher Zeitung, die dieser Tage  – angesichts gleichgeschalteter Leitmedien in Hamburg, Frankfurt, München und Berlin  –  zur Stimme der Vernunft im deutschsprachigen Raum avanciert.

„Was im Erfurter Landtag stattgefunden hat, ist eine freie Wahl, und darüber hinaus hat ein liberaler und bürgerlicher Kandidat diese Wahl gewonnen. Es gibt keinen plausiblen Grund, das Ergebnis moralisch zu verurteilen.“

So könnte man es sehen. Als Demokrat. Was „die mächtigste Frau der Welt“ bekanntermaßen nicht ist.

BILD: Chaim Noll bei einer Lesung seiner Bücher in Bochum

Das ihr unliebsame Thüringer Wahlergebnis müsse „wieder rückgängig gemacht werden“, ließ sie diktatorisch, zudem in einzigartiger Einfalt verlauten…

Als ob man irgendetwas in der Politik „wieder rückgängig machen“ könnte! Was geschehen ist, ist geschehen, sei es der Einlass hunderttausender militanter Muslime auf ihr Geheiß, sei es die Wahl eines Ministerpräsidenten durch Abgeordnete einer Partei, die sie gern weghexen würde.

Den vollständigen Artikel von Chaim Noll lesen Sie hier: https://www.achgut.com/artikel/sie_schlaegt_den_takt_mit_dem_hammer

 


Merkel und der Niedergang Deutschlands

Von Chaim Noll

Es wäre unfair, ihr an allem die Schuld zu geben. Und angesichts ihrer Zitteranfälle habe ich mich gefragt, ob ich nicht lieber schweigen sollte. Aus Erbarmen. Ohnehin bin ich, als alter weißer Mann, so erzogen worden, dass ich Hemmungen habe, eine Frau anzugreifen.

Zweimal bin ich ihr leibhaftig begegnet. An denkbar verschiedenen Orten. Zum ersten Mal im Frühjahr 2006 im Berliner Bundeskanzleramt, mit einer Delegation des Internationalen PEN, ein Nachmittagsempfang mit Kaltem Buffet, in Erinnerung ist mir, wie sie aufblühte nach dem ersten Glas Wein. Sie ist von Natur aus das, was man „gesellig“ nennt. Ins Tagebuch schrieb ich damals: „Sie möchte nett wirken, gefährlich bei einer Politikerin.“

Das zweite Mal sah ich sie 2008 in Israel. Ich stand ein paar Meter von ihr entfernt, als sie unseren winzigen Ort in der Wüste besuchte. Eine Frau wie sie kann nicht allein zu Besuch kommen, Dutzende Begleiter waren dabei, blasiert um sich blickende Männer in dunklen Seidenanzügen, Frauen in dezenten Wollkostümen, allesamt ungeeignete Kleidungsstücke in der Wüste, dazu Sicherheitsleute, mehrere Busladungen voller Begleiter. Sie ließ sich von Shimon Peres den Ausblick ins Tal zeigen, ins nachal zin, durch das vor fast viertausend Jahren die alten Israeliten gezogen sind.

Sie stand in ihrem üblichen Blazer, Hosen und dunklen Schuhen, die leicht vom hellen Wüstensand bestäubt waren, in der Pose einer lernbegierigen Schülerin neben dem berühmten Staatsmann, und ich ahnte eins der Geheimnisse ihrer Karriere: sie weiß mächtigen Männern zu schmeicheln, ihnen ein Gefühl ihrer Wichtigkeit zu geben. Sie stand am Grab Ben Gurions und neigte ergriffen den Kopf, ihre Hände in der Raute, dazu murmelte sie ein paar Worte vor sich hin, die Pose eines kurzen Gebets.

Das ist ein Dutzend Jahre her. Sie hat damals auf mich (und viele, viele andere) einen guten Eindruck gemacht. Die Ausstrahlung, die von ihr ausging, wurde oft „Besonnenheit“ genannt, später kam in den Medien das Modewort „Gelassenheit“ auf. Sie denke die Dinge „vom Ende her“, hieß es über ihre oft kaum spürbaren Lösungsansätze – was war damit gemeint? „Det dicke Ende kommt erst noch“, sagte man früher in Berlin. Inzwischen hat es sie eingeholt.

Und uns alle. Ihre Wähler und Anhänger haben zu spät bemerkt, dass sich ihre Betulichkeit, die sie als Zeichen überlegener Ruhe deuteten, heute, angesichts sich auftürmender Probleme, als tödliche Lethargie erweist. Denn damals stand alles zum Besten: die deutsche Wirtschaft blühte, die Demokratie schien intakt, die Europäische Union ein hoffnungsvoller Aufbruch, Salafisten, Neonazis, linke Schlägertrupps und andere Hassbewegungen hielten sich zumindest bedeckt, das Wort „Jude“ war noch kein gängiges Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen.

Was ist mit Deutschland geschehen?

In den ersten zwei Jahrzehnten nach der Vereinigung schien Deutschland ein Land der Hoffnung. Ein Symbol des Sieges der Demokratie und der westlichen Werte über die finsteren Kräfte des Totalitarismus. Aus aller Welt strömten Besucher herbei, um das Wunder zu bestaunen. Ich war 2006 zum ersten Mal nach zehnjähriger Pause wieder in Berlin, der Eindruck war unerwartet stark: hier schien sich ein Land wirklich von seiner „dunklen Vergangenheit“ zu erholen und einer hoffnungsvollen Zukunft entgegenzugehen.

Heute bietet das selbe Deutschland das traurige, entmutigende Beispiel eines großen reichen Landes, das sich nicht mehr verteidigen kann. Weder nach außen noch nach innen. Behördliche Konfusion, verkümmertes Gefahr-Bewusstsein, keine Abwehr gegen Demokratie-zerstörende Potenziale, eine offenbar gelähmte Justiz, eine durch Stellenabbau und interne Behinderungen paralysierte Polizei, bröckelnde Infrastruktur, in manchen – vor allem rot-grün regierten – Bundesländern funktioniert nicht mal mehr die Post.

BILD: Der deutschjüdische Autor Chaim Noll aus Israel bei einem seiner Vorträge auf einer Deutschlandtournee 2018

Was ist in diesen anderthalb Jahrzehnten mit Deutschland geschehen?

So richtig verstehen kann es niemand. Hier in Israel fragen mich die Nachbarn, wenn sie von einem Besuch in Berlin oder München zurückkehren, wie ich mir den plötzlichen Niedergang erkläre, die trübsinnige Stimmung in dem einst hoffnungsvoll wirkenden Land, und ich muss zugeben, dass ich dazu außerstande bin. Kann die negative Ausstrahlung einer einzelnen Person ein ganzes Land erstarren lassen?

Offenbar, wenn es sich um „die mächtigste Frau der Welt“ handelt, zumindest der europäischen Sphäre, und um ein Volk, so obrigkeitshörig wie die Deutschen. Anderswo dürfte man wenigstens noch Scherze über sie machen, in Deutschland wird sie in bitterem Ernst als Schicksal hingenommen.

Obwohl es unfair wäre, ihr an alledem die Schuld zu geben, ist es auch ganz unmöglich, sie, die führende Politikerin des Landes, daraus zu entlassen. Julian Reichelt, Chefredakteur der Bild-Zeitung, hat kürzlich in zwei atemberaubenden Artikeln die schwersten Fehler, verhängnisvollsten Unterlassungen, verpassten Gelegenheiten und notorischen Lügen ihrer Außenpolitik aufgelistet, dabei ist die Außenpolitik nur ein Teil der Misere.

Es ist bezeichnend, dass unter ihrer Herrschaft die deutsche Demokratie soweit atrophiert ist, dass von den großen Medien nur noch die Bild-Zeitung eine kritische Analyse ihres Wirkens wagt. All die anderen, früher gern kritisch posierenden Blätter und Sender hat die tödliche Mutlosigkeit des Mitmachens erfasst, das Ja-und-Amen-Sagen zu allem, was diese Regierung tut oder lässt.

Wachsende Angst vor dem offenen Wort

Auch von ihr können wir kein klares Wort erwarten. Ihre Weigerung, sich verbindlich zu äußern, ist Reflexion eines tief verinnerlichten Opportunismus: Sie steht ohnehin nicht zu ihrem Wort, verrät ihre Freunde, verleugnet frühere Versprechen.

Wir haben uns an ihre verwischte, hypnotisierende Sprechweise gewöhnt, an ihre Äußerungen von gedämpfter Amplitude, ihre Kunst der nichtssagenden Formulierung.

Folgerichtig ist unter ihrer Kanzlerschaft erneut die Angst vor dem offenen Wort allmächtig geworden. Und wenn man die psychologische Rückwirkung des täglichen Sprachgebrauchs auf das menschliche Denken in Betracht zieht, ist daraus längst die Angst entstanden, etwas Unkorrektes auch nur zu denken.

Zu Tugenden wie Zivilcourage und Offenheit müssen Menschen ermutigt werden – unter ihrer Führung ist das Gegenteil geschehen: Heuchler und Denunzianten werden belohnt, Unbotmäßige, selbst hohe Beamte (Sarrazin, Maaßen), demonstrativ abgestraft.

Inzwischen beginnt die Angst vor dem abweichenden, ungewöhnlichen Gedanken die Kreativität und Innovationsfähigkeit des Landes zu zerstören – mit katastrophalen Auswirkungen für Volksbildung, Wissenschaft und deutsche Wirtschaft.

Sie hat das Freund-Feind-Denken innerhalb des selben Volkes wieder eingeführt,  die Spaltung der öffentlichen Meinung in ein offizielles, von kaum jemandem geteiltes Narrativ der Ereignisse und eine in großen Teilen des Volkes kursierende Version, die sich in den – zunehmend zensierten – alternativen Medien mühsam Gehör verschafft.

Die Tendenz geht in Richtung der Verhältnisse, die der Besonnenen aus ihrer Jugend vertraut sind. Sie hat nichts Neues erfunden, nur ein altes Muster in neue Verhältnisse transplantiert. Sie ist die wandelnde Einfallslosigkeit, ein Sinnbild fehlender Inspiration, kurz gesagt: der Erfolglosigkeit, des Scheiterns.

Es gibt Herrscher, denen werfen spätere Generationen ihre Untaten vor, aber es gibt auch solche, die von der Nachwelt wegen ihrer verhängnisvollen Untätigkeit angeklagt werden. Sie ist längst zu schwach, um zu leiten und klar zu entscheiden.

Sie nimmt die schleichende Ideologisierung der Strukturen ihres Landes tatenlos hin, die Ausbeutung seiner Sozialsysteme, die Ruinierung seiner Rentenkassen, die Verunsicherung seiner Straßen und öffentlichen Räume, die Islamisierung seiner Schulhöfe. Sie überlässt die deutsche Außenpolitik einer notorisch judenfeindlichen Partei, deren inkompetente, von verjährten Ideologien getriebene Möchtegern-Politiker Milliarden Steuergelder an korrupte mittelöstliche Regimes und Terror-Gruppen vergeuden.

Und sie ist, last not least, vollkommen Kritik-resistent. Aufgewachsen in hermetischen Milieus, in ihrer FDJ-Karriere und Tätigkeit in einem abgeschotteten DDR-Staats-Labor, dann im Parteiapparat der CDU, weiß sie, worauf es einzig ankommt: die Wahrung ihrer Macht innerhalb eines geschlossenen Systems.

Solange dieses System besteht, kann der darin Geborgenen, von Leibwächtern Geschützten gleichgültig sein, welche Stürme draußen blasen. Was immer wir hier schreiben – und wäre es selbst mit dem scharfen Witz Voltaires, der Leidenschaft eines Savonarola oder der satirischen Wucht eines Daniel Defoe vorgetragen – entlockt ihr allenfalls ein müdes Lächeln.

Irgendetwas ist in den viel zu langen Jahren ihrer Kanzlerschaft mit Deutschland geschehen, was sich nicht wieder reparieren lässt. Angelus mortis ist der lateinische Name des Todesengels. Seine Berührung verwandelt Lebendes in Totes, Hoffnung in Depression, eben noch blühendes Land in Wüste. Gibt es ihn auch in weiblicher Form? Dann würde er Angela heißen, Angela mortis.

Wir danken Chaim Noll für die freundliche Erlaubnis zur Veröffentlichung seines Beitrags, der zuerst auf der empfehlenswerte Webseite „Achse des Guten“ erschienen ist: https://www.achgut.com/artikel/angela_mortis