Erwartungen des „Forums Deutscher Katholiken“ an die neue Bundesregierung

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Regierungsparteien CDU/CSU und SPD sind in den Wahlen zum Bundestag in der Wählergunst abgestürzt. Parteifunktionäre fragen, wie kann eine Regierung trotz hoher Beschäftigung und boomender Wirtschaft so abgestraft werden? Die Antwort heißt: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein“. Er hat noch Bedürfnisse und Sorgen, die für ihn zu kurz kamen, z.B. ausreichende Sicherheit, die Furcht vor Überfremdung durch Massenzuwanderung, drohende Altersarmut.

Das größte Zukunftsproblem stellt die demographische Entwicklung dar. Es kann nicht durch Roboter, Digitalisierung und ein Einwanderungsgesetz aus der Welt geschafft werden, mit dem wir bestimmen, welche Fachkräfte wir ins Land lassen. Global gedacht ist das auch nicht. Es sind nämlich jene Fachkräfte, die wir Ländern wegnehmen, die diese selber dringend brauchen.

BILD: Professor Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Die demographische Entwicklung gehört zu den Fragen, die in einer unheiligen Allianz von Medien und Parteien bei den Wahlanalysen außen vorgelassen wurden, weil hier wesentliche Versäumnisse der Vergangenheit offenkundig geworden wären.

Wo liegt nun das Hauptversäumnis der bisherigen Regierung? In der vernachlässigten Familienpolitik und zwar in doppelter Weise: Die Leistungen der Familie für die Gesellschaft wurden nur brosamenhaft gefördert, das Sozialprestige der Familie wurde von Medien und Politik ausgehöhlt. Ideologen konnten sich austoben nach dem Motto „Frauen weg von Küche und Kind“.

Warum muss die Familie im Zentrum „einer Politik mit Zukunft?“ stehen?

Familie ist der Ort, wo sich die Menschen regenerieren. In der Familie erholen sie sich von der Hektik des modernen Lebens und vom Stress des Berufslebens. Hier entsteht die psychische Stabilität, um Sorgen und Zukunftsängste zu bewältigen. In der Familie werden die sogenannten „Sekundärtugenden“ eingeübt, wie Zuversicht, Fleiß, Verzicht, mit denen wir die Aufgaben, die das Leben stellt, meistern.

Ehe und Familie stehen aus gutem Grund „unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung“ (Art. 6, Abs. 1, GG), weil sie mit ihren Kindern die Zukunft einer Gemeinschaft sichern.

Revolution in der Familienpolitik erforderlich

Die Familie kann aber ihrer Aufgabe nur gerecht werden, wenn sie wieder in ihrer Bedeutung anerkannt wird und ihre Leistungen gerecht honoriert werden, z.B. durch Erziehungsbeihilfen und mit einem angemessenen Beitrag der Erziehungszeiten auf die Rente. Und weil sich nicht nur Menschen, sondern die Gesellschaft insgesamt in der Familie erneuert, erwartet das „Forum Deutscher Katholiken“ von der Regierung eine Revolution in der Familienpolitik.

Wir sollten ein wachsames Auge darauf werfen, ob Fehler, Versäumnisse und Störfaktoren für die Familie korrigiert werden.

Das schwächste Glied der Gesellschaft sind die Kinder, die geborenen, vor allem die ungeborenen. Sie haben keine Stimme.

Wird die neue Bundesregierung das Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1993 endlich ernst nehmen? Dort heißt es: „Das Grundgesetz verpflichtet den Staat, menschliches Leben zu schützen. Zum menschlichen Leben gehört auch das ungeborene. Auch ihm gebührt der Schutz des Staates“  – oder wird es bei der Massenabtreibung bleiben, weil doch alles „gut geregelt ist“, nämlich „gesetzwidrig, aber straffrei“?

Hier liegt eine der Hauptursachen der demographischen Katastrophe.

Würden Kleinkinder über ihr eigenes Schicksal abstimmen können, so würden sie wohl mit großer Mehrheit in den ersten Lebensjahren für den Verbleib bei ihrer Mutter, aber nicht für die Kita votieren.

Elternrecht und Kindeswohl beachten!

Werden sich die verantwortlichen Politiker endlich für eine Wahlfreiheit der Eltern mit Kostenausgleich zwischen Kita oder Erziehung durch die Eltern einsetzen?

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“ (Art. 6, Abs. 2, GG) sagt unsere Verfassung.

Schule hat nicht nur die Aufgabe, Kinder für die spätere berufliche Tätigkeit auszubilden. Der Erziehungsauftrag schließt die Entwicklung einer Persönlichkeit ein.

Buchtitel der Aktion „Kinder in Gefahr“

Wir erwarten von der Schulpolitik, dass sie nicht durch sogenannte „Konzepte der sexuellen Vielfalt“ das Schamgefühl unserer Kinder verletzt und statt sexuelle Verantwortung das Lustprinzip propagiert. Zur ganzheitlichen Erziehung der Schule gehören auch die Kenntnis der eigenen Geschichte und Kultur.

Wir schließen uns der Forderung des langjährigen Vorsitzenden des deutschen Lehrerverbands Josef Kraus an. Er fordert eine „neue Debatte um Nation und Patriotismus“, weil „Patriotismus der natürliche Feind des Nationalismus ist“ und ein „aufgeklärter Patriotismus mit kultureller Identität und Liebe zum Vaterland und zur Muttersprache einhergeht“.

Menschen, die sich bei uns dauerhaft niederlassen wollen, müssen ein lebendiges Kulturbewusstsein vorfinden, in das sie sich integrieren können.

Schließlich sind Kinder kein kommerzielles Produkt, sondern die Frucht der Liebe. Kinder durch Präimplantationsdiagnostik (PID) zu selektieren oder die Möglichkeiten der Gentechnologien einzusetzen, um Wunschkinder zu produzieren, halten wir für inhuman und mit menschlicher Würde nicht vereinbar.

Mädchen und Frauen stehen in Deutschland alle Bildungseinrichtungen und Berufswege offen. Von einer neuen Bundesregierung erwarten wir, dass sie die spezifischen Eigenschaften und Aufgaben der Frau in der Familie und Kindererziehung respektiert und Wert und Würde einer Frau nicht vorrangig an ihrer Rolle im Produktionsprozess misst.

Leihmutterschaft: neue Form der Ausbeutung

In der Leihmutterschaft sehen wir eine moderne Form der Ausbeutung, die unter dem Deckmantel der Vertragsfreiheit, tatsächlich unter Ausnutzung wirtschaftlicher Not Frauen zwingt, ihren Körper gegen Geld zur Verfügung zu stellen. Eine Legalisierung der Leihmutterschaft lehnen wir als inhuman ab. Sie ist kein Beitrag zur Emanzipation der Frau.

Wir erwarten, dass das Bundesverfassungsgericht den Parlamentsbeschluss der „Ehe für alle“ korrigiert und eine Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare verbietet.

Zur Familie gehören auch Alte, Behinderte und Menschen, die ihren letzten irdischen Weg gehen. Wir halten das vom Bundestag beschlossene Gesetz zum assistierten Suizid durch Ärzte, Menschen besonderen Vertrauens und Familienangehörige für falsch und verweisen auf Johannes Paul II. „Euthanasie erscheint umso perverser, wenn sie von denen ausgeführt wird, die – wie die Angehörigen – ihrem Verwandten mit Geduld und Liebe beistehen sollten“ (Evangelium vitae, Ziff. 66).

Wir erwarten von der neuen Bundesregierung, dass sie die Pflege kranker und sterbender Menschen zuhause finanziell unterstützt und – sofern das nicht möglich ist – den Ausbau des Hospizwesens voranbringt.

Unsere politische Zukunft sehen wir im gemeinsamen Europa. Das großartige Werk der Gründerväter Adenauer, Schumann und de Gasperi darf nicht in Gefahr geraten, weil das Gestaltungsprinzip der Subsidiarität nicht genügend beachtet wird.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags von Professor Gindert auf dem Blog des „Forums Deutscher Katholiken“: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de/?p=8667

 

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„Sex in der Schule“ ist ein Vermächtnis des 68er-Pädagogen Hans-Jochen Gamm

Von Felizitas Küble

Die vielfältigen Eltern-Demonstrationen gegen die Frühsexualisierung in den Schulen und den ratiophoben (vernunftwidrigen) Genderismus reißen nicht ab. Vor allem in Baden-Württemberg und Hessen gingen Zehntausende auf die Straßen, darunter viele Familienväter/mütter, um gegen linksideologische Lehrpläne zu protestieren.

Doch die Mißachtung des Elternrechts auf Erziehung sowie eine staatlich vorangetriebene Beeinflussung der Schüler ist keine neuartige Idee, sondern ein Vermächtnis der neomarxistischen und hedonistischen Studentenrevolte, die sich die sog. „Sexuelle Befreiung“ auf ihre roten Fahnen schrieb.

Zu den wirkmächtigsten 68er Pädagogen, die für eine Sexualisierung des Unterrichts inkl. „erotischer Experimente“ der praktischen Art in der Schule eintraten, gehört Dr. Hans-Jochen Gamm.

Der prokommunistische Professor aus Darmstadt veröffentlichte 1970 das damals aufsehenerregende Buch „Kritische Schule – Eine Streitschrift für die Emanzipation von Lehrern und Schülern“ im Münchner List-Verlag (siehe Abbildung). Darin verteidigt er den real existierenden „DDR“-Sozialismus, für den sich allerdings die vielgepriesene „Arbeiterklasse“ in Deutschland überhaupt nicht erwärmen konnte (eher noch das studentische Links-Milieu und später viele bildungsbürgerliche Grüne).

Noch nach der Wiedervereinigung kam der Sozialpsychologe  –  er war Gastprofessor in Rostock  –  zu weiteren akademischen Würden; von der dortigen Universität erhielt er die Ehrendoktorwürde. Der Schriftsteller starb am 18. Juni 2011 im Alter von 86 Jahren.

Sein Werk steht für die völlige Entfesselung sexualpolitischer Vorstellungen im Kontext (Zusammenhang) der „Kulturrevolution“ von 1968 ff.

In diesem Buch setzte sich der Erziehungswissenschaftler z. B. dafür ein, daß Lehrer im Unterricht ganz ungeniert das Unwort „Fi…n“ verwenden. Weiterer Tabubruch ist hier gang und gäbe, forderte der Autor doch ernsthaft das Einrichten von Spezialräumen in den Schulen, damit die jungen Leute gleich an Ort und Stelle das in der Sexualkunde gelernte Wissen in die Tat umsetzen können.

Kinderläden und „revolutionäres Menschenbild“

Wie man sich vorstellen kann, schlug das Buch seinerzeit wie eine Bombe ein und „belebte“ die schulpolitische Debatte um weitere Entgleisungen.

Ganz im Sinne der „Sexuellen Revolution“ wurde die Autorität an sich grundsätzlich infrage gestellt und die Einführung von tabufreien „Kinderläden“ gepriesen, die sich freilich (wie zu  erwarten war) nicht bewährten  –  und von linker Seite später selber aufgegeben wurde. (Zu den „emanzipatorischen“ Kinderläden siehe unser Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/02/linksanarchistische-kinderladen-der-68er-revolutionare-befreiung-durch-kindersex/)

Für Gamm handelte es sich freilich um ein „höchst bemerkenswertes Experiment“:

„Gegenüber dem geläufigen Vorurteil sei betont: Erziehung ohne Autorität ist möglich… Durch das höchst bemerkenswerte Experiment der Kinderläden hat sich gezeigt, daß unsere gesamte gesellschaftliche und pädagogische Autoritätsauffassung eine antiquierte Ideologie darstellt… Hier wird ein mittelalterlich orientiertes Menschenbild durch ein revolutionär-neuzeitliches abgelöst.“

Im Kapitel „Ein Grundmodell für die geschlechtliche Erziehung“ beschwert er sich über die damaligen „moralischen Überwachungsstäbe“, wozu er z.B. die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften rechnete. Der KMK (Kultursministerkonferenz) warf er eine „repressive Sexualmoral“ vor, weil dort die „strengen Normen der Gesellschaft“ vertreten würden.

Lehrer sollen ihr Geschlechtsleben „nicht verheimlichen“

Die Schüler in Deutschland hätten, so beklagte der Verfasser, einen „absoluten Mangel an Lusterfahrung“. Dem wollte er gerne abhelfen, indem die Schule „den Austausch über die Freuden der Geschlechtlichkeit in ihr Programm aufnimmt“.

Die Krönung der „emanzipatorischen“ Einfälle des 68er Professors bestand u.a. darin, daß der Lehrer vor den Schülern „sein eigenes Geschlechtsleben bzw. seine geschlechtlichen Probleme, vielleicht sogar die weitverbreiteten Potenzstörungen oder Orgasmusschwierigkeiten nicht verheimlicht“.

Der Unterricht könne nicht etwa als ein „gleichsam asexueller Raum verstanden“ werden, schreibt der tiefrote Professor weiter. Zwischen Sex und Liebe scheint es für ihn keinen Unterschied zu geben: „Die Schule hat das Lernen der Liebe zu ihrer wichtigsten sozialpädagogischen Aufgabe zu machen.“

„Kinderliebe zu den Eltern beseitigen“

Der Autor hat auch eine handfeste Lösung parat  – zum Stichwort „Geselligkeitsbegünstigung“ (!) schreibt er:

„Für den Schulbau bedeutet diese Einsicht, Räume zu schaffen, in denen die Schüler beider Geschlechter unkontrolliert verweilen können und die Möglichkeit erotischer Kommunikation besitzen. Da die Formen der Zärtlichkeit und erotischen Kontakte heute von den Jugendlichen notwendig außerhalb der Schule vollzogen werden, wäre zu fragen, was eigentlich dagegen spricht, diese Praktiken in die Schule hineinzuverlegen.“

Das sexualpolitische Gesamtkonzept des Pädagogen lautete: „Die Schule ist die übergreifende gesellschaftliche Institution, die auf breitester Basis das Geschlechtstabu auflösen kann.“

In einem Handbuch für Lehrer („Anleitung zur Handhabung der Rahmenrichtlinien für Sexualkunde in Hessen“) schrieb Dr. Gamm sogar die ungeheuerlichen Sätze: 

„Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen, und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen“.

 

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugend-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.


„Allianz für Bildung“ der SPD führt zu Genderismus und Zentralismus

Mathias von Gersdorff

Um im Bundestagswahlkampf in die Offensive zu kommen, hat Spitzenkandidat Martin Schulz samt SPD-Ministerpräsidenten eine „Allianz für Bildung“ angekündigt.

Kern des bildungspolitischen Konzepts der SPD ist eine stärkere Einmischung des Bundes in die Belange von Schulen.

Entsprechend der Vorstellungen der SPD würde sich der Bund massiv an der Finanzierung der Schulbildung beteiligen  –  12 Milliarden Euro stehen zur Diskussion. Im Gegenzug würde aber der Bund einen Einfluss auf die Festlegung der Lerninhalte erhalten.

Gegenwärtig besteht das sog. „Kooperationsverbot“ zwischen Bund und Ländern. Schule und Bildung sind ausschließlich Ländersache.

Für die SPD soll damit Schluss sein: Man könne Investitionen in Höhe von 12 Milliarden Euro nicht rechtfertigen, wenn man im Gegenzug nicht über die Lerninhalte mitbestimmen könne.

Eine solche Zentralisierung des Erziehungswesens kann nur schlimme Konsequenzen für Eltern haben, die sich wegen der drohenden Indoktrination in den Schulen um ihre Kinder Sorgen machen.

Für SPD und ihren Lieblingspartner, die Grünen, ist Schulpolitik praktisch dasselbe wie Gesellschaftspolitik. Für diese beiden Parteien ist Schule in erster Linie ein Instrument der Gestaltung der Gesellschaft entsprechend ihren sozialistischen und linksgrünen Vorstellungen.

BILD: Kuriose Situation bei den beiden Wahlplakaten (Foto: W. Osinski)

Käme eine solche Zentralisierung, so würden die Schulen zu Gender-Indoktrinationsstätten umfunktioniert werden, wie man sich das heute gar nicht vorstellen kann. In der Tat ist die Festlegung einheitlicher Bildungsziele für Schüler Teil des SPD-Konzepts.

Auch heute bemühen sich linksgerichtete Politiker, die Gender Brechstange in Schulen anzusetzen – man sehe sich allein die schwarz-grüne Landesregierung in Hessen an – doch die Eltern können besser auf diese Angriffe reagieren, wenn sie auf Landesebene stattfinden. Erlasse aus Berlin hätten ein anderes Kaliber und würden einen höheren Organisationsgrad erfordern.

Die bildungspolitischen Vorstellungen provozierten zunächst Entsetzen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vom 29. August 2017 kommentierte:

„Das oberste Ziel sozialdemokratischer Bildungspolitik ist derzeit die Abschaffung des sog. „Kooperationsverbots“ zwischen Bund und Ländern. Nur so lassen sich die finanziellen Zusagen der SPD für eine „nationale Bildungsallianz“ einhalten, die vor allem SPD-Kommunen zugutekommen, nämlich den finanzschwachen. . . . Es wird nicht beim Geld bleiben, sondern mit dem Lehrplan enden. Wozu gibt es dann eigentlich noch Landtage?“

Auch der Deutsche Landkreistag warnt vor dem SPD-Bildungskonzept. Dieses würde das Ende der länderbetriebenen Bildungspolitik einläuten. Im Kampf um Zuständig- und Verantwortlichkeiten würden die einzelnen Bundesländer auf Dauer den Machtkampf mit dem finanziell viel stärkeren Bund nicht bestehen können.

Man muss sich nur vorstellen, was das bedeuten würde, wenn Rot-Rot-Grün an die Macht käme.

Verantwortungsbewussten Eltern bliebe nur noch übrig, ihre Kinder in Privatschulen zu schicken. Doch auch gegen diese Schulen beginnt die SPD Stimmung zu machen und fordert eine Deckelung des Schulgeldes.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite: https://kultur-und-medien-online.blogspot.de/


Unionsfraktion warnt vor wachsendem Antisemitismus und Islamismus

Europäischer Tag der Jüdischen Kultur am 3. September

Am kommenden Sonntag findet in 30 Ländern der Europäische Tag der Jüdischen Kultur statt. Dazu erklärt der menschenrechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

„Antisemitismus darf in keiner Form geduldet werden. Menschenfeindliche Vorurteile gegen Juden haben keinen Platz in unserem Land. Die Zunahme von antisemitische Hass-Reden und Stereotypen darf nicht verharmlost werden.

Antisemitische Vorurteile werden zunehmend viel offener geäußert, gerade solche, die sich auf den Staat Israel beziehen. Es darf uns nicht ruhen lassen, wenn in Studien und nach Befragungen festgestellt wird, dass vor dem Hintergrund der islamistischen Radikalisierung zugleich eine Zunahme des Antisemitismus festzustellen ist.

Konflikte aus anderen Ländern dürfen nicht bei uns ausgetragen werden. Egal, woher die Radikalisierung kommt, wir müssen sie entschlossen bekämpfen. Wir erwarten von allen Menschen in Deutschland, ganz gleich welcher Herkunft, die Achtung unserer demokratischen Grundordnung.

Aktuelle Studien belegen zunehmend antisemitische Erfahrungen jüdischer Mitmenschen. Besonders alarmiert sind wir aufgrund der Zunahme in Schulen.

Deutschland trägt eine besondere Verantwortung für die Sicherheit Israels und für die jüdische Gemeinschaft in unserem Land.“


„Mona kriegt ein Baby“: Abstruse Darstellung, aber Plädoyer für den Triumph des Lebens

Von Christa Meves

Am Samstag, dem 19. August 2017, strahlt der NDR zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr einen Film aus, das besonders Mädchen  –  auch bereits Teenager  –  anzieht: „Mona kriegt ein Baby“.

Der NDR kündet damit eine Thematik an, die für Mädchen aktuell interessant ist; denn die schwangere Mona ist eine 17-jährige Schülerin. Weltweit bekommen in dieser Altersklasse pro Tag (!) rund 20.000 Mädchen ein Kind – hierzulande sind das etwa 18 Teenagergeburten. (1)

Das ist eine Kleingruppe, bei der die Konflikte, die sich zwangsläufig bei dieser Gegebenheit einstellen, so gelöst worden sind wie bei der Familie in diesem Film, im Gegensatz zu einer mindestens doppelt so großen Zahl von Familien, die das Problem durch Abtreibung beseitigen.

Der Film scheint in drastischem Triumph die Entscheidung für das Leben markieren zu wollen; denn zum Schluss wird eine Schulklasse eingeblendet, deren Absolventen ihre Abiturzeugnisse in Empfang nehmen, in Anwesenheit der jungen Mutter Mona als Abiturientin samt ihren Angehörigen, die ein strahlendes halbjähriges Baby auf ihren Armen halten.

Das Ereignis ist – so ließ sich im Filmverlauf lernen – der Sieg dieser jungen Frau gegen Tod und Teufel, gegen die Hilflosigkeit des zeugenden Mitschülers, gegen die entsetzten Eltern, den ablehnenden Bruder, vor allem aber auch gegen die Schulleiterin, die den Zustand von Mona mit einem Schulverweis beantwortet und Mona lediglich mit dem Rat entlassen hatte, ihren Bauch doch mehr zu verhüllen.

Aber Mona inszeniert – nach einem erfolgreichen Protest ihrer inzwischen einsichtig gewordenen Eltern gegen diese schulische Maßnahme – zum Trotz gegen diese Ablehnung und auch des weiteren Umfelds eine phantastische Demonstration:

Umrahmt von zwei getreuen Mitschülerinnen, trägt sie ihren hochgradig vorgewölbten nackten Bauch in sich steigernden Enthüllungen durch die gesamte Großschule hindurch, vorüber an den glotzenden Jungmännern, vorüber an den Peergroups der sie allein gelassenen Mitschülerinnen, vorüber an dem vor Schreck erstarrenden Lehrkörper mit der darin per Schock fast in den Boden versinkenden Frau Direktorin.

BILD: Junge Schwangere in einer Werbung der DM-Drogerien

Ein Triumph der Legitimierung von Schülerschwangerschaft – ohne Zweifel. Gesteigerter Triumph auch des bereits seit Jahrzehnten legitimierten Jugendsex hierzulande? Aber doch erst einmal  –  und wie auch immer abstrus dargestellt  –  Triumph des Lebens und damit doch vielleicht positiver Aufbruch aus einem Jahrzehnte langen verheerenden Trend?

Können wir hoffen, dass sich aus solchen mehr oder weniger übersteigerten Ansätzen doch die Wahrheit herausquält? Das müssen wir nun nach solchen geschmacklosen Filmen dennoch hoffen; denn die Bilanz von 50 Jahren Jugendsex ist grausam negativ.

Doch das wird in keiner Weise verbreitet und den Jugendlichen vermittelt. Deshalb hier einige weitere Fakten: Medizinauskunft 2017 gibt per Internet z.B. heraus:

„Fünf von hundert Teenagern und zehn Prozent der 17-jährigen Mädchen sind mit Chlamydien infiziert. Die Häufigkeit der Infektion steigt mit dem Alter und der Anzahl der Sex-Partner. Folge einer Chlamydieninfektion kann Unfruchtbarkeit sein. ‚Die Zahlen sind alarmierend‘, mahnt die Vorsitzende der Ärztlichen Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V.“ (2) 

Dass hier doch wohl ein Zusammenhang besteht mit dem seit 40-Jahren verheerend abgesunkenen Geburtenschwund fällt anscheinend niemandem auf.

Doch weiter: Jeden Tag sterben in Europa vierzig Frauen an Gebärmutterhalskrebs im Alter zwischen 15 und 44 Jahren – bei einer erhebliche Zahl als Folge von Jugendsex. (3)

Nach Impfungen gegen eine Infektionsgefahr sind bereits in mehreren Fällen schwerste Nebenwirkungen mit chronischen Erkrankungen aufgetreten. Und wer veröffentlicht Zahlen über Nebenwirkungen der so unbekümmert freigegebene „Pille danach“, ja überhaupt der Antibabypille von jeglichem Kindesalter ab?

Wer gibt überhaupt hinreichend bekannt, dass die immer noch unheilbare Geschlechtskrankheit AIDS und damit die Gefahr einer HIV-Infektion hierzulande stetig weiter steigt?

Und wer klärt wenigstens jetzt auf über die Folgen einer 50-jährige Propagierung des Jugendsex mithilfe der Medien  – besonders mit den ständigen Anleitungen zum „Genuss ohne Reue“durch die Sexecke der millionenfach gelesenen Jugendzeitung „Bravo“?

Wie dringlich wäre Aufklärung von Eltern mit Kindern beiderlei Geschlechts über die weiterhin uneinsichtigen Beschönigungen des Geschlechtsverkehrs ab 10, obgleich sich doch eindeutig nun bereits allgemein Gefahren für die körperliche und seelische Gesundheit – besonders bei den jungen Mädchen – ergeben haben?

Und darüber hinaus müsste neu die Notwendigkeit in den Blickpunkt gerückt werden, dass es lohnt, mit dem hohen Pfund Liebe so umzugehen, dass zur rechten Zeit ihre Schönheit und ihre Glücksmöglichkeit erlebbar werden können, ja, dass es Gewinn ist, so lange damit zu warten, bis die Zeit dafür gekommen ist, um zu erfahren, wie groß und heilig Liebe wirklich ist, einschließlich der Sexualität mit dem offenen Tor zur Familienbildung.

Dazu müsste auch eine Aufklärung darüber gehören, dass sich in jedem gesunden Kind ein natürliches Schamgefühl entwickelt, das auf Verhüllung des Körpers aus ist, um ihn davor zu bewahren, sich der Unverschämtheit enthüllter Intimzonen auszuliefern, selbst wenn dergleichen noch so sehr zur Mode geworden ist. Es ist doch ein sinnvoller Schutz, sich das gesunde Gefühl für den Wert angemessener Umhüllungen zu bewahren. Denn dann lässt sich echt menschliche Zartheit und Langzeit-Lebensfreude in diesem Bereich viel eher erreichen.

Fußnoten:
(1) http://www.t-online.de/leben/familie/schwangerschaft/id_16940298/teenagerschwangerschaft-probleme-unterstuetzung-und-statistik.html
(2) http://www.medizinauskunft.de/artikel/liebe/Sex/16_09_chlamydien.php
(3) http://www.arzt-witten.de/HPV-Impfung.htm


Hessen: Der Kampf gegen den Genderismus an den Schulen geht weiter

Mathias von Gersdorff

Heute beginnt das neue Schuljahr in Hessen und damit fängt das entscheidende Jahr zur Durchsetzung des Gender-Lehrplans für dieses Bundesland an.

Zur Erinnerung:
Kultusminister Ralph Alexander Lorz (CDU) beschloss unter dem Druck der Grünen einen „Lehrplan zur Sexualerziehung“, der für Kinder ab sechs Jahren (!) fächerübergreifend und verbindlich Genderismus sowie die „Akzeptanz sexueller Vielfalt und Geschlechteridentitäten“ vorsieht.

Was man den Kindern dabei zumuten will, kann einen zur Weißglut bringen:
•    In der Altersgruppe von 6 – 10 Jahren ist das Thema „unterschiedliche Familiensituationen (z.B. Patchworkfamilien und gleichgeschlechtliche Partnerschaften)“ verbindlich vorgeschrieben!
•    „Unterschiedliche sexuelle Orientierungen und geschlechtliche Identitäten (Hetero-, Bi-, Homo- und Transsexualität)“ sind verbindliche Themen für die 10- bis 12-jährigen Schüler.
•    Die 13- bis 16-Jährigen erhalten „Aufklärung über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität“.
•    Für die ältesten Schüler gibt es schließlich die Kurse „Geschlechtsspezifisches Rollenverhalten – Wandel der Rollenverständnisse in Abhängigkeit von Kultur und Alter“ und „Aufklärung über sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität“.

Das Ziel dieses (anti)pädagogischen Wahnsinns: Die Forderung an die Schüler nach einer „Akzeptanz sexueller Vielfalt“.

Der Gender-Lehrplan des CDU-Kultusministers ist eine beinharte Demonstration der politischen Macht ohne Rücksicht auf die Meinungen dazu in der Gesellschaft. Dies hat Kultusminister Lorz nämlich gegen den ausdrücklichen Willen des Landeselternbeirats und der katholischen Kirche auf den Weg gebracht.

Seit Veröffentlichung des unseligen Erlasses hören die Proteste gegen den Gender-Lehrplan nicht auf. Und dieser Protest muss noch viel stärker werden, damit endlich diese Gefahr von unseren Kindern gebannt wird.

Deshalb unser mehrfacher Appell:
An die Lehrer: Ignorieren Sie bitte die „Neuen Richtlinien zur Sexualerziehung“.
An die Eltern: Seid wachsam und kontrolliert, was man Euren Kindern ab dem ersten Jahr in der Grundschule lehrt und organisiert Proteste vor Ort.
An die CDU-Mitglieder und an die CDU-Basis: Fassen Sie Mut, stehen Sie auf und protestieren Sie gegen diesen gesellschaftspolitische Indoktrination an unseren Schulen.

An alle Bürger Deutschlands: Helfen Sie uns bitte, den Protest gegen Gender in den Schulen zu verstärken, indem Sie unsere Petition unterstützen: https://www.aktion-kig.de/kampagne/petition_hessen_2.html

Und schließlich unser Aufruf an den Ministerpräsident Volker Bouffier: Ziehen sie diesen unseligen Gender-Lehrplan zurück!

Die Kräfte, die aus Deutschland ein Land ohne Werte und Prinzipien machen wollen, arbeiten hartnäckig daran, die Schulen zu Gender-Indoktrinationsstätten umzufunktionieren. Deshalb stehen wir mit unserem Kampf gegen die Gender-Ideologie erst am Anfang!

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt ist katholischer Publizist und leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie diese Webseite: https://kultur-und-medien-online.blogspot.de/ 


Mehrfache Mentalitätsveränderungen führten zu einer egozentrischen Single-Gesellschaft

Von Christa Meves

Eine neue Studie verdient Beachtung. Sie dokumentiert drei Phasen der mentalen Veränderung der Menschen hierzulande seit 1945 bis heute.

Während in der Nachkriegszeit von 1945 – 1968 die Mentalität der Menschen vor allem vom Aufbruch aus dem Inferno geprägt war, entstand ab 1965 im Westen – so weiß heute jedermann – eine schlagartig veränderte Lebenseinstellung. Jetzt begann – von den Medien einhellig unterstützt – ein links-liberaler Vorrang in der Lebensweise – eine Art „Locker vom Hocker“-Mentalität zu dominieren.

Im neuen Jahrhundert ist der Trend nun neu bestimmt von einer wirtschaftlich orientierten Europäisierung und von dem Durchbruch der Technik hinein in jedermanns Alltagsleben. Die dadurch jeweils gefärbten mentalen Veränderungen scheinen in einem ersten Ansatz durch die bereits erwähnte Studie im Auftrag einer Wirtschaftsfirma ins Visier genommen worden zu sein: Sie veranlasste eine Forschungsgruppe, die mentalen Veränderungen in zeitlich unterschiedenen Gruppierungen zu erkunden, um daraus Schlüsse für wirtschaftliche Optimierungen herauszufinden.

Ihre Ergebnisse sind aber auch psychologisch relevant und von interessanter Eindeutigkeit. Diese Digitalagenturgruppe Syzygy machte es sich also zur Aufgabe, die vorherrschende Lebenseinstellung eben bei den besagten drei Gruppen von je 1000 Personen in den drei jüngsten Zeitabschnitten zu untersuchen.

Sie verglich das Verhalten der 53 – 79-Jährigen – das sind die in die Nachkriegszeit Hineingeborenen – mit einer zweiten Gruppe der 37 – 52-Jährigen. Das sind in der BRD jene mit der im Westen ab 1965 einsetzenden 68er Kulturrevolution. Diese beiden Gruppierungen verglichen sie dann darüber hinaus und vorrangig mit den Jüngsten, den 19 – 36-Jährigen, also den ab 1981-1991 Geborenen.

Eindrucksvoll ist das Ergebnis der Untersucher: 

Während in der Nachkriegszeit offenbar die alten gesellschaftlichen Strukturen dominierten, erbrachte der Trend ab 1969 im Westen durch die revolutionäre, extrem liberalistische Veränderung einen Trend zur sog. antiautoritären Erziehung.

Aus diesen bald aufeinander folgenden Wechselbädern der beiden vergangenen Phasen hat sich nun – laut Studie – vor allem in der jüngsten Generation durch das Vorherrschen der neuen Technik im Verhalten der 19 bis 36-Jährigen eine erstaunliche weitere Veränderung ergeben.

Verstärkter Trend in Richtung Narzissmus

Diesen widmet die Studie vorrangig Aufmerksamkeit; denn im Gegensatz zu den Älteren zeigt sich in der jüngsten Generation hierzulande die Mentalität einer unverblümt offerierten, gesteigerten Ichhaftigkeit. Zitat: „Die Millennial-Generation in Deutschland dreht sich gerne um sich selbst und beansprucht für sich nur die besten Produkte und Dienstleistungen. Somit ist die ‚Generation Narzissmus‘ eine echte Herausforderung für Unternehmen, die sie als Konsumenten gewinnen wollen.“

Egozentrizität scheint hier also zu dominieren. Die Untersucher fassen sie unter dem Begriff „Narzissmus“ zusammen und verstehen darunter eine individualistische Dominanz mit einer besonderen Vorliebe für die eigenen Belange mit einer vorrangigen Nutzung nun nicht mehr allein des Fernsehers und dessen Krimi-Serien, sondern alles Digitalen, das ihnen vom Jugendalter ab mehrheitlich zur Verfügung gestellt wurde, dem Workman, dem Discman zunächst, dem Handy, dem PC in voller Wucht und in jüngster Zeit dann dem Smartphone.

Wie die Hirnforscher nun bereits längst gewarnt haben, verändert dieser Vorrang einer allein auf sich selbst bezogenen Beschäftigungsmöglichkeit anscheinend geradezu den Charakter zugunsten einer Abschottung und geistigen Verarmung. Auch die Forscher dieser Studie meinen nun, im Hinblick auf das Interesse für die Personen der Außenwelt geradezu einen Schwund feststellen zu können: Die jungen Menschen bleiben in zunehmendem Maß auf sich selbst bezogen.

Wachsende Gleichgültigkeit plus Selbstüberheblichkeit

Die Untersucher meinen zu konstatieren, dass so der Verlust einer nach außen gewandten Emotionalität stattfinde. Sie beschreiben eine selbstbezogene Gleichgültigkeit ihrer Probanden und sprechen von einem daraus resultierenden überheblichen Selbstbewusstsein, das sich in gespielter Nüchternheit „an Fakten hält“.  

Die Forscher betonen aber auch eine wie selbstverständliche Anspruchshaltung der jungen Menschen mit einer eher oberflächlichen Nutzung der Marktangebote. Aber sie meinen ebenfalls, eine überzogene Darstellungsbereitschaft per Super-Outfit bei öffentlicher Artikulation feststellen zu können. Gleichzeitig scheint sich den Untersuchern ein verringertes Interesse an spektakulären Ereignissen der Öffentlichkeit zu zeigen. Selbst dem dort so hoch gepolten Sexuellen mag die junge Mannschaft keine Neugier mehr abzugewinnen.

Die Motivation der Untersucher schließt die Frage nach den Ursachen dieser eklatanten Charakterveränderung der jungen Menschen aus; denn ihr Auftrag bezieht sich vorrangig auf das Konsumverhalten der jungen Menschen. Diese mag durch die Dominanz der Technik in jedem der jungen Köpfe mitverursacht worden sein; aber das kann allein die neue Mentalität nicht hervorgebracht haben.

Nimmt man dieses Verhalten pädagogisch, so lässt sich nicht die Frage ausschalten, wie es zu dieser erheblichen Einstellungsänderung hat kommen können, und wie dem zu begegnen sei.

Vernachlässigung brachte eine Single-Generation hervor

Die veränderte Erziehungsweise dieser jungen Generation, das viel größere Sich-selbst-Überlassen-sein bei meist beiden im Arbeitsprozess stehenden Elternteilen, die unzureichende Bindung an eine duale Bezugsperson im Kleinkindalter, der dadurch hervorgerufene Trend zur Kollektivierung von der frühen Kindheit ab, die Notwendigkeit, sich selbst zu behaupten bei einem uneingeschränkten Erlaubtsein von allem und jedem – so fürchteten praktisch arbeitende Psychotherapeuten schon durch das gesamte damalige Erziehungsklima ab 1969 hindurch – würde (wie Fritz Riemann das bereits prognostizierte) eine Gesellschaft von Singles produzieren.

Das scheint jetzt in der Tat Wirklichkeit zu werden. Denn sogar die Anziehung auf das andere Geschlecht scheint sich jenseits der Pubertät nicht etwa zu verstärken, sondern als eher überdrüssig uninteressant einzuschränken.

Der Wille zum Heiraten und damit zur Familienbildung wird dadurch offensichtlich bereits gemindert. „In mein Privatleben passen andere Menschen einfach nicht hinein. Sie stören nur“, sagte jüngst ein gut verdienender 25-Jähriger zu mir.

Dennoch: Nach meiner Beobachtung scheinen die bedrückenden Ergebnisse dieser Studie mit der Beschreibung einer sich konstituierenden Gesellschaft von Einsiedlern nicht das letzte Wort zu haben.

Wie viele lebendige, hoch motivierte und interessierte Kinder habe ich allein auf den Tagungen unseres Vereins „Verantwortung für die Familie“ kennengelernt – als die Erziehungsergebnisse liebevoll bemühter Eltern, die zäh und unermüdlich dem schädlichen Nesthocker-Zeitgeist widerstanden! Das mag eine kleine, aber für die Zukunft wertvolle Gruppierung sein.

Aber darüber hinaus hat sich allgemein in den letzten Jahren bei erstaunlich vielen jungen Menschen – wie ein Aufbäumen der Befindlichkeit gegen die seelische Verengung – nun eine erstaunliche Freude an großen Events mit einem christlichen Hintergrund entwickelt. Und dieses wird von mehreren christlichen Sendern, von Radio Horeb bis zu Hope Chanel, EWTN und Bibel-TV in gezieltem Ausmaß dokumentiert und propagiert

Auf diese Weise scheint sich die geminderte Emotionalität Bahn brechen zu wollen. Das sollte doch Hoffnung sein auf eine Reanimierung seelischer Vielfalt und damit auf eine Zukunft mit mehr seelischer Gesundheit und auf neu angeregte kultivierte Glaubensfülle, denn ohne diese wird’s beim „Haschen nach Wind“ bleiben.