Kardinal Müller kritisiert die „Verbannung der Liturgie“ als Beleg für Verweltlichung

Wie das Kölner Domradio berichtet, hat sich Kurienkardinal Gerhard Müller gegen Gottesdienstverbote in der Corona-Pandemie ausgesprochen. Das sei inakzeptabel, zumal die Kirche „keine dem Staat untergeordnete Behörde“ sei, betonte er im Interview mit dem italienischen Portal „Daily Compass“.

Gerade angesichts der jetzigen Nöte vieler Menschen sei die Kirche verpflichtet, eine „Perspektive des ewigen Lebens im Lichte des Glaubens“ anzubieten.
Mit einem Messverbot werde man dieser Aufgabe aber nicht gerecht; die Kirche dürfe nicht zu einer bloßen Abhängigen des Staates gemacht werde, kritisierte der frühere Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation.

Vorsichtsmaßnahmen zur Virus-Eindämmung seien berechtigt, aber die „Verbannung der Liturgie“ betrachte er als Beleg für ein „säkularistisches Denken“, das nun auch inmitten der Kirche angekommen sei. Kein Oberhirte habe das Recht, die Eucharistie derart einzuschränken.

Bischöfe hätten sich nicht als Staatsbeamte zu verhalten, ihr „oberster Hirte“ sei vielmehr Christus selbst.

Foto: Bistum Regensburg

 


SELK: Wann dürfen endlich wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden?

Stellungnahme der theologisch konservativen SELK:

Mit einem dritten gesamtkirchlichen Schreiben hat sich die mit der Entwicklung der Coronavirus-Krise befasste Arbeitsgruppe der Kirchenleitung und des Kollegiums der Superintendenten der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an die Geistlichen, die Gemeindeglieder und Gäste der SELK gewandt.

Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, Kirchenrat Erik Braunreuther, Propst Burkhard Kurz und Kirchenrat Wonneberg unter Federführung des leitenden SELK-Geistlichen, Bischof Hans-Jörg Voigt, gehen in ihrem Brief auf Belastungen und Spannungen in der Beurteilung der Maßnahmen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie ein. Die Arbeitsgruppe beobachte solche Spannungen an einigen Stellen auch in der SELK.

Als biblisches Leitwort wählten die Verfasser ein Psalmwort der Hanna, einer Frau aus der biblischen Geschichte des Alten Testaments: „Mein Herz ist fröhlich im HERRN  und ER erhöht den Armen aus der Asche“ (1 Sam 2,1 und 8).

In Hannas Freude über die Geburt ihres so lang ersehnten Kindes komme auch österliche Freude zum Ausdruck. Zugleich blieben auch Erinnerungen an die „Asche“ vergangener Tage. Asche sei verbranntes Leben und damit das Gegenteil von Leben.

Der Wechsel von Gefühlen und die darin zum Ausdruck kommende Spannung beschreibe auch die derzeitige Lage in der Kirche. Auf der einen Seite stehe die österliche Freude über die Auferstehung Jesu Christi, auf der anderen Seite lägen bei vielen Menschen die Nerven blank.

Die Verfasser gehen auf die Frage ein, wann in Deutschland wieder Gottesdienste gefeiert werden dürften. Man beobachte, dass die Ungeduld in den Kirchen und Gemeinden zunehme. Vorwürfe würden laut, Bischöfe und Kirchenleitungen hätten sich nicht laut genug gegen das gottesdienstliche Versammlungsverbot gewandt.

Das Schreiben versucht, die entstandene Lage grundsätzlich darzustellen. Am 10. April habe das Bundesverfassungsgericht in großer Klarheit den verfassungsrechtlichen Konflikt beschrieben, auch wenn es zunächst noch das gottesdienstliche Versammlungsverbot im Falle des zugrundeliegenden Antrags bestätigt habe.

Die Verfassungsrichter stellten klar, dass „die gemeinsame Feier der Eucharistie nach katholischer Überzeugung ein zentraler Bestandteil des Glaubens ist, deren Fehlen nicht durch alternative Formen der Glaubensbetätigung wie die Übertragung von Gottesdiensten im Internet oder das individuelle Gebet kompensiert werden kann. Daher bedeutet das Verbot dieser Feier einen überaus schwerwiegenden Eingriff in das Recht auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit nach Art. 4 Abs. 1 und 2 Grundgesetz“, wie es in der Urteilsbegründung heißt.

Was darin für die römisch-katholische Kirche gesagt sei, gelte in gleicher Weise für die lutherische Kirche.

Dem stellte das Verfassungsgericht das „Grundrecht auf Leben beziehungsweise körperliche Unversehrtheit“ gegenüber, gegenüber dem „das grundrechtlich geschützte Recht auf die gemeinsame Feier von Gottesdiensten derzeit zurücktreten“ müsse. Eine solche Einschränkung müsse jedoch eindeutig befristet sein.

Zwei hohe Werte stünden einander gegenüber: das Grundrecht der Religionsfreiheit und damit das Recht und die Freiheit, Gottesdienste zu feiern, und das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Was das Verfassungsgericht tue, sei eine klassische Güterabwägung. Eine Güterabwägung vorzunehmen, bedeute immer, dass es kein eindeutiges „Richtig“ oder „Falsch“ gebe.

Aus Sicht der Kirchen sei zu fragen, wieso viele Geschäfte nun öffnen, aber Gottesdienste noch nicht stattfinden dürften.

Ein Problem sei zum Beispiel im gottesdienstlichen Gesang zu sehen. Beim Singen steige die Ansteckungsgefahr erheblich.

Das Rundschreiben geht dann auf die Gespräche ein, die am 17. April in Berlin zwischen Vertretern des Bundesinnenministeriums und der Kirchen und Religionsgemeinschaften über die Lockerung der Regelungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise stattfanden. Im Ergebnis dieser Gespräche würden die Kirchen nun konkrete Vorschläge zu Gottesdienstkonzepten mit Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregelungen unterbreiten.

Ziel sei es, Gottesdienste unter diesen Bedingungen möglichst bald nach dem 30. April (Beratungstermin des Bundes-Kabinetts) wieder zuzulassen.

Die mit den aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Krise befasste SELK-Arbeitsgruppe habe deshalb bereits begonnen, solche Regelungen für die Wiederaufnahme von Gottesdiensten im Bereich der SELK zu erarbeiten. Für Anregungen hierzu sei sie dankbar.

Zudem empfinde man große Dankbarkeit für den wachsenden Zusammenhalt in der Krise. Kirchliche Themen bekämen in der Krise eine größere Aufmerksamkeit und die Gesprächsbereitschaft der Menschen im Land nehme zu.

Das Schreiben findet sich online unter: www.selk.de/download/Coronavirus-Krise_Brief-18-04-2020.pdf


Notfallbehandlung nicht aus Angst vor einer Corona-Infektion verschieben

Pressemeldung der Universitätsmedizin Mainz:

Patienten, die eigentlich dringend medizinisch zu versorgen wären, aus Angst vor eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aber nicht oder sehr spät angemessene medizinische Hilfe in Anspruch nehmen, setzen sich einem hohen Gesundheitsrisiko aus.

Die Universitätsmedizin Mainz appelliert daher an jeden, der Hinweise auf einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall verspürt oder einer anderen dringenden medizinischen Behandlung bedarf, sich umgehend in der Universitätsmedizin Mainz zu melden. Diese versorgt auch während der COVID-19-Pandemie dringend behandlungsbedürftige Patienten.

Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann auch indirekt zu einer ernsthaften Gefahr für die Gesundheit werden. Nämlich dann, wenn Patienten, die wegen einer schweren Erkrankung dringend, eventuell sogar als Notfall zu versorgen wären, sich aus Angst vor eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 aber nicht oder sehr verspätet behandeln lassen.

Die Universitätsmedizin Mainz warnt dringend vor einem derartigen Vorgehen. Insbesondere bei Herzinfarkten und Schlaganfällen ist schnelle medizinische Hilfe wichtig. Minuten können über Leben und Tod entscheiden. Entsprechende Symptome sind daher ernst zunehmen.

Die Universitätsmedizin Mainz betont, dass ihre Experten auch aktuell Tumorerkrankungen oder andere akut behandlungsbedürftige, beispielsweise dringende kardiologische und neurologische Erkrankungen, versorgen.

An der Universitätsmedizin Mainz werden elektive Behandlungen nur dann verschoben, wenn dies medizinisch vertretbar ist, d.h. die Gesundheit des Patienten dadurch nicht beeinträchtigt wird. Täglich berät ein Expertengremium sorgfältig über jeden Einzelfall. Dies geschieht vor allem auch in dem Wissen, dass das Risiko für einen Patienten aufgrund eines nicht behandelten, akuten Geschehens gesundheitlichen Schaden zu nehmen, sehr groß sein kann.

Das von vielen befürchtete Risiko, sich in der Universitätsmedizin Mainz mit dem Coronavirus zu infizieren, ist im Vergleich nicht nur geringer, es unterscheidet sich kaum vom alltäglichen Risiko. Dies liegt an den umfassenden Schutz- und Isolationsmaßnahmen, die mit medizinischer Expertise speziell ergriffen worden sind. So sind etwa unsere Covid-19-Patienten in speziellen, sehr gut abgetrennten Bereichen untergebracht.

 


Union beklagt steigende Einbruchszahlen: Schutzmaßnahmen werden staatlich gefördert

Am heutigen Donnerstag startet die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) das Programm „Kriminalprävention durch Einbruchssicherung“. Hierzu erklärt der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Stephan Mayer:  42252-3x2-teaser190x127

„Seit geraumer Zeit müssen wir leider steigende Einbruchszahlen verzeichnen. Im letzten Jahr gab es nach der polizeilichen Kriminalstatistik über 150.000 Wohnungseinbrüche, von denen über 40 Prozent im Versuchsstadium abgebrochen wurden. Das zeigt, wie sinnvoll ein guter Schutz von Wohnung und Haus sein kann.

Aus diesem Grund hat sich die Union erfolgreich für die staatliche Förderung eines solchen Einbruchsschutzes eingesetzt. Ab heute stehen für das Programm „Kriminalprävention durch Einbruchssicherung“ in den nächsten drei Jahren insgesamt 30 Millionen Euro zur Verfügung, für dieses Jahr sind es zehn Millionen Euro. Gefördert werden eine ganze Reihe sinnvoller Maßnahmen des Eigenschutzes, insbesondere der Einbau einbruchshemmender Fenster und Türen.

Dennoch lassen wir die Bürger beim Kampf gegen Wohnungseinbrüche nicht allein. Der Bund wird dieses Jahr noch einmal massiv die Zahl der Bundespolizisten erhöhen.

Wir setzen uns zudem dafür ein, Wohnungseinbrüche künftig härter zu bestrafen, so dass generell die Mindeststrafe von sechs Monaten gilt. Zudem wollen wir eine Telekommunikationsüberwachung beim Wohnungseinbruchdiebstahl zulassen, um die immer professioneller werdenden Hintermänner solcher Banden zu fassen.“

Weitere Infos unter: www.kfw.de


Indien: Bischöfe fordern mehr staatlichen Schutz nach Vergewaltigung einer Nonne

“Gewalt gegen Ordensfrauen und deren Vergewaltigung oder die Schändung von Hostien sind Verbrechen“, erklären die indischen Bischöfe zu den jüngsten Ereignissen in einer katholischen Schule in Ranaghat (Westbengala). 027_24

Die Bischofskonferenz bittet den Ministerpräsidenten des Staates Westbengla um besondere Schutzmaßnahmen für Ordensfrauen und religiöse Einrichtungen. „Ihr großzügiger Einsatz hat viel zur Entwicklung und zum Fortschritt unseres Landes beigetragen“, so die katholischen Oberhirten.

Unterdessen nahm die Polizei acht Männer im Zusammenhang mit dem Überfall in der Nacht vom 13. auf den 14. März fest. Die Angreifer konnten mit Hilfe der Aufnahme einer Videoüberwachsungsanlage identifiziert werden. Sie sind zwischen 20 und 30 Jahre alt. Bei dem Überfall wurde eine betagte Ordensfrau vergewaltigt.

“Die Regierung hat bisher keine konkreten Maßnahmen zum Schutz der Ordensfrauen unternommen”, beklagen Vertreter der christlichen Gemeinden, „deshalb müssen wir die Stimme gegen solche Gräueltaten erheben“. 

Quelle: Fidesdienst