Sudan: Unionsfraktion schockiert über Todesurteil für schwangere Christin

Eine schwangere Christin ist im Sudan zum Tode verurteilt worden, weil sie sich weigerte, ihrem Glauben abzuschwören.

Hierzu erklärt der kirchenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung:

„Es ist schockierend, was dieser Frau ausschließlich wegen ihres christlichen Glaubens im Sudan angetan wird. Hier möchte ein junger Mensch  –  was bei uns eine große Selbstverständlichkeit ist  –  sein Leben aufbauen und eine Familie gründen und muss dafür mit dem eigenen Leben bezahlen. kinder_witwe_buzu

Dies ist ein abscheulicher Verstoß gegen das Menschenrecht auf Religionsfreiheit und ist auf das Schärfste zu verurteilen. Wir fordern daher die Regierung im Sudan auf, die Vollstreckung des Todesurteils zu verhindern.

Es ist bedrückend, dass die Religionsfreiheit als eines der zentralen Menschenrechte in vielen Ländern weltweit immer noch missachtet wird, d.h. das Recht eine Religion auszuüben, diese zu wechseln oder auch keiner Religionsgemeinschaft anzugehören. Oft wird die Verletzung von Religionsfreiheit von anderen schweren Menschenrechtsverletzungen begleitet – bis hin zur Verletzung des Rechts auf Leben.

Das Urteil gegen die Christin im Sudan ist innerhalb kurzer Zeit ein weiteres  Beispiel dafür, dass gerade die Gruppe der Christen weltweit bedrängt und verfolgt wird. In Nigeria sind 200 Mädchen christlichen Glaubens in den Fängen der Terrorsekte Boko Haram Opfer fanatischer Moslems.

Die Einhaltung des Menschenrechts auf Religionsfreiheit gilt selbstverständlich für alle Religionen weltweit. Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion sehen es als eine unserer primären Aufgaben, mit den uns zur Verfügung stehenden Mitteln – gerade auch im internationalen Kontext –  immer wieder darauf hinzuweisen und an einer Verbesserung der Situation mitzuwirken.“

Hintergrund:

Für die in der sudanesischen Hauptstadt Khartum zum Tode verurteilte Christin Mariam Yahya Ibrahim Ishag wurden gleich zwei aus der Scharia abgeleiteten Begründungen für ihre Verurteilung herangezogen: ihre Hinwendung zum christlichen Glauben und die Hochzeit mit einem ebenfalls christlichen Ehemann, was automatisch mit Ehebruch gleichgesetzt wird.

Ibrahim Ishag ist seit Februar dieses Jahres zusammen mit ihrem ersten Kind, einem 20 Monate alten Jungen namens Martin, in einem Frauengefängnis in Khartum inhaftiert. Die mit ihrem zweiten Kind im achten Monat schwangere Frau soll nach der Entbindung hingerichtet werden. Zahlreiche westliche Botschaften in Khartum haben bisher vergeblich gegen das Urteil protestiert.

Foto: HMK


DSCHIBUTI: Freiheit für Mohamed Ahmed – er wurde verhaftet, weil er eine schwangere Frau vor Vergewaltigung schützen wollte

Nach Angaben der Weltorganisation gegen die Folter (OMCT) wird Mohamed Ahmed seit dem 30. Juni 2010 in der Hauptstadt von Dschibuti (Ostafrika) im Zentralgefängnis „Gabode“ festgehalten, das für seine harten Haftbedingungen berüchtigt ist.

Der etwa 41-Jährige  –  er ist von Beruf Hirte bzw. Schäfer   –  wurde am 1. Mai 2010 verhaftet, weil er versucht hatte, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch Soldaten der Dschibutischen Nationalarmee (AND) zu schützen. 

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Obwohl Ahmed seit fast drei Jahren in Gefangenschaft ist, wurde er bisher noch keinem Richter vorgeführt. Auch der Zugang zu einem Rechtsanwalt bleibt ihm verwehrt. Seit dem 28. Dezember 2012 befindet er sich in vollständiger Isolation. Er hat weder Kontakt zu seiner Familie noch zu Mitgefangenen oder Freunden.

Trotz seines höchst kritischen Gesundheitszustands werden ihm Medikamente vorenthalten. Im Gefängnis ist er weiterhin Einschüchterungen und Mißhandlungen ausgesetzt.

Mohamed Ahmed war nach seiner Festnahme 2010 zunächst in einer Kaserne in geheimer Haft gehalten worden. Anschließend wurde er von verschiedenen Sicherheitsdiensten gefoltert und zwischenzeitlich 10 Tage lang ohne Nahrung belassen.

Im Verlauf seiner Gefangenschaft wurde der Hirte u.a. mit Stockschlägen gefoltert. An ihm wurden Prügel auf die Fußsohlen und Scheinhinrichtungen vollzogen. Aufgrund der Folter hat er ein geplatztes Trommelfell und Rippenbrüche zurückbehalten.

Bitte helfen Sie diesem mutigen Mann, indem Sie Beschwerdebriefe an die genannten Stellen schicken (siehe hier und unten):

Monsieur Ismael Omar Guelleh
Président de la République 
c/o Botschaft der Republik Dschibuti
Kurfürstenstraße 84  / 10787 Berlin
Fax: 030-26934165   –  oder per E-Mail: info@djibouti-embassy.de  
oder per
 Kontaktformular: http://www.djibouti-embassy.de
 

MUSTERSCHREIBEN an den Präsident von Dschibuti (die Briefe können auch kürzer ausfallen):

Exzellenz,

Nachrichten über die fortdauernde Gefangenschaft von Mohamed Ahmed erfüllen mich mit großer Besorgnis. Berichten zufolge wurde der Hirte am 1. Mai 2010 von Angehörigen der Dschibutischen Nationalarmee (AND) verhaftet.

Die Festnahme ereignete sich, als Herr Mohamed Ahmed unbewaffnet versucht haben soll, eine schwangere Frau vor einer drohenden Vergewaltigung durch die Soldaten zu schützen.

In den ersten Wochen seiner geheimen Haft wurde er gefoltert. Seit dem 30. Juni 2010 wird er ohne Gerichtsurteil im Zentralgefängnis „Gabode“ in der dschibutischen Hauptstadt festgehalten. Er soll auch dort Opfer von Misshandlungen geworden sein.

Exzellenz, hiermit ersuche ich Sie,

>  die körperliche und psychische Integrität des Gefangenen sicherzustellen und ihm die notwendige medizinische Versorgung zu gewähren;

> Mohamed Ahmed permanenten Kontakt zu Rechtsanwälten und Familienangehörigen zu ermöglichen;

> seine Festnahme und die während seiner Haft erlittene Gewalt zum Gegenstand einer unabhängigen Untersuchung zu machen.

Sofern der Gefangene nicht unverzüglich in einem fairen Gerichtsverfahren gemäß internationalen Standards angeklagt wird, bitte ich Sie, seine sofortige Freilassung anzuordnen. Gerne würde ich erfahren, wie die dschibutische Regierung in diesem Fall weiter vorgehen wird.

Hochachtungsvoll

KOPIEN an:
> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de
> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de

Info-QUELLE: www.akm-online.info