Die ALfA tagte in Rheine und diskutierte über aktuelle Lebensrechtsthemen

Am Mittwoch, dem 17. März, trafen sich in Rheine im Pfarrheim St. Antonius abends Mitglieder des ALfA-Regionalverbands Münsterland zu ihrer jährlichen Mitgliederversammlung.
Die „Aktion Lebensrecht für alle“ hielt sich dabei an alle geforderten Hygieneauflagen.


Es wurde zunächst eine Dokumentation mit dem Titel „Programm Desinformation“ angeschaut, die sich kritisch dem Umgang öffentlich-rechtlicher Sender mit der Lebensrechtsbewegung widmete. Dabei ging es auch um das Thema Gehsteigberatung vor Abtreibungseinrichtungen

In der anschließender Diskussion wurde darüber informiert, dass diese Gehsteigberatung zunächst von der Stadt München untersagt wurde, aber dann durch ein Gerichtsurteil im Jahre 2016  erlaubt wurde. Somit dürfen Schwangere, die vor einer Abtreibung stehen, von Lebensrechtlern vor der Klinik oder Praxis angesprochen werden.
 

Seit langem gibt es ehrenamtliche Schwangerenberatungen per Telefon und Internet. Auch in Rheine können Frauen in Konfliktsituationen sich an die ALfA wenden, die den Müttern und Vätern mit Rat und Unterstützung zur Seite steht. Deutschlandweit unter der Vita-L-Telefonnummer 0800 3699963.

Danach sprachen die Mitglieder über Vorschläge für Aktivitäten im laufenden Jahr.  Für einen geplanten Infostand in der Innenstadt erklärten sich die Anwesenden freudig zur Mitarbeit bereit.

Der Marsch für das Leben in Berlin, der voraussichtlich im September 2021 stattfindet, soll an diesem Infostand bekannt gemacht und Interessenten angesprochen werden. Auch Vorträge sollen noch durchgeführt werden, wenn Präszenz-Veranstaltungen wieder möglich sind.


Am 21. März ist der weltweite Gedenktag für Kinder mit Down-Syndrom. Dabei wurde der Schwangeren-Bluttest für das Aufspüren von Trisomie 21 von allen Mitgliedern sehr kritisch beleuchtet. Die Kosten hierfür sollen demnächst von der Krankenkasse übernommen werden. Somit wird die Allgemeinheit mit daran beteiligt,  liebenswerte Downkinder vorgeburtlich auszusortieren, wobei schon derzeit 95% der betroffenen Ungeborenen abgetrieben werden.

Die Vorsitzende des ALfA-Regionalverbands Münsterland, Cordula Mohr (siehe Foto), ist im ALfA-Bundesverband Ansprechpartnerin als Beraterin für Schwangere, die ein behindertes Kind erwarten.

Somit ist das sensible Thema in der ALfA Münsterland besonders präsent. Frau Mohr erklärte, ihr Verband wolle die Bürger weiter auf die diesbezüglichen Entscheidungen aus der Politik aufmerksam machen und sie aus der Sicht des Lebensrechts kommentieren.

Dieser Artikel wurde heute auch in der Münsterländischen Volkszeitung veröffentlicht
 


Muss die Kirche auf „Donum vitae“ zugehen?

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Die Augsburger Allgemeine Zeitung schreibt am 26. 1.18 unter dem Titel „Abtreibung: Kirche geht auf Donum vitae zu“:

„Nun scheint der Streit beigelegt worden zu sein. Das erklärte…der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Thomas Sternberg. Dies gehe aus einem Brief des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, an ihn hervor.

Demnach würden die deutschen Bischöfe jetzt anerkennen, dass „Donum Vitae“ den Schutz des ungeborenen Lebens zum Ziel habe. Beschäftigte von „Donum vitae“ könnten außerdem in Zukunft auch in bischöflichen Schwangerenberatungsstellen angestellt werden.“

Die Frage ist, was hat sich bei „Donum vitae“ gegenüber bisher geändert? „Donum vitae“ stellt weiterhin dden Beratungsschein für die „rechtswidrige, aber straffreie Abtreibung“ aus. Erzbischof Dyba hat diesen Schein zu Recht eine „Tötungslizenz“ genannt. Die Kirche verurteilt Abtreibung auf dem 2. Vatikanum als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“.

Die AZ bezeichnet die bisherige Haltung der Kirche als „rigid“ und als „umstritten“ , wohl wissend, dass diese Begriffen negativ besetzt sind.

Manches, was die Kirche fordert oder ablehnt, wird von der säkularen Welt so genannt. So erging es auch Jesus Christus. Das wissen seine Anhänger ebenfalls.

Die Ausstellung des Beratungsscheins hat jedenfalls nicht das Ziel, „ungeborenes Leben zu schützen“. Der Schein dient ausschließlich der rechtswidrigen, aber straffreien Abtreibung. Eine Aufweichung der kirchlichen Haltung wird kein „ungeborenes Leben“ retten. Das Gegenteil wird der Fall sein.

Was die Kirche aber tun könnte, wäre die massive Aufstockung der Mittel für kirchliche Schwangerenberatung!

Unser Autor Prof. Dr. Hubert Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und die Monatszeitschrift DER FELS


ZpV kritisiert die Würdigung von „Donum vitae“ durch den Erzbischof von München

Presse-Erklärung des ZpV (Zusammenschluss papsttreuer Vereinigungen):

Kardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, schreibt in einem Brief an das ZdK: „Es besteht kein Zweifel, dass das Ziel von Donum Vitae ebenso wie das der bischöflich verantworteten Schwangerenberatung der Schutz des ungeborenen Menschen ist.“ 

Der Münchner Erzbischof zieht daraus den Schluss, dass ehemalige Mitarbeiter von Donum vitae auch in kirchlichen Beratungsstellen arbeiten könnten, was bisher untersagt war.

Um dem kurzen Gedächtnis aufzuhelfen:

Donum vitae ist eine Protestgründung gegen die eindeutige Anordnung Papst Johannes Pauls II., keine Beratungsscheine mehr auszustellen, da sie den Mord am Ungeborenen ermöglichen und staatsrechtlich straffrei machen. Donum vitae wurde eindeutig nur deshalb gegründet für eben diese Schwangeren-Beratung mit „Tötungslizenz“ (so nannte Erzbischof Dyba den Beratungsschein).

Wer aber auf diese Weise zum Mord an einem unschuldigen Menschen die Hand reicht und ihn ermöglicht, auch indirekt, verfällt der Tatstrafe der Exkommunikation. Dies gilt vor Gott für jeden, sei er Kardinal oder Obdachloser. – Wie steht es eigentlich um das Bewußtsein dieser Hirten hinsichtlich ihrer Verantwortung vor Gott?

Reinhard Dörner, ZpV-Vorsitzender – Internet: http://www.papsttreue-vereinigungen.de

Foto: Laura Mohr