Syrien: Schweizer Bischofskonferenz appelliert an den Westen, den Extremismus der „Rebellen“ nicht zu dulden

Stellungnahme von Bischof Markus Büchel, Vorsitzender der Schweizer Bischofskonferenz:

„Tief betroffen und empört nehmen die Schweizer Bischöfe Anteil am Schicksal der beiden entführten syrischen Amtsbrüder. Sie fordern von den Entführern umgehend die Freilassung des syrisch-orthodoxen Bischofs Yohanna Ibrahim sowie des griechisch-orthodoxen Bischofs Bulos Yazigi.

Gleichzeitig rufen wir, gemeinsam mit Kirchenvertretern aus aller Welt, die Parteien im syrischen Bürgerkrieg dazu auf, endlich die Rechte religiöser Minderheiten, gleich welcher Herkunft, zu respektieren und zu schützen.

Die jüngsten Entführungsfälle der beiden Bischöfe aus Aleppo stehen in einer langen Reihe von gewaltsamen Übergriffen gegen Christen in Syrien. Die fortschreitende Vertreibung und Ermordung christlicher Gemeinschaften in Syrien muss endlich gestoppt werden.

Hier tragen auch die westlichen Verbündeten der Aufständischen in Syrien eine große Verantwortung. Diese jüngsten Entführungen, wofür gemäß kirchlichen Quellen eine Gruppe islamistischer Extremisten verantwortlich ist, zeigen einmal mehr, dass im Krieg in Syrien extremistische Kräfte einen immer stärkeren Einfluss gewinnen.

Die Bischöfe fordern deshalb auch die westlichen Regierungen auf, in ihrer Syrienpolitik die Interessen der religiösen Minderheiten stärker einzubeziehen und den zunehmenden Einfluss extremistischer Kräfte nicht zu dulden.“


Kirchenskandal: Schweizer Bischofskonferenz verweigert Unterstützung für Volksinitiative gegen Abtreibungsfinanzierung

Der Schweizer Nationalrat lehnte in dieser Woche die Volksinitiative „Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ nach einer langen Debatte deutlich ab. Geht es nach dem Willen des Parlaments, sollen Abtreibungen also weiter durch die Krankenkassen bezahlt werden. 

Doch Elvira Bader, Co-Präsidentin des Initiativkomitees, will sich davon nicht entmutigen lassen: Die Initiative, die zur Volksabstimmung ansteht, finde mehrheitlich Zustimmung in der Bevölkerung, erklärt die ehem. CVP-Nationalrätin.

Dabei verweist sie auf eine US-Studie aus dem Jahr 1996. Diese belege, daß Abtreibungen zurückgehen, wenn sie privat finanziert werden müssen.Baby (2)

Dazu kommt, daß bei einer Annahme der Volksinitiative jene Beitragszahler,  die aus sittlichen oder religiösen Gründen eine vorgeburtliche Kindstötung ablehnen, nicht mehr weiter dazu gezwungen werden, Abtreibungen mitzufinanzieren; diese erzwungene Mitfinanzierung widerspricht sowohl der Gewissensfreiheit des einzelnen wie auch dem Respekt vor der Religionsfreiheit im freiheitlichen Rechtstaat.

Die Volksinitiative wurde bereits im Juli 2011 eingereicht.  Die Schweizer Bischofskonferenz sagt aber weder JA noch NEIN dazu. Die katholischen Oberhirten möchten stattdessen eine neue Grundsatzdebatte über das Thema Abtreibung in die Wege leiten, erklärten sie im Dezember.

Es soll also offenbar nicht gehandelt, sondern nach wie vor lediglich diskutiert werden (als ob das nicht schon seit Jahrzehnten der Fall wäre!)   – eine blamable, geradezu skandalöse Haltung.

Sieht so etwa ein glaubwürdiger und wirksamer Einsatz für die bedrohten Kinder im Mutterleib aus?

Linken und feministischen Gegnern der Volksinitiative gefällt diese zeitgeistliche Anbiederung der lauwarmen Oberhirten; auf ihrer Facebook-Seite jubeln sie:

„Wir bekommen überraschende Unterstützung: Die Schweizerische Bischofskonferenz (SBK) will die umstrittene Initiative «Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache» nicht unterstützen. Der künftige Präsident der Schweizer Bischofskonferenz und St. Gallener Bischof Markus Büchel lehnt die Initiative sogar offen ab.“

Orientiert sich die Schweizer Bischofskonferenz in dieser Causa überhaupt noch an den Zehn Geboten?  Ist ihr der Zeitgeist wichtiger als der Heilige Geist? Fürchtet sie das Mißfallen der Medien stärker als das Jüngste Gericht? 

Dies ist ein höchst betrüblicher, ärgerniserregender Vorgang, um den sich der Vatikan schnellstmöglich kümmern sollte.

Es genügt nicht, wenn einzelne Persönlichkeiten sich zu Wort melden wie zB. Philosophieprofessor Josef Seifert, Gründer und Präsident der „Internationalen Akademie für Philosophie“ in Liechtenstein; er ist zudem Mitglied der „Päpstlichen Akademie für das Leben“ und kritisierte bereits vor Monaten die Haltung der Schweizer katholischen Bischöfe in dieser Causa. Wenngleich er manche Formulierungen der Volksinitiative für verbesserungswürdig halte, so seine Stellungnahme, sei diese Aktion dennoch unterstützenswert.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster