USA: Bischof John Paprocki schließt Pro-Abtreibungs-Politiker von hl. Kommunion aus

Der katholische Bischof von Springfield, Thomas John Paprocki, hat angeordnet, dass Politiker, die an Gesetzen mitwirken, die Abtreibungen erlauben, in seiner Diözese nicht die hl. Kommunion empfangen dürfen. Das berichtet der Catholic Herald. Springfield ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Illinois.

Bischof Paprocki begründete seine Entscheidung damit, dass Politiker, die das täten, „stur darauf beharrten, das verabscheuungswürdige Verbrechen und die äußerst schwere Sünde der Abtreibung zu fördern“.

Die betreffenden Personen, von den Paprocki zwei namentlich nannte, „dürfen erst wieder zur heiligen Kommunion zugelassen werden, wenn sie diese schweren Sünden aufrichtig bereut“ hätten und „darüber hinaus eine angemessene Wiedergutmachung der angerichteten Schäden und des Skandals geleistet oder dies zumindest aufrichtig versprochen“ hätten.

Quelle: ALFA-Newsletter

 


Bistum Essen: Was dem „Zukunftsforum“ zum Thema Schuld und Beichte einfällt

Von Felizitas Küble

Im Bistum Essen – bekanntlich umfaßt es das dicht bevölkerte Ruhrgebiet  – wurde von Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck ein „Zukunftsforum“ einberufen, wozu mehrere Veranstaltungen gehörten und auch für das nächste Jahr weiter geplant sind.  
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Die bisherigen Ergebnisse dieses „Dialogprozesses“ wurden in einer offiziellen kirchlichen Broschüre zusammengefaßt: https://zukunftsbild.bistum-essen.de/fileadmin/medien/bistumsfest/Bistum_Essen_Zukunftsforum_2015_klein.pdf
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Wie heutzutage nicht anders zu erwarten, findet der Leser neben sinnvollen Vorschlägen eine Reihe fraglicher oder problematischer Ideen. Das Sakrament der Buße  –  also die Beichte  –  wird dort im Grunde gleich „entsorgt“.
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Auf S. 86 heißt es unter der Rubrik „Rituale zu Schuld, Vergebung und Versöhnung“ kurzerhand:
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„Dennoch werden wir als Kirche hier kaum noch wahrgenommen, weil unsere überkommenen Rituale (Beichte, Bußgottesdienste …) selbst unter geübten Katholiken nur noch wenige Menschen ansprechen.“
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Die „Projektidee“  lautet also: „Im Bistum werden Rituale, Symbole, liturgische Feiern entwickelt, die sich mit den Fragen von Schuld, Vergebung und Versöhnung befassen….Eine Arbeitsgruppe entwickelt neue Angebote, die Menschen helfen, Schuld und Scheitern anzunehmen und zu verarbeiten – und diesen Prozess auch in eine liturgische Feier münden zu lassen.“
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Merke: Nicht einmal die bisherige kirchliche Bußandacht (die ohnehin im Falle schwerer Sünden keine Einzelbeiche ersetzt, sondern darauf vorbereiten soll) findet Gnade in den Augen dieses „Zukunftsforums“.
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Was freilich an die Stelle von Beichte und Bußandacht treten soll, bleibt letztlich offen. Schuld wird nicht mehr im Bekenntnis bereut und von Christus durch den Priester vergeben, sondern „angenommen und verarbeitet“ – was immer das heißen mag.
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Wie wäre es mit dem Gang zur Couch des Psychologen?  – Aber für diesen „heißen“ Tip benötigt kein Mensch eine katholische Dokumentation!

Die Eucharistie: eine „Arznei zur Unsterblichkeit“ – kein Heilmittel für jeden

Uwe C. Lay zur Debatte um Geschieden-Wiederverheiratete

Wer Kinder zuhause hat, der schließt sein Medikamentenschränkchen sorgfältig ab. Was für ein Unglück, wenn die Kleinen  –  „Schau die bunten Smarties und die vielen Säfte in so niedlichen Fläschleins!“ –  den Schrank ausräubern. Medikamente sind keine Süßigkeiten, aber wenn das die Kleinen merken, könnte es schon zu spät sein: Vergiftung, vielleicht sogar eine tödliche. 

Foto: E. Gründler

Foto: E. Gründler

Eine Medizin ist etwas Gesundmachendes, wenn es richtig angewendet wird. Das eine Mittel, gemäß der Vorschrift des Arztes eingenommen, entfaltet eine heilende Wirkung  –  aber unsachgemäß eingenommen kann es schlimmste Folgen zeitigen.

Je wirksamer ein Medikament ist, desto destruktiver ist es auch, falls es vorschriftswidrig eingenommen wird. Die in einer Medizin schlummernde Kraft kann sich also zum Positiven wie zum Negativen realisieren: Schwache Medizin setzt wenig Kraft frei (sei es zum Positiven wie Negativen), starke hingegen viel Kraft.

Es soll nun von der stärksten auf Erden bekannten Medizin die Rede sein: der „Arznei zur Unsterblichkeit“.

In der frühen Kirche verkündete man es so: Jesus Christus hat für uns kranke/sündige Menschen die beste aller denkbaren Heilmethoden bereitet, sein geopfertes Fleisch und Blut, auf daß wir gesunden und von der Krankheit zum ewigen Tode befreit werden!

Gottes Medizin für unser Heil

Das Sakrament des Altares ist die Medizin Gottes für uns Kranke – und die Kirche ist die Apotheke, in der dies Heilmittel ausgeteilt wird. Diese Medizin muß wie jedes Medikament nach Vorschrift eingenommen werden, damit sie wirklich eine Heilung hervorbringt, denn unsachgemäß eingenommen bewirkt sie Unheil. 5d56a7150a

Erschüttert muß der hl. Völkerapostel Paulus feststellen (vgl. 1.Kor 11, 17-34), daß in der korinthischen urchristlichen Gemeinde die Eucharistie nicht gemäß dem Willen des Heilandes gefeiert wird.

Ja, Christen starben (den geistlichen Tod) infolge eines unsachgemäßen Umganges mit der Eucharistie: sie starben sozusagen an Eucharistievergiftung, wie Menschen auch an einer Tablettenvergiftung sterben können. Energisch wird der Ton des Apostels: er muß die Gemeinde zur rechten Ordnung zurückrufen.

Was ist die rechte Ordnung für die Spendung des Altarsakramentes?

Diese Frage muß die Kirche verbindlich beantworten, damikleines-ritualet diese Medizin namens Altarsakrament den Empfängern nicht zum Unheil gereicht. Sie bewahrt diese sakramentale Medizin im Tabernakel auf und teilt sie nur so aus, daß sie zum Heil und nicht zum Unheil wirkt.

Heil oder Unheil, Segen oder Fluch

Ja, man kann sich in der Eucharistie  –  wird sie sakrilegisch als „Gottesraub“ empfangen  –  wahrlich in die Hölle kommunizieren. So wirksam ist die Kraft dieses Sakramentes zum Unheil, denn recht empfangen eröffnet sie uns ja das Tor zum Himmel.    

Wem darf die Kirche also, um solches Unheil zu verhindern, dieses Heilssakrament nicht spenden?

Eindeutig lehrt hier die Kirche, daß Geschieden-Wiederverheiratete die hl. Kommunion nicht erhalten dürfen, weil sie diese nur zum Unheil empfangen könnten. Es wäre verrückt, einer Mutter, die ihren Kindern nicht ihre Herztabletten zum Naschen austeilen will, einen Mangel an Liebe zu ihren Kindern vorzuhalten.

Aber unserer Mutter Kirche werfen Gläubige landauf-landab einen Mangel an Barmherzigkeit vor, wenn sie Menschen, um sie vor einer Eucharistievergiftung zu bewahren, dieses Heilssakrament nicht spendet!

Ohne im Rahmen dieses Beitrags die katholische Lehre zum Sakrament der Ehe entfalten zu können, ist eines doch klar:

Es gibt keine legitime Scheidung einer sakramental gültig geschlossenen Ehe. Wer sich durch ein weltliches Gericht scheiden läßt, gilt vor den Augen des Staates als geschieden. In den Augen Gottes besteht das Eheband aber weiter.

Wer als Geschiedener wieder heiratet, geht eine unerlaubte (Zivil-)Ehe ein. Er lebt so im permanenten Ehebruch gegen die immer noch gültige (erste) Ehe. 120505184_B_July und Mike draussen

Jenen Katholiken, die im dauernden Ehebruch leben und keine Bereitschaft zur Beendigung dieser schweren Sünde erkennen lassen, darf die Kirche keine Eucharistie austeilen, weil diese Menschen sie für sich nur zum Unheil empfangen könnten. 

Das Bußsakrament als Ausweg aus diesem Problem ist hier versperrt, weil zur gültigen Beichte unbedingt die Absicht gehört, die betreffenden schweren Sünden künftig zu meiden. Wo aber jemand hartnäckig darauf beharrt, kann er nicht losgesprochen werden.

Aus Liebe zu solch sündigenden Kindern versperrt Mutter Kirche ihnen daher den Zugang zum Tisch des HERRN, wie jede liebende Mutter ihren Kindern den Medizinschrank verschließt.

Oder sollten wir sagen, daß jeder selbst zu entscheiden könne, ob er dieses heilige Sakrament empfangen dürfe? Man stelle sich vor, der Staat erklärte, daß jeder, unabhängig davon, wie viel Alkohol er konsumiert hat, selbst zu entscheiden hätte, ob er noch fahrtüchtig ist. Das sei ferne! Es gibt eben objektive Kriterien, ab wann jemand nicht mehr fahrfähig ist.

Ähnlich ist es auch mit der Eucharistie: wer in der Sünde des Ehebruchs lebt,  ist objektiv nicht befähigt, das Altarsakrament zu seinem Heil zu empfangen. Das Gewissen kann sich dabei sehr wohl irren  – wie auch Alkoholisierte ihr Fahrvermögen völlig irreal einschätzen können.

Aber um des Heiles der Seelen willen muß die Kirche ihren Gläubigen, die sich im Stand der schweren Sünde befinden, die hl. Kommunion verweigern, denn: „Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch des HERRN trinkt, der macht sich schuldig am Leib und Blut des HERRN“, schreibt auch für uns heute der Völkerapostel Paulus.

Uwe Christian Lay ist katholischer Publizist, Konvertit und früherer evangelischer Vikar