Bischof Dr. Rudolf Voderholzer über den Beschluss des Bundestags zur „Sterbehilfe“

„Das neue Gesetz ist nur eine sehr schwache Hürde auf einer insgesamt abschüssigen Bahn“

Das Abstimmungsergebnis des Deutschen Bundestages vom 6. November 2015 zur Frage der Sterbehilfe muss differenziert betrachtet werden. Was war politisch möglich und mehrheitsfähig? Und was war unter der Rücksicht eines umfassenden Lebensschutzes maximal zu erhoffen? borMedia1840101

Der mehrheitlich verabschiedete Gesetzesentwurf stellt die geschäftsmäßige Suizidbeihilfe unter Strafe und sorgt dafür, dass „Suizidbeihilfe-Firmen“, wie wir sie aus der Schweiz kennen, in Deutschland keine Arbeitsgrundlage haben. Insofern ist das Gesetz zu begrüßen.

Was aber den Lebensschutz insgesamt betrifft, muss befürchtet werden, dass das neue Gesetz nur eine sehr schwache Hürde ist auf einer insgesamt abschüssigen Bahn. Die Haltung der deutschen Bischöfe war in unserem Flyer „Sterben in Würde“ (2014) präzise formuliert: „Aus ethischer Sicht ist die Beihilfe zur Selbsttötung – sowohl durch Organisationen als auch durch Ärzte und andere nahe stehende Personen – abzulehnen.“

Ich sehe nicht, wie mit der verabschiedeten Gesetzgebung verhindert werden kann, was wir Bischöfe auf dem Flyer als Befürchtung geäußert haben, dass nämlich „der innere und äußere Druck auf alle Alten, Schwerkranken und Pflegebedürftigen zunimmt.“

Werden sich alte, bedürftige und schwerkranke Menschen wirklich noch „von einer selbstverständlichen Solidarität und Hilfe ihrer Mitmenschen getragen“ wissen oder müssen sie sich nicht doch eher als Last und als unnütz empfinden, wenn sie ihren Platz nicht legal und unter straffreier Mithilfe eines Angehörigen oder Nahestehenden räumen (vgl. Flyer „Sterben in Würde“ der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 2014).

Quelle: http://www.bistum-regensburg.de/news/bischof-dr-rudolf-voderholzer-zum-beschluss-des-bundestages-zum-thema-sterbehilfe-vom-6-november-2015-4166/

Foto: Bistum Regensburg


Laos: Medizinische Behandlung verweigert – verfolgter Christ stirbt im Gefängnis

Infolge einer schweren Diabetes-Erkrankung starb der Christ Tiang aus dem Dorf Huey (Distrikt Atsaphangthong) im sozialistisch beherrschten Laos im Gefängnis. Tiang war von einem Gericht in Savannakhet zu neun Monaten Haft verurteilt worden. 027_24

Wie “Human Rights Watch for Lao Religious Freedom” (HRWLRF) berichtet, hätte Tiang wegen der diabetesbedingten Komplikationen einer besonderen Behandlung bedurft, die er im Gefängnis nicht erhielt. Tiang hatte um eine Behandlung im Krankenhaus gebeten, die ihm jedoch verweigert worden war. Tiang hinterlässt eine Frau und sechs Kinder.

Tiang wurde zusammen mit vier weiteren Christen verurteilt, weil er gegen das Gesetz über medizinische Hilfeleistung verstoßen habe: die Anklage lautete “Missbrauch des Arztberufs”. Die Gläubigen hatten eine schwerkranke Frau besucht und gemeinsam mit ihr um Genesung gebetet. Nach dem Ableben der sterbenskranken Frau wurden die Christen für deren Tod verantwortlich gemacht. Gegen das Urteil hatten die Christen Berufung eingelegt.

Quelle: Fidesdienst