Suchtexperte warnt vor Cannabiskonsum

Welche Folgen der Konsum von Cannabis haben kann, erklärt der Oberarzt der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim, Prof. Dr. Christian Vollmert, im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung vom 10. Januar 2014:  Fotolia_23885701_Konzert_470x_

„Die Gefahren bei Cannabis sind weniger konkrete körperliche Schäden wie eine Leberzirrhose oder ein schrumpfendes Gehirn beim Alkohol. Sondern die Folgen spielen sich eher auf der psychischen Ebene ab. Es kommt natürlich zu den bekannten Rausch-Zuständen, Hochgefühlen und Euphorie.

Diese Momente sind oft positiv besetzt, aber es kann sich auch daraus eine Angststörung oder eine Psychose entwickeln.

Es kann auch zu kognitiven Störungen kommen, eine Beeinträchtigung der Denkleistung. Eine weitere Gefahr ist auch das antimotivationale Syndrom, bei dem der Patient sich nur noch seinen Rauschzuständen hingibt und jeglicher innerer Antrieb fehlt. Das kann gerade in der heutigen Zeit, wo im Berufsleben viel gefordert wird, sehr schädlich sein.“

Auf die Frage, wie sich eine Abhängigkeit äußern kann, antwortet der Suchtexperte:

„Es sind weniger körperliche Entzugssymptome wie Zittern oder körperliche Schmerzen. Aber die Konsumenten haben unter Umständen ein Entzugssyndrom, haben weniger Appetit oder leiden unter Schlaflosigkeit. Der Drang nach immer weiterem Konsum und ein Kontrollverlust sind weitere Aspekte einer Abhängigkeit.“

Quelle und vollständiger Text hier: http://www.rnz.de/service/00_20140110060000_110610892-Christian-Vollmert-warnt-vor-den-Folgen-des-Ca.html#ad-image-0


Mega-Studie: Positiver Zusammenhang zwischen Glaube und seelischer Gesundheit

Religiöse Menschen sind weniger oft von Depression, Suchtkrankheiten oder Suizid betroffen als Atheisten. Dies ist das Ergebnis einer österreichisch-amerikanischen Übersichts-Studie, die jüngst im Journal of Religion and Health veröffentlicht wurde.

Das Team um Dr. Raphael Bonelli, Psychiater und Neurologe an der Sigmund-Freud-Universität in Wien, und seinem Kollegen Dr. Harold G. Koenig, Vorstand des Center for the Study of Religion/Spirituality and Health an der Duke University, untersuchte alle Forschungsarbeiten zu Glaube und psychischer Gesundheit, die seit 1990 weltweit in den meistzitierten psychiatrischen und neurologischen Fachzeitschriften erschienen sind.media-373855-2

72 Prozent der bedeutungsvollen Studien zeigten, daß die psychische Gesundheit mit dem Ausmaß wächst, in dem sich ein Mensch religiös-spirituell engagierte, bei 18 Prozent war der Zusammenhang nicht eindeutig, nur bei fünf Prozent fiel er negativ aus.

Für Prof. Bonelli bestätigen diese umfangreichen Daten den stabilisierenden Faktor von Religiosität. „Natürlich werden aber immer wieder auch religiöse Menschen psychisch krank oder nehmen sich das Leben“, räumt der Psychiater gegenüber Kathpress (online 1. 4. 2013) ein, eine 100-prozentige Garantie gebe es nie.

Für Bonelli, der das Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie (RPP) leitet, sind die Studienergebnisse klarer Auftrag an Psychiater und Therapeuten, die vorhandene Religiosität von Patienten als nutzbare Ressource anzusehen, nach der man durchaus „ebenso wie nach der Familie“ fragen solle.

Daß Religion und Spiritualität für eine optimale medizinische Betreuung von Patienten eine wichtige Rolle spielen, zeigte auch eine kürzlich in der Psychiatrischen Praxis veröffentlichte Studie (2013; 40(01): 43-48 DOI: 10.1055/s-0032-1327242).

Wissenschaftler von der Abteilung für Psychiatrie der Universität Münster fanden heraus, daß Religion und Spiritualität bei drei von vier Patienten eine mehr oder weniger große Rolle spielten. Es gab zudem deutliche Hinweise dafür, daß der Glaube einen positiven Effekt für die Krankheitsbewältigung hatte.

Quelle: IMABE-Institut