Zur Aufarbeitung des Missbrauchs: Warum die Kirche strenger als der Staat ist

Von Dr. Josef Bordat

Oft begegnet einem der Vorwurf, die Kirche arbeite den sexuellen Missbrauch in ihren Einrichtungen, wie er vor allem im 20. Jahrhundert in erschreckendem Ausmaß stattfand, nicht oder nicht angemessen auf – häufig wird dieser Vorwurf genau dann erhoben, wenn mal wieder ein neues Gutachten präsentiert wird, wie am Donnerstag in Köln.

Dagegen stehen die Fakten.

Seit 2010, als das Thema zu einem öffentlichen wurde, gab es mehrere Gutachten mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten und Zielsetzungen zur Aufarbeitung der Vergangenheit sowie eine Verschärfung der kirchenrechtlichen Lage zur Prävention von Missbrauch in der Zukunft.

Für die MHG-Studie („Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“) aus 2018 wurden im Bearbeitungszeitraum von 2014 bis 2017 fast 40.000 Personalakten untersucht.

Auf diözesaner Ebene gibt es neben dem strafrechtlichen Gutachten der Kanzlei Gercke Wollschläger zum Erzbistum Köln (2021) auch ein Rechtsgutachten der Kanzlei Westpfahl, Spilker, Wastl zum Erzbistum München und Freising („Sexuelle und sonstige körperliche Übergriffe durch Priester, Diakone und sonstige pastorale Mitarbeiter im Verantwortungsbereich der Erzdiözese München und Freising in der Zeit von 1945 bis 2009. Bestandsaufnahme – Bewertung – Konsequenz“ ), das bereits 2010 vorgelegt wurde, sowie ein seit 2019 laufendes Aufarbeitungsprojekt im Bistum Limburg unter Supervision der Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller („Betroffene hören – Missbrauch verhindern“).

Das RECHT schützt die JUGEND

Ferner wurden die seit 2002 bestehenden Leitlinien zur Prävention von sexualisierter Gewalt und Missbrauch 2010 verschärft.

Die normativen Grundlagen dafür, dass Missbrauch in Einrichtungen der Katholischen Kirche verfolgt wird, ist damit gegeben, sogar in weit größerem Maße als in weltlichen Institutionen oder in nicht-institutionellen Kontexten.

Denn: Während eine generelle Anzeigepflicht im Hinblick auf Sexualstraftaten gegenüber der Polizei oder Staatsanwaltschaft im weltlichen Recht grundsätzlich nicht existiert, führte die Deutsche Bischofskonferenz diese 2010 ein.

Das Kölner Gutachten dazu:

„Auch im Kirchenrecht war eine Anzeigepflicht gegenüber den Strafverfolgungsbehörden lange unbekannt. Erst in den Leitlinien 2010 wurde eine Pflicht zur Anzeige eines Sachverhalts an die Strafverfolgungsbehörden verbindlich aufgenommen. Es konnte danach nur noch dann von einer Anzeige abgesehen werden, wenn eine solche Anzeige dem Willen des Opfers eindeutig zuwiderlief“ (S. 279).

Das heißt: Die Kirche verlangt seit 2010 mehr als der Staat, die Wahrscheinlichkeit einer Anzeige im Verdachtsfall ist aufgrund der unterschiedlichen Rechtsgrundsätze in der Kirche höher als überall anderswo.

FORTSETZUNG des Beitrags von Dr. Bordat hier: https://jobosblog.wordpress.com/2021/03/20/aufarbeitung-des-missbrauchs-tut-die-kirche-genug/

Jetzt ist dieses Buch des Philosophen Dr. Bordat erschienen: Würde, Freiheit, Selbstbestimmung. Konzepte der Lebensrechtsdebatte auf dem Prüfstand


Kindesmissbrauchs-Delikte weiter angestiegen

Bei einem Blick in die jüngere Kriminalstatistik konnte ein beunruhigender Trend erkannt werden. Die sexualisierte Gewalt gegen Kinder ist kontinuierlich angestiegen.

Auch wenn die Anzahl allgemeiner Delikte gegen Kinder etwas nachgelassen hat, ging der Trend bei Sexualstrafdelikten in die entgegengesetzte Richtung. Hierzu gehören auch die deutliche Zunahme des Konsums und der Verbreitung von Kinderpornografie.

Zudem sind die Fälle des neuartigen Cybergrooming angestiegen. Davon wird gesprochen, wenn Kinder gezielt in Internet-Foren und Chats auf sexuelle Handlungen angesprochen und sogar psychisch in diese Richtung gedrängt werden.

Viele wertvolle Tipps zur Aufklärung und Prävention bietet u.a. der Weiße Ring.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.extremnews.com/berichte/vermischtes/1a1517fb2fafcbb


EKD bittet Mißbrauchsopfer um Vergebung

Die EKD steht in der Pflicht, in den kirchlichen Reihen „Null-Toleranz“ gegenüber Sexualstraftätern und ihren Mitwissern zu zeigen. Das erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), in seinem Bericht am 11. November vor der EKD-Synode in Würzburg.

Sexualisierte Gewalt stehe im tiefen Widerspruch zur radikalen Liebe, für die die Kirche stehe. Bedford-Strohm: „Ich bitte alle Menschen, denen solches Leid im Raum der evangelischen Kirche widerfahren ist, im Namen des Rates der EKD um Vergebung.“

Die evangelischen Kirchen müssten „noch intensiver an Präventionskonzepten und zielgenauer Aufarbeitung arbeiten“. So wolle die EKD die Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Kommission zur Aufklärung sexuellen Kindesmissbrauchs ausbauen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/sexuelle-gewalt-in-der-kirche-ekd-bittet-opfer-um-vergebung-107180.html


Sexualisierte Gewalt in einer Mainzer Kita – und die Verantwortung des Bistums?

PRESSEMELDUNG der Betroffenen-Initiative „netzwerkB“:

Das Bistum Mainz, mit Kardinal Karl Lehmann an der Spitze, „feuert“ lieber sieben Angestellte, anstatt selbst die Verantwortung für den Skandal in der Mainzer Kita ‘Maria Königin‘ zu übernehmen. https://i2.wp.com/netzwerkb.org/wp-content/uploads/2015/06/kardinal-lehmann-kita-mainz.jpg

55 Kinder sollen monatelang mehrfach täglich massiv bedroht und erpresst worden sein und sexualisierte Gewalt erfahren haben. Laut Berichten soll es geradezu ein Bandenwesen von Kindern gegen andere Kinder gegeben haben.

Die Frage ist zu stellen, was für eine Kultur in dieser Kita vorherrschte, dass ein solch massives Ausagieren von Gewalt möglich war.

Die Entlassung von allen Mitarbeitern mag für manche befreiend wirken; der Anschein wird erweckt, die Wurzel des Übels sei bereits identifiziert, nötige Konsequenzen gezogen und somit alles wieder in Ordnung.

Mitarbeiter-Entlassung nur Symptombehandlung

Letztendlich ist diese Maßnahme nur eine sehr oberflächliche Symptombehandlung.

Und noch bevor der Widerhall in den Medien über diesen Skandal ganz verklungen ist, geht die katholische Kirche zum nächsten Tagesgeschäft über: die anstehende Neueröffnung ihrer Kita.

Durch die Kündigung der Erzieher wird die Annahme bestärkt, dass der Dienstgeber – also der Träger oder Geschäftsführer – davon überzeugt ist, dass die Angestellten ihre Dienstpflichten verletzt haben. Bisher werden in den Medien lediglich die Anklagepunkte durch die Staatsanwaltschaft gegen die Angestellten mitgeteilt.

Die Seite der Erzieherinnen wird ausgeklammert, wie sie die beschriebenen Vorgänge erlebt haben mögen, wie das Ganze arbeitsrechtlich zu behandeln sei, etc.

Dabei könnte es sich lohnen, näher hinzuschauen und z.B. arbeitsorganisatorische Fragen zu stellen:

Wie viele KollegInnen arbeiteten pro Schicht? Wie lange dauerte eine Schicht? Für welches Entgelt wurde gearbeitet? Wie waren die Arbeitsbedingungen? Wie lief die Kommunikation der KollegInnen untereinander? Wie war die übliche Stimmung bzw. Arbeitsatmosphäre und warum?

Und brisanter noch: Wie waren die Kommunikationsstrukturen zwischen Team und Leitung, zwischen Leitung und Geschäftsführung bzw. Träger? Interessierte die Geschäftsführung bzw. den Träger denn nicht, wie der Arbeitsalltag in dieser Kita aussah?

Informierte sie sich also oder tat sie dies nicht? Wenn sie sich informiert hatte – warum handelte sie dann erst, als eine Tageszeitung sich einschaltete? Merkwürdigerweise scheint die Aufmerksamkeit sowohl der Staatsanwaltschaft als auch der Öffentlichkeit nur auf die Ex-Angestellten gerichtet zu sein und nicht auf die Verantwortung der Bistumsleitung.

Wer versucht hier, seine Hände in Unschuld zu waschen bzw. die Verantwortung auf die weiter unten in der Arbeitshierarchie abzuwälzen?  


Causa Felix Rexhausen: Betroffenen-Initiative fordert „Aufarbeitung statt Beschönigung“

Kürzlich wurde im CHRISTLICHEN FORUM darüber berichtet, daß die geplante Einweihung eines Felix-Rexhausen-Platzes hinter dem Kölner Hauptbahnhof vorerst auf Eis gelegt worden ist, nachdem der Publizist David Berger über die pädosexuellen Tendenzen des Namensgebers aufgeklärt hatte.  

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

Der bekannte Opferschutzverband „netzwerkB“ nimmt jetzt per Pressemitteilung  Stellung zur aktuellen Debatte durch einen Kommentar von Dr. Marcella Becker; die Stellungnahme äußert sich zudem auch grundsätzlich zur Verharmlosung von Sexualität mit Kindern („Tätersprache“):

Rexhausen-Buch: Wilde Sexspiele

„Manche Aspekte der derzeitigen Diskussion im schwulen Blätterwald um den Felix Rexhausen Platz in Köln  –  feierliche Einweihung oder nicht, oder gar doch anders benennen  –  ist würdelos und ein Schlag ins Gesicht Betroffener von sexualisierter Gewalt.

Rexhausen – ein Journalist und Buchautor, der sich auch für Menschenrechte und Rechte der Homosexuellen eingesetzt hatte, publizierte 1969 unter einem Pseudonym das Buch „Berührungen“, in dem er pädophile und ephebophile Fantasien in Schilderungen von wilden Sexspielen von 14- mit 11 jährigen Jungs beschreibt.IMG_1061

Während er Sex von Erwachsenen mit Sieben- und Neunjährigen vielleicht noch hinterfragte, meinte er jedoch, dass „Liebe und Lust mit einem Fünfzehnjährigen“ durchaus eine andere Sache seien. 

Anstatt die Diskussion um die Persona Rexhausen als Anreiz zur Aufarbeitung des Themas sexualisierter Gewalt gegen Kinder innerhalb der homosexuellen Bewegung aufzunehmen, vertut man diese Chance und ergibt sich in den üblichen Grabenkämpfen. (…) 

Grenzverletzungen nicht vertuschen

Die Zeit ist reif auch für die homosexuelle Community, sich damit auseinanderzusetzen, dass es in der Tat Grenzgänger gab und gibt zwischen sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche und Homosexualität als einvernehmliche Sexualität zwischen erwachsenen Partnern ohne Machtgefälle.

Ein gesundes Sexualempfinden (egal ob hetero oder homo) zu entwickeln war generell eine Herausforderung im prüden Milieu der Nachkriegsjahre. Und dass ein Teil des Zeitgeistes der 68er von der heutigen Perspektive aus gesehen Grenzverletzungen zuließ und teilweise zelebrierte, ist nun auch kein Geheimnis mehr.

„Literarische“ Argumentation jenseits der Realität

Rexhausen‘s Buch wird  –  eben auch heute noch  –  ‚als literarischer Text‘ gepriesen, dem man sich ‚mit literarischen Kriterien zu nähern‘ habe. Die Stellen im Text mit Beschreibungen von “wilden Sexspielen von 14- mit 11-jährigen Jungs“ seien aus dem Kontext gerissen. Solcherlei literarische Argumentation geht an der körperlichen und psychischen Realität von Jungen dieser Altersgruppen vorbei. 

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"Wenn man sich die Unterschiede zwischen der physischen, emotionalen und intellektuellen Entwicklung von 11 jährigen und 14 jährigen Jungen veranschaulicht, dann ist eine (wenn auch nicht erfolgreiche, sondern nur versuchte) anale Penetration – wie sie Rexhausen beschreibt – zwischen einem 11- und einem 14-Jährigen eine Form von Gewalt. Ein solcher Altersunterschied stellt eine inhärente strukturelle Gewalt bei Sex‘spielen‘ dar. 

BILD: Info-Buch der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ (Diese Buchbroschüre gibt es  – 1 Stück  – bei uns kostenlos)

Und egal in welchem politischen oder gesellschaftlichen Milieu es geschieht: sei es in schön-geistigen elitären Zirkeln, reformpädagogischen Zirkeln, heimlich in einem restriktiven religiösen Kontext, in linken Gruppen, die sich vom Moder der Nachkriegsjahre befreien wollten, oder eben auch homosexuelle Gruppen, die für eine Anerkennung und Akzeptanz ihrer Sexualität kämpfen.

Kinder und Jugendliche als Projektionsfläche für erwachsene sexuelle Bedürfnisse zu benutzen ist immer eine Form von Gewalt. Dies zu verharmlosen ist Tätersprache.

Quelle und weitere Infos hier: netzwerkb.org/2015/05/10/tatersprache/


Opferverband „NetzwerkB“ begrüßt eventuellen Konkurs der Odenwaldschule

Pressemitteilung der Betroffenen-Initiative „netzwerk B“:

Nach dem medialen hochkochen des Missbrauchsskandals an der Odenwaldschule hat das Interesse von Eltern und Schülern rapide abgenommen. Nun droht laut einem Bericht des SPIEGEL die Insolvenz. 

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

NetzwerkB begrüßt es sehr, wenn die Odenwaldschule Insolvenz anmeldet. Das verbleibende Vermögen könnte der Trägerverein dafür einsetzen, die Betroffenen von sexualisierter Gewalt angemessen zu entschädigen – es wäre ein würdevoller Akt der Versöhnung.

Sex mit Kindern zu entkriminalisieren, dafür setzte sich in den 80er-Jahren auch der Kinderschutzbund ein. Sex mit Erwachsenen, so die Botschaft, mache Kinder stark fürs Leben.

Erst nach dem im Oktober 2013 die dunklen Machenschaften dieser angeblichen Kinderschützer ans Tageslicht kamen und die Verantwortlichen mit dem Rücken an der Wand standen, wurde eine Aufarbeitung angekündigt. Wir würden es begrüßen, wenn auch der Kinderschutzbund sich auflösen würde – mit der Pädophilen-Lobby muss endlich Schluss sein!

Aber daraus wird wohl nichts. Denn ein Bündnis von Ja-Sagern der selbsternannten Kinderschützer wird das wahrscheinlich verhindern und gemeinsam verkünden: Zukünftig wird alles besser! Eine Fachtagung des Deutschen Kinderschutzbundes (http://netzwerkb.org/wp-content/uploads/2015/04/20150223_Fachtagung_Flyer.pdf) am 14. und 15. Mai 2015 in Berlin wurde extra dafür einberufen.


Schützt die Vorlage von Führungszeugnissen wirklich vor pädosexuellen Taten?

Pressemeldung der Betroffenen-Initiative „netzwerkB“:

Wir fordern die Politik auf, den Mythos der Sinnhaftigkeit der Vorlagepflicht von Führungszeugnissen nicht weiter zu verbreiten: paragraph_300x3001

Führungszeugnisse sind keine geeignete Präventivmaßnahme. Die Verpflichtung zur Vorlage polizeilicher Führungszeugnisse bei der Bewerbung um eine Anstellung in einer Einrichtung, welche hauptsächlich Kinder bzw.  Jugendliche betreut oder in welcher diese beschäftigt werden, führt faktisch nicht zur Verbesserung des Schutzes der Kinder und Jugendlichen vor Pädo-Kriminellen.

Zunächst ist zwingend zu beachten, dass eine Verfahrenseinstellung gemäß § 153 oder 153a StPO, wie zuletzt im Fall Edathy bekannt geworden, aus einem solchen Führungszeugnis gerade nicht hervorgeht, sondern lediglich etwaige Verurteilungen. Dies ist für Beschuldigte/Täter gerade einer der Haupt-Anreizpunkte einer Verfahrenseinstellung zuzustimmen und eine (häufig medienwirksame) Verurteilung zu vermeiden.

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

§ 153 StPO wird angewandt, wenn aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Schuld des Beschuldigten als gering einzustufen ist. Die häufigere Verfahrensweise ist jedoch das Vorgehen nach § 153a StPO, das heißt, einer Verfahrenseinstellung gegen eine Auflage – im Regelfall die Zahlung eines Geldbetrages an eine gemeinnützige Einrichtung oder die Staatskasse oder das Ableisten gemeinnütziger Arbeit.

Ein potentieller Arbeitgeber kann folglich aus einem vorgelegten Führungszeugnis nicht erkennen, ob gegen den Bewerber bereits ein Ermittlungsverfahren wegen pädokriminellen Tat geführt wurde.

Zur Vorlage eines „erweiterten“ Führungszeugnisses

Die Vorlage eines „erweiterten“ Führungszeugnisses, wie es etwa Staatsanwaltschaften und Gerichte anfordern können, kann allenfalls bei Bewerbern um Ämter des öffentlichen Dienstes / Richterämter und dergleichen verlangt werden. Ausschließlich aus diesen Führungszeugnissen sind auch etwaige Verfahrenseinstellungen ersichtlicn.

Insbesondere privat geführte Einrichtungen, Vereine etc. können folglich aus einem Führungszeugnis keineswegs erkennen, ob der Bewerber / die Bewerberin bereits in pädokrimineller Weise in Erscheinung getreten ist, wenn keine entsprechende Verurteilung vorliegt.

Zu berücksichtigen ist zudem in diesem Zusammenhang, dass von der Möglichkeit der Verfahrenseinstellung gemäß § 153a StPO, also gegen die Erfüllung von Auflagen, auch bereits durch die Staatsanwaltschaften häufig Gebrauch gemacht wird, zahlreiche Verfahren folglich gar nicht erst bei den Gerichten eingehen und somit bekannt werden.


Betroffenen-Initiative übt grundsätzliche Kritik an „Reformpädagogik“ und Odenwaldschule

Aktuelle Stellungnahme von „netzwerkB“:

Die Odenwaldschule ist zum Symbol der institutionalisierten sexualisierten Gewalt geworden. Ein Lehrer hat dokumentierte sexualisierte Gewalt, vom Volksmund gerne und falsch Kinderpornographie genannt, auf seinem Computer gespeichert.

Die Polizei kommt, beschlagnahmt das Material, die Schule kündigt dem Lehrer, im Nachklapp werden dem Lehrer weitere Grenzüberschreitungen vorgeworfen. IMG_1061

Die Staatsanwaltschaft prüft nun den Vorfall und den neuen Vorwurf. Das hätte an jeder anderen Schule in Deutschland auch passieren können. Ist es aber nicht. An jeder anderen Schule hätte die Schulleitung um sich selbst und der Institution wegen den Vorfall der übergeordneten Behörde gemeldet, hätte die Vorkommnisse diskutiert und sich selbstkritisch auseinandergesetzt.

Nicht so an der Odenwaldschule. Stattdessen lässt die Schule das vom Landrat gesetzte Ultimatum, sich bis vergangenen Freitag zu erklären, verstreichen und musste zum Krisengespräch bei der übergeordneten Behörde antreten. Strengere Auflagen sollen nun die Schule auf Kurs bringen. Monatlich rapportieren soll sie.

Eine Strafarbeit also, wie sie eigentlich gar nicht zum Konzept der reformpädagogischen Schule passt. Vielleicht ist der nächste Schritt ja Nachsitzen.

Reformpädagogik als solche Anfang März erschien der Tagungsband „Reformpädagogik  –  wie weiter?“ in der Verlagsgruppe Beltz, herausgegeben von den Professoren für Pädagogik Jürgen Oelkers und Damian Miller.

Eigentlich ein gewöhnlicher Vorgang. Experten einer Disziplin finden auf einer Tagung zusammen, so wie in diesem Fall im Herbst 2011 im schweizerischen Kreuzlingen und diskutieren über die Frage, inwieweit die Reformpädagogik als solche für die massenhafte sexualisierte Gewalt an der Odenwaldschule verantwortlich gemacht werden kann oder nicht.

Das Ergebnis war niederschmetternd für die Odenwaldschule. Die Gurus dieser Ideologie waren Grenzüberschreiter, die Ideologie begünstigt die Grenzüberschreitungen und die Berichte aus der Praxis bestätigen die Erfahrung der Grenzüberschreitung. Worüber soll nach dieser Erkenntnisflut eigentlich noch diskutiert werden? Und wozu? Und mit wem?

Die Verantwortlichen der Odenwaldschule leben in ihrer eigenen Realität, und die anderen sind sich weitgehend einig. Das „Familienprinzip“, nachdem ein oder mehrere Lehrerinnen und Lehrer mit ihren Schülerinnen und Schülern unter einem Dach in sogenannten „Heimfamilien“ leben, begünstigt Grenzüberschreitungen. Darüber sind sich alle einig. Außer die Vertreter der Odenwaldschule.

Quelle und Fortsetzung der Erklärung von Norbert Denef und Andreas Huckele hier: http://netzwerkb.org/2014/05/02/zeit-das-licht-auszumachen/

 


„NetzwerkB“ warnt vor pädosexuell getönten Lehrplänen und vor „Pornofizierung“

Pressemitteilung der Opferinteressenvertretung „netzwerkB“:

Generell sollten wir Wege finden für eine kinderfreundlichere Welt und insbesondere sind nicht nur die Frauenrechte, sondern auch die Belange von Müttern und Vätern in der Arbeitswelt mehr zu vertreten. P1000853

Die Rechte von Kindern und ihre Entwicklung müssen einen höheren Stellenwert bekommen. Wir fordern, dass der Kinderschutz in Deutschland als gemeinnütziger Zweck in § 52 der Abgabenordnung für damit befasste Organisationen endlich anerkannt wird.

Wir erwarten von der Bundesregierung mehr Kontrolle, damit nicht über staatliche Fördermittel Broschüren, Veranstaltungen und Lehrpläne unterstützt werden, die unter dem Deckmantel einer „sexualpädagogischen Erziehung“ Positionen Vorschub geleistet wird, die Interessen von Pädophilen propagieren.

Fälle, wie wir sie mit Publikationen aus dem Umfeld des Dortmunder Instituts für Sexualpädagogik und Pro familia erlebt haben, dürfen sich nicht wiederholen.

„Pornodruck auf Kinder und Jugendliche“

Insbesondere darf es nicht länger verharmlost werden, dass Kinder und Jugendliche einem zunehmenden und unkontrollierten Druck durch pornografische Angebote ausgesetzt werden bis hin zu hardcore Pornographie, was von bestimmten Sexualpädagogen aufgrund einer angeblich aufklärerischen Wirkung verharmlost wird.

Der Pornodruck auf Jugendliche führt mittlerweile zu kritischen Veränderungen in der Lebenseinstellung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die von der niederländischen Politikern Myrthe Hilkens als „Pornofizierung“ beschrieben werden.

Wir fordern, dass alle Frauen und Männer, die im Bereich der sogenannten Sexarbeit tätig sind – ähnlich Taxifahrern und anderen Gewerbetreibenden – als solche gemeldet sein müssen und eine Zulassung benötigen. Die Voraussetzung sollte eine gründliche Schulung und Kenntnis über Sicherheit sein und eine Unterrichtung über ihre Rechte in den Bereichen Sozialversicherung und Gewalt.

„Prostitution ist menschenunwürdig“

Über Ansprechpartner und Ausstiegsmöglichkeiten müssen diese Menschen unterrichtet werden. Wir betrachten Prostitution als einen Ausdruck von Ausbeutung und sexualisierter Gewalt. Der stark zunehmende Markt, insbesondere durch den Zustrom aus anderen europäischen Ländern bedeutet, dass die Arbeitsbedingungen kaum verbessert werden können.

Da bei zu vielen Personen Unerfahrenheit, Schädigungen durch sexuelle Gewalt in der Kindheit und Jugend, soziale Notlagen oder sogar Druck durch Dritte nicht auszuschliessen sind, sollte das Schwedische Modell auch in Deutschland eingeführt werden.

Sexuelle Dienstleistungen gegen Entgelt sind mit der Menschenwürde nicht zu vereinbaren.Wir erwarten eine Politik, die den Mut hat, den Menschen mehr Würde, einen Schutz vor Gewalt und Hilfe bei Verbrechen zu gewähren.

Vollständiger Text der Pressemitteilung HIER

NetzwerkB – Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: 04503 892782  
presse@netzwerkb.org www.netzwerkB.org

„NetzwerkB“ kritisiert Abschaffung der Meldepflicht für Ärzte und Therapeuten

Pressemitteilung des Opferinteressenverbands „netzwerkB“:

Wir erwarten von der Politik, dass sie endlich auch die Organisationen in Haftung nimmt, in deren Zuständigkeits- und Wirtschaftsbereich Vergehen an Menschen verübt werden. Für Organisationen die im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit tätig sind, verlangen wir die Einführung einer verbindlichen Haftpflichtversicherung. 

Gemälde: Evita Gründler

Gemälde: Evita Gründler

Auf Druck der am Runden Tisch beteiligten Organisationen hin wurde im Sommer 2013 von der Öffentlichkeit unbemerkt die Meldepflicht für Ärzte und Therapeuten abgeschafft, Hinweise auf drittverursachte Gesundheitsschäden, einschliesslich der Angaben der Ursachen und dem möglichen Verursacher, den Krankenkassen mitzuteilen (gemäß § 294a SGB V).

Die Täter bleiben nunmehr von Regressforderungen verschont. Die Kosten werden auf die Allgemeinheit umgelegt. Die Chance auf Beweissicherung wird auch hier unterlassen. Damit wurde der Täterschutz komplettiert.(…)

Wir verlangen eine klare Distanzierung gegenüber Forderungen der Grünen, Inzest zu legalisieren (namentlich unter anderem Christian Ströbele und Jerzy Montag). Das wäre ein Einstieg, innerfamiliäre sexuelle Gewalt zu enttabuisieren.

Oftmals kommen verschiedene Formen von Gewalt in Familien vor, die sich über psychische, physische und sexuelle Gewalt, aber auch Vernachlässigung erstrecken können. Die Betroffenen steuern der Katastrophe und der Trennung zu, die Kinder kommen dann oftmals in die Betreuung.

Wir brauchen im ganzen Land nicht nur mehr ortsnahe Frauenhäuser, sondern auch Schutzraum für hilfesuchende Männer. Insbesondere aber brauchen wir Schutzraum für gefährdete Familien, die gemeinsam eine Hilfe und geschulte Intervention suchen. Das wäre insbesondere eine Chance für die Kinder, dass sie Schlimmeres nicht erleben müssen und Auswege erleben.

Die etwa 600 Jugendämter in Deutschland brauchen einheitliche Richtlinien für ihre Arbeit. Die Nachrichten über das Heim-Unternehmen Haasenburg in Brandenburg und über die dort aktiven persönlichen Verbindungen sind ein Skandal.

Der Fall Haasenburg, der sich bis hin zu Todesfällen und schweren Verletzungen von Jugendlichen erstreckte  – über die derzeit noch Ermittlungen stattfinden  –  zeigt auch, dass Jugendämter das Wohl von Kindern und Jugendlichen nur marginal interessiert, denn physische, psychische und sexualisierte Gewalt gegen die Jugendlichen dort waren den Jugendämtern seit Jahren bekannt.

Vollständiger Text der Pressemitteilung HIER

netzwerkB  –  Netzwerk Betroffener von sexualisierter Gewalt e.V.
Telefon: 04503 892782 
presse@netzwerkb.org
http://www.netzwerkB.org