Sorge um Einheit in der Katholischen Kirche: Schisma in Deutschland?

Vielen ist noch das Dubium an die Glaubenskongregation zur Frage nach der Erlaubtheit von Segnungen homosexueller Beziehungen in lebhafter Erinnerung. Der Vatikan verneinte diese Frage in einem Responsum und verbot solche Segnungen.

In ihrer Sorge um die Einheit der Kirche in Deutschland haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein weiteres Dubium an die Glaubenskongregation gerichtet und darüber auch den Apostolischen Nuntius in Berlin sowie die Deutsche Bischofskonferenz informiert.

„Die aufkommenden Fragezeichen rund um viele Aspekte des katholischen Glaubens führen zunehmend zu einer Polarisierung in den Ortsgemeinden. Diese Unsicherheiten und Verwirrungen tragen das Potenzial einer Spaltung mit sich“, so die Begründung der Initiatoren für ihr Dubium an die Glaubenskongregation laut katholischem Internetportal Kath.net.

Eklatante Beispiele schismatischer Handlungen

Dieses hat heute den gesamten Worlaut des Dubium veröffentlicht, das Kathnews nachfolgend übernimmt. Die Frage, ob ein Schisma in Deutschland vorliegt, stützt sich auf fünf eklatante Akte des Ungehorsams und der Provokation gegenüber dem Papst – die Liste wäre noch um ein Vielfältiges zu ergänzen: die anhaltende Infragestellung der nur Männern vorbehaltenen Priesterweihe, die Anpassung der kirchlichen Sexualmoral an den modernen Zeitgeist, die Segnungen homosexueller Beziehungen, die verbotene Gottesdienstgemeinschaft und die Laienpredigt in der Eucharistiefeier.

Hier der Wortlaut des Dubium

Schisma ist die Verweigerung der Unterordnung unter den Papst oder der Gemeinschaft mit den diesem untergebenen Gliedern der Kirche (can. 751).

D U B I U M

  • Wenn auf dem Synodalen Weges in Deutschland die Forderung nach der Priesterweihe für Frauen erhoben wird und die Diskussion darüber weitergeht, obwohl Papst Johannes Paul II. in seinem Apostolischen Schreiben Ordinatio sacerdotalis von 1994 erklärt hat, dass die Kirche keinerlei Vollmacht hat, Frauen zu Priestern zu weihen, diese Lehre mit der Offenbarung aufs Engste verbunden ist, zum Depositum fidei gehört und darum die endgültige Zustimmung der Gläubigen verlangt, weil die Lehre auf dem geschriebenen Wort gegründet ist und in der Überlieferung der Kirche von Anfang an beständig bewahrt und angewandt worden ist und vom ordentlichen und universalen Lehramt unfehlbar, definitiv und unveränderlich vorgetragen worden ist (vgl. Vatikanum II, Lumen gentium 25, 2);
  • auf dem Synodalen Weg in Deutschland des Weiteren die Veränderung und Anpassung der kirchlichen Sexualmoral vorangetrieben wird;
  • durch die Segnung homosexueller Paare gegen das ausdrückliche Verbot der Glaubenskongregation gehandelt und damit der Straftatbestand des can. 1371, 2° erfüllt worden ist;
  • wenn die auf dem Ökumenischen Kirchentag, der vom 13. bis 16. Mai 2021 in Frankfurt am Main stattgefunden hat, praktizierte Form der Interkommunion die Grenzen des can. 844 § 4 eindeutig überschritten hat und damit der Straftatbestand der verbotenen Gottesdienstgemeinschaft nach can. 1365 erfüllt worden ist;
  • Laien weiterhin demonstrativ das Predigtverbot in der Eucharistiefeier missachten, obwohl nach can. 767 § 1 die Homilie in der Eucharistiefeier den Priestern und Diakonen vorbehalten ist und nach einer authentischen Interpretation des Päpstlichen Rates für die Gesetzestexte vom 20.6.1987 (AAS 79 [1987] 1249) die Bischöfe von dieser Norm nicht dispensieren können, so dass kein Diözesanbischof einen Laien zur Homilie in der Eucharistiefeier beauftragen kann;

liegt dann ein Schisma im Sinne des can. 751 vor?

Bochum, 23.5.2021

Unterschriften der Initiatoren

Quelle: https://www.kathnews.de/sorge-um-die-einheit-in-der-katholischen-kirchen-in-deutschland


Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt


Bischof Overbeck will die Sexualmoral ändern

Von Felizitas Küble

Am 19. März 2021 veröffentlichte die amtliche Webpräsenz des Bistums Essen einen Artikel mit dem Titel: „Bischof Overbeck wirbt für kirchliche Neubewertung der Homosexualität“.

Der dortige katholische Oberhirte, der früher als Weihbischof in Münster amtierte, wandte sich in einem Brief an die Pfarrgemeinden seiner Diözese, um dort seinen Ungehorsam gegenüber dem Dokument der vatikanischen Glaubenskongregation zu unterstreichen, das eine Segnung homosexueller Partnerschaften verbietet.

Passenderweise ziert diesen Beitrag ein banales Bild mit Riesenlettern „Glaube – Sex“.

Bischof Franz-Josef Overbeck berichtet – feministisch „korrekt“ – von Zuschriften „vieler Seelsorgerinnen und Seelsorger“, die ihm eine „offene Ablehnung der lehramtlichen Position“ mitgeteilt hätten.

Statt diesen Zeitgeistlichen und Laien nun die Leviten zu lesen oder zumindest das theologische Einmaleins zu verklickern, betrachtet der progressiv ausgerichtete Würdenträger dies als eine Causa, „die nicht mehr ignoriert werden darf“.

Angesagt sei jetzt eine „ernsthafte und zutiefst wertschätzende Neubewertung der Homosexualität“, läßt der Herr Bischof ernsthaft verlauten. Wohlgemerkt: Er spricht nicht von einer Wertschätzung der gleichgeschlechtlich geprägten PERSONEN, was durchaus theologisch korrekt wäre, sondern ausdrücklich von der „Homosexualität“ an sich!

Damit von seinen Schäflein niemand auf andere bzw. vernünftige oder gar biblische Gedanken kommt, wehrt er vorsorglich gleich ab, man dürfe nicht etwa „fundamentalistischen Versuchungen“ erliegen.

Es wäre auch zu traurig, wenn Gläubige das überlieferte „Schriftzeugnis, Lehramt und Tradition“ eins zu eins für voll nähmen; vielmehr müssen diese drei Säulen christlichen Glaubens – so Overbeck – in unsere Zeit mit ihren „Zeichen“ übersetzt werden, schließlich sei doch die Tradition „ein lebendiges Geschehen“.

Gewiß, Herr Bischof, lebendig schon, aber nicht widersprüchlich in den wesentlichen Aussagen der Kirche.

Was jahrtausendelang gemäß der Heiligen Schrift als Botschaft Gottes verkündet wurde, kann nicht heute plötzlich falsch sein, nur weil einige Oberhirten theologisch stärker mit dem Zeitgeist als mit dem Heiligen Geist verbunden sind.

Im übrigen wäre Overbeck nie zum Bischof geweiht worden, wenn er nicht vor diesem feierlichen Geschehen versprochen hätte, sich als Oberhirte voll und ganz an der Lehre der Kirche zu orientieren.

Sein Amt ist eben nicht nur Würde, sondern auch Bürde, nicht nur Lust, sondern auch Last – wenn man den notwendigen Widerstand gegenüber heutigen „Reform“-Forderungen überhaupt als „Bürde“ und „Last“ definieren will, womit man diesen angepaßten Hierarchen schon weit genug entgegenkäme, denn die Offenbarung Gottes und seine Schöpfungsordnung sollten für alle Kirchenvertreter höchst erfreulich sein und beileibe nicht nur Pflichterfüllung – aber selbst diese wird noch verweigert.

Ein Bischof hat grundsätzlich weder seine eigenen Spleens zu verkünden noch dubiose Pseudo-Anliegen von „Seelsorerinnen und Seelsorgern“, sondern die zeitlose Botschaft des Ewigen, die für alle Gläubigen verbindlich ist – auch und vor allem für Bischöfe.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Kirchenrechtler benennt Motiv der Kampagne: Kardinal Woelki ist „stockkonservativ“

Von Dr. jur. can. Gero P. Weishaupt

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller offenbart in einem Interview die wahren Hintergründe der Medien-Kampagne gegen den Kölner Kardinal Woelki. Ist er einer der Drahtzieher? Ein Interview in der Münsteraner Bistumszeitung „Kirche und Leben“ legt den Verdacht sehr nahe.

Seit Wochen tobt in den Medien eine Hetze gegen den Kölner Kardinal. Dieser hatte im vergangenen Jahr das methodisch und rechtlich höchst angreifbare Münchner Gutachten zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch im Erbistum Köln nicht zur Veröffentlichung freigegeben. Stattdessen hat er bei der Kölner Anwaltskanzlei Gercke ein neues in Auftrag gegeben, das gestern in Köln vorgestellt worden ist.

Das Zurückhalten des Erstgutachens aus München führte zum erneuten Vorwurf des Vertuschens gegen Kardinal Woelki. 

Ein Interview mit dem Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller beim Onlineportal der Münsteraner Zeitung „Kirche und Leben“ scheint nun die eigentlichen, die wahren Hintergründe dieser Kampagne zu offenbaren:

Man will – entsprechenden den Zielen des Synodalen Weges – eine Veränderung der Glaubens- und Sittenlehre der Kirche. Schüller wirft dem Kölner Kardinal hingegen „stockkonservative Positionen“ vor. Auch deswegen habe der Kardinal das Münchner Gutachten zurückgewiesen.

Auf die Frage, ob Kardinal Woelki durch das zweite Gutachten nun vollständig entlastet sei, meinte Schüller:

Das wird man so sehen müssen. Er hat nicht selbst missbraucht, er hat nicht aktiv vertuscht wie seine Vorgänger Meisner und Höffner. Aber er ist nicht raus bei der Frage nach den systemischen Ursachen.

Er hat ja das Münchner Gutachten u. a. nicht veröffentlicht, weil ihm dessen Empfehlungen zu einer veränderten Sexualmoral und einer anderen Priesterausbildung nicht passten. Da bleibt er bei seinen stockkonservativen Positionen.

Jetzt hat er ein rein abstraktes juristisches Gutachten, das diese Themen gar nicht aufgreift.

Der Auftrag war allerdings ein anderer, es sollte nämlich vor dem Hintergrund des Selbstverständnisses der Kirche geprüft werden. Bei dieser moralisch-ethischen Dimension hat der Kardinal noch Hausaufgaben zu erledigen.…

Das Münchner Gutachten geht tatsächlich in seinen Empfehlungen an die systemischen Ursachen heran: Wir brauchen eine Revision der überkommenen Sexualmoral, eine positive Einstellung zu Homosexualität, wir brauchen eine Stärkung der Rechte der Frauen. Das will Kardinal Woelki natürlich nicht hören.

Erstveröffentlichung dieses Beitrags des Priesters und Kirchenrechtlers Dr. Weishaupt: https://www.kathnews.de/muensteraner-kirchenrechtler-thomas-schueller-laesst-katze-aus-dem-sack

HIER ein weiterer Beitrag zu den Äußerungen von Prof. Schüller: https://www.kathnews.de/schueller-merken-sie-sich-diesen-namen

HIER unsere Artikel der letzten Monate mit Kritik an dem Jagdtreiben in Medien und Kirche gegen Woelki: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Kardinal+Woelki


Warum die Initiative „Maria 2.0“ den Namen der Gottesmutter missbraucht

Von Pfarrvikar Dr. Achim Dittrich

Maria, die Mutter des Herrn, besitzt eine einzigartige Stellung im Christusereignis und im Leben der Kirche. Die Vorhersage: „Selig werden mich preisen alle Geschlechter!“ (Lk 1,48b) ist eingetroffen.

Was allerdings die Aktion „Maria 2.0“ seit 2019 betreibt, kann man nicht anders denn als „Missdeutung“, ja als „Missbrauch“ der Gottesmutter werten.

Maria ist kein Computerprogramm, sondern eine Person, die man nicht nach Belieben „updaten“ kann. Wenn man die Worte und das Verhalten Mariens, wie sie die Evangelien von Lukas und Johannes zeigen, programmatisch auffasst, dann ergibt sich ein ganz anderes Bild als das, was diese Aktion vorträgt.

Maria hat nicht für eigene Macht gestritten, sondern hat sich selbstlos Gott überantwortet: „Ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort“ (Lk 1,38).

Denn Gott stürzt die Mächtigen vom Thron, und er hat auf die „Niedrigkeit seiner Magd“ geschaut. Das von Gott eingeforderte Ja-Wort Mariens wendet das Unheil und öffnet der Menschwerdung des Logos den personalen Raum in der Welt.

Dabei ist es heilsgeschichtliches Faktum, dass Jesus Christus als Mann in die Welt kommt, der natürlich von einer Frau geboren wird – beide Geschlechter sind in die Inkarnation einbezogen, wie schon Augustinus festgestellt hat.

Maria fügt sich in die neuartige Aufgabe und muss schließlich ihre traditionellen Mutterrechte aufgeben, wie ihr Jesus bei der Hochzeit von Kana verdeutlicht (Joh 2). Die jungfräuliche Gottesmutter geht mit auf dem schwierigen Weg Jesu, bis unter das Kreuz und darüber hinaus.

An Pfingsten stellt sie die Herzmitte der neuen Kirche dar, als Lehrerin des Gebetes und der Offenheit für Gottes Geist. Maria will keine Priesterin sein, aber sie ist das Urbild der bräutlichen Kirche!

Das biblische Zeugnis bietet keine Grundlage dafür, aus ihr eine Gallionsfigur für weltliche Emanzipationsforderungen in der Kirche zu machen. Sie ist vielmehr „Braut des Heiligen Geistes“, die die Kirche lehrt, wie Gottes Wort zu hören ist, wie man sich vom Geist bestimmen lässt.

Die Aktion „Maria 2.0“ will nicht reformieren, sondern substantiell verändern – Dekonstruktion der Kirche ist das Ziel! Mit öffentlichem Druck soll die durch die Missbrauchskrise verunsicherte Kirche umgebaut werden.

Dabei ist es tatsächlich schmerzhaft, wenn Christen, wenn Priester derart versagen und schuldig werden. Aber diese Verletzung erfährt auch die heilige Kirche, durch die Sünder in ihren Reihen. Keine Neuorganisation der Kirche kann verhindern, dass Menschen in ihr versagen; kein Strukturwandel kann die Gefahr der Sünde bannen!

BILD: Protest-Plakat von Maria 2.0 mit einer Marienikone und ihrem zugeklebten Mund

Die in den „Sieben Thesen“ geforderte Preisgabe der katholischen Sexualmoral erscheint mir als widersinnig – sie kann Missbrauch nicht verhindern, sondern würde im Gegenteil Promiskuität und weitere sexuelle Verwahrlosung fördern. Die diesbezüglichen Forderungen von „Maria 2.0“ stellen nichts anderes als eine Kapitulation gegenüber dem verirrten Zeitgeist dar, der vom christlichen Menschenbild nichts als hohle Freiheitsparolen übriggelassen hat.

Maria steht für Selbstlosigkeit, Keuschheit und Demut – ausgerechnet sie als Aushängeschild für solche Willkür nehmen zu wollen, ist eine Unverschämtheit. Maria kann nur weinen über die Verirrung namens „Autonome Sexualität“. Gott ist unser Herr, wir haben Seiner Schöpfungsordnung zu entsprechen.

Die geforderte Dekonstruktion der katholischen Sexualmoral folgt der Einflüsterung des Widersachers, dass wir selbstherrlich und willkürlich Gottes Gebote missachten dürften. „Dein Wille geschehe!“ beten wir im Vaterunser, nicht treuloser Eigenwille, der sich der gesellschaftlichen Dekadenz ergibt und das wertvolle Erbe der Kirche geringschätzt.

Die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen ist ein großes Geschenk an die Kirche, an die Menschheit. Viel Segen ging und geht von gottgeweihten und zölibatären Menschen aus. Und dieser Evangelische Rat wird frei gewählt, von Priestern ebenso wie von Ordensleuten oder Geweihten Jungfrauen.

BILD: Priesterweihe im Dom zu Regensburg durch Kardinal Müller

Dem priesterlichen Amt ist er mehr als angemessen und darf nicht preisgegeben werden, da er ein lebendiges Zeugnis für Christus und unsere ewige Bestimmung bedeutet. Die Jungfrau Maria ist auch Urbild dieser geistlichen Lebensform!

Und schließlich die leidige Machtfrage – Maria und die vielen Frauen in der Jüngerschaft Jesu sowie in der Urkirche, sie strebten nicht nach Macht und Amt, obwohl das im Hinblick auf die römische Kultur durchaus vorstellbar und im Rahmen der unkonventionellen Abspaltung vom patriarchalen Judentum wohl auch möglich gewesen wäre.

Alle Macht in der Kirche kommt von Gott, als Vollmacht, die er verleiht. Die missbräuchliche Anwendung dieser heiligen Autorität ist ein menschliches Grundproblem, unabhängig vom Geschlecht der handelnden Person.

Den Frauen kann und soll alles in der Kirche offenstehen, was nicht mit der sakramentalen Christus-Repräsentation zu tun hat – diese aber ist von Gott selbst an das männliche Geschlecht gebunden worden. Christus selbst hat der Kirche ihre apostolische Verfassung geben, hat zwölf Männer mit der heilswirksamen Vergegenwärtigung seines Evangeliums und Opfertodes beauftragt; der Heilige Geist hat die Kirche schon im ersten Jahrhundert entsprechend ausgeformt.

„Maria 2.0“ gibt mit ihrem zweiten Logo: eine die Kirche küssenden Frau, vor, das ignatianische „Fühlen mit der Kirche“ zu vertreten, doch die Beteiligten missachten tatsächlich das, was Papst Franziskus in seinem Brandbrief an die deutschen Katholiken im Juni 2019 eingefordert hat: „Glauben in und mit der Kirche!“

Die emanzipatorische Aktion möchte die Kirche dem unchristlichen Zeitgeist anpassen, mit dem unangebrachten Verweis auf Menschenwürde und Missbrauchsbekämpfung. In Wirklichkeit will sie eine andere Kirche!

Mit dem „Thesenanschlag“ nimmt sich „Maria 2.0“ die Kirchenspaltung des 16. Jahrhunderts zum Vorbild – ausgerechnet die „Reformation“, in deren Bekenntnissen die jungfräuliche Gottesmutter bald ihren angestammten Platz verloren hatte. Es schmerzt, dass ausgerechnet Maria herhalten muss, um solch zerstörerische Parolen vorzutragen.

Die „Sieben Thesen“ stellen keinen innerkirchlichen Aufruf dar, sondern sind Forderungen einer abgeirrten Pressure-Group, die jedes Verständnis für die apostolische Kirche verloren hat.

Es ist an der Zeit, dass alle Bischöfe wieder eine rote Linie ziehen und das Katholische klar benennen. Wer sich auf Maria berufen möchte, der soll beherzigen, was die „Mutter der Kirche“ schon bei der Hochzeit von Kana empfohlen hat: „Was Er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5).  

Unser Autor Dr. Achim Dittrich ist Pfarrvikar in Weiden; Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der kath. „Tagespost“ aus Würzburg


Afrikaner gegen Bidens Abtreibungspolitik

In einer Video-Botschaft hat eine Gruppe afrikanischer Frauen und Männer an US-Präsident Biden appelliert, die «Mexico City-Regelung» nicht abzuschaffen. Afrika brauche nicht Abtreibung, sondern Bildung und Gesundheitshilfe.

Die «Mexico-City-Policy», die auf Präsident Reagan zurückgeht und von Bush und Trump durchgesetzt worden war, hat Staatsbeiträge an Organisationen, die Abtreibung befürworten, im In- und Ausland verboten.

Präsident Biden will diese Regelung aufheben, womit Millionen Dollars an die Abtreibungslobby auch in Afrika gehen würden.

Menschenrechtsaktivistin Obianuju Ekeocha aus Nigeria bestätigt: „Afrikaner glauben stark daran, dass das Baby im Bauch der Mutter schon lebt und ein menschliches Wesen ist.“

Ekeocha erklärt, was westliche Führer dazu treibt, afrikanische Werte zu missachten:

Der Wunsch, ihre Ideologie zu propagieren, die sie für überlegen halten. Durch diese Form der ideologischen Vorherrschaft betrachten sie unsere Kulturen, die für das Leben, die Familie und den Glauben sind, als minderwertig gegenüber den westlichen ‚progressiven‘ Ideologien, vor allem in Bezug auf sexuelle Moral.

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.jesus.ch/themen/gesellschaft/international/afrika/385908-afrikanische_frauen_helft_uns_aber_toetet_uns_nicht.html


Paderborn: Priester kritisieren Äußerungen zu „Maria 2.0“ von Erzbischof Becker

Stellungnahme aus dem Paderborner Priesterkreis „Communio veritates“:

In den letzten Tagen habe ich mich manchmal gefragt, ob es sich für Priester, die in der Glaubenstradition der Katholischen Kirche stehen und darin leben und sterben wollen, noch lohnt, für die Kirche und in der Kirche von Paderborn zu arbeiten.

Warum? Weil sie von der Diözesanleitung, einschließlich Erzbischof Becker, keinerlei Rückendeckung mehr bekommen, im Gegenteil: Erzbischof Becker fällt ihnen sogar noch in den Rücken, indem er einen Schmusekurs mit den Damen von „Maria 2.0“ beginnt, um auszuloten, „was wir tun können“.

Schließlich gehe es, so wird der Erzbischof im Internet bei „katholisch.de“ zitiert, um „echte Anliegen“ eines „wichtigen Teiles der Kirche“.

Wir Priester in unserer Sorge um den Glauben der Kirche haben ja keine echten Anliegen und sind auch kein wichtiger Teil der Kirche. „Maria 2.0“ ist wichtiger.

Wie will EB Becker das eigentlich machen: „ausloten, was wir tun können“ … „in einem echten Miteinander zu überlegen, welche gemeinsamen Ziele wir realistischerweise vor Ort erreichen und umsetzen können“ – mit einer durch und durch häretischen Bewegung?

„Maria 2.0“ fordert radikal die Öffnung des Ordo in allen drei Stufen für Frauen. Nach Ordinatio sacerdotalis ist das, wie jeder, der ehrlich ist, weiß, nicht möglich. Warum sagt das EB Becker nicht klar und deutlich, sondern verweist lediglich auf eine weltkirchliche Entscheidung? Aber da ist nichts mehr zu entscheiden. Die Entscheidung ist gefallen.

Seltsam klingt es für mich, wenn „Maria 2.0“ die Abschaffung des Zölibates fordert. Die Damen brauchen ihn doch gar nicht zu halten. Es ist doch komisch: Es ärgern sich die am meisten über diese Lebensform, die gar nichts damit zu tun haben.

Sieht man im Zölibat die Ursache für den sexuellen Missbrauch? Dann müsste man konsequenterweise auch die Orden abschaffen (jedenfalls alle männlichen), denn zu den Ordenregeln gehört unverzichtbar – neben Armut und Gehorsam – lebenslange Keuschheit, also der Zölibat, und es waren auch Ordensangehörige, die sich teilweise schwerster Verfehlungen schuldig gemacht haben.

Wie will man „ausloten, was wir tun können“, wenn es um die Sexualmoral der Kirche geht? – Mit einer Art Salamitaktik: Hier schneiden wir mal ein Stück (versuchsweise) ab, dort können wir noch ein Scheibchen abschneiden, da auch noch eins …?

Was heißt es, wenn EB Becker betont, die „lebendige Weitergabe des Glaubens und eine menschenfreundliche Kirche“ seien wichtige gemeinsame Ziele? „Weitergabe“ setzt voraus, dass ich etwas zum Weitergeben habe. Weitergabe setzt Tradition voraus.

Die Damen von „Maria 2.0“ aber wollen eine radikal neue Kirche. Eine Kirche, die – losgelöst von ihren Traditionen, auch den verbindlichsten und ältesten – sich dem Zeitgeist und dem Geschmack der Menschen anpasst und letztlich nicht mehr den Anspruch erheben kann, katholisch-apostolisch zu sein.

Sogar die hl. Messe haben sie für ihre Ziele missbraucht. Und durch die Trennung von der Gemeinde-Eucharistie bei ihrer Aktion haben sich die Damen – buchstäblich – selbst „exkommuniziert“.

Und was ist „eine menschenfreundliche Kirche“? Was versteht EB Becker darunter? Was meint „Maria 2.0“ damit? Haben sie wirklich darin ein gemeinsames Ziel?

Das Ziel von „Maria 2.0“ ist nicht nur eine „menschenfreundliche“, sondern vor allem eine „menschengefällige“ Kirche. Denkt EB Becker auch so? Dann liegt er grundfalsch.

Denn das erste Ziel der Kirche ist es, Gott zu gefallen, nicht den Menschen. Das ist die große Sünde der Kirche der letzten Jahrzehnte: „menschenfreundlich-menschengefällig“ sein zu wollen, das heißt die Wahrheit abzuschleifen zum Gefallen der Menschen, den Menschen mehr zu gefallen als Gott.

Die Katholische Kirche, die mit ihrer Tradition und ihren Werten der ganzen Welt ihren Stempel aufgedrückt hat, buhlt um den Beifall der Welt, statt der Welt gegenüberzutreten wie die großen Propheten Israels, auf deren Schultern sie steht.

Wenn ein Elija wiederkäme, ein Jesaja, ein Jeremia – was würden sie wohl sagen zu der Kirche von heute? Und was würde Jesus sagen? Bei Lukas 6,26 steht es: „Weh euch, wenn euch alle Menschen loben; denn ebenso haben es ihre Väter mit den falschen Propheten gemacht.“

Zum Schluss noch etwas sehr Bedrückendes:
Da EB Becker sich zum Schmusekurs gegenüber „Maria 2.0“ entschlossen hat, steht in Zukunft jeder Priester der Erzdiözese Paderborn, der in der Glaubenstradition der Kirche bleiben will und deshalb „Maria 2.0“ ablehnt, im Gegensatz zu seinem Bischof, und wer gar noch in Predigt und persönlichem Zeugnis gegen „Maria 2.0“ kämpft, kämpft gegen seinen Bischof. Traurig, aber wahr!

Dennoch – es lohnt sich, weiter für die Kirche und in der Kirche zu arbeiten; denn EB Becker ist nicht identisch mit der Kirche von Paderborn. Und kämpfen müssen wir vor allem mit dem Gebet, denn wir sehen uns einer Macht gegenüber, gegen die wir allein nicht ankommen.

Quelle: http://communioveritatis.de/ein-verheerender-schmusekurs?fbclid=IwAR1Ntnq-obZl_bGPF6C1nUxoQTKBFJYZAPkNXWA73WjdEc9GakVdaU3Rktg


Piusbruderschaft warnt vor „Synodalem Weg“

Pressemitteilung der Priesterbruderschaft St. Pius X.:

Mit dem „Synodalen Weg“ tritt die katholische Kirche in eine neue Phase katastrophaler Reformen ein. Statt der Rückbesinnung auf die Tradition und den Kern des katholischen Glaubens entfernt sich die Kirche weiter von ihren Wurzeln.

Pater Stefan Pfluger, der deutsche Distriktobere der Priesterbruderschaft St. Pius X., warnt daher vor der unheilvollen Allianz mit dem „Zentralkomitee der deutschen Katholiken“ sowie einem deutschen Schisma.

Das kirchliche Leben ist – nicht nur in Deutschland – in einer tiefen Krise.

Innerhalb von nur einem Jahr sind die Kirchenaustritte um 29 Prozent in die Höhe geschnellt. Gleichzeitig sind innerkirchliche Traditionsbrüche unübersehbar und haben schwere Folgen.

Der geplante „Synodale Weg“ ist dafür ein anschauliches Beispiel. Besonders verhängnisvoll für dessen Ergebnis ist die Beteiligung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Dieses hat zur Bedingung seiner Teilnahme gemacht, dass Mehrheitsbeschlüsse der Synode in Folge bindend seien – und das, obwohl es weder ein Organ der Kirche noch eine repräsentative Vertretung der katholischen Laien in Deutschland ist.

Auf der Agenda des ZdK stehen zahlreiche Punkte, die sich mit der katholischen Lehre nicht vereinbaren lassen: unter anderem Zugang für Frauen zu allen kirchlichen Ämtern und ein Ende der traditionellen katholischen Sexualmoral.

Trotzdem haben sich die deutschen Bischofe ohne Gegenstimmen und mit nur vier Enthaltungen dafür entschieden, diesen synodalen Prozess ausgerechnet mit dem ZdK zu beschreiten.

„Ist das ZdK mit seinen extremen Forderungen erfolgreich, droht tatsächlich ein deutsches Schisma“, befürchtet Pater Stefan Pfluger und mahnt mit den Worten des Gründers der Piusbruderschaft, Erzbischof Marcel Lefebvre: „Wenn man die Kirche retten will, muss man zu den wahren Quellen des Glaubens zurückkehren.“

Unter der Mailanschrift kontakt@fsspx.de können Interessierte die kostenlose Orientierungshilfe „Ist die Kirche in Deutschland noch zu retten?“ bestellen, welche die Priesterbruderschaft St. Pius X. zum „Synodalen Weg“ herausgegeben hat.

 

 


Zu „Maria 2.0“: Katholische Kirche sollte sich nicht dem Protestantismus anpassen

Von Bruno Machinek

Kirchenkritiker berufen sich gern auf das Zweite Vatikanische Konzil. Aber niemand kann einem bei Nachfrage sagen, gegen welche Konzilsbeschlüsse die „Amtskirche“ angeblich fortwährend verstößt.

Von einer Abschaffung des Zölibats oder der Einführung des Frauenpriestertums ist in den Beschlüssen natürlich nirgends die Rede. Dafür viel von Aufbruch und Glaubenserneuerung.

Für ausgesprochen perfide halte ich die Vermischung der Missbrauchskandale mit der Forderung nach Abschaffung des „Zwangszölibats“ durch die Aktivisten von „Maria 2.0“.

BILD: Bruno Machinek ist Autor eines ausgezeichneten Buches über Naturwissenschaft und Glaube: „Ohne Gott geht gar nichts“ (14,80 €, bei uns portofreie Lieferung).

Und was konkret mit einer zu verändernden Sexualmoral gemeint ist, kann man auch nur vermuten. Die Abschaffung des 6. und 9. Gebots doch sicherlich nicht.

Die katholische Kirche sollte all das nicht anstreben, was im Protestantismus seit langem Usus ist, den Mitgliederschwund aber nicht aufhalten konnte.

Nicht Anpassung an den kurzlebigen Zeitgeist macht die Kirche attraktiv und zukunftsfähig, sondern die von ihr ausgehende Spiritualität und die mutige Verkündigung ihrer einzigartigen Botschaft.

Eine von Zwist und Zweifeln geplagte Kirche ist jedenfalls keine Option für die große Anzahl spirituell Suchender. Mit den bekannten Folgen. Ob das die streikenden Frauen und deren Unterstützer in den vier betroffenen Bistümern wohl auch bedacht haben?

 


Warum die Thesen von Prof. Schockenhoff theologisch in die Irre führen

Von Rainer Kochinke

Die Thesen des Vortrags von Prof. Eberhard Schockenhoff bei der Frühjahrsvollversammlung der DBK lesen sich streckenweise wie ein Glaubensbekenntnis des zeitgenössischen Hedonismus.

Er fordert die Kirche zu einem radikalen Bruch mit der noch geltenden Lehre zur Sexualmoral auf. Auf den Seiten 6 und 7 verlangt er, die Kirche solle sich insbesondere die Kategorien des Luststrebens und Lustgewinns, des sexuellen Verlangens als anzuerkennende Prinzipien der sexuellen Partnerschaft zu eigen machen und in einem beliebigen Kontext aufwerten.

Die von Schockenhoff bemühte „Lebenswirklichkeit“ zeigt aber, dass die von ihm empfohlenen Kategorien ohnehin schon bei der großen Masse der Taufschein-Katholiken in der Lebensführung umgesetzt werden. Und die zweite Hälfte dieser Lebenswirklichkeit sind die katastrophalen Auswirkungen dieses von der kirchlichen Ethik losgelösten Sexualverhaltens.

Sexuelles Verlangen und Begehren sind ihrer Natur nach kurzlebig und können rasch den Adressaten wechseln. Das bewusste Streben nach Lustgewinn macht nicht nur egoistisch und rücksichtslos, sondern nutzt sich ab und verlangt nach Steigerung der auslösenden Reize.  Pädosex und Pornographie gedeihen auf diesem Nährboden.

Um aus diesem Teufelskreis ausbrechen zu können, bedarf es der Orientierung an der von der Kirche gelehrten göttlichen Schöpfungsordnung, in der auch die Beziehung der Ehegatten von einer keuschen Liebe getragen wird. Das bedeutet, dass die geistig-seelische Dimension der Partnerschaft, also das, was jenseits der körperlichen Attraktivität vom Willen gelenkt Beständigkeitscharakter hat, den Vorrang vor der leiblichen Komponente haben muss und somit die sexuelle Lusterfahrung nicht mehr und nicht weniger als eine sinnvolle Begleit-erscheinung der liebenden Hingabe ist.

Bei Schockenhoff kommt der Begriff „Keuschheit“ nicht vor, also das Schlüsselwort für das Gelingen einer beständigen und krisenfesten Partnerschaft, die nicht von der schwankenden Attraktivität des Partners abhängt.

Statt dessen liefern seine Thesen die Menschen gerade jenen Verhaltensweisen aus, die letztlich für das Elend der betrogenen Ehegatten, der Scheidungswaisen, der alleinerziehenden Mütter und der Patchworkfamilien verantwortlich sind.

Wie kann man angesichts der Tragödien einseitig erotisch geprägter Beziehungen, die rasch aufflammen, ebenso rasch verglühen und zu Asche werden, die Augen verschließen?

Prof. Schockenhoff zieht angebliche neuere Erkenntnisse der Humanwissenschaften, die oft genug nach wenigen Jahrzehnten ihre Irrtümer eingeräumt und durch neue Fragwürdigkeiten ersetzt haben, der geltenden kirchlichen Lehre vor.

Er beruft sich dabei auf die Meinung einer „gegenwärtigen theologischen Ethik“ und unterstellt, dass Gottes Geist die Kirche durch 2000 Jahre im Stich bzw. im Irrtum verharren ließ.

Der Theologe tritt nun als der Befreier von den „normativen Fesseln der traditionellen Sexualmoral“ auf (S. 6) und diffamiert dadurch die bisherige Orientierung an der geoffenbarten göttlichen Schöpfungsordnung als schädliche Beschneidung der Freiheit und der Lebensqualität.

Deshalb lässt er auch das traditionsgemäße Offenbarungsverständnis nicht gelten. Folgerichtig wird Gottes Gebot keine absolute, sondern nur eine relative Verbindlichkeit zugebilligt.

Dazu verwendet er den Taschenspielertrick, man solle bei der katholischen Ehelehre nicht von „Alleingeltung“, sondern von „Höchstgeltung“ reden. Um besser gegen den kirchlichen Standpunkt polemisieren zu können, entstellt er die tatsächliche Lehre der Kirche und baut auf Seite 6 einen Popanz auf.

So stellt er das Eheleben mit NER oder im unfruchtbaren Alter als von der Kirche unerlaubt dar, was den Tatsachen nicht entspricht. Aber im Gegensatz zu den tatsächlichen und den von ihm konstruierten Einschränkungen fordert er die Bischöfe auf, die aus seiner Sicht „positiven Gestaltungsmöglichkeiten der Bedürfnisfülle menschlicher Sexualität“  zu bejahen, das heißt wohl im Klartext, kirchlich beinahe alles abzusegnen, was bisher als sexuelle Verfehlung und schwere Sünde galt.

In nächster Zeit wird es sich ergeben, ob jetzt die auf progressiv getrimmten „engagierten Katholiken“ Deutschlands im Laien- und Klerikerstand bereit sind, Schockenhoffs Forderungen zu übernehmen und sich damit gleich den Lemmingen in den theologischen Abgrund zu stürzen.

Unser Gast-Autor Rainer Kochinke ist Religionspädagoge und wohnt in Rheine (Westfalen)