Internationales Bündnis bittet den Papst um Bekräftigung der kirchlichen Ehelehre

Die „Assoziatione Supplica Filiale“ (Ergebene Bitte), ein internationales Netzwerk vieler Lebensrechts- und Familien-Organisationen, bittet Papst Franziskus in einer Presseerklärung vom 22. Oktober 2015 um eine feierliche lehramtliche Erklärung, in der die katholische Ehe- und Sexualmoral bestätigt wird. 

Die Organisatoren bitten dringend darum, daß Papst Franziskus in seinem Amt als oberster Glaubenshüter „von der Fülle seiner Autorität als Nachfolger des hl. Petrus Gebrauch macht, um die auf der Synode vorgebrachten Glaubens- und Sittenfragen in vollen Umfang zu klären und dies in eindeutiger, feierlicher und unwiderrufbarer Form: „Roma locuta, causa finita“.“

Diese Bitte an den Papst geschieht aufgrund vieler Aussagen auf der Synode, die eindeutig der katholischen Ehelehre und Sexualethik widersprechen. 

Die Organisatoren der Petition stellen zudem fest, dass viele Synodenväter die Lehre der Kirche offensichtlich nicht mehr vollständig kennen und deshalb Vorschläge unterbreiten, welche der überlieferten Doktrin widersprechen. Selbst „Familiaris consortio“, das letzte umfassende päpstliche Schreiben zum Thema Ehe und Familie, scheint manchen unbekannt zu sein. 

Die „Ergebene Bitte an Seine Heiligkeit Papst Franziskus“ wurde bis Ende September von ca. 790.000 Personen unterschrieben. Diese Unterschriften wurden am 29. September dem Vatikan übergeben.

In den letzten Wochen haben ca. 70.000 weitere Personen unterzeichnet. Diese wurden am 22. Oktober zusammen mit der oben erwähnten Presseerklärung dem Vatikanischen Staatssekretariat übergeben.

Im Appell an den Papst drücken die Unterzeichner ihre Befürchtungen über das Eindringen antikatholischer Prinzipien in die kirchliche Lehre über Ehe und Familie aus:

„Unsere Sorgen basieren auf der Tatsache, dass wir seit Jahrzehnten eine sexuelle Revolution erleben, die von einem Zusammenschluss mächtiger Organisationen, politischer Kräfte und Medien vorangetrieben wird. Sukzessive bedroht diese Revolution die Existenz der Familie, die natürliche Grundeinheit der Gesellschaft. . . . Tatsächlich konnten wir eine allgemeine Ratlosigkeit feststellen aufgrund der Möglichkeit, dass im Schoße der Kirche eine Bresche aufgerissen wurde.“

USA: Vergewaltigungen auf dem Unigelände – durch die Sexuelle Revolution mitverursacht?

Von Dr. med. Edith Breburdadr-breburda1

Das Wisconsin State Journal veröffentlichte am 22. September 2015 eine Umfrage, wonach jede vierte Studentin der US-Universität von Wisconsin, Madison, von ihren männlichen Mitstudenten sexuell belästigt wird. Tausende von Studentinnen wurden befragt. Ein Viertel von ihnen wurde schon einmal sexuell misshandelt. Damit liegt die Uni über dem Durchschnitt von derartigen Vorfällen anderer Universitäten der USA.

Rebeca Blank, Kanzlerin der UW Madison, kennt diese Zahlen:

„Viele wissen von den sexuellen Übergriffen. Sie stellen ein wirklich ernstzunehmendes Problem dar. Wir haben dennoch Fortschritte gemacht, indem wir die Studentinnen aufklären. Das entschuldigt natürlich nicht, weiterhin alles zu tun, was zur Sicherheit unserer Studierenden beitragen kann. Jeder sexuelle Angriff auf dem Unigelände ist einer zuviel.“

Die Gesellschaft für Amerikanische Universitäten hat 27 Universitäten untersucht. Vor allem die Studentinnen der ersten Semester sind die Opfer. 23.1 Prozent gaben an, dass sie nicht mit der sexuellen Handlung einverstanden oder sogar bewusstlos waren.

In Madison waren 27,6 Prozent der Studentinnen betroffen. Wobei 12,6 Prozent vergewaltigt wurden. Oft haben die Opfer Angst, den Täter anzuzeigen. Vor allem, wenn Zwang im Spiel war. I-Phone

Die Regierung untersucht nun, ob die Universität von Madison den Vorfällen entsprechend nachgeht. Vor allem jetzt, wo die Gesellschaft über den sexuellen Missbrauch an der Universität informiert ist und man Vorsichtsmaßnahmen mit den Studentinnen bespricht.

Valencia Raphael, eine Doktorandin, stellt fest, dass sich einiges geändert hat, seitdem sie ihr Studium angefangen hat: „Um wirklich die Anzahl der Sexualverbrechen zu reduzieren muss man alle miteinbeziehen und nicht nur diejenigen, die davon betroffen sind, wie Frauen, Lesben, homosexuelle, bisexuelle oder transgene Studenten. Ein Opfer ist immer auch eine Schwester, ein Kommilitone, eine Freundin. Um das Verbrechen einzudämmen, müssen wir jedem klar machen, wie sehr es die Opfer belastet“.

Sarah van Orman, Direktorin des Gesundheitsdienstes der Universität, ist der Meinung, dass man Studenten dazu bringen muss, einzugreifen, wenn sie ein derartiges Verbrechen beobachten. (1)

Manchmal ist man auch zu übereifrig. Ein Richter aus dem US-Städtchen Fond Du Lac sprach am 9. Oktober 2015 einen jungen Studenten frei, der angeblich 14 Monate zuvor eine Studentin auf dem Unigelände vergewaltigt haben soll. Die Beweise waren nicht eindeutig genug. Eigentlich war alles, was man hatte, eine Videoaufzeichnung von den Beinen des Opfers und des angeblichen Täters. Anhand der Schuhe wollte man den Angeklagten überführen. Vor Gericht war das nicht beweiskräftig.

Die Mutter des Angeklagten war entrüstet. Ihr Sohn hätte gar nicht festgenommen werden dürfen. „Wir mussten 40.000 Dollars für Anwälte ausgeben, obwohl mein Sohn unschuldig war. Außerdem lagen keinerlei Beweise vor. Was machen dann Studenten, die kein Geld haben, ihre Unschuld zu beweisen?“, fragt die Mutter entrüstet. (2)

Der Publizist Janathon von Maren fragt sich, wie es denn überhaupt so weit kommen konnte, dass Studentinnen heute vermehrt vergewaltigt werden. Das, was heute auf dem Unigelände sattfindet, bezeichnet er als einen Kulturkrieg. Scannen0005

„Man spricht von einer Rape-Kultur, wenn man die sexuellen Übergriffe auf dem Universitätsgelände beschreibt. Obwohl Konservative diesen Ausdruck nicht favorisieren, weil Feministinnen dieses Wort gebrauchen. Sie wollen damit beweisen, dass zur patriarchalen Gesellschaft Vergewaltigungen dazugehörten. Alle Männer wurden damals als potentielle Vergewaltiger betrachtet.

In der angeheizten Debatte von heute werden Überlegungen angestellt, ob man in allen Fällen wirklich von einer Vergewaltigung ausgehen kann. Einige der Anschuldigungen haben sich als falsch erwiesen. Aber der Campus von amerikanischen Universitäten hat sich verändert. Saufgelage, Hook-Up-Kulturen und Pornographie sind an der Tagesordnung.

In diesem Milieu, welches die Sexuelle Revolution geschaffen hat, sind Frauen nicht mehr sicher. Wir entschuldigen, objektivieren, tolerieren, trivialisieren, ja billigen Vergewaltigungen in der sogenannten Rape-Kultur.

Die Wissenschaft hat zahlreiche Studien erstellt, die Pornographie mit der ansteigenden Gewaltbereitschaft von Männern gegenüber Frauen im Zusammenhang bringt. Pornographie wirkt wie eine Droge. Sie veranlasst, dass sich die Hirnstruktur verändert. Männer koppeln Sex mit Gewalt und fangen an, Frauen mit anderen Augen zu betrachten. Sie werden ihnen gegenüber aggressiver und meinen, Frauen wünschen sich, sexuell belästigt zu werden.

80% der Männer beschäftigen sich mindestens einmal im Monat mit Pornographie. Sie sehen es als ein Freizeitbeschäftigung und eine Art Erholung an.

Feministinnen haben die Pornographie im Zusammenhang mir der Sexuellen Revolution angepriesen und nun sehen sie das Chaos, welches die sexuelle Befreiung angerichtet hat. Damals hieß es, Pornographie sei gut und gesund. Feministinnen behaupteten, dass man die Sexualität aus dem traditionellen Kontext herausnehmen muss.

Die Folgen sehen wir in der sogenannten Vergewaltigungs-Kultur, die an den Universitäten herrscht. Müssen wir dem nicht entgegentreten, wir, die wir eine Weltanschauung haben, in der sexuelle Übergriffe als ein grausames Verbrechen gelten; die wir noch eine Moral haben und an eine schöne und gesunde Sexualität glauben, die Pornographie ablehnt, weil sie entmenschlicht und den anderen objektiviert?“ (3) Maria Goretti

Doch was kann man tun? Talk is cheap, heißt es so oft. Ist es ein Zufall, dass die Reliquie der heiligen Maria Goretti (siehe Foto), die gerade als Vorbereitung auf das „Jahr der Barmherzigkeit“ durch die USA tourt, auch nach Madison kommt?  – Es geht um eine 11-Jährige, die lieber das Martyrium erlitt, als ihre Unschuld zu verlieren.

“Heutzutage ist unsere Moral verdorben”, sagt Monsignore Burke, Pfarrer der Maria-Goretti-Kirche in Madison, Wisconsin. Seine große Kirche an der West-Seite der Hauptstadt von Wisconsin muss alle Aufgaben erfüllen, die sonst der Dom der St. Raphaels Diözese inne hätte. Doch die Kathedrale brannte 2005 ab. Seitdem hat Bischof Robert Morlino keinen Bischofssitz mehr. Priesterweihen finden in der Maria-Goretti-Kirche statt.

Und so kommt auch am 16. Oktober 2015 die Reliquie der Hl. Maria Goretti nach Madsion, in eben diese Kirche. Die jüngste Heilige der Kirche hätte am 16. Oktober ihren 125. Geburtstag. Und den verbringt sie in Madison. Es werden Tausende Pilger erwartet. 

Msgr. Burke sagte gegenüber dem Wisconsin-State-Journal: „Es ist gut, jemanden zu haben, der genau das Gegenteil der heutigen verkommenen Gesellschaft darstellt. Maria Goretti ist meiner Meinung nach für alle von uns ein Vorbild.“ (4)

  • Quellenhinweise:
  • 1) Savidge N.: Survey: one in for women at UW-Madison experience sexual assault. Wisconsin State Journal, 22. Sept. 2015
  • 2) Schmultz R.: Campus assault charge dropped. Wisconsin State Journal, 10. Oktober 2015BookCoverImage
  • 3) Von Maren J.: Why social conservatives should embrace the term “rape culture”. LifeSiteNews, 9. Oct. 2015
  • 4)Erickson D.: Body of Saint to be displayed at namesake Madison parish as part of first U.S. tour. Wisconsin State Journal, 11. Oktober 2015

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Ediths Buch-Neuerscheinung REPRODUKTIVE FREIHEIT vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

Dieses sachkundige und zugleich verständliche Buch “Reproduktive Freiheit” (viele bioethische und aktuelle Themen) kann portofrei für 22,30 Euro bei uns bezogen werden: felizitas.kueble@web.de (Tel. 0251-616768)

Fotos: Dr. E. Breburda (1,3,4)


Die Grünen und ihr pädosexueller Schatten: Erfolgt eine ehrliche Reue?

Mathias von Gersdorff

Die öffentliche Präsentation der Studie von Franz Walter über die dunklen Seiten der Grünen „Die Grünen und die Pädosexualität: Eine bundesdeutsche Geschichte“ erinnerte an das Sakrament der Beichte in der kathoDSC03269alischen Kirche.

Nach einem Schuldbekenntnis und einem Akt der Reue folgt die Lossprechung (Absolution). Die Reue soll zum Ausdruck bringen, daß man nicht nur die Boshaftigkeit der Tat anerkennt, sondern man auch bereit ist, umzukehren und die schlechte Tat zu vermeiden. Fehlt die Reue, gibt es keine Absolution.

BILD: Mathias von Gersdorff (Foto: links) bei der Elternrechts-Demonstration in Stuttgart

In der Präsentation hielt der Wissenschaftler den Grünen vor, wie sie pädophilen Gruppen in ihre Reihen integriert und ihre politischen Forderungen  –  insbesondere die Entkriminalisierung der Pädosexualität  –  in etliche offizielle Dokumenten aufgenommen haben.

Daraufhin hat die Bundesvorsitzende der Grünen, Simone Peter, die Öffentlichkeit um Entschuldigung gebeten. Die überwiegende Mehrheit der Medien erteilte schließlich wohlwollend die Absolution und resümierte, das Ganze sei nun Vergangenheit.

Kann man den Fall also als abgeschlossen ansehen?

Es gab auch kritische Stimmen. Jasper v. Altenbockum von der FAZ kommentierte:

„Die Grünen müssen sich nun für ihre Irrtümer rechtfertigen. Das hindert sie aber nicht daran, andere mit ihrem Begriff von Toleranz kaltzustellen. (…) BILD0167

Was spielte sich in ihrem Namen dann nicht sonst noch alles im Verborgenen ab? So fragten sich nicht nur Bürger in Baden-Württemberg, als sie von ‘sexueller Vielfalt’ hörten und schon als pietistische Spießer gebrandmarkt wurden. In Wahrheit hatten sie sich nur gegen eine Methode gewandt, die als Marsch durch die Institutionen ganz offenbar am Ziel angelangt ist.“

Freuds Irrtum zum sexuellen Mißbrauch wirkte nach

Franz Walter erklärt selbst in seinem Ergebnisbericht:

„Anknüpfend an die neu aufgelegten Schriften des Freud-Schülers Wilhelm Reich aus den 1930er Jahren wurde gerade im Zuge der Studentenbewegung die sexuelle Befreiung als zentraler Hebel einer gesellschaftlichen Transformation angesehen, die zudem einen Rückfall der Bundesrepublik in eine faschistische Ordnung verhindern sollte.

Reich hielt eine Beseitigung der autoritären Elemente und damit eine wirksame Überwindung des Faschismus nur dann für möglich, wenn der Sexualität keine Grenzen gesetzt würden.

Bei der Frage nach den sexuellen Kontakten zwischen Kindern und Erwachsenen verhielt er sich zwar weniger explizit, doch Freuds im frühen 20. Jahrhundert getätigte Einschätzung, wonach Berichte von sexuellem Mißbrauch in der Kindheit vielfach reine Phantasie seien, wirkte in der Rezeption der späten 1960er Jahre nach.“

Die Marschrichtung wird vorgegeben

An dieser Tatsache hat nichts geändert, auch nicht nach der Pädophilie-Debatte vor der Bundestagswahl 2013.

Das RECHT hilft der JUGEND

Das RECHT hilft der JUGEND

Festzustellen ist: Nach wie vor ist Sexualität für die Grünen ein wichtiges Instrument zur Gestaltung der Gesellschaft nach ihren ideologischen Vorstellungen. Sexualität als ideologisches Kampfmittel zu mißbrauchen, gehört gewissermaßen zum genetischen Erbe dieser Partei.

Nun könnte man einwenden, nicht nur die Grünen stünden hinter linken gesellschaftspolitischen Projekten wie den Bildungsplänen in Baden-Württemberg oder Niedersachsen. Doch die Grünen bereiten diese politischen Formate vor und setzen sich mit Wucht für ihre praktische Implementierung ein. SPD und gewissermaßen die CDU kopieren dann in mehr oder weniger abgeschwächter Form, was die Grünen zuvor erarbeitet haben.

So geben die Grünen nach wie vor die Marschrichtung der politischen Inszenierung der sexuellen Revolution vor.

In dieses Panorama paßt die Formulierung radikaler Forderungen, die (zunächst) keine Chance haben, in die öffentliche Diskussion zu kommen. So setzt sich beispielsweise die „Grüne Jugend für die „Überwindung der Zweigeschlechtlichkeit“, die Abschaffung der Ehe, die Mehr-Eltern-Adoption usw. ein.

Utopische Forderungen der Grünen

Vieles von dem, was Untergliederungen der Partei Bündnis90/Grüne verlangen, ist geradezu utopisch. Doch mit solchen Forderungen soll vor allem vorgegeben werden, wohin die Reise der sexuellen Revolution geht. Die anderen Parteien folgen mit einem gewissen Abstand. 0023

Die grünen Radikalinskis können solche Forderungen stellen, ohne mit einer existenzbedrohenden Reaktion rechnen zu müssen. Man muß sich nur vorstellen, was los wäre, wenn Untergliederungen der CDU ein Totalverbot der Abtreibung oder die ersatzlose Streichung des Lebenspartnerschaftsgesetzes verlangen würden.

Aufgrund dieser Ungleichbehandlung entsteht eine Asymmetrie in der öffentlichen Debatte, die Deutschland stets nach links abdriften läßt.

Lernen die Grünen aus ihrer Vergangenheit?

Aber nun zurück zum Reuebekenntnis der Grünen hinsichtlich ihrer pädosexuellen Verstrickung.

Das Sprichwort „Wie uns die Geschichte lehrt, lernt man nichts aus ihr und ihren Fehlern“ beschreibt allzu gut die Gesinnung der Grünen, denn die Kinder, und zwar Kinder in Kitas oder im Kindergarten, bleiben für die Grünen nach wie vor ein Feld, das ideologisch beackert werden muß, heute mit der Gender-Ideologie und der „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“.

Gerade die vielen Veröffentlichungen der letzten Wochen zeigen, daß die Kinder immer noch wie in den 1970er Jahren für manche als ein Laboratorium für sexualtheoretische Experimente angesehen werden. Heike Schmoll schrieb im Hauptkommentar auf der ersten Seite der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 11. November 2014 sogar von einer „hidden agenda“.

Uneingeschränkter Sex nicht problematisch?

Was soll man also vom Reuebekenntnis der Grünen halten, wenn sie gleichzeitig eine radikale Sexualisierung der Kinder samt einer irrsinnigen Dekonstruktion der Geschlechterrollen mit voller Wucht vorantreiben?

War das Schuldbekenntnis wirklich mehr als ein taktischer Rückzieher? Und: wenn es tatsächlich ernst gemeint war, was nützt es für die Bekämpfung der pädosexueller Verirrungen langfristig?IMG_1061

Medien, Schule und auch Politik verkündigen immerfort die Botschaft, uneingeschränkter Sex sei unproblematisch. Für die „bösen Folgen“ gäbe es ja die straffreie Abtreibung. Daß (fast) alles zulässig sei, soll sogar schon ab dem ersten Grundschuljahr und manchmal schon im Kindergarten vermittelt werden.

Können unter diesen Umständen die Dämme gegen Pädophilie in unserer Gesellschaft halten? Nur eine Anmerkung dazu:

Der Spiegel interviewte die Kasseler Professorin Elisabeth Tuider, die aufgrund des Buches „Sexualpädagogik der Vielfalt: Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ in die Schlagzeilen kam.

Der Reporter löcherte Tuider mit der Frage, wie sie Helmut Kentler, einen der wichtigsten Exponenten der „emanzipatorischen Sexualerziehung“ und damit Wegbereiter all dessen, was man heute in den Schulen einzuführen versucht, in hohen Tönen in einem Nachruf würdigen konnte, obwohl er Pädophilie positiv sah.

Tuiders kaltschnäuzige Antwort: „Kentler hat für die Theorie der Sexualerziehung viel getan. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit hat er auch in Kitas und Schulen Elternabende und Lehrerfortbildungen veranstaltet. Ich traue auch anderen Menschen zu, daß sie ein Lebenswerk differenziert beurteilen können.“

Mathias von Gersdorff leitet die Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und die Webseite „Kultur und Medien online“


Kinderschützer protestieren: Will die UNO das umstrittene „Kinsey Institute“ hofieren?

Mathias von Gersdorff

Demnächst wird der „Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen“ (Economic and Social Council, ECOSOC) über eine Angelegenheit beraten, die seit Monaten viele Familienverbände in den USA, Kroatien und einigen weiteren Ländern in Wallung bringt: Das „Kinsey Institute“ in Bloomington/Indiana soll einen speziellen Beraterstatus in diesem UN-Rat erhalten. 

M. von Gersdorff

M. von Gersdorff

Dies wäre zweifellos eine wichtige Auszeichnung für das Institut. Zudem würde sich ihm der Weg ebnen, verstärkt international zu wirken. Bislang war das Institut vor allem in den Vereinigten Staaten tätig.

Das „Kinsey Institute“ ist wegen seiner ultraliberalen Auffassung von Sexualität, aber vor allem wegen seines Gründers, Alfred Kinsey, sehr umstritten. Dieser prägte die Idee, der Mensch sei von Geburt an ein „sexuelles Wesen“.

Manipulation durch nicht-repräsentative Studien

Alfred Kinsey gründete seine Einrichtung, um empirischen Studien über das Sexualleben der US-amerikanischen Bevölkerung durchzuführen. Er und sein Team führten lange Gespräche mit zehntausenden Personen auf der Basis eines Katalogs mit 300 bis 500 Fragen. Die Teilnehmer stellten keine repräsentative Stichprobe der Bevölkerung dar. Überdurchschnittlich viele Prostituierte, Homosexuelle und Gefangene wurden befragt.

Die mangelhafte methodische Qualität interessierte Kinsey nicht. Er wollte auf der Basis irgendwelcher empirischer Daten behaupten können, das tatsächliche Sexualverhalten der Menschen hätte nichts mit den herrschenden ethischen Normen zu tun.

Die gesammelten Informationen wurden der Öffentlichkeit in zwei Büchern vorgestellt. 1948 erschien „Das sexuelle Verhalten des Mannes“ und 1953 „Das sexuelle Verhalten der Frau“. Die dicken Wälzer schrieb Kinsey in einer trockenen Sprache, um dem Ganzen einen wissenschaftlichen Anstrich zu verleihen.

„Tabelle 34“ offenbart sexuellen Mißbrauch von Säuglingen

Weder die haarsträubenden Erhebungsmethoden noch die Proteste, die sofort nach Erscheinen einsetzten, hinderten die Klatschpresse daran, exzessiv und mit vielen Zitaten über den „Kinsey-Report“ zu berichten.   DSC06370

Kinseys Bücher waren im Grunde nichts anderes als ein Vorwand, um eine weltweite Medienkampagne zu starten. Ob sie die Realität wiedergaben oder nicht, war für die Presse meist unerheblich.

Damals wurden die Schranken der Berichterstattung über Sexualität aufgehoben. Das intime Leben wurde vor der Öffentlichkeit enthüllt. Erotik wurde zu einem Standartthema in Illustrierten und sonstigen Klatschblättern.

Die Kritik an Kinsey und seinen beiden Bücher fokussiert sich heute vor allem auf die sog. „Tabelle 34“ in  dem Band „Das sexuelle Verhalten des Mannes“. Dort wurde das Sexualleben von fünf Monate alten Säuglingen und Kindern bis 14 Jahre statistisch erfaßt.

Konkret: Zu wievielen Orgasmen in welchem Zeitraum diese Säuglinge und Kinder angeblich fähig gewesen seien. Solche „Erkenntnisse“ konnten man nur durch den Mißbrauch von Kindern durch Erwachsene erhalten.

Judith Reismann klärte über Kinsey auf

Schärfste lebende Kritikerin Kinseys ist Judith Reismann. In ihrem Buch „Crimes and Consequences“ schreibt sie:

Kinsey hielt Pädophile in den USA und im Ausland dazu an, Kinder zu mißbrauchen. Er forderte sie dazu auf, Säuglinge und Kinder sexuell zu mißbrauchen, weil er dadurch zu seinen Daten über angeblich normale ‘Kindersexualität’ kommen konnte. Insgesamt handelte es sich dabei um zwischen 317 und 2035 Kinder und Säuglinge.“ (Übersetzung durch„Deutsches Institut für Jugend und Familie“)

Im Jahr 2013 unterstütze Judith Reismann eine groß angelegte und erfolgreiche Kampagne in Kroatien gegen die Einführung eines äußerst liberalen Sexualkundeprogramms, das vom Kinsey-Institute-Absolventen Aleksandar Stulhofer entworfen wurde. Entsprechend den Vorstellungen Alfred Kinseys sah das Programm die sexuelle Unterweisung von Kindern ab dem ersten Schuljahr vor. Die Proteste zwangen die linke Regierung, das Programm zu streichen.

Die US-amerikanische Psychiaterin Miriam Grossmann beschreibt in ihrem Buch „You’re teaching my child what?“ Alfred Kinsey als einen Mann mit starken Persönlichkeitsstörungen und sexuellen Obsessionen. Diese hätten maßgeblich seine Studien geprägt.

Frühsexualisierung mit „wissenschaftlichem“ Anstrich

Applaus erntete Kinsey stets von Persönlichkeiten und Organisationen, die sich öffentlich für eine emanzipatorische bzw. revolutionäre Auffassung von Sexualität à la 1968er-Revolte einsetzten. sexuelle_revolution-klein

Insbesondere die heutigen Bemühungen, vielerorts schon im Kindergarten oder in der Grundschule Kinder mit sexuellen Inhalten zu konfrontieren  –  wie es beispielsweise im baden-württembergischen „Bildungsplan 2015“ vorgesehen ist  –  gehen auf ihn zurück.

Diese Tatsache ist der Hauptgrund für die Empörung über die mögliche Anerkennung des Kinsey-Instituts als Berater von ECOSOC. Das Institut wurde nicht nur von Kinsey gegründet, es bekennt sich ausdrücklich zu seinem Werk.

Sollte das „Kinsey-Institut“ Berater mit besonderem Status am ECOSOC werden, kann man sich vorstellen, welche Prägung die ohnehin schon liberalen Sexualkunde- und Familienplanungsprogramme der Vereinten Nationen erhalten würden:

Die Sexualisierung der Kindheit  –  wissenschaftlich verbrämt  –  würde eine neue Dimension erreichen. Aus diesem Grund ist zu hoffen, daß Familien- und Kinderschützer die ECOSOC-Akkreditierung verhindern können.

Unser Autor Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Grüne Jugend agitiert sexualrevolutionär und beschimpft Gegner des „Bildungsplans“

Mathias von Gersdorff

Die grüne Partei hat von der Kindersex-Debatte vor der Bundestagswahl 2013 offenbar nichts gelernt. Für sie ist menschliche Sexualität nach wie vor ein Instrument zur gesellschaftlichen Umgestaltung nach grün-revolutionären Theorien. DSC03246a

Das Schlimmste ist: Die Kinder sind die Masse, an der sexualrevolutionäre Experimente durchgeführt werden sollen.

FOTO: Mathias von Gersdorff als Redner bei der Elternrechts-Demonstration in Stuttgart

Anders ist nicht zu erklären, dass die „Grüne Jugend“ nach wie vor die Gegner des baden-württembergischen „Bildungsplanes“ in einer wüsten Art und Weise beschimpft: „Es darf in der Frage der Akzeptanz sexueller Vielfalt im Bildungsplan kein Einknicken geben. Wir erwarten von den Grünen, dass sie nicht gegenüber dem homophoben Schlossplatz-Mob zurückziehen.“

In diesen beiden Sätzen wird die Gesinnung der jungen Grünen überdeutlich: Sie halten fanatisch an ihren Maximen fest, weil sie sich im absoluten Besitz der Wahrheit und der moralischen Autorität wähnen. Wer gegen sie ist, darf deshalb verhetzt und verleumdet werden.

Man fragt sich, ob solche Sprüche nicht entsprechend § 120 StGB strafrechtlich relevant sind.(http://dejure.org/gesetze/StGB/130.html)

Winfried Kretschmann will am 27. März mit Vertretern von Kirchen und anderen Institutionen über den „Bildungsplan 2015“ verhandeln. Wenn er sich nicht bis zu diesem Tag von den Parolen seiner  „Grünen Jugend“ distanziert und diese zurückweist, kann man nicht davon ausgehen, dass er es ernst meint. Schon in seiner Funktion als Ministerpräsident darf er eine derart hassgeladene Sprache bildungsplan_bw_petition_logo13_e7fe0bc824nicht dulden.

Dieser Spruch der „Grünen Jugend“ war keineswegs ein Ausrutscher. Sie will nämlich ohnehin die Ehe abschaffen, die Mehr-Eltern-Adoption einführen, das Ehegesetz für homosexuelle Paare öffnen, die Zweigeschlechtlichkeit überwinden, Inzest liberalisieren usw. Etliche dieser Forderungen werden von einzelnen hohen Funktionsträgern oder gar von der Bundespartei geteilt.

Für die Verschiebung und eine inhaltliche Überarbeitung des „Bildungsplanes 2015“, vor allem der Erziehungseinheit „Akzeptanz Sexueller Vielfalt“, haben sich inzwischen mehrere Parlamentarier der Grünen ausgesprochen.

Keiner aus dieser Partei hat aber bislang eingesehen, dass die Einführung „Sexueller Vielfalt“ in den Schulen ein frontaler Angriff auf das Erziehungsrecht der Eltern und auf die Sittlichkeit der Kinder und deshalb von Grund auf falsch ist. Das können die Grünen auch gar nicht, weil sie eben fanatisch am Prinzip festhalten, die menschliche Sexualität sei ein Instrument sozialrevolutionärer Gesellschaftspolitik.

Die Gegner des „Bildungsplanes 2015“, die sich am 27. März mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann treffen werden, dürfen sich deshalb nicht auf kosmetische Änderungen einlassen. Es geht hier um grundsätzliche Dinge: Das Erziehungsrecht der Eltern und eine einwandfreie Erziehung der Kinder.

Die Schule darf nicht zu einem Ort grüner Indoktrination entsprechend der Gender-Theorie werden. Das muss die Ausgangslage in den Verhandlungen mit der grün-roten Landesregierung sein.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ und des Webmagazins „Kultur und Medien online“


„Reformkatholiken“ als fünfte Kolonne der 68er innerhalb der Kirche

Mathias von Gersdorff

Seit dem Rücktritt von Papst Benedikt XVI. sind gewisse Kräfte innerhalb der katholischen Kirche, die oft als progressistisch oder als „fortschrittlich“ bezeichnet werden, für die allgemeine Öffentlichkeit deutlich sichtbarer geworden.  Bildungsplan-Demo-1.2.1448b

Selbstbewußt und sich ihrer Sache sicher, veröffentlichen sie Stellungnahmen oder fordern von der kirchlichen Hierarchie gar Reformen, die selbst für kirchenferne Personen unschwer erkennbar dem katholischen Lehramt widersprechen.

FOTO: M. von Gersdorff als Redner bei der Stuttgarter Eltern-Kundgebung gegen den grün-roten Bildungsplan

Vier Beispiele von vielen: Mitte Dezember forderten 17 Theologieprofessoren ein „Umdenken der katholischen Kirche bei Sexualmoral und Familie“ und behaupten beispielsweise hinsichtlich Homosexualität, daß „Treue, Verläßlichkeit und Solidarität nicht weniger wert sind, nur weil sie von Schwulen und Lesben gezeigt werden“. Die christliche Moralverkündigung müsse auch „die vielen Erscheinungsformen des Sexuellen außerhalb der Ehe“ zum Thema machen.

Ebenfalls Mitte Dezember hat das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) eine Stellungnahme zum Thema Ehe und Familie veröffentlicht. Das ZdK drückt sich nicht so deutlich aus wie jene 17 Professoren, doch die Marschrichtung ist dieselbe: mehr Verständnis für Homosexuelle, wiederverheiratete Geschiedene und Patchwork-Familien.

Moralaufweichung selbst von bürgerlich-katholischer Seite

Christoph Lehmann von der Katholischen Elternschaft schrieb am 8. Februar im Berliner Tagesspiegel:

„Und auch Konservative können kaum leugnen, daß die staatliche Anerkennung der Übernahme gegenseitiger Verantwortung von Menschen füreinander etwa in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft hohe Wertschatzung verdient.“

Sowohl Papst Johannes Paul II. wie auch Benedikt XVI. haben „eingetragene Partnerschaften“ unmißverständlich abgelehnt und als Angriffe auf Ehe und Familie bezeichnet.

Solche Erscheinungen sind im deutschen Katholizismus nicht neu. Seit eh und je gibt es Bestrebungen hiesiger Katholiken, sich eine eigene Moral und eine eigene Religion zu basteln und sich hierbei auch gegen „Rom“ zu polemisieren.

Doch es ist auffällig, daß solche Initiativen just in der Zeit aufkommen, wo in der säkularen Welt anhand von Projekten im EU-Parlament wie dem „Estrela-Bericht“ (Recht auf Abtreibung und ultraliberale Sexualkunde) und dem „Lunacek-Bericht“ (Sonderrechte inklusive Definition von sog. Haßverbrechen für LGBTI-Menschen), sowie der Einführung der Lerneinheit „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ im Rahmen des „Bildungsplanes 2015“ in Baden-Württemberg das Gender Mainstreaming, die Gender-Theorie und dieb Homo- und LGBTI-Agenda mit brachialer Gewalt und gar mit Hinterlist vorangetrieben werden.

Allianz mit den Gegnern der Kirche

Trotz unterschiedlicher Sprache und Gewichtungen verfolgen beide Strömungen  –  säkulare linksliberale Kräfte sowie progressistische Reformkatholiken  –  dasselbe Ziel: die Durchsetzung der Maximen der sexuellen Revolution im Geiste der 68er Bewegung als gesellschaftliche und moralische Norm.

Jene kirchlichen Gruppen, die dies vorantreiben, sind so etwas wie die „Fünfte Kolonne“ der 68er innerhalb der katholischen Kirche. Neu ist das Phänomen nicht. Während des „Kalten Krieges“ gab es Kreise, sogar massiv von Teilen des Klerus unterstützt, die eine Annäherung der katholischen Kirche an den Kommunismus anstrebten.

Ähnliche Bestrebungen gab es davor in bezug auf den Faschismus oder den Nationalsozialismus. Im 19. Jahrhundert sympathisierten nicht wenige mit dem Liberalismus, der damals markant antikatholisch war. Geht man zurück in die Geschichte, findet man leicht weitere Beispiele.

Quelle und FORTSETZUNG des Beitrags HIER: http://jungefreiheit.de/kolumne/2014/die-fuenfte-kolonne-in-der-kirche/


Wann entschuldigt sich die grüne Parteichefin Claudia Roth bei Bischof Mixa?

Mixas „umstrittene“ Äußerung traf ins Schwarze!

Erinnern wir uns zurück: Was ging doch im Februar 2010 für ein hysterischer Aufschrei durch die Medienlande, nachdem der damals amtierende Augsburger Bischof Walter Mixa erklärt hatte:

„Die sogenannte sexuelle Revolution, in deren Verlauf von besonders progressiven Moralkritikern auch die Legalisierung von sexuellen Kontakten zwischen Erwachsenen und Minderjährigen gefordert wurde, ist daran sicher nicht unschuldig.“  

Grafik: PI-News

Grafik: PI-News

Der katholische Oberhirte erwähnte nicht allein den tatsächlichen Zusammenhang zwischen Sex-Revolte und pädokriminellen Mißbrauchstaten; er kritisierte auch den unseriösen Umgang vieler Medien mit der Sexualität:

“Wir haben in den letzten Jahrzehnten gerade in den Medien eine zunehmende Sexualisierung der Öffentlichkeit erlebt, die auch abnorme sexuelle Neigungen eher fördert als begrenzt.”

Mit beiden Feststellungen traf der Augsburger Bischof ins Schwarze, doch im Blätterwald ging es richtig rund  –  und auch der “Spiegel” stellte sich erwartungsgemäß gegen Mixas Aussagen.

Am frechsten agierte nicht zum ersten Mal die grüne Parteivorsitzende Claudia Roth, die für ihr Leben gerne gegen die katholische Kirche agitiert.

(Roth hatte Bischof Mixa schon zuvor öffentlich als „durchgeknallten, spalterischen Oberfundi“ beleidigt, weil er  – so Roth  –  Frauen als „Gebärmaschinen“ verunglimpft habe. In Wirklichkeit verhielt es sich genau umgekehrt: Der damalige kath. Oberhirte von Augsburg hatte im Rahmen der Kita-Debatte erklärt, Mütter seien  k e i n e  Gebärmaschinen, weshalb man sie nicht drängen solle, ihre Babys in Fremdbetreuung abzugeben.)

Zurück zum Thema sexueller Mißbrauch von Kindern und Minderjährigen:

In einem Interview mit der “Augsburger Allgemeinen” vom 16.2.2010 warf die grüne Politikerin Bischof Mixa in einer absurden “Logik” vor,  er “verhöhne die Opfer” geradezu “beispiellos”. 

Die Zeitung führt ihr Interview mit den Worten ein:

“Der Kirchenführer verhöhne die Opfer, wenn er einer Sexualisierung der Gesellschaft eine Mitschuld an den Vorfällen gebe, sagte die Grünen-Chefin Claudia Roth im Gespräch mit unserer Zeitung.”

Die Politikerin sagte wörtlich:

“Es ist nicht nur haarsträubend, sondern auch eine beispiellose Verhöhnung der Opfer sexuellen Missbrauchs, wenn an diesem Skandal innerhalb der Katholischen Kirche nun andere schuld sein sollen.”

Mit seinen “unseligen Äußerungen” stelle der Bischof in Frage, so Roth weiter, “inwieweit es bei der katholischen Kirche wirklich ein glaubwürdiges Interesse daran gibt, das erschreckende Ausmaß an Missbrauchsfällen schonungslos und selbstkritisch aufzuklären.”

Die Grünen-Chefin forderte sodann die kath. Kirche in Deutschland auf, “sich in aller Schärfe von diesen Entlastungsversuchen ihres Bischofs zu distanzieren.”

Wie wäre es nun, wenn sich die vorlaute Roth endlich von ihren unberechtigten Attacken gegen Bischof Mixa distanzieren und sich bei ihm entschuldigen würde, wie dies Fairneß und moralische Verantwortung erfordern?! 

Oder ist die monatelange Debatte um die grüne Mitverantwortung an pädosexuellen Untaten etwa spurlos an ihr vorbeigegangen?  –  Das wäre allerdings noch verheerender!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

WEITERES INFO zu Claudia Roth (aufschlußreiches Demo-Foto): http://beiboot-petri.blogspot.de/2013/10/fundstuck.html

Hinweis: Wir hatten bereits Ende Mai 2013 auf diese Fakten hingewiesen; damals fand unser Artikel wenig Beachtung, vielleicht war die Zeit  – noch? – nicht reif:

https://charismatismus.wordpress.com/2013/05/29/bischof-walter-mixa-die-sexrevolte-der-68er-und-die-grune-claudia-roth/


Alice Schwarzer über pädosexuelle Irrwege im rotgrünen Milieu: „Die 68er und ihre Erben“

In der aktuellen Ausgabe der Frauenzeitschrift „Emma“ (Okt./Nov. 2013) befaßt sich Herausgeberin Alice Schwarzer auf den Seiten 54 bis 57 ausführlich mit den Gründen und Hintergründen der pädosexuellen Verirrungen in linksliberalen bzw. rotgrünen Kreisen.

Dabei nimmt die bekannte Feministin in puncto „Sex mit Kindern“ kein Blatt vor den Mund.

Unter dem Titel „Die Fortschrittlichen und die Pädophilie“ schreibt sie gleich eingangs:

„Die Empörung war groß, als der Missbrauch von Kindern in katholischen Internaten ans Licht kam. Zu recht. Aber es dauerte länger, viel länger, bis auch die sexuellen Übergriffe der „Kinderfreunde“ in WGs und Kommunen als Skandal empfunden wurden.“

„Es war der linksliberale Zeitgeist“

Zudem stellt die Emma-Herausgeberin klar, daß sich die Kritik nicht allein auf die grüne Partei beziehen sollte:

„Es waren nicht nur die Grünen. Es waren auch nicht nur die 68er. Es war der Zeitgeist, der allerdings war links beziehungsweise liberal. Es war einfach angesagt bei (fast) allen, die sich als fortschrittlich verstanden: Dass doch nichts dabei sei, wenn Erwachsene mit Kindern…denn die wollten es doch auch.“

Guter Buchtitel zum Thema

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Alice Schwarzer erwähnt sodann die grün-alternative Tageszeitung „taz“ aus Berlin, die ebenfalls eine „sexuelle Befreiung“ ohne Grenzen auf ihre Fahnen schrieb.

Es seien, so Schwarzer, „die 68er und ihre Erben, die Grünen, die in den ihnen nahestehenden Publikationen“ gewesen, welche „nicht nur das Recht der Kinder auf eine eigene Sexualität propagiert“ hätten, sondern auch das vermeintliche „Recht“ der Erwachsenen auf Sex mit Kindern.

„Inspiriert von der grünen BAG SchwuP“

Hinsichtlich der skandalösen grünen Beschlüsse aus den 80er Jahren (pro Straffreiheit pädosexueller Verbrechen) erläutert die Chefredakteurin der „Emma“, diese seien u.a. „inspiriert“ worden von der grünen BAG SchwuP (Bundesarbeitsgemeinschaft Schwule, Päderasten und Transsexuelle); Schwarzer fügt hinzu:

„Der Koordinator der SchwuP, Dieter Ullmann, war da wegen Kindesmissbrauchs schon mehrfach im Gefängnis gewesen. Und übrigens war bei der SchwuP auch der Grüne Volker Beck aktiv.“

Alice Schwarzer erinnert zudem an gewisse Irrwege des linksgerichteten Hamburger Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“:

„Es war auch die Zeit, in der EMMA beim Presserat einen Antrag auf Rüge wegen Kinderpornografie stellte. Anlass war ein Spiegel-Cover im Mai 1977, auf dem eine 12-Jährige abgebildet war. Titelzeile „Die verkauften Lolitas“. Eva Ionesco, die Tochter des Dramatikers, hat später als Erwachsene ihre Mutter verklagt. Die Fotografin Irina Ionesco hatte die Fotos gemacht und verkauft. Die Tochter fühlte sich missbraucht und forderte die Zensur dieser weltweit von ihr als „Lolita“ kursierenden Bilder. 2012 bekam sie recht, doch nur zum Teil.“

Grüne pro Porno und Prostitution

Die Autorin beläßt es keineswegs bei Enthüllungen über Vergangenes; sie kritisiert die grüne Partei auch hier und heute:

„So waren und sind die Grünen weiterhin gegen jegliche Einschränkung von Pornografie. Und sie sind die Vorreiter einer Verharmlosung von Prostitution, für sie „ein Beruf wie jeder andere“. Das passt zur Verharmlosung des Missbrauchs von Kindern: Die herrschenden Alt-Grünen sind gegen Herrschaftsverhältnisse im gesellschaftlichen Bereich, leugnen jedoch die Machtverhältnisse im Privaten. Das gilt für das Machtgefälle zwischen Freiern und Prostituierten ebenso wie für das zwischen Erwachsenen und Kindern. – Dürfen wir also auch bei der Prostitution, diesem „Beruf wie jeder andere“, nun 30 Jahre warten, bis ihre Verharmlosung und Akzeptanz als Skandal empfunden wird?“

Schwarzer wirft dem grünen Geschäftsführer Volker Beck ausdrücklich „Verharmlosung und Akzeptanz der Prostitution“ vor und zitiert seine vielsagenden Äußerungen hierzu:

„Beck wörtlich: „Wenn Leute etwas anbieten, andere es kaufen wollen und es keine ökologischen oder sozialen Nebenwirkungen gibt, die man dringend unterbinden muss, dann nehme ich das zur Kenntnis und störe mich nicht weiter daran.“  –  Das erklärte Volker Beck jüngst apropos der Prostitution. – Sexualität als Ware. Man kann einen solchen Grad an Zynismus kaum fassen.“

Prof. Kentlers skandalöse Praktiken

Überdies befaßt sich die prominente Feministin mit dem bekannten Pädagogen Prof. Helmut Kentler; er zählt zu den Lieblings-Autoren und einstigen Vorzeige-Figuren der 68er Bewegung:

„Wenn einer wie der renommierte Sozialpädagoge Helmut Kentler, Professor an der Universität Hannover und Gerichtsgutachter, in seinen „wissenschaftlichen“ Schriften allen ernstes den Richtern empfahl, straffällige Jugendliche „bei pädagogisch interessierten Päderasten“ unterzubringen – dann schrie niemand Skandal (nur EMMA), sondern wurde zustimmend genickt. Tatsächlich ergingen Urteile, die „Kinderfreund“ Kentlers guten Rat befolgten und die Jungen den Pädophilen quasi auf Gedeih und Verderb auslieferten. Denn die mussten sich ja auch noch erkenntlich zeigen bei den „Kinderfreunden“. „

Kritische Seitenhiebe erhalten auch die Fernsehanstalten, wobei Alice Schwarzer in den vergangenen Jahren mehrfach öffentlich darauf hinwies, daß es unfair sei, einseitig auf die katholische Kirche einzuprügeln, wie dies in den meisten Presseorganen, Rundfunkanstalten usw. gang und gäbe war  –  und teils heute noch ist:

„Doch auch die Medien dürfen sich durchaus nach ihrer Verantwortung fragen. Ich erinnere mich nur zu gut, wie ich 2010 zu Beginn des Ruchbarwerdens des Missbrauchs in katholischen Internaten in einer Live-Talkshow auch auf den Skandal in der Odenwald-Schule, also im progressiven Milieu, hinwies. Die Moderatorin schnitt mir hart das Wort ab. Als ich im Verlauf der Sendung noch einmal darauf aufmerksam machen wollte, fiel meine Anmerkung ins Leere. Und das, obwohl zu diesem Zeitpunkt bereits alles über die Odenwald-Schule auf dem Tisch lag.“

Auch „Humanistische Union“ und GEW gegen Kinderschutz

Aufschlußreich sind zweifellos auch jene Fakten, die Schwarzer hinsichtlich Prof. Rüdiger Lautmann, der „Humanistischen Union“, den Judos,  Jusos und der seit Jahrzehnten links agierenden Gewerkschaft GEW auflistet:

„Der als links geltende Rechtswissenschaftler Rüdiger Lautmann zum Beispiel konnte ungestört weiter an der Universität Bremen lehren, obwohl er bereits 1978 den sexuellen Missbrauch von Kindern als „Straftaten ohne Opfer“ bezeichnet hatte. Auf dem Deutschen Soziologentag im April 1979 war Lautmann dann maßgeblich an dem Antrag beteiligt, den Pädophilie-Paragraphen 176 ersatzlos zu streichen. Wer hätte ihn auch stören sollen?

Zusammen mit Lautmann, der den „Arbeitskreis Homosexualität und Gesellschaft“ initiiert hatte, forderten die FDP-nahe „Humanistische Union“ ebenso wie die „Schwulengruppen“ der Jungdemokraten, Jungsozialisten und die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ die ersatzlose Streichung des § 176. Wäre das nicht verhindert worden, wäre der sexuelle Missbrauch von Kindern heute in Deutschland straffrei.“


Mißbrauchsskandale: Ursachen der Doppelmoral im Umgang mit der kath. Kirche einerseits und den Grünen andererseits

Mathias von Gersdorff

In den letzten Wochen wurde die Behandlung des Mißbrauchsskandals der Grünen sehr oft mit dem der katholischen Kirche verglichen: Während über die Katholiken im Jahr 2010 ein Sturm der Entrüstung ausbrach, geht man mit den Grünen sehr behutsam um.

Hier lohnt es sich, anzumerken, daß die Berichterstattung über pädophile Priester offensichtlich einer gezielten Kampagne folgte, denn man wußte sehr wohl, daß die Anzahl der Fälle in katholischen Einrichtungen wesentlich geringer war als in anderen Kirchen, Sportvereinen oder innerhalb der Familie.

Foto von Jorge V. Saidl

Mathias von Gersdorff

Hinzu kommt, daß die katholische Kirche Pädophilie stets als schwere Verfehlung verurteilt hat. Sie hat also niemals versucht, pädosexuelle Handlungen als solche zu rechtfertigen, wie das bei den Grünen in den achtziger Jahren mehrere Landesverbände taten. Die Ungleichbehandlung ist also offensichtlich –  man fragt sich bloß, woher das kommt.

Der Historiker Michael Wolffsohn schrieb für Focus den vielbeachteten Artikel mit dem Titel „Wie grün-rote Medien die Debatte um Kindesmißbrauch bei den Grünen weichspülen“.

„Moralische Panik“ gegen die Kirche erzeugt

Sicher spielen die Medien eine große Rolle. Sie sind nämlich entscheidend, um eine „moralische Panikmache“ (moral panic) zu erzeugen.

Der Soziologe Massimo Introvigne, späterer Beauftragter für Menschenrechte in der OSZE, veröffentlichte im Jahre 2010 das Buch „Preti pedofili: La vergogna, il dolore e la verità sull´attacco a Benedetto XVI“ (dt.: „Pädophile Priester: Die Schande, das Leiden und die Wahrheit über einen Angriff auf Benedikt XVI.“), in welchem er die Technik der „moral panic“ beschreibt:

Erstens: Es handelt sich in der Regel um Probleme, die schon lange, manchmal Jahrzehnte existieren, aber von den sozialen Kommunikationsmitteln als etwas „Neues“ präsentiert werden.

Zweitens: Es werden unprofessionell ermittelte Statistiken und sonstige Zahlen als Beweise herangezogen, die ständig wiederholt werden, ohne zu hinterfragen, ob sie stimmen oder nicht.

Drittens: Gewisse „Moralapostel“ (imprenditori morali) gewinnen dank ihrer starken Rolle als Multiplikatoren großen Einfluß in der öffentlichen Diskussion.

Würde man dies wirklich wollen, wäre eine Kampagne gegen die Grünen möglich. Die nötigen Elemente liegen vor. Es ist wichtig, zu beachten, daß bei einer solchen „moralischen Panik“ der Sachverhalt an sich keine reine Erfindung ist, doch die statistische Dimension ins Groteske übertrieben wird.

Doch nicht nur, weil es viele Medien so gewollt haben, gab es eine Empörungskampagne gegen die katholische Kirche, während heute die Grünen geschont werden. Es bestehen auch essentielle strukturelle Unterschiede in der öffentlichen Meinung, welche die „moralische Panik“ gegen die katholische Kirche begünstigen.

Die Sexuelle Revolution und das Lustprinzip

Wie man im 2011 erschienenen Buch von Sybille Steinbacher „Wie der Sex nach Deutschland kam“ gut nachlesen kann, lockerte sich die Sexualmoral in Deutschland (spätestens) nach dem Zweiten Weltkrieg.

Lange vor der sogenannten „Sexuellen Revolution“ gab es eine Sexwelle, die breite Teile der Gesellschaft beeinflußt hat. Zeitschriften, Romane, aber auch Fernsehen lieferten erotische Inhalte, die von vielen angenommen wurden. Diese Sexwelle der 1950er und 1960er Jahre bereitete die Mentalitäten für die eigentliche „Sexuelle Revolution“ der Achtundsechziger vor.

Die Devise war: „Man braucht das nicht so eng zu sehen, man kann ruhig lockerer werden.“  –  Diese Einstellung stand diametral der christlichen, zumal der katholischen Sexualmoral entgegen. Schon damals schwand der Einfluß der katholischen Kirche in dieser Hinsicht; sie wurde zunehmend als Querulant empfunden.

Die im Zuge von 68 eingesetzte „Sexuelle Revolution“ ideologisierte (Stichwort Emanzipation) und radikalisierte eine Tendenz, die also schon existierte. Ihre antikatholische Stoßrichtung war im Grunde genommen dieselbe wie die der Sexwelle davor, nur die Intensität war viel größer  –  und zudem griff sie offen die Prinzipien der katholischen Sexualmoral an. 

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

M. von Gersdorff warnte schon vor vielen Jahren!

Die „Sexuelle Revolution“ konnte seitdem stets an Boden gewinnen, was große Bevölkerungsschichten befürworteten. Entsprechend befindet sich die katholische Kirche mit ihrer Sexualmoral in einer defensiven Position. So gibt es heute nur noch wenige Tabus im sexuellen Bereich, wie etwa der Kindesmißbrauch. Aber fast alles andere wird akzeptiert.

Die heutige Position der Grünen in dieser Hinsicht spiegelt genau, was wohl viele Deutsche denken: Solange man keine psychische oder physische Gewalt anwendet, ist alles andere in Ordnung.

In einem solchen Umfeld ist es klar, daß im Falle einer „moralischen Panikmache“ viel mehr Menschen die katholische Kirche in die Pfanne hauen wollen als die Grünen.

Symptomatisch für diese Geisteshaltung in Deutschland ist das Lob, das Alice Schwarzer mit ihrer Kritik an den Grünen in der letzten Woche geerntet hat. Sie wirft den Grünen vor –  namentlich Daniel Cohn-Bendit und Volker Beck  – , sich aus der Affäre ziehen zu wollen. „Volker Beck kann sich nicht auf die Gnade der späten Geburt zurückziehen“, so Schwarzer.

Der Subjektivismus schlägt voll durch

Es darf aber nicht übersehen werden, daß Alice Schwarzers Kritik völlig nach dem Muster der 68er Mentalität gestrickt ist: In einer pädophilen Beziehung befindet sich der Minderjährige psychisch (und möglicherweise auch physisch) in einer Situation der totalen Unterdrückung. Der Erwachsene kann fast grenzenlos seine Herrschaft über ihn ausüben.

Im Umkehrschluß bedeutet dies aber: Falls eben keine Herrschaft vorliegt, wenn keiner unterdrückt wird, wenn sich keiner in einer psychischen Zwangslage befindet, dann ist alles gut. Das ist für viele Menschen heutzutage das allein gültige Kriterium.

In der christlichen – zumindest der katholischen – Sexualmoral ist das aber nur ein Teilaspekt. Für diese ist praktizierte Sexualität nur innerhalb einer gültig geschlossenen Ehe sittlich korrekt. Gewalt verschlimmert den Grad der Unsittlichkeit, ist aber nicht die einzige Bedingung dazu.

Selbstwiderspruch in puncto Abtreibung

In der Tat begann Alice Schwarzer damit, pädosexuelles Verhalten anzugreifen, als sie feststellte, daß sich Kinder in einer ähnlichen Lage wie die Frauen befanden. Sie kritisierte Figuren wie Daniel Cohn-Bendit, eben weil deren Vorstellungen einer sexuellen Befreiung letztlich die Frauen zu Objekten machten. Schwarzer erkannte, daß sich Kinder in einer pädophilen Beziehung in einer analogen Herrschaftsstruktur befanden.

Allerdings ist Alice Schwarzers Position in sich selbst widersprüchlich, denn wenn schon Herrschaft über andere das entscheidende Kriterium ist, hätte sie sich niemals für die Abtreibung einsetzten dürfen. In ihrem Herrschaftsverständnis konnte sich aber die Frau nur von der Herrschaft des Mannes „befreien“, wenn sie ihr eigenes Kind töten durfte. Diese „Herrschaft“ über das Leben des ungeborenen Kindes befürwortet sie aber  –  soviel zu Alice Schwarzer.

Die Abneigung gegen die katholische Kirche liegt aber nicht nur in der Strenge der Sexualmoral begründet. Ihr Appell, ein Leben in Keuschheit zu führen, ist ein Aufruf, mit Gott zu leben. Der Mensch soll seine eigene Sündhaftigkeit erkennen und einsehen, daß er ohne Gottes Hilfe unfähig ist, entsprechend den Zehn Geboten zu leben. Für den Menschen gilt: „Wer also zu stehen meint, der gebe acht, daß er nicht fällt“ (1. Kor, 10,12). Für den in Sünde Lebenden gilt, nach der Hand des barmherzigen Gottes zu greifen und sich heben zu lassen.

Die Kirche will den Menschen zu Gott erheben

Für den modernen, vermeintlich emanzipierten Menschen sind solche Gedanken schlichtweg unerträglich. Er bastelt sich seine eigene Moral.

Diese Einstellung führt nicht dazu, Verbote gänzlich abzulehnen. Die Grünen wollen viele Verbote einführen bei gleichzeitiger Förderung der Sexuellen Revolution: Ströbele und Grüne Jugend wollen die Entkriminalisierung von Inzest, die Grüne Jugend will die Ehe abschaffen und die Zweigeschlechtlichkeit überwinden, im Wahlprogramm ist die Öffnung des Ehegesetzes für homosexuelle Paare vorgesehen usw.

Bleiben sollen hinsichtlich Sexualität einige wenige Verbote, wie eben die Pädophilie  – gleichsam wie Oasen in einer moralischen Wüste. Damit können viele heute leben. Doch die katholische Kirche will die Wüste mit Gottes Wort bepflanzen, damit sie blüht. Da gibt es keinen Platz für die „Sexuelle Revolution“.

Erstveröffentlichung des Beitrags in der Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT

Foto des Autors von Jorge V. Saidl


Straffreiheit für Sex mit Kindern: „Spiegel“-Verkehrtes anno 1970

Pädosexuelle Tendenzen im Gefolge der 68er Revolte

Der „Spiegel“, seit jeher  d a s  „Enthüllungsmagazin“ der Nation, gehört selber mal genauer unter die Lupe genommen.

Wir hier im CF bereits an zwei Beispielen (1980 und 1996) aufgezeigt, hat das linke Hamburger Politblatt jahrzehntelang kriminellen Pädosex verharmlost oder prominente Kinderschänder gar verherrlicht.

Den Startschuß für diese verhängnisvollen Bestrebungen, Kindesmißbrauch legalisieren zu wollen, gab zweifellos die 68er Kulturrevolution und ihre damit verbundene sog. „sexuelle Befreiung“, die teils auch sexuelle Handlungen von Erwachsenen mit Kindern einbezog – oder Sexualität „vor“ Kindern (zB. Intimverkehr der Eltern vor den eigenen Sprößlingen).

Beides (Sex mit und Sex „vor“ Kindern) war und ist rechtswidrig, ja mit Recht strafbar. Doch damals wollte man die „bürgerlichen Regeln“ brechen und das Strafrecht liberalisieren. Tatsächlich wurde auch das Sexualrecht weitgehend „entschärft“, zB. die Pornografie legalisiert.

Buchtitel der Aktion "Kinder in Gefahr"

Buch der Aktion „Kinder in Gefahr“

Doch damit nicht genug, wollten die besonders revolutionär Gestimmten weitergehen und auch den Pädosexuellen (die im Volksmund als „Kinderschänder“ bezeichnet werden) zu ihrem vermeintlichen Recht verhelfen.

Ein typisches Beispiel dafür, wie diese Tendenzen pseudowissenschaftlich begünstigt wurden, lieferte das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ in einem Interview vom 24.8.1970 mit den parlamentarischen Staatssekretär Dr. Alfons Bayerl, einem bayerischen SPD-Politiker, der die unter der sozialliberalen Regierung Brand forcierte Liberalisierung des Sexualstrafrechts wesentlich mitgestaltete.

Doch wie sich aus dem Wortwechsel ergibt, positionierte sich der „Spiegel“ hierbei im Sinne der „sexuellen Revolution“ sogar noch deutlich links von Bayerl.

Im Laufe des Gesprächs kommt die Redaktion auch auf eine denkbare Strafrechtsreform beim Mißbrauchs-Paragraphen 176 zu sprechen.

Schon die Sprachregelung der  ersten diesbezüglichen „Spiegel“-Frage läßt tief blicken:
„Gewaltlose sexuelle Handlungen an Kindern sollen auch in Zukunft mit Freiheitsstrafen bis zu zehn Jahren geahndet werden können. Entspricht dieser Strafrahmen moderner wissenschaftlicher Erkenntnis über den Schaden, den diese Kinder tatsächlich erleiden?“

Die Antwort des sozialdemokratischen Politikers:

„Wir haben leider viel zuwenig wissenschaftliche Erkenntnisse, ob überhaupt und welchen Schaden Kinder davontragen. Wenn die Sexologen und andere Wissenschaftler in den nächsten Jahren mehr und bessere empirische Daten liefern, sind wir gern bereit, das Gesetz wieder zu ändern.“

Der „Spiegel“ bleibt weiter am Ball und behauptet munter drauflos:

„Einige Daten liegen ja immerhin schon vor. Wir denken da an den Tübinger Medizinprofessor Reinhard Lempp, der aufgrund einer Untersuchungsreihe an 97 Kindern zu folgender Feststellung gekommen ist:

„Die selbstverständliche Annahme einer seelischen Schädigung der Kinder durch sexuelle Delikte geht in Wirklichkeit auf eine tradierte besondere Tabuierung des Sexuellen überhaupt zurück und auf die bemerkenswerte Überbewertung der Verwerflichkeit sexueller Handlungen außerhalb ehelicher Beziehungen … Allein über solche sexuellen Dinge vor einem Kreis erwachsener Menschen reden zu müssen belastet solche Kinder mehr als die Tat selbst, ja, es belastet die Kinder oft ganz allein.“

Immerhin stellt der Staatssekretär klar, daß jene Studie wohl doch auf dünner Basis beruht: „97 Kinder sind noch nicht sehr viel.“ 

Trotzdem stimmt er grundsätzlich zu: „Aber ich bin derselben Ansicht: Solange unsere Gesellschaft die Sexualität noch so tabuiert, wird das allein schon immer einen Schaden bei den Kindern hervorrufen. Sie werden ja so erzogen, im Elternhaus, in der Schule, in ihrer ganzen Umgebung.“

Demnach entsteht der seelische Schaden bei Kindern weniger durch die Untat selber, sondern angeblich durch die „Tabus“ der Gesellschaft, die solche Verbrechen allerdings zu Recht nicht duldet.

Guter Buchtitel zum Thema

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Nach so viel grünem Licht bohrt der „Spiegel“ unermüdlich weiter:

„Sollte der Gesetzgeber nicht eher darauf hinwirken, diese Tabuierung abzubauen, statt sie gesetzlich zu zementieren“Darauf Bayerl: „Man kann mit dem Gesetz nicht positiv erzieherisch einwirken. Dafür ist das Strafrecht weiß Gott ein untaugliches Mittel. Verhängnisvoll sind für das Kind die vielen Vernehmungen bei Polizei und Gericht. Wie hoch wir den Strafrahmen ansetzen, spielt dabei überhaupt keine Rolle.“

Schaden entsteht nicht durch den Täter, sondern durchs Strafrecht…

Also für das Kind ist in dieser schrägen Logik offenbar nicht das Mißbrauchsverbrechen „verhängnisvoll“, sondern die „Vernehmungen“ im Falle einer Ahnung des Täters.

Für die Spiegel-Redaktion ist hier ein Faß aufgemacht, in dem gerne weiter gerührt wird, denn als nächstes wird der damalige Rechtsschutz für Minderjährige infrage gestellt:

„Im Bewußtsein der Gesellschaft ist aber eine hohe Strafdrohung ein Indiz, daß etwas als ganz besonders verwerflich gilt. Wer sexuelle Handlungen an abhängigen 14- bis 21jährigen vornimmt  –  Lehrer an Schülern etwa, Geistliche an Konfirmanden, Vorgesetzte an Untergebenen – , soll mit Freiheitsentzug bis zu fünf Jahren bestraft werden. Haben Sie hier Forschungsergebnisse, die eine besondere Schutzbedürftigkeit nahelegen?“

Der Staatssekretär widersteht dem in der Fragestellungen liegenden Trend zunächst einigermaßen:

„Nein, auch nicht. Aber wir wollen Erwachsene hindern, manipulierend in die sexuelle Entwicklung der Kinder einzugreifen. Die Kinder sollen auch im sexuellen Bereich echte Partnerschaftsverhältnisse erfahren. Bei Autoritätspersonen ist das doch durchweg nicht der Fall.“

„Wenigstens die Altersgrenze herabsetzen…“

Doch der „Spiegel“ bleibt hartnäckig am Ball  – und zwar am falschen, indem er weiter bohrt:
„Müßte man nicht wenigstens die Altersgrenze herabsetzen, den Schutz auf 14- bis 16-jährige beschränken, wie es auch eine westdeutsche Professoren-Runde in einem Alternativ-Entwurf vorgeschlagen hat“

Bayerl widerspricht: „Fänden Sie es gut und richtig, daß ein 17jähriges Mädchen, das zur Erziehung in einem Heim untergebracht ist oder zur Ausbildung bei einem Lehrherrn, ständig sexuell belästigt wird?“

Auch hier beschwichtigt das Hamburger Blatt erneut und ignoriert dabei das Machtgefälle zwischen Vorgesetzten und Untergebenen mit einer dummdreisten Behauptung:
„Der Schaden, der bei diesem Mädchen entsteht, kann doch nicht größer sein, als wenn Hausverwalter oder Gesellen zudringlich werden.“

Das RECHT hilft der JUGEND

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Der Staatssekretär entgegnet erneut:

„Wir wollen die Freiheit im sexuellen Verhalten schützen. Ein unabhängiges 17jähriges Mädchen tut es im Einverständnis. In einem Abhängigkeitsverhältnis braucht die Autoritätsperson keine Gewalt anzuwenden, sondern macht sich das Mädchen aufgrund der autoritären Stellung gefügig.“

Doch der „Spiegel“ ist nicht zu bremsen: „Auch innerhalb von Abhängigkeitsverhältnissen gibt es einverständliche sexuelle Beziehungen. Die würden auch unter die Pönalisierung fallen.“

Bayerl stellt klar: „Wenn es um eine 16- bis 21jährige geht, nur „unter Mißbrauch der Abhängigkeit“.“

Straffreiheit für Pornos an Jugendliche

Als nächstes kümmert sich der „Spiegel“ darum, den damals noch geltenden Jugendschutz vor Pornografie infrage zu stellen:

„Für Erwachsene soll  –  seit langem überfällig  –  die Pornographie künftig freigegeben werden. Warum aber soll weiterhin jemand bestraft werden, der Jugendlichen unter 18 Jahren Pornos verschafft? Aus geschmacklichen Gründen? Oder haben Sie Beweismaterial dafür, daß Pornographie auf Jugendliche schädlich wirkt?“

Nachdem der Staatssekretär einräumt, er habe (angeblich) keine Kenntnis von Beweismaterial, bleibt der „Spiegel“ unerbittlich am Ball:

„Nach den bislang vorliegenden Untersuchungen spricht überhaupt nichts für schädliche Wirkungen auf Jugendliche. Vor allem hat man ausgeschlossen, daß Pornographie zu unkontrolliertem Sexualverhalten verleite und daß sie die Triebrichtung beeinflusse, wie früher angenommen wurde.“

Bayerl bemerkt war noch: „Ich sehe nicht recht ein, was für die Freigabe spricht“, doch der „Spiegel“ nimmt ihn mit seiner weiteren Fragestellung derart in die Zange, daß ihm die argumentative Puste ausgeht:

Frage des „Spiegel“: „Nach Paragraph 184 soll mit maximal einem Jahr Freiheitsstrafe bestraft werden, wer einem Kind Pornos zugänglich macht. Nach Paragraph 176 Absatz 5 Ziffer 3 soll dieselbe Handlung drei Jahre Freiheit kosten, wenn sich der Erwachsene dabei sexuell erregt — was das Kind gar nicht bemerken muß und für den Grad der Einwirkung auf das Kind auch keinen Unterschied macht. Was soll hier eigentlich dreimal so hoch bestraft werden, die sexuelle Erregung des Erwachsenen?“

Bayerls entgegenkommende Antwort:

„Kein vernünftiger Richter wird den Strafrahmen dann ausschöpfen. Aber ich stimme Ihnen zu. Tatsächlich würden wir mit diesem Tatbestand wieder die wollüstige Absicht pönalisieren, was wir auf keinen Fall wollen. Man muß beim 176 den ausnehmen, der vorzeigt und sich selber erregen will, ohne daß das Kind davon Kenntnis erlangt.“

Das Interview verdeutlicht, wie zielstrebig die „Spiegel“-Redaktion sogar den SPD-Politiker vor sich hertreibt und ihn in die gewünschte Richtung lenkt  – und zwar zu Lasten des Schutzes für Kinder und Minderjährige.

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Mail: felizitas.kueble@web.de  / Twitter: @felixitas

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