Frankreich im Gefolge der 68er: Pädosex-Skandale um bekannte linke Intellektuelle

Von Felizitas Küble

In unserem Nachbarland reißt die Debatte um Inzest-Betroffene in zuvor angesehenen Intellektuellen-Familien nicht ab. Neben prominenten Künstlern stehen dabei auch sozialistische Politiker und Autoren in der Kritik.

Meist geht es dabei um die 70er Jahre und 80er Jahre und um die damals virulente „Sexuelle Befreiung“ nach der Kulturrevolution der 68er Bewegung.

Im Vorjahr wurde bekannt, daß der französische Schriftsteller Gabriel Matzneff einst Kinder und Teenager sexuell missbrauchte. Freilich hatte er diese Tendenzen schon früher als eine Errungenschaft der sexuellen Liberalisierung gefeiert.

Vor allem Camille Kouchner erregte einiges Aufsehen mit ihrem biographischen Buch „Die große Familie“ (siehe Abbildung) – im französischen Originaltitel: „La Familia grande„.

Darin schildert sie, wie der Stiefvater ihren damals 13- oder 14-jährigen Zwillingsbruder zwei Jahre lang sexuell missbrauchte und dies im Famiien- und Verwandtenkreis als Tabu vertuscht wurde. Auch die beruflich emanzipierte Mutter schaute bewußt weg.

Der Täter der „großen Familie“ war der Politologe und linke Politiker Olivier Duhamel, der als bekannter Vertreter der 68er Ideologie galt. Weitere Infos dazu hier: https://www.dw.com/de/dunkle-geheimnisse-einer-gro%C3%9Fen-familie/a-56291497

Es ist durchaus kein Zufall, daß es sich bei Duhamel um den STIEF-Vater handelte, nicht um den biologischen Vater des Opfers. Das paßt natürlich nicht ins moderne Bild der vielgepriesenen „Patchwork-Familien“.

Es ist aber wissenschaftlich gründlich belegt, daß Schwiegerväter-Täter überdurchschnittlich häufig im pädosexuellen Kontext vorkommen

Hierüber habe ich bereits vor 10 Jahren ausführlich und faktenbasiert geschrieben: https://charismatismus.wordpress.com/2011/11/01/gefahr-des-missbrauchs-ist-bei-patchwork-familien-groesser/

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Kritik an Aussetzen des Betroffenenbeirats

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihren Betroffenenbeirat ausgesetzt, der an der Aufklärung von Missbrauchsfällen mitarbeiten sollte. Laut EKD sei das Konzept gescheitert und es werde nach anderen Möglichkeiten gesucht, Betroffene zu integrieren.

Die Gym­na­si­al­leh­re­rin Katharina Kracht, eine der Betroffenen, sieht das anders. „Wir in­ter­pre­tie­ren es als den Ver­such, uns auf­zu­lö­sen. Und da­mit geht es mir schlecht. Es ist fürch­ter­lich, dass die EKD die Sa­che trotz vie­ler War­nun­gen an die Wand ge­fah­ren hat“, sagte sie im Interview mit der Wochenzeitung Die Zeit.

Zusammen mit Henning Stein, Pa­tho­lo­ge im Uni-Kli­ni­kum Köln und Vater eines Missbrauchsopfers, schilderte die 47-Jährige ihre Sicht der Dinge. Der Vater glaubt auch Aussagen des EKD-Miss­brauchs­be­auf­trag­ten Bi­schof Chris­toph Meyns nicht, wonach das Ausmaß des Missbrauchs nicht mit dem in der katholischen Kirche vergleichbar sei. Der Ul­mer Kin­der­psych­ia­ter Jörg Fe­gert habe in ei­ner Stu­die ge­zeigt, dass die Zahl der Be­trof­fe­nen et­wa gleich sei.

„Die Kir­che kann die Wahr­heit schwer ak­zep­tie­ren, dass sie ein Ort schwers­ter Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen war und ist. Wir als Be­trof­fe­ne ver­kör­pern die­se Wahr­heit. Des­halb ha­ben wir bei Kir­chen­hier­ar­chen ein Ak­zep­tanz­pro­blem“, sagte er.

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.pro-medienmagazin.de/sexueller-missbrauch-ist-nichts-unwahrscheinliches/

Gemälde: Evita Gründler


Neuerscheinung: Kardinal Pell im Knast

Im Media-Maria-Verlag erscheint in wenigen Tagen der erste Band einer Trilogie von Kardinal George Pell.

Er war zum Zeitpunkt der Anklage als Präfekt des Wirtschaftssekretariates im Vatikan einer der höchsten Würdenträger der katholischen Kirche. Er wurde in Australien wegen sexuellen Missbrauchs zweier Chorknaben zu sechs Jahren Haft verurteilt und am 27. Februar 2019 direkt aus dem Gerichtssaal in Handschellen abgeführt.

Freiwillig war Kardinal Pell zuvor nach Australien zurückgekehrt, um sich dem strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zu stellen. Er beteuerte von Anfang an seine Unschuld. – Am 7. April 2020 hob der Oberste Gerichtshof von Australien die Urteile der vorangegangenen Instanzen auf und sprach Pell von allen Vorwürfen frei.

Im ersten Band seines Gefängnistagebuches Unschuldig angeklagt und verurteilt schrieb Kardinal Pell täglich seine Erfahrungen im Gefängnis, den Austausch mit seinem Anwaltsteam, Gedanken über Ereignisse innerhalb und außerhalb der Kirche und seine spirituellen Einsichten nieder.  

Näheres dazu hier: https://www.media-maria.de/media/pdf/fb/5b/af/verlagsvorschau_herbst_2021.pdf

http://www.media-maria.de


Sexueller Missbrauch: Betroffene kritisieren mangelnde Aufarbeitung in der EKD

Medienberichten zufolge beschweren sich Betroffenen-Initiativen in der evangelischen Kirche zunehmend darüber, daß die öffentliche Debatte und Presseschlagzeilen sich fast ausschließlich mit der Missbrauchsthematik in der katholischen Kirche beschäftigen.

Dadurch würden Opfer, die sexuellen Missbrauch innerhalb des Protestantismus erlebten, nicht ausreichend ernst genommen, denn die EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) fahre immer noch „im Windschatten“ der katholischen.

Nicht zuletzt aus diesem Grunde sei man in der katholischen Kirche stärker mit der Aufarbeitung vorangekommen.

Am 1. Mai 2021 hatte eine Angehörige des Betroffenenbeirats der EKD, Katharina Kracht, ihre Kritik an der mangelnden Aufarbeitung von Missbrauchsfällen in evangelischen Landeskirchen erneuert. Die EKD müsse „aufhören, immer nur mit dem Finger auf die Katholiken zu zeigen“, sagte sie auf einer Online-Pressekonferenz.

Die katholische Kirche stehe zwar zu Recht in der Kritik, aber „die evangelische Kirche steht zu Unrecht nicht in der Kritik.“ – Bei der Aufarbeitung liege sie zudem weit zurück.

Von „schweren Vorwürfen“ des Betroffenenbeirats berichtet auch das offiziöse Portal „Evangelisch.de“:

„Rund ein halbes Jahr nach dem Start haben Mitglieder des Betroffenenbeirats der evangelischen Kirche eine mangelnde Beteiligung von Opfern in die Aufarbeitung von Missbrauch vorgeworfen. Betroffene würden nur unzureichend in Beratungen eingebunden, es fehle an Information und Partizipation, sagte Gremiumsmitglied Katharina Kracht.

Die EKD habe ihr Versprechen einer Aufarbeitung „auf Augenhöhe“ nicht eingehalten, beklagte sie.

Bild: Evita Gründler


Unionsfraktion: Neues Gesetz schützt Kinder besser vor sexuellem Missbrauch

Verbot von Kindersexpuppen beschlossen

Am heutigen Donnerstag berät der Bundestag abschließend das Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder. Dazu erklärt der rechtspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Dr. Jan-Marco Luczak:

„Nach zähem Ringen haben wir endlich den Durchbruch im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern geschafft. Wer sich an den Schwächsten in unserer Gesellschaft vergeht, verdient kein Pardon. Künftig wird sexueller Missbrauch von Kindern deswegen als das bestraft, was er ist, als Verbrechen.

Das ist mehr als Symbolik: Mit der Mindeststrafe von einem Jahr gehen ganz konkrete Verbesserungen einher. Bewährungsstrafen werden die Ausnahme, Untersuchungshaft und Sicherungsverwahrung können leichter angeordnet werden. Das ist ein riesiger Schritt, um Täter an der Begehung weiterer Übergriffe zu hindern.

Harte Strafen sind nicht alles. Wir wollen vor allem auch Übergriffe verhindern, also präventiv vorgehen. Einschlägig Vorbestrafte dürfen keine weiteren Kinder mehr missbrauchen können. Wiederholungstäter bekommen deswegen einen lebenslangen Eintrag im erweiterten Führungszeugnis. Damit stellen wir sicher, dass diese nicht mehr in der ehrenamtlichen Kinder- und Jugendarbeit tätig sein können.

Auf Drängen der Union kommt nun auch ein Verbot von Kindersexpuppen. Diese Eintrittspforte in die widerliche Welt des sexuellen Missbrauchs von Kindern schließen wir ein für alle Mal. Denn hier üben Täter den Missbrauch von Kindern ein, senken ihre Hemmschwellen und am Ende steht ein realer Missbrauch. Das war untragbar, jetzt schieben wir dem einen Riegel vor.

Auch den einschränkenden und irreführenden vom Justizministerium neu eingeführten Begriff der „sexualisierten Gewalt“ haben wir aus dem Gesetzentwurf gestrichen. Sexuelle Handlungen an Kindern müssen immer strafbar sein, auch wenn der Täter keine körperliche Gewalt einsetzt, sondern das Kind beispielsweise manipuliert, um es zu sexuellen Handlungen zu bewegen.

Das heute verabschiedete Gesetz setzt daher wieder auf die alte und bewährte Terminologie ‚sexueller Missbrauch von Kindern‘. Der ist weitreichend etabliert und umfassender. Er macht jedem deutlich worum es geht: um widerliche Verbrechen an den Schwächsten in unserer Gesellschaft, die wir entschlossen bekämpfen und hart bestrafen.“


Kardinal Woelki von Vorwürfen entlastet – Wo bleibt die Entschuldigung der Kampagnisten?

Von Felizitas Küble

Seit Monaten erlebten wir in Medien und Öfentlichkeit, aber vor allem innerkirchlich einen geradezu hysterischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki.

Dem Kardinal wurde Vertuschung in puncto sexueller Missbrauch vorgeworfen und ihm zudem angelastet, er habe das Gutachten einer Münchner Rechtsanwaltskanzlei nicht veröffentlicht.

In Wirklichkeit hatte er rein formal-rechtliche Bedenken geltend gemacht, zumal er selber darin gar nicht belastet wurde, also persönlich kein Motiv für eine „Verschleppung“ vorlag.

Zugleich hatte Woelki hochrangige Juristen mit einem Alternativ-Gutachten beauftragt, das zudem weitaus gründlicher konzipiert war – also genau das Gegenteil von „Vertuschung“ angestrebt und durchgeführt.

Wir haben hier im CHRISTLICHEN FORUM mehrfach das Jagdtreiben gegen Kardinal Woelki deutlich kritisiert und als durchsichtiges Manöver entlarvt, das weniger von der weltlichen Presse ausging, sondern vor allem von progressiven Kreisen und Gremien innerhalb der Kirche, von linkskatholischen Initiativen, Reformer-Gruppen, Zeitgeistlichen usw. (Siehe hier unsere Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/?s=Kardinal+Woelki)

So fragt man sich also: Was trieb die aufgeregte Meute dazu an, ohne jede Beweisgrundlage einen derart polemischen Feldzug gegen den Kölner Erzbischof zu führen und dabei ständig seinen Rücktritt zu fordern, ohne wenigstens die Veröffentlichung des von ihm angekündigten Alternativ-Gutachtens abzuwarten?

Der wichtigste Beweggrund für die Kampagne dürfte in der schlichten Tatsache zu finden sein, daß sich der Kardinal kritisch über Vorgänge und Zielsetzungen innerhalb des „Synodalen Prozesses“ geäußert hat, dabei diesen suizidalen „Weg“ als Holzweg entlarvte – und deshalb bei einflußreichen Progressisten innerhalb der Kirche in Ungnade fiel.

Nachdem der Kölner Erzbischof durch das Gutachten nun von allen Vorwürfen entlastet ist, warten wir auf eine Entschuldigung all jener, die ihn nicht nur voreilig, sondern vorurteilsbeladen und höchst unfair attackiert hatten und dies, obwohl sich mit Thomas Fischer ein hochrangiger Bundesrichter mit messerscharfen juristischen Argumenten vor Woelki gestellt hatte.

Der Artikel von Prof. Richter war noch dazu im nicht gerade als konservativ verdächtigen „Spiegel“ erschienen (siehe dazu unser Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2021/02/06/bundesgerichtshof-jurist-fischer-kritisiert-medienkampagne-gegen-kardinal-woelki/).

Aus dem gestern veröffentlichten Gutachten geht hervor, daß sich seit 1975 im Erzbistum Köln 127 „Kleriker“ (Zwei-Drittel der Gesamtzahl) des sexuellen Missbrauchs schuldig machten. Zum Klerus zählen freilich auch die meist verheirateten Diakone.

Dutzende weiterer Fälle beziehen sich auf hauptamtliche Laien-Mitarbeiter innerhalb der Kirche, was in der öffentlichen Debatte freilich kaum thematisiert wird, zumal diese Mediendiskurse vielfach eng mit dem Kampf gegen den Zölibat verknüpft sind.

Somit ergibt sich aus dieser Aufarbeitung, daß zu den Missbrauchstätern im hohen Maße auch Laien-Theologen bzw. verheiratete Personen im kirchlichen Dienst gehören.

Die alte Leier, die immer wieder neu aufgelegt wird, der priesterliche Zölibat sei die wesentliche Ursache für sexuellen Missbrauch, ist damit erneut widerlegt. Ich habe mich in der Zeitschrift „Theologisches“ vom Oktober 2018 bereits ausführlich mit dieser Thematik befaßt.

Dieser faktenstarke Grundsatzartikel wurde auch im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2018/10/09/fuehrende-experten-widerlegen-einen-zusammenhang-von-zoelibat-und-missbrauch/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet berufliche den KOMM-MIT-Verlag und ehrenamtlich das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Ideologische Wurzeln der Pädokriminalität

Von Christa Meves

Wenn die Aufdeckung der Kinderschänderringe in NRW auch Erschreckendes zutage fördert, so muss die daraus entstandene Aufregung doch als Silberstreifen am Horizont unserer Sexszene gewertet werden.

Allerdings bleiben die Schlussfolgerungen in den zahlreichen TV-Sendungen meist oberflächlich: Berechtigterweise wird vielstimmig eine schärfere Strafverfolgung bei sexuellem Kindesmissbrauch gefordert und die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Entdeckung motiviert.

Doch nach dem Motto „Haltet den Dieb!“ wird in den Medien vor allem die Sensationslust des Menschen bedient. Hingegen treten die eigentlichen Ursachen der barbarischen Auswüchse selbst bei den öffentlichen Diskussionen meist überhaupt nicht ins Blickfeld. Sie werden weiterhin möglichst ausgespart.

Und so werden die Vorschläge zur Behebung der makabren Verbrechen – z. B. die Aufstockung von Erziehungsberatungsstellen – nur Tropfen auf kochend heiße Steine bleiben, solange man nicht sehr generell den Mut zur Einsicht und damit zur Umkehr in der Einstellung zur Sexualität entwickelt.

Die leider viel zu späte Erkenntnis müsste nämlich heißen: Die Vorstellung, dass der Mensch friedlich und glücklich werde, wenn er von der Wiege bis zur Bahre nur fleißig Sexualität, welcher Art auch immer, praktiziere – dieses seit 45 Jahren hierzulande durchgepaukte Programm hat sich als überheblich, ja, als gefährlich falsch erwiesen.

Die Sexualität – Fachleute konnten das aufgrund der Ergebnisse ihrer Wissenschaft längst bereits wissen – macht keine Ausnahme von der allgemeinen Regel, dass die Verabsolutierung, die Übertreibung eines einzelnen für die Spezies existenziell notwendigen Naturbereiches den Menschen auf primitive Stadien seiner Entwicklung zurückwirft und darin festbannt.

Der lebenslänglich zu maßloser Gewohnheit missbrauchte Geschlechtstrieb – in welcher Form auch immer – macht dann nämlich allmählich davon abhängig, und das heißt: süchtig.

Kaum ein anderer Grundbereich ist deshalb durch den schließlich nicht mehr steuerbaren Drang – in einer so die Lebenserfüllung beeinträchtigenden Weise – von seinem eigentlichen Ziel, hier der Fortpflanzung, so weitgehend und so vielfältig ablösbar und damit verstörbar wie die Sexualität:

Wenn man sie z. B. aus ihrem natürlichen Zusammenhang reißt und bereits bei den Kindern vom Kleinkindalter ab zu einer gewiss weckbaren Sache an sich macht, kann in dem Kind ein Drang nach Sex-Erregung entstehen, wie sie bei normaler Hormonlage in den Entwicklungsphasen des Kindes bis zur Vorpubertät nicht gegeben ist (1).

Diese heute zur Wissenschaft erhobene allgemeine Einsicht hatte in der alten Zeit sowohl in der Rechtsprechung wie in den Verlautbarungen der Kirchen ihren Niederschlag gefunden. Eingrenzende Sitten gehörten deshalb zur Gepflogenheit. Deshalb gibt es eben auch in kultivierten Staaten kaum eine Religion, die in ihrer Wegweisung zur Weisheit das Maßhalten nicht als unumgängliche Voraussetzung empfiehlt – ein Rat auf dem Boden gefilterter Erfahrung durch Generationen hindurch.

Aber mit dem großen Enttabuierungsfeldzug der Sexualität – sie wurde hierzulande von der Mitte der 60er Jahre ab ebenso zu einem Programmpunkt der Gesellschaftsveränderer erhoben, wie die Medien die Sexwelle als Möglichkeit zu reicher Pfründe entdeckten – wurde der Blick der jungen Generation auf die alten Leuchttürme vernebelt.

BILD: „Mütter heute“ – eine der zahlreichen Publikationen von Christa Meves

Deshalb schrieb ich bereits 1972 in meinem Buch „Wunschtraum und Wirklichkeit“: „Jedenfalls sind die modernen Empfehlungen unserer Emanzipierer, die Kindlein fleißig in Sexualität einzuüben, damit sie später genug ‚Spaß‘ daran hätten, so bar allen Gefühls für die Führung des Menschen zu einem glücklichen, sinnerfüllten Leben, dass man vor dieser Methode gar nicht genug warnen kann …“ (2).

So wird man zum Beispiel pädophil – und das heißt: Wenn sexuelles Erleben dann mit Sexerlebnissen in der Kindheit assoziiert wird, muss schließlich im Erwachsenenleben suchtartig Ähnliches dieser Art gesucht werden, weil man selbst durch viel zu frühe zielferne Aktivitäten der Verführung in Bezug auf die Sexualität im kindlichen Status verhaftet geblieben ist.

Die negative Entwicklung durch die allgemeine Entfesselung und Vergötzung der Sexualität nahm im letzten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts infolgedessen immer mehr zu.

Meine Prognosen in Bezug auf die Sexualdelikte trafen von den 80er Jahren ab zunehmend ein. Und dennoch erwiesen sich vor allem die verantwortlichen Institutionen als taub für fachkompetente Warnung.

Die einschlägigen Paragraphen wurden ab der 4. Strafrechtsreform von 1975 immer mehr geschleift und praktisch unwirksam. Das hatte zur Folge, dass jede Menge verderbliche Ware für Kinderaugen und -ohren den Medienmarkt überschwemmte.

Mit dem Auftauchen von AIDS wurde darüber hinaus mithilfe einer neuen liberalisierenden Aufklärungsflut die Jugend geradezu angehalten, dadurch – um Himmels willen! – nicht wieder von den sexuellen Praktiken zu lassen, in denen man sie von Kindesbeinen an weiterhin eingeübt sehen wollte und will.

Trotz der immer häufiger ungeahndet in Erscheinung tretenden Pädophilie wurden nicht etwa entschiedene Gegenmaßnahmen gegen die Gepflogenheiten der Kindesverführung anberaumt, sondern sie eskalierten in den einschlägigen Medien.

Als sexuelle Kindermorde sich zu häufen begannen, veranlasste allerdings Bundeskanzler Helmut Kohl eine Verschärfung bei der Bestrafung der Sexualdelikte, um die Auswüchse einzudämmen; aber das blieb durch seine kurz darauf erfolgende Abwahl im neuen Jahrhundert immer seltener wirksam.

Unsere Öffentlichkeit fordert heute den Kopf der Pornohändler mit ihren verbrecherischen Filmen sexuell gequälter Kinder; aber damit allein ist es nicht getan.

BILD: „Das Recht schützt die Jugend“

Die neuen Recherchen der Polizei in NRW beweisen außerdem, wie groß die Zahl der Menschen ist, an die ihre Fotos verkaufbar sind, und das heißt: wie groß die Zahl der Männer ist, die alle selbst in süchtiger Weise pädophil angefochten sind! Hier erweist sich nun in Osnabrück und Münster, dass es nicht einmal wenige Täter sind, die die Möglichkeit entdeckt haben, mit Kinderpornographie lukrative Geschäfte zu machen.

Und das lässt einen schier unfassbaren Schluss zu: dass es hierzulande unter betuchten Bürgern unbescholten ein grausig hohes Potenzial an pädophilen, sexualsüchtigen Porno-Konsumenten gibt.

Müsste eine Durchseuchung dieser Art nicht endlich zu Einsicht und Umkehr zwingen?

Aber deshalb müssten nicht allein den Großverbrechern und ihren kriminellen Aktivitäten der Prozess gemacht werden, sondern ebenso müsste die endlose Schar der Schreibtischtäter zur Verantwortung gezogen werden, die oft nur um eines höheren materiellen Gewinns wegen dieser kriminellen Entwicklung Vorschub leisteten und täglich weiter leisten.

Und es darf nicht vergessen werden zu erwähnen, dass von Anfang an angesichts dieser unverantwortlichen Aktivitäten keinerlei Einspruch von der evangelischen Kirche erfolgte, sondern dass sie sich – trotz der Proteste Einzelner – einbinden ließ in unangemessene Aufklärungsmethoden für Kinder.

Als ein einsamer Fels in der Brandung erwies sich Papst Johannes Paul II. mit seinen unerschütterlichen Verlautbarungen und Enzykliken; aber gerade deshalb wurde und wird er zunehmend mehr in den Medien geschmäht.

Doch schließlich ist das Krebsgeschwür z. B. durch das Kirchenvolksbegehren, durch die Sexspiele und durch Sex-Broschüren wie ein Selbstzerstörer sogar in die lange standhaltenden Bastionen der katholischen Kirche eingedrungen.

Es ist in später Stunde wirklich an der Zeit, dass das „Schweigen der Lämmer“ – aber diesmal der aufgebrachten, familientreuen Gemeindemitglieder und Staatsbürger – ein Ende hat, damit die Enthemmung und Vergötzung der Sexualität und so der Boom der Sexualsüchte und Perversitäten endlich durchbrochen wird.

Aber die Aktivitäten können nur von den mündigen Bürgern ausgehen. Von hier aus muss Einfluss auf die Einschaltquoten genommen werden; denn vorher werden wir es von der Regierung nicht erwarten können, dass sie sich mit einspannen lässt in den im Grundgesetz garantierten Schutz der Kinder und sie sich mit dafür einsetzt, dass diese Garantie endlich wieder zur Realität wird.

Die Sexualität des Menschen lässt sich zwar zur Liebe erhöhen und vergeistigen, aber nur wenn man zuvor den Geschlechtstrieb in allgemein eingrenzende Verhaltensformen eingebunden und ihn so im Rahmen der Schöpfungsordnung kultiviert hat.

(1) Eliot, L.: Wie verschieden sind sie? Die Gehirnentwicklung von Mädchen und Jungen, S. 141. Berlin 2009, für die deutsche Ausgabe B.V., Berlin Verlag GmbH, Berlin 2010.
(2) Meves, Ch.: Der kalte Krieg der alten Schlange, in: Wunschtraum und Wirklichkeit, S.148. Herder, Freiburg 1972.

Die Verfasserin Christa Meves ist Psychotherapeutin für Kinder/Jugendliche und Bestseller-Autorin seit Jahrzehnten

Dieser Beitrag wurde auszugsweise auch in IDEA veröffentlicht: https://www.idea.de/spektrum/christa-meves-worin-die-ursachen-der-kinderpornografie-liegen


Sexueller Missbrauch: Prof. Steller warnt vor Menschenjagd und Falschbeschuldigungen

Der renommierte deutsche Aussage-Psychologe Professor Max Steller ruft die katholische Kirche dazu auf, bei ihren Bemühungen um Aufklärung von sexuellem Missbrauch durch Geistliche die lebenszerstörenden Folgen von Falschverdächtigungen nicht aus den Augen zu verlieren.

In einem Beitrag für „Die Tagespost“ legt der em. Professor für Forensische Psychologie an der Freien Universität Berlin anhand eines Falls aus dem Erzbistum Köln dar, wie als subjektive wahr empfundene Scheinerinnerungen Geistliche zu Unrecht belasten können.

„Offenbar reichen ungesicherte Beschuldigungen, um verstorbene ehemalige Bedienstete an den Pranger zu stellen. In mir steigt ein beängstigendes Gefühl auf, wenn Aufdeckungseifer zur Menschenjagd mutiert“, so Professor Steller.

Quelle und weitere Infos hier: https://www.die-tagespost.de/kirche-aktuell/aktuell/psychologe-aufdeckungseifer-mutiert-zu-menschenjagd;art4874,216130


Wie eine junge Frau in den USA sexuellen Missbrauch erlebte und erfolgreich bekämpfte

Buch-Daten: Rachael Denhollander. Wie ich das Schweigen brach. Eine junge Frau kämpft für Gerechtigkeit  / Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 480 S., €D 22,99 / ISBN: 978-3-7751-6047-6 | SCM Hänssler

Je mehr man liebt, desto härter kämpft man. Rachael Denhollander hat sich dazu entschieden, ihre Geschichte öffentlich zu machen und deckte damit einen der schwersten Missbrauchsskandale aller Zeiten auf.

Die Juristin wurde in die Liste der 100 einflussreichsten Personen des Time-Magazins von 2018 aufgenommen.

„Ich möchte Sie daran erinnern, dass es eine übergeordnete Frage gibt, die Sie berücksichtigen sollten, wenn Sie entscheiden, wie Sie die beiden Ziele dieses Gerichts erreichen wollen. […] Wie viel ist ein kleines Mädchen wert? Wie viel ist eine junge Frau wert?“, fragt Rachael Denhollander in ihrer Rede vor dem Gericht, nachdem über 100 andere Mädchen und Frauen gegen den Olympia-Arzt Larry Nassar ausgesagt haben.

Wegen Rückenproblemen besuchte die junge Rachael Denhollander den Olympia-Arzt. Dass er sie missbrauchte, wurde ihr erst viel später voll bewusst. Sie wusste, dass sie keine Chance hatte, gegen den promintenten Arzt vorzugehen – und schwieg.

Ein Artikel über Missbrauchs-Skandale der USA Gymnastics Trainer, die vertuscht wurden, ließ sie jedoch 16 Jahre später den Entschluss fassen, das Schweigen zu brechen.

Die Autorin erzählt in ihrem Buch „Wie ich das Schweigen brach“ von ihrer Kindheit, in der sie auch in ihrer freikirchlichen Gemeinde sexuellen Missbrauch erlebte und davon, wie sie mit den psychischen Folgen dann auch in ihrem Leben als Erwachsene kämpft.

In der Gemeinde auf Unverständnis zu stoßen, wodurch ihr Fall wie einige andere gemeldete Fälle unter den Teppich gekehrt wird, Angst vor körperlicher Nähe und fremden Männern in der Öffentlichkeit – in all diese Schwierigkeiten nimmt sie den Leser hinein.

Doch die Liebe zu ihren Töchtern, ihr Kampfgeist und ausgeprägter Sinn für Gerechtigkeit siegen. Ihre Erfahrungen als Juristin und ihre Kontakte in diesem Umfeld unterstützen sie ungemein.

Ihr standhafter christlicher Glaube und die Tatsache, dass sie genau die richtigen Leute zum richtigen Zeitpunkt an die Seite gestellt bekommen hat – all das hat dazu beigetragen, dass Larry Nassar wegen Hunderten von Vergehen hinter Gittern landete.

Noch heute ist der Kampf nicht vorbei, die Institutionen bekennen sich nicht schuldig und sie kämpft mit Kritik und damit, dass so viele immer noch die Augen vor dem eigentlichen Problem verschließen – dass der Missbrauch zugelassen und vertuscht wird. Doch Rachael Denhollander ist bereit, weiterhin zu kämpfen und für Aufmerksamkeit und Sensibilität zu sorgen.

Buch-BESTELLUNG hier: https://www.scm-shop.de/wie-ich-das-schweigen-brach.html

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Französische Linke und Pädosex-Skandale

Vor genau einem Jahr war ans Licht der Öffentlichkeit gekommen, dass der Schriftsteller Gabriel Matzneff Kinder und Jugendliche missbraucht hatte. Matzneff verteidigte in seinen Schriften und Fernsehauftritten seit den siebziger Jahren die körperliche Liebe zu Jungen und Mädchen bis ins Kindesalter und feierte dies als Errungenschaft einer neuen sexuellen Befreiung.

Zugleich wurde deutlich, wie linke Künstler- und Politikerkreise über sexuellen Missbrauch in den 70er und 80er Jahren systematisch hinwegsahen.

Wie der Figaro berichtet, beschuldigt Camille Kouchner in dem soeben in Frankreich erschienenen Buch „La Familia grande“ ihren Stiefvater, den Politologen und sozialistischen Politiker Olivier Duhamel, Ende der Achtziger ihren damals 13- oder 14-jährigen Zwillingsbruder vergewaltigt zu haben. Die Staatsanwaltschaft von Paris habe nach der Veröffentlichung von Auszügen des Buches der Juristin eine Untersuchung wegen „Vergewaltigungen und sexueller Übergriffe“ eröffnet. 

Quelle und vollständige Nachricht hier: https://www.die-tagespost.de/politik/aktuell/neuer-paedophilieskandal-erschuettert-die-franzoesischen-medien;art315,215013