Liberal-islamische Frauenrechtlerin Ates kritisiert türkisches Kindergefängnis

In der Türkei existiert nach Meinung der muslimischen Frauenrechtlerin Seyran Ateş das „größte Kindergefängnis zur Zeit“. Unter den Inhaftierten, denen Terrorunterstützung vorgeworfen wird, seien hunderte Mütter mit ihren Kindern. Manche seien im Gefängnis zur Welt gekommen, sagte sie in der ZDF-Sendung „Peter Hahne“, in der es um die angespannten deutsch-türkischen Beziehungen ging.

Zu den betroffenen Inhaftierten gehört die deutsche Journalistin Meşale Tolu aus Neu-Ulm; ihr zweieinhalbjähriger Sohn ist mit ihr im Gefängnis. Ateş forderte, „harte Kante“ gegenüber dem türkischen Präsidenten Erdogan zu zeigen.

Sie nannte es „hanebüchen“, wie in der Türkei mit dem Rechtsstaat umgegangen und was an Anklageschriften vorgelegt werde. Die Anwältin sprach in diesem Zusammenhang von Rechtsbeugung.

Im Juni hatte die in Istanbul geborene Ateş die liberale Ibn-Rushd-Goethe-Moschee in Berlin eröffnet. Die unter Personenschutz stehende Frauenrechtlerin ist seit 1997 als Anwältin tätig. Schon während ihres Studiums arbeitete sie in einer Beratungsstelle für Frauen aus der Türkei.

1984 wurde sie Opfer eines politischen Anschlags und lebensgefährlich verletzt. 2006 schloss Ateş nach mehreren Morddrohungen ihre Kanzlei. Seit 2012 arbeitet sie wieder als Anwältin.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: http://www.idea.de/menschenrechte/detail/in-der-tuerkei-existiert-das-groesste-kindergefaengnis-102192.html


CSU, Juden und Polizei für Verbot der Burka

Bundespräsident Gauck sowie Innenminister Thomas de Maizière (CDU) haben sich dagegen ausgesprochen, die Burka zu verbieten.

Die CSU und Teile der CDU treten hingegen für ein Verbot der Vollverschleierung ein, ebenso der Zentralrat der Juden in Deutschland, aber auch gemäßigte, liberale Muslime wie zB. der syrisch-stämmige Islamwissenschaftler Bassam Tibi oder die aus der Türkei stammende Schriftstellerin Seyran Ates.RTEmagicC_Frau_Verschleiert_jpg

Der CSU-Parteitag in München entschied bereits im vorigen Jahr, daß das Tragen von Burka und Niqab (Vollverschleierung) in der Öffentlichkeit untersagt werden soll. Die CSU-Landesgruppe im Bundestag möge sich für eine entsprechende Gesetzesänderung einsetzen, beschlossen die Delegierten in München.

Verkehrsstaatssekretärin Dorothee Bär (CSU) sagt zu dem Thema: „Jemand, der sich in unsere Gesellschaft integrieren möchte, hat keinen Grund, sein Gesicht zu verstecken.“ 

Die CDU-Landesvorsitzende von Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner, stellt fest, die Vollverschleierung stehe für ein „abwertendes Frauenbild.“   –  Der CDU-Bundestagsabgeordnete Wolfgang Bosbach erklärt, die Burka sei „Ausdruck für eine integrationsfeindliche Abgrenzung zu unseren Werten und unserer Tradition, unseren Mitbürgern offen und unverhüllt entgegenzutreten.“

In diesem Sinne äußert sich auch der frühere Bezirksbürgermeister von Berlin-Neukölln, Heinz Buschkowsky, ein konservativer, islamkritischer Sozialdemkrat. Er plädiert für ein Burkaverbot: „Das ist kein Kleidungsstück, das in eine demokratische Gesellschaft passt. Das ist die Abkapselung, die Unterwerfung der Frau schlechthin.“

Ähnlich sieht es der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster: „Ich kenne keinen namhaften Islamwissenschaftler, der mir bislang erklärt hat, aufgrund welcher zwingenden religiösen Vorschrift eine Burka zu tragen ist.“

039_36A - KopieEine aktuelle Umfrage des Instituts YouGov ergab eine Mehrheit von 62 Prozent der Befragten für ein Verbot der Vollverschleierung in Deutschland.

Das CSU-Organ „Bayernkurier“ schreibt zudem:

„Auch die Sicherheitsbehörden und die Justiz plädieren für ein Burkaverbot, damit man Menschen überhaupt identifizieren und ihre Gesichtszüge bei Aussagen beurteilen kann. In anderen Ländern wie Belgien, Frankreich oder dem Schweizer Kanton Tessin existieren solche Verbote, in den Niederlanden soll es kommen.“

Auch Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), hat sich bereits eindeutig gegen die Vollverschleierung ausgesprochen: „Die Burka verhindert die Integration, erniedrigt die Frau und fördert Parallelgesellschaften.

1. Foto: IGFM