Stuttgart: Ansprache von Inge Thürkauf pro Elternrecht am 1. März 2014

2. Demonstration der Initiative „Schützt unsere Kinder“

Danke, dass Ihr auch heute am 1. März wieder so zahlreich auf den Schlossplatz gekommen seid, um Euren Rechten als Eltern Ausdruck zu verschaffen.

Es ist in keiner Weise glaubwürdig, wenn von Seiten der grün-roten Bildungspolitiker behauptet wird, es ginge nur darum, in den Schulen ein Umfeld für Toleranz, Offenheit und gegenseitigen Respekt für verschiedene Lebens- und Liebesweisen zu verschaffen, es bestünde keine Absicht zur Umerziehung.   DSC03312a

Die Leitprinzipien des Bildungsplanes sowie der 2012 ins Leben gerufene landesweite Aktionsplan für die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ sprechen eine andere Sprache. Dort geht eindeutig daraus hervor, dass Bildung und Erziehung in den Schulen mit den Farben des Regenbogens durchzogen werden sollen.

Das Emblem auf dem Papier für „Lesbische und Schwule Lebensweisen“ mit dem Untertitel „Wir bilden die Zukunft“ der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft zeigt unmissverständlich eine Fahne in den Regenbogenfarben.

Soll dies ein Vorgeschmack auf die eventuelle Neugestaltung der Nationalflagge sein  –  nicht mehr Schwarz-Rot-Gold, sondern Regenbogen?

Der Einmarsch der deutschen Sportler in Sotschi im Regenbogenkostüm könnte diesen Eindruck noch verstärken und zeigt vor allem, wie weit die Diktatur des Regenbogens schon weltweit in Fahrt gekommen ist.

Ideologischer Zwang der Gender-Lobby

Es gehört zum Christsein, dass jeder Mensch in seiner Individualität und Einzigartigkeit vor Gott angenommen wird.

Doch können wir nicht akzeptieren, dass an allen öffentlichen Schulen alle Schüler schon von der 1. Klasse an oder noch früher vergendert werden, d.h. in verschiedene sexuelle Lebens- und Liebesweisen eingeführt werden sollen, wie z. B. homosexuell, lesbisch, bi-, transsexuell usw; in der Zwischenzeit soll es ja  –  vorläufig wenigstens  –  58 Geschlechter geben, die wir alle  –  nach Ansicht der Gender-Lobbyisten  –  als völlig gleichwertig zu betrachten haben. DSC03298a

Das ist ideologischer Zwang. Eine Minderheit von Gender-Gläubigen bzw. ihre Lobby will der Mehrheit der Bevölkerung eine neue Ideologie aufdrängen.

Hinter dem Genderismus steht der Gedanke, den Menschen von allen angeblich natürlichen Auffassungen zu befreien. Um dies zu erreichen, brauche es eine gendergerechte geistige Umerziehung, die so früh wie möglich beginnen soll.

Inzwischen schreckt man nicht davor zurück, die Neuformung der Geschlechtsidentität nicht nur in Kindergärten und Schulen, sondern bereits schon in Kindertagesstätten anzusetzen. Um deutlich zu machen, worum es sich bei den Kitas im Grunde handelt, nennt man sie ganz offen „gendered institutions“.

Der Hintergedanke dieser Gender-Institutionen ist, dass ein auf diese Art umerzogenes Kind sehr früh begreifen lernen soll, dass es nicht nur Mann und Frau gibt, sondern dass die Palette viel bunter und reichhaltige ist. Die Kinder sollen beizeiten lernen, selbst wie Homos, Lesben, Bi- und Transsexuelle usw. zu leben.

Auch werden Kindergarten- und Schulbücher geändert in dem Sinn, dass nicht mehr von einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau die Rede sein darf, weil dies die übrigen 58 Geschlechter diskriminieren würde.

Leitbild der klassischen Ehe entschwindet

Auf diese Weise wird den Kindern immer mehr das Leitbild der monogamen Ehe von einem Mann und einer Frau als Orientierung für ihr Leben genommen. Kinder lernen nicht mehr, dass Ehefähigkeit eine kulturelle Leistung ist, die erst entwickelt werden muss. 

„Nach Karl Marx ist die Auflösung der Familie eine der Hauptaufgaben der sozialen Revolution.“  – Doch gerade in Revolutionen und Kriegen, in den schweren Zeiten der vergangenen Jahrhunderte hat sich eines deutlich gezeigt: „Die Familie ist der wärmste Ort gegen die Kälte dieser Welt“.

Seit über einem halben Jahrhundert leben wir hier im Westen ohne Krieg, in vollständiger sozialer Sicherheit. In dieser behaglichen Ruhe des Wohlstands haben wir nun eine Theorie entwickelt, die dem gesunden Menschenverstand völlig zuwiderläuft: der strategische Plan zur Umwandlung der Gesellschaft im Namen von Gender Mainstreaming; eine Ideologie, die sämtliche gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Werte in Frage stellt.

Frühsexualisierung der Kinder

Eines der erfolgreichsten Mittel, Gender in der Gesellschaft durchzusetzen, ist die Frühsexualisierung von Kindern, die diesem totalitären Zugriff hilflos ausgesetzt werden.

Man konfrontiert sie in den Schulen mit Materialien, die nur allzu oft die Schamgrenze überschreiten. Wie eine Unterrichtsstunde gendergerecht ablaufen kann, schildert ein Bericht aus der Schweiz.

12-jährige beschreiben den Besuch der „Sextante“, wie sie die Aufklärerin nennen. Sie sei ihnen eher negativ in Erinnerung geblieben, schreiben sie. Über einige ihrer Äußerungen waren die Schüler und Schülerinnen schockiert. Manche hatten Probleme mit vulgären Begriffen und wollten sie aus Scham nicht aussprechen. Sie wurden aber gezwungen, sie doch auszusprechen. Die Sextante meinte, sie sollen doch keine Hemmungen haben und einfach reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen sei.

Zerstörung des natürlichen Schamgefühls

Warum will man die Scham der Kinder zerstören? Ist dies nicht im Grunde sexuelle Belästigung von Kindern und Jugendlichen, wenn sie sich mit sexuellen Fragen auseinandersetzen müssen, die sie noch gar nicht interessieren?

Offensichtlich hat uns der Ausspruch Lenins eingeholt, der sagte: „Interessiert die Jugend für Sex und ihr habt sie in der Hand.“  –  Ich kann die Jugendlichen nur dazu ermuntern, über ihre Erfahrungen und Empfindungen zu berichten in Bezug auf die Gender-Umerziehung in den Schulen.

Siegmund Freud wusste, wovon er sprach, wenn er warnte, dass Kinder, die [früh] sexuell stimuliert werden, nicht mehr erziehungsfähig sind, die Zerstörung der Scham bewirke eine Enthemmung auf allen anderen Gebieten.

Gender: Zukunftsprogramm der UNO

Sexualisierung der Kinder ist der Schlüssel zur Destruktion der Familie und der Religion, sie führt zur Bindungslosigkeit und letztlich zum Untergang des Staates. Menschen, die losgelöst sind von allen Bindungen, sind leicht einzubinden in das, was heute offen, auch von unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel als Neue Weltordnung bezeichnet wird. DSC05481 - Kopie

Die Neue Weltordnung ist keine Verschwörungstheorie, sondern das Zukunftsprogramm der zurzeit mächtigsten Organisation der Welt: der UNO, und Gender Mainstreaming ist eines ihrer mächtigsten Programme. 

Wo bleibt eigentlich in der ganzen Diskussion unser Recht für eine selbstbewusste und selbstbestimmte Entscheidung für Ehe und Familie, bestehend aus einem Mann und einer Frau, wie es im Grundgesetz verankert ist, und wie sie nicht nur in der jüdisch-christlichen Kultur, sondern in den verschiedensten Kulturen seit Jahrtausenden gelebt wird?

Im Übrigen darf die Frage erlaubt sein: Was geht eigentlich in Menschen vor, die sich Lehrmaterialien ausdenken,  wie wir sie im Bildungsplan 2015 vorfinden und sie auch anwenden?

Denken wir denn nicht daran, dass nachfolgende Generationen eines Tages auch über uns urteilen werden? Dass Kinder ihre Eltern eines Tages fragen werden, wo wart ihr, als es darum ging, politisch korrekt die traditionelle Ehe zwischen Mann und Frau in Frage zu stellen?

Wo wart ihr, als man versuchte, uns in der Schule verschiedene Liebesweisen schmackhaft zu machen und wir uns dadurch beschmutzt und missbraucht fühlten?

Wo wart ihr, als die Begriffe Mann und Frau politisch korrekt in staatlichen Dokumenten gestrichen wurden und die Begriffe Vater und Mutter durch Elter I oder Elter II ersetzt wurden, wie es in einigen Ländern schon geschehen ist?

Armutszeugnis für Demokratie und Meinungsfreiheit

Habt ihr euch deshalb nicht zu Wort gemeldet, weil Kritik an der Gender-Ideologie mit Verleumdungen wie reaktionär, faschistisch, rassistisch, homophob, fundamentalistisch usw. bedacht wurde? Wart ihr durch diese primitiven Beschimpfungen so verunsichert, dass ihr nicht erkannt habt, dass sie nichts anderes sind als ein Armutszeugnis für Meinungsfreiheit und Demokratie?

Herr Ministerpräsident Kretschmann, Sie selbst sind nicht nur Familienvater, Sie sind auch unser Landesvater und  –  Sie sind katholischer Christ und in dieser Eigenschaft erlaube ich mir, Sie nun anzusprechen:Wir bitten Sie, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, um die Gender-Ideologie zumindest in Ihrem Regierungsbereich Baden-Württemberg zu stoppen, um uns und unsere Kinder zu bewahren – vor der Neuen Weltordnung der Sexualität.

Unsere Autorin Inge M. Thürkauf ist Theaterschauspielererin und katholische Publizistin; sie lebt im Schwarzwald

Dieser FERNSEH-Bericht (SWR) zeigt die linksradikalen Randale gegen Polizei und friedliche Demonstranten: http://www.swr.de/landesschau-aktuell/bw/gegner-und-befuerworter-auf-der-strasse-aufgeheizte-stimmung-bei-bildungsplan-demos/-/id=1622/did=12957762/nid=1622/vv=teaser-12/x9177p/index.html

HIER sieht man unseren MITarbeiter Mathias von Gersdorff (von ihm stammen die Demo-Fotos) und unsere Autorin Inge Thürkauf als Redner auf der Tribüne: http://www.youtube.com/watch?v=AseESVTJcLw&list=UUwnJ0PJIljXVHYkYu-Vi1Yg&feature=c4-overview


Kontroverse um Pfarrer Karl Tropper: Kennt das Bistum Graz den KKK nicht ?

Lehräußerungen des kath. Weltkatechismus (KKK) zur Homosexualität

Bereits seit einigen Jahren laufen in der österreichischen Presse diverse Medienkampagnen gegen den konservativ ausgerichteten Gemeindepfarrer Karl Tropper aus St. Veit am Vogau (Bundesland Steiermark).

Dabei sind vor allem seine inhaltsreichen Pfarrblätter ein häufiger Stein des Anstoßes, zumal der in seiner Pfarrei beliebte Geistliche darin deutlich vor dem Islam warnt und dessen Gefahren aufzeigt. Kürzlich organisierte er in seiner Pfarrgemeinde eine Tagung mit Sabatina James, einer bekannten Buchautorin, die einst als Muslima zum Christentum übertrat und seitdem im Untergrund lebt, um sich vor Racheakten radikaler Moslems zu schützen.

Neuerdings geriet Pfarrer Tropper in der Alpenrepublik auch deshalb unter Beschuß von Medien und kirchlichen Stellen, weil er in seinem Pfarrbrief einige Artikel gegen Homosexualität publizierte, darunter einen längeren Beitrag des kath. Publizisten Dr. Felix Bentz.

Es gab danach einige Anzeigen gegen den Geistlichen (siehe Foto) wegen angeblicher „Volksverhetzung“; die zuständige Staatsanwaltschaft sieht aber durchaus keinen Anlaß für eine Anklage-Erhebung. Dennoch gingen die öffentlichen Anfeindungen weiter, was mehrfach auch die Kirchenleitung auf den Plan rief, die sich – wie oft üblich  – vom Druck des Medienrummels einschüchtern ließ. Pfr.Tropper

Das Bischöfliche Ordinariat der Diözese Graz-Seckau veröffentlichte im „Sonntagsblatt“ vom 31.3.2013 eine „Erklärung zum Konflikt mit Pfarrer Tropper“, worin es einleitend immerhin zutreffend heißt: 

„Die zwei komplexen Fragen, wie die katholische Kirche dem vielgestaltigen Islam und homosexuell orientierten Personen begegnen soll, sind bleibend wichtig und dürfen nicht verharmlost werden.“

Sodann schreibt Generalvikar Dr. Heinrich Schnuderl  –  der in Pfr. Troppers Gemeinde über Ostern die Festmessen übernahm  – in seiner Stellungnahme weiter:

„Was den Islam betrifft, erwarten viele Menschen in- und außerhalb der Kirche von der Kirchenleitung mit Recht, dass damit verbundene Probleme nicht verschwiegen oder schöngeredet werden. Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari hat dazu seit Jahren wiederholt öffentlich klar und differenzierend Stellung genommen.“

Wenn sich der Bischof selber so „klar“ äußert, sollte dies ein Pfarrer vor Ort wohl auch tun dürfen, müßte man meinen, doch ihm wird im weiteren Verlauf der Erklärung mangelnde „Differenzierung“ vorgehalten, als ob ein Pfarrbrief eine Doktorarbeit mit Fußnoten sei.

Das nächste Themenfeld erstaunt jedoch, denn nun wird folgendermaßen argumentiert:

„Was Fragen betreffend das Thema Homosexualität angeht, lehrt die katholische Kirche besonders auch im Weltkatechismus, dass so orientierte Personen nicht diskriminiert werden dürfen:

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen sind homosexuell veranlagt. Sie haben diese Veranlagung nicht selbst gewählt; für die meisten von ihnen stellt sie eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitleid und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen.(Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2358)“

Zugleich kann die Kirche eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen. Angesichts dieser Spannung muss homosexuell aktiven Personen kirchlicherseits seelsorglich einfühlsam begegnet werden.“

Es erstaunt allerdings, daß in dieser Stellungnahme nicht der amtlich gültige Passus (Absatz 2358) des Katholischen Weltkatechismus (KKK) zum Thema Homosexualität zitiert wird, sondern eine längst veraltete Version noch vor ihrer Korrektur.

Hierzu sei zunächst Folgendes erläutert:

Die erste Fassung des KKK wurde 1992 in französischer Sprache veröffentlicht; von dieser Ausgabe wurden danach diverse landessprachliche Übersetzungen angefertigt.

1997 erschien die maßgebliche lateinische Ausgabe des KKK (mit einigen  korrigierten  Stellen); diese definitive bzw. nummehr gültige Fassung wurde 2003 endlich in deutscher Übersetzung veröffentlicht. WeltkatN

Dabei wurde in puncto Homosexualität eine „strengere Gangart“ eingeschlagen, also deutlicher formuliert als in der vorigen Fassung.

Nun enthält aber diese Grazer Bistums-Stellungnahme noch die unkorrigierte Erstfassung des KKK in Sachen Homosexualität, in der dreimal der unsinnige Ausdruck „Veranlagung“ bzw. „veranlagt“ vorkommt.   

In der amtlich-gültigen Version ist hingegen zu Recht keineswegs von einer „nicht selbstgewählten Veranlagung“ die Rede, sondern vielmehr von einer „tiefsitzenden homosexuellen Tendenz“.

Zudem wird diese Neigung jetzt entsprechend der biblischen Botschaft und der kirchlichen Lehre als „objektiv ungeordnet“ bezeichnet, denn sie entspricht nicht der Schöpfungsordnung Gottes.

Die Redeweise von einer homosexuellen „Veranlagung“ ist schon rein wissenschaftlich betrachtet haltlos, zumal es kein „Homo-Gen“ und auch weiter kein Indiz für eine Vererbung des homosexuellen Empfindens gibt.

Führende Köpfe der modernen Psychologie betrachten diese Ausrichtung als eine meist in Kindheit oder Jugendzeit erworbene „sexuelle Abirrung“ (Sigmund Freud); C.G. Jung bewertete homosexuelle Tendenzen als „unreife Form des erotischen  Ausdrucks“. 

Besonders Alfred Adler  –  er begründete die Individualpsychologie  –  lehnte die Vorstellung von einer „Veranlagung“ strikt ab; er führte die Entstehung der Homosexualität vielmehr auf Konfliktfelder im Elternhaus, in der Erziehung und zusätzlich auf Probleme der Selbsterziehung zurück. 

Doch die Erklärung der Bistumsleitung zitiert nicht nur eine veraltete Fassung des KKK, sondern unterläßt es auch, den vorhergehenden Abschnitt des gültigen KKK zu zitieren, der sich ebenfalls zur Homosexualität äußert.

Darin heißt es unter Nr. 2357 mit Hinweis auf die Heilige Schrift, daß „Homosexualität eine schlimme Abirrung“ sei, daß „die homosexuellen Handlungen in sich nicht in Ordnung sind“, daß sie „gegen das natürliche Gesetz verstoßen“ und „in keinem Fall zu billigen sind“.   

Stattdessen heißt es jedoch in der „Grazer Erkärung“ des bischöflichen Ordinariats in reichlich weichgespülter Weise, die katholische Kirche könne eine homosexuelle Praxis nicht als regulär anerkennen“.   –   Ein schwerwiegender Verstoß gegen die göttlichen Gebote und das natürliche Sittengesetz soll lediglich „nicht regulär“ sein?  – Eine klare kirchliche Verkündigung und Wegweisung sieht sicherlich anders aus!

Felizitas Küble, Leiterin des Christoferuswerks in Münster

Unser Artikel zu den Angriffen auf Pfarrer Tropper vor einem Jahr: https://charismatismus.wordpress.com/2012/04/15/aufregung-in-osterreich-vom-grosen-fernsehen-bis-zur-kleinen-zeitung/

ERGÄNZENDER ARTIKEL aus einer österreichischen Webseite: http://www.andreas-unterberger.at/2013/04/bischof-kapellari-verteidiger-des-islam-und-der-praktizierten-homosexualitaetij/


Alfred Adlers Thesen zur Homosexualität: Angst vor der Herausforderung

Von Felizitas Küble

Der berühmte Arzt und Psychologe Alfred Adler ist der führende Vertreter der zweiten „Wiener Richtung der Psychologie“, die sich von Sigmund Freud und dessen Psychoanalyse trennte und einen anderen Weg einschlug: den der sog. Individual-Psychologie.

Der 1870 als Sohn jüdischer Eltern in Wien geborene Mediziner vollzog 1911 den endgültigen Bruch mit Freud, als er aus dessen „Psychoanalytischen Vereinigung“ austrat und 1913 den „Verein für Individualpsychologie“ gründete. Wegen seiner Gefährdung durch den Nationalsozialismus emigrierte er 1935 in die USA.

Während Freud die „Libido“ bzw. den Sexualtrieb als bestimmenden Faktor im menschlichen Leben ansah, steht für Dr. Adler das „Gemeinschaftsgefühl“ im Vordergrund, das im Menschen naturhaft angelegt sei, aber durch pädagogische Bemühungen im Elternhaus und durch eigene Selbsterziehung   –   er nannte es „Selbsttraining“  –  bestärkt werden müsse.

Er räumte der Willensfreiheit einen weitaus höheren Stellenwert ein, als Freuds Theorie vom „psychischen Apparat“ dies vorsah. Aus Adlers Sicht sind schwerwiegende seelische Persönlichkeitsmängel bzw. Neurosen weniger sexuell verursacht als vielmehr eine Folge von Minderwertigkeitsgefühlen, die dann durch übertriebenes Geltungsstreben scheinbar ausgeglichen bzw „kompensiert“ werden.  So entstehen tiefsitzende Minderwertigkeitskomplexe, die zu Störungen im Gemeinschaftsleben führen.

In diesen Zusammenhang betrachtete er auch „Das Problem der Homosexualität“ (so sein Buchtitel).

Für Dr. Adler beginnt dieses „Problem“ mit Minderwertigkeitsgefühlen in der Kindheit, die durch eine fehlgeleitete Erziehung (zB. durch Vernachlässigung oder das andere Extrem der Verwöhnung) begünstigt würden, ebenso durch eine dominante (beherrschende) Mutter, ein fehlendes Vater-Vorbild oder enttäuschende Erfahrungen mit Gleichaltrigen desselben Geschlechts.

Diese Faktoren führen nach Adler aber keineswegs automatisch zu einer homosexuellen Ausrichtung. Ob diese entsteht, hängt aus seiner Sicht davon ab, wie der Mensch auf Niederlagen und Zurückweisungen reagiert  –  und hier kommt nun die Willensfreiheit ins Spiel:

Gelingt es dem „Frustrierten“, dennoch die Herausforderungen des Alltags und der eigenen Geschlechtsidentität“ lebensbejahend aufzugreifen und sich zur Gemeinschaftsfähigkeit durchzuringen  –  oder zieht er sich in seine innere“ Emigration“, gewissermaßen ins seelische Schneckenhaus zurück und verrennt sich so in Selbstmitleid, Überempfindlichkeit und unterschwellige Feindseligkeit gegenüber den anderen  –  im homosexuellen Fall: vor allem gegenüber dem weiblichen Geschlecht.

Hieraus ergibt sich der logische Schluß, daß der Individualpsychologe Adler das homosexuelle Empfinden als eine erworbene Eigenschaft ansah und nicht als genetische Veranlagung. Die These von der „angeborenen Homosexualität“ bezeichnete er in seinem Buch „Das Problem der Homosexualität“ wörtlich als „wissenschaftlichen Aberglauben“ (S. 89).

Er hielt diese damals weitverbreitete Anschauung für unvertretbar, zumal sie die Betroffenen in dem fatalen Irrglauben bestärke, ihre Ausrichtung sei unabänderlich.

Adler bezeichnet die gegenseitige Anziehung von Mann und Frau als das „tragende Prinzip von der Erhaltung der Gesellschaft.“  – Demgegenüber sei Homosexualität durch ein „Ausweichen vor normalen Beziehungen gekennzeichnet, in denen der Homosexuelle eine sichere Niederlage voraussieht“, vor allem gegenüber dem anderen Geschlecht.

Diese „mangelhafte Vorbereitung auf die Geschlechterrolle“ bedeute einen Fehlschlag in der Erziehung zum Mitmenschen“ (S. 87), so Dr. Adler, denn der Betroffene „weicht der normalen Lösung der Liebesfrage aus“. 

„Die Logik des Lebens“ läßt sich nicht verdrängen

Allerdings schlage die „Logik des Lebens“ unterschwellig auch bei ihm durch, wenn er seiner „fixen Idee, seiner Aufwallung nachgeht“, denn letztlich sei er unglücklich mit seiner Orientierung: „Darin bekundet sich die Stimme der Gemeinschaft, die unter allen Umständen der Homosexualität abhold sein muß.“Der „homosexuelle Fehlschlag“ führt nach Adler häufig zu Defiziten bei den sozialen Tugenden:

„Der Homosexuelle zeigt wenig Gemeinsinn und kaum jenes Wohlwollen für andere, wodurch das Band der Einigkeit unter den Mitmenschen geknüpft werden kann; er sucht auch nicht die friedliche Einfügung und Harmonie, sondern eine vorsichtige, aber übertriebene Expansionstendenz führt ihn auf den Weg des fortwährenden, feindlichen Messens und Kämpfens, in dessen Dienst er auch seinen Sexualtrieb stellt. Mit einem Wort: er hat sich nicht zum Mitspieler der Gesellschaft entwickelt.“ (S. 34)

Außerdem schreibt Adler, daß „verdrängte Minderwertigkeitskomplexe bei gleichzeitigem kompensatorischem Überlegenheitsgefühl zu Entwertungstendenzen“ gegenüber den Mitmenschen führen, das bedeutet: Der Komplexbeladene fühlt sich in seinem Ich-Gefühl auf unreife Weise gestärkt, wenn er andere verachtet und mit Mißtrauen behandelt.  –  So dreht sich der Kreis in seinem innerseelischen Gefängnis.

Menschen mit Sexualstörungen zeigen nach Adler auch „Züge verstärkter Überempfindlichkeit, überstiegenen Ehrgeizes und Trotzes“. (S. 28).  – Dies gelte nicht allein für Homosexuelle, sondern allgemein für den „nervösen Charakter“ (der eine Vorstufe zur Neurose darstellt), insbesondere für Angstneurotiker, Zwangsneurotiker oder chronisch Depressive.

Dr. Adler betrachtet Homosexualität grundsätzlich als „heilbar“,wenngleich der Weg dorthin sehr schwierig sei, denn dies erfordere ein „außergewöhnliches Selbsttraining“ der „schwer entmutigten Nervösen“, wie er Homosexuelle auch nennt.  Daher sei es wichtig, ihn zum Gemeinschaftsgefühl zu ermutigen, damit er so sein Selbstmitleid überwindet (vgl. S. 36).

Für Adler besteht das Leben des Menschen  –  auch des heterosexuellen  –  darin, ein „Training für die Liebe“ zu absolvieren, diese Herausforderung tapfer anzupacken und ihr nicht auszuweichen; das gelte vor allem für die Annahme des anderen Geschlechts.

In seinem Buch „Neurosen  –  Zur Diagnose und Behandlung“ schreibt er auf S. 61:

„Liebe ist eine notwendige Lebensaufgabe, die eine frühe Vorbereitung erfordert  –  und Training für die Liebe ist ein integraler Bestandteil der Erziehung zum Leben.“

Felizitas Küble, Leiterin des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks eV. in Münster