Hirnforscher Illing: Bedürfnis nach Religion gehört zur Natur des Menschen

Der Freiburger Hirnforscher Prof. Robert-Benjamin Illing ist der Meinung, dass das Bedürfnis nach Transzendenz angeboren ist. „Wenn wir die Idee eines Göttlichen nicht fassen könnten, wären wir der Sinnkrise ausgeliefert, unsere Lebensfähigkeit würde unterhöhlt. Wir brauchen den Glauben an ein irgendwie geartetes Jenseits und eine höhere Instanz“, sagte der Wissenschaftler in einem Interview mit der Tageszeitung „Märkische Allgemeine“. media-390606-2

Die Hoffnung, dass ein Gott angesichts drohender Sinnlosigkeit letzten Endes für Sinn und Gerechtigkeit sorge, bestehe nach wie vor. Nach Ansicht des Neurobiologen ist Religion noch immer das dominierende Modell der Sinngebung.

Auf seinen eigenen Glauben angesprochen, äußerte Illing, mit dem Begriff Gott könne er „nur in einem abstrakten Sinn etwas anfangen, aber das ist viel mehr als nichts und hilft mir, Lebensfreude und Lust auf Zukunft zu finden.“

Quelle und vollständige Meldung hier: http://www.idea.de/glaube/detail/hirnforscher-wir-brauchen-den-glauben-an-ein-jenseits-96614.html


Sinnsuchenden jungen Menschen mehr christliche Werte und Ideale vermitteln

Von Christa Meves    

Meves

Da habe ich nun 45 Jahre lang unserer Bevölkerung zu vermitteln versucht, dass eine Gesellschaft, welche die Familie, speziell die Mütter, die Autorität, Hierarchie und christlichen Glauben abzuschaffen sucht und an deren Stelle die Entfesselung der Sexualität setzt, auf dem falschen Weg ist, wenn sie Zukunft haben will.

Doch dann bedarf es nur eines einzigen Terroranschlags im Zentrum von Paris, um in den Medien einen Umstand sichtbar zu machen, der bisher harthörig verschwiegen wurde: Es kommt ans Licht, dass einige tausend junger Männer, ja sogar auch über tausend Mädchen mit unserer „WERTE-Gesellschaft“ wenig zufrieden waren und sind.

Deshalb haben sie sich muslimischen Propheten des „Islamischen Staates“ und seinen Zielen zugewandt. Diese Hassprediger flanieren schon seit Jahren mit Werbeveranstaltungen dafür in vielen Städten unserer Republik. Dadurch haben sich besonders Jugendliche so das Herz wärmen lassen, dass sie in den Jemen umsiedeln mussten, um „Allah“ zu dienen und, wenn nötig, für diesen auch ihr Leben zu lassen  –  im „gerechten“ Krieg eines hohen Kampfes gegen den Feind: gegen eine korrupt geldsüchtige und zur Sittenlosigkeit verkommene Gesellschaft Europas. Logo Christustag

Diese späte Aufdeckung wird vor allem vorangetrieben durch verständige einheimische Muslime, die die deutschen Schul- und Ausbildungsinstitutionen bereits durchlaufen haben. Diese rufen nun den inländischen Instanzen beschwörend zu, bei diesem Problem nicht an den Symptomen zu kurieren, sondern die echten Ursachen in den Fokus zu stellen, nämlich die Anfälligkeit für eine Verführung so vieler junger Menschen; denn es sei zu vermuten, dass diese Deutschen nun vielleicht Terrorakte auch für ihr Heimatland im Gepäck haben, nachdem sie mit solchen Zielen dorthin eingeschleust worden seien.

Auch Rachsucht gegen die Ausbildungsverhältnisse im eigenen Land könnten doch dabei mit im Spiele sein. „Ändert Euer Schulsystem“, rufen diese Mahner unseren Regierenden zu; „denn dort fehlt Euren Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu einer klaren geistigen Orientierung, der Anregung zu begeisterter Einsatzbereitschaft für Eure eigene Kultur.“

Diese Kinder haben laut Bericht meist Unverständnis für ihre echten Lebensbedürfnisse erfahren. Sie haben ein sie verwirrendes, keine Behütung, keine Liebe, keinen Halt gebendes Umfeld durch ihre gesamte Kindheit hindurch erleben müssen. Innerlich unzufrieden – meist schon von der ersten Lebenszeit an – müssen sie nun suchen nach dem Echten, dem Eigentlichen, dem Richtigen , ohne auch nur zu ahnen, was das sein könnte. afc127c26a

Und für solche so suchenden Kinder sind die Großfallen umso mehr zum Verschlungen-werden geöffnet, je eher alle unklaren Aktivitäten ihres Suchens vergeblich waren, je öfter sie scheiterten, je mehr sie bei den Gleichaltrigen zu schwarzen Schafen und von den Erwachsenen zu Losern gestempelt wurden. Ich möchte hinzusetzen: In jedem depressiven Amokläufer, in jedem Koma-saufenden Wohlstandsverwahrlosten und deshalb auch in jedem Terroristen steckt unter einer explosionsbereiten Decke des Zorns ein verzweifeltes Kind.

Daraufhin angesprochen antwortete in einer der Talkshows zu diesem Thema in der vergangenen Woche der Angehörige einer Hilfsorganisation: „Aber um ihnen wirklich herauszuhelfen, braucht jeder Einzelne eine Langzeittherapie….“  –  „Woher dann aber (bei den so mächtig angestiegenen Fällen) all die Engel (unter den Therapeuten) nehmen?“, fragte ich – diesen gefährlichen Missstand für das kommende Jahrhundert prognostizierend – in meinen Schriften bereits ab 1970.

Späte Stunde also – aber doch keine ohne Hoffnung. Wären wir alle nur jetzt aufgeschreckt genug, um zu erkennen, dass wir uns schnellstens der geistigen Grundlagen unserer Hochkultur besinnen und bußfertig umkehren sollten – aufwachend und erkennend, dass kein Vorbild-geben von „Werten“ für unsere Kinder geschehen kann, wenn wir die Instanz, die sie für uns Menschen erstellte, hochmütig vernachlässigen. Nur dann können die so unaufgebbaren Werte – vom inkarnierten Gott einst eigenhändig übermittelt – für uns fruchtbar werden. Wir brauchen einen echt christlichen Religionsunterricht als Kopffach an unseren Schulen.


Vom tiefen Sinn eines Lebens mit Behinderten

Von Dr. med. Edith Breburda

Vor 45 Jahren wollte eine Familie mit zwei behinderten Söhnen nach Lourdes reisen. Damals war jedoch keine Gruppe bereit, die Pilger mitzunehmen. dr-breburda1

Die Eltern Thadee und Loice entschieden daher, sich allein auf den Weg zu machen. Leider hatten sie wenig Glück, ein Hotel zu finden. Schließlich entdeckten sie eine Unterkunft, mussten dort aber in ihrem Zimmer essen und durften nicht nach unten in den Speisesaal kommen, um die anderen Gäste nicht zu stören.

Die Familie musste sich auf ihrer ganzen Reise Kommentare anhören, dass sie sich die Pilgerfahrt hätte sparen können, denn den behinderten Jungen würde es sowieso nichts nutzen, in Lourdes zu sein. Bei der Reise handle es sich nur um herausgeschmissenes Geld.

Als Marie-Helene Mathieu, die schon damals vor 45 Jahren Lehrerin in einer Förderschule war, von der Geschichte hörte, war sie empört. Sie kontaktierte Jean Vanier, den Mann, der dazu beigetragen hatte, die L’Arche, einen Verband für Behinderte, zu gründen.

Die Familie, die in Lourdes Trost, Hilfe und zumindest geistige Heilung suchte, stattdessen aber abgewiesen wurde, war der Beginn der Glaube-und-Licht-(Faith and Light)-Bewegung. Heute existieren 1500 Gemeinschaften in über 80 Ländern.  IMG_4649

Die Organisation lebt nach dem Motto der Seligpreisungen: Was ihr dem geringsten meiner Brüder tut, das habt ihr mir getan.

Heute werden die intellektuellen und physischen Bedürfnisse behinderter Menschen eindeutig besser gehandhabt; dennoch erwarten diese Menschen eine Freundschaft, die über die Grundbedürfnisse hinausgeht.

„Behinderte müssen das Gefühl bekommen, selber etwas für die Gesellschaft beizutragen, nur dann fühlen sie sich als volle Menschen. Sie sollen nicht nur empfangen, sondern auch geben, denn das ist es, was sie glücklich macht“, erklären Marie-Helene Mathieu und Jean Vanier.

Faith und Light konzentriert sich deshalb auf drei Hauptpunkte:

1) Behinderte sollen erkennen, dass sie von Gott besonders geliebt werden. Auch sie können einen Grad der Heiligkeit erreichen.

2) Eltern von Behinderten dürfen nicht alleine gelassen werden. Wir sollten ihnen helfen, den Sinn und die oft nicht beachtete, verborgene Schönheit im Leid zu sehen.

3) Die Lehre der Kirche sollte vorgelebt werden, welche jeden Menschen seine Würde zugesteht, auch wenn er geistige oder physische Behinderungen hat.

Marie-Helene Mathieu ist froh, dass damals in Lourdes die Idee für Faith und Light aufgrund der DiskriminierBookCoverImageung einer behinderten Familie entstand. Wir leben in einer Zeit, in der das Leben kompromittiert wird. Mathieu ist besonders besorgt, dass in Amerika und Europa 90% der Kinder mit Down Syndrom abgetrieben werden (siehe hierzu auch das Buch: „Reproduktive Freiheit, free for what?“).

„Wir alle bilden den Leib Christi. Und doch werden Leute mit Trisomie-21 als weniger wertvoll angesehen. Im Grunde sind jedoch gerade die schwachen Glieder am unentbehrlichsten. Es gehört zu dem besonderen Charisma der Behinderten, das Herz ihrer Mitmenschen zu erreichen und aufzuschließen.

Behinderte, die wegen ihres Gebrechens von der Gesellschaft zurückgewiesen werden und deren Leben als nutzlos angesehen wird, sind in Wirklichkeit ein Geschenk Gottes. Sie sind die Ärmsten der Armen, die Sanft- und Demütigen.

Durch ihre Bedürftigkeit geben sie uns, die wir in einer hektischen Welt leben, die Chance, sich um sie kümmern zu dürfen. Die menschliche Familie kann nur Frieden finden, wenn wir uns den Armen und Schwachen zuwenden und sie aufrichten.

Die Kirche muss dafür sorgen, dass Behinderte nicht doppelt leiden. Einmal, weil sie anders sind als wir  –  und zweitens, weil sie die Gesellschaft zurückweist. Die Mitglieder der Bewegung „Faith and Light“ kommen jeden Monat zusammen, um das Leben selber zu feiern. Sie beten, spielen und essen gemeinsam. Durch so einfache Dinge können sie das Leben verändern.

Die Organisation pilgert jedes Jahr zu einem Wallfahrtsort und alle 10 Jahre noch Lourdes. Dort, wo alles angefangen hat. Sie wollen der Gottesmutter danken[1].“P1020947 - Kopie

Auch die Familie Prendergast aus Elkhorn in Wisconsin, USA, weiß von den Vorurteilen, die anders aussehende Menschen hervorrufen. Sie hatte vor Jahren zwei Mädchen aus China adoptiert. Die Kinder wurden zurückgewiesen und waren die Letzten auf der Adoptionsliste. Keiner wollte sie.

Der Grund: sie hatten beide eine Deformation ihres Gesichtes. Eine Nase war nicht vorhanden und die Augen standen weit auseinander. Sie hatten einen Geburtsdefekt, auch Meningoencephalocele genannt.

Wegen der Ein-Kind-Politik in China, in der vor allem Jungen erwünscht sind, haben behinderte Mädchen keine Chance.

Als die eigenen Kinder der Familie Prendergast das Teenageralter erreicht hatten, drängte es die Eltern, Kinder aus China zu adoptieren.

Zwischen 1999 und 2013 wurden in China 71.632 Kinder adoptiert. Viele von ihnen waren Mädchen, jünger als zwei Jahre. Die Prendergast wollten ein älteres Kind. Mutter Kimberly entdeckte das Foto von Molly, legte es aber zur Seite. Sie dachte, sie könnten so ein Kind nicht haben. Es sei zu schwierig, sich ihrer anzunehmen.

„Beinahe hätte ich das Licht meines Lebens nie kennengelernt. Ein Leben ohne meine Adoptivtöchter kann ich mir nicht mehr vorstellen“, sagt Kimberly. Die Töchter wurden operiert, jetzt haben sie ein Gesicht. Jetzt ist Molly 13, sie ist ein gescheites junges Mädchen.

Die Familie will noch zwei Söhne aus China adoptieren: Billy und seinen Freund Allan. Beide haben HasensConnie.Rose JPEGcharten und auch sie wollte keiner. Im September möchten die Eltern nach China fliegen, um ihre neuen Söhne abzuholen[2]

Ist ein Leben eines Behinderten wirklich so „nutzlos“?

Immer öfter hören wir von Kindern mit Down-Syndrom, die uns zutiefst berühren. Am 9.9.2015 konnte man in vielen Zeitungen der USA von Connie-Rose (siehe Foto) lesen. Die 2-Jährige mit Down-Syndrome bekam einen Vertrag als Model, weil ihre Bilder um die Welt gingen und die Herzen vieler Menschen begeisterte[3].

In Amerika ist die kleine Audrey Santo vielen ein Begriff. Sie fiel am 9. August 1987 als Dreijährige in das Schwimmbad der Familie. Danach konnte sie sich nicht mehr bewegen oder sprechen. Die Mutter wandelte das Zimmer ihrer Tochter in eine Wallfahrtsstätte um.

Und tatsächlich kamen immer mehr Menschen, die behaupteten, durch ihren Besuch bei Audrey geheilt worden zu sein. Es waren so viele, dass man das behinderte Kind in ein Stadium bringen musste. Kritiker behaupten, die Mutter hätte das alles nur in ihre Tochter hineininterpretiert, um dem Leben ihres Kindes einen Wert, einen Sinn zu geben.

Wie dem auch sei. Audrey ist mittlerweile gestorben. Einige streben ihre Seligsprechung an. Erstaunlich ist, dass ein behindertes Mädchen Massen anzieht, die durch sie Hilfe erfahren[4].

  • Anmerkungen:
  • [1] Antonetti S.: Marie-Helene Mathieu: A life devoted to the intellectually disabled. Aleteia, 8. September 2015
  • [2] Idzera C.W.I.: Elkhorn family adopts children with facial differences. Wisconsin State Journal, 29. August 2015
  • [3] Ledebetter C.: Connie-Rose, Toddler Model with Down Syndrome, Wins Hearts Everywhere. Huffpost, 09.09.2015
  • [4] Little Audrey Santo Foundation. http://www.littleaudreysantofoundation.org/

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

Weiterführende Literatur, Artikel und Bücher von Dr. Edith Breburda: http://scivias-publisher.blogspot.com/p/blog-page.html

Buch-Neuerscheinung vom Juni 2015: https://charismatismus.wordpress.com/2015/06/20/neuerscheinungbuch-empfehlung-reproduktive-freiheit-von-dr-edith-breburda/

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