Korrektur an einem Sonder-Rosenkranz: Die Gottheit Christi wurde nicht geopfert

Von Felizitas Küble

Keine Frage: Der beste Rosenkranz ist nach wie vor der herkömmliche, klassische Rosenkranz, wie er dem katholischen Kirchenvolk seit Jahrhunderten bekannt und vertraut ist.   media-443490-2

Dieses Gebet vertieft uns durch Vater-Unser, Credo (Glaubensbekenntnis) und das betrachtende „Ave Maria“ mit dem Gruß des Engels vor allem in die Stationen des Lebens, Leidens und der Auferstehung Christi, wie sie in der Heiligen Schrift bezeugt werden.

Daher ist dieser klassische Rosenkranz eine kompakte „Kurzfassung des Glaubens“, weil er wesentliche Heilsgeheimnisse nahebringt und betend vertieft.

Freilich gibt es seit Jahrzehnten dutzende verschiedener „Extra-Rosenkränze“, die entweder auf Ideen frommer Seelen oder auf Visionen bzw. „übernatürliche Einsprechungen“ zurückgehen. Diese Sonder-Rosenkränze verdrängen leider in der Gebetspraxis vieler Katholiken immer stärker den überlieferten kirchlichen Rosenkranz.

Diese speziellen Rosenkränze sind oft kürzer als der herkömmliche (was durchaus auch ein Grund für ihre weite Verbreitung sein kann)  – und nicht selten enthalten diese Gebete theologisch mißverständliche bis irreführende Formulierungen.

Hierzu ein Beispiel, nämlich der sog. „Rosenkranz vom einladenden Herzen„. (Quelle siehe hier: http://www.herz-jesu-freitag.de/gebete/gebete-zum-heiligsten-herzen-jesu/rosenkranz-zum-goettlichen-herzen-jesu/rosenkranz-vom-einladenden-herzen-jesu.php) 

Die merkwürdige Anrufung „Komm Herr Jesus mit deinem Einladenden Herzen und nimm alle deine Gnadengeschenke in mir entgegen“ kann man noch „durchgehen“ lassen, obwohl sich der Sinn dieser Aussage wohl nicht ohne weiteres christuserschließt.

Bei den großen Perlen dieses Sonder-Rosenkranzes heißt es dann wörtlich:

„Ewiger Vater, ich opfere dir auf das einladende Herz deines geliebten Sohnes, seinen Leib, sein Blut, seine Seele und seine Gottheit für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt.“

„Warnungs“-Botschaften mit ähnlichem „Gebet“

Ähnlich lesen wir in einer Anrufung aus der Serie der irrgeistigen Botschaften „Die Warnung“ einer anonym bleibenden, kirchlich abgelehnten irischen „Seherin“, die sich selber „Maria von der göttlichen Barmherzigkeit“ nennt:

Ich opfere dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit deines innig geliebten Sohnes zur Sühne für die Sünden der Welt und für die Rettung all deiner Kinder.“  (Quelle: http://www.dasbuchderwahrheit.de/download/siegel_8x.pdf)

Diese Formeln orientieren sich weitgehend an der entsprechenden Anrufung des Barmherzigkeits-Rosenkranzes der polnischen Sr. Faustyna Kowalska.

Zunächst vorweg: Christus ist selbstverständlich in seiner gesamten Person unser Opferlamm, unser Erlöser  – und zwar als Gottmensch („ganzer Christus“). Auch seinem göttlichen Wesen nach hat ER diesem Opfer zugestimmt und eben wegen seines Gottseins enthält dieses Heilsopfer einen unendlichen Wert.

Allerdings hat Jesus dieses Opfer durch seine leidensfähige menschliche Natur vollzogen bzw. dargebracht: Christus wurde in seinem Menschsein gekreuzigt. DSC06228

Christi Gottsein an sich kann nicht „geopfert“ werden. Wie sollte man Gott die Gottheit opfern? Welchen logischen und theo-logischen Sinn ergäbe dies?

Die Gottheit Jesu kann gar nicht Gegenstand des Opfers sein, denn opfern heißt, so schreibt der bewährte „Grüne Katechismus“, Gott eine „sichtbare Gabe darbringen“, um ihn als den höchsten HERRN zu ehren (S. 58).

Darum ist der ewige Sohn Gottes Mensch geworden, damit ER sich dem himmlischen Vater zum Opfer darbringen konnte für die Erlösung der Welt  –  und sein Leib ist die Opfergabe.

Daher spricht unser HERR in Joh 6,51: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch  –  ich gebe es hin für das Leben der Welt.“

Daß Christi Heilstat im Opfer seines Leibes bestand, bestätigt der hl. Petrus, denn in 1 Pt 3,18 heißt es: „…dem Fleisch nach wurde ER getötet, dem Geist nach lebendig gemacht.“  –  Ähnlich schreibt der Apostel in 1 Pt 4,1: „Da nun Christus für uns im Fleisch gelitten hat…“

In Kol 1,22 schreibt Paulus, Christus hat euch durch den Tod seines sterblichen Leibes versöhnt, um euch heilig, untadelig und schuldlos vor sich treten zu lassen.“ 

Im Brief an die Hebräer heißt es, daß wir „durch die Opfergabe des Leibes Christi ein für allemal geheiligt“ sind (Hebr 10,10).

Zudem schreibt der Verfasser: Wir haben also die Zuversicht, Brüder, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. ER hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch. (Hebr. 10,20)

Was natürlich nichts daran ändert, daß Jesu Heilstat gleichwohl in Wert und Bedeutung insofern ein „göttliches“ Opfer darstellt , insofern Christus eben GOTT(-Mensch) ist und der „Träger“ der Person Christi seine Gottheit ist (welche schon vor seiner Menschwerdung ewig existiert). Unser Heiland ist auch in seiner himmlischen Herrlichkeit Gott und Mensch zugleich (mit seinem verklärten Auferstehungsleib).

Christus in seiner PERSON ist unteilbar („ungetrennt“), wie die Kirche lehrt. Zugleich verkündet sie aber: Die beiden NATUREN unseres Erlösers (die menschliche und die göttliche) sind zugleich „unvermischt“. Wenngleich sie in seiner PERSON untrennbar verbunden sind, so sind die NATUREN als solche „unvermischt“, also voneinander zu unterscheiden.

Aber konkret „geopfert“ hat ER nicht seine Gottheit bzw. göttliche Natur, zumal sie nicht leidensfähig ist und ihrem Wesen nach nicht sterben kann. Der Sohn Gottes ist vielmehr Mensch geworden vor allem deshalb, um auf diese Weise sein Opfer vollziehen zu können.

„ER aber meinte den Tempel seines Leibes“

Erinnern wir uns an die in Joh 2,13 ff berichtete Tempelreinigung und dem dann folgenden Streitgespräch, bei dem Christus sagte: „Reißt diesen Tempel nieder, in drei Tagen werde ich ihn wieder aufrichten.“  – Als Widerspruch erfolgte, heißt es im NT: „Er aber meinte den Tempel seines Leibes.“ polskaweb

Für die Apostel war diese Aussage sehr einprägsam und wichtig, denn Johannes berichtet weiter: „Als ER von den Toten auferstanden war, erinnerten sich seine Jünger, dass er dies gesagt hatte, und sie glaubten der Schrift und dem Wort, das Jesus gesprochen hatte.“

Eindeutig sind auch Jesu Worte bei Abendmahl: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“   – „Das ist mein Blut, das für euch und für viele vergossen wird.“  – Unser HERR hat aber nicht gesagt: „Dies ist meine Gottheit, die für euch geopfert wird.“

Der Grundgedanke eines religiösen Opfers ist der kultische Verzicht auf eine Gabe zugunsten des Ewigen, der Ritus der Darbringung, gleichsam die „Vernichtung“ (wie Christus sagte: Die „Zerstörung“ seines Leibes, des wahren Tempels)  – doch Jesu Gottheit konnte und kann nicht zerstört werden; allein sein menschlicher Leib war also „opferfähig“.

Der Leib des HERRN konnte leiden und sterben

Im „Compendium der christlichen Lehre“, einem Katechismus des hl. Papst Pius X., heißt es in der deutschen Ausgabe auf S. 22 unter Punkt 47 auf die Frage „Ist Jesus Christus als Gott oder als Mensch gestorben?“:

„Jesus Christus ist als Mensch gestorben, denn als Gott konnte er weder leiden noch sterben.“chrkn

Im bewährten „Grundriß der Dogmatik“ von Ludwig Ott heißt es auf S. 273: „Christus war nach seiner menschlichen Natur zugleich Opferpriester und Opfergabe.“ 

Auf S. 257 wird im „Ott“ auf das Laterankonzil und das Konzil von Florenz hingewiesen, die jeweils die Leidensfähigkeit der menschlichen Natur Christi betonten  –  und dies auch gegen den Doketismus klarstellten, welcher irrlehrte, Jesus habe lediglich einen Scheinleib gehabt.

Im Catechismus romanus bzw. „Römischen Katechismus“ (jahrhundertelang  d e r  Leitkatechismus für die Weltkirche) heißt es im 1. Teil, 5. Hauptstück (4. Artikel) unter dem Titel „Gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben“ im 2. Absatz wörtlich:

„Denn wenn auch die menschliche Natur mit der göttlichen Person vereinigt war, so fühlte sie [die menschliche Natur] trotz dieser Vereinigung um nichts weniger die Bitterkeit des Leidens, als wenn jene Vereinigung nicht bestanden hätte, da in der einen Person Jesu Christi die Eigentümlichkeiten jeder Natur, der göttlichen und der menschlichen, gewahrt bleiben und daher, was leidensfähig und sterblich war, leidensfähig und sterblich verblieb; wohingegen das, was leidensunfähig und unsterblich war, was wir als die Eigenschaften der göttlichen Natur erkennen, seine Eigentümlichkeiten beibehielt.“

Im 13. Abschnitt stellt der  –  auf dem Konzil von Trient initiierte   –  Römische Katechismus klar: „Denn Christus ließ die menschliche Natur, welche er angenommen hatte, alle Peinen empfinden, gerade so, als ob er Mensch, nicht auch zugleich Gott gewesen wäre.“

Im „Lehrbuch der Dogmatik“ wird auf  S. 228 f. erläutert, daß der ganze Gott-Mensch Christus zwar unser Erlöser und Heiland ist, unser „Opferlamm“, aber leiden und sterben konnte ER allein in seinem Menschsein (Quelle siehe HIER).

„Christus hatte einen leidensfähigen Körper“

In der bewährten, 1936 erschienenen Laiendogmatik „Die Lehre der Kirche“ von Prof. Dr. Johannes P. Junglas lesen wir auf S. 127: 

„Christus hatte einen leidensfähigen Körper, sonst hätte er uns nicht durch Leiden und Sterben erlösen können… Es ist ohne weiteres klar, daß Christus die menschliche Natur angenommen hat, um uns zu erlösen.“ 0018

Zudem heißt es in der messianischen Prophetie des AT vom „leidenden Gottesknecht“ (Jesaja 53,4): „ER hat unsere Krankheiten getragen und unsere Schmerzen auf sich genommen.“

Leidensfähig war freilich allein die menschliche Natur des HERRN; sie war sozusagen „Werkzeug“ der Erlösung. Deshalb sprechen Bibel und Liturgie davon, daß Christus „seinen Leib und sein Blut“ als Opfer darbrachte bzw. zur Sühne dahinhingab. Die Opfergabe war sein menschliches Leben, das er dahingab.

In diesem Sinne heißt es in einer Stellungnahme von Papst Leo I. hinsichtlich der göttlichen und menschlichen Natur Christi:

„Um die Schuld (…) zu tilgen, einte sich die unverletzliche Natur mit der leidensfähigen Natur, damit (…) ein und derselbe „Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus “ (1 Tim 2,5) aufgrund des einen sterben und des anderen nicht sterben könne….Der leidensunfähige Gott war sich nicht zu schade, leidensfähiger Mensch zu sein…“ (zitiert aus der Dogmensammlung „Denzinger“, S. 136 f.)

„ER hat sein eigenes Menschsein geopfert“

Der Hl. Hippolyt von Rom (3. Jahrh.), Priester und Märtyrer, schrieb in „Die Widerlegung aller Häresien, 10,33-34“ Folgendes über die menschliche Natur Christi:

„Um es recht verständlich zu machen, dass er sich nicht von uns unterscheidet, wollte er Müdigkeit ertragen und Hunger erfahren (Joh 4,6); er sperrte sich nicht dagegen, Durst zu leiden, suchte im Schlaf Erholung, verweigerte sich dem Leiden nicht, unterwarf sich dem Tod und sprach in aller Deutlichkeit von seiner Auferstehung. In alledem hat er sein eigenes Menschsein als Erstlingsgabe geopfert“.abtei-ettal-startseite_01

Nicht die Gottheit Christi, sondern der menschliche Leib des HERRN wurde auf Golgotha geopfert; daran erinnern auch die Priesterworte nach der Konsekration bzw. hl. Wandlung im 4. Hochgebet: „So bringen wir dir Seinen Leib und Sein Blut dar, das Opfer, das dir wohlgefällt und der ganzen Welt Heil bringt.“

Das Konzil von Trient erklärte außerdem in bezug auf das heilige Abendmahl unseres HERRN, daß Christus dort vorweg „seinen Leib und sein Blut“ dargebracht hat (von einer Opferung seiner „Gottheit“ ist auch hier nicht die Rede):

„So sagte Christus von sich, dass ER in Ewigkeit zum Priester bestellt sei nach der Ordnung des Melchisedech; ER brachte Gott dem Vater seinen Leib und sein Blut dar unter den Gestalten von Brot und Wein, reichte ihn den Aposteln, die er damals zu Priestern des Neuen Bundes bestellte…“ (DS 1740).

Der große Heilige und Kirchenlehrer Thomas von Aquin hat sich ausführlich mit dem Menschsein Christi als dem „Heilsorgan der Gottheit“ befaßt: Christi menschlicher Leib ist Werkzeug bzw. Instrument des Erlösungshandeln Gottes.

Die beiden Naturen in der Person Christi (die göttliche und die menschliche) sind weder getrent noch vermischt. Die Kirche betonte das „ungetrennt“ gegenüber den Nestorianern, welche die beiden Naturen Christi gleichsam „auseinanderdividieren“ wollten – und gegen die Irrlehren der Monophysiten verkündete das Lehramt,  daß beide Naturen in Christus unvermischt sind, also sehr wohl in ihrer jeweiligen Eigentümlichkeit zu beachten. (Vgl. hierzu die kirchliche Kritik an Sergius und Honorius).

Christus war unverletztlich in seiner Gottheit, aber sterblich in seiner Menschheit, seinem Menschsein (so erklärte es die 6. Kirchensynode von Toledo).

Die 11. Synode von Toledo (675 n. Chr.) verkündete in ihrem ausführlichen Glaubensbekenntnis: „Trotzdem hat Christus, ohne daß seine Gottheit versehrt worden wäre, für unsere Vergehen das Leiden ausgehalten…und übernahm den wahren Tod des Fleisches.“

Auch im Credo der Lateransynode (649 n. Chr.) heißt es über unseren Erlöser, er sei „leidensfähig im Fleisch und leidensunfähig in der Gottheit„.

Und Papst Pelagius I. erklärte in seinem Brief „Humani generis“ an König Childebert I. vom 3.2.557: „ER hat, so bekennen wir, unter Pontius Pilatus aus freiem Willen für unser Heil gelitten im Fleisch, wurde gekreuzigt im Fleisch, ist gestorben im Fleisch…“

Professor Georg May über das Heilsopfer

Lassen wir hierzu außerdem den Apostolischen Protonotar Prof. Dr. Georg May zu Wort kommen. Der bekannte Kirchenrechtler erklärt in einer Predigt (siehe HIER):

„Im religiösen Sinne ist Opfer die innere Hin­gabe und die äußere Weggabe von etwas, um Gott zu ehren.(…) 027_24

Im Römer­brief heißt es: „Diesen Chris­tus hat Gott hingestellt als Sühnemittel durch den Glauben in seinem Blute.“   –  Hier ist alles zusammengefaßt an Opfertheologie. (…)

Christus selbst sprach von seinem Opfer, indem er von „Hingabe des Lebens“ und „Blutvergießen“ gesprochen hat. An einer dich­ten Stelle im Markusevangelium heißt es: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, sich bedienen zu lassen, sondern zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösepreis für viele.“

Er war der Opferpriester nach seiner menschlichen Natur. Er war auch die Opfergabe. Seinen wunderbaren Leib hat er zum Opfer gegeben.

Soweit Professor May. Erinnert sei zudem an die Worte unseres HERRN bei seinem letzten Abendmahl: „Das ist mein Leib, der hingegeben wird für euch. Das ist das Blut meines Bundes, das vergossen wird zur Vergebung der Sünden für die vielen.“  

Wir vereinigen uns mit Christi Opfer

Was nun solche „Aufopferungsgebete“ wie das eingangs zitierte betrifft, so sind sie ohnehin mißverständlich („Ich opfere dir auf…“), zumal in den Formulierungen nicht auf die hl. Messe Bezug genommen wird, in welcher das Kreuzesopfer unseres HERRN auf sakramentale Weise zur Gegenwart wird.

Für das Kirchenvolk bzw. den einzelnen Gläubigen sollte zumindest dieser theologische Zusammenhang (hl. Messe und Priestertum) geklärt sein, wobei der Priester die Eucharistie stellvertretend bzw. „in persona Christi“ (an Christi Statt) zelebriert. Der eigentliche Opferpriester ist aber Christus selbst, der Priester ist gleichsam sein Werkzeug, er ist amtlicher Diener des Sakramentes. Der einzelne Katholik kann aber nicht „in persona Christi“ handeln.

Zudem stellt sich die Frage: Können wir als Glieder des Kirchenvolkes Christus dem ewigen Vater „opfern“, zumal Christus nicht unser „Eigentum“ ist, über das wir verfügen könnten? Wir können uns aber selber dem Höchsten gleichsam als Opfer darbringen, als geistiges Opfer (nicht als sakramentales), zB. durch die Nachfolge Christi, Einhaltung der göttlichen Gebote, Fasten usw.

Wir sollten uns also geistlich mit dem Opfer Christi vereinigen. Dies geschieht vor allem durch die rechte Mitfeier der hl. Messe, in welcher das Kreuzesopfer des HERRN auf sakramentale Weise zur Gegenwart wird und uns seine geistlichen Früchte zuteil werden.

ERGÄNZENDER Beitrag der „Ankerperlenfrau“: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/falsche-anleitung-zum-rosenkranzbeten/


 


Warum der kirchlich überlieferte Rosenkranz der beste ist

Visionäre Varianten verdrängen den klassischen Rosenkranz

HERR, leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139,24)

Von Stefan Vucina

Es gibt mittlerweile eine Menge verschiedener Rosenkränze im Angebot; etwa 50 sind mir der Benennung nach bekannt, andere auch inhaltlich.

Darunter findet sich eine ganze Reihe „geoffenbarter“ Rosenkränze (die also auf angebliche Visionen bzw. „Privatoffenbarungen“ zurückgehen), z.B. der „Tränenrosenkranz“, der „Endzeitrosenkranz“, der „Heilig-Geist-Rosenkranz“, der „Rosenkranz für die Armen Seelen“ oder der „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“. media-372515-2

Alle diese „visionär“ entstandenen Rosenkränze bergen gewisse Gefahren in sich, die man bei oberflächlicher, unreflektierter Betrachtung nicht unbedingt erkennt.

Ein Problem liegt zunächst darin, dass man den klassischen Rosenkranz mit seinen Christus-Geheimnissen (das Evangelium!) letztlich verdrängt, wenn man sich den Sonder-Rosenkränzen widmet, die diese wichtigen Geheimnisse nicht oder nur geringfügig enthalten.

Wenn man z.B. in einer Offenbarung an die hl. Schwester Faustina über den „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“ liest: „Bete unablässig den Rosenkranz, den ich dich gelehrt habe“, dann stellt sich die Frage, wann dann überhaupt noch der klassische Rosenkranz gebetet werden soll, der doch wegen seiner erhabenen Glaubensgeheimnisse (eine Art Kurzform des Evangeliums) weit höher steht  –  und wenn man laut anderen Privatoffenbarungen weitere visionär 3068entstandene Rosenkränze beten soll, etwa den „Rosenkranz für die Armen Seelen“.

„Jede Seele, die diesen Rosenkranz betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie meine Ehre“ (ebenfalls offenbart an Sr. Faustina)  –  oder den „Heilig-Geist-Rosenkranz“, welcher der Seherin Katharina Vogl von Maria verkündet worden sein soll:  „Ich bin die Braut des Heiligen Geistes. Rufe mich, sooft es dir möglich ist, im Heilig-Geist-Rosenkranz an.“

Wo also bleibt bei so vielen „visionären“ Rosenkränzen noch Zeit und Raum für den klassischen, kirchlichen Rosenkranz mit dem Evangelium von Jesus Christus?

Wenn man nämlich alle diese Sonder-Rosenkränze beten wollte – und laut dieser Privatoffenbarungen sollen sie alle gebetet werden  –  der „Rosenkranz zur göttlichen Barmherzigkeit“ sogar unablässig und der „Heilig-Geist-Rosenkranz“ sooft wie möglich etc., dann bleibt für den bewährten, jahrhundertealten Rosenkranz schlicht  keine Zeit  übrig.

Es liegt also auf der Hand, was mit der Flut der geoffenbarten Rosenkränze erzielt wird: Der kirchlich überlieferte Rosenkranz wird verdrängt    –  stattdessen wird man gelockt und gebunden mit Aussagen wie etwa den folgenden:

„Jede Seele, die dieses Rosenkranzgebet betet, verteidige ich in der Stunde des Todes wie meine Ehre. Auch wenn andere bei einem Sterbenden so beten, erhält er den gleichen Ablass.“

„Ich bin die Braut des Heiligen Geistes. Rufe mich sooft es dir möglich ist im Heilig-Geist-Rosenkranz an. Diese Bitten, die darin enthalten sind, werden auf meine Fürbitte hin von der heiligen Dreifaltigkeit ganz besonders erhört.“

„Wer auch immer ihn beten wird, erfährt in seiner Todesstunde meine große Barmherzigkeit.“

Solche Versprechen bzw. Verheißungen sollen den Katholiken an diese visionären Rosenkränze binden, wobei  der klassische Rosenkranz, den der Heilige Geist seiner Kirche geschenkt hat, mehr oder weniger vernachlässigt wird.

Teil II

Im ersten Teil war die Rede von den geoffenbarten Rosenkränzen, die auf Kosten des kirchlichen Rosenkranzes verbreitet werden. Hier im zweiten Teil geht es um ein sehr wichtiges Detail, das mehr Licht darauf wirft.

Der klassische Rosenkranz ist wegen seiner erhabenen Glaubensgeheimnisse christuszentriert. Diese Geheimnisse über die wichtigsten Lebensstationen Christi sowie über Christi Wirken über seinen Tod hinaus stehen im Mittelpunkt und ziehen den Blick des Betenden auf das Evangelium, das Wort Gottes, das beim Beten und Betrachten die Seele mit seiner Kraft und Weisheit nährt (Röm 1,16), denn lebendig ist es, „kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es dringt durch bis zur Scheidung von Seele und Geist, von Gelenk und Mark; es richtet über die Regungen und Gedanken des Herzens“ (Hebr 4,12).

In den visionären Rosenkränzen nehmen dagegen spezielle Anliegen bzw. Bitten im wesentlichen den Platz des Evangeliums ein, so dass der Betende sich nicht mehr auf das Evangelium konzentriert,  sondern auf diese speziellen Anrufungen.

Hier geschieht letztlich etwas Unerhörtes:

Diese Bitten verdrängen oder ersetzen gar das Evangelium. Für einen gläubigen Christen ist das eine Sackgasse, ist doch das Evangelium Gottes Wort, „das Wort der Wahrheit“, des Heils (Eph. 1,13), des Friedens (Eph. 6,15), der göttlichen Herrlichkeit (1 Tim. 1,11), des Lebens (2 Tim. 1,10), das für das Seelenheil von so großer Bedeutung ist (Röm. 1,16). Deshalb hat Christus seinen Aposteln aufgetragen, der ganzen Menschheit das Evangelium zu verkünden:

„Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen lässt, wird gerettet.“ (Mk. 16,15)

Das Evangelium rettet uns, denn es ist Gottes Kraft, göttliches Leben, das von keinem Christen verdrängt werden darf,  weil es so erhaben ist, dass man sogar sein Leben dafür geben muss, wenn es darauf ankommt:

„Wer aber sein Leben um meinetwillen und um des Evangeliums willen verliert, wird es retten.“ (Mk. 8,35)

Deshalb schreibt der hl. Paulus im Heiligen Geist an Timotheus: „Leide mit mir für das Evangelium.“ (2 Tim. 1,8)

Wenn also das Evangelium nach der Heiligen Schrift, dem größten göttlichen Offenbarungsbuch aller Zeiten, so groß ist und so viel höher steht als unser Leben, wie könnte es dann sein, dass Christus oder seine Mutter Maria in geoffenbarten Rosenkränzen das Evangelium durch spezielle Bitten ersetzen und so letztlich verdrängen?

Sagt uns doch der hl. Paulus, von Gott inspiriert:

„Halte Jesus Christus im Gedächtnis …, von den Toten auferstanden; so lautet mein Evangelium, für das ich zu leiden habe und sogar wie ein Verbrecher gefesselt bin; aber das Wort Gottes ist nicht gefesselt.“ (2 Tim. 2,8f.)

„Halte … im Gedächtnis“ heißt es, denke an das Evangelium – auch im Rosenkranzgebet!

Es darf auch aus dem Rosenkranz nicht verschwinden! Und wer es durch Bitten (welcher Art auch immer)  ersetzt, der bereitet dem Evangelium Christi ein Hindernis!

„Damit wir dem Evangelium Christi kein Hindernis bereiten“ (1 Kor. 9,12), sollen wir die Bitten, die meist in Form von Gesätzchen vorkommen, aus dem Rosenkranz verbannen bzw. uns eben an den überlieferten, klassischen Rosenkranz halten.

Wer also ist es, der hier durch Offenbarungen von Bitt-Rosenkränzen dem Evangelium Christi ein Hindernis bereitet? Ist es Christus selbst? Seine Mutter? Nach dem Urteil der Heiligen Schrift unmöglich! Deshalb hören wir auf die Warnung der Apostel:  „Seid nüchtern und wachsam!“ (2 Petr. 5,8)  –  „Liebe Brüder, traut nicht jedem Geist, sondern prüft die Geister, ob sie aus Gott sind“ (1 Joh. 4,1)  –  „Prüft alles und das Gute behaltet! Meidet das Böse in jeder Gestalt!“ (1 Thess. 5,21-22)

Deshalb: Jede „Erscheinung“, die auf welche Art und Weise auch immer das Evangelium verdrängt oder es zu verdrängen versucht, auch im Rosenkranz, ist ein Geist, der nicht aus Gott sein kann.

Das bestätigen nicht nur das fehlende Evangelium in den geoffenbarten Rosenkränzen und diese „Visionen“ solche, die zum beständigen Beten dieser Spezial-Rosenkränze auffordern, so dass für den echten Rosenkranz und sein Evangelium keine Zeit und kein Raum bleibt, sondern zudem meine eigenen Erfahrungen, die ich mit diesen „visonären“ Rosenkränzen gemacht habe: sie haben mich nicht nur vom Beten des kirchlichen Rosenkranzes abgehalten, sondern in mir kam auch ein schlechtes Gewissen auf, als ich sie dann doch nicht mehr beten wollte, weil mir der echte Rosenkranz fehlte.

Hinzu kam eine unterschwellige Angst, weil ich nun befürchtete, dass mir die entsprechenden Verheißungen nicht zuteil würden, die an diese geoffenbarten Rosenkränze gebunden sind. Mit Hilfe von Felizitas Küble bin ich  aus dieser Sackgasse herausgekommen!

In Anbetracht dieser Erfahrungen, die mich unter Druck setzten, und der Analysen, die ich gemacht habe, kann ich nur jedem raten, in aller Gelassenheit den kirchlichen Rosenkranz mit dem Evangelium zu beten und zu betrachten  –  und zwar so als ob es die geoffenbarten Rosenkränze gar nicht gäbe – denn was soll größer, stärker und mächtiger sein als Gottes Wort, das Evangelium von Jesus Christus?!

Lassen wir uns also nicht von irgendwelchen Privatoffenbarungen binden, gefangennehmen und in die Irre führen. Christus hat uns nämlich zur Freiheit der Kinder Gottes berufen  –  und nichts und niemand soll sie uns nehmen!

Teil III

Die Bitten, die in den geoffenbarten Rosenkränzen anstelle des Evangeliums im Mittelpunkt des Betrachtens stehen, können im echten Rosenkranz, den uns der Heilige Geist durch die Kirche geschenkt hat, ggf. vor dem jeweiligen Gesätz vorgetragen werden. Warum sollen sie nun ihren Platz im Gesätz haben  – also dort, wo sonst ein Glaubensgeheimnis aus dem Evangelium steht?

In diesem dritten Teil will ich an einigen Beispielen aufzeigen, dass die geoffenbarten Rosenkränze noch in einer anderen Hinsicht problematisch sein können, nämlich wenn sie durch die „Visionen“ mit Irrlehren bespickt sind; ob diese nun offensichtlich oder weniger offensichtlich sind.

So wird zB. im „Tränenrosenkranz“ hinsichtlich der Madonna zu Jesus gebetet:  „…die dich auf Erden am meisten geliebt und dich am innigsten liebt im Himmel“

Der zweite Teil des Gebets ist eine massive Irrlehre, die darauf abzielt, den Betenden zu dem Irrglauben zu führen, Mariens Liebe zu Christus sei inniger und damit größer und stärker als die des Vaters und des Heiligen Geistes.

Doch tatsächlich ist es so, dass im Himmel nicht etwa die Gottesmutter Jesus am innigsten liebt,  sondern der Vater und der Heilige Geist!

Durch diese Irrlehre, vermittelt durch einen Irrgeist, der sich als „Engel des Licht“ tarnte, wird Mariens Liebe über die Liebe Gottes gestellt  – und damit das Geschöpf über den Schöpfer!  – Eine Gotteslästerung, die von nicht wenigen Katholiken gebetet wird (bis vor kurzem auch von mir) und die vom Unterbewusstsein aufgenommen wird, auch dann, wenn sie einem nicht bewusst ist, was die Sache noch gefährlicher macht!

Als weiteres Beispiel nehme ich den „Heilig-Geist-Rosenkranz“ mit seinen fünf Bitt-Geheimnissen. Beim Lesen dieser Geheimnisse habe ich nicht nur den Eindruc, als wäre der Heilige Geist bloß eine unpersönliche Kraft, die Jesus Christus für uns erst erbitten und zum Wirken anregen müsse, sondern es wird durch den Gebetstext letztlich auch verhindert, dass man den Heiligen Geist, der die dritte göttliche Person ist, im Namen Jesu Christi selbst um seine Gnaden und sein Wirken bittet:

Erstes Anliegen-Geheimnis: Jesus, der unser Herz für die Gnadenfülle des Heiligen Geistes empfänglich machen wolle.

Zweites Anliegen-Geheimnis: Jesus, der uns den Heiligen Geist erbitten und in uns die drei göttlichen Tugenden vermehren und stärken wolle.

Drittes Anliegen-Geheimnis: Jesus, der uns durch den Heiligen Geist stärken, erleuchten, leiten, regieren, führen und heiligen wolle.

Viertes Anliegen-Geheimnis:  Jesus, der unser Herz, mit der Liebe des Heiligen Geistes entzünden und mit tiefster Demut, Sanftmut, Geduld, Ergebung, Hingabe, Kraft und Heiligkeit erfüllen wolle.

Fünftes Anliegen-Geheimnis:  Jesus, der uns die sieben Gaben und zwölf Früchte des Heiligen Geistes erflehen, alles Gute verleihen und alles Böse abhalten wolle.

Im zweiten Geheimnis wird indirekt gesagt, dass wir Katholiken den Heiligen Geist nicht hätten, also sollen wir darum bitten, dass Jesus ihn uns erbeten wolle. Die Lehre unserer Kirche lautet aber: Jeder empfängt den Heiligen Geist durch die Taufe!

Zudem werden in der fünften Heilig-Geist-Bitte die „Sieben Gaben“ des Heiligen Geistes erfleht, obwohl uns diese im Sakrament der Firmung verliehen werden.

Also Finger weg von geoffenbarten Rosenkränzen, die den überlieferten Rosenkranz verdrängen (der eine Kurzform des Evangeliums darstellt)   – und die mitunter sogar Irrlehren enthalten – unsere Seele soll aber auch beim Rosenkranzgebet von der Wahrheit, vom Wort Gottes genährt werden!

Also was bleibt uns nach all diesen Überlegungen?

Nicht mehr und nichts weniger als das, was uns der Heilige Geist über Jahrhunderte hinweg geschenkt hat: der klassische, der bewährte, der kirchlich verkündete Rosenkranz! So können wir mit dem von Gottes Geist inspirierten Psalmisten beten:

HERR, leite mich auf dem altbewährten Weg!“ (Ps 139,24)

ERGÄNZENDER HINWEIS auf einen ausgezeichneten Artikel der „Ankerperlenfrau“: http://rosenkranzbeten.info/rosenkranzbeten/falsche-anleitung-zum-rosenkranzbeten/