Oberhausen: „Wunder der Natur“ ist die erfolgreichste Sonderausstellung im Jahr 2016

Besuchermagnet „Künstliche Erde“ verlängert bis 30. Nov. 2017

Einmal wie ein Astronaut um die Erde kreisen und die irdische Pracht der wandernden Jahreszeiten bestaunen. Seit März 2016 können Besucher des Gasometers Oberhausen dieses Schauspiel erleben. S143_TWF0694_Gasometer-Oberhausen_20-Meter-Erde_Wunder-der-Natur_Copy_Gasometer_Oberhausen_l

Insgesamt 750.000 Menschen strömten im vergangenen Jahr in das 100 Meter hohe Industriedenkmal und haben die „Wunder der Natur“ zur erfolgreichsten Einzelausstellung des Jahres 2016 in Deutschland gemacht und gleichzeitig einen Besucherrekord am Gasometer aufgestellt.

„Die vielen Besucher machen die Faszination für die Erdbeobachtung deutlich“, sagt Nils Sparwasser vom Dt. Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).

Insgesamt 1,5 Millionen Bilder erzeugten die Forscher, um die Schönheit der Erde zu zeigen und gleichzeitig einen Blick aus dem All auf unseren Heimatplaneten zu ermöglichen.

Das Ergebnis: Eine Erdkugel mit einem Durchmesser von 20 Metern, auf der sich aufwendig projiziert Tag und Nacht abwechseln oder auch Wolkenbänder die Luftströmungen um die Erde sichtbar machen.

Den besonderen außerirdischen Blick auf unseren Heimatplaneten bietet eine Fahrt im gläsernen Panorama-Aufzug auf das Dach des Gasometers. Unter der künstlichen Erde können die Besucher die Facetten des Lebens bestaunen. 

Aufgrund des anhaltend großen Besucherechos wurde die Ausstellung bereits im Herbst bis zum 30. November 2017 verlängert. 

Hintergrund: Am Anfang der künstlichen Erde standen Datensätze von verschiedensten Satelliten, mit und ohne Wolkenbedeckung, bei Tag und Nacht und auch mit Phänomenen, die das menschliche Auge selbst nicht wahrnehmen kann.

„Für uns war es eine große Herausforderung aus dieser Datenmenge ein einheitliches Bild entstehen zu lassen und daraus die bestmögliche Animation der Erde zu erstellen“, erklärt Nils Sparwasser vom DLR.  Aus einzelnen Stücken und Informationen der Fernerkundungsdaten von Radarsatelliten, der SRTM-Mission bis hin zu Messungen der Wettersatelliten, wurde so nach und nach das große Ganze.

Alle Puzzleteile wurden aufeinander abgestimmt und zusammengesetzt, bis sich schließlich das nun zu bestaunende 3D-Abbild der Erde ergab. Insgesamt 115 Tage rund um die Uhr rechneten die Computer, um die Animation mit einer Auflösung von 58 Millionen Pixeln zu erstellen.

Vollständiger Artikel mit Bildern und Video: http://www.dlr.de/dlr/presse/desktopdefault.aspx/tabid-10172/213_read-20599/#/gallery/25406


Oberstadion: Sonderausstellung mit 120 Krippen aus Erz und Gips, Silber und Zinn

Im schwäbischen Krippenmuseum von Oberstadion gibt es eine bemerkenswerte Sonderausstellung „Krippen aus Erz und Gips in 100 Jahren“ bis 30. September 2017; sie beruht auf  6b1695d4ccder Sammlung von Sieglinde und Udo Hergesell aus dem Bergischen Land.

Über 120 nationale und internationale Krippen aus Gips und aus den Erzen, Kupfer, Eisen, Silber, Bronze und Zinn werden dabei präsentiert. 

Dazu gehören farbenfrohe Krippen aus der Anfangszeit des Gips bis zu den monochromen Ausgaben Mitte des 20. Jahrhunderts, mit denen man dem Zeitgeschmack entsprechend den geschnitzten Holzfiguren näher kommen wollte. Einen Schwerpunkt in dieser Sonderausstellung bilden die Zinn-Krippen der bekanntesten und ältesten deutschen Offizine.

Quelle (Text/Foto): http://www.krippen-museum.de/museum-aktuell.html


Sonderausstellung über Gebetbuchverlag Steinbrener in Wien

Von Susanne Habel

In Wien wird die Sonderausstellung „160 Jahre Steinbrener“ gezeigt. Zum Firmenjubiläum im Jahr 2015 stellt das Böhmerwaldmuseum den einst weltweit größten katholischen Kalender- und Gebetbuchverlag Johann Steinbrener aus Winterberg im Böhmerwald vor.  20-09-Steinbrener-Ausstellungsplakat

Die Ausstellung zeigt Gebetbücher, Kalender und Meßbücher der Verlagsanstalt und Bilder zur Familien- und Firmengeschichte.

1855 gründete der 20jährige Buchbinder Johann Steinbrener in Winterberg bei Prachatitz im Böhmerwald einen Buchdruckerbetrieb. 1872 richtete er  eine eigene Druckerei für Gebetbücher ein, begann mit dem Druck von Kalenderausgaben und erreichte 1873 eine Preisverleihung bei der Weltausstellung in Wien.

Die Mitarbeiteranzahl erhöhte sich  von etwa 40 bis auf 1000 im Jahr 1910. Dies wurde durch den hohen Bedarf an Gebetbüchern und anderen katholischen Druckwerken weltweit bedingt: Man druckte Ausgaben in 29 verschiedene Sprachen.

Ab 1930 waren 400 Maschinen im Einsatz, darunter 20 Buchdruck-Schnellpressen, Zweifarben-Rotationsmaschinen, Dampfmaschinen, ein eigenes Elektrizitätswerk und zehn Dampf- und Wasserkraftanlagen.

Der Firmengründer Johann Steinbrener errichtete ein Firmenreich mit Niederlassungen in Wien, Budapest, Prag, Straßburg, Mailand, Neisse in Schlesien,  Irland und in den Vereinigten Staaten. Die Verlagsanstalt wurde von den Söhnen Johannes und Rupert, danach von Hans Thomas und Rupert Steinbrener junior fortgeführt,die sich alle auch christlich, karitativ und sozial für ihre Mitarbeiter und Heimatstadt engagierten.

Bis 1930 wurden 34,5 Millionen Buchkalender, über 100 Millionen Gebetbücher und 1060 Verlagswerke gedruckt. 1937 wurden fünf Millionen Gebet- und Meßbücher pro Jahr produziert, wobei der Exportanteil 91 Prozent betrug.

Während der NS-Zeit kam es zu einschneidenden Maßnahmen gegen das Unternehmen wie Einschränkung des Papiermaterials, Enteignung von nahezu 90 Prozent des Letternmaterials und der karitativen Einrichtungen.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie enteignet und aus Böhmen vertrieben. Da die Familie jedoch schon 1931 Schloß Katzenberg in Kirchdorf am Inn in Oberösterreich als Familiensitz erworben worden war, begann man ab 1946 in Schärding am Inn wieder einen kleinen Betrieb aufzubauen.

Inzwischen spezialisiert man sich auf wertvolle Gebetbuchgestaltungen, Faksimile-Bucheinbände, Mappen und Gästebücher. Der Verlag in Schärding wird heute als Kleinbetrieb in der fünften Generation von Johannes Jörg Steinbrener geführt.

Bis Sonntag, 19. April 2015: „Verlag und Buchdruckerei Johann Steinbrener“ im Böhmerwaldmuseum, ­Wien III., Ungargasse 3
Internet www.­boehmerwaldmuseum.at.
 
Sonntags 9 bis 12 Uhr. Sonderführungen nach Anmeldung
Mail: boehmerwaldmuseum@aon.at.

Sonderausstellung über Heimatvertriebene in Ravensburg

Eine Sonderausstellung  in der oberschwäbischen Kreisstadt Ravensburg befaßt sich mit dem Thema: „Meine Heimat im Glas: Ravensburger Heimatvertriebene“. Plakat-Heimatvertriebene

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen rund 6000 deutsche Heimatvertriebene aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien, aus dem Sudetenland, Westpreußen und Danzig nach Ravensburg.

Die Sonderausstellung beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Lebensgeschichten, mit der Integration und den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leistungen der Heimatvertriebenen in Ravensburg und setzt sich mit dem vielfältigen Begriff Heimat auseinander.

Dauer: vom 11. April bis 14. September 2014.
Ort: Museum „Humpis-Quartier“, Marktstr. 45 in 88212 Ravensburg.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag von 11 bis 20 Uhr.

Es gibt auch einen Katalog zur Ausstellung.

Weitere Infos: http://www.museum-humpis-quartier.de

Allgemeine Auskünfte über Museen und Ausstellungen in Baden-Württemberg: http://www.netmuseum.de

 


Recklinghausen: Sonder-Ausstellung über den hl. Nikolaus im Ikonen-Museum

In Europa gilt er als bekanntester Heiliger aller Zeiten, aber auch auf anderen Konti­nenten wird er verehrt. Kaum einer weiß, daß Nikolaus im 4. Jahrhundert Bischof von Myra an der Südküste der heutigen Türkei war. nikolaus

Kinder lieben ihn für die Ge­schenke, die er am 6. Dezember mit weißem Bart und rotem Gewand aus seinem Sack verteilt, ein Brauch, der durch den niederländischen „Sinterklaas“ populär wurde und nur im westlichen Christentum existiert.

Im christlichen Osten ist Nikolaus seit über tausend Jahren ein beliebter Volksheiliger, dem viele Kirchen geweiht sind. So soll er in Rußland die Stadt Možajsk vor dem Angriff der Tartaren bewahrt haben.

Legenden schildern sein stets hilfsbereites und menschenfreundliches Wesen und schreiben ihm zahlreiche Wunder zu. Als „Heiliger für alle Fälle“ gilt Nikolaus u.a. als Patron der Seefahrer und aller Reisenden.

Vom 19. Oktober 2013 bis zum 23. Februar 2014 stellt das Ikonen-Museum in seinen neu gestalteten Räumen 114 Nikolaus-Ikonen aus der haus­eigenen Sammlung vor.

Dazu zählen griechische und russische Ikonen, die mit Eitempera auf Holz gemalt sind und ins 15. bis 19. Jahrhundert datieren, rumäni­sche Hinterglasikonen, Buchmalereien, ein byzantinisches Relief aus Steatit und unzählige Varianten russischer Metallikonen, die häufig kunstvoll emailliert und wegen ihrer Robustheit bei Reisenden sehr beliebt sind.

Begleitend erscheint ein Katalog mit Abbildungen und ausführlichen Beschreibungen aller ausgestellten Stücke.

Öffnungszeiten: täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr

Quelle: http://www.kunst-in-recklinghausen.de/02imausstellunge.html


Thüringen/Hohenfelden: Ausstellung über Weihnachten, Geschenke, Brauchtum etc.

„Was der Weihnachtsmann bringt“ heißt die neue Sonderaustellung, die bis 26.1.2014 im „alten Pfarrhaus“ im Thüringer Freilichtmuseum Hohenfelden zu sehen ist.

Im Mittelpunkt stehen die Veränderungen, die das Weihnachtsfest in den letzten 200 Jahren durchlaufen hat:weihnachten0001

Aus einem der religiösen Hochfeste des Christentums ist mehr und mehr ein säkulares Familien- und Konsumfest geworden. Die weihnachtliche Stille ist weitgehend dem Trubel der Weihnachtsmärkte und dem Stress des Weihnachtseinkaufs gewichen.

In der Ausstellung wird ein Einblick in die Geschichte der weihnachtlichen Bräuche rund um die Adventszeit und das eigentliche Weihnachtsfest gegeben. Natürlich wird auch der Frage nachgegangen, wer dieser Weihnachtsmann überhaupt ist und warum er jedes Jahr Geschenke verteilt.

Im ersten Teil der Ausstellung geht es vor allem um die Adventszeit als Vorbereitungszeit des Festes. Hier gibt es vom Adventskalender über Backformen und Adventsdekorationen vieles zu sehen, dass das Bild der Weihnachtszeit geprägt hat.

Ein anderer Teil der Ausstellung widmet sich dann den Weihnachtsgeschenken und ihrer Entwicklung an sich. Hier gibt es vom Holzspielzeug über Puppen und Puppenhaus bis zur Spielekonsole vieles von den Gabentischen der letzten 150 Jahre zu sehen.

Die Ausstellung wird u.a. gefördert durch das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Quelle (Text/Foto): http://www.freilichtmuseum-hohenfelden.de


Vreden: Sonderausstellung „Der Herrgott wird´s richten“ bis 13. Oktober 2013

Seit 5. Mai 2013 gibt es im Hamaland-Museum in Vreden (Westfalen) die Sonderausstellung „Der Herrgott wird´s richten – Zeugnisse häuslicher Frömmigkeit“

Die Ausstellung wurde nun bis zum 13. Oktober 2013 verlängert!

Das Museum aus dem Münsterland schreibt hierzu: Herrgottplakat_9eed9d896b

„Im Katholizismus hat sich eine Vielfalt privater Frömmigkeitsformen entwickelt, vor allem im Bereich der Marien-, Engel- und Heiligenverehrung. Ausdruck der häuslichen Religiosität sind zahlreiche bildliche und figürliche Darstellungen, Wallfahrtsandenken und Reliquien. Auch Gegenstände des täglichen Gebrauchs wurden mit biblischen Motiven versehen.

Der Protestantismus, der eine Rückbesinnung auf die Hl. Schrift forderte, stand diesen Glaubensäußerungen von Anfang an skeptisch gegenüber. In geringerem Maß haben aber auch in seinem Bereich bildliche und rituelle Ausdrucksformen Raum gefunden.“

Infos, Adresse, Öffnungszeiten, Eintrittspreise usw. siehe hier: http://www.hamaland-museum.de/kontakt.html


Hamaland-Museum in Vreden: Aktion „Heimat im Schuhkarton“ mit Preisen

Museums-Vorstellung des Projekts „Heimat im Schuhkarton“:

Ist Heimat eine Stadt, eine Landschaft oder ist es der Ort, an dem man aufgewachsen ist? Ist es der bekannte Dialekt, Musik oder sind es vertraute Gerüche? Ist es der Lieblingsverein oder sind es die Menschen, die man lange kennt? Jeder hat seine eigene Vorstellung von Heimat.  21

Wir laden Sie ein, sich mit dem Begriff „Heimat“ auseinanderzusetzen. Was bedeutet er für Sie ganz persönlich? Wo und wann kommen bei Ihnen Heimatgefühle auf? 

Zeigen Sie in einem Schuhkarton, was Sie mit „Heimat“ verbinden und werden Sie so Teil der Ausstellung, die ab dem 10. November 2013 im Hamaland-Museum in Vreden (Westfalen/Münsterland) gezeigt wird.

Alle Teilnehmer haben die Chance auf attraktive Preise wie:

  • Eine Ballonfahrt über das Münsterland
  • Eine Tour durch den Naturpark Hohe Mark
  • Gutscheinbücher und vieles mehr…

Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury. Wir freuen uns auf Ihren Beitrag!

So funktioniert‘s:
Ihrer Kreativität sind bei der Gestaltung keine Grenzen gesetzt. Die Materialien und Elemente, mit denen Sie Ihren Schuhkarton gestalten wollen, können Sie frei wählen. Sie können auch selbst entscheiden, ob Sie allein einen Karton packen oder gemeinsam mit einer Gruppe, zB. einer Schulklasse, Freundeskreis oder Fußballmannschaft, ans Werk gehen.

Zu jedem Karton sollte eine kurze Erläuterung beigefügt werden. Die Kartons können bis zum 25. Oktober 2013 im Kreishaus in Borken, im Hamaland-Museum in Vreden sowie in den Bürgerbüros der Städte und Gemeinden im Kreis Borken abgegeben werden. Natürlich können Sie Ihren Karton auch per Post an uns schicken.

Haben Sie Fragen und Anregungen?
Dann wenden Sie sich gerne an: Nina Rockrohr
Fachabteilung Kultur- und Heimatpflege
Burloer Str. 93, 46325 Borken, Zimmer: 1358
Telefon: 02861 82-1358 / Fax: 02861 82-2721358
E-Mail: n.rockrohr(at)kreis-borken.de
 
Infos, Adresse, Öffnungszeiten, Eintrittspreise usw. siehe hier: http://www.hamaland-museum.de/kontakt.html
 

Foto: Volkstanzgruppe Bergatreute


Sonder-Ausstellung im Galileo-Park (Sauerland-Pyramiden): „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“

War bereits der Frühmensch Homo erectus ein Seefahrer?  – Hat Pharao Ramses II. schon Havanna geraucht? –  Wie kam der afrikanische Flaschenkürbis bereits in der Steinzeit nach Mexiko?  –  Sind die Pyramiden der Maja Vorbild für die Ägypter gewesen?

Mit diesen und weiteren spannenden Fragen setzt sich die Sonderausstellung „Kam Kolumbus 15.000 Jahre zu spät?“ im Galileo-Park bei Lennestadt (siehe Foto) auseinander. head_4 Die Ausstellung läuft bis 6. Oktober 2013.

Der Archäologe, Seefahrer und Autor Dr. Dominique Görlitz, bekannt durch seine Experimentalreisen im Mittelmeer und Nordatlantik mit den vorzeitlichen Schilfbooten ABORA I bis III, ist einem der ungelösten Rätsel der Archäologie auf der Spur:

Standen die Hochkulturen der Alten Welt mit den Ländern der Neuen Welt jenseits des Atlantiks in einem Kulturaustausch? 

Dominique Görlitz steht in der Tradition des berühmten norwegischen Seefahrthistorikers Thor Heyerdahl (1914-2002), der mit seinen Expeditionsabenteuern nachweisen wollte, dass man bereits in der Vorzeit mit einfachen Flößen aus Holz und Schilf die Weltmeere überqueren konnte.

Neben originalen Artefakten von der Osterinsel ist erstmals das Segel des Schilfbootes TIGRIS, mit dem Heyerdahl 1977/78 auf dem Indischen Ozean segelte, außerhalb Norwegens zu sehen.

Heyerdahls These vom globalen steinzeitlichen Verkehr versucht Görlitz zu bestätigen und sogar auszubauen. Wichtigstes Element ist dabei die Neuinterpretation von prähistorischen Felszeichnungen, die seiner Meinung nach voll steuerbare Segelschiffe zeigen. Die Ausstellung beschäftigt sich mit hochinteressanten Themen der prähistorischen Seefahrt, Archäologie, Astronomie, Kartographiegeschichte, Anthropologie, Vegetationsgeographie und Materialforschung. 

Vom Flaschenkürbis zur Pyramide

Völlig neue Hinweise aus der interdisziplinären Forschung liefern weiteren Zündstoff für transatlantische Reisen in der Frühzeit, z.B. 20.000 Jahre alte Feuersteinklingen aus Spanien, mole-kularbiologische Studien an Menschen und Pflanzen, Megalith-Bauwerke, Höhlenmalereien, die Seekarten wiedergeben könnten, frühe Sternbilddarstellungen und amerikanische Pflanzenreste in altägyptischen Gräbern. Alle wissenschaftlichen Indizien deuten an, dass die Menschen der Vorzeit die Seewege zwischen der Alten und der Neuen Welt gemeistert haben.

Die Anfänge der Seefahrt nehmen einen breiten Raum in der Ausstellung ein. Die Urtypen prähistorischer Wasserfahrzeuge werden vorgestellt und es wird anschaulich erklärt, warum das Floß und der Einbaum zu den ältesten Wurzeln des modernen Segelschiffes zählen. Die experimentellen Versuche mit diesen Bootstypen liefern wichtige Erkenntnisse über die Fahreigenschaften dieser heute weitgehend verschwundenen Seefahrzeuge.

Seit 1990 hat Görlitz mit Unterstützung der ABORA Projektgruppe fünf große besegelte und zwei kleinere beruderte Schilfboote sowie zwei Einbäume gebaut und auf dem Meer getestet. Einige dieser Nachbauten befinden sich in der Ausstellung.

Die ABORA-Expeditionen

Die Schau stellt alle großen ABORA Expeditionen (1999-2007), die wissenschaftlichen Hintergründe, Erfahrungen und ihre Bedeutung auf großen Schautafeln sowie multimedial vor. 1999 startete die von sächsischen Schülern gebaute ABORA I im zentralen Mittelmeer von Sardinien mit Kurs in Richtung Kanaren. Die dabei gesammelten Erfahrungen führten 2002 zur ABORA II Expedition. Von Alexandria aus überquerte die Crew das Ostmittelmeer und kreuzte von Zypern zurück zum Ausgangspunkt. abora01

Zum ersten Mal in der Neuzeit gelang eine Hin- und Rückreise mit einem Schilfboot. Die ABORA II wurde wie die ABORA III am Titikakasee aus bolivianischen Totoraschilf gebaut. 

Mit seinem bisher ehrgeizigsten Projekt, der ABORA III, trat Dominique Görlitz 2007 den Versuch an, den bis dahin für unbefahrbar gehaltenen Nordatlantik mit einem Steinzeitsegler zu überqueren. Diese Expedition wurde zu einem der spannendsten Abenteuer seit Thor Heyerdahl.

Die größte Herausforderung bestand nicht in der Überwindung der zahllosen Stürme, sondern darin, den Golfstrom mit seinen tückischen Wasserwirbeln in Richtung Europa zu folgen. In der Ausstellung hängt das Segel der ABORA III. Fünf große Flicken zeugen vom Kampf gegen die Naturgewalten. 

Ausblick in neue Projekte

Präsentiert wird auch der sechs Meter lange Schilfsegler DILMUN IV, der 2008 nach alten vorägyptischen Felsmalereien konstruiert und von Aymara-Indianern in Bolivien gebaut wurde. Es ist so zusagen der Vorläufer der geplanten ABORA IV, mit der Görlitz und seine internationale Crew im zweiten Anlauf den Nordatlantik von New York aus erfolgreich überqueren will.

Dieses einmalige Expeditionsabenteuer soll den experimentellen Beweis erbringen, dass man bereits in der Steinzeit über hochseetaugliche Schiffe verfügte und schon damals in beide Richtungen transatlantische Kontakte stattgefunden haben, auch ohne GPS, Seekarte und Motorunterstützung. 

Das ABORA-Forschungsprojekt

Die ABORA Projektgruppe unter der Leitung von Dr. Dominique Görlitz arbeitet seit vielen Jahren an der Kulturforschung und experimentellen Archäologie. Dabei geht es aber nicht nur um Seefahrtgeschichte und Archäologie, sondern um viele interdisziplinäre Fachgebiete aus den Natur- und Geistes-wissenschaften. Der Verein für Experimentelle Archäologie und Forschung Chemnitz e.V. unterhält Forschungskooperationen zu nationalen als auch internationalen Instituten und Museen. Diese haben Exponate, Artefakte und das Forschungsequipment bereitgestellt, das sowohl auf den Schautafeln als auch in den Vitrinen zu besichtigen ist.

Eventkino

In der Ausstellung läuft die Dokumentation „Die ABORA-Saga“, die alle großen Expeditionen wie auch die Sturmfahrt der ABORA III über den Nordatlantik ausführlich zeigt.


 Ausstellungs-Infos
   Zeitraum: 31. März bis 6. Oktober 2013
   Ausstellungsort: Zeitmaschine
   Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Quelle (Text/Fotos): hier

München-Freising: Sonderausstellung über die einzigartige „Madonna von Ainhofen“

Unter dem Titel „Biografie eines Gnadenbildes“ zeigt das Diözesanmuseum Freising seit dem 12. Mai bis zum 15. August 2013 (Hochfest Maria Himmelfahrt) die  um 1120 entstandene Madonna aus der Wallfahrtskirche Ainhofen; es ist das älteste Mariengnadenbild der Erzdiözese München-Freising.

Zudem präsentiert die Ausstellung weitere hochmittelalterliche Marienbilder und Skulpturen aus dem sonst nicht ausgestellten BestanAinhofen-679x1024d.

Die vor kurzem abgeschlossene Restaurierungsmaßnahme bestätigte die Vermutung: die Madonna von Ainhofen ist die älteste Gnadenmadonna im süddeutschen Raum.

Im Laufe der Jahrhunderte wurden verschiedene Veränderungen an der um 1130 entstandenen Holzskulptur vorgenommen: ihr wurde eine Brust abgenommen, sie wurde in barocke Gewänder gekleidet und mit einer üppigen Krone versehen. Ihre ursprüngliche Bemalung aber blieb unverändert.

Lange Zeit wurde ihr Entstehungsdatum deutlich später, nämlich auf das 17. Jahrhundert datiert.

Die 39 cm große, aus Weidenholz geschnitzte Figur ist über 870 Jahre alt und im romanischen Stil gearbeitet. Die Madonna wurde um 1130 für das Sühnekloster Indersdorf in Oberbayern angefertigt.

Im 15. Jahrhundert entfernte man die entblößte Brust und gab die Madonna an die Dorfkirche Maria Himmelfahrt Ainhofen bei Markt Indersdorf, die erstmals 1229 urkundliche Erwähnung fand.

Quellen: Diözesanmuseum Freising, kath. Nachrichtenagentur ZENIT