Palmer kritisiert „Sonderrechte“ für Queere

Tübingens grüner Oberbürgermeister Boris Palmer  hat sich gegen den Vorwurf gewehrt, er sei „transphob“. Er hatte seinen Parteikollegen, der heute als Frau unter dem Namen Maike Pfuderer lebt, mit seinem abgelegten Vornamen Reinhard angesprochen.

Begehe man in dieser „Verbotswelt“ nur den kleinsten Fehler, drohe einem die „moralische Verdammnis“. Das zerstöre die liberale Demokratie, mahnte Palmer auf Facebook.

Pfuderer habe ihn über Jahre hinweg beleidigt und diffamiert, ergänzte der Grünen-Politiker. Er sei als Rassist bezeichnet und seine Ansichten mit Kot verglichen worden. Zudem habe der Parteikollege ihm unterstellt, asozial und moralisch verrottet zu sein.

Da Pfuderer durch seine Transsexualität aber einer Minderheit angehöre, sei sein Verhalten in den sozialen Medien nie dafür kritisiert worden. „Der Hetero hat eine Sonderpflicht, etwas zu dulden, das umgekehrt niemals erlaubt wäre. Für Queere besteht ein Sonderrecht auf Schutz vor jeder vermeintlichen Kränkung“, schrieb Palmer.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/palmer-warnt-vor-zerstoerung-der-liberalen-demokratie/


Meinungsfreiheit in Europa? Es ist 5 nach 12

Von Peter Helmes

Europa brennt  – und wir merken nichts. Wir leben scheinbar unbeteiligt mit dem Ausverkauf unserer Souveränität und mit einem gigantischen Schuldenberg, der jede Vorstellungskraft übersteigt.

Der deutsche Michel wird jedoch nicht wach, und die Gelddruckmaschine läuft und läuft.

Gegen Schulden kann man in der Tat Geld drucken, wenn man kein Verantwortungsgefühl hat. Aber Freiheit, unser höchstes Gut, kann man nicht „drucken“. Entweder man ist frei oder ist es nicht. Jede Begrenzung der Freiheit trägt zu ihrer Vernichtung bei. Und der deutsche Michel pennt. Notizblock-Stacheldraht-klein_d5cbbd6dfa

Was sich derzeit im institutionellen Europa tut, müßte alle Alarmsignale schrillen lassen. Durch die Toleranz- und Gender-Hintertür marschieren Bevormundung, Entmündigung und Kampf gegen tradierte Werte unübersehbar ein, festzumachen am „Lunacek-Bericht“ und am Versuch, „intolerante Bürger“ zu überwachen. 

Beides Papiere aus dem Europa-Parlament (EP) und beides Zeitzeugen für die ideologische Brutalität der Gender-Fraktion für die Schaffung eines neuen Menschen, aber auch Zeuge unserer Gleichgültigkeit und eines verquasten Kulturrelativismus. Wir „dulden“ ja so gerne, merken aber nicht, was wir dabei „erdulden“ müssen:

Fahrplan gegen „Homophobie“

Trotz massiver Proteste von rund 220.000 Bürgern hat das Europaparlament am 4.2.2014 mit großer Mehrheit den „Lunacek-Bericht“ beschlossen – benannt nach der österreichischen Grünen Ulrike Lunacek. Er trägt die alarmierende Überschrift: „EU-Fahrplan zur Bekämpfung von Homophobie und Diskriminierung aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität“.

Gefordert wird z.B. die Einrichtung eines „Sonderstraftatbestandes“ mit dem Titel „Hass aus Gründen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität“ mit der Begründung: pc_pi

Die Mitgliedstaaten sollten registrieren, welche Verbrechen aus Hass gegen lesbische, schwule, bi-, trans- und intersexuelle Personen (LGBTI = Lesben, Schwule/Gay, Bi-, Trans- und Intersexuelle) begangen werden, diese untersuchen und strafrechtliche Bestimmungen verabschieden, die die Aufstachelung zum Hass aus Gründen der sexuellen Orientierung und der Geschlechtsidentität verbieten.“

Damit dieser Wahnsinn auch faktisch umgesetzt werden kann, wird weiters die europaweite Anerkennung von Personenstands-Urkunden gefordert. Damit müßten auch EU-Staaten, die selbst keine gleichgeschlechtlichen Ehen erlauben, die Lebensgemeinschaften anerkennen, die in anderen Mitgliedsstaaten geschlossen wurden.

Sonderrechte für Minderheiten

Berufsgruppen wie Polizisten und Journalisten sollten gesondert geschult werden, damit sie „angemessen“ mit der Thematik umgehen können. Hier wird deutlich, daß unter dem Deckmantel der Nichtdiskriminierung Sonderrechte für sexuelle Minderheiten durchgesetzt werden sollen. Fehlt nur noch die Gründung einer LGBTI-Partei! Oder haben wir die schon  –  grünrotschwarzgelb?

Lunacek hatte bisher schon mehrfach versucht, ihren Bericht im EP durchzuboxen, scheiterte aber jeweils an der Parlamentsmehrheit, besonders der EVP, der Konservativen und der Rechten.

Vor wenigen Tagen hat sie ihren „Bericht“ mit kleinen Änderungen erneut ins EP eingebracht und nun eine Mehrheit gefunden, wobei es ein Skandal ist, daß auch einige Stimmen aus der EVP-Fraktion (CDU) ihr halfen; sie wollten wohl ein Zeichen setzen für die „nach vorne offene“ Union.

EU-Marsch in den Gender-Staat

Der Beschluß, einmal umgesetzt, birgt viel schlimmere Gefahren, als uns heute bewußt ist. Zunächst bleibt festzustellen, daß mit „Lunacek“ die Gleichheit vor dem Gesetz nicht mehr gewährleistet wäre.

Denn der Bericht sieht faktisch Sonderrechte für Menschen mit „bestimmten Orientierungen“ vor. Die Sprache ist (bewußt?) schwammig. Was bedeutet „Aufstachelung zum Haß“?

Zählt dazu schon eine kritische Grundhaltung gegenüber „anderen sexuellen Orientierungen“? Verstoße ich schon gegen dieses „Gebot“, wenn ich zeige, daß viele dieser Minderheiten mitnichten tolerant sind und ein offenbar anderes Verständnis von Demokratie haben als ich?

Darf ich mich nicht mehr gegen die Homo-Ehe aussprechen, weil sie meiner christlichen Grundüberzeugung zutiefst widerspricht?

Eine Nebenbemerkung kann ich mir nicht verkneifen:

Wenn Lunacek postuliert: „…Die Mitgliedstaaten sollen dafür Sorge tragen, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreiheit gewährleistet sind“, dann heißt das doch wohl, daß ich meine zutiefst „inkorrekte“ Meinung sagen darf, ohne im Kerker zu landen, und dann heißt das doch wohl auch, daß wie kürzlich in Stuttgart friedlich demonstriert werden kann, ohne daß eine Herde von Gender-Primaten dagegen anstürmt und den Christen „Haß“ vorwirft. Ist das die Toleranz, die Lunacek meint?

„Meinungsfreiheit einschränken“

Tatsächlich meint sie es wohl so, denn im Bericht heißt es, aber kaum einer liest es (unter I. „Versammlungs- und Meinungsfreiheit“, S. 9):

() dass die Mitgliedstaaten, die Rechtsvorschriften erlassen, mit denen die Meinungsfreiheit in Bezug auf die sexuelle Ausrichtung und Geschlechtsidentität eingeschränkt wird, die Werte verletzen…“.

Und unter „J. Hasstiraden“ wird Frau Lunacek ganz konkret: (…) Austausch bewährter Verfahren zwischen den Mitgliedstaaten fördern, und zwar in den Bereichen Ausbildung und Schulung der Polizei, der Strafverfolgungsbehörden, (…)„.

Liebe Pfarrer  –  evangelische oder katholische –  aufgepaßt: Wenn Sie demnächst die Bibel zitieren oder „das Wort Gottes“ predigen, laufen Sie Gefahr, als „Haßprediger“ angeprangert zu werden.

Mit der intoleranten Lunacek-Initiative ist die rechtliche Grundlage für eine europaweite Christenverfolgung geschaffen; denn für Christen ist der Kampf z. B. gegen die Homo-Ehe oder gegen Abtreibung Gottes Gebot und „ein Akt der Liebe“.

Überwachung „intoleranter“ Bürger

In dieselbe ideologische Ecke gehört ein weiterer Vorstoß im EP, der noch viel weitreichender unsere Freiheitsrechte in Frage stellen würde.

Es geht um eine Gefährdung des Grundrechts auf Meinungs- und Redefreit durch einen Entwurf mit dem unverdächtigen Titel “Europäisches Rahmenstatut zur nationalen Förderung der Toleranz“, den der ECTR (European Council on Tolerance and Reconcilation), eine Nichtregierungsorganisation, erarbeitet und dem LIBE (Ausschuss für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres des Europäischen Parlaments) übergeben hat. Solange das EP (noch) eine linke Mehrheit hat, wird er wohl bald abstimmungsreif sein.

Der Vorschlag des ETCR ist nicht nur alarmierend, sondern wahnsinnig. Er würde, sollte er je beschlossen werden, die EP-Staaten dazu verpflichten, als „intolerant“ eingestufte Bürger zu überwachen.

In der Praxis würde dies nichts anderes als ein Verbot bedeuten, Feminismus oder Islam etc. zu kritisieren. Die Europäer hätten also zu verstummen, sobald über die Scharia oder die Christenverfolgung in aller Welt die Rede wäre – es sei denn, sie würden sie bejubeln.

Wenn man sich das ETCR/LIBE-Papier genauer anschaut, geht es insbesondere darum, Äußerungen zu verbieten, die „antifeministisch“ oder „islamfeindlich“ sind. Schon jetzt ist abzusehen, daß diejenigen, die sich an dieses Gebot nicht halten wollen, als „Volksverhetzer“ gebrandmarkt werden.

So heißt es im Text (Abschnitt 4):Es gibt keinen Grund, tolerant gegenüber intoleranten Menschen zu sein. Dies ist dann besonders wichtig, wenn das Recht auf freie Meinungsäußerung, Rede- und Meinungsfreiheit berührt ist.“

Religiöse Gruppen unter Generalverdacht?

So könnten religiöse Gruppen, bestimmte Glaubensrichtungen oder Parteien unter Generalverdacht gestellt werden, wenn sie die Postulate nicht erfüllen. Eltern müßten sich dreimal überlegen, ob sie ihren Kindern noch ihre eigenen Überzeugungen und Werte weitergeben wollen, da sie schnell als „intolerant“ abgestempelt würden – weshalb die Kinder ja besser in staatlicher Obhut denn in elterlicher aufwachsen sollten.

Und da wird der ETCR besonders gefährlich: Der Entwurf spricht nämlich auch davon, gefährdete oder benachteiligte Angehörige bestimmter Gruppen neben einem allgemeinen Schutz seitens der Regierungen zusätzlich unter einen „besonderen Schutz“ zu stellen.

Fazit: Da haben wir also zwei „Parade-Beispiele“, wie wir Bürger am Nasenring durch Europa geführt und entmündigt werden sollen. Aber wer wundert sich noch über Europa? Schuld an der Entwicklung haben wir alle, die wir dem Treiben zugeschaut haben. Dazu gehören leider auch die Kirchen und der größte Teil der Parteien. Von unserer Feigheit, die als „ich bin doch tolerant“ camoufliert wird, ganz zu schweigen.

Es ist fünf nach zwölf! – In wenigen Monaten sind Europawahlen.

Unser Autor PETER HELMES gehört zu den einstmals „glühenden Europäern“, die einen europäischen Bundesstaat unter Beibehaltung der nationalen Souveränität befürworteten. Er war u. a. Generalsekretär der „Europäischen J. Christdemokraten und Konservativen“, Kurator des Deutsch-Französischen Jugendwerkes, Mitbegründer des „Europäischen Jugendzentrums“ in Straßburg und ist Träger des „Pour Le Mérite Européen“.

Erstveröffentlichung des Beitrags in http://www.conservo.wordpress.com

1. Foto: IGFM


Lunacek-Bericht: Ideologisch motivierte Sonderrechte für Minderheiten in der EU

212.000 Unterschriften gegen Lunacek-Agenda

Erhalten Homo-, Trans- und Bisexuelle sowie andere sexuelle Minderheiten künftig Vorrechte in der Europäischen Union? Und wird Kritik an ihrer Lebensweise als „Hass“ strafrechtlich verboten?  40323-90x80

Das befürchten Kritiker des sog. Lunacek-Berichts, der am 4. Februar mit großer Mehrheit im Europäischen Parlament in Straßburg beschlossen wurde. Hinter der Initiative steht die österreichische Abgeordnete Ulrike Lunacek von der dortigen Partei „Die Grünen“. 

Demzufolge sollen EU-Mitgliedsstaaten strafrechtliche Bestimmungen verabschieden, „die die Aufstachelung zum Hass aus Gründen der sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität verbieten“.

Verlangt wird ferner die europaweite Anerkennung von Personenstandsurkunden. Damit müssten auch EU-Staaten, die selbst keine gleichgeschlechtlichen Ehen erlauben, die Lebensgemeinschaften anerkennen, die in anderen Mitgliedsstaaten geschlossen wurden.

Dem Bericht zufolge sollen ferner Berufsgruppen wie Polizisten und Journalisten geschult werden, damit sie „angemessen“ mit der Thematik umgehen.  

Gegen den Lunacek-Bericht hatten mehr als 212.000 Personen eine Petition an die Mitglieder des Europäischen Parlaments unterzeichnet. Nach ihrer Ansicht sollen hierbei unter dem Deckmantel der Nichtdiskriminierung Sonderrechte für sexuelle Minderheiten durchgesetzt werden. Initiator der Petition war die christliche Stiftung „CitizenGo“ aus Madrid. 

Quelle: http://www.idea.de


EU-Parlament: Der Lunacek-Bericht richtet sich gegen demokratische Grundrechte

Mathias von Gersdorff

Heute, am 4. Februar 2014, wird das EU-Parlament über den sogenannten „Lunacek-Bericht“ abstimmen, voraussichtlich ohne Debatte.

In diesem Papier wird eine massive Ausweitung von Privilegien für Homosexuelle, Transsexuelle, Bisexuelle usw., also LGBTI-Personen gefordert, wie etwa die Einführung der Definition „Haßverbrechen“, von schulischen Maßnahmen zur Förderung der Akzeptanz dieser Lebensformen, die europaweite Anerkennung der Personenstandrechte, Toleranzschulungen für Journalisten, damit sie einfühlsamer über das Leben der LGBTI-Personen berichten usw. 

Manifest aus der Homo-Lobby030

Der „Lunacek-Bericht“ ist so etwas wie ein Manifest der Milleniumsziele der Homo-Lobby. Dort wird die Welt beschrieben, wie sie sich diese Homo-Lobby erträumt. „Lunacek“ ist das radikalste, jemals in einem Parlament erarbeitete Dokument, denn es fordert, daß Homosexualität, Transsexualität usw. gesellschaftliche Norm sein sollten.

Mehr noch: „Lunacek“ fordert im Grunde die Bildung einer Art privilegierter Kaste mit Sonderrechten, die sicherstellen sollen, daß sich Heterosexuelle hüten, auch nur die leiseste Kritik an politischen Forderungen der LGBTI-Lobby und an der Homosexualität überhaupt zu üben. Die heterosexuelle Bevölkerung wird pauschal mit dem Verdacht der „Homophobie“ belegt. Der einzelne soll immer wieder den Beweis erbringen, er sei nicht „homophob“.

Fernab demokratischer Öffentlichkeit

„Lunacek“ ist ein dermaßen heftiger Angriff auf die Meinungs- und Religionsfreiheit, daß sich europaweit ein bislang nicht da gewesener Widerstand erhebt. Zahlreiche Initiativen haben zum Protest aufgerufen. Der britische Europa-Abgeordnete Ashley Fox gab über Twitter bekannt, er habe innerhalb von fünf Tagen 50.000 E-Mails gegen den Lunacek-Antrag erhalten. 40323-90x80

Es ist nicht klar, wie die Abgeordneten der Europäischen Volkspartei abstimmen werden, was allein schon eine Schande ist. Viele C-Politiker haben sich vor den Karren der Homo-Lobby spannen lassen.

Die Entstehung eines Papiers wie des „Lunacek-Berichtes“, der rein theoretisch für die EU-Mitgliedsländer nicht verbindlich ist, ist nur im EU-Parlament möglich. Fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit wurden immer wieder Resolutionen verabschiedet, die in einem normalen demokratischen Verfahren unter Beobachtung der Öffentlichkeit und mit einer funktionierenden Opposition nicht möglich gewesen wären.

Linke Politiker haben das EU-Parlament gerne als ein Labor mißbraucht, um die Durchsetzung radikaler gesellschaftspolitischer Ideen auszutesten.

Eine neue säkulare Religion

Man mag über dieses undemokratische Verhalten erstaunt sein. Doch hier ist es angebracht anzumerken, daß in der Durchsetzung von Homo-Privilegien immer wieder undemokratische Methoden verwendet wurden. Einschüchterung des politischen Gegners, brutale Stigmatisierung der Kritiker, gezielt eingesetzter Psychoterror waren von Anfang an beliebte Techniken zur Durchsetzung der Homo-Agenda.

Der „Lunacek-Bericht“ setzt noch eins drauf, indem er versucht, den Anti-„Homophobie“-Terror zu institutionalisieren.

Sollten die angestrebten politischen Ziele des „Lunacek-Berichts“ eines Tages Wirklichkeit werden, so würde die Homo-Agenda aus dem demokratischen Diskurs faktisch entrückt und würde den Status einer säkularen Religion erhalten, die rein aus Dogmen bestünde und nicht mehr hinterfragt werden dürfte. Also eine Art fanatische Religion, die sich der Vernunft ganz entzöge.

Jemand mag nun einwenden, daß auch die katholische Kirche als Vertreterin einer Religion politische Ansprüche hat und politischen Einfluß ausüben will. Auch die katholische Kirche will die Gesellschaft nach bestimmten Werten und Prinzipien gestalten. Doch in den Belangen, die politisch-gesellschaftlich relevant sind, wie etwa die Soziallehre (dazu gehört alles, was beispielsweise mit Familie, Arbeit, Eigentum usw. zu tun hat), oder ethische Fragen (Abtreibung, Euthanasie, Bioethik usw.) stützt sich die Kirche auf das Naturrecht und nicht auf religiöse Dogmen.

Alle Menschen sind gleich, Homosexuelle sind gleicher?

Das Naturrecht spielt aber bei den Forderungen der Homo-Lobby keine Rolle bzw. wird geradezu abgelehnt. Selbst grundlegende Begriffe wie die Ehe als eine Vereinigung von Mann und Frau werden angegriffen. Keine der essentiellen Forderungen der Homo-Lobby läßt sich durch das Naturrecht begründen.

Manche Forderungen, wie beispielsweise Schutz vor Gewalt, sind nur deshalb legitim, weil homosexuelle Personen eben Menschen sind und sie daher die Grundrechte aller Menschen besitzen. Die Homosexualität ist dabei völlig irrelevant, denn alle Menschen haben ein Recht auf Unversehrtheit. „Lunacek“ will aber, daß Verbrechen gegen homosexuelle Personen einen besonderen Status erhalten.

Weil eben die Homo-Agenda sich nicht auf das Naturrecht stützt, wird sie in doktrinärer Art und Weise in der Öffentlichkeit vorgetragen, wobei man durch Einschüchterungstechniken und Psychoterror von vornherein zu verhindern versucht, daß Widerstand aufkommt. Wie schon oben gesagt: Die Homo-Agenda trägt die Züge einer fanatischen, also der Vernunft nicht zugänglichen Religion.

Zunehmender Verfall demokratischer Kultur

In einem Kontext wahrer Freiheit ließe sich die Homo-Agenda nicht durchsetzen, denn in einer vernünftigen Diskussion hätte sie keine Chance. Deshalb waren die diktatorischen Züge der Homo-Politik von Anfang an deutlich.

Das gilt natürlich nicht nur für die Forderungen der Homo-Lobby. Auch in der Lebensrechtsfrage ist eine vernünftige Debatte unmöglich, weil eine Seite von vornherein einem Teil der Menschheit  –  den ungeborenen Kindern  –  das Recht auf Leben vorenthält oder (eigentlich noch schlimmer) behauptet, es handele sich bei ihnen nicht um Menschen.

Man argumentiert in völliger Ablehnung des Naturrechts, und daher waren von Anfang an systematische Einschüchterung bzw. Niedermachen des ideologischen Gegners vonnöten. Für die Lebensrechtler gilt schon heute eine Art „Lunacek-Bericht“ mit umgekehrtem Vorzeichen, also die totale Mißachtung der demokratischen Grundrechte des einzelnen  –  eine Deklassierung im politischen Leben.

Den Verfall an politischer demokratischer Kultur kann man allerorts erleben: Bei den Demonstrationen gegen Abtreibung zeigt sich dies an der Lärmkulisse und an den Haßausbrüchen von Feministinnen und sonstigen linksradikalen Störern.

Im Deutschen Bundestag zeigt sich der Niedergang der demokratischen Kultur an der Weigerung der politischen Klasse, essentielle Probleme, wie eben das massenhafte Töten von ungeborenen Menschen, überhaupt anzusprechen. Statt dessen flüchtet man in Allgemeinplätze, wie jüngst Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung.

Sollte „Lunacek“ heute durchkommen, könnte eine neue Phase dieses Dekadenzprozesses eröffnet werden: das systematische Schleifen von elementaren Grundrechten wie eben der Religions- und Meinungsfreiheit auf parlamentarischem Wege.

Mathias von Gersdorff ist katholischer Publizist und Leiter der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“ sowie des Internetportals „Kultur und Medien online“

Erstveröffentlichung dieses Beitrags in der Wochenzeitung „Junge Freiheit“


Islamexperte E. Troeger über den Stellenwert von Koran und Sunna etc.

Eberhard Troeger, ein evangelischer Islamkenner, der zwischen 1966 und 1975 im Missionsdienst in Ägypten tätig war, erklärte auf dem Seminar „Islam: Zwischen Mission, Aggression und Toleranz“ der Dt. Evangelischen Allianz in Bad Blankenburg: 

Heute wollten „die meisten Muslime ihre religiösen und politischen Ziele in den westlichen Gesellschaften auf friedliche und demokratische Weise erreichen, zum Beispiel durch politische Lobbyarbeit im Rahmen der UNO“.  –  Er fügte hinzu: „Muslime wollen oft Sonderrechte.“  – Der demokratische Rechtsstaat müsse derartige Forderungen abwehren.

Moschee in Bonn

Moschee in Bonn

„Aus christlicher Sicht hat der Koran ein Geschichtsbild, das der Bibel widerspricht“, sagte der Redner. Zudem erläuterte er:

„Muslime meinen, dass der Islam die natürliche Religion des Menschen sei und die meisten Menschen durch ihr Lebensumfeld vom wahren Islam weggezogen und zum Beispiel Juden oder Christen werden.“  –  So sprächen sie neuerdings auch nicht von einer Konversion zum Islam, sondern von einer Reversion, einer Rückkehr.

Der Koran habe für Muslime nicht denselben Stellenwert wie etwa die Bibel im Christentum. Die sog. Sunna, die Überlieferung des Lebens Mohammeds, habe „im Alltag der Muslime fast einen höheren Stellenwert als der Koran“, denn sie sei leichter verständlich. Im Grunde sei sie „der Auslegungsschlüssel des Korans“.

Der Koran ist nicht aus einem Guß

Es gebe im Koran unterschiedliche Perioden der „Offenbarung“. Spätere Verse höben die früheren Verse auf. Hier stelle sich die Frage: Was ist gültig? Der modernen Salafismus wolle den kompletten Koran in der heutigen Zeit anwenden. Andere Muslime wollten den Koran mehr an die moderne Zeit anpassen, wieder andere ließen ihn nur als eine allgemeine ethische Anweisung gelten.

Es sei umstritten, was zeitbedingt und was ewig gültig ist. Die einzelnen Texte seien zu Lebzeiten Mohammeds auswendig gelernt und rezitiert worden. Erst nach seinem Tod habe es eine Niederschrift des Konsonantentextes gegeben, erläuterte Troeger.

Es seien verschiedenen Fassungen im Umlauf gewesen. Im Hochmittelalter seien dann sieben Rezitationsarten anerkannt worden, eine davon habe sich durchgesetzt. Diese sei im 20. Jahrhundert gedruckt worden und bilde heute die Grundlage aller Koran-Ausgaben. Troeger sagt dazu: „Es gibt einen vereinheitlichten Text, aber keinen einheitlichen Text.“

Quelle: Medienmagazin PRO / Dt. Evangelische Allianz

Foto: Dr. Bernd F. Pelz