Österreich: Mundkommunion wieder erlaubt

Österreichs Bischöfe haben weitgehende Erleichterungen für öffentliche Gottesdienste beschlossen.

Die neue Rahmenordnung gilt ab Samstag (20. Juni). So ist künftig das Tragen des Mund-Nasen-Schutzes nicht mehr vorgeschrieben. Weiter empfohlen ist die Handkommunion; auch die Mundkommunion ist aber wieder erlaubt.

Weihwasserbecken können wieder befüllt werden, wobei das Wasser häufig zu wechseln ist. Grundsätzlich sollen die Gläubigen die Messe wieder in der Gemeinde feiern; eine Entbindung von der Sonntagspflicht sehen die Richtlinien nicht mehr vor.

BILD: Mundkommunion in einem koptischen Gottesdienst

Als wichtigste Verpflichtung bleibt die Einhaltung eines Mindestabstands von einem Meter zu Personen, mit denen man nicht im gemeinsamen Haushalt lebt. Pflicht bleibt auch das unverzügliche Desinfizieren oder Waschen, wenn es bei der Kommunionspendung zu einer Berührung gekommen ist.

Quelle und weitere Infos hier: https://www.katholisch.de/artikel/25865-oesterreich-mundkommunion-sonntagspflicht-zurueck-maskenpflicht-weg


Der eigentliche Skandal: „Maria 2.0“ wird von kirchenamtlicher Seite begünstigt

Von Felizitas Küble

Heute beginnt der sogenannte „Kirchenstreik“ einer von Münster ausgehenden Initiative katholischer Frauen, die vom 11. bis 18. Mai 2019 keine Kirchenräume betreten, also folglich am Sonntag (12.5.) bewußt die hl. Messe „schwänzen“ und ihre selbstgestrickte Protestandacht mit weißen Kleidern und Tüchern im Freien feiern.

Die Aktion wird nicht nur vom KFD (Kath. Frauenbund Deutschlands) getragen, was bei derem reformkatholischen Kurs nicht weiter verwundert. Dasselbe gilt für etliche Kirchengemeinden bzw. Pfarrer, die sich durch Solidarität mit dieser Aktion jetzt wichtig machen und bei den Mainstream-Medien Liebkind sein wollen. Das geht teils soweit, daß sogar die Meßfeiern in der Zeit des Boykotts ausfallen, darunter auch die morgige Sonntagsmesse  – zum Schaden all jener Gläubigen, die noch kirchentreu denken.

Was aber noch weitaus bedenklicher ist, ja geradezu skandalös erscheint: Auch von vielen katholischen Bistümern wird „Maria 2.0“ offiziell gewürdigt!

Dazu zählen z.B. das bischöfliche Ordinariat Münster (durch das progressive Bistumsblatt „Kirche und Leben“) sowie die Diözesen Paderborn, Mainz und Rottenburg-Stuttgart, bei denen amtliche Sprecher bzw. Referenten sich zur Initiative „Maria 2.0“ wohlwollend bis reklameträchtig äußerten. Bischof Bode von Osnabrück hat die Aktion sogar öffentlich gutgeheißen.

Dabei vermengen die Aktivistinnen in ihrem Forderungskatalog geschickt völlig verschiedene Bereiche, um möglichst viele Frauen in ihrem Sinne zu beeinflussen.

So wird z.B. die „selbstverständliche Überstellung von Missbrauchstätern an weltliche Gerichte“ verlangt, wobei das kirchliche Gericht sich jedoch ebenfalls mit solch „gefallenen“ Geistlichen befassen muß, da sie nicht nur weltliches, sondern auch kirchliches Recht gebrochen haben.

Zugleich fordern die Organisatoren von „Maria 2.0“  – die zudem den Namen der Gottesmutter mißbrauchen – die Einführung der Priesterweihe für Frauen, die Abschaffung des Zölibats und sogar allgemein eine Ausrichtung der Sexualmoral der Kirche an der Lebenswirklichkeit der Menschen“ und damit de facto die Abschaffung des 6. und 9. Gebots.

Peter Winnemöller hat auf „Kath.net“ zu Recht darauf hingewiesen, daß es sich bei diesem Ansinnen genau genommen nicht um einen „Streik“ handelt (es geht dabei nicht um bessere Arbeitsbedingungen), sondern um eine Boykott-Aktion – aber letztlich nicht „nur“ gegen die Kirche, wie der Autor schreibt, sondern gegen die Gebote des Ewigen und damit auch gegen Christus selbst, der mit den 12 Aposteln keine Frauen in seine amtliche Nachfolge berufen hat – auch nicht seine Mutter oder Maria Magdalena.

Allein schon die Tatsache, daß seitens dieser Initiative sogar die Heilige Messe am Sonntag geschwänzt wird, müßte in der Kirche die Alarmglocken schrillen lassen. Wenn derartige Aktionen „von oben“ nicht nur keineswegs kritisiert, sondern gar freundlich kommentiert oder sogar unterstützt werden, dann ist doch das verhängnisvolle Signal, das bei der „Basis“ ankommt, ganz klar:

Die Sonntagspflicht mit Besuch der hl. Messe (die sich vom 3. Gebot Gottes ableitet) ist nicht mehr ernst zu nehmen, die kirchlichen Grundsätze, die einst ehern galten, sind eine zu vernachlässigende Angelegenheit – und das erst recht dann, wenn es dabei um die Durchsetzung von Forderungen geht, die dem kirchlichen Recht (Sonntagsgebot, Priesterweihe für Männer) ebenso widersprechen wie dem göttlichen Recht (3., 6. und 9. Gebot).

Solange Bischöfe hier nicht klar Farbe bekennen, verletzten sie ihre Amtspflichten und lassen zudem die Pfarrer vor Ort im Stich, die dann zusehen können, wie sie mit den Rebellengruppen in ihrer Gemeinde klarkommen – oder auch nicht.

 


Münster: Hat der Bischof den Pfingstmontag als gebotenen Feiertag abgeschafft?

Von Felizitas Küble

Eines der fünf Kirchengebote lautet, daß die Gläubigen an allen Sonntagen und gebotenen Feiertagen an der hl. Messe teilnehmen sollen (sofern es ihnen möglich ist).

Zu jenen Feiertagen, die in Deutschland „kirchlich geboten“ sind, bei denen also die sogenannte „Sonntagspflicht“ gegeben ist, gehört nebem dem 2. Weihnachtstag und dem Ostermontag auch der Pfingstmontag. Es handelt sich bei diesen Zweitfeiertagen um eine Spezialität im deutschen Sprachbereich. Diese Tradition wurde von der Bischofskonferenz in einem Beschluß vom 20.9.1994 ausdrücklich bestätigt.

BILD: Pfingstmontag heute in Münster auf dem Domplatz: Ökumene mit Festivalcharakter

Umso verwunderlicher ist es, daß der Pfingstmontag im Bistum Münster schon lange von oberster Stelle liturgisch praktisch ausgehebelt wird. Wodurch?  –  Weil an diesem Feiertag bereits unter Bischof Dr. Reinhard Lettmann auf dem Domplatz ein „ökumenischer Festgottesdienst“ stattfand und unter seinem Nachfolger Dr. Felix Genn weiter stattfindet   –  und zwar ohne heilige Messe wohlgemerkt. 

Damit nicht genug: In den meisten Pfarreien von Münster fallen die Vormittagsmessen aus, man kann allenfalls vereinzelt noch zu einer Frühmesse gehen. Dadurch soll erreicht werden, daß möglichst viele Gläubige zum Gottesdienst auf den Domplatz kommen, um dort die Predigt des Bischofs anzuhören, obwohl es sich lediglich um einen Wortgottesdienst handelt.

In den Einladungen und Plakaten ist von einem ökumenischen „Festgottesdienst“ am Pfingstmontag die Rede, so daß viele Katholiken meinen, es handle sich um eine Festmesse, wozu auch Evangelische eingeladen sind  – und sich dann auf dem Domplatz nicht wenig wundern, daß dem nicht so ist.

BILD: Evang. Präses Annette Kurschus bei ihrer Predigt

In diesem Jahr war alles noch „bunter“ bzw. gewöhnungsbedürftiger, denn die Festpredigt am heutigen Pfingstmontag hielt nicht der katholische Bischof, sondern Annette Kurschus, Präses der evangelischen Kirche von Westfalen.

Der Protestantin kann man freilich keinen Vorwurf machen, schließlich geschieht all dies auf Wunsch des katholischen Oberhirten unter dem oberökumenischen Motto „Zusammen wachsen“.

Die katholischen Bischöfe setzen sich gerne  – und zu Recht – für die Feiertagskultur ein, wenn es darum geht, daß Einkaufsläden am Sonntag geschlossen bleiben. Wo aber bleibt die Einhaltung der Meßpflicht für kirchlich gebotene Feiertage, wenn der Bischof selber seine „Schäflein“ dazu animiert, am Pfingstmontag lediglich einen Wortgottesdienst zu besuchen? Kann er seine ökumenischen Festivals nicht an einem anderen Tag organisieren, zum Beispiel am 1. Mai?

Übrigens: Nicht nur die Predigt bei diesem Ökumene-Fest auf dem Domplatz war protestantisch, auch die Kollekte diente evangelischen Interessen und galt einem Projekt der Waldenserkirche in Italien. Auch hierbei kann man sich nicht über Protestanten beschweren, schließlich trägt doch der Bischof von Münster die Verantwortung für den Ablauf der Dinge. Gewiß zwingt ihn kein evangelischer Vertreter, auf eine Festmesse am Pfingstmontag zu verzichten.

Felizitas Küble leitet den katholischen KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.