Arabien: Skandal bei Siegerehrung für den israelischen Judoka Tal Flicker

Der israelische Judoka Tal Flicker (siehe Foto) hat am Donnerstag beim Grand Slam in Abu Dhabi (Vereinige Arabische Emirate) die Goldmedaille in der Gewichtsklasse bis 66 Kilo gewonnen. 

Getrübt wurde die Freude über den Sieg durch die Weigerung der Veranstalter, die Israelis unter ihrer Nationalflagge antreten zu lassen: Es wurde der Mannschaft untersagt, jedwede Symbole zu tragen, die sie als Vertreter des jüdischen Staates auswiesen.

Dementsprechend wurde bei der Siegerehrung für Flicker, ebenso wie bei seiner Mannschaftskollegin Gili Cohen, die in der Gewichtsklasse bis 52 Kilo Bronze holte, weder die israelische Flagge gehisst noch die Nationalhymne für Flicker gespielt.

Stattdessen hissten die Veranstalter die Fahne der Internationalen Judoföderation und spielten anstelle von „Hatikva“ die Hymne des Verbandes.

Flicker sang die israelische Nationalhymne leise vor sich hin, während er auf dem Treppchen stand. 

Immer wieder kommt es bei Sportereignissen in arabischen Ländern zu Demütigungen israelischer Sportler durch die Veranstalter.

Obwohl Israel und die israelischen Verbände wiederholt gegen die Diskriminierung ihrer Teams protestiert haben und das Verhalten bekannt ist, werden internationale Wettbewerbe immer wieder in Länder vergeben, welche die Olympische Idee missachten und sich den Regeln wiedersetzen.

In diesem Fall hatte die Internationale Judo-Föderation die Vereinigten Arabischen Emirate explizit angewiesen, „alle Delegationen, einschließlich der israelischen Delegation,
absolut gleich zu behandeln, in allen Aspekten, ohne jede Ausnahme.“

Geholfen hat es nicht.

Quelle (Text/Fotos): Israelische Botschaft in Berlin  – Times of Israel

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Nicht Friedhöfe, sondern Kirchplätze sollten als Spielwiese für Kinder dienen

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA am 22. Oktober berichtet, sollen Friedhöfe Orte der Begegnung werden, wenn es nach dem Theologe Oliver Wirthmann geht, der auch als Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur fungiert.

Die Grabfelder könnten – so Wirthmann  –  z.B. durch die Einrichtung von Spielplätzen und Cafés attraktiver gestaltet werden. Gerade für Kinder sei es wichtig, dass das Thema Tod nicht tabuisiert werde.

Aus Sicht der Evangelischen Kirche von Westfalen sei die Einrichtung von Spielplätzen nicht ausgeschlossen, erklärte Landeskirchenrat Martin Bock auf Anfrage von IDEA.

Bei aller Anerkennung des Bemühens, den Tod nicht verdrängen zu wollen, erscheint uns dieser Vorschlag doch reichlich an den Haaren herbeigezogen.

Viel naheliegender wäre es, die Anregung des katholischen Jugendschriftstellers Günter Stiff aufzugreifen, die oft recht weiträumigen Rasen- oder Kiesplätze um die Kirchen als Spielplätze zu nutzen und den Kindern zur Verfügung zu stellen. Der 2002 verstorbene Gründer und Leiter des KOMM-MIT-Verlags hat diese Idee in seinem jährlichen KOMM-MIT-Kalender bereits in den 80er Jahren vorgeschlagen.

Erfreulicherweise gibt es auch Pfarrgemeinden, die diese Anregung in die Tat umgesetzt haben, z.B. die Joseph-Kirche in Münster an der Hammerstraße.

Wie unsere Fotos zeigen, wird dort auf dem Rasenplatz um die Kirche fröhlich gespielt  – meist sind es so wie hier ein halbes Dutzend Jungen und Mädchen.

Zudem weist eine Info-Tafel eigens darauf hin, daß es sich um eine „Spielwiese für Kinder“ handelt – und Hundebesitzer darauf Rücksicht nehmen sollen.

Wenn wir diesen Vorschlag vorbrachten, kam mitunter der Einwand, das Kindergeschrei könne die Gottesdienstbesucher stören. Aber abgesehen davon, daß es die Schüler wohl nicht ausgerechnet am Sonntagvormittag zum Spielen treibt (wo sie sowieso kaum aus den Betten kommen), hält sich der Lärm eines üblichen Hand- oder Fußballspiels doch meist  in Grenzen.

Mit solchen Spiel- und Sportplätzen nutzt die Kirche den Rasen sinnvoll zugunsten der Jugend  – das ist Kinderfreundlichkeit in der Praxis!


Traditionell-katholisches Gymnasium bei Bonn sucht weitere Lehrkräfte

Das traditionsorientierte Theresien-Gymnasium in Schönenberg (Rhein-Sieg-Kreis bei Bonn) sucht zum 1.9.2017 eine oder mehrere Lehrkräfte für die Fächer Mathematik (Sek I/II) und Sport (Sek I/II).

Wir sind ein 1991 gegründetes, staatlich anerkanntes Mädchengymnasium mit angeschlossenem Internat in der Nähe von Bonn.

Unser ausgeprägt musisches und religiöses Profil, kleine Klassen- und Kursstärken sowie eine sehr gute räumliche (auch naturwissenschaftliche) Ausstattung in schöner landschaftlicher Umgebung tragen zu einer sehr angenehmen Lehr- und Lernatmosphäre bei.

Die Planung zur Erneuerung unseres Sportplatzes steht derzeit vor dem Abschluss.

Unterrichtet wird nach den Lehrplänen des Landes Nordrhein-Westfalen.

Von den Bewerber/innen erwarten wir neben dem 2. Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien – Sek I und II – (oder einem vergleichbaren Abschluss) ein hohes fachliches und pädagogisches Engagement, die Bereitschaft zur Teamarbeit sowie zum Einsatz für die besonderen Ziele unserer katholischen Schule.

Wir freuen uns über Ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen an:
St.-Theresien-Gymnasium
Schwester Maria Michaela Metz
St.-Vinzenz-Str. 2
53809 Ruppichteroth-Schönenberg
Tel.: (02295) 90860-0
info@theresiengymnasium.de

Für weitere Infos siehe www.theresiengymnasium.de.

Quelle: Distrikt Deutschland


Die „SZ“ fordert seinen Rücktritt, doch die Empörungswelle gegen Scheuer ist bescheuert

Von Felizitas Küble

Dem CSU-Generalsekretär und ehem. Staatssekretär Andreas Scheuer bläst derzeit der Wind kräfig ins Gesicht, sowohl von linker Seite wie aus kirchlichen Kreisen. IMG_20140601_122952

Selbst katholische Oberhirten wie der Münchner Kardinal Reinhard Marx (siehe Foto) und Friedhelm Hofmann (Würzburg) schließen sich dem Protest gegen den CSU-Politiker wegen seiner umstrittenen Asyl-Äußerung an. Der flüchtlingsbewegte Kardinal Woelki (Köln) dürfte vielleicht bald der Dritte im Bunde sein.

Natürlich hat sich der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedform-Strohm dem allseitigen Kesseltreiben angeschlossen.

Daß viele Medien nun Zeter und Mordio schreien, daß die linksorientierte „Süddeutsche Zeitung“ jetzt wortreich fordert, die CSU müsse sich von Scheuer „trennen“ (sonst würde die Partei ihn „nicht mehr los werden“), verwundert wenig. Auch SPD und Grüne fordern den „Kopf“ bzw. Rücktritt des Generalsekretärs. Bayerns SPD-Fraktionschef Rinderspacher sprach gar von einer „rassistischen Bemerkung“.

Dabei wird aber mit schöner Regelmäßigkeit der irreführende  – um nicht zu sagen bescheuerte  –  Eindruck erweckt, als habe der CSU-Parlamentarier die Sengalesen „beleidigt“; zumindest wird aber dümmlich so getan, als wende sich Scheuer gegen eine Integration von „Flüchtlingen“, obwohl die Partei doch sonst so große Töne in Richtung Integrationsforderungen schwingen würde, was aber offensichtlich alles „Heuchelei“ sei und-so-weiter…. alle_parlamente_01_59949a9a6f

Völlig ausgeblendet werden dabei die folgenden beiden Zusammenhänge, welche direkt zu der  – freilich unbeholfen ausgedrückten  – Äußerung des christsozialen Politikers gehören:

  1. Es ging dabei um die Schwierigkeiten einer Rückführung bzw. Abschiebung von abgelehnten Asylbewerbern. Natürlich verstärkt sich diese Problematik, wenn der Betreffende sich bereits da und dort integriert hat, sei es als Fußballspieler oder Meßdiener  – oder wie auch immer. („Den wirst Du nie wieder abschieben“, sagte Scheuer – und nicht etwa: „Den kriegen wir nie wieder los“, wie er in Presseberichten falsch zitiert wurde.) Der CSU-Mann wollte lediglich Beispiele nennen, die ihm gerade in den Sinn kamen. Schließlich verfaße er keine Presse-Erklärung, sondern redete eher spontan auf der Regensburger „Presseclub“-Tagung mit Journalisten und Medienleuten.
  2. Der CSU-Generalsekretär sprach nicht ohne Grund von einem „Senegalesen“ als Beispiel. In diesem westafrikanischen Land gibt es weder Krieg noch Bürgerkrieg noch irgendeine systematische politische Verfolgung. Folglich handelt es sich bei einer Person, die von dort nach Deutschland einreist, weder um einen Kriegsflüchtling noch gibt es hier einen Asylgrund, also geht es um einen Wirtschaftsmigranten, was Scheuer auch ausdrücklich erwähnt hat. 400px-Csu-logo.svg

Die „Süddeutsche Zeitung“ blendet diesen Kontext nicht nur aus, sondern schreibt unsinnig gegen Andreas Scheuer, seine Äußerung sei „eine Beleidigung für diejenigen, die Schreckliches erlebt haben und bei uns Zuflucht suchen“.  –  Damit wird der komplett falsche Eindruck erweckt, als habe der CSU-Mann sich mit seiner Aussage gegen Bürgerkriegsflüchtlinge oder politisch Verfolgte geäußert.

In Wirklichkeit hat sich der Generalsekretär  – er ist zugleich Bezirksvorsitzender der CSU Niederbayern – lediglich ungeschickt oder zugespitzt ausgedrückt. Das hat auch CSU-Chef Horst Seehofer klargestellt, indem er hinsichtlich der öffentlichen Kritik von einem „Mißverständnis“ sprach und erklärte: „Ich sehe keine Veranlassung, den Andi Scheuer zu entlassen.“

Ähnlich äußerte sich CSU-Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt: Scheuers Zitat sei aus dem Zusammenhang gerissen worden. Auch Landrat Martin Neumeyer (Kelheim) verteidigt Scheuer. Er ist zugleich Integrationsbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung: „Manchmal sagt man einen flotten Spruch, der nicht ganz so gemeint ist. Da muss ich ihn jetzt in Schutz nehmen.“

Es läßt tief blicken, welche unterirdischen Töne zB. auf Facebook gegen den katholischen Familienvater und CSU-Mann losgetreten werden. So wird er zB. von Michael Mühlbauer als „menschenverachtender Idiot“ beleidigt: https://www.facebook.com/Andreas.Scheuer/

HIER die Stellungnahme des attackierten CSU-Politikers: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/19/csu-generalsekretaer-nimmt-stellung-zu-seinen-umstrittenen-asyl-aeusserungen/

Hier sachlich-faire Berichte von AUGENZEUGEN aus dem „Presseclub“: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/21/augenzeugen-reporter-kritisieren-kampagne-gegen-cdu-generalsekretaer-scheuer/

Foto: Laura Mohr


Usain Bolt, schnellster Sprinter der Welt, mit Kreuzzeichen und Marienmedaille

Jamaikas SpitzensportlerUsain Bolt (siehe Foto) holte in drei Olympiaden hintereinander eine Goldmedaille im 100-Meter-Lauf, soeben in Rio wieder eine. Seit 7 Jahren hält er schon den Weltrekord in dieser Disziplin.

Der Sportstar bekennt sich öffentlich zu Gott und seinem katholischen Glauben, indem er ein Kreuz oder eine Marienmedaille an der Halskette trägt bzw. öffentlich ein Kreuzzeichen macht, etwa direkt vor dem Wettkampf. Manchmal küßt er sogar sein umgehängtes Kreuz und zeigt es in Richtung Himmel.

Kein Wunder, daß er auch im Fernsehen als „gläubiger Christ“ bezeichnet wird. Sein Presseteam nennt ihn einen „bibelorientierten, gottesfürchtigen Christen“.

Vor vier Jahren wurde der Sprinter vom Vatikan zu einem Kongreß über das Thema Religionsfreiheit eingeladen.

 Foto: Wikipedia


Geht der olympische Friede den Bach runter?

Von Peter Helmes

Früher lautete das olympische Motto: „Dabeisein ist alles“ und „höher, schneller, weiter…“  –  Will heißen, es ging um ein gemeinsames Erleben der „Jugend der Welt“ im fairen, sportlichen Wettkampf. Dabeisein war alles. Das klingt heute altbacken, überholt  –  und trifft auch nicht mehr die Realität.  peter-helmes-227x300

Trotzdem hat sich „Olympia“ zumindest für die Aktiven einen gewissen Nimbus bewahrt.

Wenn man dabei ist, dann fühlt man, daß es ist wirklich etwas Besonderes ist, was da geboten wird. Es ist einfach eine andere Dimension, ein anderer Geist, ein anderes Gefühl. Es ist, als ob alle mit Olympischen Ringen in den Augen herumliefen – und es ist medial gigantisch.

Das Sportliche ist aber nur die eine  –  natürlich die wichtigste  –  Seite der Olympiade. Probleme gibt es dabei nicht nur im sportlichen (Stichwort Doping), sondern erst recht im außersportlichen Bereich:

Wenn jetzt die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro offiziell eröffnet werden, richten sich wie schon vor zwei Jahren bei der Fußball-Weltmeisterschaft die Blicke auf Brasilien. Aber inzwischen steckt das Land in einer tiefen Krise, die der Rezession und den Korruptionsskandalen geschuldet ist. Das offizielle Motto ’schneller, höher, stärker‘ bezieht sich leider nicht nur auf die sportlichen Höchstleistungen; inzwischen sind auch Lug und Trug maximiert worden.

Schon vor Eröffnung der Spiele gab es viel Kritik an der Infrastruktur. Eine weitere Sorge betrifft die Sicherheit der Veranstaltung angesichts der terroristischen Bedrohung.

Und nach den Spielen? Es ist zu befürchten, daß Rio de Janeiro auf den Kosten sitzen bleibt und – wie nach früheren Veranstaltungen – über noch mehr sogenan_SITE_MUNDO_4d95e5470607bnte „weiße Elefanten“ verfügt: brachliegende Sportstätten in der Stadt, deren Unterhalt Millionen verschlingt.

Rio hat sich wirklich große Mühe gegeben, im vorolympischen Steigerungslauf korrupter, unbeliebter, desaströser an die Spitze zu rennen. Die Mücke, die Zika und anderes überträgt, mag noch als Naturgewalt durchgehen, nicht aber all der Baupfusch, das verdreckte Wasser und andere Umweltsünden, umgesiedelte Menschen, entrechtete Bauarbeiter, der entfesselte Drogenkrieg. Die Welt zuckt mit den Achseln, als ob solche Zustände inzwischen zum unausweichlichen Begleitumstand solcher Mammut-Veranstaltungen gehörten.

In der Tat ist in Rio de Janeiro bei weitem nicht alles perfekt, aber die Stadt empfängt die ganze Welt mit großer Herzlichkeit. Die Welt sollte dem Gastgeber zumindest mit der gleichen Herzlichkeit begegnen. Damit sollen aber die Probleme nicht verkleistert werden: Nüchtern betrachtet und nicht vom „Erfolg-um-jeden-Preis-Gen“ infiziert, kommt man sehr schnell zu dem Schluß, daß gerade die Olympischen Spiele ihren Zenit überschritten haben. Sie sind zu groß, zu korrupt und viel zu teuer.

Außerdem geht es kaum noch um sportliche Märchen; davon träumen allenfalls ein paar „saubere“ Athleten. Stattdessen geht es um Unternehmen, die Geld verdienen wollen, um Funktionäre und Agenten, die Abmachungen treffen, sowie um Werbeverträge für reiche Sportler, die Olympia als Möglichkeit zu sehen, noch reicher zu werden.

Die Grundidee des sportlich fairen Wettbewerbs wird von Funktionären ad absurdum geführt, zugunsten der Profitmaximierung. Es geht um groß angelegten, systematischen Betrug im Sport. Um nicht weniger als die Rest-Glaubwürdigkeit des Spitzensports. Der „saubere“ Athlet tritt im IOC-Zirkus mit einer Pappnase auf. Der faule Zauber ist längst enttarnt, wie das Beispiel Bach beweist:

Es zeigt sich leider, daß heute der Weg zum Sieg nur über systematischen Betrug möglich zu sein scheint. Seitdem die Öffentlichkeit mitbekommen hat, daß das IOC sich scheut, offenbar vom russischen Staat gefördertes Doping zu bestrafen, schwindet auch der allgemeine Glaube an einen sportlich fairen Wettbewerb. Deshalb ist es umso grotesker, daß das Internationale Olympische Komitee – unter deutscher Führung – es nicht geschafft hat, in diesem offensichtlichen Skandal hart durchzugreifen.

Die Entscheidung des IOC sorgte für einen Aufschrei in der Sportwelt: Ein Dopingsystem, das den Anti-Doping-Kampf lächerlich macht – und die Top-Funktionäre entscheiden sich gegen die härtest mögliche Strafe?

FORTSETZUNG des Beitrags von Peter Helmes hier: https://conservo.wordpress.com/2016/08/05/olympia-ist-etwas-besonderes-olympischer-friede-aber-den-bach-runter/


Sport auf dem Prüfstand: Die Schattenseiten des Fußballs als Massenspektakel

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der Sport hat viele Gesichter. Er hat auch ein hässliches Antlitz. Fernsehzuschauer konnten das bei den Europameisterschaften im Fußball erleben. 0000009699_3

Wer am 12. Juni die Abendnachrichten schaute, konnte Hooligans sehen, die einen wehrlos am Boden Liegenden mit Fußtritten und mit einem Stuhl traktiert haben. Das war in Marseille. Von anderen Städten wurden ähnliche Brutalitäten berichtet.

FOTO: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Wenn die Veranstalter solcher Sportevents friedliche Zuschauer, die in die Privatkriege von gewaltbereiten Club-Fans hineingezogen werden, nicht mehr schützen können, sollten sie vom Staat, dem die Sicherheit der Bürger aufgetragen ist, verboten werden.

Wir erleben sonst eine Rebarbarisierung. Sie ist auch in einer Gesellschaft möglich, die mit Messer und Gabel isst und sich viel auf ihre fortschrittliche Verfassung einbildet, sie aber nicht mehr ganz praktiziert, wie die Mißachtung des Rechts auf Leben, z.B. durch  Abtreibung  beweist.

Auch die römische Gesellschaft des fünften Jahrhunderts hielt sich für kultiviert. Dort spielten die Zirkusspiele mit den Gladiatorenwettkämpfen, bei denen sich zumeist Kriegsgefangene gegenseitig niedermetzeln mussten, eine wichtige gesellschaftliche Funktion.

Kaiser Konstantin verbot die Gladiatorenkämpfe. Aber der Kaiser war weit weg in Ostrom und die Römer hielten sich nicht an das Verbot. Als im Jahr 404 gefangene Goten zur Verfügung standen und sich zum Spektakel der Römer umbringen mussten, stürzte ein Mann mit Namen Telemach in die Arena, um die Kämpfer zu trennen. Er wurde von den Zirkusfans gesteinigt. Dieser Anlass führte dazu, dass durch Kaiser Honorius das endgültige Aus für diese Gemetzel kam.

Wird der Staat den Massensport Fußball im Griff behalten? Das hieße bestimmte Freiheiten beschränken. Die Veranstalter haben viel Geld in die Spiele investiert. Für sie lautet die Devise „The Show must go on“ – Das Spiel muss weitergehen.

„Sport ist die schönste Nebensache der Welt!“ –  das hört sich heute wie ein Witz an. Der Spruch stammt von anno dazumal, aus einer Zeit, als es noch Amateure gab und Spitzensportler nicht Spitzenverdiener waren, der Sport noch kein Milliardengeschäft war und Sportwettkämpfe mit Massenbeteiligung noch nicht das gesellschaftliche und politische Leben wie heute bestimmten.

Politiker, Gewerkschafter, Organisatoren von Demos müssen sich heute überlegen, ob sie eine Veranstaltung ansetzen, wenn gleichzeitig ein wichtiges Fußballmatch in der Nähe stattfindet.berlin-440x292

Die Fans fühlen sich bei Veranstaltungen wie die freien Schweizer Bürger, wenn sie durch Applaus, Spruchbänder und Sprechchöre das Geschehen auf dem Rasen scheinbar mitbestimmen können. Ihnen erweisen die Spieler nach dem Abpfiff ihre Referenz. Bei internationalen Veranstaltungen zeigen die Fans auch patriotische Gefühle, die ihnen  nicht viel abverlangen, z.B. mit Fahnen, Nationalfarben im Gesicht und auf dem Körper.

Natürlich kann der Sport auch echte Werte vermitteln. Bei hehren Anlässen kommen sie auch zur Sprache: Fairness, Selbstüberwindung, Ausdauer etc.. Gelegentlich sieht man neben den Fouls auch etwas davon auf dem Rasen.

Von sportlichen Werten erfuhr man früher regelmäßig auch in der Fastenzeit, wenn in der Kirche aus dem Paulusbrief (1 Kor 9,21 – 27) an die Korinther zitiert wurde: „Jeder, der am Wettkampf teilnimmt, legt sich alle Entbehrungen auf… jene, um einen vergänglichen, wir aber, um einen unvergänglichen Kranz zu erhalten“.

Der „unvergängliche Kranz“ ist für Paulus das Leben bei Gott. Jene, denen aktiver Sport oder Teilnahme an Sportveranstaltungen zum Ersatz für den Gottesdienst geworden ist, werden Paulus nicht mehr verstehen.

Trotzdem: sportlicher Lorbeer welkt dahin. Urkunden, Pokale, Medaillen und Erinnerungen an tolle Sportereignisse verschaffen kein Eintritts-Billett ins ewige Leben. Das eigentliche Problem heißt aber: Wollen diese Menschen noch das ewige Leben? Wollen sie erlöst sein?

Sicher gibt es den Wunsch nach Erlösung von Krankheit, den Schwierigkeiten, die das Alter mit sich bringt, von einem unangenehmen Chef etc.. Aber das meint Paulus nicht. Er meint vielmehr mit seinem Vergleich die alles entscheidende Frage, ob wir am Ende auf der Siegertreppe stehen, die ins ewige Leben führt.