Überlieferte hl. Messe in der Gnadenkapelle von Telgte für Pilger aus Münster

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 28. September, führten Gläubige aus der altrituellen St.-Aegidii-Gemeinde ihre jährliche Wallfahrt nach Telgte durch.

Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger OSB zelebrierte in der Gnadenkapelle die heilige Messe in der traditionellen Liturgie, begleitet vom gregorianischen Choral der Männerschola.

In seiner Predigt erläuterte der Benediktiner den tieferen Sinn der Worte, die Jesus am Kreuz zu seiner Mutter Maria und dem Apostel Johannes sprach: „Siehe, dein Sohn!“ – „Siehe, deine Mutter!“ 

Hier ging es nicht allein um die menschliche Fürsorge Christi, sondern um die besondere Bedeutung der seligen Jungfrau für die Kirche; ist sie doch die geistliche Mutter der Christgläubigen.

Der Mittelpunkt dieser Wallfahrtskapelle ist nicht nur räumlich, sondern auch spirituell die Statue der trauernden Madonna mit ihrem göttlichen Sohn auf dem Schoß.

Solche Bilder der „Schmerzhaften Mutter“ werden vielfach als „Pieta“ (siehe das berühmte Bildnis von Michelangelo im Ptersdom) oder als „Vesperbild“ bezeichnet. So gibt es z.B. im Bistum Augsburg den Wallfahrsort „Maria Vesperbild“ mit einer Pieta.

Die Gottesmutter hat ihre Treue und Glaubensstärke auch mit ihrem Ausharren unter dem Kreuz gezeigt, als alle Apostel – außer Johannes – das Weite gesucht hatten.

In der Volksfrömmigkeit spielt die Verehrung der Schmerzhaften Gottesmutter bereits seit dem Hochmittelalter eine große Rolle. Die Menschen können vor diesen „Vesperbildern“ ihre Ängste, Bedrängnisse und Nöte der Fürsprache Mariens anvertrauen, deren Lebensweg selber nicht von Sorgen und Leiden verschont blieb.

Zugleich weist der Blick auf den verstorbenen Christus, den Maria liebreich auf ihrem Schoße trägt, hin auf sein Heilswerk am Kreuz, durch das wir Erlösung erfahren. Das Opfer des HERRN wird in der heiligen Messe auf sakramentale Weise zur Gegenwart und seine Gnadenhilfe uns zuteil.

Der altehrwürdige Wallfahrtsort Telgte befindet sich im Münsterland in einem idyllischen Städtchen. Seit dem späten Mittelalter pilgerten bereits Millionen von Menschen zur Gnadenkapelle; sie finden neue Glaubenskraft und inneren Trost im Blick auf unseren Erlöser und seine Mutter.

 


Münster: „Maria Lichtmeß“ im alten Ritus

Christus ist der „Trost Israels“ und das Heil der Welt

In Münster, der katholisch geprägten Metropole Westfalens, wird seit über 20 Jahren in der Innenstadt-Kirche St. Ägidii die überlieferte heilige Messe gefeiert: stets am Sonntag um 9,30 Uhr  (meist auch an den Feiertagen) und am Freitag um 18 Uhr.

Lesungen, Evangelium und Predigt erfolgen auf deutsch, ebenso einige Lieder, die Gesamtliturgie in lateinischer Sprache. Die Gläubigen können in ihrem Schott-Meßbuch alles auf deutsch mitverfolgen.

Früher war erst am 2. Februar die Weihnachtszeit liturgisch zu Ende – und auch heute bleiben die Krippen in vielen Kirchen bis zu Maria Lichtmeß erhalten.

Genau genommen heißt das Fest im amtlichen Kalender „Darstellung“ oder auch“Darbringung des HERRN“, doch im Volksmund ist der alte Name noch geläufig, zumal „Lichtmeß“ daran erinnert, daß eine Kerzenweihe stattfindet und oft auch eine Lichterprozession dazugehört.

In Münster wurde der altrituelle Gottesdienst zu Maria Lichtmeß am heutigen Samstag um 11 Uhr in der Kapelle der Ägidii-Kirche gefeiert, weil die große Kirche von einer koptisch-altorientalischen Gemeinde verwendet wurde.

Unser erstes FOTO zeigt den Beginn der Lichterprozession hin zum Kirchplatz. Dem Priester gingen die Ministranten voraus und die Gläubigen folgten ihm mit ihren Kerzen, die sie zuvor am Altar von Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger erhalten hatten. 

Das Meßgewand des Zelebranten war passend zum heutigen Fest mit einem ansprechenden Madonnenbild bestückt: es zeigt die Gottesmutter, wie sie betend eine Weltkugel in ihren Händen trägt, auf ihrem Haupt eine Krone.

Dieser Feiertag ist auch ein Marienfest, gleichwohl geht es vor allem um ihren göttlichen Sohn, der  – wie dies im Judentum beim erstgeborenen Sohn nach dem Gesetz des Moses Brauch war – dem himmlischen Vater geweiht („dargebracht“) wird.

Im Tempel verehren ihn die Prophetin Hanna und der greise Prophet Simeon, der Christus als den verheißenen „Trost Israels“ erkennt und als das „Heil der Welt“ bezeugt.

„Nun lässt du, HERR, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.“ 

Das Fest „Darstellung des HERRN“ ist uralt: Bereits im 4. Jahrhundert feierte es die Kirche im Heiligen Land.

Es wurde gleichsam als der erste Einzug Jesu in Jerusalem betrachtet, denn wenn der HERR auch noch ein Kleinkind war, so huldigten ihm bereits zwei bedeutsame Glaubenszeugen aus dem Volke Israel.

Nach der hl. Messe spendete Pater Chrysostomus den Gläubigen den Blasius-Segen mit zwei gekreuzten Kerzen.

 


Wir trauern um Anna Weiser aus Münster

Von Felizitas Küble

Am Freitag vergangener Woche verstarb meine jüngere Schwester Annemarie an schwerer Krankheit – siehe hier meinen Nachruf:  https://charismatismus.wordpress.com/2016/02/14/trauer-um-meine-schwester-annemarie-rip/Scannen0007 - Kopie

Nur drei Tage später, am Montagvormittag, erfuhr ich vom nächtlichen Tod meiner älteren Freundin Theresia Anna Weiser (siehe Foto) aus Münster, die ich seit ca 14 Jahren gut kenne.

Diese traurige Nachricht überraschte mich sehr, denn wenngleich Anna schwer gehbehindert war, kam sie mir ansonsten noch relativ gesund vor. Am Tag zuvor besuchte ich sie nach der hl. Messe in der St.-Ägidii-Kirche, wo die Liturgie im überlieferten Ritus gefeiert wird.

Auch Frau Weiser ging  –  solange es ihre Gesundheit erlaubte  –  stets in die „alte Messe“, die von verschiedenen Priestern zelebriert wird, meistens von Benediktinerpater Dr. Chrysostomus Ripplinger OSB. Der freundliche und fürsorgliche Geistliche (siehe 3. Foto) besuchte Anna regelmäßig und brachte ihr die hl. Kommunion.Digital Camera

Das 2. Foto zeigt Frau Weiser mit Pfarrer Dr. hc. Hans Stein und mir beim Besuch in der Reha-Klinik von Telgte vorigen Herbst.

Pfarrer Stein stammt aus Oberschlesien, Anna Weiser aus Rückers in Niederschlesien (Grafschaft Glatz), einem kleinen Städtchen nahe der böhmisch-tschechischen Grenze. Heute heißt es auf polnisch Szczytna. Pfarrer Stein kennt diesen Ort recht gut, weil er dort auf dem Weg nach Tschechien schon öfter durchgefahren ist.

Anna  –  geboren am 18.12.1931  – ist nach Kriegsende mit ihren Eltern und Geschwistern aus Schlesien geflohen und hat sich Ende der 40er Jahre im westfälischen Münster niedergelassen. Dort pflegte die ledig gebliebene Katholikin hingebungsvoll ihre Eltern, die sie sehr liebte. Wenn sie auf ihre Eltern, vor allem auf ihren geschätzten Vater, zu sprechen kam, kullerten oft vor lauter Rührung die Tränen herunter.

Als Anna Weiser noch gut auf den Beinen war, reiste sie lebenslustig in die weite Welt oder setzte sich mit ihrer Nichte Barbara auf den Rücken der Pferde zum gemeinsamen Ausritt.

Zudem ging sie gerne auf Pilgerfahrten, etwa ins nahegelegene Telgte, einem im Münsterland sehr bekannten Marienwallfahrtsort  – oder nach Wigratzbad im Allgäu, nach Lourdes usw.  014_11A

Eine besondere Verehrung hegte sie für Papst Benedikt, aber auch für Erzbischof Johannes Dyba, dessen Seligsprechung sie herbeisehnte. Über unseren Gedenkband für Erzbischof Dyba „Der Löwe von Fulda“ hat sie sich daher besonders gefreut. Bei meinem letzten Besuch lag dieses Buch auf ihrem Tisch.

Die Beisetzung von Frau Weiser erfolgt am kommenden Donnerstag (25.2.) um 11 Uhr auf dem Waldfriedhof Lauheide in der Nähe von Telgte, einem bekannten Wallfahrtsstädtchen im Münsterland. Pater Ripplinger (siehe letztes Foto) wird die Beerdigung im traditionellen Ritus vornehmen, auch Pfr. Stein wird dabei sein.

Wer kommen möchte, möge sich bitte bei mir melden (Tel. 0251-616768), damit wir Fahrgemeinschaften bilden können (der Friedhof ist ziemlich entlegen, nur selten fährt ein Bus)  – und auch, damit man dem Gasthaus in etwa die Personenzahl nennen kann, die sich nach der Beerdigung dort versammelt.

Das Requiem bzw. Seelenamt zelebriert Pater Dr. Chrysostomus Ripplinger am kommenden Freitag, den 26.2., um 18 Uhr in der St-Ägidii-Kirche in Münster im überlieferten Ritus.

Möge der Ewige unserer lieben Theresia Anna Weiser seine immerwährende Freude  und Anteil an seiner Herrlichkeit schenken!