Geistl. Missbrauch: Erzbistum Wien warnt vor charismatischer Bethabara-Gemeinschaft

Von Felizitas Küble

Seit Jahrzehnten warnt unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, vor dem seelsorglichen Missbrauch in religiösen Gruppen, wobei (un)geistliche Übergriffe auffallend häufig in pfingstlerischen bzw. charismatischen Gemeinschaften auftreten. Dies wurde uns durch Kontakte mit zahlreichen Aussteigern bzw. Geschädigten immer wieder bestätigt.

Wir haben zum (anti)pastoralen Missbrauch bislang 46 Artikel und Erlebnisberichte veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/category/geistlicher-pastoraler-missbrauch/

Nun hat sich sogar das Erzbistum Wien, dessen Oberhaupt – Christoph Kardinal Schönborn (siehe Foto) – selber zur Charismatik neigt, dazu aufgerafft, öffentlich vor der Bethabara-Gemeinschaft zu warnen und dem schwarmgeistig geprägten Werk jede Tätigkeit im kirchlichen Bereich der Diözese durch ein amtliches Dekret zu verbieten: https://www.stjosef.at/index.php?id=news&newsnr=7035

Hintergrund der jüngsten kirchlichen Warnung ist offenbar der „Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses“ durch den Gründer, Pater Jean-David Lindner, der kirchlich deshalb verurteilt wurde. Dies geht aus einer angefügten Erklärung der Johannesbruderschaft aus Wien hervor.

Bethabara wurde vorher von Bischof Klaus Küng in der Diözese St. Pölten bereits als kirchlicher Verein anerkannt. Wie so oft, waren katholische Hierarchen nicht kritisch genug, wenn es darum geht, hinsichtlich charismatischer Phänomene eine wachsame Unterscheidung der Geister vorzunehmen.

Bischof Küng, der dem Opus Dei angehört, trat am 6.6.2017 sogar selbst bei einer Lobpreis-Konferenz von Bethabara als Redner auf und lies die Veranstaltung auf seiner offiziellen Bistumsseite würdigen: https://presse.dsp.at/einrichtungen/kommunikation/artikel/2017/bethabara-konferenz-mit-bischof-kueng-krems

Die erwähnte Gemeinschaft versteht sich selbst als „charismatisch“ und sogar als „prophetisch“. Wie viele Gruppen ähnlicher Art (z.B. Arche, Gemeinschaft der Seligpreisungen, Johannesgemeinschaft, Emmanuel) hat auch Bethabara seinen Ursprung in Frankreich.

Die Initiative begann dort mit Exerzitien für Jugendliche im Jahre 2005 durch Pater Marie-Angel Carre. Die charismatische Gruppierung schwappte nach Österreich weiter und wurde dort von Pater Jean-David Lindner (ursprünglich ein Angehöriger der „Brüder des hl. Johannes“) geleitet. Dieser Geistliche war seit 2012 sogar Bundesjugendseelsorger der Katholischen Jugend Österreich: https://www.erzdioezese-wien.at/site/nachrichtenmagazin/nachrichten/archiv/archive/30699.html

Pater Lindner fiel seit Jahren auf durch seine Empfehlung fragwürdiger bis irrgeistiger „Seher“ wie z.B. Fra Elia, wodurch er auf der erscheinungsbewegten Webseite „Kath.net“ gerne als Kronzeuge für selbsternannte Begnadete aufgerufen wurde. (Näheres dazu in unserem Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2018/05/31/der-stigmatisierte-und-lichtreiche-bruder-elias-cataldo-tagt-in-krems-und-hallein/) – Schon vorher wurde er gerne auf Kathnet-Videos präsentiert: https://www.youtube.com/watch?v=1w6GxbG9EZE

Aber nicht nur dies – Kathnet veröffentlichte einen euphorischen, wunderbewegten Artikel über ein Bethabara-Seminar zur „Inneren Heilung“. Darin heißt es: „Seelische Wunden, Traumata, Ängste, systematisch betet das Team die verschiedenen Lebensphasen durch, von der Empfängnis bis in die Gegenwart…“ – also auch vorgeburtlich wird nichts ausgelassen in puncto „Innerer Heilung“! (Quelle: https://www.kath.net/news/59649)

Auch ansonsten konzentierte sich die Bethabara-Gemeinschaft gerne auf das Außergewöhnliche und veranstaltete sogar „Prophetenschulungen“, denn – so schwärmte der Gründer – die Seminare waren konzipiert „für Menschen, die ihre prophetische Dimension der Taufgnade ernst nehmen und vollmächtig als Propheten und Fürbitter in dieser Endzeit auftreten möchten. Propheten, die dem Herrn den Weg bereiten“ .

Weitere enthusiastische Auslassungen, wie man sie sonst nur von extrem-pfingstlerischer Seite kennt, finden sich auf einer Informationsbroschüre dieser „Propheten“: https://www.bethabara.de/download/flyer/Informationsbroschuere_Prophetenschule2018.pdf

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

Ergänzennder Info-Hinweis vom 9.3.: In der nachfolgend verlinkten Erklärung der Johannes-Bruderschaft ist betr. Pater Lindner konkret von „unkeuschen Handlungen im Rahmen der geistlichen Begleitung“ die Rede, womit der sonstige Ausdruck „Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses“ ergänzt bzw. präzisiert wird: https://johannesgemeinschaft.at/pdf/2020_08_23%20-%20Pressemitteilung.pdf


Aktueller Newsticker: SATIRE am Sonntag

LIMBURG: Die NAK-Kommission kritisierte die Offenlegung der Vermögen des Bistums Limburg. Es sei viel zu wenig, nur die Vermögen der drei Körperschaften offenzulegen. Damit werde dem Bedürfnis der Öffentlichkeit nach Transparenz nicht Genüge getan. Daher forderte die Kommission, die ganze Führungsebene im Bistum Limburg müsste auch die privaten Vermögen mit Einnahmen und Ausgaben der letzten 25 Jahre veröffentlichen. Nur dadurch könne Vertrauen wieder gewonnen werden. 1_0_745851

BERLIN: Die UNO kritisierte den Plan der katholischen Kirche in Deutschland, eine neue Studie gegen Kindesmissbrauch zu beginnen. Dies sei nicht mit ihr abgesprochen gewesen und entspreche auch nicht der Vorgabe der UNO, nur gendergerechte, diskriminierungsfreie und homophile Organisationen mit solchen Studien zu betrauen. Die UNO verlangte daher von der DBK (Deutschen Bischofs-Konferenz), die Studie nicht zu beginnen und das Eintreffen eines UN-Sondergesandten sowie internationaler Studienbeobachter abzuwarten.

WIEN: Die Gruppe für eine befreite Kirche verlangte die Freilassung der jugendlichen Straftäter, die in der Diözese St. Pölten schwere Sachbeschädigungen gegen Kirchen und Friedhöfe begangen hätten. Das seien keine Straftaten, sondern Aktionskunst gegen klerikale Willkürherrschaft und bürgerliches Wohlstandsspießertum. Daher forderte die Gruppe, den Jugendlichen den Aktionspreis „Schluß mit der alten Kirche“ zu verleihen.

Quelle: Samstäglicher Newsticker

Foto: Bistum Limburg


St. Pölten: Bischof Dr. Kurt Krenn ist heute im Alter von 77 Jahren verstorben

Von Felizitas Küble

Der emeritierte (im Ruhestand befindliche) Bischof von St. Pölten, Dr. Kurt Krenn, ist am heutigen Samstagabend, den 25. Januar 2014, im Alter von 77 Jahren auf der Pflegestation des Gerersdorfer Schwesternkonvents verstorben.

Der frühere Oberhirte von St. Pölten war seit längerem erkrankt und daher nicht mehr öffentlich aufgetreten.  bildma1

Dr. Kurt Krenn wirkte 12 Jahre als Professor für Systematische Theologie in Regensburg. Danach war er als Weihbischof in Wien tätig, bevor ihn Papst Johannes Paul II. im Herbst 1991 zum Diözesan-Bischof von St. Pölten ernannte.

Im Jahre 2001 erhielt der Bischof das Goldene Ehrenzeichen mit Stern für Verdienste um die Republik Österreich.

Der glaubenskonservative und romtreue Kirchenmann leitete das niederösterreichische Bistum St. Pölten bis zu  seinem Rückritt am 7. Oktober 2004.

Während seiner Amtszeit wurde der unbeugsame Oberhirte wegen seiner klaren Ausrichtung in theologischen und moralischen Fragen von modernistischen und linkskatholischen Kreisen massiv bekämpft.

Das anhaltende Kesseltreiben gegen Bischof Krenn verstärkte sich durch eine sensationslüsterne, von zahlreichen Lügen gezeichnete Medienkampagne gegen sein Priesterseminar, das im Sommer 2004 durch einen vermeintlichen „Sexskandal“ in die Schlagzeilen geraten war.  

Hierzu eine Kurz-Analyse aus jener Zeit, veröffentlicht in der Zeitschrift „Theologisches“: http://www.theologisches.net/index.php?option=com_content&view=article&id=70&catid=4041pOTGC200L__BO2,204,203,200_PIsitb-sticker-arrow-click,TopRight,35,-76_SX385_SY500_CR,0,0,385,500_SH20_OU03_

Wie das fundierte Buch „Der Wahrheit die Ehre“, das die Klagenfurter Kommunikationswissenschaftlerin Dr. Gabriele Waste verfaßte, im einzelnen erläutert und belegt, handelte es sich hierbei um eine gezielte Großintrige unter Beteiligung von innerkirchlichen Gegnern Bischof Krenns.

(Näheres dazu siehe hier: http://www.kvgk.de/dokumente.php?file=poelten_0a)

Diese ebenso gründliche wie scharfsinnige Medienanalyse erschien im Juni 2008 im Verlag des Kardinal-von-Galen-Kreises.

(Hier können Sie in dem faktenstarken Buch „blättern“: http://www.weltbild.de/3/16105398-1/buch/der-wahrheit-die-ehre.html)

In der Berliner Wochenzeitung JUNGE FREIHEIT wurde seinerzeit meine Rezension dieses Buches veröffentlicht: https://jungefreiheit.de/kultur/2008/raffinierte-innerkirchliche-grossintrige/    41K5btz22VL__

Derselbe katholische Verlag brachte nun im Vorjahr ein ergänzendes Sachbuch  –  ebenfalls von Dr. G. Waste verfaßt  – heraus, das sich eingehend mit der lügenreichen Kampagne gegen den Wiener Erzbischof Hans Hermann Groer befaßt. Damals war Dr. Kurt Krenn noch Weihbischof in Wien; er stellte sich öffentlich hinter den attackierten Kardinal Groer.

Diese Analyse erschien unter dem Titel „Realität und Mythos“ (siehe Foto).

Hierzu unsere Besprechung aus dem Vorjahr:  https://charismatismus.wordpress.com/2013/06/19/buch-tip-exzellente-analyse-des-vernichtungsfeldszugs-gegen-kardinal-groer/

Interessierte können beide Werke (Causa Krenn / Causa Groer) beim Kardinal-von-Galen-Kreis (http://www.kvgk.de) oder bei uns anfordern:  je 15,50 Euro pro Buch. Wir liefern portofrei:  Tel. 0251-616768 oder per Mail: felizitas.kueble@web.de


Vandalismus im Advent: Kirchen brennen in Deutschland und Österreich – Priester mit einer Machette bedroht

Kurz vor Weihnachten hat es in mehreren Kirchen Feueralarm gegeben. In Norddeutschland und in Niederösterreich wurden in evangelischen und katholischen Gotteshäusern Brände gelegt. Verletzt wurde niemand. Die Polizei geht von Vandalismus aus.

Im Bremer Stadtteil Osterholz ging in der Nacht zum 22. Dezember die Kapelle der evangelischen Trinitatis-Gemeinde in Flammen auf. Einbrecher hatten Gesangbücher angesteckt.  Der Sachschaden beträgt mindestens 100.000 Euro.

In St. Pölten (Niederösterreich) brannte es am 23. Dezember gleich in drei katholischen Kirchen. In der Klosterkirche wurde der Beichtstuhl angezündet, in der Stadtpfarrkirche die Erntedankkrone, und in der Herz-Jesu-Kirche brannte es im Eingangsbereich. Das Landeskriminalamt ermittelt noch.

In einem katholischen Jugendgottesdienst in Wittlich (Rheinland-Pfalz) wurde durch das Geschick des Pfarrers eine Bluttat verhindert. Ein 47-jähriger polizeibekannter Mann hatte am 22. Dezember 2012 den Priester mit einer Machete bedroht und eine Million Euro verlangt. Der Geistliche lockte ihn in die Sakristei und schrieb dessen Kontonummer auf. Daraufhin verließ der Mann die Kirche. Die Polizei konnte ihn aufgrund von Hinweisen eines Kirchenbesuchers, der ihm gefolgt war, festnehmen.

Quelle: evangelische Nachrichtenagentur IDEA: www.idea.de