Yom ha-Shoah: Holocaust-Gedenktag in Israel

In Israel wird heute Yom ha-Shoah, der Holocaust-Gedenktag, begangen. Am gestrigen Vorabend des Gedenktages fand die zentrale Gedenkzeremonie in der Holcaustgedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem statt.

In seiner Ansprache erklärte der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin, es gäbe in Israel zwei Positionen gegenüber der Shoah:

Einerseits würde diese lediglich zu einem von Rassismus geprägten Ereignis von vielen in der Geschichte erklärt, bei dem die Juden Opfer Opfer geworden seien, wie an anderen Orten andere.

Der andere Ansatz betrachte die Welt nur noch durch die Brille der Shoah und sähe die Hauptaufgabe des Staates Israel darin, eine neue Shoah zu verhindern.

Beide Ansätze seien jedoch falsch. Der erste ignoriere die Singularität der Shoah und auch des Antisemitismus, der seit 2.000 Jahren existiere. Die Shoah sei nicht als Verbrechen gegen die Menschheit geplant worden, sondern mit dem Ziel das jüdische Volk in Gänze zu vernichten.

Der zweite Ansatz dagegen laufe Gefahr, die Welt einzuteilen, in die Gerechten unter den Völkern einerseits und antisemitische Nazis andererseits. Jede Kritik an Israel werde pauschal zu Antisemitismus erklärt. Ein solcher Ansatz gefährde die Gesellschaft nach innen, aber auch die Beziehungen nach außen. Das Judentum existiere nicht erst seit der Shoah, und es sei nicht die Angst gewesen, die das jüdische Volk 2000 Jahre lang im Exil am Leben gehalten habe.

Rivlin erklärte, das Gedenken an den Holocaust und die Lektionen, die aus dem Völkermord am jüdischen Volk gelernt werden könnten, basierten auf drei zentralen Säulen: Selbstverteidigung, ein gemeinsames Schicksal und Menschenrechte:

„Jeder Mensch ist nach Gottes Ebenbild geschaffen. Dies ist eine heilige Pflicht, der sich das jüdische Volk nicht entziehen kann und will. Immer. In jeder Lage. Deshalb können wir auch nicht schweigen angesichts der Schrecken, die sich in weiter Ferne ereignen und ganz sicher nicht derer, die auf der anderen Seite des Zauns stattfinden.“

Heute morgen, um 10 Uhr Ortszeit ertönte, wie in jedem Jahr, im ganzen Land die Sirene zur Erinnerung an die Opfer der Shoah. Während der zwei Minuten, die der Sirenenton anhält, kommt das Leben in Israel zum Stillstand.

Auch die Botschaft des Staates Israel in Deutschland hat eine Zeremonie zum Yom ha-Shoah veranstaltet. Angehörige der Botschaft reisten in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen, wo der Gesandte der Botschaft, Avi Nir-Feldklein, einen Kranz niederlegte.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Litauen und Israel würdigen jetzt 25 Jahre diplomatische Beziehungen

Israel und Litauen begehen in diesem Jahr den 25. Jahrestag der Aufnahme ihrer diplomatischen Beziehungen. Hierzu sagten der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaité in einer gemeinsamen Erklärung unter anderem:

„Während unsere Länder lediglich 25 Jahre diplomatischer Beziehungen als unabhängige Staaten teilen, haben das litauische und das israelische Volk eine jahrhundertealte gemeinsame Geschichte.

Trotz der Meinungsverschiedenheiten und Spannungen zwischen Religionen ist das jüdische Leben in Litauen über viele Jahre erblüht.

In Vilnius und anderen litauischen Städten und Gemeinden konnte man jüdische Gebete und Lernen in Synagogen und Akademien hören, die Kultur des modernen Jiddisch und Hebräisch erblühte, und viele Juden und Christen haben daran gearbeitet, für sich selbst ein besseres und friedlicheres Leben zu führen.

Nach der sowjetischen Besatzung zu Beginn des Zweiten Weltkriegs, die tragischerweise die Unabhängigkeit Litauens beendete, brachte die darauffolgende Besatzung durch die Nazis großes Leid und riesige Verluste über die jüdische Gemeinde. In diese Zeit fallen die schrecklichsten Kapitel der langen Geschichte des jüdischen Volkes in Litauen.

Es ist unsere dringlichste Pflicht, durch Gedenken und Erziehung sicherzustellen, dass die unvergleichliche Tragödie des Holocaust, die Shoa, sich niemals wiederholt. Wir müssen der Vergangenheit gedenken, indem wir die unschuldigen Opfer und die Gerechten ehren, ebenso wie wir bilaterale Beziehungen aufbauen sollen, die auf Freundschaft und gegenseitigem Respekt beruhen.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin  –  Foto: GPO


Australische Außenministerin lädt israelischen Regierungschef herzlich ein

Der israelische Staatspräsident Revuen Rivlin hat am gestrigen Sonntag in seiner Residenz in Jerusalem die australische Außenministerin Julie Bishop empfangen.

Nach der Begrüßung, in der Rivlin die enge Freundschaft beider Länder betonte, sprach der Staatspräsident über die Herausforderungen, vor denen beide Länder stehen und die Kooperation in den Bereichen Innovation und Cyber-Sicherheit. „Wir arbeiten sehr eng zusammen in Bereichen, die für die gesamte freie Welt von Belang sind.“

Außenministerin Bishop unterstrich die Zusammenarbeit beider Länder. Bei einem anschließenden Besuch bei Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (siehe Foto) erklärte sie:

„Ich möchte die Möglichkeit nutzen, nochmals unser uneingeschränktes und dauerhaftes Bekenntnis zum Staat Israel sowie unsere Freundschaft zu betonen und Sie einladen, nach Australien zu kommen. Und ich glaube, es gibt dafür vielleicht im nächsten Jahr ein kleines Zeitfenster? Die australische Bevölkerung würde Sie begeistert empfangen und willkommen heißen und wir würden dem ersten Besuch eines israelischen Ministerpräsidenten überhaupt freudig entgegensehen.“

Quellen: israel. Präsidialamt / Amt des Ministerpräsidenten, israel. Botschaft – Foto: GPO


Israel ehrt katholischen Diplomaten, der hunderte jüdische Kinder rettete

Prinz Eugène II. de Ligne war gläubiger Katholik

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hat am gestrigen Mittwoch Nachkommen des belgischen Diplomaten Eugène II. de Ligne und seiner Frau Philippine empfangen, dieüberzeugte Katholiken waren und gemeinsam während des Holocaust Hunderte jüdischer Kinder in ihrem Schloss versteckt hielten. Einige der damals geretteten Kinder und deren Familien waren ebenfalls anwesend.

Der Prinz und seine Frau waren 1965 von der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu „Gerechten unter den Völkern“ ernannt worden.

Michel De Ligne, Enkel von Eugène und Philippine und Leiter der Delegation, erklärte in seiner Ansprache bei der Veranstaltung:

„Ohne Erinnerung kann eine Kultur nicht existieren, ohne Erinnerung kann es keine Zivilisation geben, kein soziales Leben. Ich sage: Lasst uns lieben, was geliebt werden muss, lasst uns vergessen, was vergessen werden muss, doch lasst uns nie vergessen, was niemals vergessen werden darf.“

Er schloss: „Im Namen meiner Familie möchte ich Ihnen, Herr Staatspräsident, sagen, wie sehr uns die Dankbarkeit berührt, die wir vom jüdischen Volk und vom Staat Israel erfahren haben. Lang lebe Israel.“

Avraham Kaputka, der für die Überlebenden sprach, erklärte: „Im Angesicht der Tötungsmaschine, die gegen die Juden Europas angeworfen worden war, haben Menschen und Institutionen daran gearbeitet, Menschenleben zu retten.“

Er erzählte, dass er und 44 weitere jüdische Kinder von Familie de Ligne gerettet worden seien und fügte hinzu:

„Sechs dieser Überlebenden sind heute hier. Wir waren allein, die Trennung von unseren Eltern war sehr schwer. Wir wussten nicht, ob oder wann wir sie jemals wieder sehen würden. […] Wir waren an einem sicheren und ruhigen Ort, während um uns herum der Krieg wütete. Einige der Kinder fanden ihre Eltern später wieder, andere nicht. Es gibt keine Worte um unsere Gefühle für Prinz Eugène, seine Frau Philippine und all die anderen zu beschreiben, die dabei geholfen haben, uns zu retten. Heute danken wir Prinz Michel de Ligne für seinen Beitrag zum Gedenken an die Geschichte unserer Rettung.“

Der israelische Staatspräsident Rivlin sagte:

„Sie sind hier als eine Familie – die Mitglieder des Hauses de Ligne und die Familien der jüdischen Kinder, die sie gerettet haben. Sie und all die vielen anderen Familien, die heute leben, wegen der Güte von Eugène, dem 11. Prinz von Ligne und seiner Frau Philippine. Ihr Vermächtnis wird von Ihnen, Ihren Nachkommen, bewahrt und von jedem jüdischen Kind, das sie gerettet haben.“ 

Quelle: israelische Botschaft – Foto: GPO


Israel: Terroranschlag gegen Bus – 21 Verletzte – Staatspräsident betet für die Opfer

Am frühen Montagabend kam es in Jerusalem zu einer Explosion in einem Bus. Das der Explosion folgende Feuer griff auf einen vorbeifahrenden weiteren Bus, sowie ein Auto über. Dabei wurden 21 Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer.   P1020947 - Kopie

Die ersten Ermittlungen der Polizei ergaben, dass die Explosion durch einen Sprengsatz ausgelöst wurde. Dementsprechend habe es sich um einen Terroranschlag gehandelt.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin erklärte dazu:

“Unsere Gebete für eine schnelle Genesung gelten jenen, die bei dem Anschlag verletzt wurden und nun in Krankenhäusern in Jerusalem behandelt werden. An einem solchen Tag  –  an dem dank der hingebungsvollen Arbeit der Sicherheitsdienste heute morgen ein Terrortunnel im Süden entdeckt wurde, und am Abend verängstigte Bürger, die nur aus ihrem Alltag nach Hause wollten, in Krankenhäuser gebracht werden  –  ist uns allen klar, dass der Kampf gegen den Terror kein Ende findet. Wir werden all jene verfolgen und aufspüren, die uns Böses wünschen, bis die Ruhe gesichert ist.“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, dass jene, die für den Anschlag verantwortlich sind, zur Rechenschaft gezogen werden.

Palästinenserpräsident Abbas muß den Terror beenden

Der israelische Botschafter Yakov Hadas-Handelsman äußerte sich ebenfalls zu dem Terroranschlag:deutschland-israel-flag-300x214

„Erneut wird Israel von Terroranschlägen erschüttert, so auch am Montagnachmittag, als eine Bombe einen Bus in Jerusalem zerfetzte.

Ich fordere die internationale Gemeinschaft sowie alle Gesprächspartner der Bundesrepublik Deutschland, die Präsident Abbas bei seinem morgigen Besuch in Berlin treffen, dazu auf, diesen Anschlag auf israelische Zivilisten zu verurteilen.

Statt sich als Friedenstaube zu präsentieren, sollte Abbas alles in seiner Macht stehende tun, um dem Terror ein Ende zu setzen und der Einladung Netanyahus zu folgen, sofort und bedingungslos zu Verhandlungen zu einem nachhaltigen Frieden für zwei Nationalstaaten für zwei Völker anzutreten.“

Quellen: Außenministerium des Staates Israel / Präsidialamt / Botschaft des Staates Israel


Israel: Deutsches U-Boot erreichte Haifa

Das in Kiel gebaute U-Boot INS Rahav hat am Dienstag, den 12. Januar 2016, seinen neuen israelischen Heimathafen in Haifa erreicht. An der Begrüßungszeremonie nahmen u.a. Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Staatspräsident Reuven Rivlin teil.

Das U-Boot der „Dolphin 2“-Klasse wurde von dem Unternehmen ThyssenKrupp Marine Systems gebaut und war am 17. Dezember 2015 in See gestochen.

BILD: Ministerpräsident Netanyahu besucht das U-Boot Rahav (Foto: GPO)

Regierungschef Netanyahu erklärte in Haifa:

„Ich möchte der deutschen Regierung, Kanzlerin Merkel und Präsident Gauck, danken für ihren großartigen Beitrag zum Ausbau unserer Marine, durch die Lieferung dieses U-Bootes und andere wichtige Faktoren, über die wir diskutieren.

„Verteidigung in der stürmischen Realität des Nahen Ostens“

Ich möchte auch meine größte Wertschätzung für die Sicherheitsbeziehungen von Israel und Deutschland zum Ausdruck bringen, die für beide Länder wertvoll sind. Darüber habe ich lange mit Kanzlerin Merkel, Außenminister Steinmeier und anderen Repräsentanten der deutschen Regierung gesprochen.(…)

Unsere Marine  –  dies beinhaltet auch die U-Boote  –  ist eine wichtige Verteidigungskraft in der stürmischen Realität des Nahen Ostens. Bösartige Wellen überschwemmen weiterhin die Region und gefährliche Strudel umgeben sie zu jeder Seite.

Wir erkennen Gefahren rechtzeitig und wir sind gut vorbereitet, um sie abzuwehren. Die Aufgabe der gewissenhaften Führung bedeutet, dass man seinen Kopf nicht in den Sand stecken darf. Wir müssen eine klare Sicht auf das, was um uns herum passiert, haben.

Unsere Ziele sind eindeutig: unsere Sicherheit erhalten, unsere Souveränität gewährleisten und die Entwicklung und den Wohlstand unseres Landes voranbringen.“ 

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Der israelische Staatspräsident Rivlin empfing christliche Vertreter

Am Montag, den 28. Dezember 2015, empfing der israelische Präsident Reuven Rivlin wichtige Vertreter der christlichen Gemeinden in Israel zum traditionellen Neujahrsempfang. Neben dem Präsidenten sprach auch der griechisch-orthodoxe Patriarch Jerusalems, Theophilus III., auf der Veranstaltung.

Präsident Rivlin sagte: „Es war eine große Ehre für mich, dieses Jahr den Papst im Vatikan zu treffen. Wir sprachen darüber, wie die Beziehung zwischen Christen und Juden im Laufe der Jahre besser geworden ist. (…) Die Zehn Gebote, die Juden wie Christen heilig sind, lehren uns den Respekt vor Gott und dem Menschen.

Ich bin stolz, dass Israel die Glaubens- und Meinungsfreiheit jedes Einzelnen und jeder einzelnen Religion schützt. Es ist nicht genug für uns, ein sicherer Ort für Christen zu sein. Wir wollen, dass die christliche Gemeinschaft wächst und eine aktive Rolle in der israelischen Gesellschaft spielt. (…)

Wir müssen daran arbeiten, im Heiligen Land und auf der ganzen Welt Brücken zwischen unseren Gemeinschaften zu bauen.“

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin besuchte Rom und den Vatikan

Der israelische Präsident Reuven Rivlin reiste am Mittwoch zu seinem ersten offiziellen Besuch in Rom und in den Vatikan. Papst Franziskus hatte ihn eingeladen.

Bei seiner Abreise in Israel sagte der Staatspräsident:

„Ich verlasse Israel nun, um mich mit einem Führer zu treffen, der ein wahrer Freund des Staates Israel und des jüdischen Volkes ist. Papst Franziskus ist ein inspirierender Führer, der an den Dialog zwischen verschiedenen Religionsgemeinschaften glaubt. Seine Handlungen und Erklärungen zielen darauf ab, diesen Dialog voranzutreiben.

In seinen Bemühungen für die Menschheit ist er ein Bote der Versöhnung und der Barmherzigkeit.

Ich freue mich sehr auf unser bevorstehendes Treffen. Ich habe keinen Zweifel, dass dieses Treffen – genauso wie das Treffen mit dem italienischen Präsidenten – ergiebig und produktiv sein wird, einen wichtigen Schritt im Ausbau der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen uns darstellen wird und die solide Beziehung zwischen unseren beiden Ländern stärken wird.“

Am Donnerstagmorgen wird der Präsident bei einer offiziellen Willkommenszeremonie im Vatikan empfangen werden. Daraufhin wird ein privates Treffen mit dem Präsidenten folgen.

Die beiden werden über die Notwendigkeit des Dialoges zwischen den Völkern im Nahen Osten und zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften sprechen. Der Präsident wird dem Papst mitteilen, welche große Bedeutung der Staat Israel der Erhaltung der Religionsfreiheit von den verschiedenen Glaubensgemeinschaften in Israel beimisst.

Außerdem wird er den Papst darüber informieren, dass er letzte Woche christliche Stätten im Jordantal besucht hat. Diese Stätten stehen im Zentrum einer gemeinsamen Initiative der israelischen Sicherheitskräfte und der Naturschutzbehörde, welche das Gebiet um die Taufstätte von Jesus erhalten und entwickeln soll. Damit soll es für Pilger und Besucher besser erschlossen werden.

Später am Donnerstag wird der Präsident den italienischen Präsidenten treffen. Danach wird er bei einem Treffen mit Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in der großen Synagoge in Rom eine Rede vor über 700 Gästen halten.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Israel: Präsident besucht christliche Stätten, auch die brandgeschädigte kath. Kirche

Präsident Reuven Rivlin besuchte am Donnerstag (27. August) christliche Stätten im Jordantal und traf Kirchen- und Gemeindeführer. Der Präsident besuchte u.a. Tabgha und die Brotvermehrungskirche am See Genezareth.

Im Juni 2015 hatten jüdische Fanatiker einen Brandanschlag auf diese katholische Kirche verübt, der großen Schaden anrichtete.

In Tabgha traf der Präsident den Apostolischen Nuntius in Israel, Giuseppe Lazzarotto, Vater Abt Gregory Collins, den Vorsteher des Benediktinerordens in Israel und Zuständigen für das Priorat Tabgha, und die stellv. Botschafterin an der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, Monika Iwersen.

Präsident Rivlin begutachtete den Schaden, den das Feuer und die Graffiti verursacht haben. Bernd Mussinghof, Leiter des Jerusalemer Büros des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande, erzählte dem Präsidenten von den Plänen zum Wiederaufbau der Stätte.

Beim Zusammenkommen mit den Kirchenführern dankte Vater Collins dem Präsidenten herzlich für dessen Unterstützung nach dem Angriff. Außerdem lobte er die israelische Polizei und die Sicherheitskräfte für ihre schnelle und engagierte Arbeit, die zur Festnahme der Verdächtigen geführt hat.

Staatspräsident Rivlin würdigt „enge Freundschaft zwischen jüdischen und christlichen Gemeinden im Heiligen Land und weltweit“

Der Präsident erklärte:

„Es ist eine Ehre, als Ihr Gast hier zu sein. Den herzlichen Empfang, den Sie mir an diesem schönen Ort bereitet haben, ist ein Zeichen für die enge Freundschaft zwischen den jüdischen und christlichen Gemeinden im Heiligen Land und auf der ganzen Welt. 100714052333-b1-

Ich bin hier, um klarzustellen, dass der Staat Israel  –  als ein jüdischer und demokratischer Staat  –  seiner Verantwortung, die Freiheit und Sicherheit aller Glaubensgemeinschaften in Israel zu schützen, einen hohen Stellenwert einräumt.

Wir sind hier, um klarzustellen, dass es keinen religiösen Krieg gibt im Heiligen Land, sondern dass diese Angriffe von Fundamentalisten gegen eine ganze Gesellschaft verübt wurden. Es handelt sich um Angriffe von Menschen, die nach Krieg und Zerstörung streben und gegen andere vorgehen, die in Frieden leben wollen.“

Staatspräsident Rivlin fügte hinzu: „Israel wird alles tun, um zu garantieren, dass sich alle Gläubigen im Staat Israel entfalten können. Dies wird uns ermöglichen, alle Klüfte zu überbrücken.“  131223-stern-von-bethlehem_b87bfae72c

Zuvor hatte der Präsident christliche Stätten im Jordantal besucht, darunter Eretz ha’minzarim, das „Land der Klöster“. So wird die Gegend am Jordan genannt, in der Jesus getauft wurde. Die Stätte ist von sowohl historischer als auch religiöser Bedeutung.

Im Laufe der Zeit wurden am Westufer des Jordans Klöster und Gästehäuser für Pilger, die sich dort taufen ließen, gebaut. Nach einem Erdbeben und dem Sechstagekrieg von 1967 wurden die Kirchen nach und nach verlassen.

Vor kurzem jedoch startete in Kooperation mit den israelischen Verteidigungsstreitkräften (IDF) und der Naturschutzbehörde ein neues Projekt, welches die Entwicklung der Gegend beschleunigen soll. Damit sollen die Stätten wieder für Reisende und Touristen erschlossen werden.

Quelle: Israelische Botschaft in Berlin


Israel: Reaktionen auf den Brandanschlag gegen die Brotvermehrungs-Kirche

„Verachtenswertes Verbrechen: ein Anschlag auf uns alle!“

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (siehe Foto) sprach am Donnerstagmorgen (18.6.2015) mit Yoram Cohen, dem Direktor der israelischen Sicherheitsbehörde Shin Bet. netanyahu07-14

Der Regierungschef beauftragte ihn damit, eine vollständige und schnelle Untersuchung des Brandanschlags auf die Brotvermehrungskirche in Tabgha (siehe Foto) einzuleiten.

Ministerpräsident Netanyahu erklärte:

“Der entsetzliche Brandanschlag von heute Morgen auf eine Kirche ist ein Anschlag auf uns alle. In Israel ist Glaubensfreiheit einer unserer Grundwerte und ist gesetzlich garantiert.

Jene, die für dieses verachtenswerte Verbrechen verantwortlich sind, werden die volle Kraft des Gesetzes zu spüren bekommen. Hass und Intoleranz haben keinen Platz in unserer Gesellschaft.“ 

Präsident Rivlin: „Fürchterliche Schändung einer heiligen Stätte“

Der israelische Präsident Reuven Rivlin sprach am Donnerstagmorgen mit Abt Gregory Collins, dem Vorsteher des Benediktinerordens in Israel.

Präsident Rivlin erklärte:

„Ich war schockiert und traurig, als ich diesen Morgen vom Brand in der Kirche in Tabgha gehört habe. Solch eine fürchterliche Schändung einer alten und heiligen Stätte des Gebets ist ein Angriff auf die Lebensstruktur in unserem Land, wo Menschen verschiedener Glaubensrichtungen danach streben, in Harmonie, gegenseitiger Toleranz und respektvoll zusammenzuleben.“  

Der Präsident fügte hinzu: „Als Staat und Gesellschaft ist Israel verpflichtet, die heiligen Stätten aller Glaubensgemeinschaften zu schützen und zu erhalten. Ich kann Ihnen versichern, dass die zuständigen Autoritäten dieses Verbrechen untersuchen werden und alles Mögliche tun werden, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Ich glaube, dass wenige Menschen Israel mehr Schaden zufügen als diejenigen, die solche Taten begehen.“

Abt Gregory Collins: „Ein Angriff auf die israelische Demokratie“

Pater Gregory Collins dankte dem Präsidenten herzlich für seinen Anruf. Er sagte:

„Herr Präsident, ich schätze Ihren Anruf sehr. Dies ist für uns alle ein Angriff auf die israelische Demokratie, nicht nisraeltag2ur auf eine Religionsgruppe. Wir wissen, dass alle klar denkenden Menschen in Israel gegen solche Taten sind, die von einer kleinen Minderheit verübt werden.“ 

Er sagte dem Präsidenten: „Dies ist eine der am häufigsten besuchten Sehenswürdigkeiten in Israel. Über 5000 Besucher kommen hier jeden Tag hin. Nun wird die Stätte für die nächsten drei Tage geschlossen sein.“

Der Präsident sagte zum Abschluss: „In einer Welt, in der Extremismus den Weg der Gewalt und Einschüchterung wählt, haben wir die heilige Aufgabe, zum Dialog und Verständnis zusammenzukommen.“

Er bat, dass Pater Gregory allen Mitgliedern der Gemeinschaft sein Mitgefühl und seine guten Wünsche ausrichten möge.

Quellen: Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten, Sprecher des israelischen Präsidenten, israelische Botschaft in Berlin

Foto: Israelisches Tourismusministerium