Osnabrück: Bischof Bode beurteilt die Lebenswirklichkeit als „Stimme Gottes“

Von Felizitas Küble

Bekanntlich läuft seit Wochen eine grundsätzliche Debatte in der katholischen Kirche über die Frage, welchen theologischen Stellenwert die sogenannte „Lebenswirklichkeit“ der Menschen von heute einnimmt.

Man könnte auch die damit verwandte Frage aufwerfen, ob der Zeitgeist einen konkreten Einfluß auf den Inhalt der kirchlichen Lehre  – etwa bei der Sexualethik – ausüben darf oder nicht.

Kar0022dinal Müller (siehe Foto) erklärte kürzlich ohne Wenn und Aber, daß die „Lebenswirklichkeit“ der Menschen keine „Offenbarungsquelle“ für das kirchliche Lehramt sein kann. (Quellen der Offenbarung Gottes sind vielmehr die Heilige Schrift und die apostolische Tradition bzw. urchristliche Überlieferung.)

Hierauf antwortete jetzt der Osnabrücker Oberhirte Franz Josef Bode gegenüber „katholisch.de“ (Portal der Dt. Bischofskonferenz) wie folgt:

„Dem hörenden Herzen wird die Wirklichkeit nicht zur Offenbarungsquelle, wohl aber zu einer Stimme Gottes, zu einer Äußerung seines Willens durch die ,Zeichen der Zeit‘, die zu tieferen theologischen Einsichten führen können.“  1523

Bischof Bode fügte hinzu: „Mit einer Alles-oder-nichts-Moral, die jede Abweichung zu schwerer Sünde macht, werden wir kaum Menschen erreichen.“

Hierzu stellen wir fest:

1. Dem auf GOTT hörenden und IHM gehörenden Herzen wird die „Lebenswirklichkeit“ keineswegs zu einer Stimme Gottes. Auch erfahren wir die „Äußerungen seines Willens“ bereits in den Zehn Geboten und der Lehre Christi, so daß es sicherlich nicht zu „tieferen theologischen Einsichten“ führt, wenn nicht mehr die göttlichen Gebote, sondern die menschlichen Wünsche zum Maßstab der Sittenlehre mutieren.

2. Die Zehn Gebote bestehen offensichtlich aus einer „Alles-oder-nichts-Moral“ (Du sollst…! – Du sollst nicht…!). Ob die Kirche mit diesem Grundgesetz Gottes die Menschen schlichtweg „erreicht“?  – Dies war natürlich immer schon schwierig, nicht etwa erst heute, denn der menschliche Wille zum Guten ist durch die Erbsünde geschwächt, zudem durch viele unchristliche Fremdeinflüsse weiter erschwert.  Deshalb ist eine klare Verkündigung aber umso nötiger!

3. Für die Kirche darf es nicht entscheidend sein, was heute „ankommt“, sondern worauf es ankommt  –  auf den Willen Gottes nämlich. Was Erzbischof Johannes Dyba aus Fulda einst dazu sagte, trifft den Kern: Die Kirche ist nicht zeitgemäß, sondern ewigkeitsgemäß!

Quelle für die Zitate von Bischof Bode: http://www.tagesspiegel.de/politik/katholische-kirche-plant-zweite-familiensynode-sex-ist-keine-offenbarungsquelle/11691394.html

 


HEUTE erreicht uns der Ruf des EWIGEN

Von Gerhard Schäfer

Als Wochenspruch klingt uns heute eine ernste Mahnung entgegen:Heute, wenn ihr seine Stimme hören werdet, so verstockt eure Herzen nicht.“ (Hebräer 3,15)

Da geht es erstmal um eine direkte Zeitangabe: HEUTE! – Ein altes Sprichwort sagt: Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen! header_buch

Immer wieder hört man Menschen sagen: Ach, um Gott und Bibel kann ich mich noch kümmern, wenn ich alt geworden bin.  –  Aber wer gibt mir die Sicherheit, alt zu werden? Wenn mich HEUTE die Botschaft des Ewigen erreicht, dann sollte ich auch HEUTE reagieren. Wer weiß, ob Gott mich jemals wieder direkt anspricht und ob ich jemals eine weitere Chance, mich zu entscheiden, bekomme?

Dann geht es um das Hören der Stimme Gottes. Im Getöse unserer Zeit ist es mit dem Hören so eine Sache. Ständig umgibt uns ein Geräuschpegel, der das klare, ungestörte Nachdenken erschwert:

Zu Hause dudeln Radio, Fernseher oder Musikplayer. Unterwegs trägt man Stöpsel in den Ohren, wird vom Straßenlärm umtöst und im Kaufhaus mit Musik oder Informationen berieselt. Selbst in Kirchen herrschen Musikaufführungen vor den Predigten vor. Da erreicht Gottes einladendes Rufen kaum noch ein menschliches Ohr.

Dazu kommt dann als drittes ein schwerwiegender, menschlich typischer Faktor, den der Schreiber des Hebräerbriefes „Verstocktheit des Herzens“ nennt. Wir kennen das von Kindern, die bockig auf liebevolle Anweisungen von Eltern oder Lehrer reagieren. Obwohl sie ahnen, dass man es gut mit ihnen meint, wollen sie ihren eigenen Kopf durchsetzen.

Gott will, dass alle Menschen zur Erkenntnis der Wahrheit kommen und sich von ihm retten lassen. Doch der Mensch schätzt seine „Freiheit“ als besser ein, obwohl diese aus Bindung an das Böse besteht.

Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er sich selbst in Christus zu uns herabließ, um uns eine ewige Erlösung zu schaffen. Und so dringt heute sein liebevoller Ruf in unser verstocktes Herz  –  und unser Ohr vernimmt: Glaube an Jesus und glaube an mich!

HEUTE, wenn Du seine Stimme hören wirst, so verstocke Dein Herz nicht.