Der Jesuitenpater August Benninghaus SJ war ein mutiger Märtyrer in der NS-Zeit

Von Hermann Rieke-Benninghaus     

August Benninghaus  wurde am 7. November 1880 in Druchhorn geboren. Am 26.4.1900 trat er in das Noviziat der Jesuiten in Blijenbeek (Niederlande) ein. Am 24. August 1913 wurde er vom Kölner Erzbischof Kardinal von Hartmann in Anwesenheit seiner Eltern in Valkenburg zum Priester geweiht.

Bis 1941 wirkte Pater Benninghaus als Exerzitienmeister und Volksmissionar im Kettelerheim im westfälischen Münster.

Sein offenes Wesen brachte ihn unausweichlich in Konflikt mit der Gestapo. Bereits während einer Gebetswoche 1934 in Ankum mußte sich P. Benninghaus wegen einer Predigt vor dem NSDAP-Ortsgruppenleiter verantworten.

Am 27. Juni 1941 wurde er von der Gestapo in Münster festgenommen und in das Konzentrationslager Sachsenhausen verlegt.  An seinem Verhaftungsort in der Nähe der Ludgeri-Kirche in Münster ist ein „Stolperstein“ der Stadt seinem Gedenken gewidmet.

Im KZ wurde er von zwei SS-Männern derart verprügelt, daß er stürzte und auf eine Tischkante aufschlug. Dabei erlitt er eine Gehirnerschütterung, von der er sich bis zu seinem Tode nicht erholte.

Am 11. März 1942 wurde Pater Benninghaus in das KZ Dachau verlegt, wo die katholischen Priester im Sonderblock 26 zusammengezogen wurden. Von den Ordensleuten gehörte ein überdurchschnittlich hoher Anteil  –  etwa 25 Prozent   –  dem Jesuitenorden an. 

P. Benninghaus war mit der Häftlingsnummer 29.373 im Block 24/1, dem zusätzlichen Invalidenblock, vorgesehen für die Vergasung in Schloß Hartheim.

Besonders hart traf ihn der Ausspruch des Lagerführers: „Das deutsche Volk hat euch ausgestoßen“. Er war doch Deutscher und überzeugter Diener Gottes zugleich.

Zeugen berichten, er habe am Karfreitag, dem 3.4.1942, auf die 3. Etage der Bettkiste steigen müssen. Von dort sollte er das Lied „O Haupt voll Blut und Wunden“ singen. Völlig entkräftet hat er es nach vielen Schlägen mit schwacher Stimme schließlich getan.

Infolge Hungers, ständiger Kopfschmerzen und Schwäche verschlechterte sich sein körperlicher und geistiger Zustand immer mehr, bis er schließlich in das Krankenrevier eingeliefert wurde. Am 20. Juli 1942 ist er dort verhungert, er war nicht ganz 62 Jahre alt.

Am 31. August 1942 fand eine Beisetzung mit einer Urne auf dem Ankumer Friedhof statt. Auf dem Grabmal stehen die Worte: „Märtyrertod Dachau“.

Die Gemeinde Ankum hat zu seiner Würdigung eine Straße am Ortseingang von Ankum nach Pater Benninghaus benannt. Im Artländer Dom erinnert eine Bronzeplatte an ihn. Die Ankumer Oberschule ist nach ihm benannt.

Der August-Benninghaus-Preis wird jährlich verliehen, in diesem Jahr am 20. Juli in Ankum.

Die Auszeichnung erhält der jüdische Komponist Dr. Moisei Boroda aus Georgien im Rahmen einer abendlichen Gedenk- und Feierstunde im Haus Kirchburg. Der seit langem in Herne lebende Autor (siehe Foto) engagiert sich seit langem für das Gedenken an die christlichen Märtyrer in der NS-Zeit. (Näheres dazu hier: https://charismatismus.wordpress.com/2018/11/26/muenster-juedischer-kuenstler-dr-mosei-boroda-wuerdigt-christliche-maertyrer-der-ns-diktatur/)

Die katholische Kirche hat Pater Benninghaus in ihr Martyrologium aufgenommen. Sein Gedenktag ist der 20. Juli.

 

 


Osnabrück: Gedenktag für Pater August Benninghaus am 20. Juli 2017 in Ankum

In Ankum bei Osnabrück veranstaltet der Benninghaus-Freundeskreis am Donnerstag-Abend, den 20. Juli 2017, einen Gedenktag für den im KZ Dachau verstorbenen Märtyrerpriester August Benninghaus SJ, der vor seiner Verhaftung jahrelang in Münster gewirkt hat. 

Der mutige Jesuitenpater (siehe Foto) war am 20. Juli 1942 im Konzentrationslager Dachau im Alter von 61 Jahren verhungert. 

Seine tapfere Haltung brachte ihn in Konflikt mit den herrschenden braunen Machthabern. Bereits 1934 mußte er sich wegen einer Predigt in Ankum bei Osnabrück vor der NSDAP verantworten. (Die Ankumer Oberschule ist nach ihm benannt.)

Ab 1928 wirkte er als Diözesanpräses der Männergemeinschaften in Münster (Westfalen). Seine volksmissionarische Seelsorge im Kettelerheim wurde von den Nationalsozialisten argwöhnisch beäugt.

Am 27. Juni 1941 war der Geistliche ins KZ Sachsenhausen verbracht, dort krankenhausreif geschlagen und im Frühjahr 1942 ins KZ Dachau verlegt worden (dort waren insgesamt über 3000 katholische Priester inhaftiert). Münster erinnert durch einen sog. „Stolperstein“ vor der Königsstr. 35 an diesen Märtyrer des Gewissens.

Der Gedenktag in Ankum beginnt mit einer hl. Messe um 18,30 Uhr in der St.-Nikolaus-Kirche. Eine Stunde später erfolgt im Haus Kirchburg die Verleihung des August-Benninghaus-Preises 2017. 

Prälat Dr. Helmut Moll aus Köln hält einen Vortrag über diesen Bekennerpriester: „Vor 75 Jahren im KZ Dachau gestorben“.  –  Professor Moll ist im Erzbistum Köln zuständig für die diözesanen Seligsprechungsverfahren. Nach seiner Rede besteht die Möglichkeit zu Fragen und Gedankenaustausch.

Der Eintritt ist frei. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

HIER ein Info-Video über den Märtyrer: https://youtu.be/46eRtxL-hz4
WIKI-Eintrag: https://de.wikipedia.org/wiki/August_Benninghaus