Sorge über Euthanasie bei psychisch Kranken

Mangelnde Kompetenz und Überforderung angesichts von komplexen Krankheitsbildern bei psychischen Erkrankungen könne dazu führen, dass sich Ärzte und Therapeuten mit vermeintlichen Tötungswünschen ihrer Patienten solidarisieren statt sie weiter zu behandeln.

Zu diesem besorgniserregenden Ergebnis komme eine aktuelle, in der Fachzeitschrift „Borderline Personality Disorder and Emotion Dysregulation“ publizierte Studie.

Dies berichtet das Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) aus Wien in seinem monatlichen Newsletter.

Laut dieser Studie beruhe die Vorstellung von Persönlichkeitsstörungen (PD) als „unbehandelbarer“ Zustände und „ohne Aussicht auf Besserung“ auf „veraltetem Wissen über den Stand der PD-Behandlung“.

Ferner wiesen die Autoren darauf hin, dass ein artikulierter Todeswunsch ein Symptom der Störung sein könne und in Wirklichkeit mehrere andere mögliche Botschaften vermitteln wolle. Der Patient fühle sich verlassen, enttäuscht oder wütend. Für jemanden, der häufig starke und peinigende Gefühle von Hilflosigkeit, Traurigkeit und Gefangenschaft verspürt, könne der Gedanke an Tod und Selbstmord ein gewisses Gefühl der Kontrolle („Ich kann den Schmerz stoppen“) und Erleichterung bieten.

Der geäußerte Wunsch nach Tötung sei vielfach ein Hilfeschrei zum Leben und nicht der Wunsch nach Hilfe zum Sterben. In den meisten Fällen könnten schwere Suizidtendenzen und selbstverletzendes Verhalten behandelt und Betroffene bei der Genesung unterstützt werden, fasst IMABE die Studienergebnisse der Experten zusammen.

Quelle: ALFA-Newsletter


Farben führen weltweit zu ähnlichen Gefühlen

Weltweit verbinden Menschen Farben mit bestimmten Empfindungen  –  und zwar im wesentlichen dieselben Farben mit den gleichen Gefühlen. Zu diesem Ergebnis ist ein internationales Forschungsteam mit einer detaillierten Befragung von 4598 Teilnehmenden aus 30 Nationen auf sechs Kontinenten gekommen.

„Eine ähnliche Studie gab es in diesem Umfang bisher nicht“, sagt Privatdozent Dr. Daniel Oberfeld-Twistel, der vonseiten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) beteiligt war:

„Dadurch konnten wir einen umfassenden Überblick gewinnen und feststellen, dass Farb-Emotions-Assoziationen weltweit überraschend ähnlich sind.“

Wie die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Psychological Science berichten, hatten sie die Probanden online einen Fragebogen ausfüllen lassen, auf dem zwölf Farbwörtern jeweils bis zu 20 Gefühle in unterschiedlicher Intensität zugeordnet werden sollten. Anschließend bildeten die Forscher die nationalen Mittelwerte der Angaben und verglichen diese mit dem weltweiten Durchschnitt.

„Dadurch zeigt sich eine große globale Übereinstimmung“, sagt Oberfeld-Twistel. „Zum Beispiel ist Rot weltweit die einzige Farbe, die sowohl stark mit einem positiven Gefühl – Liebe – als auch stark mit einem negativen Gefühl – Ärger – assoziiert wird.“

Braun hingegen löst weltweit am wenigsten Emotionen aus. Allerdings stellen die Wissenschaftler auch nationale Besonderheiten fest: Etwa wird Weiß in China wesentlich stärker mit Trauer verbunden als in anderen Ländern, Ähnliches gilt für Lila in Griechenland. „Möglicherweise liegt das daran, dass in China bei Beerdigungen weiße Kleidung getragen und Lila in der griechisch-orthodoxen Kirche zur Verdeutlichung von Trauer verwendet wird“, erläutert Oberfeld-Twistel.

Möglicherweise spielt neben solchen kulturellen Besonderheiten auch das Klima eine Rolle: So wird nach einer weiteren Studie des Teams Gelb in Ländern mit wenig Sonnenschein stärker mit Freude verbunden als in Ländern mit viel Sonnenschein.

Quelle: Universität Mainz

 


Kinderärzte beklagen psychische Schäden infolge staatlicher Corona-Maßnahmen

Laut der repräsentativen Studie „Homeschooling und Gesundheit 2020“, für die 150 Kinderärzte befragt wurden, sollen Kinder keinen weiteren unnötigen Belastungen durch Corona-bedingte Schulschließungen ausgesetzt werden.

Bereits jetzt sehe man in der kinderärztlichen Praxis einen überproportionalen Anstieg an psychischen Auffälligkeiten. Schul- und Kita-Schließungen sowie Kontaktbeschränkungen belasten besonders die Psyche junger Patienten, so das Fazit der Mediziner: 89 Prozent beobachten vermehrt seelische Probleme.

Dazu erklärt der AfD-Bundestagsabgeordnete Paul Podolay, Mitglied im Ausschuss für Gesundheit:

„Unsere Kinder sind unser wertvollstes Gut. Die Maßnahmen der Regierung zeigen jedoch, dass sie das Kindeswohl längst aus den Augen verloren hat.

In ihrer psychosozialen Entwicklung sind Kinder hochgradig abhängig von der emotionalen Beziehung zu anderen Menschen. Neben der wichtigen Lehrer-Schüler-Beziehung entwickeln Kinder ihre Sozialkompetenzen jedoch mindestens ebenso intensiv durch den Kontakt mit anderen Mitschülern. Zudem trägt der schulische Alltag in diesen Zeiten für viele Schüler erheblich zur Stabilität bei.

Die Studie der pronova BKK legt nun erstmalig Daten vor, die die negativen gesundheitlichen Effekte der Corona-Maßnahmen unterstreichen. Diese zeigt, dass aus der kinderärztlichen Praxis vermehrt über eine Zunahme von Angststörungen und psychischen Leiden bei Kindern berichtet wird.

Ganze 68 Prozent der befragten Ärzte rechnen mit Corona-bedingten Traumata bei Heranwachsenden. Die Entwicklung unserer Kinder steht auf dem Spiel und psychologische Langzeitschäden sind nicht auszuschließen.

Wir sind es unseren Kindern schuldig, nun zügig zur Normalität und zu einem geregelten Schulbetrieb zurückzukehren, um die fundamentalen Elemente der Erziehung, des Lernens und der Sozialentwicklung zu gewährleisten.“


Studie zu ARD und ZDF: „Bedrohungsrhetorik“ und Lust an der Coronakrise

Eine Studie über Sondersendungen von ARD und ZDF hinsichtlich Corona-Pandemie bescheinigt diesen Formaten eine Lust an der Krise. Statt Lösungen ins Auge zu fassen, hätten die Beiträge vor allem die Probleme gesehen. Auch tiefergehende Kritik an politischen Entscheidungen vermissten die Forscher.

Das beobachteten die Medienwissenschaftler Dennis Gräf und Martin Hennig von der Universität Passau. Sie analysierten für eine Studie, welche Argumente, Inszenierungen und inhaltlichen Schwerpunkte die Sondersendungen von ARD und ZDF zwischen Mitte März und Mitte Mai aufgriffen.

Allein die schiere Anzahl von Sondersendungen zur Corona-Pandemie vermittle ein „permanentes Krisen- und Bedrohungsszenario“, das in den Augen der Forscher den Blick auf die Welt verenge: So habe es innerhalb von 15 Wochen 51 ARD-Extra- und 42 ZDF-Spezial-Sendungen gegeben. Dabei seien diese Formate, die nach den Hauptnachrichten ausgestrahlt werden, normalerweise für besondere nachrichtliche Anlässe vorgesehen, also eigentlich die Ausnahme. 

Auch die Sendungen selbst seien stark von einer „Krisenrhetorik“ geprägt gewesen und hätten eine insgesamt negative Weltsicht vermittelt, stellten Gräf und Hennig fest. Maßnahmen gegen die Krise seien als neue Krise erschienen. Dabei bedienten sich die Beiträge teilweise einer Inszenierung, die an fiktionale Weltuntergangs-Erzählungen erinnere, etwa immer wiederkehrende Bilder von verwaisten Straßen und Geschäften.  

Zwar sei im gesellschaftlichen Diskurs deutlich geworden, dass die Maßnahmen gegen die Pandemie laufend angepasst und öffentlich diskutiert werden müssten. Jedoch hätten die Sondersendungen von ARD und ZDF „eine Identität von Virus und Maßnahmen inszeniert, wodurch die Maßnahmen als genauso ‚natürlich‘ und in gewisser Hinsicht unhinterfragbar wie der Virus selbst erscheinen“.

Tiefergehende Kritik an den Maßnahmen vermissten die Forscher in den Sondersendungen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.pro-medienmagazin.de/index.php?id=96286


Israel: Mit Cholesterin-Senker gegen Corona


AfD: Polizei vor Rassismus-Studie schützen

Zu dem von Innenminister Seehofer angekündigten Wegfall der Durchführung einer Studie zu einem etwaigen „Racial Profiling“ bei der Polizei erklärt der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio: 

Vor einer schon vom Ansatz her erwartbar ideologisierten Studie muss die Polizei geschützt werden.

Diese Studie hätte vor allem dazu dienen sollen, vorgefasste linke Klischees zu bedienen. Jeder Fall von Racial Profiling kann längst angezeigt werden.

Dass Polizisten aber pauschal als rassistisch verdächtig werden, ist nicht im Sinne des gesellschaftlichen Friedens und gefährdet die öffentliche Ordnung. Polizeihass soll so salonfähig werden.

Wenn Polizisten unter den Generalverdacht des Rassismus gestellt werden, werden sie gehemmt, Ausländer zu kontrollieren und gegebenenfalls festzunehmen. So soll die festgestellte Ausländerkriminalität sinken und ein zentrales Argument gegen Zuwanderung abgeräumt werden.

Das ganze Vorhaben ist ebenso abzulehnen wie das ganz ähnlich gestrickte Berliner Anti-Diskriminierungsgesetz, das eine Beweislastumkehr zu Lasten der Polizei beinhaltet.

Und auch die Argumente, mit denen die Ankündigung des Innenministers jetzt kritisiert wird (‚wer nichts zu verbergen hat, der hat ja nichts zu befürchten‘ und ‚wir brauchen ja erst einmal Daten, um zu wissen, wie es darum steht‘), zeigen: Die Umkehr der Beweislast ist publizistisch bereits vollzogen.

Man setzt einen Generalverdacht einfach behauptend in den Raum – und dann heißt es: Nun widerlegt mal schön.“

 


Universität Mainz: Studie zur häuslichen Altenpflege in Corona-Zeiten gestartet

Pflege war mehr als sonst eine Aufgabe der Familie

In Deutschland wird der Großteil der rund 3,4 Millionen pflegebedürftigen älteren Menschen zu Hause gepflegt. Mit dem Ausbruch des Coronavirus im März dieses Jahres hat sich ihre Situation und die der pflegenden Angehörigen erheblich gewandelt.

Zum einen handelt es sich bei älteren pflegebedürftigen Menschen um eine Personengruppe mit erhöhtem Risiko, für die eine COVID-19-Erkrankung besonders gefährlich ist. Pflegende Angehörige sehen sich deshalb mit der stetigen Sorge konfrontiert, ihre pflegebedürftigen älteren Angehörigen versehentlich mit dem Virus infizieren zu können.

Zum anderen können zuvor genutzte Dienste wie ambulante Pflegedienste oder die Tages- beziehungsweise Kurzzeitpflege aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus derzeit nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus mussten viele Familie spontan auf die Unterstützung von osteuropäischen Haushaltshilfen verzichten. Diese im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebenden Frauen und Männer sind oftmals der Schlüssel für ein funktionierendes Pflegearrangement im Alter. Die meisten von ihnen arbeiten jedoch schwarz, sodass ihnen zumindest vorübergehend die Ein- oder Wiedereinreise nach Deutschland verwehrt war. Denn nur Haushaltshilfen mit einem gültigen Arbeitsvertrag durften die Grenze überqueren. Auch auf Arztbesuche muss häufig verzichtet werden; Hausärzte stellen Hausbesuche nicht selten ein.

Die entstandenen Lücken durch ambulante Pflegedienste zu schließen, ist praktisch unmöglich. In der Branche herrscht nicht nur chronischer Personalmangel. Hinzu kommt, dass gerade zu Beginn der Krise die Ausrüstung ambulanter Pflegedienste mit Schutzmaterial nur unzureichend war.

Die Familien müssen also entscheiden, ob sie das Risiko einer möglichen Ansteckung eingehen oder aber auf diese Dienste verzichten wollen. Vieles spricht also dafür, dass die Pflege älterer Menschen in Zeiten von Corona noch stärker als sonst von den Angehörigen geleistet werden muss.

Doch wie genau hat sich die häusliche Altenpflege nach der Ausbreitung des Virus verändert? Und was bedeuten diese Veränderungen für die pflegenden Angehörigen? Welche Belastungen sind entstanden und welche Lösungen wurden gefunden – oder auch nicht?

Diesen und anderen Fragen widmet sich eine kürzlich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) begonnene Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Schweppe und Dr. Vincent Horn.

Für die Studie werden 300 pflegende Angehörige im Rahmen einer Online-Umfrage befragt. Parallel dazu werden Daten mittels leitfadengestützter Interviews erhoben. Auf diese Weise soll die Situation pflegender Angehöriger sowohl in der Breite als auch in der Tiefe erfasst werden.

Cornelia Schweppe sagt: „Auf die vielen Problematiken der häuslichen Pflege alter Menschen wurde seit geraumer Zeit hingewiesen. Es ist zu befürchten, dass sie sich in Zeiten Coronas um ein Weiteres verschärfen mit bislang ungekannten Auswirkungen sowohl auf die Angehörigen als auch auf die Pflegebedürftigen.“

Vincent Horn ergänzt, dass die Pflege älterer Menschen beim kürzlich verabschiedeten Konjunkturpaket zu kurz gekommen sei: „Tatsächlich kommt das Wort Pflege im Konjunkturpaket erst gar nicht vor.“

Durch ihre Studie erhoffen sich die Erziehungswissenschaftler Einblicke in den Pflegealltag sowie Erkenntnisse über die aktuellen Bedarfe und Folgen der Corona-Krise für die pflegenden Angehörigen. Dies sei wichtig, um Unterstützungsangebote bereitstellen zu können, die pflegende Angehörige entlasten, und die Qualität der häuslichen Altenpflege in diesen Zeiten gewährleisten zu können.

Kontakt:
Prof. Dr. Cornelia Schweppe, J.-G.-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-20727 oder -26380
E-Mail: c.schweppe@uni-mainz.de

Weiterführende Links:
http://www.sozialpaedagogik.fb02.uni-mainz.de/1076.php – AG Sozialpädagogik
https://www.gfk.uni-mainz.de/prof-dr-cornelia-schweppe/ – GFK-Fellow Cornelia Schweppe

Lesen Sie mehr zum Thema:
https://idw-online.de/de/news742820 – idw-Meldung „Ruhestand im Globalen Süden: Hoffnung auf ein besseres Leben im Rentnerparadies“ (5.3.2020)
https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/7744_DEU_HTML.php – Pressemitteilung „Pflegenotstand in Deutschland: Migrantische Pflegekräfte als Lösung für Staat und Familien?“ (27.2.2019)
http://www.magazin.uni-mainz.de/9435_DEU_HTML.php – JGU-Magazin-Beitrag „Entwicklungsland in Sachen Altenpflege“ (20.8.2018)
https://idw-online.de/de/news688928 – idw-Nachricht „Alte Menschen besser vor Gewalt in der häuslichen Pflege schützen“ (8.2.2018)

 


Lernen zuhause: Ist Homeschooling in den USA ein Vorbild auch für Deutschland?

Überraschend wurde Homeschooling durch die Schutzmaßnahmen zur aktuellen Pandemie für alle deutschen Familien und Lehrkräfte zum Thema.

Da regulärer Heimunterricht bisher nicht erlaubt ist, fehlen hier die Erfahrungen und Ressourcen. In den USA erlebt Homeschooling derweil einen enormen Aufschwung: Inzwischen werden rund zwei Millionen Kinder zu Hause unterrichtet – Tendenz steigend.

Mit dem Buch ‚Portrait des amerikanischen Homeschoolings‘ von Margot Heike Melas-Geiger liegt im Verlag für Kultur und Wissenschaft nun eine gründliche Studie vor, die den aktuellen US-Trend und die dahinterstehende Bildungsbewegung aus deutscher Sicht analysiert.

Der Verleger, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sagte anlässlich der Veröffentlichung:

„Während unsere bisherigen vier Titel eher ein erziehungswissenschaftliches Pro und Contra für Homeschooling lieferten, veröffentlichen wir diesmal ein sympathisch-kritisches Portrait. Man muss etwas zunächst einmal kennen, bevor man es kritisieren kann.

Es geht dem Verlag dabei nicht darum, Schulen flächendeckend durch Homeschooling zu ersetzen, sondern um ein Ausloten des Innovationsschubes gerade des digitalen Homeschoolings sowie von Alternativen für bestimmte Gruppen von Jugendlichen, die mit der Schule nicht klar kommen.

In den USA bieten Schulen Hilfen und Onlinekurse für Homeschooler an, Kombi-Angebote werden normaler. Deutschland verliert viel an Innovation, wenn es an seinem starren Entweder-Oder festhält.“

Seit 1993 ist Homeschooling in allen 50 US-Bundesstaaten legal und findet auch dank wachsender digitaler Angebote immer mehr Zulauf. Längst ist hier ein Millionengeschäft mit Materialien, Kursen und Komplettpaketen entstanden.

Melas-Geiger gibt einen ausführlichen Überblick zum Forschungsstand: Was sind die Motive der Eltern aus allen Bevölkerungs- und Einkommensschichten, die ihre Kinder zu Hause unterrichten? Welche Methoden und Hilfsmittel nutzen sie? Wie wirkt sich dieses Vorgehen auf das Sozialverhalten und das weitere Leben der Kinder aus?

Im zweiten Teil des Buches stellt die Autorin das Fallbeispiel einer typischen Homeschooling-Familie mit drei Kindern vor, die sie über Jahre begleitet hat – vom Ausstieg aus dem Schulbetrieb bis zum erfolgreichen Studium der ältesten Tochter.

Quelle: https://www.bucer.de/ressource/details/bonner-querschnitte-332020-ausgabe-651.html


Studie: Wie finden Männer zur Krebsberatung?

Krebskranke Männer sind ebenso häufig psychosozial belastet wie Frauen. Während eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus nehmen sie psycho-onkologische Unterstützungsangebote genauso häufig wahr wie Frauen. 

In der ambulanten Versorgung gibt es hingegen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: In den Krebsberatungsstellen sind nur 30 Prozent aller Ratsuchenden Männer.

Wie es gelingen kann, Männern den Weg in die ambulante Krebsberatung zu ebnen, ist Gegenstand einer Studie der Universitätsmedizin Mainz unter Federführung des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) in Kooperation mit 15 Krebsberatungsstellen (KBS) in Deutschland.

Im Rahmen der Studie startet nun ein Pilotprojekt, um zu überprüfen, wie wirksam bestimmte Maßnahmen sind.

Wie werden Versorgungsangebote wirksam?

Wenn sie so konzipiert sind, dass sie von der Zielgruppe in Anspruch genommen werden. Dies trifft auch auf die psychologische und sozialrechtliche Beratung von Krebspatienten zu. Männer profitieren von der psycho-onkologischen Versorgung im ambulanten Bereich genauso wie Frauen. Bisherige Studien zeigen auch, dass Männer zwar durchaus Bedarf und Interesse an psychoonkologischer Versorgung haben, jedoch nehmen sie diese seltener wahr.

Die Gründe hierfür sind geschlechtsspezifisch und komplex.

„Männer sind oftmals weniger gut informiert – sowohl was die Existenz der Krebsberatungsstellen anbelangt als auch wie hilfreich diese Anlaufstellen für sie sein könnten. Zudem verspüren sie subjektiv in geringerem Umfang den Bedarf an Beratung und haben mitunter Vorbehalte und falsche Vorstellungen von psychosozialen Angeboten. Des Weiteren haben Männer häufig die Erwartung an sich selbst, stark sein zu müssen und keine Hilfe zu benötigen“, erläutert Prof. Dr. Susanne Singer von der Universitätsmedizin Mainz.

Um das Leistungsangebot der ambulanten Beratungsstellen für Männer attraktiver zu machen, gehen die Experten in ihren Informationen beispielsweise verstärkt auf die spezifischen Bedürfnisse von Männern ein. Dazu zählt auch, die niedergelassenen Ärzte für eine derartige Kommunikation zu befähigen.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz


Streit unter Virologen: Prof. Kekulé beharrt auf seiner Kritik an der Drosten-„Studie“

Der bekannte Virologe Prof. Alexander Kekulé äußert sich nach wie vor kritisch über eine Veröffentlichung seines seit Monaten in Medien präsenten Berufskollegen Prof. Christian Drosten aus Berlin.

Dieser hatte behauptet, vom Coronavirus infizierte Kinder seien wahrscheinlich genauso ansteckend sind wie Erwachsene und er hat sich hierbei auf (s)eine Studie berufen.

Prof. Kekulé erklärt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Wir wissen durch die Studie weder mehr noch weniger.“   (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/virologe-kekule-zu-drosten-studie-auf-der-auswertungsseite.694.de.html?dram:article_id=477623)

Hierzu läuft seit Tagen eine öffentliche Kontroverse unter Virologen, die an Schärfe zunimmt.

Prof. Alexander Kekulé leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums in Halle.

Er schrieb im „Tagesspiegel“, Drosten hätte seine Veröffentlichung zu der in Wirklichkeit unzureichenden Untersuchung zurückziehen müssen.

Drosten wirft ihm nun vor, er betreibe Stimmungsmache, seine Darstellung sei tendenziös.

Kekulé erklärt im DLF-Interview, genau genommen handle es sich nicht einmal um eine wissenschaftliche „Vorstudie“, sondern lediglich um ein „Preprint“, also einen Vorabdruck. Den Inhalt könne man keineswegs „eins zu eins übernehmen“.

Er habe aber zunächst gezögert, „einen Virologenstreit anzetteln“: „Sie wissen, wie Herr Drosten vorher mit Herrn Streeck umgegangen ist.“

Die Kernaussage des Drosten-Preprints lautete, Kinder seien wahrscheinlich genauso Corona-infektiös wie Erwachsene. Laut Kekulé trifft diese These nicht zu.