Israel: Mit Cholesterin-Senker gegen Corona


AfD: Polizei vor Rassismus-Studie schützen

Zu dem von Innenminister Seehofer angekündigten Wegfall der Durchführung einer Studie zu einem etwaigen „Racial Profiling“ bei der Polizei erklärt der innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio: 

Vor einer schon vom Ansatz her erwartbar ideologisierten Studie muss die Polizei geschützt werden.

Diese Studie hätte vor allem dazu dienen sollen, vorgefasste linke Klischees zu bedienen. Jeder Fall von Racial Profiling kann längst angezeigt werden.

Dass Polizisten aber pauschal als rassistisch verdächtig werden, ist nicht im Sinne des gesellschaftlichen Friedens und gefährdet die öffentliche Ordnung. Polizeihass soll so salonfähig werden.

Wenn Polizisten unter den Generalverdacht des Rassismus gestellt werden, werden sie gehemmt, Ausländer zu kontrollieren und gegebenenfalls festzunehmen. So soll die festgestellte Ausländerkriminalität sinken und ein zentrales Argument gegen Zuwanderung abgeräumt werden.

Das ganze Vorhaben ist ebenso abzulehnen wie das ganz ähnlich gestrickte Berliner Anti-Diskriminierungsgesetz, das eine Beweislastumkehr zu Lasten der Polizei beinhaltet.

Und auch die Argumente, mit denen die Ankündigung des Innenministers jetzt kritisiert wird (‚wer nichts zu verbergen hat, der hat ja nichts zu befürchten‘ und ‚wir brauchen ja erst einmal Daten, um zu wissen, wie es darum steht‘), zeigen: Die Umkehr der Beweislast ist publizistisch bereits vollzogen.

Man setzt einen Generalverdacht einfach behauptend in den Raum – und dann heißt es: Nun widerlegt mal schön.“

 


Universität Mainz: Studie zur häuslichen Altenpflege in Corona-Zeiten gestartet

Pflege war mehr als sonst eine Aufgabe der Familie

In Deutschland wird der Großteil der rund 3,4 Millionen pflegebedürftigen älteren Menschen zu Hause gepflegt. Mit dem Ausbruch des Coronavirus im März dieses Jahres hat sich ihre Situation und die der pflegenden Angehörigen erheblich gewandelt.

Zum einen handelt es sich bei älteren pflegebedürftigen Menschen um eine Personengruppe mit erhöhtem Risiko, für die eine COVID-19-Erkrankung besonders gefährlich ist. Pflegende Angehörige sehen sich deshalb mit der stetigen Sorge konfrontiert, ihre pflegebedürftigen älteren Angehörigen versehentlich mit dem Virus infizieren zu können.

Zum anderen können zuvor genutzte Dienste wie ambulante Pflegedienste oder die Tages- beziehungsweise Kurzzeitpflege aufgrund der Maßnahmen zur Eindämmung des Virus derzeit nicht mehr oder nur sehr eingeschränkt in Anspruch genommen werden.

Darüber hinaus mussten viele Familie spontan auf die Unterstützung von osteuropäischen Haushaltshilfen verzichten. Diese im Haushalt der pflegebedürftigen Person lebenden Frauen und Männer sind oftmals der Schlüssel für ein funktionierendes Pflegearrangement im Alter. Die meisten von ihnen arbeiten jedoch schwarz, sodass ihnen zumindest vorübergehend die Ein- oder Wiedereinreise nach Deutschland verwehrt war. Denn nur Haushaltshilfen mit einem gültigen Arbeitsvertrag durften die Grenze überqueren. Auch auf Arztbesuche muss häufig verzichtet werden; Hausärzte stellen Hausbesuche nicht selten ein.

Die entstandenen Lücken durch ambulante Pflegedienste zu schließen, ist praktisch unmöglich. In der Branche herrscht nicht nur chronischer Personalmangel. Hinzu kommt, dass gerade zu Beginn der Krise die Ausrüstung ambulanter Pflegedienste mit Schutzmaterial nur unzureichend war.

Die Familien müssen also entscheiden, ob sie das Risiko einer möglichen Ansteckung eingehen oder aber auf diese Dienste verzichten wollen. Vieles spricht also dafür, dass die Pflege älterer Menschen in Zeiten von Corona noch stärker als sonst von den Angehörigen geleistet werden muss.

Doch wie genau hat sich die häusliche Altenpflege nach der Ausbreitung des Virus verändert? Und was bedeuten diese Veränderungen für die pflegenden Angehörigen? Welche Belastungen sind entstanden und welche Lösungen wurden gefunden – oder auch nicht?

Diesen und anderen Fragen widmet sich eine kürzlich an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) begonnene Studie unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Schweppe und Dr. Vincent Horn.

Für die Studie werden 300 pflegende Angehörige im Rahmen einer Online-Umfrage befragt. Parallel dazu werden Daten mittels leitfadengestützter Interviews erhoben. Auf diese Weise soll die Situation pflegender Angehöriger sowohl in der Breite als auch in der Tiefe erfasst werden.

Cornelia Schweppe sagt: „Auf die vielen Problematiken der häuslichen Pflege alter Menschen wurde seit geraumer Zeit hingewiesen. Es ist zu befürchten, dass sie sich in Zeiten Coronas um ein Weiteres verschärfen mit bislang ungekannten Auswirkungen sowohl auf die Angehörigen als auch auf die Pflegebedürftigen.“

Vincent Horn ergänzt, dass die Pflege älterer Menschen beim kürzlich verabschiedeten Konjunkturpaket zu kurz gekommen sei: „Tatsächlich kommt das Wort Pflege im Konjunkturpaket erst gar nicht vor.“

Durch ihre Studie erhoffen sich die Erziehungswissenschaftler Einblicke in den Pflegealltag sowie Erkenntnisse über die aktuellen Bedarfe und Folgen der Corona-Krise für die pflegenden Angehörigen. Dies sei wichtig, um Unterstützungsangebote bereitstellen zu können, die pflegende Angehörige entlasten, und die Qualität der häuslichen Altenpflege in diesen Zeiten gewährleisten zu können.

Kontakt:
Prof. Dr. Cornelia Schweppe, J.-G.-Universität Mainz
Tel. +49 6131 39-20727 oder -26380
E-Mail: c.schweppe@uni-mainz.de

Weiterführende Links:
http://www.sozialpaedagogik.fb02.uni-mainz.de/1076.php – AG Sozialpädagogik
https://www.gfk.uni-mainz.de/prof-dr-cornelia-schweppe/ – GFK-Fellow Cornelia Schweppe

Lesen Sie mehr zum Thema:
https://idw-online.de/de/news742820 – idw-Meldung „Ruhestand im Globalen Süden: Hoffnung auf ein besseres Leben im Rentnerparadies“ (5.3.2020)
https://www.uni-mainz.de/presse/aktuell/7744_DEU_HTML.php – Pressemitteilung „Pflegenotstand in Deutschland: Migrantische Pflegekräfte als Lösung für Staat und Familien?“ (27.2.2019)
http://www.magazin.uni-mainz.de/9435_DEU_HTML.php – JGU-Magazin-Beitrag „Entwicklungsland in Sachen Altenpflege“ (20.8.2018)
https://idw-online.de/de/news688928 – idw-Nachricht „Alte Menschen besser vor Gewalt in der häuslichen Pflege schützen“ (8.2.2018)

 


Lernen zuhause: Ist Homeschooling in den USA ein Vorbild auch für Deutschland?

Überraschend wurde Homeschooling durch die Schutzmaßnahmen zur aktuellen Pandemie für alle deutschen Familien und Lehrkräfte zum Thema.

Da regulärer Heimunterricht bisher nicht erlaubt ist, fehlen hier die Erfahrungen und Ressourcen. In den USA erlebt Homeschooling derweil einen enormen Aufschwung: Inzwischen werden rund zwei Millionen Kinder zu Hause unterrichtet – Tendenz steigend.

Mit dem Buch ‚Portrait des amerikanischen Homeschoolings‘ von Margot Heike Melas-Geiger liegt im Verlag für Kultur und Wissenschaft nun eine gründliche Studie vor, die den aktuellen US-Trend und die dahinterstehende Bildungsbewegung aus deutscher Sicht analysiert.

Der Verleger, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sagte anlässlich der Veröffentlichung:

„Während unsere bisherigen vier Titel eher ein erziehungswissenschaftliches Pro und Contra für Homeschooling lieferten, veröffentlichen wir diesmal ein sympathisch-kritisches Portrait. Man muss etwas zunächst einmal kennen, bevor man es kritisieren kann.

Es geht dem Verlag dabei nicht darum, Schulen flächendeckend durch Homeschooling zu ersetzen, sondern um ein Ausloten des Innovationsschubes gerade des digitalen Homeschoolings sowie von Alternativen für bestimmte Gruppen von Jugendlichen, die mit der Schule nicht klar kommen.

In den USA bieten Schulen Hilfen und Onlinekurse für Homeschooler an, Kombi-Angebote werden normaler. Deutschland verliert viel an Innovation, wenn es an seinem starren Entweder-Oder festhält.“

Seit 1993 ist Homeschooling in allen 50 US-Bundesstaaten legal und findet auch dank wachsender digitaler Angebote immer mehr Zulauf. Längst ist hier ein Millionengeschäft mit Materialien, Kursen und Komplettpaketen entstanden.

Melas-Geiger gibt einen ausführlichen Überblick zum Forschungsstand: Was sind die Motive der Eltern aus allen Bevölkerungs- und Einkommensschichten, die ihre Kinder zu Hause unterrichten? Welche Methoden und Hilfsmittel nutzen sie? Wie wirkt sich dieses Vorgehen auf das Sozialverhalten und das weitere Leben der Kinder aus?

Im zweiten Teil des Buches stellt die Autorin das Fallbeispiel einer typischen Homeschooling-Familie mit drei Kindern vor, die sie über Jahre begleitet hat – vom Ausstieg aus dem Schulbetrieb bis zum erfolgreichen Studium der ältesten Tochter.

Quelle: https://www.bucer.de/ressource/details/bonner-querschnitte-332020-ausgabe-651.html


Studie: Wie finden Männer zur Krebsberatung?

Krebskranke Männer sind ebenso häufig psychosozial belastet wie Frauen. Während eines stationären Aufenthaltes im Krankenhaus nehmen sie psycho-onkologische Unterstützungsangebote genauso häufig wahr wie Frauen. 

In der ambulanten Versorgung gibt es hingegen große Unterschiede zwischen den Geschlechtern: In den Krebsberatungsstellen sind nur 30 Prozent aller Ratsuchenden Männer.

Wie es gelingen kann, Männern den Weg in die ambulante Krebsberatung zu ebnen, ist Gegenstand einer Studie der Universitätsmedizin Mainz unter Federführung des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) in Kooperation mit 15 Krebsberatungsstellen (KBS) in Deutschland.

Im Rahmen der Studie startet nun ein Pilotprojekt, um zu überprüfen, wie wirksam bestimmte Maßnahmen sind.

Wie werden Versorgungsangebote wirksam?

Wenn sie so konzipiert sind, dass sie von der Zielgruppe in Anspruch genommen werden. Dies trifft auch auf die psychologische und sozialrechtliche Beratung von Krebspatienten zu. Männer profitieren von der psycho-onkologischen Versorgung im ambulanten Bereich genauso wie Frauen. Bisherige Studien zeigen auch, dass Männer zwar durchaus Bedarf und Interesse an psychoonkologischer Versorgung haben, jedoch nehmen sie diese seltener wahr.

Die Gründe hierfür sind geschlechtsspezifisch und komplex.

„Männer sind oftmals weniger gut informiert – sowohl was die Existenz der Krebsberatungsstellen anbelangt als auch wie hilfreich diese Anlaufstellen für sie sein könnten. Zudem verspüren sie subjektiv in geringerem Umfang den Bedarf an Beratung und haben mitunter Vorbehalte und falsche Vorstellungen von psychosozialen Angeboten. Des Weiteren haben Männer häufig die Erwartung an sich selbst, stark sein zu müssen und keine Hilfe zu benötigen“, erläutert Prof. Dr. Susanne Singer von der Universitätsmedizin Mainz.

Um das Leistungsangebot der ambulanten Beratungsstellen für Männer attraktiver zu machen, gehen die Experten in ihren Informationen beispielsweise verstärkt auf die spezifischen Bedürfnisse von Männern ein. Dazu zählt auch, die niedergelassenen Ärzte für eine derartige Kommunikation zu befähigen.

Quelle: Universitätsmedizin Mainz


Streit unter Virologen: Prof. Kekulé beharrt auf seiner Kritik an der Drosten-„Studie“

Der bekannte Virologe Prof. Alexander Kekulé äußert sich nach wie vor kritisch über eine Veröffentlichung seines seit Monaten in Medien präsenten Berufskollegen Prof. Christian Drosten aus Berlin.

Dieser hatte behauptet, vom Coronavirus infizierte Kinder seien wahrscheinlich genauso ansteckend sind wie Erwachsene und er hat sich hierbei auf (s)eine Studie berufen.

Prof. Kekulé erklärt in einem Interview mit dem Deutschlandfunk: „Wir wissen durch die Studie weder mehr noch weniger.“   (Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/virologe-kekule-zu-drosten-studie-auf-der-auswertungsseite.694.de.html?dram:article_id=477623)

Hierzu läuft seit Tagen eine öffentliche Kontroverse unter Virologen, die an Schärfe zunimmt.

Prof. Alexander Kekulé leitet das Institut für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums in Halle.

Er schrieb im „Tagesspiegel“, Drosten hätte seine Veröffentlichung zu der in Wirklichkeit unzureichenden Untersuchung zurückziehen müssen.

Drosten wirft ihm nun vor, er betreibe Stimmungsmache, seine Darstellung sei tendenziös.

Kekulé erklärt im DLF-Interview, genau genommen handle es sich nicht einmal um eine wissenschaftliche „Vorstudie“, sondern lediglich um ein „Preprint“, also einen Vorabdruck. Den Inhalt könne man keineswegs „eins zu eins übernehmen“.

Er habe aber zunächst gezögert, „einen Virologenstreit anzetteln“: „Sie wissen, wie Herr Drosten vorher mit Herrn Streeck umgegangen ist.“

Die Kernaussage des Drosten-Preprints lautete, Kinder seien wahrscheinlich genauso Corona-infektiös wie Erwachsene. Laut Kekulé trifft diese These nicht zu.


Warum die Einführung des Euro ein Fehler war

Von Peter Kiefer

Nur um nicht zugeben zu müssen, dass die Einführung des Euro eine Schnapsidee war, bemühen sich alle möglichen Institutionen unentwegt, selbst mit kruden Studien Vorteile, vor allem für Deutschland, zu ‚beweisen‘.

Neues Beispiel: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) stellt in einer Studie fest, dass das EZB-Anleihekaufprogramm den deutschen Sparern nicht geschadet hat, ganz im Gegenteil, es habe die Vermögensbildung in Deutschland gegenüber den übrigen Ländern der Eurozone verbessert, da der ‚deutsche Sparer‘ sein Vermögen nicht über Zinsen aufbaue, sondern über sein Arbeitseinkommen(!).

Da so viel Sprach-Akrobatik nach wissenschaftlicher Begründung giert, wurde der Begriff des „verstopften Wechselkursventils“ geschaffen, das der deutschen Export-Industrie den Spitzenplatz in Europa sichert.

Tatsache ist, dass die überschuldeten Mitgliedstaaten mit dem billigen Geld der EZB den deutschen Export stützen – wie die Target 2-Salden zeigen. Aber nur jene, die auch an den Osterhasen glauben, gehen davon aus, dass diese Salden jemals ausgeglichen werden.

Der Trick dabei ist, dass die Unternehmen ihre Rechnungen von der Bundesbank bezahlt bekommen, der Steuerzahler jedoch auf den Salden sitzen bleibt.

Bei Fehlern ist der gleiche Mechanismus wirksam wie bei Lügen, die zwangsläufig neue Lügen gebiert. Es hat bei der Einführung des Euro an Warnungen nicht gefehlt, dass eine gemeinsame Währung für unterschiedliche Wirtschaftsstrukturen nicht automatisch die Teilnehmerländer aneinander bindet, sondern eher das Gegenteil, sie nämlich auseinander dividiert – und genau das ist eingetroffen!

Alle ‚wissenschaftlichen‘ Verrenkungen dienen ausschließlich dazu, die Fehlentscheidung von damals zu kaschieren, obwohl mittlerweile jeder weiß, dass die Einführung des Euro nicht aufgrund ökonomischer Erkenntnisse geschah, sondern eine politische Entscheidung war.

Jeder Ökonom weiß, dass eine Währungsunion bei derart unterschiedlichen Voraussetzungen noch nie funktioniert hat, und jetzt ist man bemüht, den Zerfall mit emotional aufgeladenen Begriffen wie ‚Friedensprojekt‘ und ‚Solidarität‘ aufzuhalten, dabei ist das billige Geld der EZB nur ein weiterer Fehler, den der ursprüngliche Fehler ‚geboren‘ hat.

Die ‚Künstler‘ vom IW haben bei ihrer Studie weder die Auswirkungen auf die Banken noch die auf die Versicherungen und damit die Versicherten berücksichtigt. Der endgültige Zusammenbruch wird nur weiter verschleppt, aber er kommt.

 


Online-Studie zu elterlichen Belastungen in der COVID-19-Pandemie sucht Teilnehmer

Während der COVID-19-Pandemie bestehen zahlreiche Herausforderungen insbesondere für Eltern und Familien. Einige wissenschaftliche Studien haben sich bislang mit den Belastungen und der psychischen Gesundheit infolge der Pandemie unter der Allgemeinbevölkerung beschäftigt. Allerdings hat kaum eine Studie die Eltern und Familien in den Fokus gerückt.

Daher haben Psychologie-Studenten der Universität Mainz im Rahmen einer Seminararbeit die Online-Studie „Wie geht es Ihnen als Eltern während der Coronavirus-Pandemie?“ initiiert. Diese Befragung untersucht, wie Eltern die Coronavirus-Pandemie wahrnehmen und wie sie sich in der aktuellen Situation fühlen und verhalten.

Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, wie Belastungen und die psychische Gesundheit von Eltern mit der aktuellen Lebenssituation sowie mit der psychischen Gesundheit der Kinder zusammenhängen.

Die Studie richtet sich an Eltern ab 18 Jahren, die mit mindestens einem Kind im Alter bis zu 17 Jahren zusammenleben.

Die Bearbeitungsdauer für die Studie beträgt circa 20 Minuten. Eine Teilnahme ist bis zum 16. Juni 2020 möglich. Als Aufwandsentschädigung werden Einkaufsgutscheine verlost. Die Studie ist über den Link https://www.soscisurvey.de/COVID19-Eltern/ zu erreichen.

 


Studie der Universitätsmedizin Mainz: Pflanzen-Cocktail hilft gegen Katzenjammer

Eine Mischung aus Pflanzenextrakten hilft effektiv gegen Symptome, die durch übermäßigen Alkoholgenuss verursacht werden und sich meist am nächsten Tag als Kater zeigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die Prof. Dr. Bernhard Lieb und Patrick Schmitt von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) durchgeführt haben.

Demnach wirkt ein Pflanzen-Cocktail aus Früchten, Blättern und Wurzeln, versehen mit Mineralstoffen und Vitaminen, gut gegen die häufigsten Kater-Beschwerden wie Kopfschmerzen und Übelkeit. Mineralstoffe und Vitamine alleine hatten keinen günstigen Effekt. „Unsere Ergebnisse machen deutlich, dass eine Intervention gegen Kater-Beschwerden auch eine klinische Signifikanz hat“, sagt Patrick Schmitt.

An der Untersuchung nahmen 214 Probanden im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil. Es handelt sich um die bislang größte Studie auf diesem Gebiet, die zudem nach den höchsten wissenschaftlichen Standards durchgeführt wurde.

Pflanzen-Combo aus Acerola, Kaktusfeige, Ginkgo, Silberweide und Ingwer getestet

Die Biologen wollten herausfinden, ob Kater-Symptome, die nach einem gemäßigten Alkoholkonsum auftreten, durch eine intensive Wasserzufuhr und die Einnahme von antioxidativen Nahrungsergänzungsmitteln und Pflanzenextrakten schwächer ausfallen. Schmitt hat dazu im Vorfeld auf der Basis von 600 Veröffentlichungen in Fachzeitschriften eine Formulierung aus verschiedenen pflanzlichen Substanzen entwickelt.

Dazu gehören Acerolakirsche, Kaktusfeige, Ginkgo, Silberweide und Ingwerwurzel, die für den Test mit Mineralstoffen und Vitaminen kombiniert wurden. Als Vergleich dienten ein Placebo und eine Mischung, die nur aus Mineralstoffen und Vitaminen bestand. Der Alkoholkonsum der Versuchsteilnehmerinnen und Versuchsteilnehmer im Rahmen des Experiments belief sich im Durchschnitt auf rund 1,6 Gramm Alkohol pro Kilogramm Körpergewicht. Das entspricht bei einem Gewicht von 60 Kilogramm etwa 2,5 Liter Bier.

Hangover-Symptome fallen milder aus

Die Probanden konnten sich aussuchen, ob sie Bier, Radler, Weißwein oder Weißweinschorle trinken wollten. Sie erhielten jeweils vor und nach dem Alkoholgenuss einen vorgefertigten Drink der Pflanzenmischung, der Mineralstoff-Vitamin-Mischung oder das Placebo.

Wie sich zeigte, kamen die Versuchsteilnehmer, die den Pflanzen-Cocktail erhielten, am besten über die Runden: Im Vergleich zur Placebo-Gruppe war die Intensität der Kopfschmerzen um 34 Prozent geringer und Übelkeit war um 42 Prozent reduziert, Gleichgültigkeit beziehungsweise Apathie fiel um 27 Prozent schwächer aus und Ruhelosigkeit zeigte gegenüber Placebo eine Reduktion um 41 Prozent.

Studie erfaßt 47 Symptome von Durst bis Tinnitus und Lichtempfindlichkeit bis Impulsivität

Der Kontrollgruppe, die lediglich Mineralstoffe und Vitamine ohne den Pflanzenextrakt erhielt, erging es in etwa wie der Placebo-Gruppe, das heißt sie konnte keine positiven Effekte verbuchen. „Wir sehen also deutlich, dass die Pflanzenauszüge beim Alkoholabbau im Körper interagieren und damit bei der Vorbeugung oder Behandlung von Kater-Erscheinungen helfen beziehungsweise die Probleme lindern“, fasst Schmitt zusammen. „Die Pflanzenextraktmischung stellt nach gegenwärtigem Kenntnisstand die einzige wissenschaftlich belegte Möglichkeit dar, um gegen Kater-Beschwerden zu intervenieren.“

Alkoholkonsum führt nicht zu Dehydration (Wassermangel)

Schmitt, der die Studie im Rahmen seiner Masterarbeit an der JGU durchgeführt hat und nun über Naturstoffe aus Pflanzen gegen Antibiotika-resistente Keime promoviert, weist auf ein weiteres Ergebnis hin: Ein Flüssigkeitsverlust infolge von Alkoholkonsum ist de facto nicht festzustellen. „Das ist ein Mythos aus den 1950er-Jahren. Tatsächlich kommt es aber nicht zu einer Dehydration infolge von Alkohol.“

Die Studie hatte dazu die Flüssigkeitsaufnahme und Urinausscheidung verglichen. Für die Zukunft könnte sich der Biologe weitere Untersuchungen vorstellen, um aus den verschiedenen Pflanzenstoffen einen einzelnen Wirkstoff herauszufiltern, der für die positiven Effekte gegen Kater-Beschwerden hauptsächlich verantwortlich ist. „Dann könnte man aus einer Substanz eventuell auch ein Medikament herstellen“, meint Schmitt.

Quelle: Pressemeldung der Uni Mainz


Menschen mit psychopathischen Neigungen können soziale Distanz schlecht regulieren

Bei der Begegnung mit anderen Menschen halten wir instinktiv eine gewisse soziale Distanz ein, die von verschiedenen Faktoren abhängt. Dieser Wohlfühlabstand wird von Psychopathen häufig verletzt. Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben die soziale Interaktion von Personen mit psychopathischen Tendenzen in einem 3-D-Labor untersucht und ermittelt, welchen Abstand sie zu ihrem virtuellen Gegenüber halten.

BILD: Begegnung mit einer virtuellen Person im Labor der JGU (Foto: Robin Welsch)

Die Ergebnisse zeigen, dass Menschen mit psychopathischen Tendenzen den Wohlfühlabstand mangelhaft regulieren, da sie nicht auf die sozialen Signale des Gegenübers achten. Sie machen keinen Unterschied zwischen einer Person mit freundlichem Gesichtsausdruck und einer anderen mit wütendem Gesichtsausdruck und halten jeweils etwa den gleichen Abstand – im Gegensatz zu Menschen ohne psychopathische Tendenzen. „Wie unsere Studie weiter ergab, zeigen psychopathische Menschen keine adäquate Vermeidungsreaktion. Dies erklärt auch ihr Verhalten“, teilt Robin Welsch vom Psychologischen Institut der JGU mit.

Unter Psychopathie versteht man ein dauerhaft abweichendes Verhalten in Verbindung mit zwischenmenschlichen und emotionalen Defiziten. Dazu gehört auch die Neigung, Schaden oder Leid zu verursachen, indem gegen soziale Normen verstoßen wird. Klinische Berichte weisen in diesem Zusammenhang häufig darauf hin, dass psychopathische Personen den persönlichen Wohlfühlabstand missachten, indem sie zum Beispiel anderen auf unangenehme Weise zu nahe kommen. Wie sich die Abstandsregulation bei psychopathischen Menschen genau verhält, hat Welsch im Labor für virtuelle Realität der Abteilung Allgemeine Experimentelle Psychologie untersucht.

Die studentische Stichprobe umfasste 76 Probanden, 51 Frauen und 25 Männer im Alter zwischen 19 und 38 Jahren. Psychopathische Tendenzen wurden anhand eines Fragebogens erfasst, der insbesondere die beiden Faktoren selbstzentrierte Impulsivität und furchtlose Dominanz ermittelt. Die Probanden wurden schließlich mit dem Setup im 3-D-Labor vertraut gemacht und dann den jeweiligen Tests unterzogen.

„Das Labor bietet eine virtuelle Realität vergleichbar mit den 3-D-Bildern im Kino. Hinzukommt allerdings, dass das 3-D-Bild auf die Bewegung eines Versuchsteilnehmers reagiert und sich anpasst und damit den Probanden in die virtuelle Realität eintauchen lässt“, erklärt Welsch. Im zweiten Versuchsteil konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer außerdem den Avatar mit einem Joystick steuern.

Zeigt der Avatar einen freundlichen Gesichtsausdruck, gehen Menschen ohne psychopathische Tendenzen auf den Avatar zu, bis etwa 1,00 bis 1,10 Meter Abstand besteht. Im Falle eines wütenden Gesichtsausdrucks halten sie eine Distanz von 1,25 Meter ein. Diesen Unterschied machen Menschen mit psychopathischen Neigungen nicht, sie treten unabhängig vom Gesichtsausdruck auf 1,10 Meter heran.

Im zweiten Experiment sollten die Probanden in Reaktion auf die Mimik des Avatars einen Joystick bewegen. „Wir stellten fest, dass die Versuchsteilnehmer mit psychopathischen Tendenzen keine angemessene Vermeidungsreaktion zeigen, obwohl sie den Gesichtsausdruck des Avatars richtig deuten können“, so Welsch, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Erstautor der Studie, an der außerdem Dr. Christoph von Castell und Prof. Dr. Heiko Hecht beteiligt sind.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass Psychopathie nicht einfach zu einer unangemessenen sozialen Distanz führt, sondern dass lediglich die situationsangemessene Regulation der sozialen Distanz gestört ist.

Quelle: Pressemeldung der Universität Mainz