Kleinkinder: Wie die Sehnsucht nach Nahrung und Liebe zusammenhängt

Von Christa Meves

Das ist erstaunlich: Im Straßenbild ließen sich früher eher selten ungewöhnliche Körperformen entdecken, heute treten manche in geballter Quantität auf – so z. B. die allzu starke Vollleiblichkeit einer erheblichen Zahl von Passanten. Und zwar nicht mehr allein bei den Älteren wie einst. Heute sind das nun auch eine zunehmende Schar ausgesprochen pummeliger Kinder im Grundschulalter.

Das entspricht nicht der natürlichen Norm. Diese schreibt nämlich Kindern in unserer Region – spätestens ab der Siebenjährigkeit – als Wachstumsgesetz einen Wachstumsschub vor. Dieser lässt sie nun auch die Reste des „Babyspecks“ aus dem Kleinkindalter einbüßen. Es lässt sich wahrnehmen, wie sich die Kinder altersentsprechend in die Länge strecken, die Buben voran.

Aber heute bleiben diese Vorgänge bei immer mehr Grundschulkindern aus. Diese auch statistisch erfasste, sich immer mehr steigernde Neuheit musste natürlich Entwicklungsforscher anregen, und so sind in unserem neuen Jahrhundert international eine Reihe von Spezialeinrichtungen aus dem Boden geschossen.

Aber oft bleiben die Ergebnisse spärlich. Viel Rückfälligkeit nach Ernährungsumstellungen und Nahrungseinschränkungen ist zu konstatieren.

Und im Einzelnen kann man eine erstaunliche Beobachtung machen: Diese Schar der übergewichtigen Kinder macht bei den Vorschlägen der Therapeuten zwar in konzentrierter Eifrigkeit mit. Aber die Waage bleibt in unbefriedigenden Zahlen stehen oder sie schwingt nach einem Kurzerfolg rasch wieder in die alte Höhe zurück. #

Das lässt immer neu als Endergebnis die schlichte Vorstellung vom „guten Futterverwerter“ als einen hauptsächlichen Verursacher lebendig bleiben. Aber in den meisten Fällen weist das auf eine unzureichende Diagnose hin.

Doch was ist es dann?

Ich habe im Hinblick auf diese Fragestellung in meiner langen Praxiszeit die Erfahrung gemacht, dass in solchen Fällen der Einblick in die kleine Seele noch nicht in der Tiefe gelungen ist. Bei all der Bereitschaft dieser Kinder, brav zu sein, ist ein zentraler Seelenteil dennoch verschlossen geblieben, ja, er wird unbewusst unter einer Zugehörigkeit fest versteckt gehalten: Bei diesen in die Therapie geschickten Kindern ist zunächst unbewusst ein streng gehütetes Geheimnis vorhanden.

Fast ohne Ausnahme konnte ich bei adipösen Kindern durch ein kleines Experiment folgende Erfahrung machen:

Ich platzierte auf unserem Spieltisch eine Schale mit Schokoladenplätzchen mit den hübschen bunten Perlchen obendrauf. Wie nebenbei bot ich davon an. Fast alle übergewichtigen Kinder dieses Alters schüttelten dann bedauernd den Kopf. Nachdem ich den Raum aber einige Zeit später verlassen hatte, ließ sich bemerken (und nach der Stunde auch nachzählen), dass einige Plätzchen verschwunden waren.

Hier offenbart sich ein Schlüssel zum Verstehen: Das Kind versucht zwar (mit dem Bedürfnis nach Anerkennung), sich den Mahnungen der Umwelt: „Friss doch nicht so viel!“ anzupassen, aber in der Tiefe seiner Seele hockt ein unbezwingbarer Drang, zuzugreifen. Und der steigert sich sogar zusätzlich, je mehr er frontal abzuwürgen versucht wird.

Auf diese Weise kann er sich bis zum Drang, heimlich zu mopsen, verstärken, ja, sich im übelsten Fall sogar bis zum Diebstahl aller Art, besonders von Geld aus Mutters Portemonnaie und in seltenen Fällen sogar zu einer allgemeinen Stehlsucht (Kleptomanie) ausweiten.

Dieser Zusammenhang wird von der Umwelt, von welcher Art diese auch sein mag, aber kaum einmal verstanden. Deshalb ist der Kampf zum Scheitern verdammt.

Die Ursache liegt tiefer – bereits im Säuglingsalter.

Hier dominiert zunächst das unbewusste Bedürfnis, sich durch Nahrung am Leben zu erhalten. Aber hier gibt es nun in unserer Zeit reichliche Fehlerquellen gegen eine urnatürliche Handhabung. Durch unnatürliche Künstlichkeiten kann hier leicht ein Mangel beim Säugling entstehen (z. B. durch Schreienlassen bis zur Erschöpfung des Kindes, ungeordnetes Füttern, z. B. in allzu starren Zeitabständen).

Dazu gehört aber nun – fest vernietet mit dem Nahrungstrieb – auch das Bedürfnis nach Nähe, Liebe und Schutz durch die pflegende Person. Das ist selbst in der Kinderheilkunde heute häufig noch unbekannt. Durch den seelischen Mangel (z. B. durch Trennungen vielfältigster Art und ein unstetes Leben) verstärkt sich dann also der Drang nach Befriedigung.

Je älter das Kind wird, zeigt sich das auch in einem Bedürfnis, sich selbst einem Gegenüber zuwendend zu verhalten. Deshalb sind Kinder mit Übergewicht häufig besonders liebenswert, anhänglich. Manche kleben im Schulalter noch wie Pech an der Lehrperson und daraus entsteht auch ein Bedürfnis, durch eine eigene Helferhaltung den anderen für sich zu gewinnen, aber dadurch auch eine verstärkte Empfindlichkeit gegen Enttäuschungen und Herabsetzungen.

Das ist interessanterweise der Weg in einen Charakter, den ich in meiner Typenlehre als Hingabetyp bezeichnet habe.

Aber manchen Menschen – besonders Frauen – gelingt allerdings mit exzessiver Willensanstrengung ein Gewichtsstopp (in seltenen Fällen sogar bis zur Magersucht). Dann wird der seelische Hunger durch Belohnungen ersetzt – durch Hungern ein Leichtgewicht auf der Waage zu erreichen –  oder in weiteren Fällen mit einer anderen Ersatzbefriedigung, die ebenso Suchtcharakter enthält und dann nicht selten auch zur unentrinnbaren Sucht wird.

Die gesuchte innere Zufriedenheit kann dadurch nicht erreicht werden, sondern eher die Vorstellung von Wertlosigkeit durch eine als nicht beherrschbar erlebte Willensschwäche.

Diese seelische Befindlichkeit wird nun aber in der heutigen Zeit umso häufiger zu einem allgemeinen, quälenden Lebensproblem. Je künstlicher man sich über natürliche Kinderpflege hinwegsetzt, umso mehr entsteht die Gefahr, dass sich die seelische Belastbarkeit im Erwachsenenalter bei immer mehr Menschen mindert.

Daraus entwickelt sich dann immer häufiger eine neurotische Form der Depression, die zu einer allgemeinen Minderung von Langzeitleistungsfähigkeit führt wie auch zu einer Überlastung der Gesundheitssysteme.

Wie aber heute dieser gefahrvollen Beschwernis begegnen? Vorab durch ungestörte Mutternähe und durch gesellschaftlich anerkannte, finanziell unterstützte Zeit für die natürliche Mutterliebe – besonders in den frühen Kinderjahren.

Da die Bedürfnisse nach Nahrung und nach Zuwendung in der ersten Lebenszeit so zentral miteinander verwoben sind und am Lebensanfang prägend auf die Hirnentwicklung einwirken, müssten diese Aspekte in der Pädagogik in Elternhaus, Kindergarten und Schule vorrangig berücksichtigt werden.

Bis ins Grundschulalter hinein lässt sich sogar nun noch Versäumtes nachholen. Weil die Störung nun einmal durch unnatürliche Handhabungen und Versäumnisse in der Säuglingszeit auf dem Boden der ersten fundamentalen Ich-Du-Beziehung entsteht, erweisen sich all jene Bemühungen am erfolgreichsten, die in dieser Zeit vorrangig ansetzen, und zwar durch eine Anpassung der Erziehenden an das Geschöpflich-Sein-Sollende.

Das gelingt sehr erfolgreich – besonders mit zweisamen Betätigungen vor allem in einer gesteigerten Mühe um Beachtung und Anerkennung der kleinen bedürftigen Seele. Dann lassen sich auch die notwendigen Begrenzungen der ungestümen Suche nach Lebensweite eher erreichen.

Denn Natur und Geist sind von unserem Schöpfer nun einmal aus dem gleichen Holz geschnitzt: aus seiner Liebe.

Christa Meves ist Psychotherapeutin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

 


Warum eine Legalisierung von Cannabis unverantwortlich wäre

Von Christa Meves

In Bezug auf die Drogenpolitik müssen wir hierzulande mit einer neuen Etappe rechnen; denn so lässt es sich aus den USA vernehmen: Hier ist eine neue breitflächige Bemühung um die Legalisierung von Cannabis virulent geworden.  

Mit der Begründung, dass Cannabis sich angeblich als Mittel gegen Schmerzen bewährt habe, wird die totale Freigabe der Droge angestrebt. Diese positive Begründung prescht dabei mit einem Argument vor, das offenbar bewusst auf Täuschung beruht.

Ungeschminkt gehen sogar die Investoren der Wallstreet auf diese Argumentation ein – und sie werden offenbar unterstützt von einer Gruppierung von Milliardären, die ihre Gelder zur Verfügung stellen, um der Legalisierung das positive Gewicht in der Bevölkerung zu verleihen.

Dabei wird keineswegs damit zurückgehalten, dass man das Aufblühen einer Cannabisindustrie zu einem neuen lukrativen Wirtschaftszweig zu machen sucht. Der Milliardär Soros – längst berüchtigt, mit seinen kapitalistischen Impulsen, Strippen zu ziehen – stehe auch bei dieser neuen Akzentuierung an der Spitze (1).

Hier bei uns ist die Politik bereits seit einigen Jahren dabei, der angeblichen Heilpflanze Cannabis zu unkontrolliertem Aufblühen zu verhelfen. Ja, in Norddeutschland ist schon 2018 eine große Ernte in den von der Regierung zugelassenen Feldern eingebracht worden und selbst der extrem trockene Sommer habe diesen Pflanzen angeblich nicht geschadet, so heißt es in den Berichten. (2).

Wie in den USA hat auch bei uns der Cannabis-Konsum als gerauchtes Hasch seit 1969 kontinuierlich und seit dem Jahr 2000 sogar in erschreckender Weise zugenommen.

Wie selbstmörderisch die Tendenz in dieser Entwicklung ist, darüber lässt sich als psychotherapeutische Fachfrau nur ein weiteres trauriges Zeugnis ablegen.

Hierzulande ist es nicht selten, dass – bereits von der 12-Jährigkeit ab – Kinder und Jugendliche sich gegenseitig mit Hasch eindecken und in ihren Gruppen gemeinsam konsumieren. Bisweilen entsteht dann bald das Bedürfnis, die gehobene Stimmung, in welche die Kinder sich versetzt fühlen, erneut zu erleben. Durch die Bemühungen darum driften sie dann in den ständigen Genuss der Droge ab.

Oft bleibt diese Gegebenheit den Eltern unbekannt, sodass ein spätes Eingreifen es ihnen nicht mehr ermöglicht, ihrem Sohn oder ihrer Tochter herauszuhelfen. Sie bleiben bis ins Erwachsenenalter hinein davon abhängig. Manche gehen natürlich dann total in die Sucht, bleiben aber selten bei dieser Droge, sondern gehen zum Gebrauch stärkerer Rauschmittel über…

In der Öffentlichkeit sind Gefahren dieser Art niemals mit der nötigen Intensität diskutiert worden. Von Anfang bis Ende lautete grundsätzlich der Trend: Diese Droge diene durchaus einer harmlosen und deshalb begrüßenswerten modernen Steigerung der Lebensqualität.

Aber das ist ein verhängnisvoller Irrtum, wenn nicht gar Verführung: In zunehmendem Maße lässt sich immer häufiger registrieren, dass per Brief, Mail oder Telefon folgender Hilfeschrei auftaucht: „Ich bekomme jetzt immer wieder Panikattacken, ohne dass dafür ein äußerer Anlass besteht.“ – Und es wird beschrieben: „Ich fange an zu zittern, mein Herz rast, ich starre auf eine wie unwirkliche Umwelt.“

Je öfter diese Zustände in Erscheinung treten, umso länger dauern sie. Ein junger Mann schildert ungeschminkt, dass er durch diese Attacken seine Ausbildung habe abbrechen müssen. Er habe nicht mehr die nötige Konzentrationsfähigkeit gehabt. Und erst auf eine Rückfrage hin ergibt sich, dass der junge Mann seit seinem 15. Lebensjahr regelmäßig – gemeinsam mit seinem Freund – Hasch konsumiert.

Solche Erfahrungen sind keineswegs einzigartig. Spätestens nach einem Jahrzehnt von Hasch-Konsum treten die negativen Folgen meist direkt hervor: Die Leistungsfähigkeit, ja, schon die Motivation dazu sinkt kontinuierlich ab. Ein lebenserhaltender Job muss immer wieder gewechselt werden, Eltern und Großeltern haben ihre Subventionen längst eingestellt, weil sie das Ausbleiben von Ausbildungserfolgen zum Verzagen gebracht hat.

Regelmäßig pflegen die Beziehungen von den Hasch-Konsumenten zu scheitern, weil es nicht betroffenen Freundinnen oder Freunden nicht gelingt, den Abhängigen von seinem Konsum abzuhalten. Sogar das verzweifelte Selbsterkennen und die Überweisung in Fachkliniken, in denen Heilungsmöglichkeiten angeboten werden, führt nur selten langfristig aus diesem Elendszustand heraus.

Wie bei allen anderen Abhängigkeiten dieser Art findet über kurz oder lang in einer Belastungssituation doch ein Rückfall statt. Dieser macht dem verzweifelten Kampf gegen die Abhängigkeit dann ein Ende. Danach tritt Resignation ein und damit ein Aufgeben des Versuchs, die Haschsucht doch noch loszuwerden.

Nicht selten geschieht sogar Schlimmeres: nämlich sich aus Existenznot am Drogenhandel mit dunklen Wegen nach Holland zu beteiligen. Endphase ist in solchen Fällen das Gefängnis; denn zumindest die Wiederholungstat wird hierzulande immerhin noch meist in dieser Weise geahndet.

Wie herausfinden aus diesem Elend?

Ich habe meinen Kampf gegen dieses maßlos große Unglück bereits 1970 mit der Frage begonnen: „Woher dann all die Engel nehmen, die sich eines solchen gescheiterten Menschen annehmen?“ (4)

Wie es z. B. eine in unserem ECCM ausgebildete Sozialarbeiterin, Sonja Fritzsch, tat und dann sogar ihren Kampf mit Büchern dokumentierte. Eins davon trägt den Titel: „Tränen der Mütter“. Aber auch sie hat diese zum Teil sogar erfolgreiche Arbeit allein in dem Wissen leisten können, dass bei solchen Teufeleien nur durch des HERRN Hilfe vom Abgrund weggeholt werden kann.

Das „HERR erbarme sich“ bleibt aber in endlosen Fällen vieler letztlich verführter junger Menschen heute der Weisheit letzter Schluss.

Anmerkungen: (1) Cannabis-Legalisierung- wer profitiert davon?
(2) Erste Cannabisernte in Ebersbach
(3) Cannabis verändert DNA stärker als Tabak
(4) Rauschgiftsucht hat eine lange Vorgeschichte. In: MEVES,Ch.: Wunschtraum und Wirklichkeit, Freiburg 1972

Unsere Autorin Christa Meves ist Psychatherapeutin und Bestseller-Autorin; sie leitet den Verein „Verantwortung für die Familie“, bei dem sich online weitere Infos und Artikel finden: http://www.vfa-ev.de/newsl.htm

CANNABIS-Information der DROGEN-Beauftragten der Bundesregierung: https://www.drogenbeauftragte.de/presse/pressekontakt-und-mitteilungen/2016/2016-2-quatarl/aktuelle-who-studie-zum-thema-cannabiskonsum.html?L=0


Staatliche Schieflage heute: Datenschutz – total, aber Schutz vor Pornos – null

Mathias von Gersdorff

Seit Wochen diskutiert ganz Deutschland über die neue „Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)“. Kein Wunder: Diese Verordnung der EU zwingt praktisch jeden Gewerbetreibenden, sich mit einem höchst komplizierten und langen Gesetzestext zu beschäftigen, wenn er keine drakonischen Strafen riskieren will.

Man kann sicherlich darüber streiten, ob darin manches nicht doch sinnvoll und einiges von dem, was die Zeitungen verbreiten, übertrieben ist.

Doch eines ist sicher: Wenn unsere Politiker das Leben und die Gewohnheiten im Internet ändern wollen, dann sind sie bereit, mit brachialem Druck ans Werk zu gehen.

Deshalb ist es ein Skandal, dass dieselben Verantwortungsträger seit Jahren hinnehmen, dass das Internet von illegalen, gefährlichen und jugendgefährdenden Inhalten geradezu überschwemmt wird, denn sie tun nichts dagegen.

Hier einige Fakten, um diese verheerende Pornoflut fassbar zu machen:

* Allein in Deutschland schätzte man schon im Jahr 2005  –  also vor dem Porno-Boom im Internet  –  die Anzahl der Süchtigen auf 500.000.
* Immer jüngere Kinder werden süchtig oder gar kriminell. Schon Vierjährige (!) imitieren die Szenen aus Filmen und missbrauchen dabei andere Kinder.
* Kein Wunder, dass inzwischen Therapeuten und Psychologen Alarm schlagen: Die Pornosucht und andere damit verbundene Erkrankungen (wie etwa sexuelle Dysfunktionen) breiten sich wie eine Seuche aus, vor allem in der Generation, die mit dem Internet aufgewachsen ist. 
* Noch zu wenigen Mitmenschen ist bewusst, in welcher Gefahr sich unsere Kinder und Jugendlichen, unsere Familien und eigentlich unsere ganze Gesellschaft befinden.

Die Zahlen und Zeugnisse von Ärzten sowie wissenschaftliche Untersuchungen, die den Schaden der Porno-Welle im Internet belegen, sind erdrückend:

Die britische National Society for the Prevention of Cruelty to Children schätzt, dass etwa 10 Prozent der britischen 12- bis 13-Jährigen pornosüchtig sind. Eine Studie der „University of East London“ ergab ein solches Resultat für 20 Prozent der 16- bis 20-Jährigen.

Bei dieser Gefahr für die Kinder geht es nicht nur um einen extremen moralischen Angriff auf die Heranwachsenden (was schon schlimm genug wäre). Nein, es geht um einen schwerwiegenden Angriff auf ihre körperliche und psychische Gesundheit:

Heute weiß man, dass Pornographie in ähnlicher Weise süchtig macht wie Heroin – mit dem gravierenden Unterschied, dass Pornographie nahezu überall und zu jeder Stunde verfügbar ist!

* Das Max-Planck-Institut fand in Studien heraus, dass sich die Gehirnmasse in der gleichen Weise ändert und reduziert, wie das bei Heroinsüchtigen geschieht.
* Der Verhaltenswissenschaftler Ralph DiClemente, der eine 3-Millionen-US-Dollar Studie an der „Emory Universität in Atlanta“ geleitet hat, sagt unmissverständlich: Pornographie verdirbt die Weltanschauung und die Beziehungsfähigkeit von Kindern.
* Dr. Mark Sossin von der New Yorker Association of Early Childhood and Infant Psychologists erklärt, dass Pornographie die Fantasie des Kindes geradezu raubt und sie durch die Porno-Bilder ersetzt.

Dass diese Tatsachen zu einer Kriminalisierung führen können, ist hinlänglich bekannt.

Kein Geringerer als Johannes-Wilhelm Rörig, Bundesbeauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs, erklärte im Jahr 2013:

„Wir verzeichnen einen Anstieg von sexuellen Übergriffen von Jugendlichen auf Kinder bis hin zu Vergewaltigungen. Das liegt auch daran, dass Kinder und Jugendliche heute durch das Internet leichter an Pornographie herankommen und die Hemmschwellen durch die massenweise Verbreitung in den neuen Medien immer mehr abnehmen.“

Deshalb appellieren wir an Politiker und fordern, dass sie einen „Nationalen Aktionsplan gegen Pornographie“ aufstellen:

Unser Alarmruf muss dermaßen laut sein, dass alle Menschen, vor allem solche in entscheidenden Positionen, die Dringlichkeit des Problems erkennen.

Bauen wir zusammen diese große Anti-Porno-Front auf: Unterschreiben Sie bitte heute noch das Bürgermandat „Deutschland braucht einen Aktionsplan gegen Pornographie“, um das Bewusstsein für die Gefahren, denen wir gegenüberstehen, zu wecken: http://www.aktion-kig.org/kampagnen/aktionsplan-gegen-pornographie/

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und die damit verbundene Webseite: https://kultur-und-medien-online.blogspot.com/


Cyberkrank: Psychiater warnt vor Gefahren des Smartphones vor allem bei der Jugend

Der Psychiater Prof. Manfred Spitzer (Ulm) schlägt Alarm: Die ständige Nutzung digitaler Medien ruiniert die Gesundheit. „Das Smartphone ist heute das, was vor 70 Jahren die Zigarette war. Damals wusste keiner, wie gefährlich Rauchen ist, und als man es dann wusste, hat es noch mehr als ein halbes Jahrhundert gedauert, bis die Menschen etwas geändert haben“, sagte der 56-Jährige in einem Interview mit „Bild am Sonntag“. I-Phone

Nach seinen Worten sind Smartphones für zehn Prozent aller Unfälle verantwortlich. Sie erhöhten den Blutdruck, was zum Schlaganfall führen könne, lösten Stress aus, der das Risiko für Infektionen und Krebs erhöhe.

Nach seinen Angaben sind vor allem die Gefahren für Kinder und Jugendliche groß, denn ihre Gehirne seien noch im Wachstum und würden durch Online-Aktivitäten massiv in ihrer Entwicklung gestört. Eine aktuelle US-Studie zeige: „Jugendliche, die im Mittel 25 Stunden pro Woche im Internet aktiv sind, haben ein dreifach erhöhtes Risiko für Bluthochdruck, verglichen mit Jugendlichen, die im Mittel vier Stunden surfen.“

Es bestehe auch die Gefahr der Cybersucht. Zu den Anzeichen dafür sagte Spitzer: „Man kann das Handy nicht weglegen, obwohl man das will. Man wird nervös, wenn man gezwungen wird, es zu tun.“  –  Verzichte der Nutzer auf den Konsum, erhöhe sich sein Puls, bekomme er Panik, könne an nichts anderes mehr denken und werde aggressiv: „Das sind ähnliche Auswirkungen wie bei Alkoholikern, denen man die Flasche wegnimmt.“  –  In Deutschland seien etwa acht Prozent der Jugendlichen von Cybersucht betroffen, in Südkorea schon 25 Prozent.

Junge Menschen schauten pro Tag im Schnitt 150-mal auf ihr Handy und könnten sich schlechter konzentrieren und Lerninhalte im Gedächtnis behalten. Spitzer rät deshalb Eltern, ihren Kindern weder Smartphone, Laptop oder Playstation zu kaufen.

Am 2. November erscheint das neue Buch des Psychiaters. Es trägt den Titel “Cyberkrank! Wie das digitalisierte Leben unsere Gesellschaft ruiniert“ (Droemer Verlag).

Quelle: http://www.idea.de

Foto: Dr. E. Breburda


Seelische Schäden durch Sucht nach Selbstbefriedigung und Internet-Pornos

Internet-Pornografie ruiniert das Leben zahlloser Kinder, Jugendlicher sowie junger Männer und Frauen. Als Folge des zwanghaften Konsums digitaler Sexszenen leiden sie unter Selbstisolation, Antriebsschwäche, Erektionsstörungen und der Unfähigkeit, Liebesbeziehungen aufzubauen. Außerdem lassen die Leistungen in Schule, Ausbildung und Studium nach.  0016

Immer mehr Betroffene suchen Hilfe bei Internetportalen, die zur Porno-Abstinenz anleiten. Wer es schafft, mehr als 100 Tage auf die digitalen Reize zu verzichten, erlebt meist erstaunlich positive Veränderungen.

Der US-amerikanische Physiologe Gary Wilson betreibt die Internetseite „Your Brain on Porn“ (Dein Gehirn und Porno), die über die Gefahren der Porno-Sucht informiert und Betroffenen hilft, davon loszukommen.

Wie er sagte, bestehe ein Zusammenhang zwischen dem Pornokonsum und der wachsenden Zahl von Erektionsstörungen bei jungen Männern. Laut Studien in der Schweiz, Kroatien und Kanada leiden darunter heute bis zu 30 Prozent der Männer zwischen 16 und 21 Jahren. 1992  –  vor dem Internet-Zeitalter  –  hatten etwa fünf Prozent der 18- bis 60-Jährigen Männer solche Störungen. Zwar bestreiten die meisten Mediziner einen Zusammenhang mit der zunehmenden Porno-Sucht, aber für Wilson ist klar, dass die sexuelle Reizüberflutung und eine übermäßige Selbstbefriedigung die Erregbarkeit sinken lassen.

Nach Angaben des britischen Kinderschutzbundes NSPCC werden inzwischen schon Zehnjährige pornosüchtig. Selbstbefriedigung werde im Sexualunterricht oft als „normal“ oder gar „gesund“ gepriesen.

Die Konsequenz dieser Selbstbezogenheit: Wilson muss oft Teenagern erst einmal beibringen, dass der Menschen ein Beziehungswesen ist: „Deshalb verlieben wir uns.“ – Für viele seiner jungen Klienten sei das eine neue Erkenntnis. Wenn jemand aber von der Pornografie lassen könne, merke er bald, dass echte Partner viel besser seien als Pixelbilder.

Quelle: http://www.idea.de


Die Selfie-Sucht nimmt überhand

In den letzten Jahren nahm der Selfie-Wahn rasant zu. Bei Instagram sind über 50 Millionen Aufnahmen mit dem Schlagwort #selfie markiert, 139 Millionen unter #me abgelegt.

Eine Studie in England kam zu dem Ergebnis, dass es sich bei 30 Prozent aller Fotos, die 18- bis 24-Jährige mit ihrem Smartphone machen, um Selbstportäts handelt. DSC07339

Da wundert es kaum, dass „Selfie“ zum Wort des Jahres 2013 gekürt wurde. Doch für manche wird das harmlose Knipsen von Selbstporträts zur gefährlichen Sucht.

Ein britischer Teenager wollte sich umbringen, nachdem es ihm nicht gelang, dass perfekte Selfie von sich zu machen. Der Junge war so besessen von diesem Gedanken, dass er täglich bis zu 200 Selfies von sich schoss. Bei dem Streben nach dem besten Foto verlor der heute 19-Jährige 13 Kilogramm Gewicht, wurde aus der Schule geschmissen und verließ das Haus ganze sechs Monate nicht.

Leider ist dies kein Einzelfall. Der britische Psychiater David Vea erklärt: „Zwei von drei meiner Patienten, die seit dem Auftauchen der Kamerahandys zu mir wegen einer körperdysmorphen Störung (Störung der eigenen Körperwahrnehmung) kommen, haben einen Zwang, ständig neue Selfies von sich zu machen und diese in sozialen Medien hochzuladen.

Der schweizerische Psychotherapeut Felix Hof aus Zürich sagt, er beobachte das Phänomen vermehrt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen: „Menschen mit dem Bedürfnis, ständig und überall Fotos von sich selbst zu machen, haben ein narzisstisches und autoerotisches Problem. Die Betroffenen wollen ein Ideal erreichen, das unerreichbar ist.“

Weiter erklärt Hof, dass nicht das Foto selbst ausschlaggebend sei, sondern die Reaktion darauf in den sozialen Netzwerken. Den jungen Menschen gehe es primär um Betätigung, sie wollen wissen, wie sie beurteilt werden: „Doch egal, wie viele ‘Likes‘ oder positive Kommentare jemand für sein Selfie bekommt, es ist nie genug, nie zufriedenstellend. Diese daraus folgende Enttäuschung führt zu einer emotionalen und sozialen Verarmung“.

Es handelt sich also um ein Ritual der narzisstischen Selbstvergewisserung als Resultat einer tiefen Selbstverunsicherung.

Quelle: Webseite „Kultur und Medien“ der Frankfurter Aktion „Kinder in Gefahr“

Gemälde: Evita Gründler


Alltagsdroge Alkohol – besorgniserregender Anstieg vor allem bei Kindern und Jugendlichen

Alkohol zählt zu den am weitesten verbreiteten und gesellschaftlich akzeptierten Suchtmitteln. Zu Empfängen gehört der Sekt, zum Grillen das Bier und nach einem üppigen Essen folgt der Verdauungsschnaps. Gleichzeitig zerstört Alkohol das Leben vieler Menschen. Rund 1,3 Millionen Deutsche gelten als alkoholabhängig.

Darauf weist der evangelische Suchthilfeverband Blaues Kreuz in Deutschland in seiner Zeitschrift hin und beruft sich dabei auf Zahlen im Jahrbuch Sucht 2012. prolifeusa

Zu den Alkoholabhängigen kommen noch zwei Millionen Menschen, die mißbräuchlich Alkohol konsumieren, und neun Millionen Bundesbürger, deren Verbrauch als riskant gilt.

Statistisch gesehen trinkt jeder Deutsche  –  vom Baby bis zum Greis  –  über 137 Liter alkoholische Getränke pro Jahr: 107 Liter Bier, 20 Liter Wein, 4 Liter Schaumwein und 5,5 Liter Spirituosen.

Bei Kindern und Jugendlichen im Alter von zehn bis 19 Jahren stieg innerhalb von zehn Jahren die Zahl der Alkoholvergiftungen um 173,2 Prozent: Im Jahr 2000 waren es noch 9.514, 2010 schon 25.995 Kinder und Jugendliche, die aufgrund akuten Alkoholmißbrauchs stationär behandelt werden mußten. 2011 stieg die Zahl nach Angaben des Statistischen Bundesamtes weiter an auf 26.365 Kinder und Jugendliche.

„Die Kinder wollen ,in’ sein und dazugehören“, sagte der Bundessekretär des Blauen Kreuzes, Reinhard Lahme, gegenüber der evangelischen Nachrichtenagentur IDEA: „Ein hoher Blutalkoholpegel gilt als Leistungsstärke.“

Gerade in diesem Alter sei die Gefahr, später abhängig zu werden, aber besonders groß.  Hierzu R. Lahme: „Viele, bei denen mit 25 Jahren die Abhängigkeit durchschlägt, haben mit 14 Jahren, oftmals sogar noch früher, angefangen zu trinken. Je eher die Kinder beginnen, umso schwerer wird für sie meist der Ausstieg aus der Sucht.“

Quelle: http://www.idea.de