Fachtagung zum Widerstand gegen die NS-Diktatur in Schlesien und im Sudetenland

Von Stefan P. Teppert

Die Geschichte des Widerstands gegen den Nationalsozialismus war zunächst vor allem eine Geschichte des Scheiterns. Auch die Überlebenden der Verschwörung des 20. Juli 1944 machten die Erfahrung, dass noch in den 1950er Jahren ein Drittel der Bevölkerung das Attentat missbilligte.

Eine wesentliche Veränderung brachten erst die in den 1960er Jahren beginnenden Zeitzeugentagungen. Die Öffnung der Widerstandsbetrachtung in der wissenschaftlichen Zeitgeschichtsforschung hin zu einer Gesellschafts- und Alltagsgeschichte war verbunden mit einer vielfachen Erweiterung der Perspektiven und einer daraus abgeleiteten Differenzierung des Widerstandsbegriffs. 

Neben die Erörterung des politisch-militärischen Widerstands trat jetzt die Diskussion um einen nach Stufen differenzierten Begriff. In der Rezeptionsgeschichte veränderte sich – in den beiden deutschen Staaten höchst unterschiedlich – die Beurteilung als Verrat über Mythenbildung und moralische Vorbildfunktion bis zur wissenschaftlichen Differenzierung und konfliktiven  geschichtspolitischen Instrumentalisierung.

In der Debatte um den Widerstand spiegeln sich auch die verschiedenen Urteile über das mit ihm verbundene Zukunftspotential. An diesem Punkt beginnt die Fragestellung einer Zeithistorischen Fachtagung der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Köln vom 15./16. Oktober 2018.

Diese Veranstaltung im Maternushaus wollte die Konzepte und Vorstellungen der Oppositionellen bzw. der Persönlichkeiten des Widerstands in Ober- und Niederschlesien und im Sudetenland für die „Zeit danach“ herausarbeiten und den Wegen und Umwegen im Umgang mit diesem Widerstand nachgehen. Die Tagung sollte den Auftakt bilden für eine den Widerstand in weiteren Regionen des Ostens beleuchtende Reihe.

Christine Czaja (Stuttgart), die stellv. Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung, älteste Tochter des früheren Stuttgarter Bundestagsabgeordneten und langjährigen BdV-Präsidenten Dr. Herbert Czaja, stellte der Tagung den bekannten Ausspruch des ehemaligen Kölner Oberbürgermeisters, Nazi-Gegners und späteren Bundeskanzlers Konrad Adenauer als Motto voran: „Das Wichtigste ist der Mut!“

Sie konnte zahlreiche Teilnehmer, darunter auch etliche Angehörige der Familien auf der Tagung betrachteter schlesischer Gegner des Nationalsozialismus, begrüßen.

Ulrich Hutter-Wolandt (Berlin), Kirchenhistoriker, zeigte das sich wandelnde Selbstbild der evangelischen Kirche in Deutschland in ihrem Verhalten gegenüber dem Nationalsozialismus. In der ersten Phase der kirchlichen Zeitgeschichtsschreibung bis Ende der 1960er Jahre wurden Teile des Protestantismus mit breiten Konsenszonen zum Nationalsozialismus ausgeblendet. Erst Ende der 1960er Jahre erfolgte eine Neuorientierung.

Zur Modernisierung in Profil und Arbeitsweise trugen die Ausweitung des Forschungsgegenstands sowie eine die Konfessionen und die NS-Zeit übergreifende Perspektive ebenso bei wie der Verzicht auf einen heilsgeschichtlichen Ansatz, der Abschied vom heroischen „Kirchenkampf“ als Epochenbegriff sowie die Reflexion des eigenen methodischen Vorgehens und der Zielsetzung ab 1985.

Dr. Pia Nordblom (Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz) beschäftigte sich mit Eduard Pant, einem ostoberschlesischen Politiker in Polen, dessen Wirken in Polen erst mit der Wende 1989 gewürdigt wurde. Pant war zeitlebens zutiefst im Katholizismus verwurzelt, betätigte sich kommunalpolitisch, gewerkschaftlich und journalistisch. Seine kompromisslose Haltung gegen die nationalsozialistische Gleichschaltung hatte zur Folge, dass er als Führungspersönlichkeit des deutschen katholischen Lagers konsequent entmachtet wurde.

Damit begann der zweite Teil seiner Vita als oppositioneller Journalist. Pants Handeln zeige, „dass es innerhalb der Minderheit Alternativen zu Gleichschaltung, Anpassung und Handlangerschaft für den Nationalsozialismus gegeben hat“.

Für ungewöhnlich und seiner Zeit weit vorausgreifend hielt Dr. Nordblom Pants Modell für das Zusammenleben von unterschiedlichen Nationalitäten in einem Staat. Diese Ideen, die Pant zu einem Mittler zwischen Deutschen und Polen werden ließen, seien nach wie vor aktuell.

Prof. Dr. Konrad Glombik (Universität Oppeln/ Opole) beschrieb die Kompliziertheit des Themas Widerstand in Polen und speziell in Oberschlesien wegen schlechter Forschungslage, einer vorherrschenden pro-polnischen Erwartungshaltung sowie der ethnischen Mischung und Präsenz deutscher wie polnischer Konspirationsorganisationen, Widerstands- und Partisanengruppen. Glombik skizzierte den Lebenslauf zweier entschiedener Nazi-Gegenspieler: Graf Michael von Matuschka und Prälat Carl Ulitzka.

Graf v. Matuschka setzte sich für die Wiederherstellung normaler deutsch-polnischer Beziehungen ein. Im September 1944 wurde er im Gefängnis Berlin-Plötzensee erhängt, obwohl er aus seiner religiösen Überzeugung heraus eine Beendigung der Hitler-Herrschaft durch Gewaltanwendung abgelehnt hatte und kein aktiver Verschwörer gewesen war.

Prälat Carl Ulitzka engagierte sich trotz Verbots für die polnische Sprache und Tradition in Oberschlesien. 1939 wurde er aus seiner Heimat verbannt, 1944 in Berlin verhaftet und vier Monate im Konzentrationslager Dachau festgehalten.

Ausschlaggebend für Ulitzkas Inhaftierung sei wohl nicht seine Ablehnung der Nazi-Herrschaft gewesen, sondern die mutmaßliche Zugehörigkeit zum organisierten Widerstand. Glombik warb dafür, dass diese und nicht wenige andere Personen sowie eine breite Schicht der Bevölkerung in Oberschlesien, die gegen das NS-Regime auftraten, in ihrer Haltung und ihren Beweggründen Gegenstand weiterer Forschung werden sollten.

Prof. Dr. Günter Brakelmann (Ruhr-Universität Bochum) stellte die Papiere der Mitglieder des Kreisauer Kreises von 1943 vor, in denen „Grundsätze für die Neuordnung“ für die Zeit nach dem Ende der nationalsozialistischen Herrschaft festgehalten wurden. Ihr Ziel war ein umfassender Neuaufbruch von Staat, Gesellschaft und Wirtschaft nach den Erfahrungen in Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Zeit.

Die Anerkennung der unverletzlichen Würde der menschlichen Person sollte die alles andere bestimmende Grundnorm sein. Die verbindende Klammer zwischen Katholiken, Protestanten und Sozialisten im Kreis war die Rückbesinnung auf die kirchliche Naturrechtslehre. So konnten sie sich auf einen dritten Weg jenseits von Kapitalismus und Marxismus einigen. Die Kreisauer haben, schloss Brakelmann, den großen weltanschaulichen und ordnungspolitischen Kompromiss vorbereitet, wie er 1949 in die Verfassung der BRD einging.

Helmut Scheunchen (Violoncello) und Günter Schmidt (Klavier), Angehörige des „Malinconia-Ensembles Stuttgart“, boten eine Konzertsoirée mit Werken „Aus schwerer Zeit“, ein vielseitiges, exquisites Programm mit Kompositionen zwischen 1933 bis 1945 vorgestellt von Komponisten aus den untergegangenen deutschen Kulturlandschaften im Osten: den baltischen Landen, aus Ostpreußen, Schlesien und dem Sudetenland.

Christine Maria Czaja und Dr. Ernst Gierlich (Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen, Bonn) lasen zwischen den Stücken erschütternde Zeitzeugnisse: den letzten Brief Helmuth James Graf von Moltkes aus dem Gefängnis vom 10. Januar 1945, mit gefesselten Händen geschriebene Kassiber aus dem Gefängnis von P. Alfred Delp SJ aus den Jahren 1944 und 1945.

BILD: Christine M. Czaja und Dr. Ernst Gierlich (Foto: S. Teppert)

Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel (Meckenheim) eröffnete den zweiten Tag mit einer „Skizze“ zum Leben und Wirken von Paulus van Husen, einem auch dem Publikum Unbekannten aus dem Kreisauer Kreis.

Van Husen nahm als juristischer Berater der Verschwörer dort eine zwar unspektakuläre, aber gewichtige Funktion ein, hatte einen erheblichen Anteil an den Grundsatzdokumenten des Kreisauer Kreises. Mit dem geplanten Mordanschlag auf Hitler tat er sich aus seiner christlichen Überzeugung heraus schwer, sah aber im vertrauensvollen Kontakt mit Moltke, Wartenburg und Stauffenberg die Unumgänglichkeit eines Attentats.

Im Gegensatz zu einigen durch Henkershand umgekommenen Kreisauer Freunden hatte van Husen das lebensrettende Glück, dass sein Prozess durch den Tod Freislers verzögert und abgespalten wurde. Später war er an der Gründung der CDU sowie am Aufbau einer Verfassungsgerichtsbarkeit beteiligt, wurde Präsident des Verwaltungsgerichtshofs in Münster und des Verfassungsgerichtshof von NRW. Van Husen starb 1971 mit 80 Jahren in Münster.

Prof. Dr. Aleksandra Chylewska-Tölle (Adam-Mickiewicz-Universität Posen/Poznań) bot eine zusammenfassende Darstellung der Entwicklung des polnischen Diskurses zum deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus seit 1945. Anfangs billigten polnische Historiker nur den Aktivitäten von kommunistischen Gruppierungen und ihren Verbündeten die Ehre des Widerstands zu, während sie die Haltung der katholischen Kirche im Dritten Reich eher als „vorsichtige Missbilligung“ verstanden.

Das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 wurde als „erfolgloses Unternehmen der imperialistischen Klassenherrschaft“ bezeichnet. In den 1960er Jahren waren die polnischen Bischöfe die ersten, die öffentlich auch die deutschen nicht kommunistischen Widerstandskämpfer erwähnten. Seit den 1970er Jahren konnten zudem in Polen die Abhandlungen deutscher Historiker zum Thema erscheinen.

Weitgehend unumstritten bleiben in polnischer Forschung und Öffentlichkeit die Aktivitäten des Kreisauer Kreises sowie der „Weißen Rose“. Jedoch sei die Erinnerung an den deutschen Widerstand auch heute noch vielen Polen ein Dorn im Auge, wodurch das Thema leicht von der Politik instrumentalisiert werden könne.

Prof. Dr. Rainer Bendel (Institut für Kirchen- und Kulturgeschichte der Deutschen in Ostmittel- und Südosteuropa, Tübingen) sprach „Zum Beitrag katholischer Vertriebener zur Sozialpolitik in der Bundesrepublik Deutschland“ und konzentrierte sich dabei auf zwei paradigmatische Personen: Hans Schütz und Herbert Czaja.

Von dem in Nordböhmen geborenen Schütz gingen umfassende Impulse für eine neue Ordnung aus, in der die zehn Millionen Vertriebenen zu Bausteinen eines prosperierenden Landes wurden. Seit 1947 war er einer der wichtigsten Vorkämpfer der Idee des Lastenausgleichs, der dann eine pazifizierende Wirkung entfaltete. Für das bayerische Flüchtlingsgesetz 1947 leistete er einen wesentlichen Beitrag.

Herbert Czaja (siehe Foto) sei nicht nur im Hinblick auf die Flüchtlings- und Kriegsgeschädigtenfürsorge, sondern später auch im Bundestag als Mitgestalter der sozialpolitischen Gesetzgebung auf der Grundlage der katholischen Sozial- und Naturrechtslehre bedeutsam.

Wie sie waren auch viele andere Vertriebenenpolitiker der CDU und CSU aktive Mitglieder der Christlichen Volkspartei, die später von den Nationalsozialisten verboten wurde. Der beträchtliche Beitrag der Vertriebenen und vor allem der katholischen Sozialpolitiker aus ihren Reihen sei indes bislang kaum gewürdigt worden.

Dr. Otfried Pustejovsky (Ackermann-Gemeinde, Waakirchen) sprach zum „christlich, humanistisch und politisch motivierten Widerstand in den böhmischen Ländern, ein weithin unbekanntes Thema, das aber in einem allgemeinen deutschen Geschichtsbild verankert werden müsse.

Im Herbst 1938 begründete der Augustiner-Chorherr Roman Karl Scholz die erste Widerstandsgruppe in Österreich, die „Österreichische Freiheitsbewegung“. Infolge ihrer Denunzierung gab es Dutzende Verhaftungen und zehn Hinrichtungen. Mehr als in Deutschland sei zur Erforschung des Widerstands in Tschechien geschehen.

Pustejovsky versuchte ansatzweise, die wichtigsten Protagonisten des sudetendeutschen Widerstands aus katholischen Kreisen ins Bewusstsein zu rufen, darunter den Germanisten Lanzendörfer, Eduard Schlusche und Hanns Georg Heintschel-Heinegg.

Diese jungen Leute hätten bereits vor Beginn des Krieges konkrete Vorstellungen gehabt, dass danach eine Neuordnung Europas erforderlich werde. Zwar nicht auf gleicher Ebene wie der Kreisauer Kreis, aber aus allen Schichten und in kleineren Gruppen habe es über die Gesamtfläche der böhmischen Länder Widerständler gegeben, die bereit waren, ihr Leben einzusetzen.

Prof. Dr. Karl-Joseph Hummel dankte abschließend den Teilnehmern für ihre Präsenz und vor allem Christine Czaja für ihr beharrliches Arbeiten an der Entstehung dieser bereits von ihrem 1997 verstorbenen Vater Dr. Herbert Czaja angeregten Tagungsreihe.

In den Jahren 2019 und 2020 sollen Fachtagungen zu exemplarischen Nazi-Kontrahenten in Ost- und Westpreußen sowie in Pommern und Posen, sodann zu solchen bei deutschen Volksgruppen in Südosteuropa folgen.


Regensburg: Bischof würdigt Glaube und Kultur der vertriebenen Donauschwaben

„Das Kreuz gehört in den öffentlichen Raum“

Anlässlich der 59. Gelöbniswallfahrt der Donauschwaben hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in der Basilika St. Anna in Altötting am Sonntagvormittag eine Pontifikalmesse gefeiert. Während der sehr ermutigend wirkenden Predigt bat der Regensburger Bischof die zahlreich Anwesenden, die Sonntagskultur stark zu halten, das Kreuz im öffentlichen Raum wertzuschätzen und die Marienverehrung zu pflegen.

Er erinnerte an die große Bedeutung der Donauschwaben sowie überhaupt der Lebensleistung der vertriebenen Gläubigen innerhalb Europas – bis heute und gerade angesichts der Lage des Kontinents in dieser Zeit.

Der Bischof, der von der Herkunft seiner Mutter aus dem Sudetenland sehr geprägt wurde, sagte: „Es bewegt mich tief, zu erleben, mit welcher Hingabe Sie die geerbten Traditionen pflegen.“

Angesichts des zunehmenden Einflusses des Islam in Europa betonte der Regensburger Bischof die Notwendigkeit, den christlichen Glauben zu leben und zu bekennen. Er forderte dazu auf, die Sonntagskultur zu leben, denn mit dem staatlichen Schutz sei es nicht getan. Zu den Formen einer zeitgemäßen Sonntagskultur gehöre nicht zuletzt die Tracht. Zahlreiche Donauschwaben waren in ihrer traditionellen Tracht zu diesem Gottesdienst erschienen (siehe Foto).

Außerdem erklärte Bischof Dr. Voderholzer, dass zu den Grundlagen des christlichen Europa das Kreuz gehört. „Das Kreuz gehört in den öffentlichen Raum: Ich verstehe es nicht, wenn der Bayerische Ministerpräsident sogar aus kirchlichen Reihen heraus kritisiert wird, weil er das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen staatlichen Räumen angeordnet hat.“ 

Das Kreuz stehe für die vor-staatlich religiösen Wurzeln unserer Gesellschaft und für ein Fundament, das sich der Staat nicht geben kann und das er nicht garantieren kann. Allerdings werde auf die Dauer auch ein Erlass nicht helfen, wenn es nicht Menschen gibt, die die Religion des Kreuzes von innen her leben und lieben, erklärte der Bischof.

Schließlich erinnerte der Regensburger Oberhirte auch an die große Bedeutung der Marienverehrung. Wallfahrtswege seien die Pulsadern des christlichen Europa und die Marienwallfahrtsorte seien Knotenpunkte der christlichen Vernetzung.

Bischof Voderholzer würdigte die Tatsache, dass die Wallfahrt die Donauschwaben nach Altötting führt. Abschließend stellte er fest: „Die Vertriebenenverbände und Volksgruppen sind prädestiniert, Förderer eines vereinten Europas auf der Basis des christlichen Glaubens zu sein. Niemand weiß mehr um die Bedeutung und die Notwendigkeit eines vereinten Europas auf der Basis des Christentums als Sie!“

Die Donauschwaben sind eine Gemeinschaft mit einer besonderen gemeinsamen Geschichte: Aus deutschen Ländern kamen sie ab dem Ende des 17. Jahrhunderts aufgrund von gewährten Privilegien in Gegenden an der Donau, die heute in den Staaten Ungarn, Rumänien und Serbien liegen. Die österreichische Kaiserin Maria-Theresia u.a. hatte sie gerufen, um das Land zu kultivieren, das im Zuge der Türkenkriege verwüstet worden war. Bald brachten sie die Gegenden durch handwerkliches wie auch landwirtschaftliches Geschick zur Blüte.

Am Ende des Zweiten Weltkriegs sowie nach Kriegsende flohen sie zum Teil. In großer Zahl wurden Donauschwaben, die geblieben waren, aber auch interniert, vertrieben oder zu vielen Tausenden in fürchterlichen Massakern ermordet. Schon immer spielte der katholische Glaube bei den Donauschwaben eine große Rolle, auch und gerade bei den Überlebenden, die diesen ihren Glauben bei ihrer Flucht und Vertreibung nach Österreich, Deutschland, weitere Länder Europas sowie überhaupt in die ganze Welt mitnahmen. 

Quelle (Text/Fotos): https://www.bistum-regensburg.de/news/sonntag-kreuz-maria-bei-der-christlichen-praegung-europas-haben-die-donauschwaben-eine-besondere-aufgabe-6151/


Regensburg: Ergreifende Christmette mit Bischof Rudolf Voderholzer

Bischof Rudolf Voderholzer hat die Christmette in der Heiligen Nacht mit den Gläubigen im vollbesetzten Regensburger Hohen Dom St. Peter gefeiert.  Domspatzen Stille Nacht

Die Regensburger Domspatzen unter Leitung von Domkapellmeister Roland Büchner gestalteten den Gottesdienst auf höchstem musikalischem Niveau.

Erstmals war vor dem Hauptaltar am Vortragekreuz ein Christbaum aufgestellt, geschmückt mit Äpfeln, Strohsternen, Lebkuchen und Kerzen. Mehrere Domspatzen entzündeten die Wachskerzen an dem Baum mit dem Feuer des Friedenslichtes, das Pfadfinder in den Tagen zuvor aus Bethlehem nach Regensburg gebracht hatten. 

In seiner Predigt sprach Bischof Voderholzer von den 51 Millionen Menschen, die laut UNO in diesen Wochen auf der Flucht sind.

In der Heiligen Nacht erinnerte er an die menschlichen Tragödien vor allem in Syrien und im Irak, aber auch in anderen Teilen der Welt, wo Naturkatastrophen das Leben der Menschen bedBischof predigt an Weihnachtenrohten.

Bischof Voderholzer sagte: „Nur wenige Flüchtlinge schaffen es bis zu uns. Ich bin froh, dass wir ihnen ein Bett und ein Dach über dem Kopf, dass wir ihnen vielleicht sogar eine bessere Zukunft bieten können.“

Bischof: „Auch meine Familie wurde einst vertrieben“

In diesem Zusammenhang erinnerte der Regensburger Oberhirte an das Schicksal der Vertreibung seiner eigenen Familie 1946, kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, aus dem Sudetenland.

Die Familie sei einem oberbayerischen Bauernhof zugewiesen worden, deren Familienoberhaupt gleich zu Beginn sagte: „Ich habe euch nicht gefragt, wie viele ihr seid.“

Bischof Voderholzer dankte allen, die sich ehren- oder hauptamtlich für Flüchtlinge engagieren. Er erklärte, dass es auch darum gehe, die Nöte der Landsleute in Deutschland nicht zu übersehen. Domspatzen entzünden Kerzen

Es sei die Aufgabe der Politik, die Ursachen der Flüchtlingsmigration zu bekämpfen. „Die Menschen, die bei uns sind, sollen uns willkommen sein“, erklärte der Bischof weiter: „Wir werden nicht fragen: Wie viele seid ihr?“

Der Regensburger Bischof sprach auch vom Kern der Weihnachtsbotschaft, der dem christlichen Handeln vorausgeht. So sei Gottes Sohn ein sterblicher Mensch geworden und habe sich in der damaligen Volkszählung gleichsam zu einer Nummer machen lassen, „damit unser Name bei Gott eingeschrieben sein kann“.

Abschließend sangen die Domspatzen das „Quem pastores laudavere“ sowie das „Stille Nacht, heilige Nacht“, das die Gläubigen bewegte.

Bereits am späten Nachmittag hatte Bischof Voderholzer die traditionelle Christkindlandacht in der mit Gläubigen überfüllten Karmelitenkirche St. Josef am Alten Kornmarkt in Regensburg gefeiert.

Vor der Christmette im Dom hatte er Flüchtlinge in der Erstaufnahmestelle in der ehem. Pionierkaserne sowie Menschen in der Regensburger Begegnungsstätte für Obdachlose und Hilfsbedürftige „Strohhalm“ besucht.

Quelle (Text/Fotos): Bistum Regensburg


München: Eindrucksvolle Ausstellung mit Werken der Autorin Herma Kennel

Von Susanne Habel

Im Sudetendeutschen Haus in München wird bis Ende Oktober 2014 die Ausstellung „Gemalte Idyllen – beschriebene Katastrophen“ mit Gemälden und Illustrationen der Schriftstellerin Herma Kennel (siehe Foto) gezeigt. Herma_Kennel_SH_kll

Die Autorin hatte sich mit dem Werk „BergersDorf“ über die Geschichte des gleichnamigen Ortes in Mähren einen Namen gemacht und sogar kriminalistische Ermittlungen in Gang gesetzt.

Die 1944 bei Pirmasens in Rheinland-Pfalz geborene Schriftstellerin Herma Kennel stellte in ihrem Buch „BergersDorf“ (Prag 2003) die Geschichte des gleichnamigen mährischen Dorfes in der Iglauer Sprachinsel dar, das heute in der Tschechischen Republik liegt.

Sie rekonstruierte dafür exakt die Geschehnisse in der betreffenden Region an der Grenze von Böhmen und Mähren  –  und das für den großen Zeitraum von 1939 bis 1945  –  und schrieb ein packendes Buch. Kennel-Gouda_SH_kll

Es schilderte auch, wie in Bergersdorf/Kamenná bei Dobrenz/Dobronín nach Ende des Zweiten Weltkriegs im Mai 1945 viele Deutsche umgebracht wurden.

Mindestens 15 Deutsche wurden von Tschechen massakriert und auf der nahe gelegenen „Budinka-Wiese“ verscharrt wurden. Kennel trat mit ihrem Buch die Untersuchung und polizeiliche Ermittlung dieser Verbrechen los.

2010 wurden die Gebeine von zwölf der Toten von der „Budinka-Wiese“ exhumiert und 2012 in Iglau/Jihlava beigesetzt, alles eine Folge der mutigen Publikation von Herma Kennel, die auch auf Tschechisch erschien.

Herma Kennel freute sich bei der Ausstellungseröffnung, dass sie nun auch ihre Kunstwerke der Öffentlichkeit präsentieren könne, die im Sudetendeutschen Haus einen ansprechenden Rahmen fänden. Kennel_Bilder

Die Veranstalterin, die Heimatpflegerin der Sudetendeutschen Zuzana Finger, erklärte dazu: „Die neue Ausstellung zeigt nicht die von Herma Kennel beschriebenen historischen Katastrophen, sondern ihre idyllischen Kunstwerke.“

Kennels naive Gemälde sind von ihrem Aufenthalt in Rumänien in den Achtzigern geprägt und ihre Kinderbuchillustrationen führen in eine lustige Tier- und Bärenwelt: Zauberhafte Idyllen einer kritischen Ermittlerin

Ausstellungsdauer bis Dienstag, 28.Oktober 2014: „Gemalte Idyllen – beschriebene Katastrophen. Gemälde von Herma Kennel“ im Sudetendeutschen Haus, Hochstraße 8 in 81669 München.  –  Von Montag bis Freitag: 9  –  18.30 Uhr.

Text und Fotos: Susanne Habel

 


Doku-Film „Unbekanntes Altvatergebirge“ am 14. Mai 2014 in München

 
EINLADUNG der Sudetendeutschen Landsmannschaft
zur Filmpremiere am Mittwoch, den 14. Mai 2014 um 15 Uhr
im Sudetendeutschen Haus in München, Hochstraße 8

In Zusammenarbeit mit dem Haus des Deutschen Ostens laden wir Sie herzlich zur Premiere des Dokumentarfilms „Unbekanntes Altvatergebirge  –  Meine Heimat“ ins Sudetendeutsche Haus nach München ein. Basilika Kevelaer-4

Der sudetendeutsche Dokumentarfilmer Edwin Bude besucht das Altvatergebirge, die Heimat seiner Vorfahren, und begibt sich dort auf Spurensuche.

FOTO: Brautpaar aus dem Altvatergebirge

Deutsche wie Tschechen begleiten ihn auf seiner Reise durch die schöne Landschaft, Sehenswürdigkeiten und an historische Orte. Entstanden ist ein Film über Menschen, die heute in der Heimat der Sudetendeutschen leben, und Menschen, die sich dort auf Spurensuche begeben und die Geschichte verstehen sowie Kultur und Brauchtum kennenlernen möchten.

Wir würden uns freuen, Sie zur Filmpremiere im Sudetendeutschen Haus begrüßen zu dürfen. Bei Kaffee und köstlichem Kuchen können Sie den Nachmittag mit guten Gesprächen ausklingen lassen.

Anwesend sein werden am Premierennachmittag prominente Zeitzeugen von Geschichte und Gegenwart:
  • Bernd Posselt, Europaabgeordneter, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe
  • Max Mannheimer, Holocaust-Überlebender, Karls-Preisträger der Sudetendeutschen Landsmannschaft
  • Edwin Bude, Dokumentarfilmer

Den Trailer zum Film können Sie ansehen: www.sudeten-tv.de

Leitung: Dr. Zuzana Finger, Heimatpflegerin der Sudetendeutschen

Hinweis: Dieses Filmprojekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration über das Haus des Deutschen Ostens (HDO) gefördert.

Quelle (Text/Foto) und Kontakt:
Sudetendeutsche Landsmannschaft
Hochstraße 8 in 81669 München
Tel.: 089/480003-65  /  Fax: 089/480003-44
info@sudeten.de
www.sudeten.de

 


Heute Abend: Info-Sendung im BR über sudetendeutsche Instrumentenbauer in Bubenreuth

Heute Abend um 22.30 Uhr strahlt das Bayerische Fernsehen im Rahmen der Sendung Capriccio einen Beitrag über Bubenreuth aus:

http://www.br.de/fernsehen/bayerisches-fernsehen/sendungen/capriccio/bubenreuth-musikinstrumente-100.html

Aus der Programmbeschreibung:

Die Instrumentenbauer von Bubenreuth In den 50er-Jahren siedelten sich rund 2000 Instrumentenbauer aus dem Sudetenland im kleinen mittelfränkischen Ort Bubenreuth an.

Bald spielte John Lennon auf einer Framus-Gitarre und Paul McCartney auf einem Höfner-Bass aus Bubenreuth. Die Geschichte einer gelungenen Integration.

Um 1900 war das böhmische Schönbach (das heutige Luby in Tschechien) ein Zentrum des Instrumentenbaus. Das handwerkliche Wissen sowie das benötigte jahrzehntelang gelagerte Holz wurden von Generation zu Generation weitergegeben.

Dann kam der Zweite Weltkrieg – und nach Kriegsende war Schönbach tschechisch. Die deutschen Bewohner mussten ihre Heimat verlassen.

Die rund 2000 Instrumentenbauer schafften es allerdings dennoch, sich ihr einzigartiges gewerbliches Zusammenspiel und Wissen zu bewahren: Sie konnten sich in Bubenreuth bei Erlangen ansiedeln….

Quelle:  Sudetendeutsche Landsmannschaft Bundesverband eV.