Japan: Erste Entzugscamps für internetsüchtige Kinder und Jugendliche

Die krankhafte Nutzung des Internets, vor allem bei Jugendlichen, ist ein zunehmendes Problem – auch in Japan. Deshalb plant jetzt das japanische Bildungsministerium die Einrichtung von sog.“Fasten-Camps“ für onlinesüchtige Kinder und Jugendliche an Schullandheimen und anderen öffentlichen Einrichtungen. c9bf956817

BILD: Lesen statt dauersurfen (Foto: HMK)

Die Kinder und Jugendlichen sollen wieder in die reale Welt zurückfinden. Sie sollen keinen Zugang zum Internet bekommen, an Aktivitäten in der Natur und an Mannschaftssportarten teilnehmen. Unterstützung erhalten sie durch Psychiater und Psychotherapeuten.

Der Sprecher des Ministeriums, Akifumi Sekine, sagte in einem Interview: “Wir wollen sie rausholen aus der virtuellen Welt und sie ermutigen echte Kommunikation mit anderen Kindern und Erwachsenen zu haben“.

Nach einer Umfrage, bei der 140.000 Kinder und Jugendliche über ihr Internetverhalten befragt wurden, schätzt das japanische Bildungsministerium mehr als eine halbe Million Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 12 und 18 Jahren als internetsüchtig ein.

Bei 8,1 Prozent der Kinder und Jugendlichen wurde eine potentielle Internetsucht festgestellt, dies ergab eine andere Umfrage von einer japanischen Expertengruppe. Die Forscher wollten herausfinden wie viele der Befragten mehr als fünf Stunden pro Tag online sind und welche Auswirkungen das auf die Betroffenen hat.

Die Symptome äußern sich z.B. durch Probleme beim Einschlafen, weniger als sechs Stunden Schlaf und ungesunder Ernährung.

Ähnliche Nachrichten aus Südkorea

Das Nachbarland Südkorea meldet Ähnliches: Jeder fünfte Schüler und Student sei dort abhängig von seinem oder ihrem Smartphone. Mehr als sieben Stunden tägliche Nutzung wird dort als Sucht definiert. Als Entzugssymptome werden Angstgefühle, Schlaflosigkeit und Depressionen beschrieben.

Deutsche Krankenkassen erkennen die Internetsucht bisher nicht als Krankheitsbild an und übernehmen deshalb auch keine Behandlungskosten. Betroffene können sich aber an telefonische Suchtberatungen und Selbsthilfegruppen wenden.

Quelle: Kultur und Medien online


Wie leben die letzten Christen Nordkoreas unter dem Steinzeit-Kommunismus?

Seit Monaten provoziert der nordkoreanische Diktator Kim Jong-un die USA und Südkorea mit Raketentests und Invasionsvideos.  Inzwischen hat China den Druck auf Nordkorea erhöht, die ausgesetzten Atomverhandlungen wieder aufzunehmen. Pfarrer-Lee-Eun-hyung-Briketts

Für den katholischen Priester Lee Eun-hyung (siehe Foto), Generalsekretär des kirchlichen „Komitees zur Versöhnung des koreanischen Volkes“ mit Sitz in Seoul, bedeutet der aktuelle Konflikt einen herben Rückschlag für die seit 1999 geleistete Verständigungsarbeit der 15 südkoreanischen Diözesen.

Im Gespräch mit dem internationalen kath. Hilfswerk „Kirche in Not“ (KIN) berichtet Pfarrer Lee von der Situation der Christen im kommunistischen Nordkorea und von seinem Einsatz für die notleidende Bevölkerung dort.  –  Das Interview führte Anselm Blumberg.

Pfarrer Lee, drei Mal haben Sie Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas, besucht. Was haben Sie dort erlebt?

In den Jahren 2005, 2008 und 2011 bin ich über China nach Pjöngjang geflogen. Ich habe dort mit Vertretern des „Katholischen Vereins Joseon“ gesprochen, der von den nordkoreanischen Behörden offiziell anerkannt wird. Dank dieses Vereins konnten wir humanitäre Hilfen für Nordkorea leisten und einen religiösen Austausch realisieren.

Bei jedem Besuch zelebrierte ich in der nach dem gleichnamigen Stadtteil benannten katholischen Kirche „Jangchung“ eine heilige Messe. Daran haben nordkoreanische Gläubige teilgenommen. Allerdings hatten die nordkoreanischen Behörden mir und meinen Mitarbeitern streng verboten, in persönlichen Kontakt mit den Bürgern des Landes zu treten. Es war daher unmöglich, einen Einblick in ihr Leben oder ihre Denkweise zu bekommen.

„Es gibt keinen kath. Priester in Nordkorea“

Gemälde: Evita Gründler

Foto: E. Gründler

Ob es sich bei den Gottesdienstbesuchern wirklich um Katholiken gehandelt hat, ist sehr schwer zu entscheiden. Der katholischen Kirche „Jangchung“ steht ein Laie vor. Angeblich hält er sonntags mit der Gemeinde einen Wortgottesdienst. Katholische Priester leben meines Wissens zur Zeit nicht in Nordkorea.

Wie viele Christen leben heute in Nordkorea?

Es ist sehr schwierig, die Gläubigen in Nordkorea zu beziffern. Denn Nordkorea ist das verschlossenste Land der Welt. Ich halte die Zahlen über die Religionsangehörigen in Nordkorea in den zahlreichen Statistiken nicht für exakt.

Die nordkoreanischen Behörden haben uns gesagt, dass es 3000 Katholiken im Land gebe. Wir wissen aber weder, ob die Zahl stimmt, noch wie sie zustande kommt.

Pjöngjang war das „Jerusalem des Ostens“

Aber in der Zeit vor der Teilung des Landes von 1945 gab es in Nordkorea sehr viele Christen. Evangelische Missionare hatten damals die Hauptstadt Pjöngjang das „Jerusalem des Ostens“ genannt. Von hier aus entfaltete sich eine sehr rege Missionsarbeit. Die Mutter des Diktators Kim Il-sung (1948-1994) zum Beispiel stammte nämlich aus einer sehr frommen evangelischen Familie.

Es gibt alte Dokumente, wonach vor der Teilung des Landes etwa 50.000 Katholiken im Norden lebten. Wir vermuten, dass nach der langen Verfolgungszeit ungefähr noch 10 000 Menschen eine Erinnerung an ihren katholischen Glauben im Herzen bewahren konnten.

Allerdings praktizieren diese vermuteten Katholiken in Nordkorea ihren Glauben heimlich. Dass es in Nordkorea eine organisierte Untergrundkirche gibt, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Gerüchteweise soll es eine Untergrundkirche an der Grenze zu China geben.

Gibt es außer in der Hauptstadt noch andere Kirchengebäude in Nordkorea?

Ich hatte bis jetzt keine Möglichkeit, das in Erfahrung zu bringen. Bislang ist die Kirche „Jangchung“ die einzige, die die nordkoreanischen Behörden offiziell als katholische Kirche anerkannt haben. Vor der Teilung Koreas existierten zahlreiche katholische Gotteshäuser in Nordkorea.

Wahrscheinlich wurden viele von ihnen während des Koreakrieges (1950-1953) zerstört. Wir vermuten, dass die nordkoreanischen Behörden die übrigen Kirchengebäude, die vom Krieg verschont wurden, anderen Zwecken zugeführt haben.

„Riesiger Mangel an Heizmaterial“

Welche Hilfsgüter benötigen die Nordkoreaner am dringendsten, und wie hat die katholische Kirche Südkoreas darauf reagiert?

Nordkorea hat neben seinem großen Ernährungsproblem einen riesigen Mangel an Heizmaterial. Viele Nordkoreaner roden daher die bewaldeten Berge und verheizen die Bäume. Dadurch werden die Berge Nordkoreas immer kahler. Dies wiederum zieht verschiedene Naturkatastrophen wie Hochwasser und Bergrutsche nach sich. Das wirkt sich verheerend für die Landwirtschaft aus und verstärkt noch das Ernährungsproblem.KIG (2)

Um die Menschen nicht in der Kälte sitzen zu lassen, haben wir im Jahre 2007 Winteraktionen gestartet, in denen wir bislang 300.000 Kohlebriketts mit LKWs in die Nähe von Kaesong brachten, also wenige Kilometer hinter die Waffenstillstandslinie. Zehn Mal habe ich bereits solche Transporte begleitet. Die Hilfslieferungen geschahen in Zusammenarbeit mit dem Verein „Aktion warme koreanische Halbinsel – Zentrale für Kohleverteilung aus Liebe“.

Kamen Sie bei den Kohlelieferungen auch in Kontakt mit der nordkoreanischen Bevölkerung?

Prinzipiell war der persönliche Kontakt mit den Bewohnern Nordkoreas streng verboten. Aber nachdem wir die Briketts am Stadtrand von Kaesong abgeladen hatten, kamen Einheimische zu uns, um mit uns zusammen zu arbeiten. Auf diese Weise kam doch immer wieder eine Begegnung mit der Bevölkerung zustande.

Unsere ehrenamtlichen Helfer und die Nordkoreaner waren sich bei den ersten Gesprächen noch sehr fremd. Doch nach einer Weile haben sie einen Draht zueinander gefunden. Dann haben sie meistens über ihre Kinder gesprochen. Die Begegnungen wurden immer intensiver, angenehmer und natürlicher.

„Ich dachte an eine Zeitreise“

Was empfanden Sie als Südkoreaner, als Sie zum ersten Mal in den hermetisch abgeriegelten Norden fuhren?

Als ich die Waffenstillstandslinie mit dem LKW passierte, war es für mich, als machte ich mit der Zeitmaschine eine Zeitreise. Ich fühlte mich 40er oder 50er Jahre zurückversetzt. Die Dörfer vor Kaesong, die Leute, die dort wohnen: Alles sieht aus wie in früheren Zeiten.

Ihr Versöhnungskomitee nimmt sich der Flüchtlinge aus Nordkorea besonders an und hilft ihnen, in der südkoreanischen Gesellschaft heimisch zu werden. Was berichten die Christen unter den Flüchtlingen über ihre Möglichkeit, ihren Glauben in dem kommunistischen Land zu leben?

Es passiert zwar sehr selten, dass man unter den Flüchtlingen aus Nordkorea Christen antrifft, doch ich habe es erlebt. Sie wurden noch vor der Landesteilung getauft. Sie konnten sich noch an ihre Taufe erinnern, obwohl sie schon 60 Jahre zurücklag. Einige konnten sich auch noch an die Katechumenatszeit und an Gebete zur Vorbereitung auf die Taufe erinnern. Sie praktizierten heimlich ihren Glauben.

„Rosenkranz: Bohne für Bohne…“

Einige Flüchtlinge haben von alten Frauen berichtet, die sich zusammen setzten, Bohne für Bohne zählten und dabei leise etwas murmelten. Im Rückblick kam ihnen der Gedanke, dass sie vielleicht miteinander Rosenkranz beteten.

Welche geistlichen Hilfen leistet Ihr Komitee für Flüchtlinge aus Nordkorea?

Wir bemühen uns darum, jene religiös zu bilden, die Eifer und Interesse am Glauben zeigen. Das „Komitee zur Versöhnung des koreanischen Volkes“ sieht Flüchtlinge aus Nordkorea als kostbares Pfund für die zukünftige Einheit. Wir denken noch einen Schritt weiter, dass sie nämlich eines Tages als Gottesgeschenk für die Evangelisierung in Nordkorea wirken können.

Nach dem Ende der pazifistischen südkoreanischen „Sonnenscheinpolitik“ der früheren Präsidenten Kim Dae-jung (1998-2003) und Roh Moo-hyun (2003-2008) hat die Regierung in Seoul im Mai 2010 ihre Nordkoreahilfe eingestellt. Welche Möglichkeiten bleiben Ihnen jetzt noch, sich für Ihre Glaubensgeschwister im Norden einzusetzen?

Derzeit müssen unsere Hilfsaktionen für Nordkorea ruhen. Sobald die gegenwärtige Krise vorbei sein wird, werden wir darauf warten, dass die Politik in Südkorea andere Wege als die Regierung von Präsident Lee Myung-bak (2008 bis Februar 2013) in Bezug auf den Norden einschlägt.

Tatsache ist, dass die nordkoreanische Seite durch den „Katholischen Verein Joseon“ um humanitäre Hilfe bittet. Gleichzeitig sind Renovierungsarbeiten an der katholischen Kirche „Jangchung“ in Pjöngjang sehr dringlich geworden. Wir wissen sehr genau um die dortige Not.

Wir möchten durch unsere Unterstützung auch gleichzeitig ein festes Fundament für einen religiösen Austausch bauen. Aufgrund unserer Erfahrungen mit der letzten Regierung sind wir der Meinung, dass politische Spannungen nicht den Austausch zwischen Völkern und Religionen stoppen dürfen.

Hier in Europa haben wir das Gefühl, der Süden sei recht entspannt, während der Norden auf Konfrontationskurs ist. Haben die Menschen in Südkorea Angst vor einem Krieg?

Tatsächlich sind wir sehr besorgt um die Kriegsgefahr. Wir wissen genau, dass Kriegsdrohungen die Lebensentfaltung auf beiden Seiten sehr beeinträchtigen können. Wir wissen auch, dass Süd- und Nordkorea im Kriegsfall große Verletzungen davontragen würden, die nur sehr langwierig geheilt werden können.

Daher gehe ich eher davon aus, dass der Kriegsfall nicht eintreten wird. In dieser angespannten Lage wird die Hungersnot der nordkoreanischen Bevölkerung größer; in Südkorea erleidet die Wirtschaft Nachteile. Ein Ausweg aus der beklemmenden Situation für Süd- und Nordkorea besteht in Dialog und Übereinkünften, in Zusammenarbeit und Austausch.

Quelle (Text/Fotos): „Kirche in Not“: KIN


Kath. Kirche in Südkorea wünscht Seligsprechung eines im kommunistischen Nordkorea „verschwundenen“ Bischofs

Die Bischöfe von Südkorea wünschen sich eine Seligsprechung des „verschwundenen“ Bischofs von Pjöngjang, Francis Borgia Hong Yong-ho.

Dieser und seine 80 Begleiter sind während der  kommunistischen Verfolgung durch den nordkoreanischen Diktator Kim Il-sung verschollen, jedoch nie für tot erklärt worden.

Das Verschwinden von Yong-ho und seiner Begleiter  –  die meisten Priester und Ordensleute  –  gilt in Südkoreas Kirche seitdem als trauriges Mahnmal der Verfolgung durch religiösen Haß und Gewalt.

Es sei nicht auszuschließen, daß der Oberhirte in einem Umerziehungslager inhaftiert sei. Eine Seligsprechung des Bischofs würden die Bischöfe Südkoreas als einen wichtigen Schritt der Solidarität mit den leidenden Christen in Nordkorea werten.

Bischof Yong-ho ist am 10. März 1962 verschwunden.

Quelle: kath. Nachrichtendienst „Asianews“


Zum ersten Mal wurde eine Katholikin zur Präsidentin Südkoreas gewählt

Mit Park Geun-Hye bekleidet erstmals eine Frau und eine Katholikin das Präsidentenamt Südkoreas. Ihre Vereidigung fand am gestrigen Montag statt. 

Südkorea ist ein freiheitlicher und demokratischer Staat mit Marktwirtschaft, während Nordkorea von einer kommunistischen Diktatur mit Planwirtschaft beherrscht wird. imagesCAXGEKMF

Die neue Präsidentin kündigte in ihrem Wahlprogramm eine Ausweitung staatlicher Sozialhilfen und wirtschaftliche Reformen an.

Die katholischen Bischöfe von Südkorea erinnerten Staats0berhaupt Geun-Hye an ihre Wahlversprechen und forderten sie auf, diese auch umzusetzen.

Frau Geun-Hye ist die Tochter des langjährigen Präsidenten Südkoreas Park Chung-Hee, der in den 60-er und 70-er Jahren die Basis für den wirtschaftlichen Aufschwung des Landes gelegt hat. Er wurde 1979 ermordet.

Quelle: Radio Vatikan


Die drei innovativsten Staaten der Welt sind derzeit die USA, Südkorea und Deutschland

Die drei innovativsten Länder der Welt sind aktuell die USA, gefolgt von Südkorea und Deutschland. Dies hat der „Bloomberg“  jetzt in seinem weltweiten Innovations-Index ermittelt,  mit dem 50 Staaten beurteilt werden.

Die Bundesrepublik erhielt sehr gute Bewertungen bei bestimmenden Faktoren wie z.B. bei High-Tech-Dichte (4. Platz), bei Patent-Aktivität (7) und Produktivität (7).

Israel ist führend im Bereich Forschung und Entwicklung (Platz 1), zudem sehr gut bei High-Tech-Dichte und Dienstleistungseffizienz (je 7).  Trotzdem landete Israel insgesamt nur im Mittelfeld wegen der schwachen Bewertung der Produktivität (Platz 24) und und vor allem der Patentaktivität (Platz 41). 

Quellen: Globes online, http://www.bloomberg.com


Eine konservative Politikerin wurde zur Präsidentin des freien Südkorea gewählt

Während die Menschen in Nordkorea seit langem unter einer kommunistischen Steinzeit-Diktatur leiden, sind die Bürger Südkoreas wirtschaftlich erfolgreich und leben in einer freiheitlichen Demokratie und Marktwirtschaft nach westlichem Muster.

Park Geun Hye, Member of the GNP and Member of...

  Foto: Wikipedia

Erstmals ist jetzt eine Frau, die konservative Park Geun Hye, zur Präsidentin ihres Landes gewählt worden, wobei sie sich gegen ihren linksliberalen Kandidaten Moon JaeIn durchsetzten konnte.  Frau Park gehört der regierenden Saenuri-Partei an.

Mit 75,8 Prozent erwies sich die Wahlbeteiligung diesmal um fast 13 Prozent höher als 2007. Insgesamt waren über 40 Millionen Bürger wahlberechtigt.

Der Vater der neuen Präsidentin, Park Chung Hee, war von 1961 bis 1979 selber Staatschef Südkoreas und regierte relativ autoritär mit einer klaren antikommunistischen Linie. 

Die Erinnerung an ihren Vater, der für große wirtschaftliche Erfolge sorgte, brachte Park Geun Hye vor allem bei älteren Wählern viele Stimmen ein. Die neue Präsidentin will ebenfalls einen unternehmerfreundlichen Kurs fahren.