Unser Beistand beim Vater: Jesus Christus – ER ist die Sühne für unsere Sünden

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: 1 Joh 1,5-10.2,1-2:

Brüder! Das ist die Botschaft, die wir von Jesus Christus gehört haben und euch verkünden: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm.
Wenn wir sagen, dass wir Gemeinschaft mit IHM haben und doch in der Finsternis leben, lügen wir und sind nicht in der Wahrheit.
Wenn wir aber im Licht leben, wie ER im Licht ist, haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut seines Sohnes Jesus reinigt uns von aller Sünde.
Wenn wir sagen, dass wir keine Sünde haben, führen wir uns selbst in die Irre, und die Wahrheit ist nicht in uns.
Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist ER treu und gerecht; er vergibt uns die Sünden und reinigt uns von allem Unrecht.
Wenn wir sagen, dass wir nicht gesündigt haben, machen wir ihn zum Lügner, und sein Wort ist nicht in uns.
Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt.
Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Beistand beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten.
ER ist die Sühne für unsere Sünden, aber nicht nur für unsere Sünden, sondern auch für die der ganzen Welt.

HOCHFEST der Verkündigung des HERRN

Heutige liturgische Festlesung der kath. Kirche: Mt 1,16.18-21.24a:

Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, welcher der Messias genannt wird.
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Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete – durch das Wirken des Heiligen Geistes.
Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
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Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des HERRN im Traum und sprach: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn ER wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des HERRN ihm befohlen hatte.
Foto: Paul Badde

Warnung vor einem vermessentlichen Vertrauen auf Gottes Barmherzigkeit

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Sir 5,1-8:

Verlass dich nicht auf deinen Reichtum und sag nicht: Ich kann es mir leisten.
Folg nicht deinem Herzen und deinen Augen, um nach dem Begehren deiner Seele zu leben.
Sag nicht: Wer vermag etwas gegen meine Macht? – Denn der HERR rächt die Verfolgten.
Sag nicht: Ich habe gesündigt, doch was ist mir geschehen? Denn der HERR hat viel Geduld.
Verlass dich nicht auf die Vergebung, füge nicht Sünde an Sünde, indem du sagst: Seine Barmherzigkeit ist groß, ER wird mir viele Sünden verzeihen.
Denn Erbarmen ist bei ihm, aber auch Zorn, auf den Frevlern ruht sein Grimm.
Zögere nicht, dich zu ihm zu bekehren, verschieb es nicht Tag um Tag! Denn sein Zorn bricht plötzlich aus, zur Zeit der Vergeltung wirst du dahingerafft.
Vertrau nicht auf trügerische Schätze; sie nützen nichts am Tag des Zorns.

Warum auch nach „okkulten Sünden“ ein Exorzismus verfehlt ist

Geistlicher Missbrauch durch Panikmache und „Befreiungsdienst“

Seit Jahrzehnten erhalte ich Anfragen von Gläubigen, die in eigener „Sache“ oder hinsichtlich ihres Bekanntenkreises von dem Gedanken umgetrieben werden, eine Teufelsaustreibung sei vonnötigen und die mich daher nach einem „kirchlich anerkannten“ Exorzisten fragen. 

Es ist zwar schon einmal grundsätzlich gut, wenn man sich nicht dem nächstbesten selbsternannten „Exorzisten“ oder gar einem charismatischen „Befreiungsdienstler“ von eigenen Gnaden zuwendet, sondern seriös nach einem amtlichen kirchlichen Vertreter fragt.

Aber einmal abgesehen davon, daß es hiervon in Deutschland nur sehr wenige gibt, ist es nicht Aufgabe dieser Priester, Menschen zu „exorzieren“, die überhaupt nicht besessen sind, sondern sich dies lediglich selber einreden oder durch Panikredner aufschwatzen ließen. Beispiele hierfür kenne ich in Hülle und Fülle.

Der Hintergrund ist fast immer der folgende:

Die Ratsuchenden haben sich  – teils vor längerer Zeit, teils noch unlängst – mit esoterischen Praktiken eingelassen, waren in Zaubereisünden oder sonstige okkulte Handlungen verstrickt etc.

Das ist dann natürlich die „Stunde der Charismatiker“: Kaum lernen sie solch einen Betroffenen kennen, reden sie ihm ein, er sei aufgrund seiner magischen Vergangenheit „besessen„, mindestens aber „okkult belastet“. 

Folglich ist ein Exorzismus, mindestens aber eine „Befreiungs-Seelsorge“ nötig, um den Geschädigten zu „heilen“. Daß dessen Probleme aber durch solch eine Falschdiagnose erstens verstärkt und zweitens alles andere als gelöst werden, wird nicht wahrgenommen.

Warum „Falschdiagnose“?

Weil auch schwerwiegende Magie-Sünden noch lange nicht zur Besessenheit führen, auch nicht ohne weiteres in eine sonstige Form von „satantischer Gebundenheit“.

Das hat die katholische Kirche auch nie (!) behauptet, vielmehr handelt es sich um Panik-Vorstellungen von sektiererischer und schwarmgeistiger Seite.

Es gibt auch in anderen Bereichen schwere Sünden, man denke nur an massive Verstöße gegen die Zehn Gebote  – etwa Mord, Ehebruch, schwerer Diebstahl, Verleumdung oder gar Glaubensabfall etc.

Was tun Katholiken, wenn sie umkehren wollen und Gottes Vergebung suchen? – Genau: sie bereuen ihre Laster und gehen zur Beichte. –  Keiner, der bei Verstand ist, kommt auf die Idee, einen Exorzisten aufzusuchen!

Warum nun sollte es denn bei Zauberei-Sünden anders sein? Sind sie etwa schlimmer als Mord und Totschlag? – Es gibt keine Sünde, die Christus im Sakrament der Buße nicht auslöschen könnte – vorausgesetzt, die Reue des Umkehrwilligen ist aufrichtig.

Auch der hl. Paulus hat sich in seinen Briefen an die urchristlichen Gemeinden – vor allem an die Korinther – intensiv immer wieder mit schlimmen Lastern befaßt, die „vom Reiche Gottes ausschließen“, sofern keine Buße erfolgt. 

Nicht ein einziges Mal – auch nicht im Zusammenhang mit ausdrücklich erwähnten Zaubereisünden – hat der Völkerapostel seine Gemeinden bzw. deren Vorsteher zum Exorzismus aufgerufen.

Damit soll wohlgemerkt nicht gesagt sein, es gäbe keine wirkliche Besessenheit  – aber die in charismatischen Kreisen ständige Fixiertheit auf einen sogenannten „Befreiungsdienst“ ist ein Irrweg sowohl der theologischen Sache nach wie auch zu Lasten der seelischen Gesundheit der Betroffenen, wie ich aus zahlreichen Gespräche mit Geschädigten weiß.

Es handelt sich objektiv eindeutig um seelsorglichen Missbrauch, um eine (un)geistliche Manipulation. (Ob diese Problematik den Fehlgeleiteten subjektiv bewußt ist oder nicht, steht auf einem anderen Blatt.)

Statt daß diese reumütigen Menschen ermutigt werden, die sakramentale Seelsorge der Kirche in Anspruch zu nehmen, werden sie völlig abwegig in Panik versetzt, als teuflisch besessen hingestellt und dem fragwürdigen Treiben eines selbsternannten „Befreiungsdienstlers“ unterworfen.

Dabei wird dies sogar praktiziert, wenn die Betroffenen nicht einmal selber in Zauberei-Sünden verstrickt waren, sondern lediglich  – angeblich  –  ihre „Ahnen“ bis zurück in die dritte oder vierte Generation (Urgroßeltern).

Dieses absurde Konstrukt nennt sich „Vorfahrensschuld“  – und ist dann immer noch ein willkommener Anlaß zur „Spezialseelsorge“, wobei die Gläubigen sich von den „Sünden ihrer Ahnen“ rituell lossagen sollen usw. Dazu gibt es auch noch Seminare und Einkehrtage, welche diesen Unfug lehren und betreiben.

Dazu kommt, daß das Einreden von „Besessenheit“ der Hölle sehr entgegenkommt. Warum? Weil die Betreffenden dann logischerweise meinen, ihre Sünden seien vom Teufel bewirkt, der durch sie gehandelt habe – also geht es dann nicht oder jedenfalls weniger um die eigene Verantwortung. Die Einsicht in eigene Schuld ist aber die wichtigste Voraussetzung für Reue und Sinnesänderung, also für eine Umkehr zu Gott. 

Nehmen wir als Anhaltspunkt für diesen ganzen Problembereich ein Beispiel aus dem Alten Testament, das uns zeigt, wie mit okkulten Lastern zu verfahren ist.

Es geht um den abgefallenen jüdischen König Manasse, der 55 Jahre lang in Jerusalem regierte. Er hatte zwar einen guten, gläubigen Vater (Hiskia), aber der Junior war ganz dem Götzendienst verfallen, wie wir in 2 Chronik 33 (1-20) nachlesen können. Er trieb es mit diesen „Greueln“ sogar noch schlimmer als die heidnischen Völker, die vor der Landnahme in Israel lebten (vgl. 2 Chr 33,2).

Er errichtete sogar Altäre für den Götzen Baal und die heidnische Göttin Aschera – und das nicht nur „auf den Höhen“ (auf Bergesgipfeln), sondern im Tempel des HERRN zu Jerusalem. Also schlimmer gings nimmer!

Auch in puncto Zaubereisünden war er unschlagbar:

„Er ließ seine Söhne durchs Feuer gehen im Tal Ben-Hinnom, und er trieb Zauberei, Beschwörung und Magie und ließ sich mit Totengeistern und Wahrsagegeistern ein. Er tat viel, was böse war in den Augen des HERRN, um ihn zum Zorn zu reizen.“

Gott warnte diesen gottlosen Herrscher und „redete zu Manasse und zu seinem Volk; aber sie achteten nicht darauf“.

Also zog der Ewige stärkere Register, um den König zur Umkehr zu bewegen. Er ließ den heidnischen Herrscher von Assyrien über Jerusalem kommen, die Heeresobersten nahmen Manasse gefangen und führten ihn ab nach Babel.

Da saß der König nun in seinem Elend – und ging endlich in sich: Und als er so bedrängt war, flehte er den HERRN, seinen Gott, an und demütigte sich sehr vor dem Gott seiner Väter und betete zu ihm.“

Und was tat der HERR? Ließ er dem König erst einmal durch einen Propheten oder Priester den Teufel austreiben? – Mitnichten!

Hier folgt die Antwort: „Und der HERR ließ sich von ihm erbitten und erhörte sein Flehen und brachte ihn nach Jerusalem in seine Königsherrschaft zurück. Da erkannte Manasse, dass der HERR der wahre Gott ist.“

Die Reue des „gefallenen Königs“ war echt, denn seiner Umkehr folgten handfeste Taten: 

„Und er tat die fremden Götter weg und das Götzenbild aus dem Haus des HERRN und alle Altäre, die er auf dem Zionsberg und in Jerusalem gebaut hatte; und er warf sie vor die Stadt hinaus. Und er baute den Altar des HERRN wieder auf und opferte auf ihm Heilsopfer und Dankopfer. Und er befahl dem Volk von Juda, dass sie dem HERRN, dem Gott Israels, dienen sollten.“

Was dieser Manasse sich an Abfall, Götzendienst und schlimmstem Aberglauben „geleistet“ hat – noch dazu als verantwortlicher Herrscher  – war schon von anderem Kaliber, als wenn sich in charismatischen Gebetskreisen  herausstellt, daß Frau M. vor zwanzig Jahren Zeitungs-Horoskope gelesen hat – oder ihr Urgroßvater einen Hellseher aufsuchte usw.

Bleiben wir also auf dem kirchlichen Teppich, auf dem Boden der Heiligen Schrift nämlich – und der Vernunft!

Ergänzender Artikel: https://charismatismus.wordpress.com/2019/02/18/wenn-der-exorzismus-die-beichte-verdraengt-und-die-noetige-umkehr-blockiert/

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt.

 

 


Christus ist als Hoherpriester der Urheber des ewigen Heiles geworden

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Hebr 5,1-10:

Jeder Hohepriester wird aus den Menschen ausgewählt und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott, um Gaben und Opfer für die Sünden darzubringen.
Er kann für die Unwissenden und Irrenden Verständnis aufbringen, da auch er der Schwachheit unterworfen ist; deshalb muss er für sich selbst ebenso wie für das Volk Sündopfer darbringen.
Und keiner nimmt sich eigenmächtig diese Würde, sondern er wird von Gott berufen –  so wie Aaron.
So hat auch Christus sich nicht selbst die Würde eines Hohenpriesters verliehen, sondern der, welcher zu IHM gesprochen hat: Mein Sohn bist du. Heute habe ich dich gezeugt,
wie er auch an anderer Stelle sagt: Du bist Priester auf ewig nach der Ordnung des Melchisedech.
Als Christus auf Erden lebte, hat ER mit lautem Rufen und unter Tränen Gebete und Bitten vor den gebracht, der ihn aus dem Tod retten konnte  – und ER ist erhört und aus seiner Angst befreit worden.
Obwohl ER der Sohn war, hat ER durch Leiden den Gehorsam gelernt; zur Vollendung gelangt, ist ER für alle, die ihm gehorchen, der Urheber des ewigen Heils geworden.
Und ER wurde von Gott angeredet als „Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedechs“.

Arabischer Yom-Kippur-Krieg gegen Israel jährt sich jetzt zum 45. Mal

Morgen Abend beginnt Yom Kippur, der jüdische Versöhnungstag, an dem traditionell gefastet und um Vergebung der Sünden gebetet wird.

Für Israel markiert dieses Fest die Erinnerung an den Yom Kippur-Krieg 1973, der sich in diesem Jahr zum 45. Mal jährt. 

Premierminister Netanyahu erklärte dazu bei der wöchentlichen Koalitionssitzung am Sonntag u.a.:

„In dieser Woche begehen wir in Synagogen und auf Friedhöfen Yom Kippur, den heiligsten Tag unseres Volkes und den Tag, an dem wir, vor 45 Jahren, einem blutigen Angriff ausgesetzt waren, der uns tausende Opfer gekostet hat.

Wir müssen alles tun, um Krieg zu verhindern. Seine Opfer zerstören das Leben von Familien, und sie sind eine offene Wunde im Herzen der Nation. Doch wenn uns ein Krieg aufgezwungen wird, müssten wir alles tun, um ihn mit so wenig Verlusten wie möglich zu gewinnen.

Vor 45 Jahren täuschten sich die Geheimdienste in ihrer Einschätzung der Kriegsabsichten von Ägypten und Syrien. Als diese Absichten ohne jeden Zweifel offen lagen und die Gefahr sich vor unserer Haustür befand, beging die politische Führung den schwerwiegenden Fehler, einen Präventivschlag nicht zuzulassen. Diesen Fehler werden wir niemals wiederholen.“

Quelle: http://newsletter.israel.de/i/_TT5jG_-gXh0AdY4MIBtLxFarux_a1SunfMGTTCHhqs


Wegweisende Predigt von Pfr. Lankeit in Phönix (USA) zu den Missbrauch-Skandalen

Von Dr. Edith Breburda

Pfarrer John Lankeit ist Direktor der Kathedrale der hl. Simon und Judas Thaddäus im Bistum Phoenix im US-Bundesstaat Arizona und bekannt für seine einzigartigen Predigten, die auch international zitiert wurden.

Am Sonntag, dem 19. August 2018, trat der Priester (siehe 2. Foto) sichtlich betroffen zum Ambo.

Er berichtete, dass er sich vor ein paar Tagen mit einer Dame unterhielt, die in ihrer Jugend von einem Priester missbraucht worden war. Pfr. John beschrieb die Frau als heldenhaft.

All das, was sie erlebte, wurde durch die Geschehnisse der letzten Woche schmerzlich wieder präsent, als die Medien über den horrenden sexuellen Missbrauch von Klerikern berichteten. Wir hörten vor allem über die Praktiken im Bistum von Pennsylvania; über die Vertuschung der Straftaten und eine meist erfolgende Versetzung der Täter.

Doch trotz all dem, was der Frau durch einen Menschen im Priesterkragen angetan wurde, ist sie der Kirche treu geblieben; obwohl sie derart misshandelt wurde von einem Geistlichen, der noch dazu vorgab, ein Mann Gottes zu sein.

Der Täter hatte innerlich schon lange zuvor die Kirche verraten, der er einst zu dienen versprach. Die heroische Reaktion des Opfers, ihren katholischen Glauben nicht zu verlassen, versetzte Pfarrer Lankeit so sehr in Erstaunen, dass er im ersten Moment nicht wusste, wie er der Frau beistehen könnte.

Trotz eines inständigen Gebetes zum Hl. Geist blieb er zunächst sprachlos. Er dachte an den Skandal, der sie in diese Situation brachte. Pfarrer John sagte ihr: „Ich bin völlig entsetzt über das, was Sie durchmachen mussten und weiß nicht, wie ich Ihren Schmerz lindern kann.“ – Zu seinem Erstaunen bedankte sich die Frau bei ihm. Zu lange hatte sie solchen Trost und Zuwendung vermisst: „Herr Pfarrer, ich bin froh über Ihre Antwort, denn bisher hüllten sich alle in ein verschämtes Schweigen.“

Pfarrer John bemerkte in ihr einen Mut, den nur der Hl. Geist vermitteln kann.

In der Lesung des 20. Sonntages im Jahreskreis  –  Eph 5,15-20  –  schrieb der heilige Paulus: „Brüder! Achtet sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht töricht, sondern klug. Nutzt die Zeit; denn diese Tage sind böse. Darum seid nicht unverständig, sondern begreift, was der Wille des HERRN ist.“

„Als die Frau und ich versuchten, herauszufinden, was der Wille Gottes in unseren Tagen ist, kamen mir zwei Dinge in den Sinn, die ich ihr erläuterte“, erklärte der Kathedralrektor in seiner Predigt: „Unabhängig davon, was jemand in oder außerhalb der Kirche bemerkt, müssen wir bedenken, dass der Wolf im Schafspelz unschuldige Opfer verschlingt. Priester, die solche Dinge tun, sind der Kirche untreu.“ 

Durch ihre Laster sind sie nicht im Stand der Gnade und haben sich insofern von der Communio, der „Gemeinschaft der Gläubigen“ getrennt. Wer schwer sündigt, darf die hl. Eucharistie nicht empfangen.

Jesus sagte im Matthäusevangelium: „Wer auch immer den Willen Gottes erfüllt, der ist mein Bruder, meine Schwester, meine Mutter.“ – Jene gehören also zur geistlichen Familie Christi, die Gottes Gebote einhalten.

Priester, welche Christus und seine Botschaft verraten haben, und Bischöfe, die sie deckten, handeln gegen ihre Berufung und Sendung. Einst hat auch der Apostel Judas Iskariot sich selber von Christus und der Urkirche abgewendet, wie Pfarrer Lankeit erklärte.

Es komme nicht auf den Stand und die Farbe der Klerikerkleidung an (ob schwarz, rot oder violett etc), sondern darauf, treu zum Glauben und zum Willen Gottes zu stehen. Christus ist das Haupt, wir sind die Glieder. Die unschuldigen Opfer, die so sehr unter den Taten falscher Hirten leiden, stehen Christus sehr nahe, weil sie Anteil an seiner Passion nehmen; sie leiden in einer unvorstellbaren Form.

Wenn Jesus das Haupt ist und wir seine Glieder, dann sind die missbrauchten Opfer sein „leidendes Herz“.

Wenn wir jemals aus dieser Krise herauskommen wollen, besteht der einzige Weg darin, dass Priester und Laien es zur obersten Aufgabe ihres Lebens machen, sich selber zu heiligen.

Das bedeutet auch, so der Prediger weiter, die Taten all jener aufzudecken, die zum sexuellen Missbrauch beitrugen. Wir müssen eine gerechte Aufklärung und eine Beendigung der Korruption verlangen. Es muss uns möglich sein, Missbrauch zu ahnden, ohne die Täter weiterhin zu schützen. So viele von uns sind ärgerlich, frustriert und verwirrt. Wir wissen nicht, wie wir die Opfer trösten können.

Viele von denen, die zum katholischen Glauben übergetreten sind, hören in diesen Tagen von jenen, die diesen Schritt schon vorher nicht verstanden haben: „Haben wir nicht immer davon abgeraten, zur katholischen Kirche zu konvertieren?“  

Doch wenn wir wegen unseres Glaubens gedemütigt werden, sind wir unserem leidenden HERRN nahe, sagte Pfarrer Lankeit weiter.

Ziel der Attacken gegen die Kirche ist es letztendlich, dass wir aufgeben und unseren Glauben verleugnen. So wie die Apostel Jesus verließen, als er am meisten gelitten hat für seine Kirche und das Heil der Welt. Die Strategie des Widersachers ist es, uns zu entmutigen. Aber wenn wir aufgeben und die Kirche verlassen, dann lassen wir auch jene, die trotz allem treu zur Kirche standen, allein in ihrem Leid. Sie wurden bereits von Priestern alleine gelassen, die ihre Berufung missbrauchten.

Deswegen sollten Priester und Ordensleute auch in unserer Zeit unbeirrbar ihre geistliche Kleidung tragen, auch wenn sie deswegen spöttische Blicke oder Bemerkungen zu hören bekommen, sagte der Prediger: „Diese Zurücksetzung sollten wir als Wiedergutmachung aufopfern, so wie Jesus seine Leiden dem himmlischen Vater aufopferte für die Rettung der Seelen.“

Hier der Link zur erwähnten Predigt: https://www.youtube.com/watch?v=cu6W51ER-cI

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin, Schriftstellerin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA.  – Edith Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Gemälde: Evita Gründler