Christus ist der göttliche Freund der Kinder

Von Felizitas Küble

In der heutigen liturgischen Sonntagslesung der katholischen Kirche wird nach Mk 5,21-43 sowohl die Heilung der blutflüssigen Frau geschildert wie auch die Auferweckung der Tochter des Synagogenvorstehers Jairus.

Insgesamt hat Christus drei Menschen, die schon verstorben waren, ins irdische Leben zurückgeführt: Lazarus, den Jüngling von Nain und die Tochter des Jairus, die mit ihren 12 Jahren noch ein Kind war. chrkn

Dieser biblische Bericht zeigt auf, daß schon das Judentum und vor allem das Christentum weitaus mehr Wertschätzung für Kinder (und hierbei auch für Mädchen!) bewiesen, als dies damals im heidnischen Umfeld üblich war.

Nach römischem „Recht“ (das sich hier als Unrecht erwies) konnte der Hausvater nach eigener Willkür sogar entscheiden, ob er sein Neugeborenes leben läßt oder tötet. Das Kind war gewissermaßen sein Eigentum und galt juristisch insofern lediglich als „Sache“. 

Im Zusammenhang mit dem Kult um Baal gab es in der direkten Umgebung der Israeliten fürchterliche Kinderopfer, die diesem Götzen dargebracht wurden.

Vor allem Mädchen hatten im Heidentum meist einen schweren Stand; sie wurden noch öfter „ausgesetzt“ oder ermordet als die Jungen. Solche Untaten waren bei den Israeliten streng verboten, denn auch gegenüber Säuglingen und Kindern galt das 5. Gebot: „Du sollst nicht morden!“ media-374158-2

Wie sehr Jairus seine Tochter liebte, zeigt die Tatsache, daß er Jesus zu Füßen fiel und ihn um Hilfe für sein todkrankes Kind anflehte. Dies war für den Synagogenvorsteher durchaus riskant, denn Christus war innerhalb der damaligen jüdischen Führungsschicht höchst umstritten und wurde von vielen abgelehnt.

Christus aber heilt das 12-jährige Mädchen, das inzwischen verstorben war, und zugleich schärfte er den umstehenden Leuten ein, niemand dürfe etwas davon erfahren.

Auf den ersten Blick mag es erstaunen, daß Jesus sowohl hier wie auch sonst häufig dazu auffordert, seine Heilungen und  Wundertaten zu verschweigen. Aber offenbar wollte ER nicht in erster Linie als aufsehenerregender Wundertäter verehrt werden. Es ging vielmehr darum, daß die Menschen nicht um einer Sensation willen auf ihn hören, sondern aus Liebe zu seiner Botschaft und zum Wort des HERRN.

 

 


Der hl. Paulus in Korinth: Juden verprügelten ihren Synagogenvorsteher

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Apg 18,9-18:

Als Paulus in Korinth war, sagte der HERR nachts in einer Vision zu ihm: Fürchte dich nicht! Rede nur, schweige nicht! Denn ich bin mit dir, niemand wird dir etwas antun. Viel Volk nämlich gehört mir in dieser Stadt. P1020947

So blieb Paulus ein Jahr und sechs Monate und lehrte bei ihnen das Wort Gottes. Als aber Gallio Prokonsul von Achaia war, traten Juden einmütig gegen Paulus auf, brachten ihn vor den Richterstuhl und sagten: Dieser verführt die Menschen zu einer Gottesverehrung, die gegen das Gesetz (des Moses) verstößt.

Als Paulus etwas erwidern wollte, sagte Gallio zu den Juden: Läge hier ein Vergehen oder Verbrechen vor, ihr Juden, so würde ich eure Klage ordnungsgemäß behandeln. Streitet ihr jedoch über Lehre und Namen und euer Gesetz, dann seht selber zu! Darüber will ich nicht Richter sein. Und er wies sie vom Richterstuhl weg.

Da ergriffen alle den Synagogenvorsteher Sosthenes und verprügelten ihn vor dem Richterstuhl. Gallio aber kümmerte sich nicht darum.

Paulus blieb noch längere Zeit. Dann verabschiedete er sich von den Brüdern und segelte zusammen mit Priszilla und Aquila nach Syrien ab. In Kenchreä hatte er sich aufgrund eines Gelübdes den Kopf kahlscheren lassen.

 


Christi Zuspruch: „Hab keine Angst, dein Glaube hat dir geholfen!“

Heutige Evangelienlesung der kath. Kirche: Mt 9,18-26:

Während Jesus so mit ihnen redete, kam ein Synagogenvorsteher, fiel vor ihm nieder und sagte: Meine Tochter ist eben gestorben; komm doch, leg ihr deine Hand auf, dann wird sie wieder lebendig.Duccio

Jesus stand auf und folgte ihm mit seinen Jüngern. Da trat eine Frau, die schon zwölf Jahre an Blutungen litt, von hinten an ihn heran und berührte den Saum seines Gewandes; denn sie sagte sich: Wenn ich auch nur sein Gewand berühre, werde ich geheilt.

Jesus wandte sich um, und als er sie sah, sprach er: Hab keine Angst, meine Tochter, dein Glaube hat dir geholfen. Und von dieser Stunde an war die Frau geheilt.

Als Jesus in das Haus des Synagogenvorstehers kam und die Flötenspieler und die Menge der klagenden Leute sah, sprach er: Geht hinaus! Das Mädchen ist nicht gestorben, es schläft nur. Da lachten sie ihn aus.

Als man die Leute hinausgedrängt hatte, trat er ein und faßte das Mädchen an der Hand; da stand es auf. Und die Kunde davon verbreitete sich in der ganzen Gegend.