Kardinal Müller kritisiert Traditionis Custodes: Der Hirte schlägt auf die Schafe ein

Kardinal Gerhard Müller hat schwere Bedenken an Ton, Inhalt und Sinn des Schreibens „Traditionis Custodes“ von Papst Franziskus angemeldet, und dessen theologischen wie pastoralen Ansatz deutlich in Frage gestellt. 

In einem in englischer Sprache veröffentlichten Essay schreibt der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation, die „erkennbare Absicht“ des Motu Proprio sei, auf die Dauer die Feier der heiligen Messe in der überlieferten Form „zum Aussterben zu verurteilen“ – und das auf Kosten der Gläubigen, der Familien und Gemeinschaften der katholischen Tradition:

„Ohne die geringste Empathie“ gehe das von Franziskus vorgelegte Motu Proprio „hinweg über die religiösen Empfindungen der – oft auch jugendlichen Teilnehmer – an den Messen nach dem Missale Johannes XXIII“, kritisiert der Kurienkardinal.

Müller schreibt wörtlich: „Statt den Geruch der Schafe anzunehmen, schlägt der Hirte hier mit seinem Stab kräftig auf sie ein.“

Papst Franziskus habe zwar versucht, so der Kardinal, „die Motive darzulegen, die ihn als den Träger der obersten Autorität der Kirche bewegt haben, die Liturgie im außerordentlichen Ritus zu unterdrücken“.

Doch angesichts der Unausgewogenheit „im Einsatz gegen die massiven Angriffe auf die Einheit der Kirche im deutsch-synodalen Weg (und bei sonstigen Pseudo-Reformern) und der harschen Disziplinierung der altrituellen Minderheit drängt sich das Bild von der Feuerwehr auf, die statt des lichterloh brennenden Hauses zuerst die kleine Scheune daneben rettet“, so Müller.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/schwere-bedenken-kardinal-mueller-kritisiert-traditionis-custodes-8832

Foto: Bistum Regensburg


Papst ernannte drei deutsche Bischöfe zu Richtern der Apostolischen Signatur

Von Dr. Gero Weishaupt

Die Apostolische Signatur ist das höchste Berufungs- und Verwaltungsgericht der Katholischen Kirche. Zugleich übt sie Aufsicht über die Gerichtsdisziplin in den einzelnen Diözesen der Weltkirche aus.

Vor einigen Tagen hat Papst Franziskus neue Richter für das Höchste Gericht bestellt, darunter zur Überraschung vieler drei aus Deutschland: Gerhard Kardinal Müller (siehe Foto), den früheren Präfekten der Glaubenskongregation, sowie die Weihbischöfe Dominicus Meier aus Paderborn und Weihbischof Christoph Hegge aus Münster.

Auf einen Schlag drei aus Deutschland. Das ist ein Novum. Bisher gab es nur einen deutschen Bischof als Richter an der Signatur. Dieses Richteramt bekleidete bis jetzt der frühere Aachener Bischof Heinrich Mussinghoff.

Synodaler Weg führt möglicherweise zu Klagen

Es wird nun spekuliert, warum auf einmal drei deutsche Bischöfe in diese päpstliche Behörde berufen worden sind. Die Einrichtung regionaler Verwaltungsgerichte auf der Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und der damit verbundene größere Arbeitsaufwand für die Apostolische Signatur mag ein Grund sein.

In einem Interview auf katholisch.de wurde jüngst dem Münsteraner Kirchenrechtlers und Weihbischofs Christoph Hegge die Frage gestellt, was für Themen das seien, „die sich dann an der Apostolischen Signatur wiederfinden könnten“.

Weihbischof Hegge antwortete: „Zum Beispiel alle Fragen, die im Synodalen Weg auftauchen. Je nachdem, was beschlossen und umgesetzt wird, kann das auch zu Klagen führen, die dann ihren Weg vor die römischen Gerichte finden.“

Der Apostolische  Stuhl rechnet also nach dem Synodalen Weg mit Klagen von Katholiken aus Deutschland. Schon jetzt klagen papst- und kirchenteue Katholiken beim Apostolischen Nuntius in Berlin und im Vatikan über die kirchenspalterischen Forderungen des Synodalen Weges und die sie flankierenden Aktionen gegen den Papst.

Vor einigen Wochen haben Katholiken aus dem Bistum Essen ein Dubium auf den Weg gebracht, es bei der Glaubenskongregation eingereicht und dem Apostolischen Nuntius in Berlin und der Deutschen Bischofskonferenz zur Kenntnis gebracht.

Quelle und vollständiger Beitrag hier: https://www.kathnews.de/rechnet-der-apostolische-stuhl-mit-mehr-klagen-aus-deutschland


Weshalb Kardinal Woelki nicht zurücktritt

Kardinal Woelki denkt nicht an einen Rücktritt. Das hat er laut der Online-Ausgabe der Ruhrnachrichten klipp und klar am vergangenen Freitag in einer Konferenz mit den Stadt- und Kreisdechanten im Erzbistum Köln zu verstehen gegeben.

Er stehe zu seiner Verantwortung und werde nicht aus eigener Veranlassung zurücktreten.

Die Dechanten hätten ihn dazu aufgefordert, angesichts der Krise in Erzbistum Köln persönliche Konsequenzen zu ziehen.

Die Kritik an seiner Person führe der Kölner Metropolit darauf zurück, „dass er als erster Bischof den sexuellen Missbrauch aufgearbeitet habe. Zudem werde ihm sein Widerstand gegen den derzeitigen Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland, den Synodalen Weg, verübelt“, so die Ruhrnachrichten.

Quelle: https://www.kathnews.de/kardinal-woelki-lehnt-ruecktritt-ab


Bischof Bätzings Reise nach Rom: Bekam er wirklich ein Schulterklopfen vom Papst?

Von Dr. Gero P. Weishaupt

Bischof Bätzing war im Vatikan zur Audienz beim Papst. Danach gab der Vorsitzende der Deutschen Bischofkonferenz (DBK) über den Verlauf eine kurze Presseerklärung, in der er u.a. Folgendes mitteilte:

Ausführlich habe ich den Papst über den Stand des ‚Synodalen Weges‘ informiert und dabei deutlich gemacht, dass kolportierte Zuschreibungen, wonach sich die Kirche in Deutschland auf Sonderwege begeben wolle, aus der Luft gegriffen sind. Papst Franziskus hat uns ermutigt, den eingeschlagenen Synodalen Weg weiterzugehen, die anstehenden Fragen offen und ehrlich zu diskutieren und zu Empfehlungen für ein verändertes Handeln der Kirche zu kommen.“

Mit dieser Erklärung hinterläßt der DBK-Vorsitzende der Öffentlichkeit den Eindruck, als ob der Papst den Standpunkt eines „Weiter so!“ vertrete und dem Oberhirten aus Limburg auf die Schulter geklopft habe.

Doch kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Bischof Bätzing die tatsächliche Krise der Kirche in Deutschland, die gerade durch den Synodalen Weg verschärft worden ist, in seiner Presseerklärung erheblich heruntergespielt hat.

In Wirklichkeit ist die kirchliche Lage in Deutschland dramatisch und hat das Potential zur Kirchenspaltung angesichts der gegenwärtigen Polarisation durch den höchst umstrittenen Synodalen Weg und der ihn flankierenden Aktionen des Ungehorsams gegen den Papst durch Segnungen von homosexuellen Paaren, verbotene Gottesdienstgemeinschaft und Laienpredigten in der Eucharistiefeiern. Der deutsche Sonderweg ist gerade nicht „aus der Luft gegriffen“.

Die Fakten sprechen eine andere Sprache. Gerade diese rebellischen Aktionen, Provokationen und Verstöße gegen geltendes Kirchenrecht der letzten Wochen sind Ohrfeigen gewesen, die man in Deutschland dem Papst erteilt hat.

Hat der DBK-Vorsitzende zur Kenntnis genommen, dass aus Empörung über die Rebellion der Kirche in Deutschland und aus Sorge um die  Einheit der  Kirche gläubige Katholiken jüngst ein Dubium nach Rom gesandt haben, um klären zu lassen, ob tatsächlich ein Schisma in Deutschland vorliegt?

Ein „Weiter so, Bischof Bätzing!“ kann der Papst kaum gemeint haben. Betreibt der DBK-Vorsitzende hier Schönfärberei über eine in Wirklichkeit sich spaltende Kirche in Deutschland?

Liest man vor diesem Hintergrund noch einmal den Brief, den der Papst 2019 den deutschen Bischöfen geschrieben hat, dann tut man sich schwer mit dem Inhalt der Presseerklärung des DBK-Vorsitzenden.

Die Öffentlichkeit erfährt nur über diese Presseerklärung etwas über den Inhalt der Audienz. Eine amtliche Verlautbarung des Apostolische Stuhles gibt es bislang nicht. Was hat der Papst tatsächlich gesagt?

Die Öffentlichkeit hat aber den Brief des Papstes von 2019 vorliegen. Darin mahnt der Pontifex schon vor zwei Jahren angesichts der spalterischen Tendenz des Synodalen Weges zur Einheit mit der Kirche und ruft zur Evangelisierung auf. Unter anderem schreibt der Papst den deutschen Bischof ins Stammbuch:

Es ist Aufgabe dieses Prozesses, gerade in diesen Zeiten starker Fragmentierung und Polarisierung sicherzustellen, dass der Sensus Ecclesiaeauch tatsächlich in jeder Entscheidung lebt, die wir treffen, und der alle Ebenen nährt und durchdringt. Es geht um das Leben und das Empfinden mit der Kirche und in der Kirche, das uns in nicht wenigen Situationen auch Leiden in der Kirche und an der Kirche verursachen wird.

Die Weltkirche lebt in und aus den Teilkirchen[, so wie die Teilkirchen in und aus der Weltkirche leben und erblühen; falls sie von der Weltkirche getrennt wären, würden sie sich schwächen, verderben und sterben. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, die Gemeinschaft mit dem ganzen Leib der Kirche immer lebendig und wirksam zu erhalten.“

Die Bischöfe und die Verantwortlichen für den Synodalen Weg haben den Brief bislang ignoriert und nicht umgesetzt. Die Folge: Die kirchliche Lage in Deutschland hat sich seitdem zugespitzt.

Die Hetzkampagne gegen den Kölner Erzbischof –  medial wirksam sogar noch angefeuert – muss vor dem Hintergrund der Ziele des Synodalen Weges verstanden werden.

Doch mit der jüngsten Einbindung des Synodalen Weges in den in die Bischofssynode von 2023 einmündenden weltkirchlichen Synodalen Prozess hat der Papst selber die Zügel in die Hände genommen. So könnte ein Hineinreiten des Synodalen Weges in ein Schisma verhindert werden. Denn mit dessen kirchenspaltenden Programm würde sich die deutsche Teilkirche tatsächlich von der Weltkirche trennen, sie würde sich selber „schwächen, verderben“ und schließlich „sterben“.

Quelle und Fortsetzung des Artikels von Dr. Weishaupt (Kirchenrechtler) hier: https://www.kathnews.de/betreibt-bischof-baetzing-schoenfaerberei


Das „Forum Deutscher Katholiken“ zum Rücktrittsangebot von Kardinal Marx

Für den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ erklärt Prof. Dr. Hubert Gindert:

Das Rücktrittsangebot von Kardinal Reinhard wird instrumentalisiert!

Die Augsburger Allgemeine Zeitung (AZ) greift das Rücktrittsangebot von Kardinal Marx an Papst Franziskus am 5. Juni in vier (!) Beiträgen auf: „Kardinal Marx erschüttert die Kirche“, „Kirchenbeben“, „Woelki hat ein Problem“, „Die Kirche braucht jetzt eine echte Umkehr“.

Die in den Beiträgen genannten Personen (wie Schüller von „Wir sind Kirche“ etc.) sind jene, die sich gegen Kardinal Woelki kritisch, aber für die bekannten Forderungen des „Synodalen Weges“ positiv äußern.

Damit wird klar, dass das Rücktrittsangebot von Marx für den „Synodalen Prozess“ instrumentalisiert wird. Das wird bestätigt dadurch, dass neben Woelki Bischof Voderholzer als „schärfster Kritiker“ des „Synodalen Weges“ genannt wird.

Mit der Krisenbeschreibung „Zerreißprobe“, „Toter Punkt“ der katholischen Kirche wird ein „Wendepunkt“ beschworen. Und tatsächlich braucht die Kirche in Deutschland – besser: brauchen die Katholiken  – eine „echte Umkehr“ und eine Wende hin zum Wort Gottes und zur Lehre der Kirche.

Kardinal Rainer Maria Woelki und Bischof Rudolf Voderholzer sehen das. Diese Reform unterstützen wir!

Foto: Laura Mohr

        


Besorgte Katholiken fragen den Vatikan: Gibt es in Deutschland ein Schisma?

Nach Angaben der „Tagespost“ haben Katholiken aus Deutschland ein sogenanntes Dubium an den Vatikan gerichtet. In Erinnerung ist noch das Dubium mit der Frage nach der Möglichkeit der Segnung homosexueller Beziehungen.

Diesmal geht es um die Frage, ob in Deutschland ein Schisma vorliegt.

Besorgte kirchentreue Katholiken möchten angesichts der nicht nachlassenden Diskussion um das Priestertum der Frau, verbotener Segnung homosexueller Beziehungen, Interkommunion und Predigten von Laien in der Eucharistiefeier Klarheit, wie es möglich ist, dass eine Ortskirche sich vom Glauben der Kirche entfernt hat, ohne schismatisch zu sein.

„Gefühlt kann das so sein, wenn in der Diskussion und auf dem synodalen Weg das Amt, die Sexualmoral und nicht zuletzt die Sakramente immer weiter dekonstruiert und dem Zeitgeist angepasst werden“, schreibt Peter Winnemöller in dem Beitrag der „Tagespost“, für den die Anfrage schon lange überfällig gewesen ist. 

„Es könnte hilfreich sein, wenn das Beispiel Schule macht, denn Rom zeigt sich erstaunlich geduldig mit Bischöfen, die offen die Frauenweihe fordern, eine Änderung der Sexualmoral anstreben und beinahe unverhohlen mit blumigen Worten eine Segnung für alle und alles befürworten. Im Elfenbeinturm synodaler Prozesse mag das ja nett sein“, so Winnemöller weiter. – „In Rom nachzufragen und die strittigen Punkte aus Sicht der Gläubigen zu benennen“, könne  „dazu beitragen, Klärung herbeizuführen“.

Quelle: https://www.kathnews.de/neues-dubium-im-vatikan-vorgelegt


Weltweit scharfe Kritik von Bischöfen am Synodalen (Holz-)Weg in Deutschland

Die Zahl der Kardinäle und Bischöfe in aller Welt, die schwere Bedenken am deutschen „Synodalen Weg“ äußern, wächst weiter. Nun hat sich der Erzbischof von Vrhbosna (Sarajevo), Kardinal Vinko Puljić, zu Wort gemeldet und die Themen des Synodalen Wegs als „exotische Ideen“ bezeichnet. 

„Eine Kirche, die die Herausforderung des Kommunismus überstanden hat“, widme sich nicht den Fragen, mit denen sich der deutsche Prozess beschäftigt, sagte der Oberhirte gegenüber der katholischen Initiative „Maria 1.0“.

Solche Einstellungen beleidigen und erstaunen „unsere Gläubigen“, sagte der Kardinal. Es könne über alle Themen Diskussionen geben, allerdings auf Grundlage des Evangeliums und nicht basierend auf Säkularismus und Relativismus.

Eine Reihe theologischer Bedenken hat Erzbischof Samuel J. Aquila von Denver (USA) gegen den umstrittenen „Synodalen Weg“ in Deutschland erhoben:

Dessen Grundtext über „Macht und Gewaltenteilung in der Kirche“ weise tiefe „Pathologien“ (ungesunde Inhalte) auf und stelle ein Bekenntnis zu radikalem Relativismus dar, so Aquila in einem offenen Brief an die Oberhirten der Weltkirche „und ganz besonders an die Bischöfe Deutschlands“.

Unterdessen hat der US-amerikanische Erzbischof Salvatore Cordileone zum Gebet für die Weltkirche und die Bischöfe in Deutschland aufgerufen, „dass sie von diesem radikalen Bruch“ Abstand nehmen.

Quelle und vollständiger Artikel hier: https://de.catholicnewsagency.com/story/radikaler-bruch-erzbischof-und-kardinal-schliessen-sich-kritik-am-synodalen-weg-an-8502


Soll am deutschen Wesen die Kirche genesen?

In einem Interview nahm Kardinal Cordes Stellung zum weltweiten Synodalen Prozeß, den Papst Franziskus einleiten wird.

Kardinal Paul Josef Cordes sprach in einem Interview mit der katholischen „Tagespost“ über den Synodalen Weg in Deutschland. Dieser positioniere sich gegen Papst Franziskus und dessen Konzept der Synodalität.

Während für Papst Franziskus das Konzept der Synodalität  auf dem sensus fidei beruhe, die Struktur der katholischen Kirche (Einzeldiözese – Universalkirche) beachte, sich der Entscheidungskompetenz des Amtes (Bischöfe – Papst) unterordne und darauf abziele, den Glauben an Gott zu verlebendigen, zeige das vom Synodalen Weg vertretene Modell in allen genannten Punkten seine Unvollkommenheit gegenüber der päpstlichen Initiative, erklärte der Kardinal, der ein enger Mitarbeiter Papst Johannes Pauls II. und Papst Benedikts XVI. gewesen ist.

Selbstüberschätzung des DBK-Vorsitzenden

An die Adresse des DBK-Vorsitzenden, Bischof Georg Bätzing, gerichtet, der behauptete „die Kirche in Deutschland kann nicht warten, bis die Letzten so weit sind“, antwortete Kardinal Cordes im Interview:

„Äußert sich hier bedauerliche Realitätsblindheit oder naive Selbstüberschätzung? … Nur unbelehrbare Kirchenleute können sich noch als ‚Vorreiter‘ einschätzen. – Und dann das übermäßige Sendungsbewusstsein! Geibels Wort: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“ scheint trotz aller geschichtlichen Belehrung bei uns unausrottbar.

Durch meine langjährige Arbeit im Vatikan habe ich weltweit freundschaftliche Kontakte und weiß um das Unverständnis von Glaubenden, das der „synodale Weg“ vielerorts hervorruft. Oder sind für den DBK-Vorsitzenden die „Letzten“ vielleicht gar die, die sich nicht dem Zeitgeist ausliefern, sondern noch auf Gott und Jesus Christus setzen?

Hier zum Interview

Quelle: https://www.kathnews.de/der-papst-macht-sich-nicht-das-modell-des-synodalen-weges-zu-eigen


Synodaler Weg: Papst bindet deutsche Bischöfe stärker in die Weltkirche ein

Die ursprünglich für Oktober 2022 geplante Bischofssynode in Rom wird von Papst Franziskus zu einem zweijährigen synodalen Weg ausgebaut, wie der Vatikan heute mitteilte.

Dieser soll in drei Phase ablaufen: einer diözesanen, einer kontinentalen und einer weltkirchlichen.

Werden die Teilnehmer des Synodalen Weges Deutschland bereit sein, sich in die Weltkirche unter Führung des Papstes und der Bischöfe einbinden zu lassen.

Kündet sich das Ende der kirchenspaltenden Agenda des deutschen Synodalen Weges an? Bedeutet es das Ende des deutschen Sonderweges und nationalkirchlicher Tendenzen in Deutschland?

Die Eröffnung der zentral beginnenden Bischofssynode ist für den 9. und 10. Oktober dieses Jahres vorgesehen. Eine Woche später sollen in den Bistümern unter Leitung der Ortsbischöfe die Beratungen und Reflexionen mithilfe von Fragebögen und Leitfäden starten.  

Die Ergebnisse der Gespräche bearbeitet sodann das Synodensekretariat in Rom, das ein erstes Arbeitsdokument für die im Herbst 2022 beginnende kontinentale Phase des Synodalen Weges vorbereitet.

Die Ergebnis dieser Phase werden Grundlage eines zweiten Arbeitsdokumentes sein, das für die Bischofssynode 2023 Ausgangspunkt für die Beratungen der Bischöfe sein wird.  

Die Gesamtergebnisse fließen schließlich in ein Apostolisches Schreiben des Papstes ein.

Was geschieht mit dem Synodalen Weg in Deutschland?

Was dieser weltumfassende Synodale Weg für den in Frankfurt tagenden deutschen Synodalen Weg bedeutet, ist noch nicht absehbar. Jedenfalls würde er nun eingebunden in die Weltkirche unter Führung des Papstes und der Bischöfe.

Der Papst könnte auf diese Weise ein Schisma, das von Deutschland aus droht, verhindern.

Diese Kehrtwende könnte einen Exodus  mancher Synodaler und ihrer Gesinnungsgenossen in Deutschland durch Kirchenaustritt einleiten, weil ihre kirchenspaltende Agenda sich so nicht durchsetzen läßt.

Guido Horst von der kath. Wochenzeitung „Tagespost“ meint hierzu:

„Realisten werden … zur Kenntnis nehmen, dass so manche Kopfgeburten und Fixierungen des deutschen Gremienkatholizismus und Theologenstands auf einem weltweit begangenen synodalen Weg keinen Bestand haben werden. Denn synodale Prozesse in der Kirche haben eine Methode, die sich mit der basisdemokratischen Grundstimmung auf dem Synodalen Weg nicht verträgt.“

Quelle: https://www.kathnews.de/synodaler-weg-papst-nimmt-heft-selber-in-die-hand


Plädoyer eines mutigen Bischofs für eine glaubensstarke Erneuerung der Kirche

Rezension von Hans-Michael Müller

Seit Monaten gibt es in Deutschland einen Aufstand gegen die Einheit der römisch-katholischen Kirche:

Selbst deutsche Bischöfe vertreten öffentlich sich diametral widersprechende Positionen, einige von ihnen revoltieren – wie z. B. der Essener Bischof Overbeck zuletzt bei der Segnung homosexueller Partnerschaften – offen gegen den Vatikan, die Glaubenskongregation, Papst Franziskus.
(Gültige Segens-Feiern kann es nur in Übereinstimmung mit dem Vatikan geben! Trotzdem wurde öffentlichkeitswirksam „gesegnet“.)

Eindeutig werden damit Autorität und Hierarchie der Kirche abgelehnt.

Das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), die kfd (Katholische Frauen Deutschlands mit ihrem Logo: „die macht. für dich. für alle.“ ), Maria 2.0 und andere Gruppen mischen in diesem Aufstand gegen Struktur und Lehramt der Kirche kräftig mit.

Was die Weltkirche denkt, ist ihnen anscheinend egal. So winzig klein wir Deutschen in dieser Weltkirche sind: man macht sich selbst zu einer Autorität, suggeriert z. B., dass Schreiben der Glaubenskongregation nicht zu beachten seien und sich jeder aus der Morallehre der Kirche das heraus suchen kann, was ihm passt.

Diese Aktionen sind für die öffentlich-rechtlichen Medien ein „gefundenes Fressen“; sie berichten ausführlich, z. T. sehr einseitig über diese innerkirchlichen Auseinandersetzungen

Aber auch das gibt es: Ein Journalist schrieb dieser Tage: „Der grundsätzliche Denkfehler, der den linken Reformern nicht auszutreiben ist, besteht in der Vorstellung, Kirche und Staat hätten denselben Souverän: das Volk. Der Souverän der Kirche ist aber nicht das Volk, sondern: GOTT.“

In der derzeitigen Bewegung solle „Gott aber gleichsam gezwungen werden, seine Meinung darüber zu ändern, was richtig und was verfehlt ist, weil die Menschen es so wollen.“

Staunend und z. T. hilflos stehen viele Gläubige diesem unseligen Treiben der sog. „Reformer“ – unter ihnen Priester und Bischöfe – gegenüber.

Da ist es gut, auf ein Buch hinweisen zu können, in dem der Bischof von Regensburg, Prof. Dr. Rudolf Voderholzer, mit fundiertem Wissen und in verständlichen Ausführungen geistige Impulse zum Nachdenken in einem argumentativen und spirituellen Dialog anbietet.

Darin veröffentlicht der Regensburger Oberhirte in pastoralem Anliegen eine Sammlung von Stellungnahmen, Predigten / Ansprachen und fachwissenschaftlichen Aufsätzen.

Im ersten Teil geht es um die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals. Außerkirchliche Experten hatten in einer Untersuchung (MGH-Studie) von sexuellem Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in kirchlichen Einrichtungen strukturelle Änderungen in der Kirche vorgeschlagen. Das wurde im „Synodalen Weg“ zur Grundlage der Reformdiskussion gemacht.

Bischof Voderholzer sieht darin eine inakzeptable Verengung und versucht, den Blick auf die tieferen Ursachen der Kirchenkrise zu lenken. Mit den Themen „Ehelosigkeit“, „Machtmissbrauch“, „Frauen in der Kirche“ und „Sexualmoral“ habe man beim „Synodalen Weg“ eine „Instrumentalisierung des Missbrauches betrieben“, gehe damit an der „Realität der Glaubenskrise“ vorbei.

Viele Katholiken folgen dem Bischof in dieser Einschätzung, sie kommen aber in der veröffentlichten Meinung kaum vor.

Im zweiten Teil seines Buches geht es dem Autor um den apostolischen Dienst des geistlichen Amtes, nämlich darum, dass es im kirchlichen Amt nicht um Macht, sondern um das Zeugnis für den auferstandenen Christus gehen muss. (Stichworte: „Geschlechterdifferenz und Weihevorbehalt“, „Kollegialität der Bischöfe“, „Mann und Frau – symphonische Komplementarität“, „Vom Mehrwert der Sakramentalität“).

Keine abgesonderten Einzelgruppen, sondern nur die Kirche als Ganzes sei lehramtlich dazu berufen, in der Welt auf den Schöpfer zu verweisen.

Der umfangreiche dritte Teil gilt der Welt und der Kultur, in der sich der christliche Glaube heute zu bewähren habe.

Die Stichworte reichen von „Die Seele Europas ist der christliche Glaube“ über „Fritz Gerlich – ein katholischer Märtyrer im Kampf gegen Hitler“ … „Glaubensverkündigung in kirchenkritischer Zeit / Herausforderung durch Medien und Naturwissenschaften“ bis zum „Synodalen Weg“.

Den Hintergrund seiner Ausführungen sieht Voderholzer in der derzeitigen Problematik unseres kirchlichen Lebens und dem, was wir „Glaubenskrise“ nennen. Diese sei zu einem großen Teil begründet in einem modernen Lebensgefühl, „das Glauben und Wissenschaft, moderne Naturwissenschaft und eine gläubige Hinwendung zu Welt und Geschichte nicht in Einklang zu bringen vermag.“ (S. 225)

Fazit: Wer eine Hilfe sucht, um die täglich in den Medien genüsslich und oft einseitig servierten „Neuigkeiten“ aus unserer katholischen Kirche besser einordnen zu können, ist mit diesem sehr informativen Buch bestens ausgerüstet.

Buch-Daten: Rudolf Voderholzer: Zur Erneuerung der Kirche (Geistliche Impulse zu aktuellen Herausforderungen), Verlag Friedrich Pustet, 2020, 256 S., ISBN 978-3-7917-3138-4, Preis 24,95 €

Kurz-Rezensionen des Buches hier: https://www.amazon.de/Zur-Erneuerung-Kirche-Geistliche-Herausforderungen/dp/3791731386

2. Foto: Bistum Regensburg