Die Kirche und der Missbrauch-Skandal

Von Prof. Dr Hubert Gindert

Die geistliche Auseinandersetzung zwischen Gott und dem Widersacher kommt besonders im Kampf gegen die Kirche Jesu Christi zum Ausdruck.

Der weltweite Skandal der sexuellen Missbrauchsfälle an Kindern und Jugendlichen hat sich auch in der Kirche eingenistet. Priester, Ordensleute und sogar Bischöfe sind daran beteiligt.

Das bringt den Kirchengegnern einen Vorwand und die Möglichkeit, der Kirche die Glaubwürdigkeit abzusprechen und sie so zu schwächen. Der Medien-Tsunami gegen das „Feindbild“ Kirche ist beispiellos.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“

Peter Seewald drückt das so aus:

„Aus allen Kanälen, aus allen Rohren von allen Kanzeln wird geschrien, angeklagt, gespuckt… Wie glaubwürdig ist es, wenn die bekannten Kirchenfresser in den einschlägigen Medien dem Missbrauch in der Kirche seit Jahren mit unzähligen Seiten einen Platz einräumen, als sei die katholische Kirche eine einzige Verbrecherorganisation? Hat sich irgendeine andere Institution – der Staat, die Sportvereine, die Vereinten Nationen etc. – in einem ähnlichen Ausmaß des Missbrauchs wegen angenommen wie die katholische Kirche?“ (kath.net, 27.2.2019)

Der Regensburger Bischof Voderholzer äußert:

„Verlorenes Vertrauen wieder zu erlangen, wird nur gelingen, wenn wir bei aller gebotenen Demut und den notwendigen Selbstbezichtigungen nicht vergessen, darauf hinzuweisen, dass die katholische Kirche die erste und bislang noch immer einzige Institution der Zivilgesellschaft in Deutschland ist, die sich diesem großen gesellschaftlichen Problem in ihren eigenen Reihen schonungslos stellt… Völlig kontraproduktiv ist das durchsichtige Verhalten, den Missbrauch zu instrumentalisieren, um lange schon verfolgte kirchenpolitische Ziele jetzt durchzudrücken.“ 

Seewald demaskiert die Heuchelei und fragt nach der Glaubwürdigkeit der maßlos die Kirche angreifenden Medien, die sich vor den Skandalen der Pornographie, denen Kinder ungeschützt ausgeliefert sind, wegducken, ebenso wie vor der Forderung des Juso-Vorsitzenden, Abtreibung bis zur Geburt freizugeben, vor dem sexuellen Missbrauch in Familien, Sportvereinen und vor den Kinder-Schänder-Ringen  – und er folgert:

“Wer jedes Maß, jeden Sachverstand, jede Differenzierung vermissen lässt, dem geht es um eigene Ziele“. (kath.net, 27.2.2019)

Diese sind nicht eine reuige, umkehrwillige Kirche, sondern eine „andere“ Kirche. Die Agenda, um das „System aufzubrechen“, liegt seit langem vor: Kirchliche Hierarchie, Priesterbild, Abschaffung des Zölibats, Änderung der kirchlichen Sexualmoral, Neubewertung der Homosexualität, Frauenpriestertum…

Diese Forderungen kommen aus dem Inneren der Kirche, von Theologen, Priestern, aus den katholischen Laienverbänden (ZdK, BDKJ, katholische Frauenverbände). Speerspitze der Kirchenveränderer sind die Kirchenvolksbegehrer um Christian Weisner mit dem bescheidenen Namen „Wir sind Kirche“. Wer ihre Ziele nachlesen will, kann das im vierzigseitigen Dossier im „Publik-Forum“ (Nr. 2, 26. Januar 1996). Dort sind diese Ziele sehr offenherzig beschrieben. 

Die Mediendampfwalze zeigt Wirkung: Das Vertrauen in die katholische Kirche geht massiv zurück. Die Austrittszahlen schnellen hoch.

Wie kann Glaubwürdigkeit zurückgewonnen werden? Die Beseitigung der Konsequenzen der sexuellen Missbrauchsfälle ist zweifellos wichtig. Sie darf aber nicht die Fragen, wie konnte es dazu kommen?, überlagern. Denn daraus sind die Rückschlüsse zu ziehen, welche inneren Reformen anzupacken sind.

Manche Bischöfe reagieren panikartig, wie Silvesterpredigten zeigten. Ich greife die von Bischof Overbeck aus Essen auf. Overbeck fordert eine „offene Debatte zu sämtlichen Grundsatzfragen der Kirche und konkrete Handlungsoptionen zur Veränderung der Kirche im Bistum Essen“. Zu diesen „Grundsatzfragen“ zählt er „Priesterbild, Weihe-Amt, Hierarchie, Zölibat und Sexualmoral“ (Pressestelle Bistum Essen).

Aber auch in dieser Situation gibt es Hirten, die den Weg in die Zukunft weisen, ohne sich vor der Verantwortung für die sexuellen Missbrauchsfälle zu drücken, z.B. Bischof Rudolf Voderholzer (siehe Foto).  Er sagt:

„Erneuerung der Kirche ist nicht von einer Anpassung an Zeitgeist diktierte Vorstellung oder durch Verbilligung der biblischen Botschaft zu erwarten. Die Geschichte zeigt, dass wahre Erneuerung immer aus einem tieferen Gehorsam gegenüber der Botschaft des Evangeliums… aus einer verstärkten Bemühung um Katechese und Verkündigung, sowie aus einer radikalen Christusnachfolge erwachsen sind“. 

Bischof Gregor Maria Hanke äußerte sich beim Neujahrempfang des Diözesanrates ähnlich: „Mehr Zeugenschaft und Nachfolge Jesu, weniger Institution und Verfasstheit sind nötig. Die notwendige geistliche Erneuerung der Kirche ist nicht zu erreichen, „wenn wir an Kirche und Glaube herumschrauben, als ginge es um ein Parteiprogramm, das es mehrheitsfähig zu machen gilt“. Die Kirchengeschichte zeige, dass durch die „Homöopathisierung des Anspruchs des Evangeliums“ kein geistliches Wachstum entsteht.

Es ist klar, dass Bischöfe mit einer solchen katholischen Statur für Kirchenveränderer ein Dorn im Auge sind, weil sie den Weg zu einer „anderen Kirche“ blockieren.

Eine wichtige Station für die weitere Vorgehensweise für die sexuellen Missbrauchsfälle war die viertägige Bischofssynode im Februar 2019 in Rom. Schon im Vorfeld wurde versucht, Einfluss auf die Agenda der Synode zu nehmen.

So wandten sich „prominente deutsche Katholiken“ in einem offenen Brief an Kardinal Marx. Sie verlangten darin „mutige“ Reformen. Diese „prominenten“ neun Katholiken waren die Jesuitenpatres Ansgar Wucherpfennig und Klaus Mertes; der Frankfurter Stadtdekan Johannes zu Eltz; Gaby Hagmann, Direktorin der Caritas Frankfurt; Bettina Jarasch, Vorstandsmitglied der  Grünen; Claudia Lücking-Michel, Vizepräsidentin des ZdK; Dagmar Mensink, ZdK-Sprecherin und Jörg Splett, Religionsphilosoph und Anthropologe mit seiner Frau Ingrid.

Das Gipfeltreffen in Rom sollte nicht Beschlüsse fassen, aber offene Fragen in konkreter Weise aufgreifen. Papst Franziskus forderte die Bischöfe dazu ausdrücklich auf: „Das heutige Gottesvolk schaut auf uns und erwartet von uns nicht nur einfache Verurteilungen, sondern konkrete und wirksame Maßnahmen. Wir müssen konkret werden“. – Das geschah nicht.

Guido Horst benennt solche offene Fragen: „Das kirchliche Strafrecht, die Aufsicht über Nachlässige oder sogar vertuschende Bischöfe, die Beteiligung von Laien beim Kinderschutz, die Arbeitsabläufe zwischen Rom und den Ortskirchen, die Auswahl der Kandidaten für das Priestertum und für das Bischofsamt“. (Tagespost, 28.2.2019)

Horst bemängelt besonders, dass nicht die Ursachen, die zu den Missbrauchsfällen geführt haben, aufgegriffen wurden. Die Kardinäle Brandmüller und Burke hatten sich gerade deswegen an die Präsidenten der Bischofskonferenzen gewandt und dabei diese Ursachen deutlich gemacht, nämlich die homosexuellen Netzwerke, „die sich … im Innern der Kirche ausgebreitet haben. Ein Phänomen, das in jener Atmosphäre von Materialismus, Hedonismus und Relativismus wurzelt, in der die Existenz eines absoluten, ohne Ausnahme verpflichtenden Sittengesetzes offen in Frage gestellt“ wird…

Verantwortlich für den sexuellen Missbrauch seien „nicht Klerikalismus und Machtmissbrauch“, sondern „Abkehr von der Wahrheit des Evangeliums. Der sogar öffentlich erhobene Widerspruch in Wort und Tat gegen das natürliche und göttliche Sittengesetz ist in Wahrheit die Wurzel des Übels“. (kath.net. 20.2.2029)

Guido Horst bemängelt auch eine fehlende Bereitschaft der obersten Kirchenführung, „zunächst im eigenen Haus mit den Aufräumarbeiten zu beginnen“ (Tagespost, 28.2.2019) und spricht dabei Bischof Gustavo Oscar Zanchitta an, der des sexuellen Missbrauchs beschuldigt, sich in den Vatikan flüchtete und dort eine neue Beschäftigung fand.

Aus den von Papst Franziskus ausgeteilten 21 „Punkten der Reflexion“ wurde kein wirkliches „Maßnahmenpaket“. Der Papst hielt am Ende der Synode eine Rede über allgemeine Prinzipien. Die Bischöfe wurden mit der Ankündigung eines „Vademecums“ entlassen, das den Ortskirchen helfen soll, ihre Pflichten und Aufgaben umzusetzen. Des Weiteren sollen „Task forces“ eingerichtet werden, um die Bischöfe zu beraten.

Haben die Kardinäle Brandmüller und Burke die wahren Ursachen des sexuellen Missbrauchs aufgedeckt und Horst die fehlenden konkreten Maßnehmen in sachlicher Weise bemängelt, so breitete sich in profanen Medien ein angestauter Ärger aus, der fast an Wut erinnert.

Warum? Die bekannten „Reformvorschläge“ spielten in der Bischofssynode keine Rolle. Papst Franziskus hatte in seiner Abschlussrede den sexuellen Missbrauch in einen weltweiten gesellschaftlichen Zusammenhang – der von den Medien tabuisiert wird – gestellt, die Gewalt in Familien kritisiert und das Wirken Satans mit den Missbrauchsfällen in Verbindung gebracht.

Die Augsburger Allgemeine Zeitung titelte nach der Synode „Der Papst ist nicht bereit, die Kirche zu erneuern“ (Obertitel) und „Der Anti-Missbrauchsgipfel im Vatikan ist ein Schlag ins Gesicht der Opfer. Den Worten folgen keine Taten. Verantwortlich ist Papst Franziskus höchst persönlich“ (Untertitel).

Wenn diese Journalisten die Opfer sexuellen Missbrauchs so wichtig sind, fragt man, warum die gleichen Journalisten nicht Tag und Nacht über die 99% der Missbrauchsfälle, die außerhalb der Kirche geschehen, lauthals schreien?

Der Ärger über den Papst ist deutlich aus den Berichten über die römische Bischofssynode herauszuhören, hat doch der Vorwurf des Papstes „gegen ideologische Polemiken“ und „journalistisches Kalkül“ Journalisten direkt getroffen. Sie sind verärgert und enttäuscht über Franziskus, den sie, so lange sie glaubten, ihn für ihre Ziele einspannen zu können, als „Reformer“ hochstilisiert hatten.

Die Schlussfolgerung der AZ vom 25.2.2019 lautet: „Die katholische Kirche (hat) keine Kraft sich zu erneuern“. Das ist ein Vorwurf, der für die Zukunft der Kirche existenziell ist.

In der heutigen Verwirrung werden manche Katholiken an die „Endzeit“ und an Sätze viele falsche Propheten werden auftreten und viele verführen (Mt 24,11) sowie an den vorhergesagten „Massenabfall“ (Mk 13, 21-23) denken. Gläubige werden sich aber auch an der Zusage Christi aufrichten… „und die Pforten der Unterwelt werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).

Denn aus der Geschichte wissen sie, dass die Kirche schon mehrfach tiefe Krisen durchlitten und sich davon wieder befreit hat. Zwei Beispiele: Als der heilige Bonifatius im achten Jahrhundert in Deutschland sein Reformwerk begann, fand er in weiten Teilen eine verschlampte und verkommene Kirche vor, mit trunksüchtigen Bischöfen, die im Konkubinat lebten und lieber auf die Jagd gingen, als einen Gottesdienst zu halten. Die Unwissenheit vieler Priester war unbeschreiblich.

Als der über 80-.jährige Bonifatius zu seiner letzten Missionsreise nach Friesland aufbrach, wo er bei Dokkum erschlagen wurde, hinterließ er eine wohlgeordnete und wieder aufblühende Kirche.

Ein weiteres Beispiel der Erneuerung nach dem tiefen Einbruch der „Reformation“ im 16. Jahrhundert, bot die Kirche nach den Reformen des Konzils von Trient. Diese selbstreformierte Kirche leuchtete auch kulturell im glaubensfrohen Barock.

Weil die Homosexualität bei den Missbrauchsfällen eine besondere Rolle spielt, erinnert der Kirchenhistoriker Kardinal Brandmüller an eine ähnliche Situation im 11. Jahrhundert, als der heilige Petrus Damianus sich an Papst Leo (1049 – 54) wandte und ein „wirksames Einschreiten gegen die weitverbreitete Homosexualität innerhalb des Klerus“ mit den Worten forderte:

„Das Krebsübel der Homosexualität nistet sich im Gefüge der Kirche ein. Wie eine wilde, rasende Bestie wütet sie im Schafstall Christi mit solcher Kühnheit und Freiheit, dass das Seelenheil vieler unter dem Joch der Knechtschaft von Laien sicherer ist, als nach dem Freiwilligen Eintritt in den Dienst Gottes unter dem ehernen Gesetz der Tyrannis Satans“, das im Klerus herrschte. (vgl. Kath.net 21.2.2019) Auch diese Krise wurde überwunden.

Wenn Kardinal Müller heute feststellt: „In dieser kirchengeschichtlich einmaligen Krise mangelt es der Kirche in den einst christliche Ländern an glaubensstarken Bischöfen, heiligen Priestern und geistesmächtigen Gelehrten“ (G. Kubys Buch „Missbraucht“, S. 8), so ist dieser Mangel deutlich spürbar.

Die „glaubensstarken“ Bischöfe sind eine Minderheit unter den Diözesanbischöfen. Jeder kennt sie, weil sie sich zu den Problemen deutlich artikulieren. Das ist auch notwendig, weil sich selbst lehramtstreue Katholiken heute fragen, ob sie selber noch richtig ticken. Sie wollen sich selbst vergewissern.

Das können sie. Kein Katholik ist ohne den sicheren Kompass, den uns Johannes Paul II. im Katechismus von 1992 (KKK) gegeben hat. Er enthält das gesamte Glaubensgut der Kirche. Jugendliche haben daneben den Youcat, Kinder den Kidscat, sozial engagierte den Docat mit der Sozialbotschaft der Kirche.

Kardinal Müller hat „angesichts sich ausbreitender Verwirrung in der Lehre des Glaubens“, nachdem sich „viele Bischöfe, Priester und Ordensleute und Laien“ an ihn „um ein öffentliches Zeugnis für die Wahrheit“ gewandt haben, das „Glaubensmanifest“ verfasst. Ihm ist das Motto vorangestellt „Euer Herz lasse sich nicht verwirren!“ (Joh 14,1).

Dieses Glaubensmanifest ragt wie ein Leuchtturm für alle Fragenden und Verunsicherten auf.


EKD bittet Mißbrauchsopfer um Vergebung

Die EKD steht in der Pflicht, in den kirchlichen Reihen „Null-Toleranz“ gegenüber Sexualstraftätern und ihren Mitwissern zu zeigen. Das erklärte der EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm (München), in seinem Bericht am 11. November vor der EKD-Synode in Würzburg.

Sexualisierte Gewalt stehe im tiefen Widerspruch zur radikalen Liebe, für die die Kirche stehe. Bedford-Strohm: „Ich bitte alle Menschen, denen solches Leid im Raum der evangelischen Kirche widerfahren ist, im Namen des Rates der EKD um Vergebung.“

Die evangelischen Kirchen müssten „noch intensiver an Präventionskonzepten und zielgenauer Aufarbeitung arbeiten“. So wolle die EKD die Zusammenarbeit mit der Unabhängigen Kommission zur Aufklärung sexuellen Kindesmissbrauchs ausbauen.

Quelle und Fortsetzung der Meldung hier: https://www.idea.de/frei-kirchen/detail/sexuelle-gewalt-in-der-kirche-ekd-bittet-opfer-um-vergebung-107180.html


Bayern: Evangelikaler ABC-Kreis bedauert Segnung von Homo-Partnerschaften

Christus rechtfertigt den Sünder, aber nicht die Sünde

Der Arbeitskreis bekennender Christen in Bayern (ABC) bedauert das mehrheitliche Votum der Landessynode für die Einführung einer gottesdienstlichen Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften.

Evangelische Kirche in Augsburg

Der Vorsitzende des ABC, der evangelische Dekan Till Roth, erklärte dazu:

„Es ist für mich in mehrfacher Hinsicht ein schwarzer Tag. Zuallererst bedaure ich diese Entscheidung um der Mitchristen willen, die homosexuell empfinden und nun von der evangelischen Kirche nicht bestärkt werden, nach Gottes Gebot und Verheißung zu leben.“

Er kritisierte, dass die Kirche den Menschen nicht in Treue das Wort Gottes sage: „Als Kirche haben wir Orientierung vom Wort Gottes her zu geben.“  

So empfinde er große Trauer und Besorgnis im Blick auf die Zerrissenheit im Verständnis der Heiligen Schrift.

Im Unterschied zur Darstellung in der Synode sei bei dieser Entscheidung sehr wohl das Evangelium tangiert: „Wenn man die Unterscheidung zwischen der Rechtfertigung des Sünders und der Rechtfertigung der Sünde aufgibt, geht das an die Substanz des Evangeliums.“

Dass die Fürther Erklärung, die bereits einen hart errungenen Kompromiss dargestellt habe, an diesem Punkt inhaltlich aufgehoben worden sei, verschärfe den Dissens erheblich.

Der ABC würdigt allerdings das klare Votum der Synode für den wechselseitigen Gewissensschutz. Nun komme es darauf an, dass dieser Gewissensschutz auch in der Praxis gelebt wird, erklärt der ABC-Sprecher und Landessynodale Hans-Joachim Vieweger:

„Entscheidend wird dabei auch sein, dass die Bedenken von Kirchenvorständen und anderen Mitarbeitenden in den Gemeinden ernst genommen werden, um Konflikte in den Kirchengemeinden zu vermeiden.“

Angesichts der möglichen Belastungen des Beschlusses bittet der ABC seine Mitglieder und Freunde um Gebet für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern und alle Verantwortungsträger.

Der ABC im Internet: www.abc-bayern.de


CDU-Politikerinnen stellen sich hinter IDEA und kritisieren den EKD-Beschluß

Eine lebhafte Diskussion hat die Entscheidung der Synode der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) ausgelöst, den Zuschuß für die evangelikale Nachrichtenagentur IDEA  in den nächsten zwei Jahren zu kürzen und ab 2020 vollständig zu streichen. Bislang gewährte die EKD einen Betrag von jährlich 132.000 Euro. 

Die frühere thüringische Ministerpräsidentin und evangelische Theologin Christine Lieberknecht (siehe Foto) bedauerte den Beschluß:

„Keine vorherige Information an die Betroffenen, keine Debatte dazu während der Haushaltsberatungen, nur eine Enthaltung bei der Abstimmung durch die Synode – wenn das die Antwort der EKD auf die gegenwärtigen Debatten in Kirche und Gesellschaft ist, dann kann ich nur sagen: Hier werden keine Probleme gelöst; hier werden entstandene Gräben in Kirche und Gesellschaft weiter vertieft.“

Die zum Bundesvorstand der CDU gehörende Bundestagsabgeordnete Elisabeth Motschmann übte ebenfalls deutliche Kritik an der Synoden-Entscheidung. Sie wirft der EKD vor, die Nachrichtenagentur auszugrenzen, weil sie Kritik an der Kirchenleitung äußere und konservative Positionen vertrete.

IDEA repräsentiere einen „sehr großen Teil der aktiven evangelischen Christen“. Nach Ansicht der Politikerin aus Bremen ist die Meinungsfreiheit nirgendwo so eingeschränkt wie in der evangelischen Publizistik, die von der EKD subventioniert werde: „Man bekennt sich zum Pluralismus, aber das gilt für alle anderen – nicht für die Evangelische Kirche in Deutschland.“

Quelle: http://www.idea.de

HINWEIS: Frau Lieberknecht hat sich als Ministerpräsidentin klar gegen Abtreibung positioniert und die Familie gefördert: https://charismatismus.wordpress.com/2013/05/17/thuringen-ministerprasidentin-verteidigt-die-klassische-familie-und-bezeichnet-abtreibungen-als-skandal/


Geldhahn zugedreht: Peter Hahne kritisiert EKD-Entscheidung gegen IDEA

ZDF-Moderator spendet 50.000 € für Existenzsicherung

Der bekannte ZDF-Moderator Peter Hahne äußert sich mit deutlicher Kritik zur Synoden-Entscheidung der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland), der evangelikal orientierten Nachichtenagentur IDEA den jährlichen Zuschuß von 132.000 Euro zu streichen.41USf3v0XrL._SX348_BO1,204,203,200_ Die bisherige Unterstützung soll bis Ende 2019 auf Null zurückgefahren werden.

Für den theologisch konservativen Bestseller-Autor Hahne ist dieser Beschluß eine feige Attacke gegen die Meinungsfreiheit, zumal „noch nicht einmal eine wirkliche Begründung geliefert“ worden sei. Zudem habe es auf der Synode keine Gegenstimme, sondern nur ein einzige Enthaltung gegeben.

BILD: Das Buch „Niemals aufgeben“ ist eine der zahlreichen Publikationen von Peter Hahne

Damit zeige die EKD ihr „wahres Gesicht“, so Hahne, der dabei aus seinem Erfahrungsschatz berichtet: 

Über 20-mal habe ich erlebt, wie es beim Thema „idea-Zuschuss“ auf den Synoden knallte. Immer wieder gab es Stimmen, die das Geld streichen wollten. Immer wieder gelang es besonnenen Leuten wie dem (sozialdemokratischen) Präses Jürgen Schmude, das abzuwenden: „Die Vielfalt in der Publizistik muss gerade eine Volks-Kirche aushalten.“  – Damit ist es jetzt vorbei!“

Der ZDF-Moderator kritisiert, daß IDEA wohl schon länger „an die Kandare genommen und auf Linie gebracht werden“ sollte  –  „oder der Geldhahn geht zu.“

Hahne erinnert daran, wie es im weltlichen Bereich zugeht, nämlich besser:

„Als die linke Tageszeitung „taz“ 2009 in finanzielle Turbulenzen kam, hat deren Erzfeind, der damalige BILD-Chef Kai Diekmann, spontan Geschäftsanteile gekauft, „um die Pluralität im Journalismus zu fördern“…Das fromme Gegenstück fand am kohlrabenschwarzen Mittwoch in Bonn statt….Ich hätte nach 24 Synodenjahren nie gedacht, dass eine EKD, die sich auch noch „Kirche der Freiheit“ nennt, so tief sinken könnte.“

Er will mit gutem Beispiel vorangehen und IDEA tatkräftig mit 50.000 Euro unterstützen: Ein Beitrag für Meinungsfreiheit ist mir lieber als für eine Organisation, die sie per Geldhahn abwürgen will.“

Quelle für die Zitate: http://www.idea.de/frei-kirchen/detail/peter-hahne-ein-anschlag-auf-die-pressefreiheit-103251.html


Grüne Spitzenkandidatin: Wir können „schön froh sein“, daß der Islam zu uns gehört

KGE: Ohne Muslime wäre es langweilig in Deutschland…

Zur Forderung der AfD nach einem Verbot von ausländisch finanzierten Moscheebauten und der Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, erklärte die grüne Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt (KGE) im Sender „Radio Eins“:

„Natürlich gehört der Islam zu Deutschland, und natürlich gehören Muslime zu Deutschland. Und ich finde, darüber können wir ganz schön froh sein. Es wäre sehr langweilig, wenn wir nur mit uns zu tun hätten.“

Bereits in der Vergangenheit hatte sich die Politikerin erfreut über die islamische Einwanderung nach Deutschland gezeigt. Auf der Synode der Evangelischen Kirche in Bremen sagte sie 2015: „Wir kriegen jetzt plötzlich Menschen geschenkt.“ –  Durch die Flüchtlinge werde Deutschland religiöser, bunter, vielfältiger und jünger.

Anfang September hatte sich Göring-Eckardt gegen Einschränkungen beim Familiennachzug von Flüchtlingen ausgesprochen: „Die Aussetzung des Familiennachzugs muß enden“, sagte sie der Bild-Zeitung.

Quelle und vollständiger Text hier: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2017/goering-eckardt-ohne-den-islam-waere-es-langweilig-in-deutschland/


Bischof Damian begrüßt die weiteren koptisch-katholischen Annäherungen

Pressemitteilung des Koptischen Bischofs für Deutschland, Anbe Damian:

Bei der ersten Auslandsreise des koptisch-orthodoxen Patriarchen Papst Tawadros II. im Mai 2013, unmittelbar nach seiner Amtsübernahme als Oberhaupt der koptisch-orthodoxen Kirche und als Nachfolger des Heiligen Evangelisten Markus, besuchte er das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche Papst Franziskus im Vatikan. Diese Begegnung war voller christlicher Liebe, Vertrauen, gegenseitigem Respekt und Anerkennung.

Papst Tawadros II. sprach überzeugend davon, dass Seine Heiligkeit Papst Franziskus von den Gnaden des Heiligen Geistes erfüllt sei. Im Herzen und in Taten fing er an, mit Ernsthaftigkeit die restlichen vorhandenen Barrieren zwischen den Schwesterkirchen abzubauen, in der koptischen Heiligen Synode dies zu thematisieren, zu diskutieren und zu behandeln. Ebenfalls offenbarte er seine ernsthaften Absichten, die großen Christus-Feste, gemeinsam mit der katholischen Kirche am selben Tag zu feiern.

Seine Heiligkeit Papst Tawadros II. entsprach damit meinem Herzenswunsch, dass möglichst bald die volle Gemeinschaft der beiden Schwesterkirchen realisiert werden kann.

Fortschritte in der gegenseitigen Tauf-Anerkennung

Der Gegenbesuch Seiner Heiligkeit Papst Franziskus in Ägypten am 28./29.04.2017 hat enorme politische, pastorale und ökumenische Auswirkungen zur Folge. Er war für das ganze Land Ägypten im Allgemeinen und für die koptische Kirche in besonderer Weise, ein Segen, eine Ehre und eine Freude. Die Energie und die Herzlichkeit der beiden brüderlichen Päpste haben dazu motiviert, die zügige Unterzeichnung der gegenseitigen Taufanerkennung vorzunehmen.

Seit vielen Jahren, auf Anweisungen Seiner Heiligkeiten Papst Kyrillos VI., Papst Shenouda III. sowie Papst Tawadros II. werden keine katholischen Taufen wiederholt, wenn Katholiken in die koptische Kirche aufgenommen werden wollen, z.B. durch Eheschließungen.

Jedoch ist es erforderlich, die koptische heilige Synode als die höchste Autorität unter der Leitung Seiner Heiligkeit Papst Tawadros II. bei einer bilateralen Vereinbarung miteinzubeziehen, ebenfalls ist es angebracht, die anderen altorientalisch-orthodoxen Schwesterkirchen, d.h. die syrische, armenisch-apostolische, äthiopische, eritreische und die indisch-orthodoxe Kirche in diesem Anliegen zu konsultieren.

Wir begrüßen die Herzlichkeit und die Liebe sowie das Vertrauen und die gegenseitige Anerkennung der beiden Schwesterkirchen von Rom und Alexandria durch die bereits vollzogenen christologischen Vereinbarungen (12.2.1988) und erinnern an die Zeit der vollständigen Einheit bis zum Jahr 451 n.Chr. Dies ist unser gemeinsames Ziel für die Kirche unseres Herrn Jesus Christus.

Dabei darf zu keinem Zeitpunkt die eigene Identität und Tradition aufgegeben werden, die das Blut unserer Märtyrer gekostet hat. Wir wünschen daher eine Gemeinschaft in der gewachsenen Vielfalt.

Wir ermutigen unseren Papst Tawadros II., weiterhin zielstrebig zu sein und seine Energie einzusetzen, für die vollständige Einheit der Schwesterkirchen im Sinne der Heiligen Schrift und der Überlieferung unserer Heiligen Väter, unter Mitwirkung und Zustimmung der ehrwürdigen, heiligen, koptischen Synode unter seiner Leitung.

Ich wende mich daher an meine hochverehrten Metropoliten und Bischöfe, sowie dem koptisch-orthodoxen Klerus sowohl in Ägypten als auch im Ausland, die Einheit unserer koptisch-orthodoxen Kirche zu stärken und unserem Oberhaupt Papst Tawadros II., Vertrauen, Respekt, Loyalität und Anerkennung bei seinem Leitungsdienst zu gewährleisten.

Möge unser Gott, Herr und Erlöser Jesus Christus die Kraft und die Freude seiner glorreichen Auferstehung allen Beteiligten schenken.