Opfer des IS-Terrors: Armenisch-katholischer Priester und sein Vater ermordet

Heute Vormittag fand in Qamischli die Beerdigung des armenisch-katholischen Priesters Hovsep Hanna Petoyan und seines Vaters Hanna Petoyan statt, die am 11. November in ihrem Fahrzeug auf dem Weg in die Stadt Deir ez Zor im Nordosten Syriens von zwei bewaffneten IS-Terroristen auf Motorrädern ermordet wurden.

„Für uns sind sie Märtyrer. Und was ihnen passierte, ist eine Bestätigung, dass der Krieg hier nicht zu Ende ist, wie wir es zunächst gehofft hatten“, erklärte der armenisch-katholische Erzbischof von Aleppo Boutros Marayati.

An der Beisetzung des 46-jährigen Geistlichen und seines Vaters nahmen zahlreiche Priester, Ordensleuten und Gläubigen aller christlichen Gemeinden in der Region teilt. Die Trauerfeier leitete der Bischofsvikar der armenisch-kath. Gemeinde Nordsyriens, Pfarrer Antranig Ayvazian.

Zum Zeitpunkt des Überfalls waren der Priester und sein Vater zusammen mit einem armenischen Diakon, der bei dem Anschlag verwundet wurde, und einem weiteren Begleiter unterwegs. Die beiden Killer waren vermummt und flohen nach dem Anschlag. Der Vater des Priesters starb sofort, während der verwundete Pfarrer Hovsep in eine Klinik in Hassakè gebracht wurde, wo er jedoch bereits tot ankam.

Die Stadt Deir ez Zor wird von der syrischen Armee kontrolliert, aber in der Region sind auch kurdische Streitkräfte und US-Einheiten aktiv. Im Bezirk al-Busayrah, wo der Anschlag stattfand, gibt es Stellungen von bewaffneten Milizen des IS, die sich bereits zu dem Anschlag bekannt haben.

„Diese Gruppen verhalten sich wie einsame Wölfe, denn es gibt keinen IS mehr mit gepanzerten Fahrzeugen und Artillerie. Aber es ist klar, dass dieser Mord nicht zufällig stattfand. Auf dem Wagen, mit dem der Priester und seine Begleiter unterwegs waren, befand sich eine Aufschrift der armenischen Kirche.“

Das syrische Staatsfernsehen SANA bezeichnete die Ermordung des Priesters und seines Vaters als „Märtyrertod“. Die kurdischen Medien schreiben das Wiederaufleben der IS-Gewaltder türkischen Militärintervention in Norsyrien zu, weil dadurch die kurdischen Milizen gezwungen wurden, Militäreinsätze gegen restliche IS-Terroristen in der Region auszusetzen.

Nach Angaben des kurdischen Informationszentrums Rojava verübten Dschihadisten seit Anfang November 30 Angriffe, was einem Anstieg von 300 Prozent seit Beginn der türkischen Militäroffensive entspricht.

Quelle: Fidesdienst


SYRIEN: Stadt Idlib von islamistischen Rebellen erobert – Priester entführt

Die syrische Provinzhauptstadt Idlib wurde am Samstag, den 28. März 2015, von islamistischen Rebellen eingenommen; es werden nun erste Nachrichten über Gewalt und Diskriminierung gegen die Einwohner bekannt.    RTEmagicC__christenverfolgung_01.jpg

Wie einheimische Medien berichten, verschleppten die Milizen den 57-jährigen griechisch-orthodoxen Priester Ibrahim Farah, der die Stadt angesichts der Übergriffe der Rebellen nicht verlassen wollte und in seiner Pfarrei blieb.

Der Priester soll von einem islamischen Gericht vorgeladen worden sein, welche die Dschihadisten in den von ihnen kontrollierten Gebieten eingeführt haben. Außer dem Geistlichen sollen auch andere Christen aus der Pfarrei entführt worden sein. Bei den Tätern soll es sich um Mitglieder der al-Nusra-Front handeln.  

In der Stadt Idlib lebten vor dem Bürgerkrieg über tausend Christen. Die meisten mussten vor der Offensive der Rebellen fliehen und suchten Zuflucht in Mhardeh, Ariha und Banyas.

Idlib befindet sich in einer strategisch wichtigen Position im Nordwesten Syriens, etwa 25 km von der türkischen Grenze entfernt; sie ist nach Raqqa die zweite Provinzhauptstadt, die von den Dschihadisten eingenommen wurde. Im Kampf um Idlib nimmt die syrische Armee die Stadt derzeit mit Raketen unter Beschuss, um die Islamisten zu vertreiben.

Quelle: Fidesdienst