Verfassungsgericht in Italien: Weiter keine künstliche Befruchtung für Homo-Paare

Das Verbot künstlicher Befruchtung (IVF = In-Vitro-Fertilisation) für homosexuelle Paare ist nach Ansicht des italienischen Verfassungsgerichts nicht verfassungswidrig. Das berichtet die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ unter Berufung auf eine Mitteilung des Gerichts.

Wie die Zeitung schreibt, stehe das Urteil zwar noch aus, die abschließenden Beratungen der Richter tendierten aber in diese Richtung. Anlass der Beratungen seien Anfragen aus zwei unterschiedlichen Gerichtsverfahren in Bozen und Pordenone.

Darin heißt es, das entsprechende Gesetz zur Regelung künstlicher Befruchtung aus dem Jahr 2004 verstoße gegen verfassungsrechtliche Grundsätze. Demgegenüber erachte das Verfassungsgericht die Anfragen als unbegründet. Das kritisierte Verbot stehe nicht in Widerspruch zu den Verfassungsprinzipien, auf die sich die örtlichen Gerichte bezögen.

Im Artikel 5 des „Gesetzes für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung“ heißt es: „Volljährige Paare, die unterschiedlichen Geschlechts sowie in potenziell fortpflanzungsfähigem Alter sind, verheiratet oder zusammenlebend, und bei denen beide Partner noch leben, können Zugang zu medizinisch unterstützten Fortpflanzungstechniken erhalten.“ Verstöße können mit Geldstrafen zwischen 200.000 und 400.000 Euro geahndet werden.

Quelle: ALfA-Newsletter


Internationaler Preis für Titelgeschichte über christliche Mission unter Muslimen

Die katholische Wochenzeitung Die Tagespost ist mit dem internationalen Designpreis „European Newspaper Award“ (ENA) in der Kategorie „Cover- & Coverstory Weekly Newspaper“ ausgezeichnet worden. 
 
Das entschied vergangene Woche die für die Preisvergabe zuständige 16-köpfige Fachjury aus Journalisten, Designern und Medienwissenschaftlern.

Von über 300 eingereichten Konkurrenz-Entwürfen aus ganz Europa prämierten sie die Tagespost-Titelseiten „Muslime finden Christus“ (Ausgabe vom 25. Januar 2018) und „Ersatzreligion Sport“ (Ausgabe vom 8. Februar 2019) als herausragend.

Die Preisverleihung erfolgt beim Europäischen Zeitungskongress 2019 in Wien.
 
Norbert Küpper, Veranstalter und Organisator des ENA, unterstrich in seiner Begründung die passende Übertragung von inhaltlicher Aussage auf die bildliche Gestaltung.
 
„Die gelungene Visualisierung des Themas war für uns ausschlaggebend. Der gedankliche Transfer von Muslimen und Kreuz sowie der olympischen Ringe im Altarraum einer Kirche gelang sofort“, so Küpper. Auch das sonstige Erscheinungsbild hielt seinem Urteil stand.  
 
Das vom ENA prämierte Cover ist hochkontrovers, weil es die christliche Mission unter Muslimen positiv hervorhebt. Gerade deshalb wählte Tagespost-Chefredakteur Oliver Maksan den Titel gezielt für den Wettbewerb aus.
 
„Am Beispiel der Mission von Muslimen wollten wir zeigen, dass zentrale katholische Glaubensinhalte eben nicht verkürzt oder verwässert werden müssen, um im säkularen Diskurs verstanden zu werden. Das ist uns gelungen“, ordnet Maksan die Preisverleihung in den religionspolitischen Kontext ein.

Der Titel „Muslime finden Christus“ bringe die katholische Position hierzu in Wort und Bild verständlich auf den Punkt.

Über Zeitung und Verlag:
Als einzige überregionale und unabhängige Wochenzeitung im deutschen Sprachraum ist Die Tagespost allein der Lehre der katholischen Kirche und ihren Lesern verpflichtet. „Die Tagespost ist unverzichtbar. Es ist gut, dass es sie gibt“, sagt ihr prominentester Leser, der emeritierte Papst Benedikt XVI.
 
In Deutschland, Österreich und der Schweiz hat die Zeitung insgesamt mehr als 10.000 Abonnenten. Sie ist, von ausgewählten Buchhandlungen abgesehen, ausschließlich im Direktvertrieb erhältlich. Der monatliche Bezugspreis (Inland) beträgt 15,80 Euro. Die Tagespost erscheint im Johann Wilhelm Naumann Verlag, dessen Alleingesellschafterin die Johann Wilhelm Naumann Stiftung ist.

Weitere Infos: www.die-tagespost.de


Deutsche Lieder gibt es in der „alten Messe“ schon seit Jahrhunderten

Von Felizitas Küble

In der katholischen Zeitung „Tagespost“ läuft seit einigen Monaten eine Leserbrief-Debatte über die Frage, ob in der „klassischen Liturgie“  – also in der alten hl. Messe  – neben dem Gregorianischen Choral und sonstigen lateinischen Gesängen auch deutsche Kirchenlieder ihren Platz haben sollen.

Am Freitag, dem 2. November 2018, veröffentlichte die Tagespost unter dem Titel „Ergänzung, kein Ersatz“ meine folgende Leserzuschrift:  

Claus Winkler befaßt sich in seiner Leserzuschrift „Deutsche Lieder nicht als Regelfall“ (DT vom 4.10.2018) kritisch mit meinem Leserbrief „Laienherrschaft im alten Ritus“ (DT vom 2.8.), in dem ich mich zugunsten deutscher Kirchenlieder in der überlieferten Liturgie aussprach – und zwar nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung zu lateinischen Gesängen.

Der Autor will dies nur für den Fall zugestehen, daß eine Choralschola nicht verfügbar ist, doch ansonsten dürften deutsche Lieder „nicht der Regelfall sein“: „Im Hochamt ist der Choral oder der lateinische polyphone Gesang vorzuziehen.“

Der Verfasser übersieht, daß es bereits in vorkonziliarer Zeit hierzulande eine breite Palette verschiedener Formen der alten Messe gab. Am Sonntag wurden vor dem Hochamt meist mehrere stille Messen zelebriert, sodann am späten Vormittag Singmessen und Betsingmessen mit deutschen Kirchenliedern. Dabei handelte es sich nicht um Spätentwicklungen der 50er Jahre oder gar um „Ausuferungen“ der Liturgischen Bewegung, sondern um kirchenamtliche Meßformen bereits Anfang der 30er Jahre.

Als Beispiel sei auf die Gottesdienstordnung 1930 in der Pfarrgemeinde St. Lamberti in Münster hingewiesen – und zwar unter Pfarrer Clemens Graf von Galen, dem späteren Bischof: Es gab frühmorgens drei stille hl. Messen, es folgte ein Hochamt und danach um 9,30 und 11 Uhr „hl. Messen mit Predigt und Volksgesang“.

In der Münsterschen Diözesansynode 1936 unter dem Vorsitz Bischof von Galens wurde die Gemeinschaftsmesse, die deutsche Singmesse und die Betsingmesse positiv hervorgehoben. Aber schon die Synode von 1924 legte ausdrücklich Wert auf die „Pflege des deutschen Kirchenliedes“, dies wurde sogar „aufs neue eingeschärft“.

Dabei war diese Wertschätzung des deutschen Kirchengesangs im damals konservativ geprägten Bistum Münster keine kuriose „Neuerung“, sondern entsprach einer kontinuierlichen Entwicklung, schließlich existiert ein vielseitiges und reichhaltiges Liedgut seit vielen Jahrhunderten.

Der gewiß nicht als „modernistisch“ verdächtige Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen brachte 1677 das erste Diözesan-Gesangbuch in Münster heraus, das sowohl lateinische wie deutsche Gesänge enthielt. Es empfahl darin eine Singordnung für eine fast durchgängige deutsche Liedbegleitung der „missa cantata“ bei Sonn- und Feiertagen. Bereits zwei Jahre vorher legte der Oberhirte von Münster fest, daß deutsche Lieder gemäß dem Kirchenjahr nicht nur Ausnahme, sondern Regelfall sein sollten – wohlgemerkt: im 17. Jahrhundert!

Natürlich beschränken sich diese Beispiele nicht auf das Bistum Münster. In Köln brachte das bischöfliche Ordinariat im Jahre 1919 das Gebet- und Gesangbuch „Sallite Domino“ für höhere Lehranstalten heraus.  Über 90% der darin enthaltenen Lieder für die Meßliturgie sind deutschsprachig.

Im ebenfalls amtlichen „Oremus“-Gesangbuch für das Bistum Aachen aus dem Jahre 1949 finden wir hunderte von deutschen Kirchenliedern. Noch eindeutiger sieht es im Hildesheimer Gesangbuch „Cante Bona“ von 1948 aus, denn es enthält mit einer einzigen lateinischen Ausnahme ausschließlich deutsche Lieder.

Felizitas Küble, 48167 Münster


Münster: Beschwerdebrief des AfD-Sprechers an den ZdK-Präsidenten Thomas Sternberg

Der früher CDU-aktive Martin Schiller (siehe Foto) wandte sich am 10.9.2018 als Sprecher der AfD in Münster kritisch an den CDU-Politiker Prof. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des ZdK (Zentralkomitees der dt. Katholiken).

Dabei bezog er sich auf Sternbergs Interview in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“, worin der ZdK-Chef behauptet hatte, die AfD sei „offen rechtsradikal“. Diese Verunglimpfung wurde inzwischen vielfach öffentlich kritisiert, zB. von Oliver Maksan, dem Chefredakteur der katholischen „Tagespost“.

Wir dokumentieren hier das erwähnte Schreiben Schillers im vollen Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Sternberg,

mein Name ist Martin Schiller und ich bin Sprecher des AfD Kreisverbandes Münster. Sicher erinnern Sie sich noch an mich: Im Rahmen des Wahlkampfes zur Landtagswahl in Nordrhein- Westfalen im Jahre 2012 habe ich Sie wie auch Ihren Parteifreund Herrn Josef Rickfelder unterstützt. So organisierte ich Ihnen einen Wahlkampfauftritt bei einem Unternehmernetzwerk, dessen Vorstandsmitglied ich seiner Zeit war. Unsere gemeinsame Spritztour mit Ihrem Elektroauto haben Sie sicher auch noch in Erinnerung.

Inzwischen hat sich die politische Situation in unserem Land dramatisch verändert: Bruch der Maastricht-Kriterien, Aussetzung der Wehrpflicht, Ehe für Alle und Jeden, Massenzuwanderung, Genderpolitik. Die Liste der politischen Fehlentscheidungen der einst konservativen CDU ist zu lang, um sie hier alle aufzuzählen. Für mich, wie auch für viele anderen ehemaligen CDU-Wähler, ist Ihre Partei letztlich unwählbar geworden, da sie programmatisch nach links-grün gerückt ist.

Dass die CDU sich konservativ entkernt hat, ist ein Sachverhalt, der nicht zu leugnen ist und der auch von vielen Politikwissenschaftlern, Journalisten und großen Teilen der Gesellschaft so gesehen wird. Dass diese links-gedrehte CDU nun keine befriedigenden Antworten auf die Gefahren hat, welche unsere Gesellschaft ausgesetzt ist, liegt auf der Hand. Hat die CDU die Probleme doch selbst geschaffen, die sie nun vorgibt lösen zu wollen.

Dass Sie nun empfehlen, die AfD nicht zu wählen, kann man vielleicht noch mit der Tatsache entschuldigen, dass der Parteisoldat in Ihnen treu zur Parteiführung steht anstatt zur früher vertretenen Sache. Ihrer Funktion als Präsident des ZdK werden Sie damit jedenfalls nicht gerecht, denn Ihr Amt verpflichtet Sie zur Neutralität!

Dass Sie aber die AfD als „offen rechtsradikal“ brandmarken und in die Nähe des Nationalsozialismus rücken, ist ein Skandal. Sie beleidigen nicht nur mich und alle AfD-Mitglieder, nein Sie beleidigen auch über sechs Millionen Wähler, unter denen übrigens auch viele Katholiken sind. Durch die Bezeichnung „radikal“, und es ist gleichgültig, ob davor das Wort „links“ oder „rechts“ steht, rufen Sie auf, die AfD zu bekämpfen und sie vom politischen Diskurs auszuschließen.

Ihre diffamierende Einordnung der AfD als gesellschaftsfeindliche, extremistische politische Kraft legitimiert die Anhänger unserer Gegner sowie linksextremistische Gewalttäter zu Gewaltaktionen gegen uns. Für diese Angriffe müssen Sie sich eine Mitverantwortung zuordnen lassen. Ob Sie damit Ihrem Amt als Vorsitzender des ZdK gerecht werden, wage ich sehr zu bezweifeln.

Mit freundlichen Grüßen,
Martin Schiller, Sprecher

Webseite der AfD Münster: https://afd-muenster.de/


Rückblick auf den Glaubenskongress in Fulda – Nächstes Jahr Mitte Juni in Ingolstadt

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Der 18. Kon­gress „Freu­de am Glau­ben“ in Fulda ist zu En­de ge­gan­gen. In der „Ta­ges­post“ vom 26. Ju­li hat Re­gi­na Ei­nig das Bild die­ses Kon­gres­ses prä­zi­se ge­zeich­net:

„Die Her­de ist klei­ner ge­wor­den, der Wil­le zum Be­kennt­nis aber un­ge­bro­chen. Der Kon­gress ‚Freu­de am Glau­ben‘ bot ein Al­ter­na­tiv­pro­gramm zu ge­schwät­zigen Dis­kus­sio­nen in­ner­halb der Kir­che. Wis­sens­ver­mitt­lung und geist­li­che Stär­kung hal­ten sich beim Kon­gress die Waa­ge. Weih­bi­schof Schnei­der aus Ka­sach­stan setzt das Glanz­licht des Kon­gres­ses“.

Bi­schof Heinz-Jo­sef Al­ger­mis­sen (Bistum Fulda) fass­te zu­sam­men: „Die Kir­che in Deutsch­land weiß gar nicht, was sie an Ih­nen hat“.

Die Zu­stim­mung der Kon­gress­teil­neh­mer zeig­te sich u.a. in der spon­ta­nen Be­reit­schaft einer be­acht­li­chen Zahl, dem „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­li­ken“ als Mit­glied bei­zu­tre­ten, in der sehr groß­zü­gi­gen Kol­lek­te des Ab­schluss­got­tes­diens­tes, die für das „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­li­ken“ be­stimmt ist und in der Nach­fra­ge nach den CDs mit den Vor­trä­gen; sie wur­den rest­los aus­ver­kauft.

Vie­le Besucher äu­ßer­ten, für die­sen Kon­gress mit sei­nem Pro­gramm soll­te viel mehr Wer­bung ge­macht wer­den. Persönliche Ge­sprä­che mit Freun­den und Be­kann­ten mit der Ein­la­dung, am nächs­ten Kon­gress teil­zu­neh­men, sind die wirk­sam­ste Form der Wer­bung.

Wir sind be­reits da­bei, den nächs­ten Kon­gress „Freu­de am Glau­ben“, der vom 14. bis 16. Juni in In­gol­stadt statt­fin­det, vor­zu­be­rei­ten. Sie kön­nen si­cher sein, dass wir die Fra­gen, die in Kir­che und Ge­sell­schaft an­ste­hen, auf­grei­fen wer­den.

Schon heu­te la­den wir Sie sehr herz­lich nach Ingolstadt ein.

Prof. Dr. Hubert Gindert
Spre­cher des „Fo­rum Deut­scher Ka­tho­liken“


Causa Medjugorje: „Kathnet“ diffamiert den katholischen Mariologen Manfred Hauke

Von Felizitas Küble

Der konservative Priester und Theologe Prof. Dr. Manfred Hauke setzt sich seit Jahrzehnten  –  z.B. in seinen Büchern und Vorträgen, zudem als Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“  – für die Lehre der katholischen Kirche und eine Stärkung der Marienverehrung ein.

Ein ausführliches Werk gegen die Frauen-Priesterweihe gehört ebenso zu seinem Themenspektrum wie Sammelbände über mariologische Fragen oder die kirchlich anerkannten Botschaften von Fatima.

Umso überraschender wirkt ein Artikel auf der erscheinungsbewegt-charismatischen Nachrichtseite Kath.net vom 10. August: http://www.kath.net/news/64718/print/yes

Dort lautet die Überschrift allen Ernstes: Wenn ein ‚Mariologe‘ gegen die Muttergottes kämpft“.

Gemeint ist niemand anders als der erwähnte Professor Hauke (siehe Foto) aus der Schweiz, ein anerkannter Dogmatiker und Mariologe, dessen Kompetenz in Fragen der kirchlichen Marienlehre unbestritten ist, der als Referent weltweit auf mariologischen Tagungen spricht und dessen Publikation „Theologisches“ seit Jahrzehnten hochrangige wissenschaftliche und kirchliche Autoren aufweist, was „Kath.net“ gleichwohl nicht daran hindert, den Titel Mariologe in ironische Gänsefüße zu setzen.

Aber die eigentliche Unverfrorenheit liegt in der dreisten Unterstellung, wonach Hauke „gegen die Muttergottes kämpft“.

Und wie kommt die theologisch unbedarfte Webseite zu dieser steilen These?

Ganz einfach: Professor Hauke setzt sich kritisch mit den angeblichen Marienerscheinungen von Medjugorje auseinander, wobei die dortigen Phänomene vom zuständigen Bischof der Diözese Mostar (Peric) ebenso verneint werden wie von seinem Amtsvorgänger Zanic; außerdem hat sich auch die jugoslawische Bischofskonferenz schon vor Jahrzehnten von diesen Privatoffenbarungen distanziert.

Somit befindet sich der von Kath.net attackierte Theologe mit seinem Standpunkt auf der amtlichen kirchlichen Linie, wobei es freilich auch Kirchenvertreter wie z.B. den Wiener Kardinal Schönborn gibt, die aus ihrer Sympathie mit Medjugorje keinen Hehl machen.

Bekanntlich sind nicht einmal die  – relativ wenigen –  kirchlich approbierten (genehmigten) Erscheinungen für die Gläubigen verbindlich. Wenn die Kirche eine Privatoffenbarung „anerkennt“, so verpflichtet sie die Katholiken nicht zum Glauben daran, sondern gestattet ihn im Sinne einer Billigung bzw. Erlaubnis.

Bei „Botschaften“ und Visionen hingegen, die sich kirchenrechtlich in der Schwebe befinden, sollen die Gläubigen ein endgültiges kirchliches Urteil geduldig abwarten, bevor sie den Phänomenen zustimmen.

Das bedeutet, daß der Mariologe Hauke mitnichten „gegen die Muttergottes kämpft“. Vielmehr widerspricht „Kath.net“ mit seiner jahrzehntelangen Werbung pro Medjugorje dem ablehnenden Standpunkt von Diözesan-Bischof Peric (siehe Foto) und dem Urteil der (ex-)jugoslawischen Bischofskonferenz.

Schon im ersten Einleitungssatz des Kathnet-Beitrags heißt es weiter: „Der Wiener Medjugorje-Experte Christian Stelzer hat die erneuten Medjugorje-Verunglimpfungen durch den Theologen Manfred Hauke zurückgewiesen.“

Theologische Kritik wird hier als „Verunglimpfung“ abgewertet – und damit erneut gezeigt, daß man sich völlig auf strittige Privatoffenbarungen fixiert  – und den katholischen Glauben nicht auf seine beiden Säulen „Bibel und Dogma“ gründet, sondern auf vermeintliche Visionen.

BILD: Das faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ (570 Seiten) ist bei uns  verbilligt für 14,80 € (statt Ladenpreis 19,80 €) erhältlich.

Hintergrund der Attacke ist ein Artikel von Professor Hauke in der katholischen „Tagespost“, worin er die Meinung äußert, die vatikanische Untersuchungskommission kenne noch nicht alle Fakten zum Thema Medjugorje. 

Der von Kathnet als „Medjugorje-Experte“ bezeichnete Dr. Stelzer hält Hauke vor, er habe „nur blind die Argumente von Bischof Peric übernommen“.

Peric ist freilich nicht irgendwer, sondern immerhin Oberhirte des Bistums Mostar-Duvno, zu dem die Pfarrei Medjugorje gehört – und damit laut Kirchenrecht der erste Zuständige für die Beurteilung von Privatoffenbarungen in seiner Diözese.

Zudem hat Hauke keineswegs ungeprüft die Kritikpunkte Perics übernommen, sondern sich seit Jahren selber eigenständig mit der Causa Medjugorje befaßt, z.B. durch eine gründliche Abhandlung in dem Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ von Pastor Rudo Franken, einem niederländischen Geistlichen. Es erschien im soliden Dominus-Verlag, den der kath. Theologe Dr. Peter Düren leitet: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=12849222

Natürlich ist Professor Hauke nicht der einzige Mariologe, der sich skeptisch zu Medjugorje äußert; auch der Augsburger Priester und Professor Dr. Anton Ziegenaus setzt sich seit langem kritisch mit diesem Phänomen auseinander. Das Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (siehe Foto) mit Prof. Hauke als Co-Autor hat er positiv  gewürdigt.

Ebenfalls sehr lesenswert, gehaltvoll und theologisch tiefsinnig ist das Buch „Medjugorje verstehen“ des Engländers Donal Foley, das ebenfalls im angesehenen Dominus-Verlag erschien und von dem Konvertiten Volker Jordan übersetzt wurde: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61306125/Products/%22062+Medjugorje+verstehen%22

HINWEIS: Das kirchliche Portal „katholisch.de“ äußerte sich sachlich zu Prof. Haukes Artikel in der DT: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mariologe-kritisiert-vatikanischen-umgang-mit-medjugorje


„Laienherrschaft“ auch bei Traditionellen?

Von Felizitas Küble

Der bekannte katholische Schriftsteller Martin Mosebach hat sich in einer Zuschrift an die katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“(DT) vom 26. Juli kritisch über einige Ausführungen von Pater Engelbert Recktenwald (siehe Foto) geäußert.     

Dieser Priester der traditionsorientierten Petrusbruderschaft hatte in der DT vom 28. Juni eine gewisse „Hyperliturgisierung“ in der Bewegung für die überlieferte Liturgie („alte Messe“) beklagt, etwa wenn der Gesang deutscher Kirchenlieder als verpönt gilt oder die Meßfeier vor allem als Refugium schöngeistiger Ästheten empfunden wird.

Am Donnerstag, den 2. August, erschien mein zustimmender Leserbrief zu Pater Recktenwald mit dem Titel „Laienherrschaft im Alten Ritus“, allerdings um etwa die Hälfte gekürzt, so daß nicht nur einige Begründungen unter den Tisch fielen, sondern die ersten drei Abschnitte sogar komplett.

Hier folgt nun die vollständige Fassung meiner Antwort an Martin Mosebach:

„Der Autor widerspricht in einigen Punkten den Ausführungen von Pater Engelbert Recktenwald (DT vom 28.6.). Dieser Priester der Petrusbruderschaft würdigte – ungeachtet sonstiger Sachkritik  –  bei Erzbischof Lefebvre den „Eifer eines wahren Hirten“, für den die „Bewahrung der Liturgie kein Selbstzweck“ war. 

Im Unterschied dazu bemängelte der Geistliche eine „Hyperliturgisierung“ innerhalb der „traditionellen Bewegung“ und warnte vor einem „liturgischen Purismus, der deutsche Lieder in der Liturgie verachtet“ und der den „direkten Vortrag von Lesung und Evangelium in der Landessprache ablehnt“. Pater Recktenwald erwähnte, jener übertriebene Rubrizismus sei ihm „vor allem in Laienkreisen“ begegnet.

Martin Mosebach hält ihm entgegen: „P. Recktenwald sollte sich eigentlich darüber freuen, dass die liturgische Kreise soviel liturgiekunde Laien hervorgebracht hat.“ – Sodann gehöre die Bewegung für die liturgische Tradition „durchaus zu den neuen geistlichen Bewegungen, die eine starke Beteiligung der Laien auszeichnet.“

Dazu möchte ich doch etwas Wasser in die Suppe gießen: Einerseits ist diese Beteiligung mitten aus dem Kirchenvolk sicher erfreulich, andererseits kann man nicht selten auch in den altrituellen Reihen eine spezielle Variante der „Laienherrschaft“ erkennen. Natürlich sind es hier nicht – wie in vielen „modernen“ Gemeinden   – diverse Gremien und Liturgie-Ausschüsse, die dem Priester vorschreiben wollen, wie er zu zelebrieren hat.

Aber wenn man dann erlebt, daß bisweilen genau jene Kreise, die sich  – durchaus zu Recht  – über die „Klerikalisierung der Laien“ im  Reformkatholizismus aufregen, selber im Grunde munter dasselbe – nur in einem anderen Rahmen –   praktizieren, dann wirkt das auf mich etwas befremdlich und widersprüchlich. 

In den letzten Jahren haben mir eine Reihe von Weltpriestern und Patres, welche die überlieferte Liturgie feiern, mitgeteilt, daß auch in ihrem Erfahrungsbereich teilweise eine Art „Laienherrschaft“ ausgeübt wird, sei es von Zeremoniaren, der Gregorianischen Schola und/oder dem Organisten. Meist geht es dabei um die vollständige oder weitgehende Ablehnung deutscher Kirchenlieder in der klassischen Meßform.

Gewiß gilt dies beileibe nicht für alle von Mosebach als „liturgiekundige Laien“ bezeichnete Persönlichkeiten. Freilich werden auch nicht alle Pfarrer in den üblichen Kirchengemeinden von aufdringlichen Gremien genervt und bevormundet. Sowohl in alt- wie in neurituellen  Gemeinden sollte die geistliche Stellung und liturgische Kompetenz des Priesters insgesamt stärker beachtet werden. Mit welcher Logik will man denn im traditionellen Lager den mangelnden Respekt vor Priestern in der „modernen“ Kirche beklagen, wenn man ihn selber nicht praktiziert?

Zudem schreibt Mosebach an die Adresse von Pater Recktenwald: „Ihm schwebt als Bewahrung der Tradition ganz offenbar die Praxis der fünfziger Jahre vor, in der das Singen vielstrophiger Lieder die liturgische Actio nicht selten verunklare. Die Liturgiereform wurde gerade auch wegen dieser unglücklichen Zweigleisigkeit als notwendig empfunden.“

Zunächst will mir nicht einleuchten, warum der Gesang von jahrhundertealten deutschen Kirchenliedern (die schließlich für die Liturgie und nicht etwa für Volksfeste geschaffen wurden) eine „verunklarende“ Wirkung haben soll. Vielleicht mag dies in den Ohren einiger Ästheten und intellektueller Latein-Liebhaber so erklingen, doch die traditionelle Messe beschränkt sich nicht auf diesen Kreis, sondern richtet sich grundsätzlich an alle katholischen Gläubigen einschließlich der „einfachen“.

Dabei ist mir schon seit Jahrzehnten immer wieder aufgefallen, daß nicht allein bei der Petrusbruderschaft, sogar in den Meßfeiern der Piusbruderschaft oftmals deutlich mehr deutsche Lieder präsent sind als in manchen stark von „liturgiekundigen Laien“ geprägten Meßzentren. Dies bestätigt auch Pater Recktenwald aus seiner eigenen Erfahrung, indem er schreibt: „In meinem ersten Priesterjahr in der Piusbruderschaft versorgte ich sonntäglich eine Kapelle, in der abwechselnd an einem Sonntag Gregorianischer Choral, am anderen die Schubertmesse gesungen wurde.“

Außerdem halte ich Mosebachs steile These, gerade die weitverbreitete Liturgie der fünfziger Jahre – gemeint ist wohl vor allem die damals übliche Betsingmesse mit deutschen Kirchenliedern –  habe die „Liturgiereform“ hervorgebracht, für denkbar unlogisch. 

Wäre dem so, dann hätte sich doch eine Rückkehr zum „Purismus“ angeboten, aber nicht das andere Extrem einer allzu reformerischen Neuschöpfung am grünen Tisch, die auch Papst Benedikt mit Recht kritisch beleuchtet hat. Es berührt mich insgesamt schon etwas merkwürdig, wenn Priester der Petrus- und der Piusbruderschaft von „puristischen“ Laienkreisen liturgisch sozusagen „rechts“ überholt werden. Der Einsatz vieler Engagierter in allen Ehren, aber bitte nicht auf Kosten der priesterlichen Stellung und Zuständigkeit.“

 Erstes Foto: Doris de Boer