Kardinal Müller und vatikanischer Nuntius kritisieren Wucherpfennings Ansichten

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In den letzten Wochen gab es eine zunehmende kirchliche Kontroverse um den Jesuitenpater Prof. Dr. Ansgar Wucherpfenning aus Frankfurt.
Dem Theologen wurde vom Vatikan die Verlängerung seiner Amtszeit als Rektor der Hochschule St. Georgen verweigert, weil seine Ansichten pro Homosexualität nicht mit der kirchlichen Lehre übereinstimmen. 
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Danach war von einem Kompromiß die Rede, wonach die römische Kurie in dieser Personalie nachgeben könne, wenn der Jesuitenorden sozusagen die „Verantwortung“ für Wucherpfennigs „Rechtgläubigkeit“ übernehme, was immer das auch heißen mag.
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Inzwischen habe sich zwei bedeutende Kirchenmänner zu Wort gemeldet und die kirchliche Ablehnung homosexueller Verhaltensweisen bekräftigt:
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Der Apostolische Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterović, kritisiert die Positionen des umstrittenen Jesuitenpaters in der „Herder Korrespondenz“. Theologieprofessoren „müssen sich danach richten, was die Kirchenlehre sagt, und die ist zum Beispiel nachzulesen im Katechismus“, erläuterte der vatikanische Gesandte.
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Schon zuvor hatte der glaubensstarke und unbeugsame Kardinal Gerhard Müller (siehe Foto) zu diesem Thema Klartext gesprochen:
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Der frühere Präfekt der Glaubenskongregation sprach hinsichtlich der diskutierten Regelung von einem „faulen Kompromiss“. Er stellte klar, Pater Wucherpfennig sei kein „Leibeigener des Jesuitenordens“, vielmehr „eigenverantwortliche Persönlichkeit“, deshalb müsse er „verantwortlich für seine Lehre eintreten“.

Die „Grundwirklichkeit der Ehe“ sei „nur für einen Mann und für eine Frau möglich“, erklärte Kardinal Müller. Außerdem sagte er zur „Homo-Ehe“: „Personen gleichen Geschlechts können keine Ehe eingehen“ und wenn Staaten von einer gleichgeschlechtlichen Ehe sprächen, sei dies „Etikettenfälschung“ und Kompetenzüberschreitung.

Zweites Foto: Bistum Regensburg

 

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Ein Missbrauchsopfer hält der Kirche die Treue

Unser bewährter Gast-Autor Dr. Markus Büning hat ein bewegendes und nachdenkliches Buch unter dem Titel „Dreimal ausgeliefet, aber ich bleibe dennoch!“ verfaßt und im Christiana-Verlag herausgebracht. 

Der Theologe und Jurist hat damit ein – so der Untertitel –  „Plädoyer eines Missbrauchopfers für die Erneuerung der Kirche“  verfaßt.

In dieser persönlichen Streitschrift deckt er schonungslos einen dreifachen Missbrauch in der Kirche auf: den sexuellen Missbrauch, den liturgischen Missbrauch und den Kanzel- und Lehrmissbrauch.

Engagiert plädiert Büning für eine Reinigung und Erneuerung der Kirche im Geiste des Glaubens. Er beklagt Vertuschung und Tatenlosigkeit durch die Bischöfe und fordert Offenlegung aller Missstände und konsequentes Handeln der Verantwortlichen.

Im zweiten Teil erklärt der Verfasser anhand von vier biblischen Impulsen, warum er trotz allem weiter in der katholischen Kirche bleibt.

Das Geleitwort zu dieser Publikation stammt von Bernhard Müller, dem Chefredakteur des katholischen PUR-Magazins, einer Monatszeitschrift aus dem Fe-Verlag, der mit dem Christiana-Verlag verbunden ist. Außerdem ist er Mitherausgeber des Vatican-Magazins.

Das lesenswerte Buch kostet nur 5 Euro kann hier direkt bestellt werden: https://www.fe-medien.de/dreimal-ausgeliefert


Theologieprofessor Manfred Hauke begründet ausführlich seine Kritik an Medjugorje

Unter dem Titel „Ist das Medjugorje-Phänomen echt?“ veröffentlichte Dr. Eva Doppelbauer in Gloria-TV am heutigen Montag (27.8.) ein Interview mit dem Mariologen und Dogmatiker Prof. Dr. Manfred Hauke aus Lugano (Schweiz).

Der katholische Priester (siehe Foto) ist Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“ und Vorsitzender der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Mariologie“.

Am 2. August 2018 hatte die „Tagespost“ ein Interview mit Professor Hauke abgedruckt, in dem der Mariologe sich sehr kritisch über die vermeintlichen „Marienerscheinungen“ von Medjugorje äußert. Dort soll die Madonna seit dem 24. Juni 1981 sechs Sehern größtenteils täglich erscheinen, einige von ihnen berichten heute noch von „Botschaften“ der Gottesmutter.

Das Phänomen ist kirchlich nicht anerkannt, wird von den dortigen Diözesan-Bischöfen strikt abgelehnt, eine vatikanische Untersuchungskommission hat ihr Urteil noch nicht veröffentlicht.

Wir zitieren hiermit einige Ausschnitte aus dem ausführlichen Interview mit Professor Hauke.

Auf die Frage, ob es legitim sei, daß der Vatikan die Frage der Echtheit der „Erscheinungen“ ignoriere und sich auf „gute Früchte“ konzentriere, antwortet er:

„Ich hoffe, dass der Vatikan die Frage der Echtheit in Zukunft nicht ausblendet. Fragwürdig ist jedenfalls das Voranstellen der Praxis vor die Theorie.

Es wurde ein Apostolischer Visitator für Medjugorje ernannt, ohne zuvor eine Stellungnahme zur Frage der Echtheit abzugeben. Zuerst wäre das Phänomen selbst in seinen verschiedenen Dimensionen abzuklären, und erst dann können die praktischen Folgerungen gezogen werden für die Seelsorge. Wo Menschen sich aufmachen, um zu beten, gibt es gute Früchte. Es gibt aber auch schlechte Früchte, die untrennbar mit den „Erscheinungen“ verbunden sind.“

Hinsichtlich der schlechten Früchte zählt der Mariologe folgendes auf:

„Der von der „Gospa“ angeheizte Ungehorsam gegenüber der legitimen kirchlichen Autorität (vor allem von Seiten prominenter Franziskaner), die Verkettung Medjugorjes mit hunderten von angeblichen „Sehern“ und offenkundiger Pseudo-Mystik, eine Art Abhängigkeit von „täglichen Erscheinungen“, die Verquickung mit wirtschaftlichen Interessen und eine Vernachlässigung der von der Kirche anerkannten echten Erscheinungsorte.“

Sodann nennt Dr. Hauke einige Beispiele für lehrmäßige Irrtümer in den Botschaften der „Gospa“, wie die Gottesmutter in Medjugorje genannt wird:

„Zum 16. September 1981 ist dort beispielsweise zu lesen, die Seher bräuchten nicht für sich selbst zu beten, sondern nur für die anderen. Diese Behauptung erinnert an die von der Kirche verurteilte pelagianische Irrlehre, wonach es nicht nötig sei, das Vaterunser mit seiner Bitte „Und vergib uns unsere Schuld“ für uns selbst zu beten, sondern nur für die Sünden anderer (Synode von Karthago 418, Kanon 7). 
Unter dem 6. Mai 1982 heißt es, nach der Botschaft der „Gospa“ seien die Heiligen mit Seele und Leib im Himmel. Das widerspricht der Glaubenslehre, welche die Auferstehung des Leibes mit der Wiederkunft Christi verbindet (vgl. z.B. Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 1001).
Am 1. Oktober 1981 wird bemerkt, die „Gospa“ habe Folgendes gesagt: „Vor Gott sind alle Religionen gleich“. Dagegen vergleiche man die Erklärung „Dominus Iesus“ der Glaubenskongregation aus dem Jahr 2000.“

BILD: Das ca. 570 Seiten starke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ beleuchtet die Hintergründe – es ist bei uns zum Sonderpreis von 14,80 € erhältlich.

Außerdem informiert der Theologe über widersprüchliche Aussagen hinsichtlich der künftigen Erscheinungszeiten:

„Auf die Frage, wie lange sie noch erscheinen werde, antwortete die „Gospa“ am 29. Juni 1981: „Solange ihr wollt“. Einen Tag später, am 30. Juni, antwortete sie auf die gleiche Frage: „Noch drei Tage“ bzw. „drei Mal“. Das wird nicht nur von fünf Sehern bezeugt (mit Ausnahme von Ivan Dragicevic, der am 30. Juni nicht dabei war), sondern auch von zwei Frauen, die bei dieser „Erscheinung“ anwesend waren und die laut gesprochenen Worte der Seher (keineswegs in Ekstase) gehört hatten. Deshalb erwarteten die Seher ein Ende der Erscheinungen am 3. Juli.“

Professor Hauke äußert sich auch zu der Frage, wie sich das Erscheinungsphänomen „präsentiert“:

„Das Auftreten der „Gospa“ enthält zahlreiche seltsame Einzelheiten, die wir bei den echten Marienerscheinungen nicht finden. Ihre Hände zittern. Sobald die Leute ihr auf den allzu langen Schleier treten, verschwindet sie mehrmals hintereinander und kehrt dann wieder zurück. Sie lässt sich anfassen und lacht dabei. Wer sie anfasst, hat das Gefühl, auf Stahl zu greifen. Die Farbe ihres Gewandes ist grau… 

Ähnlich wie bei spiritistischen Phänomenen, wird ihre Gestalt erst nach und nach langsam sichtbar….Die Seherin Marija beklagt sich am 26. Juni über eiskalte Hände als Folge der Begegnung mit der „Gospa“.“

BILD: Das aufschlußreiche Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (Dominus-Verlag) enthält ebenfalls fundierte Kritik, u.a. von Pfr. Rudo Franken und Prof. Manfred Hauke. 

Abschließend warnt der Mariologe die Kirche vor einem „Spiel mit dem Feuer“ in puncto Medjugorje:

„Die „pastorale“ Praxis, den Besuch von Medjugorje zu fördern, ohne vorher die Echtheit zu klären, ist ein Spiel mit dem Feuer, das unkontrollierbare Auswirkungen haben kann, nicht zuletzt für den Nachfolger des hl. Petrus. Wir sollten für Papst Franziskus beten, dass er die Aufgabe der Klärung und Unterscheidung wahrnehme nach dem von ihm geschätzten Grundsatz: „Sehen, urteilen, handeln“. Erst sehen und urteilen, dann handeln.“
QUELLE für die Interview-Auszüge: https://gloria.tv/article/Nrhajf2qbFiu1aMNSUVzWeA1V
HIER unsere Kritik an der Kathnet-Kampagne gegen Prof. Hauke: https://charismatismus.wordpress.com/2018/08/15/causa-medjugorje-kathnet-diffamiert-den-katholischen-mariologen-manfred-hauke/

Mißbrauchsopfer enttäuscht von Papstbrief

Theologe Büning zieht Pro-Papst-Unterschrift zurück

Dr. Markus Büning (siehe Foto) ist vielen Lesern des CHRISTLICHEN FORUM seit längerem als Gastautor bekannt, teils schreibt er über das Leben von Heiligen und großen Vorbildern, teils äußert er sich pointiert zu aktuellen kirchlichen Themen. Wir haben hier im CF zudem einige seiner Bücher aus dem Fe-Verlag vorgestellt.
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Der Jurist und katholische Theologe aus dem Münsterland hat jetzt seine Unterschrift für die Initiative „Pro Pope Francis“ zurückgenommen. Diese Aktion war von dem liberal-katholischen Theologieprofessor Dr. Paul Zulehner aus Wien gestartet worden, um Papst Franziskus zu unterstützen.
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Dr. Büning erklärte vorgestern gegenüber dieser Initiative, daß er die kürzlich veröffentlichte Papstbotschaft zu den Klerikerskandalen in den USA als „absolut unzureichend“ und als eine „große Enttäuschung“ ansehe, zumal er selber in seiner Jugend von einem Priester mißbraucht wurde.
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Als Betroffener und Theologe verdeutlicht er sodann seine Kritik am Papstbrief:
„Es erschöpft sich in einem weitgehenden unkonturierten „Pastoralsprech“, der letztlich das Leid der Opfer und ihrer Angehörigen nicht ernst genug nimmt.
Zudem fehlt hier ein klares HANDLUNGSkonzept: Was ist denn nun mit den Bischöfen, die gefehlt und vertuscht haben? Wird der Papst diese aus ihrem Amt entfernen, auch wenn z.B. in Deutschland solche Fälle bekannt werden würden? Nach diesem vagen Schreiben wohl eher nicht.
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Was ist denn mit der Homolobby im Klerus, die ganz offenkundig seit Jahren hier ihre Umtriebe treibt? Kein, aber auch gar kein Wort zu dieser Problematik! Das alles ist schwach und nicht glaubwürdig.
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Und wenn der Papst hier zurecht den Klerkalismus kritisiert, dann soll er gefälligst selbst mit dieser Haltung aufhören, uns Katholiken in dieser vagen Art von oben herab zu belehren. Er muss jetzt handeln! Er muss ein Konzept gegen die Täter und deren Unterstützer entwickeln. Tut er aber offenkundig nicht.“
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Den Appell von Papst Franziskus an das Kirchenvolk zu Fasten und Gebet als Buße für Kleriker-Sünden findet Dr. Büning als Mißbrauchsopfer „geradezu zynisch“.
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Die Kirche müsse die Täter strafen: „Dafür hat sie ein Strafrecht!“ – Er fügt hinzu: „Tut sie dies nicht, macht sie sich noch mehr zur Komplizin unglaublicher Verbrechen.“
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Das Schreiben an Prof. Zulehner endet mit den Worten: „Spätestens jetzt wird klar, dass Franziskus außer vieler Worte seine Verantwortung nicht wahrnimmt. Einen solchen Papst kann ich nur bedauern.“

Dr. Philipp Küble über Sündhaftigkeit, Gehorsam und Gewissensfreiheit in der Kirche

Der konservative Theologe Dr. Philipp Küble veröffentlichte 1969 seine Dissertation (Doktorarbeit) über „Glaube als christliche Existenz“ (siehe Foto). Der oberschwäbische Schriftsteller stand der traditionsbewegten Richtung in der katholischen Kirche nahe, ohne sich jedoch von ihr vereinnahmen zu lassen. Stets behielt er seinen eigenständigen und teils auch kritischen Standpunkt.

Dr. Küble, der heute im Ruhestand lebt, war ein Pionier des katholischen Rundfunks und Kassetten-Apostolats schon in den 70er Jahren. Zudem brachte er jahrzehntelang alle zwei Wochen die Zeitschrift „VOX FIDEI – Stimme des Glaubens“ heraus.

Bei allem Konservatismus war er gegenüber einem vernünftigen Fortschritt sehr aufgeschlossen, auch in puncto Computertechnik, die er früh in seiner Redaktion einsetzte. Er wollte gerne die Glaubenstradition mit den modernen Medien verbinden.

Zurück zu seinem Buch „Glaube als christliche Existenz“. Es behandelt auch das heute – angesichts der innerkirchlichen Sexskandale vor allem in den USA – viel diskutierte Thema nach den Sünden innerhalb der Christenheit, nach dem Sinn und den Grenzen des Gehorsams in der Kirche und dem Respekt vor der Gewissensfreiheit des einzelnen Gläubigen.

Wir veröffentlichen hierzu einige nachdenkenswerte Auszüge aus seinem wissenschaftlichen und gleichwohl verständlich verfaßten Werk (S. 242 ff):

„Ohne Christus bedeutet die Kirche nichts“

Die Kirche ist die Fortführung des Lebens und Werkes Christi. Christus ist ihr Haupt und lenkt und belebt sie durch seinen Geist. Sie ist auf innigste mit ihm vereinigt, ohne ihn bedeutet sie nichts.

Ihr Anspruch und ihr Sendungsbewußtsein erregt bei dem außenstehenden Ungläubigen oft Ärgernis. Ihr missionarischer Eifer ist ihm verdächtig oder geht ihm auf die Nerven. Den Ärgernis-Charakter hat die Kirche nicht nur für jene, die draußen sind, sondern auch im Inneren für die Glieder der Kirche selber.

Zudem führt die Sünde in der Kirche, die menschliche Unzulänglichkeit, die Umtriebe des Teufels in ihr zu manchen Fehlentscheidungen, nicht hinsichtlich der geoffenbarten Lehre, wohl aber in der praktischen Verwirklichung des innerkirchlichen Lebens und der konkreten Verwirklichung des Auftrags Christi.

Ungeheuere Prüfungen durch die Kirche

Dem einzelnen kann der ganze Lebensweg durch bestimmte kirchliche Entscheidungen verbaut werden. Das Leben in der Kirche bringt unter Umständen ungeheuere Prüfungen mit sich. Nun fragt  sich, kann ein in den wichtigsten Lebensfragen ungerecht Behandelter ehrlicherweise in der Kirche bleiben? Muß er an ihr zerbrechen und scheitern oder gibt es vielleicht eine positive Lösung?

Wenn ein Betroffener um die Sündhaftigkeit der Kirche weiß und sich darauf eingestellt hat, braucht es für ihn nicht zu einer Krise kommen.

Leider wird in der Verkündigung oft so getan, als ob es in der Kirche kein Unrecht, keine Skandale und dergleichen geben könnte, wenigstens nicht häufig und in unserer Nähe, vielleicht in früheren Zeiten; man bekennt sich zwar vor Gott öffentlich als Sünder, in seinem Amt hüllt man sich aber in das Gewand der Unfehlbarkeit und Selbstgerechtigkeit.

Dies sollte man nicht tun, sondern eher die Gläubigen auf das Sündhafte in der Kirche vorbereiten, darauf hinweisen, um das Verständnis dafür zu wecken, die aus dem Glauben kommende Deutung zu geben und die richtige Haltung in solchen Dingen zu vermitteln.

Nicht am Unrecht in der Kirche „irre werden“

Wer die Armseligkeit der Kirche als ein ihr anhaftendes, notwendiges Merkmal kennt, der regt sich nicht auf, wenn der kirchliche Vorgesetzte ihn nicht recht versteht, wenn ein Priester Ärgernis erregt, ein Bischof abfällt.

Warum sollten für den Gläubigen in der Kirche die mit der christlichen Existenz notwendig verbundenen Prüfungen nicht auch von den Vorgesetzten kommen?

Wer also von seiten der Kirche „Unrecht“ leidet, braucht an ihr nicht irre werden, nicht an ihr zerbrechen oder sich gegen sie erheben.

Vom Sinn und den Grenzen des Gehorsams

Freilich darf man sich hier nicht in einen allzu abwegigen Infantilismus (kindliche Haltung) verirren, wie es nur zu häufig geschieht, wenn Vorgesetzte ihren Untergebenen weismachen wollen, die Untergebenen müßten nur gehorsam sein, dann würde für sie alles zu reichsten Quelle des Segens werden.

Über den Segen, die Würde und die Bedeutung des im Glauben geübten Gehorsams bedarf es keiner besonderen Erklärung; eher muß der Gefahr entgegengearbeitet werden, durch falsche Interpretation und Begründung den Verdacht zu erwecken, das Gewissen der Untergebenen manipulieren zu wollen, die fehlende persönliche Autorität und Fähigkeit zu verdecken und auszugleichen mit dem Appell an den Gehorsam, das übertragene oder erreichte Amt möglichst sorglos und ohne Schwierigkeiten innezuhaben.

Die logische Folge einer angemaßten göttlichen Autorität wäre dann die, daß keine Entscheidung einer Amtsperson sachlich gerechtfertigt sein müßte.

In dieser Logik könnte ein verantwortungsloser und unfähiger Amtsträger eine dauernde Quelle des Segens für seine Untergebenen sein. Die Unsinnigkeit einer solchen, mit der Würde der anvertrauten Untergebenen – gleichgültig, ob Kind oder Erwachsener – schamlos spielenden Auffassung ist nur allzu deutlich.

„Kampf und Auseinandersetzung sind Wesenselemente der Kirche“

Zwei Dinge seien noch hervorgehoben:

Niemals hat ein Vorgesetzter das Recht, Unrecht zu tun. Wie Pilatus muß er auf jeden Fall sein Tun voll verantworten. Die Untergebenen können  nicht alle Heilige sein – und auch die Heiligen sind nicht jederzeit jeder Prüfung gewachsen. Ein Befehl muß also die Situation des einzelnen berücksichtigen und sachlich begründet und gerechtfertigt sein.

Unbeschadet des Gehorsams hat der Untergebene bei unüberwindlichen Schwierigkeiten das Recht, auf falsche Voraussetzungen einer Entscheidung hinzuweisen, Mißstände anzuprangern, wenn Aussicht auf Beseitigung derselben gegeben ist. Kampf und Auseinandersetzung sind Wesenselemente der Kirche, Zeichen ihres Lebens, sie dienen der Besserung kirchlicher Verhältnisse (vgl. Paulus – Petrus: Gal 2,11).

Die unbequemen Kritiker haben in der Kirche durchaus ihren Platz und eine wichtige Funktion, sie zu hören ist nicht nur Klugheit, sondern Pflicht.

Wer in echter Sorge um die Kirche im Glauben an Christus und in Liebe zu ihm bestimmte Dinge bessern will, verdient ebenfalls höchstes Lob.

HINWEIS: Das Buch „Glaube als christliche Existenz“ von Dr. Philipp Küble umfaßt 272 Seiten und kann zum Sonderpreis von 7,50 Euro bei uns bestellt werden: felizitas.kueble@web.de / Tel. 0251-616768


Causa Medjugorje: „Kathnet“ diffamiert den katholischen Mariologen Manfred Hauke

Von Felizitas Küble

Der konservative Priester und Theologe Prof. Dr. Manfred Hauke setzt sich seit Jahrzehnten  –  z.B. in seinen Büchern und Vorträgen, zudem als Herausgeber der Zeitschrift „Theologisches“  – für die Lehre der katholischen Kirche und eine Stärkung der Marienverehrung ein.

Ein ausführliches Werk gegen die Frauen-Priesterweihe gehört ebenso zu seinem Themenspektrum wie Sammelbände über mariologische Fragen oder die kirchlich anerkannten Botschaften von Fatima.

Umso überraschender wirkt ein Artikel auf der erscheinungsbewegt-charismatischen Nachrichtseite Kath.net vom 10. August: http://www.kath.net/news/64718/print/yes

Dort lautet die Überschrift allen Ernstes: Wenn ein ‚Mariologe‘ gegen die Muttergottes kämpft“.

Gemeint ist niemand anders als der erwähnte Professor Hauke (siehe Foto) aus der Schweiz, ein anerkannter Dogmatiker und Mariologe, dessen Kompetenz in Fragen der kirchlichen Marienlehre unbestritten ist, der als Referent weltweit auf mariologischen Tagungen spricht und dessen Publikation „Theologisches“ seit Jahrzehnten hochrangige wissenschaftliche und kirchliche Autoren aufweist, was „Kath.net“ gleichwohl nicht daran hindert, den Titel Mariologe in ironische Gänsefüße zu setzen.

Aber die eigentliche Unverfrorenheit liegt in der dreisten Unterstellung, wonach Hauke „gegen die Muttergottes kämpft“.

Und wie kommt die theologisch unbedarfte Webseite zu dieser steilen These?

Ganz einfach: Professor Hauke setzt sich kritisch mit den angeblichen Marienerscheinungen von Medjugorje auseinander, wobei die dortigen Phänomene vom zuständigen Bischof der Diözese Mostar (Peric) ebenso verneint werden wie von seinem Amtsvorgänger Zanic; außerdem hat sich auch die jugoslawische Bischofskonferenz schon vor Jahrzehnten von diesen Privatoffenbarungen distanziert.

Somit befindet sich der von Kath.net attackierte Theologe mit seinem Standpunkt auf der amtlichen kirchlichen Linie, wobei es freilich auch Kirchenvertreter wie z.B. den Wiener Kardinal Schönborn gibt, die aus ihrer Sympathie mit Medjugorje keinen Hehl machen.

Bekanntlich sind nicht einmal die  – relativ wenigen –  kirchlich approbierten (genehmigten) Erscheinungen für die Gläubigen verbindlich. Wenn die Kirche eine Privatoffenbarung „anerkennt“, so verpflichtet sie die Katholiken nicht zum Glauben daran, sondern gestattet ihn im Sinne einer Billigung bzw. Erlaubnis.

Bei „Botschaften“ und Visionen hingegen, die sich kirchenrechtlich in der Schwebe befinden, sollen die Gläubigen ein endgültiges kirchliches Urteil geduldig abwarten, bevor sie den Phänomenen zustimmen.

Das bedeutet, daß der Mariologe Hauke mitnichten „gegen die Muttergottes kämpft“. Vielmehr widerspricht „Kath.net“ mit seiner jahrzehntelangen Werbung pro Medjugorje dem ablehnenden Standpunkt von Diözesan-Bischof Peric (siehe Foto) und dem Urteil der (ex-)jugoslawischen Bischofskonferenz.

Schon im ersten Einleitungssatz des Kathnet-Beitrags heißt es weiter: „Der Wiener Medjugorje-Experte Christian Stelzer hat die erneuten Medjugorje-Verunglimpfungen durch den Theologen Manfred Hauke zurückgewiesen.“

Theologische Kritik wird hier als „Verunglimpfung“ abgewertet – und damit erneut gezeigt, daß man sich völlig auf strittige Privatoffenbarungen fixiert  – und den katholischen Glauben nicht auf seine beiden Säulen „Bibel und Dogma“ gründet, sondern auf vermeintliche Visionen.

BILD: Das faktenstarke Buch „Der Medjugorje-Betrug“ (570 Seiten) ist bei uns  verbilligt für 14,80 € (statt Ladenpreis 19,80 €) erhältlich.

Hintergrund der Attacke ist ein Artikel von Professor Hauke in der katholischen „Tagespost“, worin er die Meinung äußert, die vatikanische Untersuchungskommission kenne noch nicht alle Fakten zum Thema Medjugorje. 

Der von Kathnet als „Medjugorje-Experte“ bezeichnete Dr. Stelzer hält Hauke vor, er habe „nur blind die Argumente von Bischof Peric übernommen“.

Peric ist freilich nicht irgendwer, sondern immerhin Oberhirte des Bistums Mostar-Duvno, zu dem die Pfarrei Medjugorje gehört – und damit laut Kirchenrecht der erste Zuständige für die Beurteilung von Privatoffenbarungen in seiner Diözese.

Zudem hat Hauke keineswegs ungeprüft die Kritikpunkte Perics übernommen, sondern sich seit Jahren selber eigenständig mit der Causa Medjugorje befaßt, z.B. durch eine gründliche Abhandlung in dem Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ von Pastor Rudo Franken, einem niederländischen Geistlichen. Es erschien im soliden Dominus-Verlag, den der kath. Theologe Dr. Peter Düren leitet: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectID=12849222

Natürlich ist Professor Hauke nicht der einzige Mariologe, der sich skeptisch zu Medjugorje äußert; auch der Augsburger Priester und Professor Dr. Anton Ziegenaus setzt sich seit langem kritisch mit diesem Phänomen auseinander. Das Buch „Eine Reise nach Medjugorje“ (siehe Foto) mit Prof. Hauke als Co-Autor hat er positiv  gewürdigt.

Ebenfalls sehr lesenswert, gehaltvoll und theologisch tiefsinnig ist das Buch „Medjugorje verstehen“ des Engländers Donal Foley, das ebenfalls im angesehenen Dominus-Verlag erschien und von dem Konvertiten Volker Jordan übersetzt wurde: https://shop.strato.de/epages/61306125.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61306125/Products/%22062+Medjugorje+verstehen%22

HINWEIS: Das kirchliche Portal „katholisch.de“ äußerte sich sachlich zu Prof. Haukes Artikel in der DT: http://www.katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/mariologe-kritisiert-vatikanischen-umgang-mit-medjugorje


Kritik am Papst in puncto Vaterunser – Kath. Theologe Görlach wünscht seine Absetzung

Der Streit um die richtige Formulierung des Vaterunser wird im Ton schärfer: In der „Bild am Sonntag“ forderte der Journalist und katholische Theologe Alexander Görlach gar die Absetzung des Kirchenoberhaupts: „Der Papst ist den Herausforderungen seines Amtes nicht gewachsen“.  

Papst Franziskus hatte gefordert, die Formulierung der Vaterunser-Bitte „Führe uns nicht in Versuchung“ zu ändern.

„Diesmal hat der Papst eine Linie überschritten“, sagte Görlach dazu. Er betrachtet den Pontifex als Populisten, wenngleich einen wohlmeinenden:

„Alle Populisten sind Vereinfacher. Das wird Franziskus nun zum Verhängnis, denn niemand kann sich, auch nicht der Heilige Vater, einen einfachen Gott zurechtbasteln, wie er ihm gerade passt.“

Die Kritiker des Papstes forderte er zum Handeln auf: „Im Kirchenstaat gibt es genügend Leute, die das Walten Franziskus’ schon lange mit großer Sorge betrachten; sie müssen nun handeln, um schweren Schaden von der Kirche abzuwenden.“

Eine Umfrage der FAS unter den 27 deutschen Bistümern ergab, dass keines davon den Voschlag des Papstes billigt. Auch der Vorsitzende der Dt. Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärte, er sehe betr. Vaterunser keinen Handlungsbedarf.