Armenier-Gedenken im Libanon: Einweihung des Genozid-Museums in Byblos

Evangelische Allianz solidarisiert sich mit nahöstlichen Christen

Anlässlich der Einweihung des neuen Genozid-Museums im libanesischen Byblos und der offiziellen Gedenkfeierlichkeiten der Armenisch-Orthodoxen Kirche zum Genozid vor 100 Jahren hat die Weltweite Evangelische Allianz (WEA) mehreren Patriarchen und Führern nahöstlicher Kirchen ihre volle Solidarität und Unterstützung versichert.click

In einem vom Generalsekretär der WEA, Bischof Efraim Tendero, mitunterzeichneten Appell, den Thomas Schirrmacher verlas, forderte die WEA die Christenheit auf, gemeinsam zu verhindern, dass die christlichen Kirchen aus ihren Ursprungsgebieten vertrieben werden.

Dazu sei eine Welle des Gebets, der öffentlichen Solidarisierung, aber auch Mobilisierung politischer Kräfte nötig.

Das Oberhaupt der Armenisch-Orthodoxen Kirche, Katholikos Aram I., schlug ebenfalls den Bogen vom Genozid an den Armeniern vor 100 Jahren zur Lage der Christen im Nahen Osten, die gegenwärtig „dramatisch geschüttelt“ würden. Viele gäben ein klares Zeugnis ihres Glaubens „im Leben und Sterben“.

Das neu eröffnete Museum befindet sich in den Räumlichkeiten eines früheren Waisenheimes mit Namen „Birds Nest“, das von amerikanischen und dänischen evangelischen Missionaren 1915 ins Leben gerufen wurde und von dem aus auf dem Höhepunkt etwa 132.000 armenische Waisenkinder versorgt wurden.

Die Armenisch-Orthodoxe Kirche will mit der Wahl des Platzes, wie der Katholikos erklärte, auch ihren großen Dank an Christen anderer Konfessionen verdeutlichen, die mitgeholfen haben, das Überleben des armenischen Volkes zu sichern.

Stellvertretend für die Nachkommen der Waisenkinder erinnerte Alecco Bezikian an seinen Vater, dessen Namen – Aram Bezikian – das Museum trägt.

Quelle (Text/Foto): www.bucer.de/bq.htmlwww.bucer.de/bq.html 


Professor Thomas Schirrmacher übt scharfe Kritik am „Familienpapier“ der EKD

Der evangelische Theologe Prof. Dr. Thomas Schirrmacher hält das umstrittene „Familienpapier“ der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für parteipolitisch einseitig. Außerdem verharmlose es das DDR-Regime. Das erklärt er in einem wissenschaftlichen Gutachten.  BILD0235

Die Orientierungshilfe der EKD erinnere an ein linkes Parteiprogramm, schreiben Schirrmacher und sein Kollege Titus Vogt in ihrer „soziologischen und theologischen Kritik des Familienpapiers“.

Eine Zusammenfassung ist im Magazin des EAK (Evangelischer Arbeitskreis der CDU) „Evangelische Verantwortung“ erschienen:

Schon die Zusammensetzung der zuständigen Kommission ließe eine bürgerliche Stimme vermissen. Entsprechend fielen auch die Forderungen des Papiers aus. Sie seien „praktisch identisch“ mit dem Parteiprogramm der Grünen, stimmten zum Teil aber auch mit dem der Linkspartei überein.

Nähe zu linken und grünen Positionen

In Fragen der Familienpolitik sei auch eine Nähe zur SPD gegeben, „auch wenn man dort in Bezug auf die völlige Entthronung der Ehe viel zurückhaltender formuliert“, schreiben die Autoren. Als Beispiele führen sie die Ablehnung des Betreuungsgeldes und des traditionellen Ehegattensplittings an sowie die Befürwortung einer Ganztagskinderbetreuung und die rechtliche Angleichung von Ehe und Lebenspartnerschaft.

Das Familienpapier mit dem Titel „Zwischen Autonomie und Verantwortung“ war im vergangenen Sommer erschienen und hatte große Kritik nach sich gezogen. Die „Orientierungshilfe“ spricht sich darin u.a. für die Öffnung der Kirche gegenüber homosexuellen Paaren aus.  IMG_1468 (2)

Wie Schirrmacher und Vogt im Vorwort erwähnen, haben sie ihre Kritik bereits nach dem Erscheinen der Orientierungshilfe an die EKD herangetragen. Da die Kirche die Stoßrichtung des Familienpapiers mehrmals bekräftigt habe, hätten sie sich nun dazu entschieden, das Gutachten zu veröffentlichen.

Verharmlosung der „DDR“-Diktatur

Denn sie strebe nicht weniger an als eine neue, normative Ethik zu verkünden, gehe dabei aber beispielsweise undifferenziert mit der deutschen Vergangenheit um: „Die DDR erscheint als Ort der Gleichberechtigung durch zwei in Vollzeit erwerbstätige Eltern mit früh einsetzender ganztägiger Kinderbetreuung.“

Nicht thematisiert werde, „dass die Familienpolitik der DDR das vermutlich erfolgreichste Werkzeug gegen die Kirchen war und zur Entfremdung ganzer Generationen von Gott und Kirche geführt hat“.

Auch ein mangelndes Bemühen um die Ökumene werfen Schirrmacher und Vogt den Autoren vor. Andere Kirchen als die EKD und die Katholiken kämen schlicht nicht vor.

„Gibt es von Christen außerhalb der EKD und von andersdenkenden Christen innerhalb der EKD gar nichts mehr zu lernen?“, fragen sie und kritisieren „antikatholische Formulierungen“, etwa das Lob der Option zum gemeinsamen Abendmahl konfessionsübergreifender Familien in protestantischen Kirchen: „Das ist eine Einladung an Katholiken, die Lehre ihrer Kirche bewusst zu missachten.“

Quelle und vollständiger Beitrag in diesem evangelischen Webmagazin: http://www.pro-medienmagazin.de/

HIER sehen Sie das Buch zur Ansicht


1. Bild: Evita Gründler  – 2. Foto: KOMM-MIT-Verlag


Ökumene für Lebensrecht und Ethik: Vatikan lud führende Evangelikale nach Rom ein

Evangelischer Thomaner-Chor wirkte an der Papstmesse mit

ERKLÄRUNG des evangelikalen BUCER-Instituts:

Der Vorsitzende der Theologischen Kommission der weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Dr. Thomas Schirrmacher, sprach als einziger evangelischer Redner bei einer hochrangigen Begegnung im Vatikan zwischen Kirchenführern, Politikern und Experten auf Einladung des Dignitatis Humanae Institute (DHI).

Thema war der zunehmende Druck in westlichen Staaten auf die christliche Ethik beim Anfang und Ende menschlichen Lebens sowie in Fragen der Sexualethik. Foto1

Dr. Schirrmacher wurde begleitet von Professor Thomas K. Johnson, der die Theologische Kommission in Fragen der Menschenrechte berät.

Die Tagung fand in den Räumen der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften in den Vatikanischen Gärten statt. Teilnahmer waren u.a. 6 Kardinäle, 5 Verantwortliche von Päpstlichen Räten, 15 Minister und Parlamentsabgeordnete sowie 10 Wissenschaftler und Experten, die insgesamt aus 18 Ländern kamen.

Lebensschutz ab der Empfängnis

Schirrmacher und Johnson (siehe Foto) waren die einzigen evangelischen Experten. In seiner Eröffnungsansprache betonte der Ehrenpräsident des DHI, Kardinal Renato Raffaele Martino, der zuvor 16 Jahre Botschafter des Vatikan bei der UN gewesen war, dass überzeugte Christen aller Konfessionen dafür kämpfen müssten, dass Menschenwürde und Menschenrechte keine beliebigen Allerweltsbegriffe würden, die heute dies und morgen das bedeuteten, sondern gemäß des christlichen Ursprungs der Menschenwürde auch den Lebensschutz von der Zeugung bis zum Sterben beinhalteten. Foto4

In der Abschluss-Ansprache dankte Kardinal Raymond Leo Burke (siehe Foto), Präfekt des höchsten vatikanischen Gerichts („Apostolische Signatur“), allen Politikern, Menschenrechtsaktiven und Wissenschaftlern, die das Lebensrecht und die göttliche Stiftung von Ehe und Familie verteidigen und hochhallten.

Gebote Gottes stehen unter Beschuß

Schirrmacher betonte in seinem Beitrag, dass in der Offenbarung des Johannes Christen verfolgt würden, „weil sie Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu Christi haben“. Die ungewöhnliche Reihenfolge zeige, dass nicht zuerst das Christsein an sich, sondern die Ethik der Christen unter Beschuss stehe.

So sei in Europa und der westlichen Welt die Freiheit der Ausübung gottesdienstlicher Veranstaltungen praktisch überall gewährleistet. Wenn aber Christen das ethisch ausleben und umsetzen wollten, was sie für gut und nützlich hielten, würden sie zunehmend unter medialen, gesellschaftsdiskriminierenden und dann auch juristischen Druck kommen.

Religionsfreiheit umfasse aber nie nur den Gottesdienst in eigenen Räumen, sondern immer auch das öffentliche Eintreten für die eigenen Überzeugungen und das Leben nach den eigenen Überzeugungen aufgrund der Gewissensfreiheit.

DHI-Präsident für Ökumene mit Evangelikalen

Der Präsident des DHI, der Italiener Luca Volonté, zugleich Fraktionsvorsitzender der European People Parties in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, kündigte eine engere Zusammenarbeit mit evangelikalen Experten an. Es gäbe zu viel Gemeinsamkeiten in Fragen des Lebensrechtes und des Einsatzes gegen Christenverfolgung, als dass man aneinander vorbei arbeiten dürfe. Foto3

Abschluss der Tagung (siehe Foto) war die samstägliche Papstmesse „Petrus und Paulus“ mit ökumenischem Akzent durch eine starke Delegation des Ökumenischen Patriarchats der Orthodoxen Kirche und der erstmaligen Teilnahme eines evangelischen Chores an der Liturgie im Petersdom:

Der Leipziger Thomanerchor sang Teile von Johann Sebastian Bachs Kantate „“Jesus, meine Freude““ und wirkte zusammen mit dem katholischen ältesten Chor der Welt an der Liturgie mit.

Der Präsident des sog. Einheitssekretariats des Vatikan, Kardinal Kurt Koch, begrüßte u.a. den evangelikalen Theologen Dr. Werner Neuer, der für das Zustandekommen dieses einmaligen Ereignisses mitverantwortlich war.

Prof. Schirrmacher: „Das gab es noch nie!“

Schirrmacher kommentierte: „Es war wirklich erhebend und einmalig, die mir von klein auf vertraute Lieblingsmusik meiner Mutter, ‚“Jesus, meine Freude“‘, im Petersdom zu hören. Ein protestantischer Chor als Teil einer Papstmesse, dazu sehr freundliche Worte des Papstes zur Begrüßung, das gab es noch nie.

Es war ein gelungener Abschluss zur Tagung in der Päpstlichen Akademie mit ökumenischer Beteiligung.“

Info-Links:
Thomaner-Chor: http://www.lvz-online.de/kultur/news/leipziger-thomanerchor-singt-bei-messe-im-vatikan-papst-franziskus-bedankt-sich/r-news-a-195295.html
Tagungs-Programm: http://www.bucer.de/fileadmin/dateien/Dokumente/BQs/zu_BQ200-299/zu_BQ262/Conference_and_Irish_College_Information_Packet.pdf
Detaillierte Rednerliste: http://www.bucer.de/fileadmin/dateien/Dokumente/BQs/zu_BQ200-299/zu_BQ262/Confirmed_Speakers-1.pdf

Quelle für Text und Fotos:  http://www.bucer.org/bq.html


Steht die Christenheit in Syrien vor dem Untergang?

Der seit zwei Jahren anhaltende Bürgerkrieg in Syrien ist zur „Hölle“ geworden. Besonders die christliche Minderheit leidet unter den Kämpfen zwischen dem Regime von Diktator Baschar Al-Assad und Aufständischen, zu denen auch zahlreiche islamische Extremisten gehören.

So hat der Chef des Terrornetzwerks El Kaida, Aiman al-Sawahiri, die Kämpfer aufgerufen, nach dem Sturz Assads einen islamischen „Gottesstaat“ zu schaffen. Bis zu 6000 ausländische Islamisten kämpfen in Syrien; darunter sollen mehrere Dutzend Deutsche sein. 

Orientalische Ikone

Orientalische Ikone

Christen werden von muslimischen Extremisten als Verbündete Assads wahrgenommen, weil sie unter dem sozialistischen Regime relative Glaubensfreiheit genossen. Kirchenleiter befürchten eine Auslöschung des Christentums in dem Land, in dem einst der Christenverfolger Saulus zum Völkerapostel Paulus wurde.

„Zeit der Rache“ an Christen

Mehr als 70.000 Tote hat der Bürgerkrieg bisher gefordert. Über vier Millionen Menschen  –  etwa ein Viertel der Bevölkerun  –  sind auf der Flucht; davon befinden sich 1,25 Millionen im Ausland, vor allem in der Türkei, dem Libanon und Jordanien. Allein vom 5. bis 8. April sind etwa 500 Syrisch-Orthodoxe in die Türkei geflohen. Sie finden vor allem in der Nähe des Klosters Mor Gabriel im anatolischen Tur Abdin Zuflucht.

In Syrien sind Christen teilweise brutaler Gewalt ausgeliefert. Sie werden von Islamisten enthauptet oder entführt, Frauen werden vergewaltigt, Kirchen und christliche Einrichtungen zerstört. Das berichten übereinstimmend die assyrische Nachrichtenagentur AINA, der Christliche Hilfsbund im Orient (Bad Homburg) und der Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland (ZOCD) mit Sitz in München.

Nach Angaben des Hilfsbunds haben Aufständische seit Karfreitag eine Offensive in Aleppo begonnen. Die „Zeit der Rache“ an Christen komme näher, weil sie als Unterstützer Assads gälten.

Fatwa erlaubt Vergewaltigungen

Wie der Ökumene-Beauftragte der Syrisch-Orthodoxen Kirche von Antiochien in Berlin, Amill Gorgis, in einer Mitteilung des ZOCD schreibt, sei die „Freie Syrische Armee“ (FSA), die Assad stürzen will, zum Teil von der Muslimbruderschaft unterwandert. Sie sei jedoch nicht so radikal und christenfeindlich wie die Salafisten und andere islamistische Gruppierungen, die Syrien als Schauplatz für ihren sogenannten „Heiligen Krieg“ betrachteten. Sie hätten in eroberten Städten die Scharia eingeführt und praktizierten Selbstjustiz. Christen gälten als „Menschen zweiter Klasse“. So hätten die Extremisten eine Fatwa (islamisches Rechtsgutachten) erlassen, die es muslimischen Kämpfern erlaube, unverheiratete Christinnen zu vergewaltigen.

Der Armenisch-Orthodoxe Patriarch von Jerusalem, Nourhan I., befürchtet, dass das Ende des Christentums in Syrien bevorsteht. Das Töten habe bereits begonnen. Der Menschenrechtsbeauftragte der Weltweiten Evangelischen Allianz, Prof. Thomas Schirrmacher, sieht einen „Massenexodus“ der rund 2,3 Millionen Christen voraus.

Von den 21 Millionen Einwohnern Syriens waren vor dem Bürgerkrieg 90 Prozent Muslime und 6,3 Prozent Christen, davon jeweils drei Prozent Katholiken und Orthodoxe plus kleine Gruppen von Protestanten. Die übrige Bevölkerung bestand aus Nichtreligiösen oder Anhängern anderer Religionen.

Quelle: http://www.idea.de


ZDF zeigt an Karfreitag sehenswerten Film zur Christenverfolgung im Nahen Osten

An Karfreitag zeigt das ZDF zur besten Sendezeit um 19:30 Uhr eine 45-minütige Dokumentation zur Christenverfolgung mit Schwerpunkt auf die Lage in den nahöstlichen Ländern Syrien und Ägypten.

Autorin und Regisseurin ist Andrea Oster, die dazu mehrere nahöstliche Länder mit Filmteams bereist hat.

Die Doku setzt mit der Frage ein, ob nicht mit der Kreuzigung Jesu selbst dem Christentum die Verfolgung vorgegeben wurde und zeichnet die Geschichte der Verfolgung nahöstlicher Kirchen nach, bevor zur Gegenwart christliche Flüchtlinge und Kirchenführer und Experten befragt werden. 

Foto: Petrusbruderschaft

Foto: Petrusbruderschaft

Zu den Experten der Sendung gehören der Sonderberichterstatter für Religionsfreiheit der UN, Prof. Heiner Bielefeldt, der kath. Neutestamentler Prof. Thomas Södig und der evanglikale Religionssoziologe Prof. Thomas Schirrmacher.

Schirrmacher, der das Filmteam zeitweise begleitete, zeigte sich beeindruckt von dem differenzierten Fachwissen und dem Einfühlungsvermögen etwa gegenüber traumatisierten Flüchtlingen. „Das wird eine wirklich gediegene und dem Sendetermin an Karfreitag angemessene Dokumentation, die zum Vorbild für andere Fernsehbeiträge werden könnte.“

Quelle: http://www.bucer.org/bq.html

Der folgende Text ist der Webseite des ZDF entnommen:

Gefährlicher Glaube  –  2000 Jahre Christenverfolgung

Im Jahre 30 unserer Zeitrechnung wird auf dem Richtplatz von Jerusalem ein Mann gefoltert und ans Kreuz genagelt. Es ist die qualvollste Todesart für einen Verurteilten. Die Anklage lautet auf Volksverhetzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt.

Seine Anhänger sahen in ihm einen Propheten, ja sogar den von den Juden lang erwarteten Messias und Erlöser. Sie waren überzeugt, dass er Frieden und Heil in die Welt bringen würde. Was mit einem Dutzend Jüngern begann, wurde nach dem Tod des Jesus von Nazareth zu einer Bewegung, die den gesamten Mittelmeerraum erfasste. Durch nichts ließ sie sich aufhalten. Aus den ersten drei Jahrhunderten sind uns Geschichten überliefert von Menschen, die für ihren Glauben an Christus freiwillig in den Tod gingen.

Die Christenverfolgungen der römischen Herrscher waren an Grausamkeit kaum zu überbieten, so erzählen es die Chronisten von damals. Christen wurden bei lebendigem Leibe im Zirkus verbrannt, in Tierfelle eingenäht, den Löwen zum Fraß vorgeworfen oder, wie Jesus, ans Kreuz genagelt.

Heute ist das Christentum mit 2,2 Milliarden Menschen die mitgliederstärkste Religion der Welt, nahezu jeder dritte Erdenbürger ist Christ. Noch vor wenigen Jahren galten Christenverfolgungen, zumindest in der westlichen Welt, als Geschichten aus längst vergangenen Zeiten, bestenfalls als Vorlage für Romane oder Spielfilme. Doch das hat sich in der jüngsten Vergangenheit dramatisch verändert. Immer häufiger sieht man in den Nachrichten aus dem Nahen und Mittleren Osten brennende Kirchen, misshandelte und flüchtende Menschen. Die meisten von ihnen sind Christen.

Vertreter der christlichen Kirchen, Menschenrechtsorganisationen, aber auch Politiker verwenden zunehmend das Wort „Christenverfolgung“ und warnen vor der zunehmenden Fundamentalisierung und Radikalisierung insbesondere in den islamischen Staaten. Die Opfer berichten von Diskriminierungen und Misshandlungen sowie unterlassener Hilfeleistung durch die jeweiligen Staatsorgane.

Die Dokumentation geht der Frage nach, was Christenverfolgung ist. Hat sie ihre Wurzeln bereits in der Bereitschaft Jesu, für seine Überzeugung zu sterben, und darin, dass er dies auch von seinen Anhängern erwartet? Warum verfolgen Menschen einander um des Glaubens Willen? Gibt es Parallelen zur heutigen Situation in der Geschichte? Wie ist das Christentum selber in den vergangenen fast 2000 Jahren mit Gewalt, Andersglaubenden und Andersdenkenden umgegangen? Was passiert, wenn Politik, Staat und Religion eine Verbindung eingehen?

Das Filmteam besuchte im Nahen Osten Orte, in denen Jahrtausende alte christliche Glaubenstraditionen verankert sind und bis heute gelebt werden. Es kommen Menschen zu Wort, die Gewalt am eigenen Leibe erfahren haben. Flüchtlinge, die aus Angst vor der aktuellen Situation ihre Heimat verlassen haben.


Erika Steinbach (CDU): Gemeinsam mit IGFM und „Open Doors“ für verfolgte Christen weltweit eintreten

Zum Thema verfolgte Christen und dem Einsatz für Religionsfreiheit hat die CDU/CSU-Bundestagsfraktion eine Diskussionsrunde mit Experten, dem Hilfswerk Open Doors und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte durchgeführt.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Erika Steinbach (siehe Foto), in einer heutigen Pressemitteilung:

Foto: CDU Hessen

Foto: CDU Hessen

„Die CDU/CSU wird auch in Zukunft der politische Ansprechpartner für die Anliegen verfolgter Christen sein. Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit bleibt Schwerpunkt unseres menschenrechtspolitischen Wirkens. Eine Zusammenarbeit mit Nichtregierungsorganisationen und der gesamten Zivilgesellschaft ist dabei für uns unerlässlich.

Der jährlich erscheinende Weltverfolgungsindex des überkonfessionellen christlichen Hilfswerkes Open Doors belegt die dramatische Lage der derzeit rund 100 Millionen aufgrund ihres Glaubens verfolgten Christen.

Die Bilanz unserer menschenrechtspolitischen Arbeit ist beachtlich. Die Öffentlichkeit beginnt sich intensiv mit den Themen Christenverfolgung und Religionsfreiheit auseinanderzusetzen, nicht zuletzt weil unser Fraktionsvorsitzender Volker Kauder persönlich mehrfach Reisen nach Ägypten unternahm und mit den neuen ägyptischen Machthabern offene Gespräche über die Lage der christlichen Minderheit führte. Dafür gilt ihm unser Dank.

Mit der Gründung des „Stephanuskreises“ ist es Ute Granold (MdB) gelungen, das Thema über alle fachpolitischen Grenzen hinweg in unserer Fraktion inhaltlich und institutionell zu verankern.

Vor dem Hintergrund des Antrages der christlich-liberalen Koalition „Religionsfreiheit weltweit schützen“ unterrichtete die Bundesregierung den Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe in dieser Legislaturperiode regelmäßig über die Situation religiöser Minderheiten in vielen Teilen der Erde. Die Solidarität mit allen diskriminierten religiösen Minoritäten ist für uns selbstverständlich.

Dabei ist die wissenschaftliche Expertise von Professor Thomas Schirrmacher  –  Direktor des Internationalen Institutes für Religionsfreiheit der Evangelischen Allianz  –  für unser Engagement eine unentbehrliche Grundlage. IGFM_Logo_blau_R32 G90 B165

Die unermüdliche Arbeit von Open Doors und der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte ist ein wesentlicher Beitrag, um die Öffentlichkeit für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Es bedarf der gemeinsamen Anstrengung. Wir werden der Verfolgung von Christen nicht tatenlos zuzuschauen, sondern immer wieder deutlich signalisieren: Wir stehen den Christen in schwierigen Situation weltweit bei.“

CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag
Platz der Republik 1, 11011 Berlin
fraktion@cducsu.de
http://www.cducsu.de


Experten kritisieren liberales Prostitutionsgesetz, das Menschenhandel und Ausbeutung begünstigt

„Menschenhandel –  die Rückkehr zur Sklaverei“

Keiner hatte damit gerechnet, daß das S-Forum der Neuen Stadtbücherei Augsburg für die Podiumsdiskussion „Menschen handeln Menschen“ unter der Schirmherrschaft des Augsburger Oberbürgermeisters zu klein sein würde.

Neben einem internationalen Experten waren fünf Augsburger Fachleute eingeladen, die ein breites Spektrum von Stadt und Polizei, Migrationsrat und Sozialarbeiter, Hilfsorganisationen und Kirchen repräsentierten und von Moderator Kurt Idrizovic gekonnt befragt und ins Gespräch gebracht wurden.

Auffällig war, daß sich alle Experten aus verschiedenem Hintergrund, die sonst selten einer Meinung sind  –  Forscher, Polizeioffizier, Sozialarbeiter, Innenbehördenleiter, Pfarrer und Migrantenvertreter, dabei auch Vertreter von CSU und SPD  –  darin einig waren, daß das Prostitutionsgesetz von 2002 die Bekämpfung von Menschenhandel durch sexuelle Ausbeutung enorm erschwert hat und dringend geändert oder abgeschafft werden muß.

Man habe zwar die Unabhängigkeit und die Absicherung der Prostituierten stärken wollen, aber für die große Masse der Prostituierten genau das Gegenteil erreicht.

Die Kontrolle der Szene durch die Polizei fast unmöglich geworden

Für die Ermittlungsbehörden sei eine Kontrolle des Milieus fast unmöglich geworden und der Umstand, daß die Prostituierten jetzt überwiegend Angestellte mit Arbeitsverträgen seien, gebe den Zuhältern im Gegensatz zu früher ein legales Arbeitgeber-Weisungsrecht. Das mache es praktisch unmöglich, festzustellen, ab wann Prostituierte zu Handlungen gezwungen würden.

Das Eingangs-Statement von Prof. Dr. Dr. Thomas Schirrmacher, Autor des Buches „Menschenhandel. Die Rückkehr der Sklaverei“, ließ an Deutlichkeit nicht zu wünschen übrig:

„Während die klassische Sklaverei in der westlichen Welt durch die erste große Menschenrechtskampagne der Weltgeschichte abgeschafft wurde, fehlen den Sklaven und Sklavinnen von heute die großen Fürsprecher, wie sie sich etwa in der Klimadebatte finden. Für die meisten Medien ist gerade einmal das unappetitliche Zwangsprostitutionsgewerbe eine Meldung wert, die dann immerhin ein wenig Schock, Abscheu oder Nervenkitzel auslöst.

Fast alle Länder der Erde haben harte Gesetze und Strafen gegen Vergewaltigung, Folter und Entführung. Zwangsprostitution umfasst alle drei Verbrechen gleichzeitig, wird aber viel nachlässiger behandelt, kaum ermittelt und gelinde bestraft. Und auch den Freiern müsste klar sein, dass sie sich mit großer Wahrscheinlichkeit an solchen Delikten beteiligen.“

Stadtrat Dr. Volker Ullrich will sich auch auf Landes- und Bundesebene dafür einsetzen, daß das derzeitige Prostitutionsgesetz auf den Prüfstand kommt.

Einwanderer werden oft von eigenen Landsleuten versklavt

Sait Icboyun, Sprecher des Fachforums Migration der SPD Augsburg, verwies darauf, daß Migranten überdurchschnittlich häufig Opfer seien, wobei sie häufig von eigenen Landsleuten versklavt würden.

Helmut Sporer, Leiter des Kommissariats 1 der Kriminalpolizei Augsburg, teilte mit, daß viele der 1500 bis 2000 Prostituierten, die sich jedes Jahr in Augsburg aufhalten, Opfer von Menschenhändlern seien. 80 Prozent von ihnen kämen aus dem Ausland, vor allem aus Südosteuropa.

Häufig stünden Zuhälterorganisationen hinter den Frauen, was aber aufgrund des geltenden Prostitutionsgesetzes schwer ermittelt werden könne. „Die Frauen funktionieren und sind eingeschüchtert von den Zuhältern. Dass eine von ihnen selbst Anzeige erstattet, kommt so gut wie nie vor“, sagte Sporer.

Das geltende Recht sei eine „Scheinregulierung“, denn Zuhälter hätten nun ganz offiziell die Rechte und Weisungsrechte von Arbeitgebern gegenüber Prostituierten.

Laut Soni Unterreithmeier vom bayrischen Zweig des Vereins Solwodi e.V., der Opfern von Zwangsprostitution und anderen gefährdeten Frauen zu helfen versucht, gibt es für junge Frauen teils schriftliche Anweisungen, wie sie sich im Fall einer Razzia im Bordell zu verhalten haben.

Viele der Prostituierten wurden von Schleppern mit dem Versprechen eines soliden Berufs nach Deutschland gelockt und fänden sich unversehens im Rotlicht-Milieu wieder.

Pastor Klaus Engelmohr vom projekt_X Augsburg, der Initiator der Veranstaltung, forderte anschließend Interessierte auf, einen ad-hoc-Arbeitskreis quer durch die Gesellschaft zu bilden, um zu überlegen, was man gemeinsam in Augsburg tun und wie man Druck auf die Politik ausüben könne, damit etwas geschieht.

Quelle: http://www.bucer.org/138.html?&tx_ttnews[tt_news]=1839&cHash=fc9a8f5cfe7cfe9f33ab9a4caddf584c