Bischof Felix Genn verteidigt Teilnahme eines AfD-Vertreters auf dem Katholikentag

Wie das Webportal „katholisch.de“ berichtet, haben die Veranstalter des Katholikentags in Münster die Teilnahme eines AfD-Politikers gegen die zum Teil heftige Kritik verteidigt.

Es geht um den religionspolitischen Sprecher der Partei, Volker Münz, der ebenso wie die kirchenpolitischen Sprecher der anderen, im Bundestag vertretenen Fraktionen zu einer Podiumsdiskussion am Freitag eingeladen wurde.

Die Teilnahme des Vertreters der Linkspartei sorgte hingegen in der Öffentlichkeit nicht für kontroverse Debatten.

Der Münsteraner Bischof Felix Genn (siehe Foto) erklärte in einem Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur: „Natürlich unterstütze und verstehe ich Forderungen nach einer sehr kritischen Haltung gegenüber der Partei.“ – Er fügte hinzu: „Aber als Demokraten sollten wir doch einem einzigen AfD-Vertreter die Möglichkeit geben, hier mit zu diskutieren.“

Ähnliche Äußerungen kamen vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), das den Katholikentag vom 9. bis 13. Mai veranstaltet. Dessen Präsident Thomas Sternberg sagte im KNA-Interview, eine Ausladung von Volker Münz würde der AfD die Chance bieten, „sich als Märtyrer zu inszenieren“.

Quelle für die Zitate: http://katholisch.de/aktuelles/aktuelle-artikel/genn-und-sternberg-verteidigen-afd-teilnahme


Fulda: Bischof Algermissen gegen die Einführung eines islamischen Feiertags

Der Bischof von Fulda, Heinz-Josef Algermissen, hat sich zur aktuellen Debatte über eine mögliche Einführung eines islamischen Feiertages in Deutschland kritisch geäußert.

Gegenüber der katholischen Zeitung „Die Tagespost“ (DT) fragte der Bischof kritisch: „Wie würden islamische Staaten reagieren, wenn katholische Christen dort versuchten, etwa das Fest Fronleichnam mit einer Prozession zu feiern? Oder Weihnachten und Ostern in islamischer Öffentlichkeit?“ 

BILD: Bischof Algermissen (Mitte) und DT-Redakteurin Regina Einig (links) auf dem Kongreß „Freude am Glauben“

In Deutschland gebe es dank seiner christlichen Prägung einen anderen Tolerenzbegriff als in muslimischen Ländern. Darum könne man hierzulande mehr zulassen als dort. Doch mahnt der Bischof dazu an: „Indes darf das nicht bis zum Verlust unserer Identität und Prägung und bis zur Selbstaufgabe führen.“

Darum sei er gegen die Einführung eines islamischen Festes in Deutschland.

Die Debatte war auslöst worden durch Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) und des ZdK-Präsidenten Dr. Thomas Sternberg; dieser sprach sich für eine Berücksichtigung der muslimischen Festkultur in den Regionen aus, wo es viele Muslime gebe.

Quelle: http://www.kathnews.de/nein-zum-muslimischen-feiertag

HINWEIS: Auch die CSU hat sich vehement gegen einen allgemeinen islamischen Festtag geäußert und das ZdK scharf kritisiert: https://charismatismus.wordpress.com/2017/10/18/csu-entschieden-gegen-muslimische-feiertage-scheuer-aeussert-scharfe-kritik-am-zdk/

Foto: Felizitas Küble


Losung und Lösung für die Kirchenkrise: Nicht Anpassung, sondern Umkehr

Von Prof. Dr. Hubert Gindert

Das Stück, das auf der Weltbühne gespielt wird, trägt den Titel „Gott oder der Widersacher“. Man könnte das Thema ebenso gut „Wahrheit oder Lüge“ nennen. Dass Gott für das eine, der Widersacher für das andere steht, wird in der Antwort Jesu an Pilatus unterstrichen: Dazu bin ich auf die Welt gekommen, um für die Wahrheit Zeugnis abzulegen (Joh 18,37).

In diesem Theater spielen jene, die in Politik, Wirtschaft oder in den Medien für „mächtig“ ausgegeben werden oder sich dafür halten, die Rolle von Komparsen. Sie sind aber nicht unwichtig, wenn sie sich von der einen oder der anderen Seite in Dienst nehmen lassen.

BILD: Prof. Gindert leitet den Dachverband „Forum Deutscher Katholiken“ und den Kongreß  „Freude am Glauben“

Gibt es die Wahrheit und kann man sie erkennen?

„Die Tragödie der neuzeitlichen Philosophie besteht“, so der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer „in der sukzessiven Fesselung der Vernunft und der Depotenzierung ihrer Wahrheitsfähigkeit“ (Tagespost v. 15.4.17) .

Joseph Ratzinger hat sein Leben lang für die Entfesselung der menschlichen Vernunft und für die Wahrheitsfähigkeit der Vernunft gekämpft und auf die „Diktatur des Relativismus“ hingewiesen. In seiner viel beachteten Rede an der Sorbonne 1988 sagte er: „Im Christentum ist Aufklärung Religion geworden“: „Die biblische Botschaft ist die Kraft der Entmytologisierung und Entdivinisierung (Entgöttlichung) aller vorletzten Wirklichkeiten“.  – Die moderne Philosophie, die in der Wahrheitsfrage abgedankt hat, lässt den Menschen im Stich.

Der Relativismus, wonach alle Aussagen gleichen Rang haben, schafft Verwirrung. Chaos ruft aber nach Ordnung. Diese geschieht durch die „Sprachpolizei“. Sie legt fest, was gesagt werden darf und was nicht  (vgl. Tagespost v. 11.4.17).

Der „große Bruder“, der die Auslegung und die Umdeutung der Wirklichkeit festlegt, existiert. Im Kampf um das Interpretationsmonopol sind hart erkämpfte bürgerliche Grundfreiheiten, wie die Meinungs-, Rede-, Religionsfreiheit und das Recht auf friedliche Demonstration in Gefahr. Wer aus seinem Elfenbeinturm heraustritt und sie praktiziert, bekommt das zu spüren.

Hierzu einige Beispiele:

Wer gegen die Genderideologie auftritt und sie, wie der Evolutionsbiologe Prof. Dr. Ulrich Kutschera, der an der Universität Kassel und Stanford (USA) lehrt, als „universitäre Pseudowissenschaft“ bezeichnete, bekam deswegen an der Uni Marburg Redeverbot. Gegner der „Frau-Gleich-Mann-Irrlehre“ werden mangels Gegenargumente als „Frauenfeind“, „rechtsradikale Unmenschen“ etc. diskreditiert.

Das geschieht heute an Unis, die sich immer die Freiheit des Denkens und Sprechens auf ihr Panier geheftet hatten. Prof. Kutschera formulierte seine Erkenntnisse folgendermaßen: „Eine Meinungsfreiheit, wie sie im Grundgesetz verankert ist, kann ich derzeit in Deutschland kaum mehr erkennen“ und weiter: „Leider sind inzwischen nahezu alle deutschen Leitmedien ideologisch gleichgeschaltet.“ (Kath.net im April 2017)

Die Genderideologie wird mit mehr „substantielle Gleichheit“ zwischen Männern und Frauen verkauft und bereits in Kindergärten und staatlichen Pflichtschulen unter dem Etikett „Sozialerziehung“ Kindern eingeimpft. Wer dagegen friedlich demonstriert, kann das nur unter massivem Polizeischutz tun. Medien werden nicht darüber berichten.

In der Genderideologie geht es nicht um die Beseitigung der Diskriminierung von Frauen. Tatsächlich geht es um Selbstbestimmung des Geschlechts entgegen der Schöpfungsordnung, wo es heißt: „Als Mann und Frau schuf er sie“ (Genesis 1,26).

Papst Paul VI. hat in der Generalaudienz vom 15. September 1972 erklärt: „Das Böse ist nicht nur ein Mangel, sondern es ist eine wirkende Macht, ein lebendiges, geistiges Wesen… Wir werden sein unheilvolles Wirken überall dort vermuten können, wo die Leugnung Gottes radikale, scharfe und absurde Formen annimmt, wo die Lüge sich heuchlerisch und mächtig gegen die offenkundige Wahrheit behauptet.“ (Vgl. Schweizerisches katholisches Sonntagsblatt, 9/2017, S. 4)

In Selbstzensur berichten die „Qualitätsmedien“ sowie der öffentlich-rechtliche Rundfunk und das Fernsehen nicht darüber, wenn tausende für das Lebensrecht ungeborener Kinder auf die Straße gehen, selbst wenn es 7500 Teilnehmer wie 2016 in Berlin sind.

Durch die Möglichkeit zur Abtreibung werden Frauen vom Gebärzwang befreit, heißt die Parole. Das ist eine Lüge: Tatsächlich tragen viele Frauen psychische Schäden und ein Leben lang Selbstvorwürfe nach der Abtreibung mit sich herum. Der Gesellschaft aber fehlen durch die praktizierte Massenabtreibung Lehrer, Facharbeiter, Ärzte, Krankenpfleger, aber auch Priester und Seelsorger…

Unwahrheit, verkleidet in humanitäre Worthülsen, findet sich auch bei den Bestrebungen, die Leihmutterschaft zu legalisieren. In Deutschland wird zur Zeit eine Lockerung des Verbots der Leihmutterschaft diskutiert. Die Forderung wird mit ungewollter Kinderlosigkeit bei Ehepaaren und auch bei lesbischen und homosexuellen Paaren begründet. Das Kind wird zu einem „Objekt des Rechtsgeschäftes“.

Der Druck steigt, weil alles medizintechnisch Machbare in einer säkularen Gesellschaft ethisch nicht mehr nachgefragt wird. Wie die Frau, die ein Kind für andere austrägt, damit zurechtkommt oder das Kind, das evtl. nie seine wahre Identität erfährt, damit fertig wird, interessiert nicht. Eine „uneigennützige“ Leihmutterschaft ist in Wahrheit die Ausbeutung einer Frau und eine neue Form moderner Sklaverei, die aber auch von Feministinnen toleriert wird.

In einer moralisch geschwächten Gesellschaft, die Selbstverwirklichung und das Vergnügen zum obersten Ziel erhebt, ist auch die Widerstandskraft gegen Gefahren von außen geschwächt. Das lässt sich an der Bedrohung durch den Islam deutlich machen. Der französische Schriftsteller Michel Houellebecq schildert in seinem 2015 erschienenen Buch „Unterwerfung“ (Soumission) die Selbstaufgabe der westlichen Gesellschaft vor dem Islam.

Das Nachrichtenportal Kath.net macht dies an einem Beispiel aus unseren Tagen deutlich (13. April 2017):

Eine saudische Frau mit Namen Dina Ali Lasloom versuchte, über die Philippinen nach Australien zu fliehen und dort Asyl zu beantragen. Darauf steht in Saudi Arabien die Todesstrafe. Dina Ali wollte aus einem Land fliehen, das für Frauen einem Gefängnis gleicht, wie sie es selber auf Twitter formulierte. Mit einem Video richtete sie Hilferufe an die Öffentlichkeit, weil Gefahr bestand, dass sie in Manila/Philippinen den saudi-arabischen Behörden überstellt wird. Trotz ihrer Hilferufe kam es zu keinem Protest von Politiker/innen oder zu Appellen von Menschenrechtsorganisationen oder zu einem Aufschrei der Feministinnen.

Ein weiteres Beispiel für die Selbstunterwerfung unter den Islam liefert der ägyptische Politologe Hamed Abdel-Samad. Er hat an der Uni Augsburg studiert und wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet. Als er einen islamkritischen Vortrag an der Universität Augsburg und der Ludwig-Maximilians-Universität in München halten wollte, wurde ihm das verwehrt: „Wenn ein Islamkritiker an Unis unerwünscht ist“ (Augsburger Allgemeine Zeitung, 27.10.2016).

Günther Klempnauer hat in seinem Artikel „Das ist die Dekadenz des Denkens“ (Tagespost v. 31.12.2016) über die Bedrohung durch die Islamisten geschrieben: „Hätten wir von Anfang an klare Regeln gezeigt und den Islamisten den Riegel vorgeschoben, wäre es anders. Abe wir haben geglaubt, die ganze Welt bestehe aus Humanisten. Wir haben zugelassen, dass im Namen der Toleranz die Intoleranten ihre Strukturen aufbauen konnten. Das war unsere Schwäche“.

Wenn die Würde des Menschen und sein Leben bedroht sind, wird auch nach der mahnenden Stimme der Kirche gerufen. Die Menschen erwarten, dass sie ihre Stimme erhebt, wenn sittliche Fragen, Gerechtigkeit, die Familie als Grundlage der Gesellschaft gefährdet sind.

Die katholische Kirche in Deutschland ist aber vor allem mit dem strukturellen Umbau beschäftigt. Es werden Großraumpfarreien geschaffen. Den Anfang machte das Erzbistum Berlin. Der Vorwand für die neuen Verwaltungseinheiten ist der Priestermangel. Das ist ein vorgeschobener Grund. Denn lt. der Statistik der Deutschen Bischofskonferenz kamen „1990 auf einen aktiven Priester 316 aktive Gläubige, im Jahr 2014 nur noch 181“.

Tatsächlich liegt der Umstrukturierung ein neues Kirchengemeindebild zugrunde. Pfarrer Michael Theuerl hat es unter die Lupe genommen (Kath.net v. 11.4.2017). Die Großpfarreien werden von Pastoralausschüssen mit einem Leiter/Moderator vorbereitet. In den anderen Gremien, „bestehend aus wenigen Priestern und vielen Laien, hat jeder eine gleichberechtigte Stimme“.

Dieser Auffassung liegt die Ideologie zugrunde, „dass in der Kirche alle gleich sind und folglich alle das Gleiche zu sagen haben“. Der Unterschied zwischen allgemeinem und Weihepriestertum wird verwischt. Es ist die Absage an die Hierarchie und die Anpassung an die Forderung „mehr Demokratie in der Kirche“.

Dieser Demokratisierung wird sprachlich der Weg geebnet mit Forderungen wie „Wertschätzung aller“ und nach „angstfrei“, „Ergebnis offener Diskussion auf Augenhöhe“ und „ohne Denkverbote“.

Der Berliner Pastoralplan „Wo Glaube Raum gewinnt“ hat nach Pfarrer Theuerl zu einer „Dezimierung und Marginalisierung der Priester“ geführt. Ob die neue Großraumpastoral zu mehr Priesterberufungen führt und zu einer Beheimatung der Gläubigen in der Pfarrei, kann bezweifelt werden.

In der Diözese Trier werden z.Zt. ebenfalls neue Pfarreinheiten eingeführt. Aus 887 Pfarreien, die in 172 Pfarreiengemeinschaften zusammengefasst sind, werden nach der beschlossenen Umstrukturierung 35 Großpfarreien übrig bleiben. In diesen „Pfarreien der Zukunft“ haben die Laien mehr „Mitbestimmungsrechte“ mit „Verkündigung und Predigt in unterschiedlichen Gottesdienstformen“.

Die „weitreichende Öffnung“ der Kirche von Trier hat Bischof Stephan Ackermann akzeptiert, in dem er schon früher ankündigte, sich an die Trierer Synodenbschlüsse zu halten. (SWR-Beitrag, 24.März 2017)

Anstatt nach den Ursachen des Rückgangs von Priesteramtskandidaten an den theologischen Fakultäten zu fragen oder allgemein die Ursachen des Glaubensschwundes unter die Lupe zu nehmen, schafft man neue Leitungsgremien für Superstrukturen.

Die Vertreter der „Kirche von unten“ und des Kirchenvolksbegehrens von 1995 haben ihre Sympathisanten auch in den neuen Strukturen. Sie können ihre Ziele jetzt ganz demokratisch per Abstimmung erreichen.

Wie wird es weitergehen?

Der Erzbischof der Diözese München und Freising, Kardinal Marx, hat für seine Diözese ein Zukunftsmodell angekündigt, das Parallelen zu Berlin und Trier aufweist. Auch bei dieser Konzeption soll den Laien mehr Rechte eingeräumt werden.

Wenn die Kirche in Deutschland Zukunft haben soll, kommt tatsächlich auf die Laien eine größere Verantwortung zu. Wir sollten sie nicht vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und den ihm angeschlossenen Verbänden, wie dem BDKJ oder den katholischen Frauenverbänden, erwarten.

Ein Neubeginn setzt voraus, die Worte Jesu zu Beginn seines öffentlichen Wirkens wieder ernst zu nehmen: Kehrt um und glaubt an das Evangelium.

Zu diesem notwendigen Umdenken gehört die Bekehrung, konkret die Wiedergewinnung des Bußsakramentes. Mit ihm steht und fällt eine Neuevangelisierung.

Prof. Dr. Thomas Sternberg, der Vorsitzende des ZdK, sieht das ganz anders. In einem Interview mit der slowakischen Internetzeitung „Postoj“ erklärte Prof. Sternberg auf die Frage: „In Ihrem ZdK kennen sie keinen Menschen, der zur Beichte gehen würde?“ –  Sternberg: „Nein, ich kenne niemanden.“

Der ZdK-Chef sagte weiter: „Deutschland ist darin wirklich ganz anders. Das Bußsakrament ist eigentlich verschwunden. In Deutschland beichten nicht mal die frömmsten Katholiken“.  – Auf die Frage von „Postoj“: „Aber wie dürfen die Leute, die nicht mehr beichten gehen, die Eucharistie empfangen?“ Darauf Sternberg: „Wir sehen den Zusammenhang zwischen und Beichte und Eucharistie nicht mehr so“. (Kath.net vom 13. April 2017)

Die erste Antwort Sternbergs ist leider eine Tatsachenfeststellung; die zweite beinhaltet eine neue Theologie.

Eine Neuevangelisierung braucht tatsächlich die „kleine Herde“, die den Mut hat, zum Glauben der Kirche zu stehen, ihn wieder zu verkünden und vorzuleben.


Zeitgeistig-politische Plakatwerbung für den Katholikentag 2018 in Münster

Von Felizitas Küble

Im nächsten Jahr findet der 101. Katholikentag in Münster statt. Bischof Dr. Felix Genn (siehe Foto) und ZdK-Generalsekretär Dr. Thomas Sternberg haben bereits die Werbeplakate für dieses Großereignis öffentlich vorgestellt. Die Poster sollen an alle 11.000 katholischen Pfarreien geschickt werden.

Wie man sich denken kann, wenn das reformkatholische ZdK mit der geistesverwandten Bistumsleitung Münster zugange ist, war es offenbar das erstrangige Anliegen, diese Reklame möglichst dem heutigen Mainstream anzugleichen und politisch ganz und gar „korrekt“ – also angepaßt – zu sein.

Und so kam es, wie es kommen „mußte“: Die in Münster vom Oberhirten präsentierten Plakate surfen samt und sonders auf der Zeitgeistwelle.

Hier kann man sie besichtigen: https://www.katholikentag.de/service/nachrichten/2017/hoffnungsvoll_und_widerspenstig_fuer_den_frieden.html

Schon die am meisten in der Öffentlichkeit kommentierte Werbung zeigt, wo es langgeht: Die amerikanische Polizei wird als Buhmann, als bedrohliche Macht dargestellt – und ihr „widersteht“ ein junge schwarze Frau. So ist die medientaugliche Schwarz-Weiß-Welt wieder voll im Lot.

Da schlägt das Herz höher, wenn die in Deutschland ohnehin weitverbreiteten Urteile und Vorurteile gegenüber den USA und speziell deren Polizei auf diese Weise bestätigt werden.

Bischof Genn: „Die Kirche ist nicht aus der Zeit gefallen“…

Auf der Katholikentags-Seite heißt es passenderweise:

„Die Werbelinie sei ein „Hingucker“,  findet denn auch der Bischof des gastgebenden Bistums Münster, Felix Genn“. Er fährt fort, die Plakatserie zeige: „Die Kirche sei nicht weltfremd und „aus der Zeit gefallen“, sondern sie steht mitten in dieser Welt. Gerade auch Menschen, die mit Kirche und Katholikentag wenig zu tun haben, sollten von diesem Erscheinungsbild angesprochen werden.“

Dies dürfte nicht schwerfallen, vor allem linke Medien dürften ihre helle Freude daran haben. Das gilt auch für die weiteren „Hingucker“, zB. das Poster mit zwei umweltbewegten Leuten, die sich innig umarmen etc.

Natürlich gibt es kein einziges Plakat, das sich etwa kritisch mit dem politischen Islam oder der kommunistischen Unterdrückung von Christen (zB. in Nordkorea, Rot-China, Kuba, Laos) befaßt oder diese auch nur andeutungsweise thematisiert, von der millionenfachen Abtreibung ganz zu schweigen  – stattdessen rollt die Zeitgeistwelle, US-Polizisten sind am Pranger, das linke Weltbild in Ordnung, alles paletti mit der rotgrünen „Friedensbotschaft“.

Ausführlicher Artikel zu diesem Thema HIER: https://charismatismus.wordpress.com/2017/03/23/katholikentagswerbung-geht-es-um-den-frieden-christi-oder-den-kampf-des-adlers/

Fotos: Cordula Mohr, Dr. Bernd F. Pelz


Katholikentag: Sogar SPD-Minister Maas kritisiert die Ausgrenzung der AfD

Das vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) verhängte Beteiligungsverbot für AfD-Politiker an Podien des Katholikentags stößt zunehmend auf Kritik. Es sei falsch, „wenn man die AfD wie Outlaws behandelt und nicht mit ihnen redet“, sagte Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) der Neuen Osnabrücker Zeitung. Es sei besser, „sich inhaltlich auseinanderzusetzen mit der AfD“.  1b309-zdklogoklein

Ähnlich hatte sich am Mittwoch bereits CDU-Bundesvorstandsmitglied Julia Klöckner geäußert. Der Katholikentag stehe zwar für Versöhnung, andererseits müßten dort auch „schwierige Meinungen“ ausgehalten werden, sagte Klöckner dem Kölner Domradio. „Deshalb sage ich: Ja, AfD einladen. Sie findet ja Anklang in der Bevölkerung, auch bei den Katholiken. Deshalb muß man sich mit ihnen auseinandersetzen.“

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) forderte eine Auseinandersetzung mit der AfD auch auf den Bühnen des Katholikentages. Es gehe darum, „auch dem Anderen, dem Fremden“ Raum zu geben. „Genau deshalb sollten wir mit der AfD reden und mit ihr streiten, wo immer es sein muß“, mahnte Grütters.

Dagegen verteidigte der Katholikentag den Ausschluß der AfD. Angesichts der vielfach „menschenverachtenden Thesen“ des AfD-Führungspersonals sei eine sachliche inhaltliche Auseinandersetzung nicht möglich, sagte ZdK-Chef Thomas Sternberg, der für die CDU im Landtag Nordrhein-Westfalens sitzt.

AfD-Chef Jörg Meuthen hatte die Nichteinladung seiner Partei kritisiert. „Ich finde die Entscheidung bedauerlich und falsch“, sagte Meuthen der JUNGEN FREIHEIT. „Die selektive Einladungspolitik des Zentralkomitees der deutschen Katholiken ist politisch motiviert. Anders ist es nicht zu erklären, warum man Vertreter der Islamverbände zum Katholikentag einlädt, um mit ihnen den Dialog zu suchen, nicht aber Mitglieder einer demokratisch gewählten Partei.“

Quelle: http://www.jungefreiheit.de


Der Katholikentag in Leipzig Ende Mai 2016 surft voll auf der Zeitgeistwelle

Mathias von Gersdorff

Die Deutsche Bischofskonferenz ruft zur Katholikentagskollekte am 21./22. Mai 2016 auf. Darf ein gläubiger Katholik diese Veranstaltung überhaupt unterstützen? 0653a-bildungsplan-demo-1-2-1448b12b252812529

Bei seiner Entscheidungsfindung sollte er jedenfalls beachten, dass als Veranstalter des Katholikentags das „Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK)“ fungiert. Dieses Gremium ist vor allem durch Positionen bekannt, die der katholischen Lehre widersprechen.

Beispielsweise hat das ZdK im Hinblick auf die Familiensynode im Herbst 2015 ein Positionspapier verabschiedet, in welchem praktisch die gesamte katholische Sexualmoral und die Lehre über Ehe und Familie abgelehnt wurde.

In der Stellungnahme „Zwischen Lehre und Lebenswelt Brücken bauen – Familie und Kirche in der Welt von heute“ wurden u. a. folgende Forderungen gestellt:

1. Eine positive moraltheologische Neubewertung von außerehelichen Partnerschaften.
2. Eine positive moraltheologische Neubewertung von künstlichen Verhütungsmitteln.
3. Für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften wurde die Einführung von liturgischen Segensfeiern gefordert.

Das Papier erzeugte weltweites Entsetzen im kirchentreuen Spektrum. Etliche deutsche Bischöfe distanzierten sich davon.

Beim Katholikentag selbst werden Veranstaltungen akzeptiert, in denen offen gegen die katholische Lehre polemisiert wird:

In der Podiumsdiskussion „Ehe für Alle? Zur Frage der Gleichstellung von homo- und heterosexuellen Paaren“ sprechen  der bekennende Homosexuelle Stefan Kaufmann MdB (CDU) und Manuela Sabozin vom „Netzwerk katholischer Lesben“ in Essen. 012_9

In der Werkstatt „Auch Lesben und Schwule werden älter. Was ist wichtig, was ist mir wichtig?“ treten Vertreter des Vereins „Homosexuelle und Kirche (HUK)“ auf. Ferner gibt es die Gesprächsrunde „Coming-Out als Kreuz-ung. Erfahrungsaustausch zwischen lesbischen Frauen“ mit Frauen des „Netzwerkes katholischer Lesben“.

BILD: Der Katholikentag 2015 in Regensburg (mitgeprägt von Bischof Rudolf Voderholzer)  war noch relativ gediegen –  und unser Christoferuswerk bzw. CHRISTLICHES FORUM mit einem großen Infozelt vertreten. Das Programm des diesjährigen Katholikentags in Leipzig hingegen bietet ein Sammelsurium rotgrüner und modernistischer Ansichten.

Welche Lesben im Kirchenapparat wird man wohl finden in „Beruflich im Dienst der Kirche – auch als lesbische Frau! Austausch unter lesbischen Frauen“.

Als durchgehendes Angebot wird es ein „Zentrum Regenbogen“ geben, betreut von den Vereinen „Initiative Kirche von unten“ „Netzwerk katholischer Lesben“ „Ökumenische Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche“. Diese Gruppen werden sogar einen Gottesdienst organisieren.

Auf der Veranstaltung „Wut auf ProfX“ will der „Lesben und Schwulenverband Deutschland“ Geschlechterstereotype hinterfragen. Der Arbeitskreis „Homosexuelle und Kirche“ wird wohl in „Wer sich treu bleibt, wandelt sich. Spirituelle Menschen lassen sich nicht verbiegen“ werben.

Dr. Michael Brinkschröder vom Europäischen Forum der christlichen LGBT-Gruppen wird „Einen anderen Blick auf die Bibel“ präsentieren. Einen „Erfahrungsaustausch für homosexuelle Männer“ gibt es in der Veranstaltung „Glaubensstark. Katholisch. Homosexuell“.

Besonders progressiv wird es sicherlich in „Lesbischwule Gottesdienstgemeinschaften als Basismodell“ vor sich gehen. Natürlich darf das Thema „Transsexualität im Spannungsfeld von Glaube und Bibel“ auf dem Katholikentag nicht fehlen.

Immer wieder  –  und nun auch vom neuen Präsidenten, Thomas Sternberg  –  wurde die kirchliche Anerkennung von „Donum Vitae“, der Beratungsstelle für Schwangere, gefordert, obwohl diese den sog. „Beratungsschein“ erteilen, der straffreie Abtreibungen ermöglicht.

Papst Johannes Paul II. hatte ausdrücklich angeordnet, keinen solchen Schein auszustellen, weshalb die deutschen Bischöfe aus dem staatlichen System der Schwangerschaftskonfliktberatung ausgestiegen sind. Daraufhin haben Mitglieder des ZdKs trotzig den Verein „Donum Vitae“ gegründet.

Diese Punkte bilden lediglich eine Auswahl der inakzeptablen Positionen des ZdKs aus der jüngsten Zeit. Geht man weiter in die Vergangenheit zurück, findet man noch viel mehr.

Unser Autor Mathias von Gersdorff aus Frankfurt leitet die Aktion „Kinder in Gefahr“ und schreibt seine aktuelle Beiträge u. a. hier: http://mathias-von-gersdorff.blogspot.de/