„Islam vs. Geschichte“: die Zerstörung historischer Kunstwerke durch Islamisten

Von Daniel Pipes

Englischer Originaltext: Islam vs. History
Übersetzung: H. Eiteneier
 
Die islamistische Zerstörung, die derzeit in Timbuktu im Gang ist (einschließlich des Grabes von Sidi Mahmoudou, gest. 955, und den Türen der Sidi Yahya-Moschee, ca. aus dem Jahr 1400), wirft eine Frage auf:
Was ist los mit dem Islam, dass er seine Anhänger so oft gegen das eigene Erbe wendet?
Man bedenke einige Beispiele:
Die Türen der Sidi Yahya-Moschee, gebaut ca. 1400, die erst am Ende der Zeit geöffnet werden sollten, wurden von den Islamisten heute kaputt geschlagen.
  • Die Zerstörung von Hindu-Tempeln im mittelalterlichen Indien.
  • Die Mameluken nutzten die Große Sphinx in Äypten für Schießübungen und die Große Pyramide als Steinbruch.
  • Die Zerstörung von Kirchen im nördlichen Zypern durch Türken seit 1974.
  • Die Zerstörung von Antiquitäten durch die Saudis in Mekka seit den 1990er Jahren.
  • Die Plünderung des Josefsgrabs durch Palästinenser im Jahr 2000.
  • Die Zerstörung der Buddhas von Bamiyan durch die Taliban 2001.
  • Der Bombenanschlag der Al-Qaida auf die Ghriba-Synagoge in Tunesien 2002.
  • Die Plünderung der irakischen Museen, Bibliotheken und Archive 2003.
  • Die Zerstörung eines historischen malaysischen Hindu-Tempels 2006.
  • Die Zerstörung des L’Institut d’Égypte 2011.

Zusätzlich könnten einige Absichten, Antiquitäten zu zerstören (Khomeini zog in Betracht Persepolis zu schleifen; ein Großmufti von Ägypten verbot die Ausstellung von Statuen) immer noch umgesetzt werden. (Andererseits erscheint die Story, dass Muslime die antike Bibliothek von Alexandria abbrannten, zweifelhaft.)

Obwohl diese Beispiele sowohl nicht muslimische als auch muslimische Artefakte beinhalten, unterscheiden sich die Motive in zwei Fällen: Die Überbleibsel von Ungläubigen zu beseitigen weist die „Überlegenheit“ des Islam nach, während muslimische zu beseitigen die „Überlegenheit“ des Islamismus beweist.

In beiden Fällen ist das Motiv widerlich und die Ergebnisse sind – historisch gesehen – tragisch.

Islamisten bei der Zerstörung des Jahrhunderte alten Schreins von Timbuktu.

Update: Raymond Ibrahim schreibt heute, dass die „Aufrufe zur Zerstörung der Großen Pyramiden Ägyptens beginnen“.

Der Artikel von Daniel Pipes samt Fotos erschien am 2. Juli 2012 hier: http://de.danielpipes.org/blog/2012/07/islam-vs-geschichte


Mali: Islamische „Bilderstürmer“ zerstören Bauten des Weltkulturerbes in der Sahara

Seit Tagen schon wüten in Timbuktu am Niger radikal-muslimische Salafisten bzw. Al-Kaida-Anhänger gegen islamische (!) „Heiligtümer“ am Südrand der Sahara.   In der evangelischen Nachrichtenseite „Jesus.ch“ gab es hierzu informative Erläuterungen von Islamkenner Heinz Gstrein, die wir auszugsweise wiedergeben:

Die Djingareyber-Moschee im Süden von Timbuktu. Auch in ihrer Nähe wurde ein Mausoleum eines Heiligen zerstört

Diese auch kunsthistorisch bedeutsamen Lehmbauten machten einst die Oasen-Stadt am Südrand der Sahara zum Ziel vieler Afrikaforscher. Kürzlich wurden sie sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt. Jetzt aber richtet der Bürgerkrieg in Mali das 1000-jährige Timbuktu zugrunde.

Radikale Politmuslime im Verband des nordafrikanischen Zweiges von Al-Kaida haben bereits die Hälfte der 16 berühmten Grabheiligtümer der Stadt zerstört. Jetzt machen sie auch vor ihren bienenstockähnlichen Moscheen nicht Halt.

Wie kommen aber Muslime dazu, islamische Sakralbauten zu vernichten?

Das totale Bilderverbot blieb im Islam bis heute aufrecht. Doch bald setzte sich die Verehrung heiliger Männer und Frauen an ihren Grabstätten durch. Dieser Kult kam ursprünglich aus der schiitischen Konfession, gelangte aber im islamisierten Afrika zu seiner größten Entfaltung. In der Volksreligion spielt das «Marabut» (Heiligengrab) eine weit grössere Rolle als jede Moschee.

Dagegen richtet sich seit bald 300 Jahren eine puritanisch-islamishe Strömung: der Wahhabismus. Er hat sich vor allem in Saudi-Arabien durchgesetzt.

Als dieses 1925 das muslimische «Heilige Land» mit Mekka und Medina am Roten Meer eroberte, wurde als erstes im Hafen Dschidda das legendäre Grab von Eva zerstört. Als viele an dessen Stelle weiterbeteten, kam es 1975 zur Zubetonierung jeder Zugangsmöglichkeit. Sogar dem Grab von Mohammed in Medina drohte die Vernichtung. Doch begnügten sich die Wahhabiten schließlich damit, nur seinen Goldschmuck und alle Verzierungen zu entfernen.

Bei den Ansar ed-Din in Timbuktu handelt es sich um salafistische Ableger des Wahhabismus. Die bilderstürmerischen Ausschreitungen  werden begünstigt dadurch, daß die in den Marabuts und Moscheen der Stadt begrabenen «Heiligen» keine Vertreter eines «reinen» Islam, sondern einer Art afrikanischer Mischreligion waren.

Dagegen hatte sich schon einmal im 19. Jahrhundert eine Dschihad-Bewegung gerichtet, die diesen «Islam-Verfälschern» den Kampf ansagte. Doch wagte bisher nie jemand, die letzten Ruhestätten der «Heiligen von Timbuktu» dem Erdboden gleich zu machen, wie das jetzt geschieht.

Vollständiger Artikel hier: http://www.jesus.ch/n.php?nid=218895