US-Richter erlauben Homo-„Ehe“ in Kalifornien

Katholische Kirche und Evangelikale kritisieren das Urteil

Nach einer Volksabstimmung im November 2008 hatte der amerikanische Bundesstaat  die gleichgeschlechtliche „Ehe“ verboten. Nun kippt ein Gericht in zweiter Instanz das Ergebnis dieses Referendums.

Kalifornische Richter haben sich hinter die gleichgeschlechtliche „Ehe“ gestellt. Ein Berufungsgericht in San Francisco erklärte das bestehende Verbot der Homo-Ehe in dem Westküstenstaat für verfassungswidrig.

Das umstrittene Thema geht seit Jahren durch die juristischen Instanzen und könnte nun den Obersten Gerichtshof in Washington erreichen.

Im Mai 2008 hatten die obersten Richter in San Francisco schwulen und lesbischen Paaren die Erlaubnis zum „Heiraten“ erteilt, was durch die Volksabstimmung im November gleichen Jahres gekippt wurde: 52% der Wähler stimmten gegen die Homo-„Ehe“.

Rund 30 der 50 US-Bundesstaaten haben in ihren Verfassungen festgeschrieben, daß die Ehe allein zwischen Mann und Frau möglich sei.

Die katholischen Bischöfe sind enttäuscht über dieses jüngste Gerichtsurteil, mit dem die rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare in Kalifornien erwirkt werden soll. Auch US-Präsident Barack Obama befürwortet eine „Ehe“ gleichgeschlechtlicher Paare, was der katholischen Kirche und evangelikalen Gemeinschaften mißfällt.

Der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz und Erzbischof von New York, Timothy Dolan, erklärte, das amerikanische Volk verdiene „Besseres“ als solche Urteile wie jetzt in San Francisco.


USA: Erzbischof Dolan protestiert gegen neues Gesundheitsgesetz

Der Vorsitzende der US-amerikanischen Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Dolan, wandte sich jetzt scharf gegen die jüngsten US-Gesundheitsverordnungen:

„Wenn die Regierung ein Freiheitsrecht mit Füßen tritt, die so fundamental ist für das Leben unserer Nation, dann schaudert es uns bei dem Gedanken, was alles noch bevorsteht“.

Das schreibt der New Yorker Kirchenmann in einem Aufsatz im „Wall Street Journal“ über die neue Richtlinie, nach der Arbeitgeber auch Abtreibung, künstliche Verhütung und Sterilisation in ihre Gesundheitsfürsorge miteinschließen müssen.

Laut Erzbischof Dolan ist das Gesetz, das auch für Einrichtungen in kirchlicher Trägerschaft wie Schulen oder Krankenhäuser gilt, ein schwerwiegender Angriff auf die Religionsfreiheit und eine „Erosion unserer wichtigsten Freiheit“.

Das Gesetz sieht zwar eine gewisse Ausnahmeregelung für religiöse Arbeitgeber vor. Diese ist nach Erzbischof Dolans Worten jedoch „so eng, dass sogar Jesus und seine Jünger dafür nicht in Betracht gekommen wären“.

Quelle: Radio Vatikan