Peter Beyerhaus – „Papst der Evangelikalen“ – ist mit 90 Jahren verstorben

Von Felizitas Küble

Wie die evangelische Nachrichtenagentur IDEA berichtet, ist „einer der international bekanntesten evangelikalen Theologen aus Deutschland“ am 18. Januar 2020 verstorben: Prof. Dr. Peter  Beyerhaus aus Gomaringen.

Der Missionswissenschaftler war u.a. jahrzehntelang Präsident der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, eines theologisch konservativen Dachverbands. Er wurde nicht selten respektvoll als „Papst der Evangelikalen“ bezeichnet.

Prof. Beyerhaus plädierte für eine konservative Ökumene, die er auch als „Bekenntnis-Ökumene“ bezeichnete, denn sie verband die „bekennenden“ Gläubigen aus den christlichen Konfessionen, wobei er neben der katholischen auch die orthodoxe Kirche miteinbezog. Dies wurde auch in seiner Zeitschrift „Diakrisis“ und seinen Kongressen deutlich, ebenso in seinen vielfältigen Kontakten „über Grenzen hinweg“.

1980 empfing ihn Papst Johannes Paul II. und 2009 Papst Benedikt XVI. in Privataudienz. Vor allem Papst Benedikt fühlte er sich theologisch eng verbunden.

Der Missionswissenschaftler hat mit seiner klaren biblischen Sichtweise stets vor schwarmgeistigen Versuchungen und Verirrungen der Christenheit gewarnt. Einen seiner kritischen Artikel dazu haben wir hier im CHRISTLICHEN FORUM veröffentlicht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/12/29/prof-peter-beyerhaus-ueber-begriff-und-wesen-der-religioesen-schwarmgeisterei/

Den evangelikalen Theologen habe ich bereits Anfang der 80er Jahren während einer Lebensrechtstagung in einem Diakonissenhaus persönlich kennen- und schätzen gelernt. Schon bald danach entstand ein dauerhafter Kontakt. Der Familienvater Beyerhaus bestellte gerne unsere KOMM-MIT-Schriften für Angehörige und Verwandte.

Es gab auch gemeinsame Projekte: So hat Prof. Beyerhaus noch im Jahre 2015 für unseren Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ einen eigenen Beitrag geliefert. In diesem Sammelband äußern sich 33 katholische und evangelische Autoren über Erzbischof Jonannes Dyba, der auch bei evangelikalen Christen als großes Vorbild galt. Erzbischof Dyba war für ihn die „ideale Verkörperung eines geistlichen Wächters“

Wir dokumentieren hier den Beyerhaus-Artikel aus diesem Buch:

Prof. Peter Beyerhaus über Erzbischof Dyba:

Erzbischof Dr. theol. Dr. jur. can. Johannes Dyba, der am 23. Juli 2000 verstorbene Oberhirte der Diözese Fulda, stellt für viele Christen die ideale Verkörperung eines geistlichen Wächters dar, der unerschrocken Alarm schlug, wo den ihm anempfohlenen Menschen Gefahr für Seele und Leib drohte.

Besonders die Allerschutzlosesten, die ungeborenen Kinder, die angesichts der sich ausbreitenden brutalen Abtreibungspraxis sogar im Schoß ihrer Mütter keinen behüteten Ort mehr besitzen, fanden in ihm ihren kompromißlosesten Anwalt.

Unvergessen ist das Zeichen, das er zu Weihnachten des Jahres 1988 setzte, als er am Tage der Unschuldigen Kinder von Bethlehem, dem 28. Dezember, von den Türmen aller katholischen Kirchen seiner Diözese die Trauerglocken läuten ließ. Auch einige evangelische Kirchen folgten diesem Beispiel.

Fünf Jahre später war er der erste deutsche Bischof, der seine Caritas-Stationen aus dem System der staatlichen Schwangerschaftskonfliktberatung aussteigen ließ; denn er konnte es vor Gott nicht verantworten, daß die Kirche selbst sich durch Ausstellung von Beratungsscheinen, die er provozierend, aber treffend „Tötungslizenzen“ nannte, moralisch an der Auslöschung unschuldigen Menschenlebens mitschuldig machte.

Selbst seine katholischen Mitbischöfe hielten ihn mehrheitlich für zu radikal und unnötig streitbar; aber für ihn zählte nicht die Diplomatie des öffentlich Vertretbaren, sondern allein der in der Bibel geoffenbarte Wille des heiligen Gottes.

Berühmt wurde die Begründung, die er ein Jahr vor seinem Tod in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ für sein unbeugsames Verhalten gab:

„Ich werde in mehr oder weniger kurzer Zeit vor Gott in der Ewigkeit stehen. Da werde ich doch jetzt keine Zeit mehr dazu verschwenden, faulen Kompromissen nachzujagen oder um Mehrheiten, in welchen Gremien auch immer, besorgt zu sein. Die Stunde ist da, um Gottes Botschaft  –  und dazu gehören auch seine Gebote  –  in Klarheit und Wahrheit zu verkünden.“

Ob Dyba ahnte, daß er sich tatsächlich schon so bald darauf für sein Tun und Lassen in seinem geistlichen Auftrag vor dem Richterstuhl Gottes zu verantworten haben werde? Er war schon seit geraumer Zeit physisch durch verschiedene Krankheiten angeschlagen. Hinzu traten die seelischen Anfechtungen, die ihm der Haß seiner Widersacher bereitete, welche sich durch sein schonungsloses Ansprechen der konkreten Sünden angeprangert fühlten.

Noch am Tage vor seinem Tod las er in der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ einen unter die Gürtellinie gehenden Schmähartikel gegen sich. Schon zuvor hatte der Spiegel-Herausgeber Rudolf Augstein ihn gemeinsam mit dem Papst eingereiht unter „die Kräfte, die es in einem neuen Kulturkampf zu bekämpfen gilt“.

Fröhliches Naturell und geistliche Schlagfertigkeit

Aber Johannes Dyba war weder ein fanatischer noch ein wehleidiger Mensch. Im Gegenteil besaß er von Kindesbeinen an ein unverwüstlich fröhliches Naturell und Berliner Witz. Dybas geistliche Schlagfertigkeit war frappierend. So vermochte er durch seinen Humor, sich die Herzen der ihm Anbefohlenen im Sturm zu gewinnen.

Das galt auch für seinen Auftrag als katholischer Militärbischof, der sich bei den Soldaten großer Beliebtheit erfreute und auch von Seiten der staatlichen Stellen mit Hochachtung wegen der Klarheit seiner christlichen Position behandelt wurde. Als das Bundesverfassungsgericht das beschämende „Mörder-Urteil“ über den soldatischen Beruf aussprach, stellte er sich schützend vor die Bundeswehr-Angehörigen, deren Auftrag er eindeutig als einen friedenserhaltenden und friedensstiftenden definierte.

Das Wächteramt von Erzbischof Dyba beschränkte sich nicht auf den ethischen Aspekt. Für ihn war sein kirchliches Aufsichtsamt ein unteilbares – und galt in gleicher Weise auch der Verteidigung der hierarchischen Ordnung, gegen deren Auflösungstendenzen durch das ungestüm geforderte Frauenpriestertum er mit guter biblischer Begründung entgegentrat.

Ebenso wichtig war ihm die Reinerhaltung der katholischen Lehre, die er durch ideologische Modetheologien gefährdet sah. So erkannte er z.B. schon frühzeitig in der Feministischen Theologie eine Tendenz zur Gotteslästerung.

In diesem Einstehen für die unverkürzte biblische Wahrheit ergaben sich fast ungesucht auch Verbindungen zu bekennenden Christen und Gemeinschaften auf evangelischer Seite.

So studierte und kommentierte Johannes Dyba mit sympathischem Interesse die Verlautbarungen des „Theologischen Konvents Bekennender Gemeinschaften“, z.B. die Orientierungshilfen zur Heiligkeit der Ehe (1998) und zur Heilsuniversalität Jesu Christi gegenüber den anderen Religionen („Kein anderer Name“).

Viele evangelische Christen sahen in ihm ihren eigenen Bischof

Im April 1998 empfing er in seiner bischöflichen Residenz in Fulda eine dreiköpfige Delegation des Vorstands der „Internationalen Konferenz Bekennender Gemeinschaften“, bestehend aus Prof. Horst W. Beck, Dr. Rolf Sauerzapf und Prof. Peter Beyerhaus, die ein mehrstündiges, fruchtbares Gespräch mit ihm führte.

In der Tat sahen viele evangelische Christen in ihm ihren eigenen Bischof. Das zeigte sich darin, daß – wie er uns berichtete – über die Hälfte aller sich hilfesuchend oder dankbar an ihn wendenden Zuschriften von Protestanten kamen, die sich von ihren Kirchenleitungen geistlich im Stich gelassen fühlten.

Mit den bekenntnistreuen evangelischen Christen verband den 16. Nachfolger des Germanen-Apostels Winfried Bonifatius (672 – 754 n. Chr.) auch die Besorgnis über die rapide Säkularisierung des einst christlichen Abendlandes, das Entstehen eines schamlosen Neuheidentums, weshalb die Neuevangelisierung Europas in ihm einen tatkräftigen Fürsprecher fand.

Er selbst hatte ja den längeren Abschnitt seiner kirchlichen Laufbahn im Missionsdienst verbracht: als Apostolischer Nuntius in Argentinien und in westafrikanischen Ländern.

Verkündigung der Frohen Botschaft: darin sah Johannes Dyba bei allem notwendigen Einstehen für die bedrohte christliche Wahrheit seine Hauptaufgabe, für das sein Herz warm schlug.

Es ging ihm dabei darum, bei den Menschen erneut den Blick auf Jesus Christus auszurichten und die Hoffnung auf die kommende Herrlichkeit zu wecken, eine Hoffnung, aus der er selbst seine geistlichen Kräfte schöpfte.

So sagte er in einer im Sommer 1998 in Österreich gehaltenen Predigt:

„Denn was an ihr (Maria) geschehen ist, soll nach dem Heilsplan Gottes auch an uns geschehen; Hoffnung auf den einzigen, auf den wir hoffen dürfen. Hoffnung, von der der heilige Apostel Paulus sagt: ‚Ich  halte dafür, daß all die Leiden der Gegenwart nichts sind gegenüber der Herrlichkeit, die einmal an uns offenbar werden wird. Diese Herrlichkeit, von der es dann heißt, daß kein Auge gesehen, kein Ohr gehört, keines Menschen Herz sich auch nur ersinnen kann, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.‘ – Damit sind wir beim eigentlichen Schatz: der Liebe Gottes.“

Buch-Daten: Felizitas Küble (Hrsg.): Der Löwe von Fulda – 33 Autoren schreiben über Erzbischof Johannes Dyba, KOMM-MIT-Verlag, Münster, 2015, 207 Seiten, ISBN 978-3-921090-98-5, Preis 14,80 €.

Der eindrucksvolle Dyba-Gedenkband kann bei uns bestellt werden. Wir liefern portofrei und legen eine Dyba-Broschüre gratis dazu: Tel. 0251-616768

 

 


1. Teil: BILDER über Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Wir veröffentlichen hier in Serie einige Bilder zur Erinnerung an den mit uns jahrzehntelang befreundeten Jesuitenpater Lothar Groppe, der frühmorgens am 17. November – einem Tag des HERRN und zugleich Volkstrauertag – in Berlin verstorben ist.   (Näheres dazu in unserem Nachruf: https://charismatismus.wordpress.com/2019/11/17/wir-trauern-um-pater-lothar-groppe-sj/)

Das erste Foto zeigt den noch recht jugendlichen Geistlichen bei einer seiner Missionsreisen in wüstenähnlicher Gegend unter Palmen.

Er freut sich über einen zutraulichen Esel und tätschelt ihn freundlich.

Pater Groppe hat mir dieses Foto und weitere ähnliche Bilder vor einigen Jahren zugeschickt mit der Erlaubnis, sie ggf.  zu veröffentlichen.

Das zweite Bild habe ich im Oktober 2002 selber fotografiert. Es zeigt den Priester in unseren Redaktionsräumen in Münster:

Er verabschiedet sich gerade von unserem Ferienhelfer Arno Langkals, der ihm zuvor in der hl. Messe als Ministrant gedient hatte:

Pater Groppe zelebrierte gemeinsam mit zwei weiteren Geistlichen das Sechswochen-Seelenamt für unseren verstorbenen Verlags- und Vereinsgründer Günter Stiff und eine dabei eine kraftvolle Predigt, die mit dem „Michaelsgebet“ endete.

Er würdigte seinen Mitstreiter Günter Stiff, den Gründer des KOMM-MIT-Verlags und des Christoferuswerks, mit dem er viele Jahre in freundschaftlicher Verbundenheit stand und der zahlreiche Artikel von Pater Groppe im KOMM-MIT-Kalender und der KOMM-MIT-Zeitschrift veröffentlichte.

Das dritte Bild stammt ebenfalls von mir und zeigt den Pater bei einer Jubiläumsfeier in Köln, die im Kreise seiner Verwandten, Freunde und einiger Mitbrüder stattfand.

Das vierte Bild zeigt den Pater mit Klaus Remer, dem Kulturbeauftragen der Stadt Hanau, anläßlich der Errichtung einer Theodor-Groppe-Straße dort.

Der mutige General Theodor Groppe (ein Judenretter und Widerständler) war der Vater von Lothar Groppe und war einige Jahre in Hanau stationiert.

Dieses Foto erhielten wir von Hans-Michael Müller, einem guten Freund von Pater Groppe, der sich vor allem in den letzten Jahren viel um ihn gekümmert hat und mehrere Artikel über den tapferen General Groppe veröffentlichte, auch in unserem CHRISTLICHEN FORUM, z.B. hier:  https://charismatismus.wordpress.com/2018/09/06/pater-lothar-groppe-ist-seit-70-jahre-jesuit/

Der 2. Teil unserer Fotoserie folgt alsbald.

Das Requiem (Totenmesse, Seelenamt) für Pater Groppe findet am Donnerstag, dem 28. November 2019, um 11 Uhr in der Friedhofskapelle auf dem Domfriedhof St. Hedwig, (Ollenhauerstraße 24-28) in Berlin-Reinickendorf statt.


Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. November  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der Generalleutnant verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis zuletzt stand der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


Befreiung von der Macht der Sünde führt zur Heiligung und zum ewigen Leben

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche: Röm 6,19-23.

Wegen eurer Schwachheit rede ich nach Menschenweise:
Wie ihr eure Glieder in den Dienst der Unreinheit und der Ungerechtigkeit gestellt habt, so dass ihr gesetzlos wurdet, so stellt jetzt eure Glieder in den Dienst der Gerechtigkeit, so dass ihr heilig werdet.
,
Denn als ihr Sklaven der Sünde gewesen seid, da wart ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei. Welchen Gewinn hattet ihr damals? Es waren Dinge, deren ihr euch jetzt schämt; denn sie bringen den Tod.
,
Jetzt, da ihr aus der Macht der Sünde befreit und zu Knechten Gottes geworden seid, habt ihr einen Gewinn, der zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt.
Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus, unserem HERRN.
Foto: Dr. Bernd F. Pelz

Warum der TOD eine todernste Sache ist

Von Jörgen Bauer

Eckart von Hirschhausen ist vielen Lesern und Zuschauern durch seine Beiträge bekannt, in denen er sich mit gesundheitlichen Themen befasst.

Im Juni 2018 verbrachte er zwei Tage im Hospiz St. Hildegard in Bingen, um sich mit den Vorstellungen, letzten Wünschen und Gedanken der Bewohner vertraut zu machen, die dort  –  umfassend betreut und möglichst unbeschwert  – die letzte Zeit ihres Lebens verbringen wollen.

Das wurde in eine ARD-Dokumentation gegossen, die Anfang der vorletzten Woche gesendet wurde, und im Internet befinden sich zahlreiche Seiten zu dieser Sendung, bei denen es u.a. um das „Loslassen“ und darum geht, „wie das Ende gelingen kann“.

Bei solchen Sendungen stößt mir immer auf, dass das Sterben anscheinend recht locker gesehen wird. Der Tod ist aber unser Feind und  ein Fremdkörper in Gottes Schöpfung!

Sterben und Tod, das bedeutet unsere physische Vernichtung  – und das ist eine todernste Sache. Der Tod ist der Sünde Sold. Wir müssen sterben, weil wir  – infolge des Sündenfalles –  von Gott getrennt sind.

Wer im Hospiz auf sein Sterben wartet und damit vor den Toren der Ewigkeit steht, müsste sich eigentlich fragen, wo er diese zubringen wird, und ob noch etwas zu bereinigen ist, bevor er vor dem Thron Gottes steht.

Die Frohe Botschaft der heutigen Verse besteht darin, dass Christus den Tod als den Sold der Sünde für uns alle auf sich genommen hat, damit wir frei ausgehen.

In der Christenlehre  –  noch in der ehemaligen DDR  .  hat sich mir folgender Vers unauslöschlich eingeprägt:

Wenn ich einmal soll scheiden,
so scheide nicht von mir!
Wenn ich den Tod soll leiden,
so tritt Du dann herfür!
Wenn mir am allerbängsten
wird um das Herze sein,
so reiß mich aus den Ängsten
kraft Deiner Angst und Pein.

Ich hoffe, ich erinnere mich daran, wenn es einmal soweit ist.

Es geht um die Osterbotschaft, dass Christus wahrhaftig auferstanden ist und auch wir auferstehen werden. Der Tod, von Jesus Christus besiegt, wird nicht das letzte Wort behalten!

Davon war in der ARD Sendung natürlich nichts zu hören, dabei würde im Hospiz eigentlich noch die Möglichkeit bestehen, durch die Gnade Gottes die rettende Botschaft anzunehmen. Aber mit der Verkündung der Frohen Botschaft sollte man nicht erst im Hospiz beginnen.


Ansprache von Prof. Dr. Paul Cullen am 22.9. beim „Marsch für das Leben“ in Berlin

Liebe Freunde des Lebens,

bei allen berechtigten Sorgen um den Verlust von Menschen vor ihrer Geburt dürfen wir nicht die andere große gefährdete Gruppe aus den Augen verlieren, die Alten und Gebrechlichen, die Verzweifelten und diejenigen, die an schweren unheilbaren Erkrankungen leiden.

Denn auch am Ende des Lebens wird das Recht, weiter zu leben, immer mehr in Frage gestellt, sei es durch die sog. Suizidassistenz, die 2015 zum ersten Mal in Nachkriegsdeutschland straffrei gestellt und damit faktisch erlaubt wurde, sofern diese von Angehörigen oder Nahestehenden des Betroffenen geleistet wird und nicht geschäftsmäßig erfolgt.

Aber jetzt schon wird dieser minimale Schutz ausgehöhlt. Neulich wurden in Hamburg und Berlin zwei Ärzte freigesprochen, die ganz sicher Beihilfe zum Suizid geleistet haben.

So ist das eben mit schiefen Ebenen. Kommt man einmal in Bewegung, gibt es bald kein Halten mehr.

Und wir brauchen nur kurz über die Grenze zu schauen, um zu sehen, wo die Reise hingeht. In den Niederlanden nehmen die Fälle von Tötung auf Verlangen von Jahr zu Jahr zu. Inzwischen stirbt jeder zwanzigste Niederländer auf diese Art und Weise.

Und mit dem Verlangen ist es auch nicht weit her. Neulich wurde ein Fall  aus dem Jahr 2017 bekannt, wo eine Ärztin von einem Gericht in den Haag freigesprochen wurden, die einer Frau mit Alzheimer-Demenz ein tödliches Medikament gegeben hat, obwohl die arme Frau sich gewehrt hat und aktiv von ihren Angehörigen festgehalten werden musste, damit die Spritze gesetzt werden konnte.

So etwas dürfen wir als Ärzte und wir als Gesellschaft niemals akzeptieren. Der Arzt muss immer auf die Seite des Lebens stehen. Er darf nie auf die Seite des Todes wechseln.

Wir bei den Ärzten für das Leben tun alles, damit dieses Bewusstsein in der Ärzteschaft wach bleibt und dort, wo er eingeschlafen ist, wieder geweckt wird.

Wir freuen uns deshalb besonders, hier in Berlin am Marsch teilnehmen zu können und bedanken uns bei allen, die gekommen sind, um uns in unserer Arbeit zu unterstützen. Vielen Dank!

 


Ich will dich lieben, HERR, du mein Retter!

Heutige liturgische Lesung der kath. Kirche:
Psalm 18 (17),2-3.4-5.6-7ab.7cd.20.

Ich will dich lieben, HERR, meine Stärke,
HERR, du mein Fels, meine Burg, mein Retter,
mein Gott, meine Feste, in der ich mich berge,
mein Schild und sicheres Heil, meine Zuflucht.

Ich rufe: Der HERR sei gepriesen!,
und ich werde vor meinen Feinden gerettet.
Mich umfingen die Fesseln des Todes,
mich erschreckten die Fluten des Verderbens.

Die Bande der Unterwelt umstrickten mich,
über mich fielen die Schlingen des Todes.
In meiner Not rief ich zum HERRN
und schrie zu meinem Gott.

Aus seinem Heiligtum hörte ER mein Rufen,
mein Hilfeschrei drang an sein Ohr.
ER führte mich hinaus ins Weite,
ER befreite mich, denn ER fand an mir Gefallen.