Nigeria: Sänger wg. Islamkritik in Todesgefahr

In der nordnigerianischen Millionenstadt Kano ist ein Sänger zum Tod durch Erhängen verurteilt worden. Ein Scharia-Gericht sah als erwiesen an, dass sich der 22-jährige Muslim in einem seiner Lieder abfällig über den Propheten Mohammed geäußert habe, berichtet die Zeitung „The Guardian“.
Der Sänger sei in Haft und könne gegen das Urteil Berufung einlegen.

Der Mann habe in seinem Text einen Imam über alle Maße gelobt und ihn damit über den Propheten Mohammed gestellt; das sei Gotteslästerung, so die Kritiker. Das betreffende Lied war im März vorwiegend über WhatsApp geteilt worden.

Der Sänger Yahaya Sharif-Aminu war zwischenzeitlich untergetaucht, da wütende Demonstranten das Haus seiner Familie niederbrannten.

Neben dem säkularen Recht gilt in den zwölf mehrheitlich muslimischen Bundesstaaten im Norden Nigerias auch die Scharia. 

Quelle und vollständige Meldung hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-08/nigeria-lied-gotteslaesterung-tod-verurteilt-scharia.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Wenn eine Behinderung zum Todesurteil führt

G-BA-Beschluss zur Kassen-Zulassung von Bluttest auf Down-Syndrom

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am 19.9.2019  die Zulassung nicht-invasiver, molekulargenetischer Pränataltests (NIPT) als Kassenleistung beschlossen.
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Hierzu erklärt Pressesprecherin Susanne Wenzel namens der Christdemokraten für das Leben (CDL):
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Mit dem Beschluss, künftig nicht-invasive Bluttests als Kassenleistung schrittweise zuzulassen, hat der Gemeinsame Bundesausschuss heute dem Lebensrecht von Menschen mit Behinderung schweren Schaden zugefügt.
Völlig zu Recht kritisieren Bundestagsabgeordnete wie Alexander Krauß (CDU) daher, dass es künftig nun zu einer „Fahndung“ nach behinderten Kindern im Mutterleib komme. Behinderung wird nun faktisch zum Todesurteil.
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BILD: Susanne Wenzel (links) und Odila Carbanje vom CDL-Vorstand
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Zwar wird von Befürwortern der Zulassung behauptet, dass der Test doch nur unter bestimmten, jedoch vagen Bedingungen als Kassenleistung durchgeführt werden sollte und wenn eine vermeintliche „Risikoschwangerschaft“ vorläge. Er soll auch mit besonderer Beratung und Aufklärung gekoppelt sein.
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Jedoch fällt heute bereits ein Grossteil aller Schwangerschaften darunter. Nur konsequent daher, dass z.B.der Hersteller des PraenaTest, Lifecodexx, seinen Test für alle Schwangeren empfiehlt, und  bei diesen für vermeintliche „Sicherheit“ und „Wissen“, „ohne Risiko für das Kind“  wirbt. 
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„Sicher“ ist dabei leider meist nach einem kritischen Testergebnis allerdings vor allem die Abtreibung!
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Was die Kasse jetzt nicht übernimmt, wird künftig dann selbstverständlich privat gezahlt werden, da diese Tests relativ günstig angeboten werden. In einigen europäischen Ländern gehört der Test bereits jetzt zu den Standard-Untersuchungen und wird allen Schwangeren angeboten.
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In Dänemark und Island hatte dies zum Beispiel den Anstieg der Abtreibungszahlen zur Folge, dort liegt die Geburtenrate von Kindern mit Down-Syndrom inzwischen bei nahezu Null. Auch andere Diagnosen sowie Geschlechtsselektion ist damit im ersten Trisemester bereits Standard.
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Eltern berichten, dass sie sich teilweise von Ärzten zu dieser Untersuchung gedrängt fühlen. Aber auch gesellschaftlich wird der Druck auf Eltern mit behinderten Kindern immer weiter erhöht.
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Wer diese Tests befürwortet, muss sich im Klaren darüber sein, dass es künftig kaum Schutz mehr für Menschen mit Down Syndrom oder einigen anderen Prognosen gibt.
Die nicht-invasiven molekulargenetischen Pränatalen Tests sind keinesfalls harmlose medizinische Tests im herkömmlichen Sinne, die therapeutischen Zwecken dienen. Die Fehlerhäufigkeit bei Trisimiediagnose liegt zudem mit fast 18% hoch.
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Das Ziel ist einzig und allein die Aufdeckung von Trisomien und anderen Chromosomenveränderungen.
Analog den beschriebenen Entwicklungen in Ländern wie Dänemark und Island wird dies auch hier zwangsläufig zu einem Anstieg der Abtreibungen führen. Bereits mit den herkömmlichen Untersuchungen ist die Abtreibungsrate bei Kindern mit dem Down Syndrom schon erhöht.
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So verständlich der Wunsch nach einem gesunden  Baby ist, bleibt dennoch festzuhalten, dass es keinen Anspruch auf das „perfekte“ Kind gibt. Auch ist die offizielle staatliche Förderung faktisch eugenisch wirkender Maßnahmen – gerade vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte – durch nichts zu rechtfertigen und daher abzulehnen.
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Statt Eltern – und vor allem wieder Frauen, die vermehrt in Schwangerschaftskonflikte getrieben werden durch diesen Beschluss – unter Druck zu setzen, kein behindertes Kind zu bekommen, sollte die Regierung über finanzielle Hilfen und Förderungen für Familien mit behinderten Kindern nachdenken.
Die Eliminierung einer Gruppe aus unserer Gesellschaft ist  absolut inakzeptabel.
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www.cdl-online.de

Iran: Pastor Nadarkhani frei, aber drei seiner Gläubigen weiter inhaftiert

Der in den vergangenen Tagen in Rasht festgenommene evangelische Pastor Nadarkhani von der „Church of Iran“ ist wieder auf freiem Fuß, während drei weitere Mitglieder der Gemeinde, die mit ihm zusammen am 13. Mai festgenommen wurden, sich weiter in Haft befinden. P1020947 - Kopie

Wie “Catholic Solidarity Worldwide” (CSW) berichtet, fanden die Festnahmen im Rahmen einer Razzia der Polizei in zehn Wohnungen von Christen statt. Der Pastor  – ein ehem. Muslim  –  wurde seit September 2012 immer wieder festgenommen, nachdem er wegen Abfall vom Islam im Jahre 2010 zum Tode verurteilt und dann 2012 freigesprochen wurde.

CSW schreibt: „Wir sind besorgt um die Christen, die sich noch in Haft befinden. Die Regierung unterstützt die grundlose Durchsuchung christlicher Wohnungen. Wir bitten den Iran erneut um den Respekt gegenüber der eigenen Verfassung und die Achtung internationaler Menschenrechtsvereinbarungen“.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst


Pakistan: Vater darf verhaftete christliche Familienmutter Asia Bibi besuchen

Der Vater von Asia Bibi, Soran Masih, wird seine Tochter im Gefängnis besuchen können: Am 24. August hat das Gericht in Lahore einen Antrag auf Genehmigung eines Besuchs bei seiner wegen „Blasphemie“ (Islamkritik) inhaftierten Tochter im Gefängnis von Multan bewilligt.  Bild-Asia-Bibi-asianews-300x200

Wie der christliche Anwalt Sardar M. Gill bestätigt, stimmten der Innenminister der Provinz Punjab und der Gefängnisbeauftragte dem Antrag zu.

Die Christin Asia Bibi ist Mutter von fünf Kindern und wartet in der Todeszelle auf das Urteil der dritten Instanz beim Obersten Gericht, das im Juli bereits eine einen Berufungsantrag angenommen und in der Zwischenzeit die Todesstrafe ausgesetzt hat.

Bisher hatte nur der Ehemann Ashiq und der Familienvormund Joseph Nadeem eine Besuchserlaubnis. Die Kinder durften ihre Mutter nur mit einer Sondergenehmigung besuchen.

Quelle: Fidesdienst – Foto: IGFM


Lebensschutz statt Pränataltests und Abtreibungsgewerbe von Planned Parenthood

Von Dr. med. Edith Breburda

Pränataltests wie der PraenaTest®  sollen Frauen die Sorge nehmen, ein behindertes Kind zu bekommen. Er sei für das Ungeborene ungefährlich, erläutert die Homepage des Anbieters LifeDocexx. Dr. Breburda

Der Pränatalmediziner Hagemann sagt über die Tests: ”Sie bieten nur begrenzte Informationen und können nur etwas über die genetischen Dispositionen aussagen, aber nichts über eine Bewertung des ganzen Kindes und seiner Lebensqualität.“

Ab der vollendeten neunten Schwangerschaftswoche ermöglicht der PraenaTest®  die Feststellung von Trisomie 21 (Down Syndrom), 18 und 13, das Klinefelter, Turner, Triple X und das XYY-Syndrom bei einem ungeborenen Kind sowie auf Wunsch das Geschlecht des Kindes.

Der „Tagesspiegel“ schreibt 2014, dass nur 1 von 12 Kindern mit Trisomie 18 oder 13 das erste Lebensjahr überlebt. Aber ein Todesurteil muss das noch lange nicht sein. Eine der gelisteten Krankheiten zu haben, ist nicht gleichbedeutend mit einem frühen Tod. 97 Prozent der Familien mit einem behinderten Kind sind glücklich und dankbar, dass es Teil ihres Leben ist.
prolifeusa

Es sei dahingestellt, ob der Test Sorgen nimmt oder eher Ängste schürt. Viele Frauen sind hilflos, wenn sie erfahren, dass ihr Kind behindert ist. Der PraenaTest® hat eine hohe Sensitivität und Spezifität, nur kann er auch falsch positiv sein, da er nur freie Chromosomenaberrationen erfasst und keine Mosaike oder strukturellen Aberrationen wie Translokationen.

Fällt der Test positiv aus, folgt eine invasive Untersuchung mit all den Risiken und psychischen Belastungen für die Schwangere. Bei der Fruchtwasseruntersuchung oder Probennahme vom Mutterkuchen liegt das Risiko, das Kind zu verlieren, bei 0,5 bis 2 Prozent.

Die Hemmschwelle, einen Bluttest durchzuführen, sei niedriger, schreibt die „Pharmazeutische Zeitung online“ (Nr. 12/2014). Somit ist die Untersuchung dennoch gefährlich für das Kind, denn wird eine der Krankheiten diagnostiziert, wird es abgetrieben, obwohl es ein langes und erfülltes Leben führen könnte (siehe Näheres dazu in dem Buch: Reproduktive Freiheit, free for what?, ISBN-10: 0692447261) (1).

Demzufolge selektiert der Test. Im allgemeinen werden Screeningverfahren (wie z.B. Brustkrebsfrüherkennung) nur dann angewendet, um bei den Betroffenen durch eine Therapie bessere Heilungschancen in Aussicht stellen zu können. Das Gen-Ethische Netzwerk sprach sich bereits am 26. März 2009, aus Anlass der Unterzeichnung der UN-Behindertenkonferenz durch die Bundesregierung Deutschlands, gegen die Selektion durch Pränataldiagnostik aus:

„Logik und Praxis der vorgeburtlichen Diagnostik widersprechen nicht nur dem darin formulierten Ziel der Inklusion, sondern verstärken darüber hinaus die Diskriminierung und den Ausschluss von Menschen mit Beeinträchtigungen. Die gezielte Suche nach Hinweisen auf eine spätere Behinderung des Kindes ist Ausdruck eines abwertenden Blickes auf Menschen, die mit solchen Behinderungen leben und dient der vorgeburtlichen Selektion“ (2).

Hierzu schreibt der Autor des Blogs „Neuro?Logisch!“ aus dem Leben eines jungen Assistenzarztes (3):images

„Viele Behinderungen entstehen durch Unfälle oder degenerative Erkrankungen; somit wird das Töten von Ungeborenen nicht dazu beitragen, eine Welt ohne Behinderungen zu erzielen. Aber dadurch, dass wir Behinderungen schon von Anfang an als Makel ansehen, den es zu entfernen gilt, wird sich auch der Umgang mit diesen Behinderten verändern. Hier schließt sich meiner Meinung nach auch der Kreis um das Thema Sterbehilfe.“

Der Gemeinsame Bundesauschuss, das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland, überlegt, den PraenaTest® als eine Regelleistung der Krankenkassen zu übernehmen.

Für viele  –  wie auch den erwähnten Blogautor  –  ist es unverständlich, dass Kassenbeiträge dazu benutzt werden, um Behinderte zu selektieren. Man solle sich lieber um das Wohl der Familien kümmern. Gegner des Testes argumentieren schon lange, dass wir mit derartigen Praktiken den Weg zum Designerbaby ebnen. So gesehen könnte wir bald in einer Gesellschaft leben, in der nur die mittels Gentechnik künstlich entstandenen Babies ein Recht auf Leben haben (4). Baby (2)

Gerade jetzt, wo in den USA der Organverkauf von abgetriebenen Babies heftigst diskutiert wird, sehen einige extreme Feministinnen nichts Falsches darin, Ungeborene so zu zerstückeln, damit die bestmöglichste Qualität ihrer Organe am profitbringendsten an die Forschung verkauft werden kann. Eine Autorin der Zeitung „Slate“ bemerkte dazu:

„Die graphischen Darstellungen der abgetriebenen Kinder waren wohl gedacht, um uns abzuschrecken. Wir sollten überzeugt werden, wie grausam und barbarisch diese Art des Tötens ist. Aber ich sehe nicht den Tod in diesen Videos. Das, was ich sehe, ist Hoffnung.“

Ruth Marcuse, die Kolumnistin der Washington Post, äußerte sich hierzu ganz anders: „Wenn dich das Schlachthof-Fachsimpeln, welches das Center for Medical Progress in seinen Videos zeigt, nicht bestürzt, musst du dich fragen, ob etwas mit dir nicht stimmt.“

Am 5.8.2015 schrieb Jonah Goldberg in einem Artikel für das Wisconsin State Journal folgendes (5):

„Es ist ein guter Anfang, wenn wir uns eingestehen, dass uns das Video über die Praktiken von Planned Parenthood betroffen macht. Die Abtreibungslobby ist so euphorisch über die Vorteile einer Abtreibung, dass die bittere Realität vertuscht wird.

Wenn eine Frau ihr Kind behalten will, ist es ein Baby. Aber wenn sie es nicht bekommen will, handelt es sich nur um einen Gebärmutterinhalt. Routinemäßig sprechen die Medien von „Gewebe“ anstatt von „Organen“. Auch wenn das medizinisch gesehen zwei verschiedene Dinge sind. imagesCAHIF86C

Wenn man nun über Organe wie Herz, Lunge, Gehirn usw. redet, wissen wir, dass es sich um einen menschlichen Körper handelt und nicht um „Gebärmutter-Inhalte“. Wenn wir verschiedene Wörter gebrauchen, um ein und dasselbe zu beschreiben, ändern wir nichts an der Sachlage. Sonst würden wir Wissenschaft mit Magie verwechseln.

Wenn wir entsetzt sind über das, was wir in dem Video sehen, könnte uns das veranlassen, Abtreibung in einem anderen Licht zu sehen. In der heutigen Gesellschaft möchte man keine Fotos über Dinge sehen, die uns zu nahe treten. An erster Stelle kommen die Gefühle. So muss man sich daran erinnern, dass Empfindungen eine Rolle spielen.

Thomas Jefferson schrieb einmal: „Einen Mann zu zwingen, die Verbreitung von Ideen zu finanzieren, an die er nicht glaubt, und die er verabscheut, ist sündig und tyrannisch.“

Wenn Leute wirklich nicht merken, dass ein Baby, das Arme und Beine, ein Gesicht und ein Gehirn hat, ein menschliches Wesen ist, das geschützt werden oder zumindest etwas mehr Respekt verdienen sollte, werden sie wahrscheinlich nie verstehen, was eine Abtreibung ist. Sie sollten jedoch ihren Mitmenschen einräumen, das anders zu betrachten.

So gesehen sollte man auch keinen zwingen, mit seinen Steuergeldern Abtreibungen zu finanzieren. Wir würden sofort kritisieren, wenn staatliche Mittel an Einrichtungen gegeben werden, die gleichgeschlechtliche Ehen diskriminieren. Deswegen sollte man anstreben, die staatliche Finanzierung für Planned Parenthood einzustellen (6)“.

Quellenangaben:

  1.  http://www.amazon.de/Reproduktive-Freiheit-free-what-Biotechnologien/dp/0692447261/ref=asap_bc?ie=UTF8
  2.  http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/GID/223/dokumentation/pr%C3%A4nataldiagnostik-untergr%C3%A4bt-inklusionhttp:
  3.  http://news.doccheck.com/de/blog/post/2773-praenatest-ein-sicherer-test-nur-fuer-die-schwangere/
  4.  PraenaTest: Ein sicherer Test nur für die Schwangere, DocCheckNews, 6.8.2015
  5.  Jonah Goldberg: Why Planned Parenthood should be defunded. Wisconsin State Journal, 5.8.2015
  6.  http://host.madison.com/news/opinion/column/guest/jonah-goldberg-why-planned-parenthood-should-be-defunded/article_b0d2aa16-019c-5981-99bf-080d2630b388.html

Unsere Autorin Dr. med. Edith Breburda ist Bioethik-Expertin und Veterinär-Medizinerin (Tierärztin); sie lebt in den USA (Bundesstaat Wisconsin).

INFOs über Breburdas bioethisches Sachbuch in Romanform: https://charismatismus.wordpress.com/2014/05/22/buch-tip-dr-edith-breburdas-profunde-neuerscheinung-zu-bioethischen-themen/

Ediths Homepage: http://scivias-publisher.blogspot.com/

Pakistan: Islamistisches Todesurteil gegen die Christin Asia Bibi bestätigt

IGFM wendet sich an das Europäische Parlament

Der Oberste Gerichtshof der pakistanischen Provinz Punjab in Lahore hat heute am 16. Oktober die Todesstrafe gegen die pakistanische Christin Asia Bibi bestätigt.  Nachrichten_Gebetsmail_Kopfbalken.indd

Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, war Bibi am 8. November 2010 als erste Frau in Pakistan wegen angeblicher „Gotteslästerung“ bzw. Blasphemie zum Tode verurteilt worden.

Sie saß zuletzt im Frauengefängnis der pakistanischen Großstadt Multan in Einzelhaft. Das Urteil hat nach Auffassung der IGFM Signal-Charakter.

Die in Frankfurt ansässige Menschenrechtsorganisation hat sich daher an Abgeordnete des Europäischen Parlaments gewandt und appelliert an sie, sich für die Freilassung Bibis einzusetzen.

Das Gericht stand unter massivem Druck durch Islamisten. In der Vergangenheit bedrohten islamische Eiferer vielfach Richter und Anwälte in Blasphemie-Verfahren mit dem Tod. In einigen Fällen sind Richter, die die Angeklagten wegen erwiesener Unschuld freisprachen, von Islamisten umgebracht worden. Scannen0001 (22)

Während der Verhandlung unter der Leitung der Richter Anwar Ul Haq und Shahbaz Ali Rizvi waren etwa 20 bis 25 islamische Geistliche anwesend.

IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin sieht darin einen Versuch, den Druck auf die Richter weiter zu erhöhen:

„Durch nackte Gewalt und durch die Angst, die die Islamisten in Pakistan verbreiten, ist ihr Einfluss enorm“, erläuterte Lessenthin weiter. Das Urteil sei eine herbe Enttäuschung, denn es veranschauliche die Kapitulation der Justiz vor dem militanten Islam. Im Fall von Asia Bibi gäbe es keinerlei Beweise für die Anschuldigungen gegen die Christin.

Die Angehörigen nichtmuslimischer Minderheiten werden in Pakistan regelmäßig Opfer islamischer Extremisten. In den vergangenen Jahren hat es nach Angaben der IGFM eine erschreckend hohe Zahl von Angriffen, Entführungen, Anschlägen und sogar Pogromen gegeben.

Hintergrund: Der Blasphemiefall Asia „Bibi“ Noreen

Asia Noreen  –  besser bekannt unter dem Namen Asia Bibi  –  ist eine mittellose pakistanische Landarbeiterin und Mutter von fünf Kindern. Auf Anweisung eines Landbesitzers hatte sie Wasser für Feldarbeiterinnen geschöpft. Doch diese weigerten sich zu trinken, weil das Gefäß von einer Christin berührt und damit „unrein“ geworden sei. Es entwickelte sich eine Diskussion, an dessen Ende muslimische Arbeiterinnen Asia Bibi beschuldigten, den Islam beleidigt zu haben. Hunderte von einem Vorbeter über Lautsprecher aufgehetzte Muslime überfielen ihr Haus und schlugen brutal auf sie, ihren Mann und ihre Kinder ein.

Die Polizei rettete Asia Bibi davor, an Ort und Stelle gelyncht zu werden. Am 19. Juni 2009 wurde gegen sie Anklage wegen Gotteslästerung nach § 295 C des pakistanischen Strafrechts erhoben.

Am 8. November 2010 verhängte ein Gericht in Nankana in der Provinz Punjab die Todesstrafe. Der Katholik Shabaz Bhatti, Minister für Minderheiten in Pakistan, und der Gouverneur der Provinz Punjab Salmaan Taseer, ein Moslem, sahen die Absurdität der Anklage und setzten sich für die Freilassung Bibis ein. Beide wurden dafür im Jahr 2011 ermordet.

Gemälde: Evita Gründler


Die sudanesische Christin ist frei – aber die islamische Scharia bleibt

Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) begrüßt den Freispruch der wegen angeblichem Abfall vom Islam zum Tode verurteilten Sudanesin Meriam Yahia Ibrahim Ishag durch ein sudanesisches Berufungsgericht. IGFM_SchariaDies sei ein „Erfolg der Öffentlichkeit über ein totgeschwiegenes Unrecht“.

Gleichzeitig kritisiert die IGFM, dass Todesurteile wegen „Abfall vom Islam“ oder „Beleidigung des Islam“ jederzeit im Sudan und in Partnerländern des Westens wie z.B. Saudi-Arabien oder Pakistan weiter möglich sind.

Ein Menschenleben sei nun gerettet, das Grundproblem werde aber von Europa und den USA bewußt verdrängt, so die IGFM.

„Todesurteil entspricht dem islamischen Strafrecht“

Das Todesurteil gegen die 27-jährige Sudanesin ist nicht das Produkt einer extremistischen Taliban-Ideologie. Nach Angaben der IGFM entsprach es vielmehr exakt den Regelungen des klassischen islamischen Strafrechts.

Zahlreiche Regierungen würden mit Verweis auf religiöse Rechtsnormen tagtäglich auf völkerrechtlich bindende Menschenrechtsverträge verstoßen.

„Solange Europa schweigend hinnimmt, dass Frauen und Minderheiten elementare Rechte verweigert werden, weil die Scharia ihren Rechten und ihrem Leben übergeordnet wird, solange  bleibt der Freispruch von Meriam Ibrahim die glückliche Wendung eines einzelnen Schicksals in einem Meer von Unrecht“, erklärte IGFM-Vorstandssprecher Martin Lessenthin.

Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM)
Borsigallee 9, 60388 Frankfurt a. Main
Tel.: 069-420108-11, Fax: 069-420108-33,
info@igfm.de, www.menschenrechte.de

Unionsfraktion fordert: Todesurteil gegen schwangere Christin im Sudan aufheben

Eine schwangere Christin ist im Sudan allein wegen ihrer religiösen Überzeugung zum Tode verurteilt worden. Die Mitglieder des Stephanuskreises in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben nun in einem Schreiben an die sudanesische Regierung eine Überprüfung des Urteils gefordert.

Dazu erklärt die menschenrechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion, Erika Steinbach (siehe Foto):

E. Steinbach

„Die Mitglieder des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion appellieren nachdrücklich an die Regierung der Republik Sudan, dass das Todesurteil gegen die 27-jährige Christin Mariam Yahya Ibrahim Ishag in einem fairen Berufungsprozess überprüft werden muss.

Die Anschuldigungen müssen fallengelassen und die junge Mutter schnellstmöglich in die Freiheit entlassen werden. Wir hoffen, dass der Stephanuskreis und sein Vorsitzender Heribert Hirte mit dem Brief etwas bewegen können.

Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit, zu dem sich das sudanesische Außenministerium gerade noch einmal ausdrücklich bekannt hat, ist in der sudanesischen Verfassung von 2005 festgeschrieben. Dieses Recht auf Religionsfreiheit beinhaltet auch das Recht, seine Religion oder seinen Glauben zu wechseln.

Die 27-jährige hochschwangere Frau ist bereits seit Februar 2014 mit ihrem 20 Monate alten Sohn im Frauengefängnis in Karthum inhaftiert. Das Gericht hat sie nun wegen zweier aus der Scharia abgeleiteten Vergehen verurteilt: ihrer Hinwendung zum christlichen Glauben und der Hochzeit mit einem Christen, die als außerehelicher Geschlechtsverkehr gewertet wurde.

Dieser Fall zeigt, wie schwierig die Lage vieler Christen im Sudan geworden ist.“

Hintergrund:

Den Brief des Stephanuskreises finden Sie unter: www.cducsu.de/fraktion/stephanuskreis

Der 2010 gegründete Stephanuskreis ist ein Gesprächskreis, der jederzeit allen Abgeordneten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion offensteht. Er hat aktuell 72 Mitglieder. In Erinnerung an den ersten christlichen Märtyrer, dem sowohl Katholiken als auch Protestanten gedenken, hat der Stephanuskreis sowohl den Schutz verfolgter Christen als auch den Einsatz für Religionsfreiheit und religiöse Toleranz ins Zentrum seiner Arbeit gestellt.


Pakistan: Christliches Ehepaar wegen „Blasphemie“ (Islamkritik) zum Tode verurteilt

In Pakistan gab es ein weiteres Todesurteil gegen Christen: das Ehepaar Shafqat Emmanuel und Shagufta Kausar wurde am 4. April von einem Gericht in Toba Tek Singh wegen angeblicher Blasphemie zum Tode verurteilt, sie sollen per SMS blasphemische Inhalte versandt haben.

Die beiden waren im Juli 2013 in Gojra festegnommen worden. Erst vor wenigen Tagen war der Christ Sawan Masih ebenfalls wegen Blasphemie zum Tode verurteilt worden.  BILD0167

Pater Aloysius Roy, der Obere der pakistanischen Provinz der Oblaten von der Makellosen Jungfrau Maria (OMI), kommentiert gegenüber dem Fidesdienst das jüngste Urteil:

“Wir sind ernsthaft besorgt. Fälle wie diesen gibt es oft und sie bringen großes Leid mit sich. Obschon bisher noch keine Lösung in Aussicht ist, beten wir weiterhin dafür, dass es eine solche geben wird. Wir bringen unsere Verbundenheit mit den Angeklagten zum Ausdruck, doch die Christen versuchen dabei, nicht allzu viel Aufsehen zu erregen, da der Alltag bereits schwierig ist und wir vor allem darauf achten müssen, dass wir überleben. Christen haben Angst und sind sehr vorsichtig”.

Die Oblaten betreuen in ganz Pakistan insgesamt 10 Pfarreien in vier Diözesen, die sich “vor allem mit dem Problem der Ungerechtigkeit konfrontiert sehen, die den christlichen Gläubigen jeden Tag widerfährt”:

“Von der Regierung erwarten wir die Achtung der Legalität und der rechtsstaatlichen Prinzipien sowie der Kultfreiheit, wie sie von der Verfassung vorgesehen ist”, so der Provinzobere weiter.

Wie Farrukh Saif von “World Vision in Progress” (WVIP) mitteilt, liegen keine Beweise für das jüngste Todessurteil gegen das christliche Ehepaar vor, weshalb die Anwälte einen Berufungsantrag beim Hohen Gericht einreichen werden.

Quelle: vatikanischer Fidesdienst / Gemälde: Evita Gründler


Buch-TIP „Das Todesurteil“: Von Mohammed zu Christus

Von Inge  M. Thürkauf

Buchdaten: Joseph Fadelle: Das Todesurteil  –  Als ich Christ wurde im Irak, Sankt-Ulrich-Verlag, Augsburg 2011, 224 Seiten, Kart., 19,95 EU .

Christen sind Ketzer, sind unreine Parias, sind weniger als nichts –  und beten noch dazu drei Götter an.  Der 23-jährige Mohammed, durchdrungen vom Bewußtsein der Macht seiner schiitischen Adelsfamilie im Irak des Saddam Hussein, Augapfel seines Vaters und designierter Nachfolger als Stammesoberhaupt, krümmt sich vor Ekel bei dem Gedanken, sein Zimmer während des Wehrdienstes mit Massoud, einem Christen, teilen zu müssen – er ein Moussaoui, dessen Familie in direkter Linie vom Propheten abstammt und den die Bewohner Bagdads mit „Sayid Malouana – unser Herr“ begrüßen.

Unerträglich die Vorstellung, mit einem Christen sprechen, das Essen gemeinsam mit ihm einnehmen zu müssen oder gar in die Lage zu geraten, von ihm berührt zu werden. Mohammed war noch nie einem leibhaften Christen begegnet und nun soll er auf Befehl des Quartiermeisters mit diesem ihm unbekannten Individuum zusammenwohnen?

Bei diesen rebellischen Gedankensplittern tröstet ihn jedoch plötzlich die Idee, diesen Ungläubigen – koste es, was es wolle –zum Islam zu bekehren. Das war im Jahre 1987.

Ein Vierteljahrhundert später wird er mit Überzeugung gestehen: „Man muß den Islam zerstören, um die Muslime zu retten…Ich liebe die Muslime, aber diese Religion ist das Schlimmste, das die Welt hervorgebracht hat. Es ist die einzige Religion, die fordert, den Nächsten zu töten…Christus allein ist die Wahrheit, diese Wahrheit tötet niemand, sie liebt“.

Als er im Gespräch mit einem Journalisten diese Aussage wagte, lebte er mit seiner Frau und seinen zwei Kindern im Exil in Frankreich  –  als illegale Einwanderer, entwurzelt, mittel- und staatenlos. Der Name seiner Familie in Bagdad hätte ihm die Türen zu Macht und Reichtum geöffnet. Doch aus dem Schiiten Mohammed al-Moussaoui ist der Christ Joseph Fadelle geworden.

Dieser Gesinnungswandel, der sein bisheriges Leben sprengte und dessen Folgen er lange Zeit nicht wahrhaben wollte, wurde ausgerechnet durch Massoud, den Stubenkameraden aus dem Militärdienst eingeleitet. Er entsprach nicht den Vorurteilen, die Mohammed ihm unterschob. Im Gegenteil!

Der Christ wurde durch seine Bildung und seine freundliche Zurückhaltung für ihn das Tor zu einem neuen Blick auf den Islam, indem dieser den ahnenstolzen Muslim bat, den Koran „eingehend und ehrlich zu studieren“, ihn nicht einfach nur zu lesen, sondern ihn mit dem Verstand zu begreifen.

Mohammed lässt sich darauf ein und muß mit wachsender Erschütterung erkennen, dass ihm im Laufe der Lektüre des heiligen Buches der Muslime die Fundamente seines Glaubens immer mehr entschwinden, dass selbst das Leben des Propheten, dessen Namen er trug, ihm zu einer „Quelle der Scham“ wird.

Der Schmerz über den Verlust des bisher so stolz hochgehaltenen Glaubens, die für ihn demütigende Erkenntnis, einer falschen Religion angehangen zu haben, bringt ihn an den Rand der Verzweiflung.

Ein Traum rettet ihn aus dem „seelischen Siechtum“, das ihn über Wochen niederdrückte: Er steht an einem Bach, ihm gegenüber am anderen Ufer ein Mann, gekleidet nach orientalischer Art, der in ruhigem Ton zu ihm spricht: „Um den Bach zu überqueren, musst du das Brot des Lebens essen.“

Einige Stunden später übergibt ihm Massoud, sein Zimmerkamerad, ein Neues Testament, auf das er mit Ungeduld schon seit Wochen gewartet hat, schlägt es wahllos auf und stößt auf den Satz: „Ich bin das Brot des Lebens, wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern.“

Ohne den Zusammenhang näher deuten zu können, überfällt ihn eine bisher unbekannte Fülle der Freude. Die „Quelle der Scham“ über so viele verstörende Aussagen im Koran wandelt sich in eine Quelle der Freiheit und der Liebe für diesen, im Neuen Testament beschriebenen Christus, den er mit jeder Faser seiner Seele kennenlernen und dem er folgen will.

Mit der Liebe zum „Brot des Lebens“ erhält er auch die Gnade, die für einen Muslim so komplizierten Glaubensinhalte wie das Mysterium des Heiligen Geistes und der Dreifaltigkeit zu begreifen. Ohne den geringsten weiteren Widerstand oder Zweifel nimmt er beide Lehrsätze an.

Sein sehnlichster Wunsch, sich der Kirche anzuschließen und an ihrem Gebetsleben teilzuhaben, um letztlich durch die Taufe gewürdigt zu werden, das Brot des Lebens zu empfangen, wird durch die tödlichen Gefahren, denen sich abtrünnige Muslime aussetzen, zu einer harten Prüfung.

Seine jahrelang wiederholten Versuche, in den Kirchen Bagdads Priester zu finden, die bereit gewesen wären, ihn zumindest an den Gottesdiensten teilnehmen zu lassen, sind in allen Fällen zum Scheitern verurteilt und gipfeln letztlich in der Entscheidung des Patriarchen, dass man nicht die ganze Herde opfern könne, um ein einziges Schaf zu retten. „Proselytismus“ bedeutet den Tod – sowohl für den Muslim als auch für den Priester, in nicht wenigen Fällen auch für die Mitglieder der Gemeinde.

Die Jahre vergehen. In der Zwischenzeit hat sein Vater für ihn eine Frau gefunden. Du musst sie einfach nur annehmen, wie ein Möbelstück für dein Zimmer, beruhigt der Vater, als er den Widerstand seines Sohnes gegen diese Entscheidung bemerkt.

Nach Jahren beharrlichen Suchens traf Mohammed endlich einen Priester, der bereit war, ihn in der Religion der Christen zu unterrichten und – welch unfassbare Freude – ihm erlaubte, an der Heiligen Messe teilzunehmen.

Unter seiner Anleitung lernte er die gängigen Gebete der  Christen. Welch ein Gegensatz zum islamischen Gebetsleben, wo die rituellen Waschungen im Zentrum stehen. Nun war er auch in der Lage, für seine streng muslimische Frau und den zweijährigen Sohn zu beten, um Rettung aus dem Islam und um die Bekehrung zu Christus.

Was er selbst nicht für möglich gehalten hat, geschah: mit seiner Unterstützung ertastete seine Frau langsam den christlichen Glauben, wo sie ein völlig anderes, menschliches Frauenbild entdeckte, das im Koran zu suchen ihr nicht einmal in den Sinn gekommen wäre. Nun fragte sie sich: Ist es Liebe, wenn der Islam die Frau zum Eigentum des Mannes bestimmt?

Als sie sich nach langer Selbstprüfung für Christus entschied, gab dies der vom Vater arrangierten Vernunftehe eine nie zuvor gekannte Nähe und Vertrautheit, gleichzeitig erhöht sich aber die Gefahr des Entdecktwerdens durch ihre Familien, mit denen beide tief verbunden waren.

Von dem Augenblick an, da der Clan Mohammeds Glaubensabfall realisiert hatte, brach es wie ein Orkan über ihn.

Die unfassbare Reaktion der Mutter im Blick auf ihren von seinen Brüdern gefesselten und gequälten Sohn war: Tötet ihn!

Das Gesetz des Islam zwingt zu einer solchen Haltung. In der Meinung, die Gesinnung seines Sohnes ändern zu können, brachte ihn der Vater jedoch in das für seine Grausamkeiten und Massenhinrichtungen bekannte Gefängnis von Bagdad.

Als Mohammed eines Tages ohne Begründung entlassen wird, liegen sechzehn Monate Marter hinter ihm. Seine Gebete unter der Folter konzentrierten sich auf die eine flehentliche Bitte an Jesus, die Torturen überleben zu können, um eines Tages die Taufe und damit das „Brot des Lebens“ empfangen zu dürfen.

Der HERR prüfte ihn nicht über seine Kräfte und schickte ihm P. Gabriel, einen Schweizer Ordensmann, der ihm jedoch begreiflich machen musste, dass ein Verbleiben in seiner irakischen Heimat nicht mehr möglich sein würde. Im Namen der Kirche befahl er ihm, das Land zu verlassen. Seine Begründung ist wert, festgehalten zu werden: „Du bist nicht getauft, aber du bist ein wahrer Christ…wenn man Christ ist, muss man Christus gehorchen. Und der Vertreter Christi hier auf Erden ist die Kirche. … Wenn du dich dem Befehl widersetzt, widersetzt du dich der Kirche.“

Mohammeds Kenntnisse über das Wesen der heiligen Kirche waren schon so gefestigt, dass der Gedanke, sich auch nur „einen Moment lang im Widerspruch zur Kirche befinden“ zu können, ihn „mit Entsetzen“ erfüllte. Der Preis, den er für seine Sehnsucht nach der Kirche und ihren Sakramenten in den letzten Jahren bezahlt hat, war zu hoch, als dass er sich „den Luxus leisten“ würde, „auch nur die kleinste ihrer Weisungen zu missachten“.

Die Fremde, die bereit war, die Flüchtlinge als vorläufiges Asyl aufzunehmen, war Jordanien. Dort endlich empfingen er und seine Frau, die mit ihm in freier Entscheidung tapfer diesen schweren Weg gegangen ist und seine beiden noch kleinen Kinder die heilige Taufe und die ersehnte Teilhabe am „Brot des Lebens“. Dreizehn Jahre lang musste er darauf warten. „Ein schweres Leiden“, bekennt er.

Die Furcht vor der Verfolgung durch den Clan trieb ihn weiter  –  Europa nahm ihn auf. Am 15. August 2001 kam er mit seiner kleinen Familie in Paris an, wo er heute lebt. Das Buch „Das Todesurteil  –  Als ich Christ wurde im Irak“ schrieb er, um die Gefahr des Islam aufzuzeigen, zum Dank für seinen Weg zu Christus und als sein persönlicher Beitrag zur Mission an seinen ehemaligen Glaubensbrüdern.

„Man muß mit den Muslimen sprechen, das ist unsere Aufgabe“, fordert er. „Ihr Christen…müßt aufwachen und euren Glauben beleben! Zu lange schon schlaft ihr vor euch hin….Da geht es nicht um Barmherzigkeit, sondern um unsere Verantwortung als Kinder Gottes.“

Das Leben Joseph Fadelles wird für immer durch die Fatwa, die gegen ihn ausgesprochen wurde, bedroht sein, denn jeder Muslim mit einer starken Bindung an die islamische Kultur und an den Koran ist verpflichtet, ihn zu töten  –  aus dem einen Grund, weil er den Islam verlassen und Christ geworden ist.

Das Buch kann portofrei auch bei uns bestellt werden: Tel. 0251-616768  – felizitas.kueble@web.de