Maya-Wahn(sinn) in Rußland: Wachsende Weltuntergangs-Panik vor dem 21. Dezember

Der 21. Dezember 2012 rückt „bedrohlich“ näher, jenes legendäre Datum also, von dem manche Esoteriker und Aberglaubensbewegte befürchten, aufgrund eines angeblichen Maya-Kalenders sei mit diesem Tag das Ende der Zeiten angebrochen.  

In der sibirischen Stadt Tomsk bietet eine Festagentur jetzt „Überlebenspakete“ an. Bunkerplätze sind heiß begehrt. Die russische Regierung versucht indessen, ihr Volk zu beruhigen.   DSC_1086

Kerzen, Streichhölzer, Fischkonserven, Strick und Seife, dazu Anweisungen für einige Spiele, die keine Langeweile aufkommen lassen sollen  – und einen Notizblock mit Stift zum Verfassen von Briefen in die Nachwelt. So sieht das „Weltuntergangs-Set“ aus, das für 890 Rubel im russischen Tomsk über die Theke geht. 

Aber auch in der Ukraine glauben viele Menschen an eine bevorstehende Apokalypse, zB. der Ukrainer Andrej Iltschenko: „Für den Weltuntergang kaufen wir Lebensmittel und Schnaps. Dann steigen wir in unseren Bunker hinunter und schliessen feierlich die Luke„, erzählt der Student aus der Stadt Dnjepropetrowsk.

Die russische Regierung mußte einschreiten

Kein Tag vergeht, an dem russische Zeitungen und Fernsehsender nicht über den kommenden „Weltuntergang“ berichten. Die hysterische Stimmungsmache hält das Land so weit in Atem, daß sich sogar die Regierung zu einer Stellungnahme veranlaßt sah.

 „Am 21. Dezember 2012 wird die Welt mit Sicherheit nicht untergehen„, so Zivilschutzminister Wladimir Putschkow: „Es ist bewiesen, dass globale Katastrophen nur im Abstand von etwa 10 bis 15 Millionen Jahren eintreffen“, beruhigt er seine Landsleute. Die Regierungszeitung „Rossijskaja Gaseta“ brachte diese Mitteilung sogar auf ihre Titelseite.

Die Regierung warnt davor, daß tausende Betrüger, Pseudo-Zauberer und „Propheten“ wie Geier auf der Jagd nach eingeschüchterten Menschen umherziehen. Der Handel mit der Angst boomt: Manche schlauen Geschäftsleute fahren satte Profite ein  – so werden beispielsweise Plätze in ehem. Sowjetbunkern teuer verkauft.

Die Einwohner des zentralrussischen Städtchens Omutninsk, 1178 Kilometer von Moskau entfernt, sorgten derweil für weltweites Kopfschütteln: sie plünderten die Regale in den Läden des Ortes und horteten Streichhölzer, Kerzen, Salz, Petroleum-Lampen, Nudeln und Konserven.

Diese hysterische Panik verursachte ein Artikel der Lokalzeitung „Omutninskije Westi“ über einen tibetischen Mönch, der ab dem 21. Dezember eine drei bis vier Tage dauernde Finsternis prophezeit habe.  Zehn Prozent der Weltbevölkerung würden dabei umkommen   –  wer überleben wolle, benötige einen Lebensmittelvorrat für zwei Monate.

Unfaßbar: Dieser kleine Beitrag diente lediglich als Lückenfüller auf der letzten Seite der Zeitung neben dem Kreuzworträtsel. Die Redaktion hatte schlicht vergessen, die Meldung als Scherz zu kennzeichnen…

Quelle: www.jesus.de