Der Glaube und unser Vaterland in Europa

Rezension von Thomas May

Buch-Daten: „Nation, Europa, Christenheit. Der Glaube zwischen Tradition, Säkularismus und Populismus“ von Felix Dirsch, Volker Münz, Thomas Wawerka (Hrsg.), Ares-Verlag, Graz 2019

Dieses Buch ist der Folgeband des 2018 erschienenen Titels „Rechtes Christentum?“, das sich als Verbindung des rechten Bekenntnisses im Sinne der Orthodoxie mit politisch konservativen und nationalen Erscheinungen versteht.

In scharfer Abgrenzung zur Linksverschiebung der beiden Kirchen hin zu einem globalistisch-universalistischen Humanitarismus, die vor allem in Gestalt ihrer führenden Vertreter als Problem wahrgenommen wird, legen die zwischen 1961 und 1985 geborenen Autor(inn)en  –   Theologen, Philosophen, Politik-, Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, Historiker, Publizisten und ein Bischof  –  in 11 Einzelbeiträgen das überlieferte Glaubensgut aus und bieten so erneut eine fundierte Alternative zum theologischen und kirchenamtlichen Mainstream.

Die Vielfalt der Stimmen erschließt facettenreich weitere Themenfelder.

„Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“

Der evangelische sächsische Pfarrer a. D. Thomas Wawerka (S. 31 – 48) analysiert in seiner biblisch-theologischen Grundlegung die Schlüsselbegriffe „Nächstenliebe“ und „Barmherzigkeit“, die   in der Migrationsdebatte zur moralischen Diskreditierung der Kritiker benutzt werden. In seiner Dekonstruktion des „Framings“ zeigt der Autor auf, dass der Ausdruck „Werte“ in die Irre führt, weil er ein soziales Konstrukt der liberalen Moderne und Ersatz für den Glauben ist:

Nächstenliebe und Barmherzigkeit sind vielmehr Gebote, ja Befehle Christi an seine Jünger, die gehorsame individuelle, praktische Umsetzung erfordern, keine bloßen Appelle, denen (verbale) Zustimmung genügt.

Sie gelten – hier bringt Wawerka das „Zwei-Welten-Theorem“ Friedrich August von Hayeks ein – für die Lebenswelt des sozialen Nahraums, der von persönlichen Beziehungen wie Vertrauen, Mitgefühl, Zuwendung geprägt ist, im Gegensatz zum politischen und wirtschaftlichen Großraum, in dem die Kommunikation vorwiegend rational, technisch, juristisch, abstrakt abläuft.

Die moralisierende Übertragung der Regeln der „Mikroordnung“ auf die „erweiterte Ordnung“ verzerrt und zerstört: Kollektivethische Fragen angesichts globaler Migration lassen sich, so behauptet Wawerka, nicht im Format der kleinen Welt individualethisch beantworten.

Als Ethik des sozialen Nahraums ist die Ethik Christi primär individualethisch, die „erweiterte (politische) Ordnung“ ist für ihn nicht von Belang. Dabei gilt es die karitativ tätige Nächstenliebe, der die Barmherzigkeit zugeordnet ist, von der natürlich-kreatürlichen (Familie, eigenes Volk) und der „mystischen“ (Glaubensgeschwister) zu unterscheiden („ordo amoris“).

Mit einer sinngemäßen Interpretation des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter (Lk 10,25–37) krönt Wawerka seinen Beitrag: Das üblicherweise als „Mensch an sich“ verstandene Opfer der Räuber ist konkret Jude; der Skopus der „nahräumlichen“ Kritik Jesu zielt darauf, dass zwei Volksangehörige einen der Ihren ignorieren, dem sie nach der natürlich-kreatürlichen Regel Solidarität schulden; dagegen stellt der nichtjüdische Samariter die Ausnahme dar. Demjenigen ist also Hilfe zu leisten, der mir „vor die Füße“ fällt.

Kirchliche Predigt verdreht die Ausnahme zur unbiblischen Regel, wenn sie jene für die „Flüchtlingshilfe“ generalisiert, während die Volksgeschwister außer Acht bleiben. Dahinter verbirgt sich allzu oft die hypermoralische Einbildung, alle Menschen könnten gleich geliebt bzw. behandelt werden.

Diese Ethik des „Total-Altruismus“ ist nicht praktikabel und zurückzuweisen.

Das Verhältnis zu Volk und Vaterland

Der Historiker und evangelische Theologe Godehard Michaelis (S. 49 – 63) untersucht in einer zweiten biblisch-theologischen Grundlegung das Verhältnis der Kirche bzw. des Christen zu Volk und Vaterland mittels Aussagen von Heiliger Schrift, Tradition und kirchlichem Lehramt.

Das Volk Israel als Kult- und Abstammungsgemeinschaft, zu deren Sicherung Geschlechterregister dienen, wird im Alten Testament durchgängig bezeugt. Die Vermischung mit götzendienerischen Völkern ist ihm strengstens verboten, Überfremdung mit ihren (negativen) Folgen gilt als Strafe für die Abkehr von Jahwe, der die Grenzen der Völker zieht.

Mit der Ankunft Christi wird der Begriff des Gottesvolkes auf eine geistige Ebene gehoben, der Begriff des Volkes als irdische Gemeinschaft jedoch beibehalten. Der Missionsbefehl Jesu (Mt 28,19) erfasst die künftigen Mitglieder der Kirche in ihrem jeweiligen völkischen Eingebundensein. Der an (Blut-)Abstammung orientierte Begriff „Land der Väter“ wird über den Apostel Paulus von der frühen Kirche übernommen, während das „höhere Vaterland“ der Christen im Himmel zu sehen ist.

Dieser Linie folgen die Kirchenväter von Clemens von Rom über Clemens von Alexandrien und Augustinus bis Thomas von Aquin, dessen Ordnung der Pflichten und der Liebe Eltern, Blutsverwandten und Vaterland Vorrang einräumt.

Das Lehramt der Pius-Päpste hält die Balance zwischen den Extremen auch im 20. Jahrhundert: „Wie einen ungesunden Nationalismus, der die Lebensrechte anderer Völker mißachtet, lehnt sie [die Kirche] sowohl den falschen Internationalismus, der das Vaterland verleugnet, wie den unrichtigen Pazifismus, der es wehrlos macht, entschieden ab“ (Michael Buchberger im „LThK“ 1938).

Eine positive Haltung zur Nation vertraten bis in die 1950er Jahre auch die evangelischen Gemeinschaften. Die fehlende übergeordnete Führung machte sie in Deutschland  anfälliger für die NS-Ideologie; das betrifft die reichstreuen „Deutschen Christen“ wie auch die oppositionelle „Bekennende Kirche“.

In der vom Geist der 68er durchdrungenen Gesellschaft, die stark von der „Frankfurter Schule“ und deren Infragestellung der „Autorität“ (und jeder Ordnung) beeinflusst waren, wurde die Vaterlandsliebe zunehmend bis „zum Kotzen“ (Robert Habeck) entwertet und kriminalisiert.

Mit der Idee des multiethnischen „Experiments“ (Yascha Mounk), die kraft mächtiger Förderer weltweit auf Verwirklichung drängt, sieht Michaelis (flankiert von der abstrusen Gender-Theorie u. Ä.) die Heraufkunft der Welt des Antichristen angedeutet.

Linkes und rechtes Christentum: globalisierungsaffin oder heimatnah

In weit ausholendem Gang durch die Geschichte zeichnet der katholische Theologe und Politologe Felix Dirsch (S. 64 – 101) die Linien des linken und rechten Christentums, das sich heute als globalisierungsaffin bzw. heimatnah darstellt.

Das politische Rechts-Links-Schema ist im Kontext der Französischen Revolution entstanden; einzuordnen sind aber auch zeitlose konträre Grundhaltungen wie Beharrung versus Veränderung, Institutionalisierung kontra Emanzipation, Abstufung statt Gleichsetzung.

Bis Martin Luther galt die kirchliche Christenheit weithin als rechts (d. h. rechtgläubig); linke Abspaltungen, die auf irdische Reformen zielten, waren selten. Modernes Geschichtsbewusstsein und Fortschrittsoptimismus erzeugten in der Neuzeit eine Dynamik, die – je länger, desto mehr – auf Verdiesseitigung des Heils und Erlösung im Hier und Jetzt zustrebt.

Die linke Auslegung des Christentums hat Vorläufer im 16. Jahrhundert, als man das Evangelium radikal im Sinn der Gerechtigkeit und Gleichheit auszulegen begann, wie der „Schwärmer“ Thomas Müntzer (1489 – 1525), von dem sich ein Bogen bis Martin L. King, Dorothee Sölle und zur Befreiungstheologie schlagen lässt.

Typisch für diese Ausrichtung ist das mit der universalistischen Heilsbotschaft begründete Programm einer One-World-Kultur.

Wurde diese Anfang des 20. Jahrhunderts noch als Schreckensszenario, in dem die menschliche Existenz verkümmere und die Völker entmündigt seien, von katholischer Seite abgelehnt, so arbeitet der Vatikan mit den Forderungen globaler Strukturen, umfassender Umverteilung und nationaler Kompetenzabtretungen heute in ihre Richtung.

Papst Franziskus nützt mit seiner Parteinahme zugunsten der These des menschengemachten Klimawandels den Bestrebungen einer weltweiten Säkular-Ethik der „Nachhaltigkeit“, die Recht auf Abtreibung, spezielle Homosexuellenrechte und forciertes Gender-Mainstreaming vorsieht.

Der vom Vatikan mitunterzeichnete UN-Migrationspakt birgt die Gefahr, dass die zum „natürlichen Phänomen“ erklärte Migration als „Völkergewohnheitsrecht“ einklagbar wird, womit die Stabilität der Rechts- und Sozialsysteme in den Zielländern beeinträchtigt würde.

Rechtes Christentum ist volks- und heimatverbunden, partikular. Assoziiert wird Heimat mit einem bestimmten Territorium, mit Anhänglichkeit, Geborgenheit, mit Identitätsstiftung in jungen Jahren. Dank Vermittlung des Glaubens im Elternhaus und durch die Ortskirche entstehen Verbindungen zu Religion, Tradition und Kultur.

Im ländlich-katholischen Raum neigt das heimat- und volksnahe Christentum dem Patriotismus zu, in den von Kollektividentitäten geprägten EU-Ländern Polen und Ungarn ist er noch heute Konsens: Heimatliebe, Vaterlandsliebe und Liebe zur Kirche bilden einen Dreiklang.

Während das Lehramt bis Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Heimat und Vaterland würdigte, begünstigt Papst Franziskus als „Patron“ der Migration die Auflösung von Nationen und Ethnien. Das dahinterstehende Konstrukt des „Cucked Christianity“ (wörtlich: „abgehacktes Christentum“) lehnt die Selbstbehauptung einer Kultur, einer Nation, eines Volks ab, sodass es zur Sozialreligion schwindet.

Dagegen formiert sich das heimat- und volksnahe Christentum. Die universale christliche Dimension ist, so Dirschs Befund, ohne Profanierung des Glaubens in eine irdische One-World-Kultur nicht adäquat umsetzbar.

Deutschland als Heimat

Anhand des Aufsatzes „Ehrlos – heimatlos“ (1919) des jüdischen Philosophen Eugen Rosenstock-Huessy destilliert der in der Schweiz lebende evangelische Pfarrer Lothar Mack (S. 102 – 121) Parallelen zur Gegenwart heraus. Die Reflexionen des deutschen Offiziers und gläubigen Christen über Deutschland als Heimat, verfasst unter dem Eindruck des Ersten Weltkrieges und des Versailler Friedensschlusses, lassen sich auch 100 Jahre danach für den aktuellen Diskurs fruchtbar machen.

Dabei entpuppt sich das militärische Prinzip der Führung von oben nach unten als historische Konstante, die heute in neuen ideologischen Gestalten hervortritt: spätestens seit 2015 in den elitären Moralaposteln, die der Majorität ihre Konzepte – natürlich „im allgemeinen Interesse“ – aufzwingen.

Dem Wahn des einstigen Nationalismus entspricht die Maßlosigkeit des heutigen Moralismus, der mit schutzlos offenen Grenzen und klimaneutral geschlossenem Verstand die Welt „retten“ will. Die Pathologisierung von Einwänden zu „Phobien“ geht dabei mit wachsender strafrechtlicher Verfolgung nichtkonformen Denkens und Redens einher. Sich abkapselnd verliert Deutschland aber seine Zukunftsfähigkeit.

Der Weg muss, so Macks Forderung, umgekehrt von unten nach oben führen: von der „Aufruhr“ einzelner wacher Geister, die sich opferbereit formieren, hin zu einer neuen geistigen Ordnung, in der Identität von Nichtidentität geschieden ist und das angestammte Vaterland und die Heimat bejaht werden.

Die Völker sind frei geworden zu je eigener und gegenseitiger Anerkennung im Geist der Zusammengehörigkeit; einem von Machtambitionen entbundenen Christentum obläge es, neue Formen bodenhaftender Gemeinschaft zu stiften.

Das Phänomen der Säkularisierung

In seiner kulturphilosophischen Betrachtung zu Europa verortet und bewertet der studierte Philosoph und Germanist Daniel Zöllner (S. 122 – 142) das Phänomen der Säkularisierung neu. Er sieht sie im Gegensatz zu einem linken Geschichtsverständnis, das in ihr die positive Überwindung des Christentums feiert, wie auch zu einem rechten, das in ihr die negative Entfremdung vom Christentum beklagt, als Konsequenz des christlichen Glaubens selbst, als seinen „Ertrag“.

Demnach sei die Emanzipation des Weltlichen schon in den Ursprüngen der jüdisch-christlichen Religion, in der „Achsenzeit“ (Karl Jaspers), angelegt. Mit der Wende vom Kosmotheismus (Polytheismus) zum Monotheismus, der Gott die Transzendenz zuwies, war die Welt entgöttert und „freigegeben“.

Unter Rückgriff auf den evangelischen Theologen Friedrich Gogarten (1887 – 1967) erläutert Zöllner anhand der „Gottessohnschaft“, dass der Mensch als Geschöpf von Gott abhängig, zugleich aber von ihm ermächtigt ist, als Erbe über die Welt zu verfügen.

In der Neuzeit schreitet die Emanzipation des Weltlichen als „Säkularisierung“ voran, erfasst Recht, Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst. Dabei kommt es auch zu Fehlentwicklungen. Im (utopischen) „Säkularismus“ als Entgleisung der Säkularisierung will der Mensch sein Heil selbst erzwingen, statt es von Christus zu empfangen: im Schwärmertum oder in einer auf eine bestimmte Moral verengten, der Transzendenz beraubten weltlichen Ideologie (wie heute).

Zwischen Erstarrung und Auflösung ist das Christentum stets gefordert, zahlreiche Pole auszugleichen. Nur durch dessen bleibende Verbindung mit der Säkularisierung kann der Kulturraum Europa aus Zöllners Sicht auch bewahrt werden.

Konflikt zwischen „Athen“ (Vernunft) und „Jerusalem“ (Offenbarung)

Der Schriftsteller und Verleger André Thiele (S. 143 – 149) will in seinem kompakten Essay die Alternative wiederherstellen, die im Konflikt zwischen „Athen“ (Vernunft) und „Jerusalem“ (Offenbarung) erschlossen ist. Mit der Neutralisierung des Glaubens und der Philosophie durch Machiavelli und Hobbes konstatiert er seit dem 16. Jahrhundert ein Ausweichen vor der Frage nach dem Maß, der Wahrheit.

Die Wahrheit des Kreuzes ist zeitlos gültig, lässt sich nicht beweisen, nur gehorsam annehmen und konsequent erdulden. Ihm steht die funktionale Ethik der liberalen Moderne entgegen, der zufolge das Angenehme das Gute sei. Jesu Leiden aber ist die Negation des Liberalismus. Glaube und Philosophie müssen von Thieles Warte aus erst wieder die Grundlagen des Eigenen zurückgewinnen.

Die Antwort auf die Frage nach dem richtigen Leben liegt jenseits der „Polis“, des Politischen, für den Glauben in der Sphäre göttlichen Heilsgeschehens.

Der katholische Traditionalismus

Dem katholischen Traditionalismus ist der Beitrag des Slawisten und Politikwissenschaftlers Marc Stegherr (S. 150–173) verpflichtet. Die weit und gut vernetzten Priesterbruderschaften (St. Pius X., St. Petrus, Servi Jesu et Mariae, Institut du Bon Pasteur) mit ihren Interessengruppen, die als reaktionär, rechts oder rechtsextrem zählen, verstehen sich selbst als konservativ, nicht aber im politischen Sinn als rechts.

Rechte oder rechtspopulistische Parteien wie der Rassemblement National stehen ihnen naturgemäß näher, weil sie hier eher mit Verständnis für Ordnung, Herkunft und Überlieferung rechnen dürfen. Die durchaus heterogene Bewegung eint ihre Ablehnung der Anpassung der Lehre und Liturgie an progressive, linksliberale Strömungen in der Nachkonzilszeit.

Während dem „rebellierenden“ Gründer der Piusbruderschaft Erzbischof Marcel Lefebvre (siehe Foto) keine abweichende Lehre nachzuweisen war – Suspendierung bzw. spätere Exkommunikation erfolgten wegen Verstoßes gegen die Kirchendisziplin –, arbeiten beamtete Theologieprofessoren mittels „Memoranden“ oder „Kirchenkritiker“ wie Küng, Drewermann, Ranke-Heinemann mit häretischen Forderungen belegbar auf eine unkatholische Kirche hin.

Der Streit um die das Glaubensgut schützende „alte“ Messe, die Paul VI. mit der „tyrannischen“ Einführung des „Novus Ordo“ 1969 außer Kraft setzte (was ob der Zerstörung unschätzbaren Kulturguts auch Kritik vonseiten Intellektueller, Schriftsteller und Musiker hervorrief), ist bis heute nicht beigelegt.

Der Versuch Benedikts XVI., sie 2007 zu rehabilitieren, um die Kirche mit ihrer Tradition zu versöhnen, muss weithin als gescheitert gelten, besonders weil er von den Bischöfen, den deutschen voran, sabotiert wurde. Und Papst Franziskus fehlt – gelinde gesagt – das Verständnis für den alten Ritus.

Lefebvres und Ratzingers kritische Diagnosen der nachkonziliaren „Reform“-Kirche weisen, wie Stegherr anmerkt, eine frappierende inhaltliche Nähe auf. Den Protest der Traditionalisten als „Nostalgie“ abzutun, greift zu kurz; er stellt eine gewichtige Anfrage an die tiefe Gegenwartskrise der Kirche dar. Woraus lebt sie? Erfindet sie sich täglich neu? Ihre Gemeinschaften, politischen Linken wie Liberalen ein Ärgernis, bleiben Stachel im Fleisch, weil sie sich beharrlich gegen Entkernung des Glaubens und „Befreiung“ von überlieferten moralischen und religiösen Bindungen stemmen.

Fundamentalkritik des christlich-islamischen Dialoges

Die armenischstämmige Opferanwältin und Autorin Jaklin Chatschadorian (S. 174 – 188) unterzieht den christlich-islamischen Dialog einer Fundamentalkritik. Ausgehend von dem Postulat, dass eine freiheitliche Demokratie nicht unbegrenzt tolerant sein darf, sondern sich gegen Feinde wehren muss, beobachtet sie, dass – im Gegensatz zu Angehörigen anderer Religionen – der um vollständige Ausübung seiner Religion bemühte gläubige Muslim im Dauerkonflikt mit dem Staat bzw. den Menschen unserer Gesellschaft liegt.

Ihre These der Unvereinbarkeit des Islam mit unserer Rechtsordnung und unseren Werten untermauert die Autorin im Folgenden: Leugnung individueller Willens-, Meinungs- und Handlungsfreiheit, Kontrolle der Anhängerschaft, autoritäre Durchsetzung von Regeln und Sanktionen, Neigung zu brachialer Gewalt sind nur eine Auswahl der inkompatiblen Merkmale.

Im „Dialog“ mit den beiden deutschen Kirchen, der den Vertretern des politischen Islam zur Durchsetzung ihrer „Werte“ und Ziele dient, weicht die christliche Seite aus Rücksicht vor den religiösen Gefühlen der Muslime stets zurück und zollt ihnen den geforderten „Respekt“ (als Unterwerfung verstanden).

Theologisch haben Christentum und Islam außer dem Monotheismus nichts gemein, doch auch er divergiert in Gottesbild und Ziel.

Die diskriminierte, degradierte Muslima ist Eigentum des Mannes und seiner Familie. Listig wird hier umgedeutet: Ihre Verhüllung sei Zeichen der Selbstbestimmung; Zwangsverheiratung minderjähriger Mädchen eine ökonomische Form der Familienversorgung; die zur Begrüßung ausgestreckte Frauenhand eine Einladung zum Ehebruch – also „Toleranz“ für den verweigerten männlichen Handschlag!

Die Autorin kritisiert den Tunnelblick der Kirchen scharf und fordert deren Rückbesinnung auf eigene Werte und couragiertes Eintreten für die verfolgten Glaubensangehörigen.

Analyse des Populismus

Mit dem Populismus setzt sich der religionspolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion Volker Münz (S. 189 – 202) auseinander. Er sieht in ihm eine Widerstandsreaktion auf den Globalismus in den westlichen Demokratien. Als Kampfwort schmäht er rechte Bewegungen und Parteien (AfD, FPÖ, Lega, Vox), manchmal auch linke (Syriza, Podemos).

In Anlehnung an die Politologin Karin Priester beschreibt Münz den Populismus als Methode der politischen Auseinandersetzung, die von dem Gegenüber Parteien-Establishment/Eliten einerseits und Volk (lat. populus) andererseits bestimmt ist, das seinen Willen durch jene nicht mehr angemessen vertreten sieht.

Die Repräsentationslücke erscheint als Ursache, das „Volk“ als Träger des Populismus.

Verstärkt wird die Krise durch die Spaltung der Gesellschaft in „Anywheres“ („Überallmenschen“, Kosmopoliten, „Profiteure“ der Globalisierung, 20 – 25%) und „Somewheres“ („Irgendwomenschen“, Dagebliebene, Orts- und Heimatgebundene, „Verlierer“ der Globalisierung, ca. 50%) und deren konträre Interessen.

Politik und Staat haben aber unter Erhalt größtmöglicher gesellschaftlicher Homogenität (vgl. Böckenförde-Diktum) in toto der breiten Bevölkerung zu dienen. Daher begrüßt Münz einen wohlverstandenen Populismus als Korrektiv im Sinne der Unterstützung einer bürgerlichen, christlich-konservativen Politik gegen egalitäre Tendenzen (Multikulturalismus, Transnationalismus, Gender-Mainstreaming).

Naturrechtsdenken als vernunftgemäßes Ordnungsdenken

Der studierte Politik-, Rechtswissenschaftler und Theologe Daniel Führung (S. 203 – 226) würdigt in seinem Beitrag das Naturrechtsdenken als vernunftgemäßes Ordnungsdenken und dessen Bedeutung für Staat, Gesellschaft und Individuum. Danach haben alle Menschen eine gemeinsame, unveränderliche, unveräußerliche, mit Mängeln behaftete Wesensnatur, die mittels der Vernunft festgestellt werden kann.

Diese ermöglicht die Erkenntnis sittlich-rechtlicher Grundsätze (nach dem Apostel Paulus sind sie jedem ins Herz geschrieben), die den staatlichen Gesetzgeber und den Einzelnen verpflichten, wie Schutz von Leib und Leben, Eigentum, Ehre, persönliche Freiheit, umfasst im platonischen „suum cuique“.

Mit der Abkehr vom Naturrecht und der Ersetzung durch den Rechtspositivismus, der beliebige Inhalte, sogar Ungerechtigkeit zur Norm erheben kann, geht der Verlust eines höheren Maßstabs und gesellschaftlicher Fundamente einher. In der „Diktatur des Relativismus“ ist der Überschlag der entfesselten liberalen Demokratie in einen Neototalitarismus angelegt.

„Die gegenwärtige Ablehnung des Naturrechts führt nicht nur zum Nihilismus, nein, sie ist identisch mit dem Nihilismus“, zitiert Führung den deutsch-amerikanischen Philosophen Leo Strauss.

Deformierungen wie die „Ehe für alle“, mit der das Wesen der Ehe als Verbindung von Mann und Frau samt ihrer Ausrichtung auf Nachkommenschaft geleugnet wird, und Abirrungen wie die Gender-Theorie, welche die biologisch oder metaphysisch determinierte Zweigeschlechtlichkeit ausblendet, sind aus christlicher Sicht als Zwangsgebilde einer realitätsfernen, herrschsüchtigen, auf Selbst- und Welterlösung zielenden „modernen Gnosis“ (Eric Voegelin) abzulehnen.

Wider Dekonstruktion und Delegitimierung bekräftigt der Autor die naturrechtliche Verankerung von Nation, Vaterland, Heimat, Volk.

„Der Mensch verbindet seine tiefste menschliche Identität mit der Zugehörigkeit zu einer Nation“, weiß Johannes Paul II. Die Heimatliebe ist eine „Dankespflicht“ und entspricht der „Ordnung der Liebe“ (Katechismus der Katholischen Kirche Nr. 2239).

Das Volk ist ein lebendiger geistiger Organismus, an dem die Einzelnen teilhaben. Seine treibende Kraft, die Liebe – zu Gott, dem Nächsten, dem Volk –, ist auch Garant für eine Ordnung. Der christliche Patriotismus ist somit Anerkennung einer guten Ordnung und als solcher naturrechtlich begründet.

Mahnwort an die Christen Deutschlands

Den Schlusspunkt setzt der aus dem Schwarzmeerraum gebürtige Weihbischof Athanasius Schneider ( S. 227 – 237) mit einem Mahnwort an die Christen Deutschlands, das jedoch nicht nur diese betrifft. Initiiert vom Brand der Kathedrale Notre-Dame de Paris am 15. April 2019 skizziert er anhand der Metapher der „Stadt des Menschen“ die Grundzüge einer zerstörerischen Gesellschaft ohne Gott, die zwangsläufig in Tyrannei und Totalitarismus mündet.

Ihr stellt er die „Stadt Gottes“ am Beispiel der Radiobotschaft Pius‘ XII. zu Weihnachten 1942 gegenüber, in welcher der Papst die christliche Sicht einer auf Gottes Ordnung und Sittengesetz gründenden menschlichen Gesellschaft darlegt.

Den Brand der Kathedrale deutet Schneider als Aufruf zu echter Bekehrung, zumal der unbußfertigen (deutschen) Bischöfe, die seit der irreführenden wie missverstandenen „Öffnung der Fenster“ (Johannes XXIII.) zur modernen Welt die geistigen Brandstifter des liberal-theologischen Establishments und des verweltlichten Klerus in der Kirche wüten lassen. Ihrem Credo „Wir haben keinen anderen König als die öffentliche Meinung“ ist die Königsherrschaft Jesu Christi mit dem Auftrag der Evangelisierung aller Menschen und Völker kompromisslos entgegenzustellen.

Gesamtbewertung des Buches

In der Gesamtbewertung des Buches sind, wie beim Vorgängerband, die hohe Informationsdichte und das geistig anspruchsvolle Niveau hervorzuheben. Die sprachlich-stilistische Bandbreite der Einzelbeiträge, die durch geradlinige Gedankenführung überzeugen oder durch ungezwungenen assoziativen Fluss gefallen, bewegt sich zwischen sachlich-bodenständig und gewählt-gehoben.

Politische und/oder theologische Vorkenntnisse erleichtern das Verständnis, sind jedoch nicht unbedingt erforderlich.

Dank durchdachter Auffächerung der Themenfelder gewinnt der Leser ein sicheres Urteil über das Christentum in den Gegenwartsdebatten, wozu erheblich die biblisch-theologischen Grundlegungen beitragen. Die Konnotation „konservativ“/„rechts“ läuft oft still mit. Mehrfach berühren sich die Beiträge inhaltlich, wenn sie von den verschiedenen Ansatzpunkten her auf bestimmte Schnittstellen wie „Multikulturalität“, „Vaterland“, „Gender“, „Böckenförde-Diktum“ oder „ordo amoris“ zulaufen; die Bewertung der Säkularisierung fällt uneinheitlich aus.

Im Ergebnis tendiert rechtgläubiges Christentum politisch nach rechts (erst recht, seit die C-Parteien ihre konservativen Positionen fast gänzlich geräumt haben), wohingegen die real existierende linksglobalistische Ausrichtung mit Fokussierung auf Menschenrechten, Migration und Klimawandel eine säkularistisch entkernte, häretisch durchsetzte Schwundstufe darstellt. Insofern ist vor allem seitens der führenden Kirchenvertreter eine Neuorientierung überfällig.

Eine Fortführung des Buch-Projekts mit der Erschließung weiterer aktueller Themenbereiche kann sich der interessierte Leser nur wünschen.

„Christentum und Medien“ zum Beispiel verdiente eine kritische Durchleuchtung, wobei die gewaltige Schlagkraft der Öffentlich-Rechtlichen gegen rechts mit der überschaubaren Anzahl der den vor allem rechtskatholischen Standpunkt vertretenden Publizisten, Zeitschriften und Netzwerke zu kontrastieren wäre.

Die kollektive widergöttliche Weltrettungshybris schreit förmlich nach einer eingehenden Behandlung des Themas „Christentum und Klimawandel“. Alternativlos sind wohl eine Entgiftung der Bezeichnung „rechts“ und ihre Rückholung in die Mitte der Gesellschaft. Mit den beiden Bänden ist der Grundstock einer „Bibliothek des rechtskonservativen Christentums“ gelegt.

Unser Autor Thomas May ist Lehrer i. R. –  Er unterrichtete die Fächer Deutsch und Katholische Religionslehre. Der in Sendenhorst (Münsterland) lebende Autor ist ein Neffe des bekannten Prälaten und Kirchenrechtlers Prof. Dr. Georg May (Mainz).

Die Erstveröffentlichung dieser Besprechung erschien in der Zeitschrift „Theologisches“


Klassische Musik: Schönenberger Theresien-Chor singt geistliche Lieder

CD bietet „Vorgeschmack auf den Himmel“

Engelsgleich singen die Mädchen des Schönenberger Theresienchors die geistlichen Lieder auf ihrer neuen CD „Die Himmel loben“. Die Auswahl reicht dabei von klassisch-romantischen bis hin zu zeitgenössischen Werken der abendländischen Tradition. Ab sofort erhältlich.

„Nicht von mir, von dort kommt alles!“, soll Joseph Haydn mit gen Himmel erhobenen Händen gerufen haben, als ihm das Publikum am Ende einer Aufführung seines Opus´ „Die Schöpfung“ entgegen applaudierte.

Dieser Gedanke, der sich ebenso demütig vor Gott wie vor der Schönheit der Musik verneigt, ist auch die Grundidee der neuen CD „Die Himmel loben – Geistliche Gesänge zum Lobe Gottes und Seiner Schöpfung“.

Die Mädchen des Schönenberger Theresienchors bieten dem Hörer fünfzehn Einzelstücke in einer Gesamtlänge von über sechzig Minuten. Mit dabei ist natürlich „Singet dem Herrn alle Stimmen“ aus dem bereits erwähnten Oratorium.

Aber auch Stücke von Bach, Mozart, Schubert sowie Mendelssohn, Beethoven und Franck finden sich darunter.

Der CD ist außerdem ein Begleitheft beigelegt, das wertvolle Informationen zu den dargebotenen Liedern bietet. Entstanden ist die CD unter Leitung von Dr. Johannes Laas, musikalisch begleitet wurde sie von Barbara Kötting.

Der Theresienchor Schönenberg ist der Schulchor des St.-Theresien-Gymnasiums in Ruppichteroth, einem traditionell orientierten kath. Mädchengymnasium mit angeschlossenem Internat.

Seit der Schulgründung stellt die musikalische Erziehung einen Schwerpunkt dar. Die Mädchen treten mit ihrem Repertoire regelmäßig in Deutschland und international auf.

Erhältlich ist die CD zu je 11,90 Euro unter www.sarto.de.

Weitere Infos zum Theresienchor finden Interessierte auf der Seite des Internats: www.theresiengymnasium.de


Hohmann übt scharfe Kritik an Genderismus: Zertrümmerung der traditionellen Familie

Stellungnahme des Bundestagsabgeordneten Martin Hohmann (AfD):

Bei meinem Grußwort auf dem AfD-Landesparteitag in Neuhof sagte ich: „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau nach seinem Bilde. Das ist eine ganz klare Absage an diesen ganzen Genderismus-Quatsch, an LSBQTT und wir sind die einzige Partei, die klar zur Familie steht!“

Die Gender-Ideologie ist nicht nur Quatsch, sondern auch antichristlich und pervers! Sind Sie Mutter oder Vater? Opa oder Oma? Werdende Eltern? Dann sollten Sie wissen: Die Gender-Ideologie ist durch CDU-Kultusminister Minister Lorz in hessischen Lehrplänen verankert worden.

Die Auswüchse sind Zwangsfrühsexualisierung, Doktorspiele und Pimmelpuppen im Kindergarten.

Kinderseelen werden vergewaltigt. Die Gender-Ideologie zertrümmert die Geschlechtsidentität der Kinder. Sie zertrümmert somit letztendlich auch die traditionelle Familie aus Vater, Mutter und Kind.

Ich will, dass 3-jährige Kinder ohne Pimmelpuppen und ohne „Materialien zur Körpererfahrung“ eine schöne Kindheit haben. Ich will, dass sie Kinder bleiben dürfen!

Wer den Kampf gegen die Gender-Ideologie mit Kampfbegriffen wie „homophob“ diffamiert, hat entweder keine Kinder oder stützt bewusst die perverse Gender-Ideologie.

Die CDU in Hessen machte sich zum Büttel der Grünen. Bereits in 2016 hatte CDU-Minister Lorz einen neuen Sexualkundelehrplan mit ministerialer Vollmacht gegen den Widerspruch von Bischof Algermissen und Landeselternbeirat durchgesetzt.

Die AfD ist die einzige Partei, die sich zur traditionellen Familie bekennt und der Gender-Ideologie eine klare Absage erteilt.

Quelle: https://www.facebook.com/martinhohmannmdb/photos/a.1942545316060681/2367073520274523/?type=3&notif_id=1571219498563237&notif_t=page_post_reaction


Wien: 4000 Teilnehmer beim Marsch für das Leben und die klassische Familie

Am vergangenen Samstag fand der jährliche „Marsch fürs Leben“ statt. Er setzt sich seit fast zehn Jahren für die traditionelle Familie aus Mutter, Vater und Kindern ein und wendet sich gegen die von oben aufoktroyierte Gender-Ideologie.

Nach einem vom Wiener Jugendbischof Stefan Turnovszky im Stephansdom zelebrierten Messe fand eine Kundgebung auf dem Kirchplatz statt.

Die Festredner unterstrichen das Recht des ungeborenen Lebens auf sein Leben als fundamentales Menschenrecht, das mit der aktuellen Rechtslage mehrfach missachtet wird.

Die Initiative konnte ein beachtliches Wachstum erzielen: Während im Jahr 2017 einige hundert Teilnehmer zu verzeichnen waren, zeigten letztes Jahr rund 2.500 und diesmal 4.000 Menschen ihr Engagement.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.unzensuriert.at/content/79663-demonstration-fuer-traditionelle-familie-mit-4-000-teilnehmern/


Freiburg: Antifa-Protest gegen Lebensrechtler

Von Felizitas Küble

Am gestrigen Freitag, dem 26. April 2019, zogen nach einer Kundgebung am späten Nachmittag etwa hundert Lebensrechtler singend und betend mit ihren Plakaten und Transparenten durch die Altstadt von Freiburg, um gegen Abtreibung zu demonstrieren.  

Die Veranstaltung wurde von der KJB (Kath. Jugendbewegung) angemeldet, die der Priesterbruderschaft St. Pius X. nahesteht. Sogar die linksliberale „Badische Zeitung“ schreibt über die Teilnehmer: „Auffällig viele Junge Menschen sind unter ihnen, Frauen wie Männer“.

BILD: Auch in Münster schützen hunderte Polizisten die Lebensrechtsversammlungen vor linken Chaoten

Linksradikale  –  darunter vor allem die „Antifaschistische Linke Freiburg“  – hatten wie üblich bereits im Vorfeld zu Störungen gegen die „reaktionäre Hetze“ der christlichen „Fundamentalisten“ aufgerufen, die angeblich „in erster Linie gegen das Selbstbestimmungsrecht von Frauen“ demonstrieren.

Diese von links propagierte „Selbstbestimmung“ ist nichts anderes als eine tödliche Fremdbestimmung gegen wehrlose Babys vor der Geburt.

Seit Jahren ist die Polizei mit ihren Einsatzkräften und Pferden vor Ort, um die Teilnehmer vor Randalen radikalfeministischer Gruppen und Antifa-Chaoten zu schützen.

Die Beamten waren auch diesmal hundertfach präsent, um die Versammlungsfreiheit der Teilnehmer zu gewährleisten, indem sie die Protestierer von den Lebensrechtlern trennte und zudem die mehrfachen Blockade-Aktionen von linker Seite aufzulösen.

Wie das Polizeipräsidium Freiburg berichtet, kam es hierbei „zu gelegentlichen Rangeleien“ von Randalierern „mit den Einsatzkräften“. Ingesamt gab es laut Polizeiangaben „rund 400 Gegendemonstranten“.

Die Abtreibungsaktvisten ließen aufgeblasene Kondome durch die Luft steigen und protestierten mit teils sinnwidrigen Parolen wie etwa dem folgenden Spruch: „Für die Freiheit, für das Leben, Pius von der Straße fegen!“

Speziell linke Logik: Wer die Tötung von Kindern im Mutterleib befürwortet, tritt also „für das Leben“ ein –  und die „Freiheit“, die hier gefordert wird, ist eine von der mörderischen Sorte.

Nach eineinhalb Stunden war die Lebensrechtler-Demonstration mit einer Abschlußkundgebung am Freiburger Kartoffelmarkt gegen 18,30 Uhr beendet.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Verlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt

 


Vorkonziliare Vielfalt in der Liturgie – Papst Pius XII. würdigte „religiösen Volksgesang“

Von Felizitas Küble

Zu Beginn der 70er Jahre wurde bekanntlich das neue Meßbuch in der katholischen Kirche eingeführt. Die überlieferte Liturgie – die sog. „alte Messe“  – schien in Vergessenheit geraten, wurde jedoch von einigen traditionellen Gemeinschaften (darunter der Pius- und der Petrusbruderschaft) weiter gefeiert.

Mit dem Indult von Johannes Paul II. und erst recht durch das liturgische Motu proprio von Papst Benedikt hat sich die überlieferte Messe wieder stärker verbreitet und ihr Heimatrecht in der Kirche zurückerhalten.

In der Debatte um die Liturgiereform wird manchmal die frühere erstaunliche Vielfalt in der Liturgie übersehen, wobei neben dem Choralamt bzw. Hochamt zum Beispiel die „stille Messe“, die deutsche Singmesse, die Gemeinschaftsmesse und die Betsingmesse geläufig waren.

Von den Singmessen ist besonders die Haydn- und die Schubert-Messe seit Jahrhunderten bekannt; auch die Betsingmesse war bereits vor 85 Jahren allgemein verbreitet – und somit der Gesang deutscher Lieder in diesen Varianten der Liturgie an der Tagesordnung.

Dieser Formenreichtum der überlieferten heiligen Messe war keine „wilde“ spezialdeutsche Angelegenheit, sondern wurde vom Vatikan gebilligt, zumal unsere Bischöfe sich damals gehorsam an römische Weisungen hielten. 

So sei z. B. an die Enzyklika „Mediator Dei“ vom 20.11.1947 erinnert, worin Pius XII. (siehe Foto) den „religiösen Volksgesang“ ausdrücklich empfiehlt.

In diesem Schreiben an die Bischöfe der Weltkirche würdigt der Papst zunächst den Gregorianischen Choral. Dann heißt es in Nr. 193 weiter, wenn zeitgenössische Musik und Gesänge gediegen seien, „so  müssen ihnen unsere Kirchen ohne weiteres Zutritt gewähren“, denn ihr Beitrag zur „Erhebung des Geistes“ und zur „Erweckung wahrer Andacht“ sei „nicht gering“.

Im nächsten Abschnitt Nr. 194 klingt die päpstliche Sprache noch eindringlicher: „Wir ermahnen euch auch, ehrwürdige Brüder, in eurer Hirtensorge den religiösen Volksgesang zu fördern. Mit Liebe und geziemender Würde gepflegt, vermag er nämlich den Glauben und die Andacht des christlichen Volkes sehr zu stärken und zu entflammen.“

Pius XII. hat damit eine kontinuierliche Entwicklung bestätigt, die schon seit Jahrhunderten ihre Bahnen zog.

Das Bischöfliche Generalvikariat Trier brachte 1892 ein amtliches „Gesangbuch“ heraus, bestehend aus 40 Seiten Choralgesängen und 400 Seiten deutschen Liedern, nicht nur für Andachten dem Kirchenjahr entlang, sondern ausdrücklich auch deutsche „Meßgesänge“ in fünf Varianten. 

Bischof Michael Felix schreibt im Vorwort: „Unsere deutschen Lieder wie unsere Weisen sind aus dem kindlich gläubigen Sinn unserer Vorfahren hervorgegangen. Sie brachten ihnen Trost im Leid, heilige Freude und Begeisterung im Dienste Gottes. Möchten sie dieselben Wirkungen bei uns hervorrufen.“

Ähnlich präsentierte sich das katholische Gebetbuch „Himmelsleiter“ von Ehrendomherr Tappehorn, das 1888 bei Laumanns im Verlag des Hl. Apstolischen Stuhles in Dülmen erschien. Darin wurde neben dem Hochamt ausdrücklich die „Deutsche Singmesse“ nach Haydn ausgebreitet (Eingangslied: „Hier liegt vor Deiner Majestät…“).

Diese im Volksmund als „Deutsches Hochamt“ bezeichnete Messe war schon Jahrzehnte vor der Einführung der Betsingmesse weit verbreitet; danach gab es beide Meßformen nebeneinander. Als Beispiel sei das Gesangbuch „Laudate“ des Bistums Münster von 1950 erwähnt: Darin wurden vier verschiedene Singmessen mit deutschen Liedern präsentiert, die zahlreichen Betsingmessen nehmen sogar über vierzig Seiten ein.

Fotos: Felizitas Küble, Archiv, Piusbruderschaft


Ägypten: Koptische Amtsträger lehnen traditionelle „Versöhnungszeremonie“ ab

Der koptisch-orthodoxe Bischof von Minya und Abu Qurqas, Anba Makarios, lehnte den Vorschlag ab, nach Ausschreitungen gegen Christen in Demshaw Hashem in der Provinz Minya eine traditionelle „Versöhnungszeremonie“ zu veranstalten.

Der koptische Bischof erklärte, dass solche Zeremonien oft den legitimen Schutz der Rechte christlicher Bürger nicht gewährleisten und Verbrechen nicht bestraft werden.

BILD: Koptischer Gottesdienst in der Clemenskirche von Münster

Angesichts der Episoden religiöser Gewalt appelliert Anba Makarios an das Gesetz und das Prinzip der Gleichheit aller Bürger, wie der ägyptische Präsident Abdel Fattah al Sisi immer wieder hervorhebt.

In den letzten Tagen hatten auch andere Vertreter koptischer Gruppen die traditionellen „Versöhnungszeremonie“ im Fall der jüngsten Gewalt gegen koptische Christen in Demshaw Hashem abglehnt.

In dem Dorf verhaftete die Polizei 19 Personen, die verdächtigt wurden, die Häuser koptischer Christen angegriffen zu haben. Auslöser der Übergriffe war ein Gebet in einer angeblich ohne Baugenehmigung errichteten Kirche, die von den Behörden noch nicht „anerkannt“ wurde. 

Bei den „Versöhnungszeremonien“ handelt es sich um öffentliche Versammlungen, die von den lokalen Behörden veranstaltet werden, um die Mitglieder der verschiedenen Religionsgemeinschaften nach Zusammenstößen zu öffentlichen Gesten der Versöhnung zu bewegen.

Quelle: Fidesdienst


Lippstadt: Firmung im traditionellen Ritus

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 21. April, haben fünfzehn Katholiken – darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene  – im westfälischen Lippstadt das Sakrament der Firmung im früheren Ritus empfangen (siehe Fotos). 

Um halb elf Uhr begann der feierliche Firmgottesdienst in der Kapelle „Zum guten Hirten“ mit einer Predigt von Bischof Alfonso de Galarreta (er ist einer der vier Weihbischöfe der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X.),  die von einem Priester auf deutsch übersetzt wurde.

Er erläuterte, wie Christus seine Apostel mit dem Heiligen Geistes ausgestattet hat und wie sein Beistand zu Pfingsten auch den Gläubigen in Jerusalem zuteil wurden.

Die Firmung verleihe dem Katholiken drei wichtige Gaben, die zugleich seine Aufgaben seien:

1. Er soll ein Zeuge des Glaubens sein. – 2. Er ist als „Soldat Christi“ berufen und erwählt, für die Heilswahrheiten einzutreten und für Christi Reich zu kämpfen. – 3. Er ist ein Apostel der Kirche und soll sich zum Glauben bekennen und ihn verbreiten.

Als Beter und Kämpfer für den katholischen Glauben lebe der Gefirmte aus der Kraft der übernatürlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), die Gott uns durch seine Gnade schenke. Berufen zur Heiligkeit, soll sich der Gläubige für das Königtum Christi einsetzen, obwohl – so der Bischof wörtlich – sich „Mutter Kirche in einer furchtbaren Krise“ befinde.

Der heutige Relativismus vertrete die Gleichheit der Religionen und die Irrlehre, wonach jeder seine „eigene Wahrheit“ finden könne. Verhängnisvoll sei auch die Ehrfurchtslosigkeit gegenüber dem Altarsakrament: Heute gehe bald jeder zur hl. Kommunion, ob er sich im „Stand der Gnade“ befinde oder nicht.

Es gelte, sich unter den Schutzmantel Mariens zu stellen und ihr Unbeflecktes Herz als Zuflucht vertrauensvoll zu verehren, erklärte der Bischof weiter. Die Gottesmutter führe sicher zu Christus, der wiederum unser Heilsweg zum himmlischen Vater sei. Maria könne für uns bei ihrem göttlichen Sohn die Gnade der Beharrlichkeit und Glaubenstreue erbitten, die in dieser verwirrenden Zeit so entscheidend sei.

Nach der Predigt erfolgte die Spendung der hl. Firmung nach dem überlieferten Ritus (wie er vor der Liturgiereform gespendet wurde). Der Bischof legte den Firmlingen die Hände auf und salbte sie mit Chrisamöl. 

Nach der Firmung, die ca. 45 Minuten dauerte, begann die hl. Messe bzw. das levitierte Amt mit dem Bischof und zwei Priestern. Neben den Ministranten war zudem eine gregorianische Männerschola zugegen; die Kapelle war mit Gläubigen aus nah und fern voll besetzt.

Nach den Feierlichkeiten gab es auf dem Platz vor der Kapelle noch viele anregende Gespräche zwischen Priestern und Kirchenbesuchern, zwischen Firmlingen, ihren Angehörigen und Gratulanten.

Erstveröffentlichung dieses Artikels hier: http://fsspx.de/de/news-events/news/firmung-lippstadt-mit-bischof-alfonso-de-galarreta-37125


Karfreitagsessen im Münsterland: STRUWEN

Im Münsterland und dem Niederrhein gibt es derzeit nicht nur in den Familien, traditionell den Struwen, auch „Struven“ oder „Strüvken“ genannt. In Münster beispielsweise werden diese Hefepfannkuchen oft am Karfreitag-Mittag im Pfarrgemeindehaus angeboten. Das Kirchenvolk trifft sich dort und trinkt Kaffee dazu. Die Struwen enthalten meist Rosinen, manchmal auch Äpfelstückchen.

Diese Speise, die sehr satt macht, ist in der westfälischen Gegend nachweisbar schon fast tausend Jahre alt und war vor allem in Klöstern sehr verbreitet.

Die ca. 2 cm dicken und 8 bis 10 cm breiten Fladen werden in reichlich heißem Öl von beiden Seiten „gebraten“, ähnlich wie Reibekuchen. Die Zubereitungszeit beträgt etwa eine halbe Stunde.

Zutaten für 12 bis 15 Stück:  
500 g Mehl
3/8 l Milch
40 g Hefe
2 Eier
2 Eßlöffel Zucker
1/2 Teelöffel Salz
250 g Rosinen
Öl zum Ausbacken
Zimt und Zucker oder Apfelmus

Zubereitung: Aus Mehl, Milch, Hefe, Zucker, Eiern und Salz einen Hefeteig herstellen. Die Hefe mit etwas lauwarmer Milch aufgehen lassen. Das Mehl in eine Schüssel mit allen  Zutaten einschließlich der aufgegangenen Hefe und mit der weiteren lauwarmen Milch anrühren. Möglichst 1 Stunde abwarten, mindestens jedoch 20 Min. Danach Rosinen oder Apfelstückchen unterheben. Mit einem Eßlöffel kleinere Portionen des Teiges in viel heißem Öl in einer Pfanne ausbacken. Mit Zimt und Zucker bestreuen oder mit Apfelmus bzw. Kompott servieren. Da die Struwen schnell anbrennen, sollte die Temperatur beim Backen nicht allzu hoch sein.

 

 

 


Leipziger Katholikentag: zwei hl. Messen in der überlieferten Liturgie

Am letzten Mai-Wochenende findet der 100. Katholikentag in Leipzig statt.  hv2001_07

Die traditionsorientierte katholische Laienvereinigung „Pro Missa Tridentina“ lädt alle Gläubigen zweimal zu einem feierlichen levitierten Hochamt ein, das in der außerordentlichen Form des römischen Ritus zelebriert wird  – und zwar in 04416 Markkleeberg (südlich von Leipzig) in der Kirche St. Peter und Paul (Dietrich-Bonhoeffer-Platz)

Diese Gottesdienste in lateinischer Sprache werden am Freitag, den 27. Mai, um 18 Uhr  –  und am Samstag, den 28. Mai, frühmorgens um 8 Uhr gefeiert.

Zum Plakat

Wegbeschreibung zur Kirche St. Peter und Paul, Markkleeberg