Australiens Vorwürfe gegen Vatikan haltlos: Sechs Millionen statt 1,4 Milliarden Euro

Australiens Finanzaufsicht hatte von Geldtransfers des Vatikans in Höhe von 1,4 Milliarden Euro innerhalb von sechs Jahren gesprochen. Nun wurde ein Rechenfehler eingeräumt: Es ging um 6 Millionen Euro in 362 Transaktionen.

Der Vatikan erklärte, diese Zahlungen begründeten sich in einigen vertraglichen Pflichten und der üblichen Verwaltung der Ressourcen.

Von enormen Finanztransaktionen des Vatikans kann also keine Rede sein.

Eine entsprechende Erklärung der australischen Finanzaufsichtsbehörde „Australian Transaction Reports and Analysis Centre“ (AUSTRAC) veröffentlichte die Zeitung „The Australian”.

„Wir gehen von einem Kodifizierungsproblem des Computers aus oder von einem Fehler bei der Ursprungskalkulierung“, so AUSTRAC. Zudem hatte die Einrichtung wohl auch italienische Transaktionen mit beim Vatikan verbucht.

Quelle und Fortsetzung der Nachricht hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2021-01/australien-rechenfehler-bei-finanztransaktionen-aus-dem-vatikan.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


Das Finanzvermögen ist weltweit dreimal schneller gewachsen wie das Sozialprodukt

Von Dr. Bernd F. Pelz

Wie ich bereits 2007 in meinem Buch „Manager im Würgegriff“ geschrieben haben, hat sich die Finanzwirtschaft von der Realwirtschaft entkoppelt. Die Geschwindigkeit der Entkopplung nimmt weiter zu: euros

Kam 1980 auf ein weltweites Sozialprodukt von rund 10 Billionen USD ein Finanzvermögen von etwa 12 Billionen USD, waren es 2010 etwa 214 Billionen US-Dollar bei einem weltweiten Sozialprodukt von gut 63 Billionen US-Dollar.

Da diese Zahlen die Vermögen der Schattenbanken nur ungenügend reflektieren, ist das reale Finanzvermögen noch deutlich höher  –  und bis heute auch noch gestiegen. Das Finanzvermögen ist also mehr als dreimal so schnell gewachsen wie das Sozialprodukt. Anders gesagt: heute steht einem Finanzvermögen von wenigstens 150 Billionen USD keine realwirtschaftliche Deckung gegenüber.

Konsequenzen:

  • Alle großen Finanzinstitute und Staatsfonds sind bemüht, möglichst inflationsunabhängige Güter der realen Welt zu ergattern. Der Kampf ist in vollem Gange.
  • Die Feuerkraft der Zentralbanken ist nicht mehr groß genug, um die um die Welt ziehenden Finanzvermögen im Zaum zu halten. Zudem fördert die Geldschwemme der Zentralbanken die Vermehrung der Finanzvermögen.
  • Die Volatilität auf den Finanzmärkten steigt weiter mit entsprechenden Auswirkungen auf die Realwirtschaft.
  • Die Wertentwicklung von Immobilien oder risikoreichen Anlageformen wie Aktien und Unternehmensanleihen entfernt sich von ihrem vernünftigen Niveau.
  • Die Finanzwelt stützt das Mantra der Politik für ein ungebremstes Wachstum zur Bekämpfung der Armut und um mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt zu halten. Ökologische Fragen geraten an den Rand oder werden ausgeblendet.
  • Vermeiden Sie unnötige und riskante finanzielle Transaktionen. Schonen Sie Ihre Liquidität.