Petition gegen die Widerspruchslösung: Tödliche Organentnahme bei Sterbenden

Von Renate Greinert

„Der Anspruch der Gesellschaft endet an meiner Haut.“ (Hans Jonas, Philosoph)

Hochrangige internationale Wissenschaftler bezeichnen eine Organentnahme als „justified killing“, auf deutsch „gerechtfertigtes Töten“. Überhaupt ist die Gleichsetzung des irreversiblen Hirnfunktionsausfalles mit dem Tod des Menschen unter Wissenschaftlern in aller Welt hochumstritten. Das Gleiche gilt für das dazugehörige Diagnoseverfahren, die Hirntoddiagnostik.

Von einem wirklich Verstorbenen können sie keine lebendfrischen Organe entnehmen und nur die kann man für eine Organübertragung gebrauchen.

Die Gesellschaft wird absichtlich im Unwissen gehalten: „denn wenn man die Gesellschaft aufklärt, bekommen wir keine Organe mehr“, so der Transplantationsmediziner Rudolf Pichlmayr 1987 mir gegenüber vor Zeugen.

Sobald der Verdacht auf einen möglichen „Hirntod“ besteht, beginnen die organprotektiven, spendezentrierten Maßnahmen: Man versucht die Organe in einem optimalen Zustand zu halten und läßt die neurologische Progredienz (Verschlechterung) zu (siehe DKI Studie 2012 – Blum, K.: Inhouse­ko­or­di­na­tion bei Organspenden — Abschluss­bericht, Düs­sel­dorf 2012, Seite 71).

Wollen Sie die letzten Stunden in ihrem Leben auf einem Operationstisch verbringen, fixiert, bewegungsunfähig, aufgeschnitten, nach der Qualität ihrer Organe beurteilt werden? Erst wenn alle vitalen Organe freipräpariert sind, unmittelbar bevor sie endgültig herausgeschnitten werden, wird die Beatmung abgestellt. Dann kommen die nächsten Operationsteams, die ihnen Augen, Gewebe, Knochen entnehmen. Auch Gliedmaßen und Gesichter können übertragen werden. Sie werden verwertet. Haben Sie sich so ihr Sterben vorgestellt?

Es gibt naturgemäß keinen Organmangel. Jeder Mensch hat seine Organe. Jeder Mensch braucht seine Organe bis zum Schluss. Darauf zu verzichten ist ein großes Opfer auf das niemand Anspruch erheben kann.

Herr Bundesminister Spahn, Ärzte die ihre Patienten nicht bei der DSO melden und Bürger die sich nicht zur Organspende bereiterklären, haben dafür ihre sehr berechtigten Gründe. Sie nun per Gesetz dazu zu nötigen, konterkariert das Prinzip Spende.

Herr Bundesminister Spahn schützen Sie uns vor ungewollter Organentnahme.

Für weitere Erläuterungen und Details verweise ich auf die Pressemitteilung von KAO.

HIER geht es zur Petition: https://www.change.org/p/gesundheitsminister-jens-spahn-widerspruchsregelung-nein-danke-der-anspruch-der-gesellschaft-endet-an-meiner-haut


Regensburg: Kontroverse Debatte zur Organspende auf dem Katholikentag

Von Gebhard Focke

Zur Podiumsdiskussion am 28. Mai von 16.30 bis 18 Uhr im Velodrom:

Die Veranstaltung über Organspende fand unter der Moderation von Dr. Hildegard Kaulen statt, Wissenschaftsjournalistin der FAZ.

Zu Beginn hielt Prof. Dr. Alexandra Manzei, Gesundheitswissenschaftlerin in Vallendar, ein Impulsreferat:: „Brücken bauen“ in der Transplantationsmedizin: ehrliche Aufklärung, transparente Politik, gute medizinische Versorgung. kao-logo-trans-verdana-breit-weiss

Dabei betonte sie besonders die kritischen Punkte dieser Medizin:

Die Zu-Tode-Definierung eines noch lebenden Menschen zum Zwecke der Organgewinnung, die fehlende neutrale Information für die Menschen, die einen Spenderausweis ausfüllen sollen, und die Tatsache, dass selbst dann, wenn alle Deutschen einen Organspendeausweis mit „Ja“ bei sich trügen, es niemals genügend Organe geben werde.

Weltweit 30 „Hirntote“, die Kinder zur Welt brachten

Frau Prof. Manzei wies darauf hin, dass es weltweit dreißig erfolgreiche Schwangerschaften von sog. „Hirntoten“ gibt.

Widerspruch erntete sie sowohl beim Moraltheologen Prof. Bormann aus Tübingen als auch bei dem Herzchirurgen Prof. Hirt aus Regensburg, was den „Hirntod“ anging. Für beide gab es dabei überhaupt keine kritischen Punkte, was die Definition betrifft, wohl aber hinsichtlich der Richtigkeit der Diagnose; denn: „Alle Menschen können Fehler machen.“ 0022

In der folgenden Diskussion, an der sich auch der Jurist Prof. Verrel aus Bonn beteiligte, Mitglied der Ständigen Kommission Organtransplantation der Bundesärztekammer, wurde über das White Paper des President´s Council der USA diskutiert.

Auch ging es darum, ob man die Gelder statt in die Transplantationsmedizin nicht lieber in die Entwicklung anderer Verfahren und in bessere Prävention investieren sollte, wie von Prof. Manzei angemahnt.

Ein weiterer Punkt betraf das Verhältnis einer üblichen Patientenverfügung zu einer gewünschten Organentnahme: Nach dem Transplantationsgesetz darf erst dann nach einer Organspende gefragt werden, wenn der Hirntod festgestellt ist. Es war strittig, ob diese Feststellung, die ja fremdnützig erfolgt, durch eine Patientenverfügung gedeckt ist, die lebensverlängernde Maßnahmen ablehnt

KAO-Vorsitzende berichtet von Angehörigen-Schicksalen

Renate Focke, 1. Vorsitzende von KAO, brachte demgegenüber die Erfahrungen der Angehörigen ein, die sich, im Schock, uninformiert, unter Zeitdruck, veranlasst sehen, einer Organentnahme zuzustimmen.

Erst später werde ihnen klar, was sie den sterbenden Angehörigen angetan hätten. Es sei ihnen bewusst geworden, dass der Sterbeprozess nachhaltig gestört worden sei. Es sei auch wichtig, darüber informiert zu sein, dass unter den Bedingungen einer Organentnahme eine Sterbebegleitung durch die Familie nicht möglich ist.

Um andere Menschen vor diesem Trauma zu bewahren, hätten Eltern, die ihre Kinder zur Organentnahme frei gegeben hatten, den Verein gegründet. Dieser fordere die enge Zustimmungslösung: Nur jede/r Volljährige/r, der/die selbst schriftlich nach vollständiger Aufklärung zugestimmt habe, dürfe als Spender/in in Frage kommen.

Renate Focke mahnte eine Änderung des Spenderausweises an: Es müsse dort nicht heißen: „Nach meinem Tod“, sondern: „Nach meinem Hirnversagen“. Sie forderte endlich eine ehrliche und vollständige Information der Menschen.

Und in diesem Punkt trafen sich schließlich alle Teilnehmer: Eine bessere und umfassende Aufklärung läge im Interesse aller, die mit dieser Medizin zu tun hätten.

 Weitere Infos über Organspende, Transplantation und „Hirntod“: http://www.initiative-kao.de/

 


Nein zur „Hirntod“-Definition, Organspende und zum Tod durch Explantation

Von Dr. med. Regina Breul

Stellungnahme zu einem Artikel in „Zenit“ vom 29. Januar 2014

Am 25. Januar verkündete „Bild.de“ in einer Schlagzeile: „Ihre Organe haben fünf Menschen gerettet“

Im Kleindruck erfuhr man, dass eine 23-jährige, US-amerikanische Studentin totgeprügelt wurde. Das Wichtigste scheint allerdings die Tatsache zu sein, dass man ihr Organe zu Transplantationszwecken entnommen und dadurch angeblich fünf Menschen das Leben gerettet hat.1000

BILD: Die Ärztin Dr. R. Breul ist Co-Autorin dieses Sachbuchs „Hirntod – Organspende“ (Media-Maria-Verlag)

Kein Wort darüber, dass sie nicht im üblichen Sinn tot war, sondern für „hirntot“ erklärt wurde. Sie verstarb erst auf dem OP-Tisch bei der Explantation.

Drei Tage später zelebriert der Päpstliche Almosenier, Msgr. Konrad Krajewski, in der polnischen Nationalkirche in Rom die Begräbnisfeier für einen 31-jährigen polnischen Obdachlosen, der brutal zusammengeschlagen wurde. Der junge Mann war Patient in der „Agostino- Gemelli-Klinik“, die zur „Katholischen Universität vom Heiligen Kreuz“ gehört und 1964 durch Papst Paul VI. eröffnet wurde.

Ein Vertreter der Gemeinschaft Sant’Egidio betonte , dass dank dieser Geste der Angehörigen die Organe des jungen Mannes gespendet und damit vier Leben gerettet wurden.

Auch dieser junge Mann war nicht tot, sondern hirntot. Organe, die für eine Transplantation benötigt werden, können nur einem noch lebenden, künstlich beatmeten Menschen entnommen werden.

Die Hirntod-Diagnose hat sich inzwischen als höchst zweifelhaft erwiesen. Das sehen übrigens auch 40Prozent der Intensivmediziner und Anästhesisten so.  Sie akzeptieren das Hirntod-Konzept nicht; wie eine Umfrage ihres Fachverbandes (DIVI) gerade ergab.

Ein für hirntot erklärter Patient ist ein lebender Mensch. Erst nach der Organentnahme ist er tot.

In welcher Welt leben wir?  – Selbst in katholischen Krankenhäusern wird menschliches Leben aktiv beendet.

Angehörige eines Obdachlosen gelten als barmherzige Samariter für fremde Menschen. Wo waren sie, als der  junge Mann ihre Hilfe gebraucht hätte, als er obdachlos wurde?

Was einem selber nicht gehört, kann man leicht spenden. Das schlechte Gewissen, das man dem Angehörigen  gegenüber hätte haben müssen, kann man dank der hochherzigen Spende beruhigen.

Die Verbrechen an den jungen Menschen scheinen dank der Organspenden nicht mehr ganz so schlimm zu sein. Es entsteht  fast der  fatale Eindruck, sie würden durch das vermeintlich Gute, was daraus entstanden ist, gleichsam gerechtfertigt. Wohin soll das führen?

Können wir es akzeptieren, dass die Kirche sich an so etwas beteiligt?  –  Das ist  aus meiner Sicht eine Diskussion wert…

Dr. Regina Breul ist eine katholische Ärztin und Publizistin; sie lebt mit ihrer Familie in München

Abbildung: Verlag Media Maria

 


Ungarn: Baby drei Monate nach „Hirntod“ der Mutter gesund zur Welt gekommen

Im ungarischen Debrecen wurde ein Vierteljahr nach dem diagnostizierten „Hirntod“ der Mutter ein gesundes Kind per Kaiserschnitt entbunden. Die 31-jährige Frau hatte zuvor eine Hirnblutung erlitten. Dies teilte die Universitätsklinik im ostungarischen Debrecen mit.

Das Baby habe nur 1,42 kg gewogen, da es bereits in der 27. Schwangerschaftswoche geholt worden sei. Mittlerweile lebe es bei seiner Familie, die anonym bleiben wolle.

Die Mutter wurde in der 15. Schwangerschaftswoche für klinisch tot erklärt. Nach der Geburt seien ihr das Herz und ihre Bauchspeicheldrüse entwendet worden. Auch Leber und Nieren gingen an vier Patienten, die auf ein Spenderorgan warteten.

Quellen: WELT/AFP/sfrn

Online-Petition zur Aufklärung über Organ-Transplantation und „Hirntod“

Wortlaut der Petition:

Noch 1952 galt der Mensch als tot, wenn das Kreislaufsystem irreversibel zusammenbrach. Erst 1968 galt der Hirntod bei den meisten Ärzten als endgültiger Tod eines Menschen.

Jeder, der einer Transplantation zustimmt, stimmt auch erweiterten Lebenserhaltungsmassnahmen zu. Doch ist ein Hirntoter wirklich tot? Das bezweifeln immer mehr Ärzte. Diese Arzte behaupten, dass erst der Herztod zum Tod führt!

Lebende Organe können keinem toten Organismus entnommen und transplantiert werden! Lebende Organe werden einem noch lebenden Organismus entnommen!

Wir fordern, dass diese Tasachen in allen verbreiteten Infos zum Thema Organtransplantatiotion auftauchen und festgehalten werden.

Begründung: Aus ethischen und menschlichen Gründen gegenüber dem Spender.

Original und Online-Unterzeichnung HIER: https://www.openpetition.de/petition/online/organspende-komplette-aufklaerung-ueber-transplantation-und-hirntod