Mord an hilfsbereitem Priester in Italien

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Der katholische Priester Roberto Malgesini ist im norditalienischen Como offenbar hinterrücks erstochen worden. Ein obdachloser Tunesier soll den 51-Jährigen plötzlich mit einem Küchenmesser angegriffen haben, als dieser auf einer Piazza Nahrungsmittel an Bedürftige verteilte.

Der Geistliche war als Seelsorger der Armen bekannt. Weit über Como hinaus sorgt der Mord vom vorigen Dienstag für Entsetzen.

„Er war ein glücklicher Mensch und Priester“, sagt Ortsbischof Oscar Cantoni zu Radio Vatikan über den Ermordeten. Der katholische Oberhirte lud am Dienstagabend die Gläubigen von Como in die Kathedrale ein – dort wurde für den Ermordeten und für seinen Mörder gebetet.

Bischof Cantoni war mit Malgesini eng befreundet. „Ich erinnere mich an ihn mit großer Verehrung. Ich glaube, man kann ihn einen Märtyrer der Nächstenliebe nennen.“

Für Pfarrer Malgesini gehörte es zum Alltag, den Bedürftigen in seiner Pfarrei zu helfen. Jeden Morgen drehte er eine Runde, damit sie etwas zum Frühstück hatten – auch während der Corona-Einschränkungen.

Quelle und vollständiger Text hier: https://www.vaticannews.va/de/welt/news/2020-09/como-malgesini-mord-priester-italien-migrant-arme-tod-interview.html?utm_source=newsletter&utm_medium=email&utm_campaign=NewsletterVN-DE


CDL trauert um CDU-Politiker Roland Rösler

Mit großer Trauer und Dankbarkeit nehmen die Christdemokraten für das Leben (CDL) Abschied von ihrem langjährigen Vorstandsmitglied Roland Rösler:

Heute wurde der frühere stellvertretende CDL-Bundesvorsitzende Roland Rösler und CDU-Landtags-Abgeordnete nach schwerer Krankheit im hessischen Heidenrod beigesetzt.

Die letzte Ehre erwiesen ihm in großer Dankbarkeit und Verbundenheit u.a. sein Weggefährte und Nachfolger im Wahlkreis Rheingau/Taunus, der hessische Innenminister Peter Beuth, und der ehem. Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung.

Minister Beuth würdigte in seiner Traueransprache den großen persönlichen und politischen Einsatz des Verstorbenen in der CDU, für die deutsche Einheit, für das Wohl und die Würde des Menschen.

Die CDL war durch ihre Bundesvorsitzende Mechthild Löhr (siehe Foto) vertreten, die im Namen des CDL-Bundesvorstandes die große Verbundenheit und Dankbarkeit mit dem langjährigen CDL-Landesvorsitzenden ausdrückte und der Familie kondolierte.

Roland Rösler war seit der Gründung der CDL mit Johanna Gräfin von Westphalen und Hubert Hüppe MdB a.D. mit großem Engagement für den Lebensschutz aktiv. In zahlreichen Veranstaltung gab er sein großes Wissen weiter, das man in seinen Publikationen heute noch nachlesen kann.


Wo bleiben Trauer und Entsetzen über den Tod der abgetriebenen Kinder?

Von Reinhard Wenner

Unisono wird von Politikern, Journalisten, Kirchenvertretern über die vielen Toten geklagt, die in diesen Tagen am Corona-Virus Covid 19 gestorben sind.

Etliche Milliarden Euro werden zur Verfügung gestellt, um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie zu mildern. Von den Menschen in Deutschland wird verlangt, dass sie zeitweise die Einschränkung von Grundrechten hinnehmen, weil der Schutz des Lebens absoluten Vorrang habe. In sog. Notfall-Plänen soll die Verpflichtung zur (Mit-)Hilfe ausdrücklich verankert werden.

In der Tat ist es traurig, dass so viele Menschen an dieser Pandemie gestorben sind und noch kein Ende absehbar ist.

Es ist verständlich, dass die wirtschaftlichen Schäden möglichst ausgeglichen werden sollen, die durch das zeitweilige Schließen von Fabriken, Büros und Geschäften, Gaststätten und Hotels und den Absagen von Kultur- und Sportveranstaltungen entstehen.

Verständlich ist weiter, dass der Schutz des Lebens als vorrangig bezeichnet wird und andere Menschenrechte wie die Glaubensfreiheit und Bürgerrechte wie die Versammlungsfreiheit vorübergehend dahinter zurücktreten sollen.

Aber nicht weniger verstörend als diese Pandemie ist das, was seit Jahrzehnten mit vielen ungeborenen Kindern geschieht:

Mathias von Gersdorff schreibt in seinem Buch „Queere Ideologie gegen Lebensrecht“, Frankfurt/M 2020, S. 105, weltweit seien 42 Millionen Kinder allein im Jahr 2019 im Mutterleib getötet worden.

Wenn es um das Lebensrecht ungeborener Kinder geht, ist das hinsichtlich Corona als vorrangig bezeichnete Recht auf Leben bei etlichen Politikern, Journalisten, Kirchenvertretern allenfalls noch zweit- oder drittrangig. Da wird das Selbstbestimmungsrecht der Schwangeren für maßgebend erklärt. Mit welchem Recht eigentlich?

Welcher Bischof, welcher Priester sieht sich zum Beispiel veranlasst, jeden Monat zu einem Trauergottesdienst für die getöteten Kleinen aufzurufen? Wäre nicht jeden Monat ein päpstlicher Segen a la „Urbi et orbi“ für alle Schwangeren und Ungeborenen angebracht?

Warum stellt der Bundesfinanzminister nicht etliche Milliarden Euro zur Verfügung, um Schwangeren und Familien mit kleinen Kindern finanziell zu helfen? Es dürfte eine gute Investition in Deutschlands Zukunft sein.

Wegen der Pandemie wird auf Balkonen Musik gemacht und gesungen und werden Kirchenglocken geläutet. Priester gehen mit der Monstranz durch die Straßen ihrer Gemeinde.

Und wer von denen, die sich derzeit ehrenamtlich zugunsten der Covid 19-Erkrankten einsetzen, wird aktiv zugunsten der Ungeborenen? Von einer Pflicht aller zum Einsatz für Ungeborene ist keine Rede.

Welche Medien schreiben über die Millionen von abgetriebenen Kindern? Wer berichtet über die seelischen und gesundheitlichen Schäden, die manche Schwangeren erleiden, die abgetrieben haben?

Als Erzbischof DDr. Johannes Dyba als Oberhirte von Fulda vor über 20 Jahren am Fest der unschuldigen Kinder die Kirchenglocken gegen Abtreibung läuten ließ, ist er von Bischofskollegen in Deutschland kritisiert und von Journalisten angefeindet worden.

Wer an einem „Protestmarsch für das Leben“ teilnimmt, muss seit Jahren und wohl auch derzeit damit rechnen, dass er von sog. Gegendemonstranten beschimpft und sogar körperlich angegriffen wird – allein deswegen, weil er für das Lebensrecht auch der Ungeborenen eintritt.

Wie kommt es, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird und hinsichtlich der Rechte ungeborener Kinder intellektuelle Purzelbäume bei etlichen Leuten zur Selbstverständlichkeit gehören?

Bei manchen Leuten regt sich das Gewissen wohl nur, wenn es in die politische Landschaft passt. Armes Deutschland!

Weitere Beiträge von Reinhard Wenner im CHRISTLICHEN FORUM siehe hier: https://charismatismus.wordpress.com/?s=reinhard+wenner


AfD beklagt politische Instrumentalisierung des Verbrechens in Hanau

Zum Mehrfach-Mord in Hanau erklärt der Innenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Gottfried Curio:  

„Die Bluttat von Hanau ist ein verabscheuungswürdiges Verbrechen. Unsere Gedanken voll Trauer und Mitgefühl sind bei den Hinterbliebenen sowie den Verletzten und ihren Angehörigen.

Der mutmaßliche Täter hinterließ ein Video und ein Manifest, die hinsichtlich seiner geistig-psychischen Verfasstheit auf eine erhebliche paranoide Störung schließen lassen.

So will er mit unsichtbaren Menschen gesprochen und über telepathische Fähigkeiten verfügt haben, meinte, er werde seit seiner Geburt überwacht, hing wirren Verschwörungstheorien an, vermeinte, mit seinen Gedanken mit den Anschlägen vom 11. September 2001 in Zusammenhang zu stehen, und wollte eine Zeitschleife fliegen, um den Planeten zu zerstören, bevor Leben auf ihm entsteht; weiter geht es um telepathische Kontrolle, Fernsteuerung und rituellen Missbrauch in unterirdischen Basen.

Dieser mutmaßliche Täter war schon lange auf einer psychisch abschüssigen Bahn pathologischer Art. Er war auch jemand, der seine eigene Mutter erschoss.

Man kann Strukturen und Netzwerke gewaltbereiter Gruppierungen verstärkt unter die Lupe nehmen und gegebenenfalls verbieten; schlimmerweise ist gegen psychisch gestörte Einzeltäter geheimdienstlich und polizeilich meist kein Kraut gewachsen. Da helfen nur mehr psychologische Betreuung und Hilfsangebote.

Was an diesem Tag der Trauer nicht angezeigt ist, aber bereits durch Regierungskreise und linke Parteien geschieht: die unentschuldbare Gewalttat eines offensichtlich massiv psychisch  gestörten Einzeltäters zu instrumentalisieren, um zu versuchen, die nach wie vor grundsätzlich zu hinterfragende Regierungspolitik gegen legitime Kritik zu immunisieren, indem man zu den üblichen Verschleierungs-Framings greift und zur Verleumdung des politischen Gegners, die Opposition gar in diffuse Mitverantwortung für Wahnsinnstaten eines offensichtlich Verrückten hineinziehen will.

Der Wunsch nach politischen Veränderungen darf niemals zu irgendeiner Anwendung von Gewalt führen; ausschließlich der Weg der parlamentarischen Demokratie ist zu beschreiten. Genauso darf es umgekehrt nicht geschehen, dass die Tat in zynischer politischer Ausmünzung missbraucht wird, um ein politisches Fehl-Narrativ in Umlauf zu bringen: um Trauer, Entsetzen und Abscheu angesichts einer solchen furchtbaren Tat als Wasser auf die Mühlen einer seit langem verfehlten Regierungspolitik zu lenken.“


Wir trauern um Gertrud Dörner (†)

Von Felizitas Küble

Seit weit über 20 Jahren sind wir freundschaftlich mit ihr verbunden: Gertrud Dörner aus Stadtlohn (NRW) ist am 13. Januar 2020 im Alter von 77 Jahren an Herzversagen verstorben.

Die katholische Familienmutter (siehe Foto) ist  –  getröstet und gestärkt mit den hl. Sakramenten  – von GOTT in die Ewigkeit heimgerufen worden. 

Wir trauern mit ihrem Mann, den Kindern und Enkelkindern um diese glaubensstarke Katholikin, die kein Blatt vor den Mund genommen hat, dabei aber inhaltlich fundiert und stets argumentativ zu schreiben und zu reden wußte.

Oft bin ich mit Gertrud und ihrem Ehemann Reinhard gemeinsam zu Tagungen und Sitzungen gefahren, nicht zuletzt zum Kongreß „Freude am Glauben“ in Fulda oder Aschaffenburg.

Noch vor wenigen Wochen traf ich Gertrud wohlgelaunt bei einer Zusammenkunft glaubenstreuer katholischer Gruppen in Münster.  Humor- und schwungvoll war sie von ihrem Naturell her sowieso. Umso mehr überraschte und erschütterte mich ihr plötzlicher Herztod.

Die Pädagogin setzte sich seit Jahrzehnten mit einem Eifer ohnegleichen, aber auch intellektuell und theologisch kenntnisreich, für die Glaubens- und Sittenlehre der katholischen Kirche ein. Sie veröffentlichte in zahlreichen Publikationen, brachte aber auch selber eine Zeitschrift im Rahmen der von ihr gegründeten „Marianischen Liga“ heraus.PICT0294

Gemeinsam mit ihrem Mann nahm sie fast jedes Jahr am Kreuze-Gebetszug für das Leben in Münster teil, der stets Mitte März stattfindet und seit langem regelmäßig von linksradikalen Chaoten gestört wird, weshalb die Lebensrechtler ihre Prozession nur mit Hilfe starker Polizei-Begleitung durchführen können. (Das FOTO zeigt in der Mitte Reinhard Dörner mit einem weißen Holzkreuz.)

Die ehem. Studienrätin verstand ihren Ruhestand nicht als Ruhekissen, sondern nutzte die Chance, sich besonders intensiv für die Belange des Glaubens einzusetzen. Dabei gehörte sie zu den kenntnisreichsten Kritikern des immer mehr absackenden Religionsunterrichts an den Schulen und verfaßte gehaltvolle Studien und Broschüren hierüber, rezensierte Religionsbücher und zeigte Wege aus der Krise auf.

Gemeinsam mit ihrem Ehemann veranstaltete sie dutzende Vorträge und Tagungen im Rahmen des „Kardinal-von-Galen-Kreises“. Besonders beliebt ist seit jeher die mehrtägige „Osterakademie“ im traditionsreichen und altbewährten Marienwallfahrtsort Kevealer am Niederrhein.

Gertrud pflegte eine glaubensfrohe und bodenständige Marienverehrung, gehörte aber nicht zu jenen Katholiken, die allen möglichen (und unmöglichen) „Sehern“ und „Erscheinungen“ hinterherlaufen. Die Gründerin der Frauenbewegung „Marianische Liga“ war geistig zu besonnen und wachsam, um sich in schwärmerische oder gar abergläubische Gefilde zu begeben. Auch der Charismatik stand die nüchtern denkende Katholikin daher kritisch gegenüber.

Zugleich grenzte sie sich deutlich vom Feminismus und progressiven Gruppen wie „Maria 2.0“ ab und verteidigte ihre katholischen Standpunkte auch bei „Streitthemen“ wie Zölibat, Frauenpriestertum, Abtreibung usw.

Gertrud Dörner wird am kommenden Montag, dem 20. Januar 2020, um 13.30 Uhr auf dem kath. Friedhof in Emsdetten (Nordwalder-Str.) beigesetzt, anschließend ist das Requiem (Totenmesse) in der Kirche St. Pankratius (nicht weit vom Friedhof entfernt).

Emsdetten ist ein westfälischen Städtchen, das zwischen Münster und Rheine liegt. Mehrere Freunde des KOMM-MIT-Verlags und des CHRISTOFERUSWERKs – das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt – werden dieser tapferen und einsatzfrohen Frau gerne die letzte Ehre erweisen. Bei aller Trauer und Wehmut freue ich mich, ihrem freundlichen und ebenfalls sehr glaubensengagierten Ehemann Reinhard wieder zu begegnen.

HIER einige frühere Artikel von und über Gertrud Dörner im CHRISTLICHEN FORUM: https://charismatismus.wordpress.com/?s=gertrud+d%C3%B6rner


Wir trauern um Pater Lothar Groppe SJ

Von Felizitas Küble

Der katholische Priester und Jesuitenpater Lothar Groppe ist am heutigen Sonntagmorgen mit 92 Jahren von Gott in die Ewigkeit heimgerufen worden.

Der Geistliche (siehe Foto) starb am 17. November  –  dem Volkstrauertag  –  nach längerer Krankheit im Peter-Faber-Haus, der Seniorenresidenz des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Dies erfuhr ich durch die freundliche Familienmutter Mechthild Truthmann, die Pater Groppe seit langem gemeinsam mit ihrem Mann Burkhard regelmäßig besuchte.

Wir waren mit diesem glaubensstarken, geistreichen, humorvollen und herzensguten Geistlichen seit ca. 30 Jahren befreundet. Er hat uns gerne in unserer Redaktion in Münster besucht und wir hatten fast immer dieselbe „Wellenlänge“.

Er fühlte sich unserem KOMM-MIT-Jugendverlag und unserem Christoferuswerk sowie dem CHRISTLICHEN FORUM eng verbunden. Nach dem Tod unseres Verlagsgründers Günter Stiff am 10.9.2002 zelebrierte er das Sechswochen-Seelenamt in Münster und hielt eine kraftvolle Predigt.

Am 31. Juli dieses Jahres konnte Pater Groppe sein 60-jähriges Priesterjubiläum feiern – direkt einen Tag davor erlebte er seinen 92. Geburtstag.

Der bekannte Jesuitenpater und Schriftsteller hat noch vor drei Jahren ein fundiertes Sachbuch veröffentlicht, das sich vor allem mit der Rettung von Juden und „nichtarischen Katholiken“ in Wien befaßt.

Der Titel lautet: „Kirchlicher Einsatz für Juden im Dritten Reich“. (Näheres hier: https://charismatismus.wordpress.com/2016/09/28/wie-jesuitenpater-ludger-born-und-sr-verena-buben-bedrohte-juden-retteten/)

Lothar Groppe kam am 30. Juli 1927 im westfälischen Münster als Sohn des späteren Generalleutnants Theodor Groppe zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Westfalen, Ostpreußen, Oberschlesien, Pommern, Hessen und Bayern.

Nach Kriegsende studierte er Rechtswissenschaft und trat am 7. September 1948 in die „Gesellschaft Jesu“ ein. Es folgte das Lizenziat der Philosophie, am 31. Juli 1959 empfing er die Priesterweihe.

P. Groppe wirkte jahrzehntelang als Krankenhausseelsorger in Bad Pyrmont und als Schriftsteller, zeitweise auch als Gemeindepfarrer in Österreich, als Dozent und Militärdekan an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg sowie als Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan.

Von 1973 bis 1987 hielt er Vorlesungen und Seminare für die österreichischen Generalstabs-Lehrgänge.

Der Geistliche ist nicht nur Sohn des Widerstandskämpfers Theodor Groppe, sondern bezog selber schon mit 12 Jahren deutlich Stellung gegen Hitler. Er war daher mehrfach „Gast“ der Gestapo (Geheimen Staatspolizei). Nach dem Krieg wurde er von der Besatzungsmacht als „politischer Verfolgter“ anerkannt.

Sein Vater Theodor Groppe war Generalleutnant und Divisionskommandeur am Westwall. Man nannte ihn wegen seiner grundkatholischen Haltung den „Schwarzen General“. Im 1. Weltkrieg erhielt er zahlreiche Tapferkeitsauszeichnungen, darunter den höchsten Orden Pour le Mérite, der nur 687 mal vergeben wurde. (Im Vergleich dazu wurden im 2. Weltkrieg 6 bis 8 Millionen „Eiserne Kreuze“ verliehen.)

In der Stadt Hanau, wo Theodor Groppe einige Zeit gewirkt hatte, wurde eine Straße nach ihm benannt (siehe Foto).

Weil der mutige General den NS-Schergen widerstand, insbesondere SS-Reichsführer Himmler widersprach, wurde er 1942 militärisch degradiert, aus der Wehrmacht ausgestoßen und im August 1944 von der Gestapo verhaftet. Durch Flucht aus der Festung Küstrin entging er der geplanten Hinrichtung und konnte die Kriegszeit überleben.

Der Generalleutnant verhinderte durch seinen Schießbefehl gegen Judenverfolger eine von der NSDAP befohlene „Volkskundgebung gegen die Juden“. Vor allem bei Juden im Saarland war er als „Retter“ bekannt und bewundert.

Sein Sohn Lothar hielt sich auch selber an die geradlinige und unbeugsame Art seines Vaters. Er widerstand dem braunen ebenso wie später dem roten Zeitgeist und orientierte sich an christlichen Prinzipien und der katholischen Glaubenslehre.

Seine Predigten und Vorträge waren gehaltvoll, mitreißend, schwungvoll und manchmal auch etwas humorvoll-scherzhaft.

Der Pater publizierte jahrzehntelang in dutzenden Zeitungen und Zeitschriften von „Theologisches“ über die „Junge Freiheit“ oder die „Preußische Allgemeine Zeitung“ bis zu „Soldat im Volk“ oder Schriften des BdV (Bund der Vertriebenen). Insgesamt hat P. Groppe rund 1800 Artikel veröffentlicht.

Besonders für die Belange der deutschen Heimatvertriebenen setzte sich der Jesuit durch Wort und Tat wirkungsvoll ein.

Seine klare katholische Ausrichtung hinderte ihn keineswegs daran, eine vernünftige Ökumene mit theologisch konservativen Protestanten zu pflegen. So schrieb er z.B. regelmäßig für die Zeitschrift „Erneuerung und Abwehr“ der Evangelischen Notgemeinschaft und hielt Reden vor evangelikalen Initiativen. 

Bis zuletzt stand der Geistliche im freundschaftlichen Kontakt mit evangelischen Christen.

So half ihm z.B. der Unternehmensexperte und Publizist Dr. Bernd F. Pelz (siehe Foto) sachkundig beim Lektorat und der Erstellung des Groppe-Buches über „Kirchlichen Einsatz für Juden im Dritten Reich“. Außerdem unterstütze Dr. Pelz seinen priesterlichen Freund tatkräftig bei mehreren Umzügen.

Pater Groppe SJ gehörte zu dem vom deutschen Juden Gerhard Löwenthal („ZDF-Magazin“) mitgegründeten „Konservativen Büro“ in Bielefeld. 

Ähnlich wie der  –  ebenfalls NS-verfolgte  –  Löwenthal setzte sich Groppe stets für einen gesunden Patriotismus und entschieden für die deutsche Wiedervereinigung ein; zudem würdigte er die Heimatvertriebenen aus den Ostgebieten und erinnerte immer wieder an ihr tragisches Schicksal, was oftmals wütende Schmähkritik von links hervorrief.

Der Geistliche hatte guten Kontakt mit Erzbischof Johannes Dyba, dem am 23. Juli 2000 plötzlich verstorbenen Oberhirten von Fulda.

Im Dyba-Gedenkband „Der Löwe von Fulda“ aus dem KOMM-MIT-Verlag (siehe Foto) ist ein fundierter Beitrag von Pater Groppe enthalten. Darin würdigt er den unerschrockenen Bischof von Fulda sowohl als Bischof wie auch als Mensch und Mitbruder. (Hier die Besprechung der „Tagespost“ über diesen Sammelband: https://charismatismus.wordpress.com/2016/04/01/loewe-von-fulda-wuerdigung-unseres-dyba-gedenkbandes-in-der-tagespost/)

Pater Groppe wirkte von 1982 bis 2007 als Krankenhauspfarrer in Bad Pyrmont. Einige Zeit später war er als Seelsorger an einer Mutter-Kind-Klinik in Timmendorfer Strand tätig.

Seit August 2015 lebte der unbeugsame Geistliche im Seniorenheim des Jesuitenordens in Berlin-Kladow.

Wir bewahren sein geistiges Vermächtnis in unserem Herzen und sind weiter durch Gebet und Gedenken mit ihm verbunden.

VORTRAG von Pater Groppe über das Priestertum: https://charismatismus.wordpress.com/2017/12/30/ueber-gnade-und-auftrag-wuerde-und-buerde-des-priestertums/


Buch-Neuerscheinung „Mama Shekinah“ und die Kraft christlicher Liebe

„Mama Shekinah“ schildert die Lebensgeschichte von Hedwig Rossow, deren Mann im Süd-Sudan von Kindersoldaten ermordet wurde. Statt Afrika den Rücken zu kehren, begegnet die Missionarin den Menschen dort mit Offenheit und Liebe. 

Hedwig Rossow wächst in Paraguay in einer christlich-mennonitischen Gemeinde auf. Schon immer ist sie fasziniert von fremden Ländern und reist als Missionarin erst nach Brasilien, dann nach Afrika.

Obwohl sie zur Begrüßung mit Steinen beworfen wird, verliert sie ihr Herz an diesen Kontinent und die Menschen, die dort leben. Sie hat immer ein Ziel vor Augen: Gottes Botschaft in der Welt zu verbreiten.
 
Hedwig, die von allen Hedi genannt wird, macht eine Ausbildung zur Traumaseelsorgerin. Eine Tätigkeit, die alles andere als ungefährlich ist.
 
Auf dem Weg in den Süd-Sudan werden sie und ihr Mann Colin von Kindersoldaten überfallen und beschossen. Colin stirbt in den Armen der schwangeren Hedi. Ihre Welt bricht zusammen. Trauer, Zweifel und Schmerz folgen.
 
Doch Gott hilft der jungen Mutter durch diese schwierige Zeit. Und sie nennt ihre kleine Tochter Shekinah, was soviel bedeutet wie: die Gegenwart Gottes. Gott ist da. Hedi trifft eine Entscheidung: Aus der Asche soll Schönheit erwachsen.

Mit Shekinah geht sie zurück nach Afrika und eröffnet ein Haus für ehemalige Kindersoldaten.  In ihrem Vorwort schreibt sie: „Ich habe meinen Glauben an Gott und an die Kraft der Vergebung an Verletzte und Verfolgte weitergegeben. Ich habe von ihnen gelernt, was wahre Stärke ist.“ Und dann findet sie dort auch noch ganz unerwartet eine neue Familie.
 
Zusammen mit Anna Lutz erzählt Hedwig Rossow ihre wunderbare Geschichte über Trauer, die Kraft der Liebe, Vergebung und neues Leben.

Buch-Daten: Hedwig Rossow, Anna Lutz. Mama Shekinah. Afrikas Kindersoldaten nahmen mir den Mann – ich antwortete ihnen mit Liebe. Gebunden, 13,5 x 21,5 cm, 288 S., inkl. 16-seitigem Bildteil
18,99 €. ISBN: 978-3-7751-5863-3 | SCM-Hänssler-Verlag

Erscheint am 2. September 2019


Evangelikale SCM-Verlagsgruppe trauert um ihr Urgestein Friedrich Hänssler

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Friedrich Hänssler, der langjährige Geschäftsführer des SCM-Hänssler-Verlags, verstarb am 7. Mai 2019 im Alter von 92 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit, nur wenige Wochen nach dem 100-jährigen Jubiläum des Verlages. 395790000

„Mit dem Tod von Friedrich Hänssler haben wir einen der bedeutendsten evangelischen Verleger des 20. Jahrhunderts verloren“, erklärt Klaus Jost, Vorsitzender der Geschäftsführung der SCM Verlagsgruppe:

„Die Familie Hänssler und der Verlag mit allen Mitarbeitern sind froh und dankbar für sein Lebenswerk“.

BILD: Lebenserinnerungen „Unter Gottes Führung“ von Friedrich Hänssler sen.
 
Über viele Jahre prägte sein Sohn – Friedrich Hänssler jun.  – den Verlag. Seit 1950 arbeitete er im Verlag seines Vaters, übernahm ab 1958 die Verantwortung für das Unternehmen und machte ihn zu dem, was der Verlag heute ist: einer der größten evangelikalen Verlage Deutschlands mit einem breiten Verlagsprogramm rund um Gemeinde- und Familienthemen und christlicher Musik.

Friedrich Hänssler schöpfte seine Zuversicht aus der Bibel und seinem tief verwurzelten Glauben: „Nie aufgeben, auch wenn es hoffnungslos aussieht, Gott hat einen Plan und lässt dich niemals allein!“.

Auch in seinen schweren letzten Stunden hatte er diesen Glaubensmut: „Wir sehen uns wieder!“, sagte er seiner Familie noch kurz vor seinem Abschied.
 
 


Wir trauern um Dr. Angelika Pokropp-Hippen

Von Felizitas Küble

Am Dienstag, dem 26. März 2019, verstarb nach langem Krebsleiden eine katholische Christin aus Münster-Amelsbüren, die weit über das Münsterland hinaus bekannt war, besonders als engagierte und kompetente Lebensrechtlerin und Buchautorin.

Durch den gemeinsamen Einsatz gegen Abtreibung haben wir die 1954 geborene Allgemeinärztin – auch ihr Mann ist als Mediziner tätig – bereits vor Jahrzehnten persönlich kennengelernt.

In Münster führte die Mutter von drei Kindern ab November 1997 für Samstag-Mittag ein regelmäßiges ökumenisches „Beten für das Leben“ in der Lamberti-Kirche ein. Danach folgten monatliche abendliche Votivmessen für die ungeborenen Kinder in der Aegidii-Kirche.

Jährlich führte sie zudem am 28. Dezember – dem Tag der Unschuldigen Kinder von Bethlehem – im St-Paulus-Dom eine Kreuzwegandacht durch, wobei die Gläubigen betend und betrachtend an den inneren Kapellen der Bischofskathedrale vorbeischritten.

Die Publizistin und Vortragsreisende veranstaltete jährlich marianische Tagungen in Freckenhorst mit namhaften Referenten – hier z. B. das Programm von 2014: http://nahe-dem-herzen.de/freckenhorster-marientagungen/programm-freckenhorster-marientagung-2014.html

Sie selbst war eine tiefgläubige Marienverehrerin und fühlte sich zudem sehr mit der seliggesprochenen Ordensfrau Euthymia aus Münster verbunden, zu derem Gedenken sie eine Gebetsbroschüre verfaßte. Zudem war sie zeitweise Schriftführerin des bundesweiten „Fatima-Weltapostolats“.

Unser Christoferuswerk, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt, hat im vorigen Jahrzehnt in mehreren tausend Exemplaren den von ihr verfaßten „Kreuzweg für Ungeborene“ verschickt und verbreitet, der im Fe-Verlag erschien.

In diesem katholischen Medienzentrum aus Kisslegg wurden weitere Bücher von der einsatzfrohen Medizinerin und Psychotherapeutin veröffentlicht, darunter der Titel „Wege zum Schattenkind“, der sich mit den Hintergründen und Folgeschäden von Abtreibungen befaßt, aber auch mit seelischer Heilung und christlicher Hilfestellung: siehe HIER

Die engagierte Katholikin, die über 25 Jahre lang ärztlich und psychotherapeutisch aktiv war, hat an mehreren Filmen mitgewirkt, so etwa in der Dokumentation „Maria und ihre Kinder“ sowie im Film „Tabu Abtreibung“, der auf ARTE ausgestrahlt wurde und den sie fachlich begleitet hat – hierzu unser damaliger Bericht: https://charismatismus.wordpress.com/2015/03/17/heute-17-3-auf-arte-informativer-film-uber-das-tabu-abtreibung/

Dr. Angelika Pokropp-Hippen hat sich zudem –  sowohl beruflich wie ehrenamtlich –  um PAS-geschädigte Frauen gekümmert, also um Betroffene, die an den seelischen bzw. psychosomatischen Auswirkungen einer Abtreibung leiden, wobei sie hierbei sicherlich auch ihre Kenntnisse als Traumatherapeutin einsetzen konnte. (PAS = Post-Abortion-Syndrom = Folge-Erkrankungen von Abtreibung)

Noch im vorigen Monat veröffentlichte das evangelische Nachrichtenmagazin IDEA eine Stellungnahme von ihr, in welcher die Ärztin sich zugunsten der von Gesundheitsminister Spahn geplanten Studie über Psycho-Folgen der Abtreibung aussprach: https://www.idea.de/politik/detail/psychotherapeutin-kritik-an-spahn-studie-ist-unberechtigt-108193.html

Frau Dr. Pokropp-Hippen gehörte zum Vorstand der „Ärzte für das Leben“, der von dem Bioethik-Experten Prof. Dr. Paul Cullen aus Münster geleitet wird. Auf der Jahrestagung der Mediziner-Vereinigung im Mai 2017 in Fulda hielt sie einen Vortrag über „Auseinandersetzung mit den Folgen der Abtreibung für betroffene Frauen und ihre Angehörigen“.

Hier einer ihrer Vorträge zu dieser Thematik, den die „Aktion Leben“ aus Abtsteinach online dokumentiert: siehe HIER

Außerdem wurde die Expertin vom Bistum Münster über ihre PAS-bezogene Tätigkeit interviewt:https://www.bistum-muenster.de/startseite_aktuelles/newsuebersicht/news_detail/interview_pokropp_hippen/

Die Verstorbene, die jahrzehntelang in der „Aktion Lebensrecht für alle“ (ALfA) aktiv war, gehörte zu den herausragenden Persönlichkeiten der deutschen Lebensrechtsbewegung.

Zugleich beschränkte sie ihr ehrenamtliches Engagement nicht auf die Lebensrechtsthematik; sie hielt z.B. Vorträge über den Münsteraner Bekennerbischof Clemens August Graf von Galen undüber die judenchristliche Philosophin Edith Stein. Zudem war sie im Hiltruper Bernhard-Poether-Arbeitskreis tätig, der sich für die Seligsprechung dieses Märtyrers aus der NS-Zeit einsetzt: hierzu erschien ein Zeitungsbericht in den WN.

Wir bleiben mit Dr. Angelika Pokropp-Hippen im Gedenken und im Gebet verbunden – möge sie durch Christus in die ewige Herrlichkeit eingehen!

Die Beisetzung der Verstorbenen beginnt am Montag, dem 1. April 2019 um 14.30 Uhr in der Sebastian-Kirche in 48163 Münster-Amelsbüren mit einem Requiem, anschließend folgt die Beerdigung auf dem dortigen Friedhof.

Porträt-Foto: http://www.dr-hippen.de/

 


Gottvertrauen schenkt „Fitness für die Seele“

Von Dr. Edith Breburda

Voller Erwartung geht man ins Fitness-Center, denn man muss schließlich etwas für seine Gesundheit tun. Doch dann steht man in voller Montur –  in Schwimmflossen, mit Schwimmbrille, Wasserflasche usw. bestückt – am Poolrand, nur um zu sehen, dass alle Bahnen besetzt sind. Was tun?

Für den Bruchteil einer Sekunde analysiert man die Szene. Ist da jemand, der langsamer schwimmt und eventuell das kühle Nass verlassen will?

Aber nein, dort die Dame gleich in der ersten Reihe schwimmt ja gar nicht, sie watet nur herum. Dazu muss sie eigentlich keine Bahn besetzten. Doch, sie hat Deinen sehnsüchtigen Blick wahrgenommen und lacht Dir zu.

„Ich bin gleich fertig“, ruft sie über den Schwimmbadrand. Solange kann man sich ja schon mal ins Wasser begeben und eventuell um sie herumschwimmen. Doch nach kurzer Zeit hat man plötzlich keine Lust mehr. Sonst schwimmt man natürlich immer brav 25 Min – aber heute, nein, heute macht man ein Ausnahme. Man packt seine Sachen und geht in den Jacuzzi  bzw. Whirlpool.

„Sieben Minuten“ –  sagt die Dame plötzlich vorwurfsvoll neben einem: „Ich habe Sie beobachtet. Sie sind ganze sieben Minuten geschwommen.“ –  Betreten, nach einer Ausrede suchend, befindet man sich plötzlich in einem hintergründigen Gespräch mit der Frau.

Sie war schon auf der Tretmühle, sagte sie stolz, was dich noch mehr beschämt. Es hängt ja eigentlich alles mit der Einstellung zusammen. Es ist so einfach, zuzunehmen. Die Schokolade schmeckt so gut. Aber das alles wieder herunter zu fasten, ist schon eine andere Sache.

Sie isst nur noch vegetarisch. Kein Fleisch – sie muss ihren Körper entgiften. „Und Vitamin B 12?“, versucht man einzuwenden. Vegetarier haben zu wenig Vitamin B 12. Weil die Frau eine dunkle Hautfarbe hat und noch dazu mit mittlerweile hochrotem Kopf im heißen Wasser des Jaccuzi sitzt, ist es nicht so leicht, zu sehen, inwieweit sie schon unter einer perniziösen Anämie leidet.

Sie sei Autorin, habe ein Buch geschrieben und illustriert. In einem Atemzug klärt sie dich über den Inhalt des Buches auf. Es sei ihr selbst passiert. Ihre Mutter war gestorben und Männer hätten kein Verständnis für eine trauernde Frau.

Doch der Einzige, der Anteil nahm, war ihr Professor am Kolleg. Er half ihr wie einem kleinen Vogel, der einen Flügel gebrochen hatte, wieder zu fliegen.

Sie spricht in Metaphern, was es sehr angenehm macht, ihr zuzuhören. Etwas anderes kann man nicht tun, denn man hat keine Chance, auch nur ein Wort dazwischen zu werfen.

Mittlerweile sind wir beide wieder in der Umkleide angekommen. Sie käme ja nur hierher, weil sie ihre Stelle verloren hatte. Aber sie braucht Arbeit, weil sie ihre Familie ernähren muss. Als sie gefeuert wurde – wegen Umständen, die sie mir zum Glück nicht mitteilt, sonst würde es ja zu lange dauern –  wusste sie nicht, was sie machen sollte.

„Jetzt falle nicht in Panik“, sagte sie sich. „Das nutzt nichts, man kann nichts daran ändern. Ich fahre jetzt ins Fitness-Center und reagiere mich auf der Tretmühle ab. Man muss positiv denken. Wenn ich panisch werde, ist es so, als ob ich auf einem Schaukelstuhl sitze. Ich komme keinen Schritt weiter, sondern bleibe auf der Stelle sitzen.

Ich ging zu meiner Facebook-Seite und kündete meinen Freunden an, dass ich Gott für die neue Stelle danke, die er für mich bereithält. Ich habe einen mächtigen Gott, der Wunder tut“, unterstreicht sie. „Er hält die ganze Welt in seiner Hand, steht in der Bibel. Die Erde ist sein Fußhocker. Meinst Du nicht, er schaut von da oben auf mich herab und sagt, meine vielgeliebte Tochter, ich habe Dich erschaffen, weil Dein Leben einen Sinn hat.

Gott kann Berge versetzten. Doch wenn ich vor einem Berg stehe, habe ich natürlich Angst, weil ich so klein bin. Aber weiß nicht Gott genau, was ich brauche? Er ist mein Schöpfer und ich muss nur auf die richtige Zeit warten.

Es ist wie bei einem Kind, das zu seinen Eltern läuft und ein Fahrrad wünscht. Und wenn die Eltern erklären, dass sie kein Geld hätten, dann kommt das Kind jeden Tag und sagt: Mama, ich liebe Dich und ich danke Dir, dass Du mir ein Fahrrad schenken willst, sobald Du dies tun kannst. Was machen dann die Eltern? Wir müssen positiv denken und ganz auf Gott vertrauen.“

Vielleicht redet sie so viel vom Fahrrad, weil sie sich gerade auf dem Fitnessrad abgestrampelt hatte. „Ich wache jeden Morgen auf und danke Gott, dass er mich erschaffen hat und er mir heute alles gibt, was ich brauche.“

Am Dienstag fängt ihre neue Arbeit an. Sie bekam sie, sobald sie auf Facebook verkündet hatte, dass sie Gott für die neue Stelle danke  – und das war 20 Min., bevor sie völlig unerwartet ein Telefoninterview erhielt. Sie sei Christin und all ihre Weisheiten ständen in der Bibel, die sie in ihrer Kirche lesen.

Was für einen Glaube hat diese Frau, denke ich mir. Ich hätte nicht gedacht, ihn im Fitness-Center zu finden, wo man eigentlich mehr um das körperliche Wohl besorgt ist. Doch an diesem Tag war es gut, nur sieben Minuten zu schwimmen, sonst hätte ich einen seelischen Zuspruch verpasst.