Was bei der Kirchenzeitung untern Tisch fällt

Von Felizitas Küble

Das Bistumsblatt von Münster mit dem Titel „Kirche und Leben“ (KuL) gehört seit Jahrzehnten zu den besonders reformeifrigen Kirchenzeitungen. Das progressive Blatt bringt gerne spaltenlange Leserbriefe im Sinne der eigenen redaktionellen Linie, doch bei kritischen Stimmen kann die Großzügigkeit recht schnell zu Ende sein.

So veröffentlichte KuL z.B. am 31. Mai auf Seite 3 eine geharnischte Zuschrift von Heinz Jansen gegen die „alte Messe“, worin sich der Autor beschwert, daß die Kirchenzeitung einen kleinen Hinweis auf TV-Übertragungen des überlieferten Ritus gebracht hatte (es war damals die Corona-Zeit ohne öffentliche hl. Messen). 

Unter dem Titel „Toleranz ist nicht teilbar“ schrieb ich am 2. Juni einen Leserbrief an das Münsteraner Bistumsblatt, der bis heute  – sieben Wochen später  – nicht veröffentlicht wurde. Hier folgt der Wortlaut meines Schreibens:

Der Verfasser teilt mit, sich über die „kritischen und progressiven Artikel“ in der Kirchenzeitung zu freuen, jetzt aber „enttäuscht“ zu sein über einen Hinweis, wonach auch von K-TV Fernsehgottesdienste übertragen würden. Dies sei ein „konservativer“ Sender, wobei der Autor die dort ausgestrahlten „Messen nach dem alten Ritus“ als „besonders ärgerlich“ empfindet: „Die lateinische Sprache, die vielen Kniebeugen und Segnungen wirken wie Hokuspokus.“

Auf mich wirkt der hier bekundete Zorn ziemlich verwunderlich. Wer mit dem früheren Ritus nichts anfangen kann, muss ihn weder besuchen noch im Internet anschauen. Soviel Toleranz sollte aber möglich sein, jenen Gläubigen einen Hinweis auf Online-Übertragungen zu gönnen, die sich der überlieferten Messform verbunden fühlen, zumal auch Papst Benedikt sie gewürdigt und zudem großzügiger als sein Amtsvorgänger erlaubt hat.

Dieser traditionelle Ritus mag für manche Katholiken, die ihn nicht gewohnt sind oder gleich allergisch darauf reagieren, vielleicht wie „Hokuspokus“ erscheinen, doch liegt dies dann im Auge des Betrachters. So können z.B. die „vielen Kniebeugen und Segnungen“ von anderen Gläubigen als Ausdruck für die Ehrfurcht vor Gott und als würdige Feierlichkeit in der Liturgie wertgeschätzt werden.

In der Kirche ist heute viel von Toleranz, Vielfalt und Verständnis die Rede – dies sollte sich aber nicht auf das eigene reformkatholische Spektrum beschränken, denn echte Toleranz ist nicht teilbar, sie fängt gerade dort an, wo andere Auffassungen beginnen.

Felizitas Küble, 48167 Münster


Sommerfest in Haus Assen mit klassischer Liturgie und feierlicher Prozession

Von Felizitas Küble

Das Haus Assen ist ein imposantes Wasserschloß in Ostwestfalen (Lippetal), das unter der Trägerschaft des SJM-Ordens (Diener Jesu und Mariens) steht: https://www.haus-assen.de/home.html

Seit Jahren werden dort Exerzitien, Seminare und Tagungen für jung und alt sowie Freizeiten für Familien durchgeführt – in Coronazeiten wurden die Angebote natürlich stark eingeschränkt.

Haus Assen liegt sehr reizvoll und idyllisch am Rande einer Waldlandschaft. Die religiöse Ausrichtung der SJM-Patres ist theologisch konservativ und hält sich treu an die kirchliche Lehre. Gefeiert wird dort eine ehrfurchtsvolle Liturgie, teils im alten, teils im neuen Ritus, aber immer solide und volksnah zugleich.

Das diesjährige Sommerfest am 28. Juni fand „virusbedingt“ in einer abgespeckten Version statt, die sonst übliche Freiluft-Theateraufführung blieb aus, aber die feierliche heilige Messe am Vormittag mit darauffolgender Prozession zog viele Menschen an, darunter vor allem Familien und Jugendliche aus der KPE (Kath. Pfadfinderschaft Europas).

Danach konnten sich die Teilnehmer auf der großflächigen Wiese mit jeweils großem Abstand niederlassen, ihre Decken ausbreiten und ihr mitgebrachtes Essen verspeisen.

Das Sommerfest wird jährlich stets an einem Sonntag Ende Juni oder Anfang Juli veranstaltet, denn das Patrizonium der Schloßkapelle gilt der „Heimsuchung Mariens“, dem kirchlichen Fest vom 2. Juli.

Der entsprechende Abschnitt aus dem Lukas-Evangelium, der vom Besuch Mariens bei ihrer Verwandten Elisabeth berichtet, wurde verlesen und zugleich darüber gepredigt. Pater Roland Schindele – er ist Hausleiter von Schloß Assen  – sprach über die Bedeutung dieser Bibelperikope unter dem Gesichtspunkt des göttlichen Segens für die Menschen.

So wie sich einst Abraham auf Gottes Geheiß hin auf den Weg machte und dadurch zum zukünftigen Segensträger für Israel und die Welt erwählt wurde („in Dir sollen gesegnet werden alle Völker auf Erden“), gilt diese Verheißung für die Mutter unseres HERRN noch stärker, denn sie war sogar Christusträgerin, trug sie doch den göttlichen Erlöser in ihrem Leib, als sie sich auf den beschwerlichen Weg zu Elisabeth und Zacharias machte.

Pater Schindele erläuterte, auf diese Weise sei das Fest Maria Heimsuchung gleichsam ein „Muttertag“ im direkten und im geistlichen Sinne, zumal alle Menschen ihr Dasein vor allem ihrer Mutter verdanken.

Der Geistliche rief die Männer, ob jung oder alt, dazu auf, allen Mädchen und Frauen mit Ehrfurcht und Ritterlichkeit zu begegnen. Die Frauen wiederum sollen Gott dankbar sein für ihre Möglichkeit der Mutterschaft, denn der Allmächtige habe ihnen damit eine heilige Aufgabe anvertraut, etwas ganz Großes.

BILD: Prozession um das Wasserschloß mit Geistlichen, Pfadfindern und Familien

Durch die christliche Ehe und Familie könnten Männer und Frauen zum Segensträger für Kirche und Welt werden. Der heilige Kirchenvater Augustinus von Hippo habe dies auf den Punkt gebracht und gesagt: Gebt mir betende Mütter und ich rette die Welt.

Der Besuch der Gottesmutter bei ihrer Cousine Elisabeth verweise vor allem auf zwei Eigenschaften der Madonna: Ihre Demut und ihre Nächstenliebe. Aus Demut habe sie ihrer betagten Verwandten dienen wollen, aus Nächstenliebe habe sie sich trotz eigener Schwangerschaft „eilends“ auf den Weg über das Gebirge gemacht, alle damit verbundenen Mühen und Beschwerden tatkräftig und ohne jedes Zögern auf sich genommen.

So habe sie ihr Wort „Ich bin die Magd des HERRN“ zur Tat werden  lassen, denn ohne Werke sei der Glaube nur ein „leeres Gerede“.

Nachdem Maria das göttliche Kind in ihrem Mutterleib zu ihren Verwandten bringt, wird Elisabeth – so heißt es im Evangelium  – vom „Heiligen Geist erfüllt“ und preist Maria als die „Gesegnete unter den Frauen“ und als „Mutter meines HERRN“ – und (an)erkennt sie damit als Gottesmutter.

Dies gilt analog – in entsprechender Weise – auch für uns Gläubige: Wir sollen durch unser Apostolat Christus zu den Menschen bringen – und mit IHM auch zugleich den Heiligen Geist und seine Gaben. So werden wir mit Gottes Hilfe zum „Christopherus“, zum Christusträger – und damit auch zu Segensträgern, ja gleichsam zu einer „Monstranz“ für den Ewigen selbst.

Nach der heiligen Messe im überlieferten Ritus wurde eine feierliche Prozession zur Anbetung des Altarsakramentes und zu Ehren der Madonna durchgeführt. Der andächtige Gebetszug um das Wasserschloß und zurück zum Freiluft-Altar begann mit dem eucharistischen Lied: „Das Heil der Welt, Herr Jesus Christ, wahrhaftig hier zugegen ist…“ 

Zum Abschluß sangen die Gläubigen das grandiose „Te Deum“ (Großer Gott, wir loben dich) und das ergreifende Lied „Segne Du, Maria, segne mich, dein Kind….“. Die Sakramentsprozession mit dem Priester und dem Allerheiligsten unter dem „Himmel“, der von vier Männern getragen wurde, wurde als eine eindrucksvolle Ergänzung und Vertiefung der vorherigen Festmesse empfunden.

Unsere Autorin Felizitas Küble leitet den KOMM-MIT-Jugendverlag und das Christoferuswerk in Münster, das dieses CHRISTLICHE FORUM betreibt


Coronakrise bietet Chancen für Korrekturen

Von Monika Rheinschmitt

Die Vertiefung unserer Kenntnisse über Glauben und Liturgie sowie eine intensivere Gebetspraxis sind Möglichkeiten, die Schäden zu begrenzen, die durch den weltweiten „Shutdown“ als Reaktion auf die Verbreitung des Corona-Virus entstanden und weiterhin akkumulieren.

In fast 2000 Jahren Kirchengeschichte gab es trotz aller Verfolgungen, Kriege und Seuchen noch nie einen derartigen Rückgang des kirchlichen Lebens.

Viel zu schnell galten öffentlich zugängliche Meßfeiern und die Sakramentenspendung als nicht „systemrelevant“ und darum verzichtbar.

In den kommenden Monaten werden weder in der Politik noch in der Wirtschaft noch in der Kirche die „früheren (= vor Corona) Zustände“ wieder eintreten. Das muß nicht immer von Nachteil sein, sondern bietet auch Gelegenheit zu Korrekturen.

Die katholische Kirche sollte sich wieder auf ihr „Kerngeschäft“ konzentrieren: die Verkündigung der Erlösung durch Tod und Auferstehung Jesu Christi sowie Beistand und Trost für Menschen in Notlagen, was nicht nur „satt, sauber und ein Dach über dem Kopf“ bedeutet, sondern auch die geistliche Ebene umfaßt.

Zum „Kernthema“ der Kirche gehört ganz zentral auch die angemessene Gottesverehrung in der ehrfürchtigsten und feierlichsten Art und Weise, die uns möglich ist.

Durch das Angewiesensein auf Livestream-Gottesdienste/Meßfeiern boten die zurückliegenden Wochen viel Anschauungsmaterial.

Dabei wurde deutlich, daß an vielen Orten Meßfeiern im klassischen römischen Ritus in diesem Geist zelebriert wurden: Als gesungenes Amt mit vier Ministranten oder auch als levitiertes Hochamt, mit Choralschola für das Ordinarium und die Proprien sowie manchmal einem mehrstimmigen Chor für Zwischenstücke – alles zur größeren Ehre Gottes und zum Trost für die Gläubigen an den Bildschirmen.

Aber auch in nicht übertragenen heiligen Messen wird dem Allerhöchsten das Ihm genehme Opfer dargebracht. Der Priester ist nicht alleine, sondern in der Gemeinschaft der Engel und Heiligen sowie der Gläubigen, die mit ihm verbunden sind, auch wenn sie nicht physisch anwesend sein können.

Dieser Beitrag ist ein Auszug aus dem Vorwort von „Dominus vobiscum“ Nr. 20 (Mai 2020) – Die Zeitschrift kann hier bestellt werden: Telefon: 0711 8387877 oder Mail: PMT.Stuttgart@t-online.de
Im Internet sind frühere Ausgaben verfügbar: https://www.pro-missa-tridentina.org/medien/index.htm


„Laienherrschaft“ auch bei Traditionellen?

Von Felizitas Küble

Der bekannte katholische Schriftsteller Martin Mosebach hat sich in einer Zuschrift an die katholischen Wochenzeitung „Die Tagespost“(DT) vom 26. Juli kritisch über einige Ausführungen von Pater Engelbert Recktenwald (siehe Foto) geäußert.     

Dieser Priester der traditionsorientierten Petrusbruderschaft hatte in der DT vom 28. Juni eine gewisse „Hyperliturgisierung“ in der Bewegung für die überlieferte Liturgie („alte Messe“) beklagt, etwa wenn der Gesang deutscher Kirchenlieder als verpönt gilt oder die Meßfeier vor allem als Refugium schöngeistiger Ästheten empfunden wird.

Am Donnerstag, den 2. August, erschien mein zustimmender Leserbrief zu Pater Recktenwald mit dem Titel „Laienherrschaft im Alten Ritus“, allerdings um etwa die Hälfte gekürzt, so daß nicht nur einige Begründungen unter den Tisch fielen, sondern die ersten drei Abschnitte sogar komplett.

Hier folgt nun die vollständige Fassung meiner Antwort an Martin Mosebach:

„Der Autor widerspricht in einigen Punkten den Ausführungen von Pater Engelbert Recktenwald (DT vom 28.6.). Dieser Priester der Petrusbruderschaft würdigte – ungeachtet sonstiger Sachkritik  –  bei Erzbischof Lefebvre den „Eifer eines wahren Hirten“, für den die „Bewahrung der Liturgie kein Selbstzweck“ war. 

Im Unterschied dazu bemängelte der Geistliche eine „Hyperliturgisierung“ innerhalb der „traditionellen Bewegung“ und warnte vor einem „liturgischen Purismus, der deutsche Lieder in der Liturgie verachtet“ und der den „direkten Vortrag von Lesung und Evangelium in der Landessprache ablehnt“. Pater Recktenwald erwähnte, jener übertriebene Rubrizismus sei ihm „vor allem in Laienkreisen“ begegnet.

Martin Mosebach hält ihm entgegen: „P. Recktenwald sollte sich eigentlich darüber freuen, dass die liturgische Kreise soviel liturgiekunde Laien hervorgebracht hat.“ – Sodann gehöre die Bewegung für die liturgische Tradition „durchaus zu den neuen geistlichen Bewegungen, die eine starke Beteiligung der Laien auszeichnet.“

Dazu möchte ich doch etwas Wasser in die Suppe gießen: Einerseits ist diese Beteiligung mitten aus dem Kirchenvolk sicher erfreulich, andererseits kann man nicht selten auch in den altrituellen Reihen eine spezielle Variante der „Laienherrschaft“ erkennen. Natürlich sind es hier nicht – wie in vielen „modernen“ Gemeinden   – diverse Gremien und Liturgie-Ausschüsse, die dem Priester vorschreiben wollen, wie er zu zelebrieren hat.

Aber wenn man dann erlebt, daß bisweilen genau jene Kreise, die sich  – durchaus zu Recht  – über die „Klerikalisierung der Laien“ im  Reformkatholizismus aufregen, selber im Grunde munter dasselbe – nur in einem anderen Rahmen –   praktizieren, dann wirkt das auf mich etwas befremdlich und widersprüchlich. 

In den letzten Jahren haben mir eine Reihe von Weltpriestern und Patres, welche die überlieferte Liturgie feiern, mitgeteilt, daß auch in ihrem Erfahrungsbereich teilweise eine Art „Laienherrschaft“ ausgeübt wird, sei es von Zeremoniaren, der Gregorianischen Schola und/oder dem Organisten. Meist geht es dabei um die vollständige oder weitgehende Ablehnung deutscher Kirchenlieder in der klassischen Meßform.

Gewiß gilt dies beileibe nicht für alle von Mosebach als „liturgiekundige Laien“ bezeichnete Persönlichkeiten. Freilich werden auch nicht alle Pfarrer in den üblichen Kirchengemeinden von aufdringlichen Gremien genervt und bevormundet. Sowohl in alt- wie in neurituellen  Gemeinden sollte die geistliche Stellung und liturgische Kompetenz des Priesters insgesamt stärker beachtet werden. Mit welcher Logik will man denn im traditionellen Lager den mangelnden Respekt vor Priestern in der „modernen“ Kirche beklagen, wenn man ihn selber nicht praktiziert?

Zudem schreibt Mosebach an die Adresse von Pater Recktenwald: „Ihm schwebt als Bewahrung der Tradition ganz offenbar die Praxis der fünfziger Jahre vor, in der das Singen vielstrophiger Lieder die liturgische Actio nicht selten verunklare. Die Liturgiereform wurde gerade auch wegen dieser unglücklichen Zweigleisigkeit als notwendig empfunden.“

Zunächst will mir nicht einleuchten, warum der Gesang von jahrhundertealten deutschen Kirchenliedern (die schließlich für die Liturgie und nicht etwa für Volksfeste geschaffen wurden) eine „verunklarende“ Wirkung haben soll. Vielleicht mag dies in den Ohren einiger Ästheten und intellektueller Latein-Liebhaber so erklingen, doch die traditionelle Messe beschränkt sich nicht auf diesen Kreis, sondern richtet sich grundsätzlich an alle katholischen Gläubigen einschließlich der „einfachen“.

Dabei ist mir schon seit Jahrzehnten immer wieder aufgefallen, daß nicht allein bei der Petrusbruderschaft, sogar in den Meßfeiern der Piusbruderschaft oftmals deutlich mehr deutsche Lieder präsent sind als in manchen stark von „liturgiekundigen Laien“ geprägten Meßzentren. Dies bestätigt auch Pater Recktenwald aus seiner eigenen Erfahrung, indem er schreibt: „In meinem ersten Priesterjahr in der Piusbruderschaft versorgte ich sonntäglich eine Kapelle, in der abwechselnd an einem Sonntag Gregorianischer Choral, am anderen die Schubertmesse gesungen wurde.“

Außerdem halte ich Mosebachs steile These, gerade die weitverbreitete Liturgie der fünfziger Jahre – gemeint ist wohl vor allem die damals übliche Betsingmesse mit deutschen Kirchenliedern –  habe die „Liturgiereform“ hervorgebracht, für denkbar unlogisch. 

Wäre dem so, dann hätte sich doch eine Rückkehr zum „Purismus“ angeboten, aber nicht das andere Extrem einer allzu reformerischen Neuschöpfung am grünen Tisch, die auch Papst Benedikt mit Recht kritisch beleuchtet hat. Es berührt mich insgesamt schon etwas merkwürdig, wenn Priester der Petrus- und der Piusbruderschaft von „puristischen“ Laienkreisen liturgisch sozusagen „rechts“ überholt werden. Der Einsatz vieler Engagierter in allen Ehren, aber bitte nicht auf Kosten der priesterlichen Stellung und Zuständigkeit.“

 Erstes Foto: Doris de Boer


Lippstadt: Firmung im traditionellen Ritus

Von Felizitas Küble

Am Samstag, dem 21. April, haben fünfzehn Katholiken – darunter Kinder, Jugendliche und Erwachsene  – im westfälischen Lippstadt das Sakrament der Firmung im früheren Ritus empfangen (siehe Fotos). 

Um halb elf Uhr begann der feierliche Firmgottesdienst in der Kapelle „Zum guten Hirten“ mit einer Predigt von Bischof Alfonso de Galarreta (er ist einer der vier Weihbischöfe der traditionsorientierten Priesterbruderschaft St. Pius X.),  die von einem Priester auf deutsch übersetzt wurde.

Er erläuterte, wie Christus seine Apostel mit dem Heiligen Geistes ausgestattet hat und wie sein Beistand zu Pfingsten auch den Gläubigen in Jerusalem zuteil wurden.

Die Firmung verleihe dem Katholiken drei wichtige Gaben, die zugleich seine Aufgaben seien:

1. Er soll ein Zeuge des Glaubens sein. – 2. Er ist als „Soldat Christi“ berufen und erwählt, für die Heilswahrheiten einzutreten und für Christi Reich zu kämpfen. – 3. Er ist ein Apostel der Kirche und soll sich zum Glauben bekennen und ihn verbreiten.

Als Beter und Kämpfer für den katholischen Glauben lebe der Gefirmte aus der Kraft der übernatürlichen Tugenden (Glaube, Hoffnung, Liebe), die Gott uns durch seine Gnade schenke. Berufen zur Heiligkeit, soll sich der Gläubige für das Königtum Christi einsetzen, obwohl – so der Bischof wörtlich – sich „Mutter Kirche in einer furchtbaren Krise“ befinde.

Der heutige Relativismus vertrete die Gleichheit der Religionen und die Irrlehre, wonach jeder seine „eigene Wahrheit“ finden könne. Verhängnisvoll sei auch die Ehrfurchtslosigkeit gegenüber dem Altarsakrament: Heute gehe bald jeder zur hl. Kommunion, ob er sich im „Stand der Gnade“ befinde oder nicht.

Es gelte, sich unter den Schutzmantel Mariens zu stellen und ihr Unbeflecktes Herz als Zuflucht vertrauensvoll zu verehren, erklärte der Bischof weiter. Die Gottesmutter führe sicher zu Christus, der wiederum unser Heilsweg zum himmlischen Vater sei. Maria könne für uns bei ihrem göttlichen Sohn die Gnade der Beharrlichkeit und Glaubenstreue erbitten, die in dieser verwirrenden Zeit so entscheidend sei.

Nach der Predigt erfolgte die Spendung der hl. Firmung nach dem überlieferten Ritus (wie er vor der Liturgiereform gespendet wurde). Der Bischof legte den Firmlingen die Hände auf und salbte sie mit Chrisamöl. 

Nach der Firmung, die ca. 45 Minuten dauerte, begann die hl. Messe bzw. das levitierte Amt mit dem Bischof und zwei Priestern. Neben den Ministranten war zudem eine gregorianische Männerschola zugegen; die Kapelle war mit Gläubigen aus nah und fern voll besetzt.

Nach den Feierlichkeiten gab es auf dem Platz vor der Kapelle noch viele anregende Gespräche zwischen Priestern und Kirchenbesuchern, zwischen Firmlingen, ihren Angehörigen und Gratulanten.

Erstveröffentlichung dieses Artikels hier: http://fsspx.de/de/news-events/news/firmung-lippstadt-mit-bischof-alfonso-de-galarreta-37125


Papst Benedikt XVI. freut sich über den Erfolg der überlieferten Liturgie

Kardinal Burke zelebrierte im altehrwürdigen Ritus

Benedikt XVI. ließ an die Pilgergruppe „Summorum Pontificum” in Rom eine Grußbotschaft ausrichten. Als „Klausurmönch” könne er an einem öffentlichen Gottesdienst nicht teilnehmen, es sei denn, er werde von Papst Franziskus dazu eingeladen, berichtet Radio Vatikan. 220px-Archbishop_Raymond_Leo_Burke

Am gestrigen Samstagvormittag hatte die Meßfeier im überlieferten Ritus im Petersdom stattgefunden. Zelebrant war Kardinal Raymond Burke (siehe Foto), der den em. Papst zu der hl. Messe eingeladen hatte.

Weiter heißt es in der Grußbotschaft Benedikts XVI.: „Ich bin sehr glücklich, dass der ,Usus antiquior’ heute in vollem Frieden in der Kirche gefeiert werden kann und von so vielen Jugendlichen geliebt sowie von großartigen Kardinälen zelebriert wird.“

Als amtierender Papst hatte Benedikt XVI. das Motu Proprio „Summorum Pontificum” erlassen und damit der überlieferten Liturgie ihr Heimatrecht in der Kirche zurückgeschenkt.

Quelle: http://www.kathnews.de


Wien: Kardinal Burke zelebriert am 4. und 5.11. im überlieferten Ritus

Am Dienstag, den 4. November 2014, feiert die Pfarrgemeinde St. Karl in 1040 Wien (Kreuzherrengasse 1) das Fest ihres Patrons, des Hl. Karl Borromäus. ab-burke_final-interview

Höhepunkt ist hierbei das Pontifikalamt, das von Kurien-Kardinal Raymond Burke, dem Präfekten der Apostolischen Signatur, im überlieferten Ritus („alte Messe“) um 18 Uhr zelebriert wird.

Am nächsten Tag  –  Mittwoch, den 5. November  –   feiert der Kardinalpräfekt (siehe Foto) in der Wiener Pfarrkirche St. Leopold  (Donaufeld) um 8 Uhr eine Votivmesse zu Ehren der hl. Apostel Petrus und Paulus; auch diese Messe erfolgt in der klassischen (überlieferten) Liturgie.

Im Anschluß besteht die Chance zu einer Begegnung mit Kardinal Burke bei einem Frühstück im Pfarrhof.


Köln: Klassische hl. Messe mit 900 Gläubigen beim Eucharistischen Kongreß am 8. Juni

Zudem Jahresversammlung von „Pro Missa Tridentina“ in Köln

Bereits lange vor 10 Uhr strömten Teilnehmer des Eucharistischen Kongresses in die romanische Basilika am Rheinufer, um noch einen Sitzplatz zu erhalten. Als Weihbischof em. Dr. Klaus Dick um 10 Uhr am Portal von St. Kunibert mit Weihwasser empfangen wurde, waren die Bänke so gut gefüllt, daß viele Meßbesucher hinten und in den Seitenschiffen stehen mußten. d-koeln-st_kunibert-8_6_2013

Insgesamt feierten über 900 Gläubige dieses Pontifikalamt in der überlieferten Form der hl. Messe mit.  – Meßformular war die Messe vom Allerheiligsten Altarsakrament.

Zum Einzug sang die Choralschola aus Münster das „Ecce Sacerdos magnus“ („Seht einen Hohepriester, wie er in seinen Erdentagen Gott gefiel“), mit dem traditionell ein Bischof bei seinem Gang zum Altar begleitet wird.

Am Altar assistierten Vertreter der verschiedenen „Ecclesia Dei“-Gemeinschaften sowie Diözesanpriester.

Die Ministranten stammten aus unterschiedlichen Orten, an denen regelmäßig heilige Messen in der überlieferten Form gefeiert werden.

Prof. Manfred Hauke über eucharistische Anbetung

Nach der Mittagspause begann im großen Saal des Senats-Hotels der Vortrag von Prof. Dr. Manfred Hauke zum Thema: „Die eucharistische Anbetung: ihre theologische Begründung und pastorale Bedeutung“.

Die Stühle reichten nicht aus, so daß einige Zuhörer auf den Treppenstufen oder auf dem Boden saßen bzw. stehen mußten; viele andere, später eingetroffene Kongreßteilnehmer kehrten wieder um, da um 14 Uhr mit gut 250 Personen die Kapazitätsgrenze des Saals erreicht war.

Mit anschaulichen Beispielen verdeutlichte der Referent aus Lugano, wie wichtig die Übereinstimmung von Glaubensinhalten und gelebter Praxis ist. Besonders Kinder, aber auch alle erwachsenen Gläubigen, benötigen äußere Zeichen, wie die Kniebeuge vor dem Tabernakel, sonntägliche Kleidung bei der Meßfeier, Weihrauch und hervorgehobene Musik.

Der Glaube an die Gegenwart des Sohnes Gottes muß sich in den Riten der Gottesdienste, aber auch in der Architektur unserer Kirchen wiederfinden lassen, damit „der Göttlichen Majestät ein würdiger Kult dargebracht werde“, wie Papst Benedikt XVI. es in seinem Motu proprio „Summorum pontificum“ vom 7.7.2007 forderte.

Quelle: http://www.pro-missa-tridentina.de/